Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Urshak Fleischkloppa
Dr.Zahnfleisch
25. October 2008, 18:30
Um meinem O&G Projekt einen passenden Hintergrund zu spendieren, habe ich mal drauf los geschrieben. Hoffe, es gefällt euch. Kritik ist natürlich erwünscht.
Bisherige Charaktere:
Urr'shak Fleischkloppa - Ork Waaaghboss auf der Suche nach einer alten Orklegende.
Müffla - Blähende Wildsau von Urr'shak
Der Heiza - Kräftiger Goblin, Anführer von Urr'shaks Spähern. Fährt auf einem Streitschlitten.
Hermann - Soldat der Stadtwache von Bechhafen, hat sich für eine Expedition freiwillig gemeldet.
Johan Van Kreuyff - Leiter der Expedition, Motive noch unbekannt
Heinrich Junghanns - Hauptmann der Talabheimer Stadtwache und Ziehvater von Hermann.
Ernst Kargg - Hermanns leiblicher Vater.
Berobte Gestalt - Motive und Herkunft noch unbekannt...
Teil 1
Seine Augen verengten sich zu Schlitzen, als eine frostige Boe dem massiven Ork einer scharfen Klinge gleich durch das vernarbte Gesicht schnitt.
Der Schneesturm tobte nun schon seit zwei Tagen und Nächten unerbittlich und sein Gefolge hatte ihm fürchterlichen Tribut gezollt. Trotz der dicken Felle einheimischer Kreaturen, aus denen sie schützende Mäntel und Kapuzen gefertigt hatten, waren in der vergangenen Nacht zahlreiche Orks und Goblins der eisigen Kälte zum Opfer gefallen.
Die Überlebenden kauerten sich unter vereinzelten Vorsprüngen zusammen, die aus der gewaltigen Felsformation herausragten, welche das Heer umgab.
Jede Minute starben weitere Krieger und die restlichen trotzten der Witterung so gut sie konnten, geduldig auf ein Zeichen ihres Bosses wartend.
Urrshak Fleischkloppa hatte seinen Waagh in der Hoffnung in diese unwirtlichen Lande geführt, einer alten Legende auf die Spur zu kommen, welche seit je her an den Lagerfeuern seines Stammes erzählt wurde.
Vor langer Zeit war ein Stamm von Schwarzorks, welcher sich aus der Tyrannei der Chaoszwerge freigekämpft hatte, ziellos in das Ödland hinter dem Trauergebirge geflohen, um eine Zuflucht vor den hartnäckigen Verfolgern zu finden, welche von den tobenden Chaoszwergen entsandt worden waren.
Hobgoblins, die großen Verräter der Orkrebellion, nahmen die Verfolgung auf riesigen Schneewölfen reitend auf , welche im Gegensatz zu den Flüchtlingen mühelos über den tiefen Schnee wetzten und holten die Schwarzorks ein. Doch vermochte es kein Verfolger, sich dem eisernen Willen und dem kalten Stahl der Schwarzorks entgegenzustellen. Die Verräter wurden abgeschlachtet und ihre Wölfe von den Schwarzorks gefangen genommen und gezähmt, oder zu Winterkleidung verarbeitet.
Nach zahlreichen Tagen der Wanderung gelangte der Stamm schließlich in ein abgeschottetes Tal, welches durch den umliegenden Gebirgszug von den eisigen Stürmen der Region größtenteils verschont blieb. In jenem Tal errichteten die Schwarzorks eine gewaltige Festung aus kargem Stein, den sie dem Berg selbst abrangen: "Festung Zwergenfluch".
Ihren Namen verdankte diese letzte Bastion der Schwarzorks dem Trotz, mit dem sich ihre Erbauer und der starre Fels ihren Peinigern widersetzten.
Die Chaoszwerge dürsteten nach Rache für den Verrat ihrer Schöpfungen und sandten zahlreiche Belagerungsstreitmächte aus, um die rebellischen Schwarzorks endgültig zu vernichten. Armee um Armee prallte jedoch an den Wällen von Festung Zwergenfluch ab und kein Kriegsgerät der Zwergenmaschinisten vermochte die Wälle zu durchbrechen. Die Verteidiger schienen ihre Kraft aus einer den Chaoszwergen unbekannte Quelle zu entnehmen, anders konnten sich die Tyrannen ihr wiederholtes Scheitern nicht erklären.
Die Orks sprechen heutzutage von Gork oder gar Mork, wenn sie über die Quelle dieser Macht spekulieren. Tatsächlich jedoch weiß bis heute noch niemand genau, wer oder was seine schützende Hand über die gepeinigten Schwarzorks hielt. Aus Zorn und Verzweiflung entsandten die Chaoszwerge zehn ihrer fähigsten Magi, um das unsichtbare Bollwerk von Festung Zwergenfluch mit ihrer verderbten Magie zu durchbrechen. Unterstützt von fettleibigen Oger-Söldnern umliegender Stämme tobte der letzte Angriff auf Festung Zwergenfluch.
Ein gewaltiges Ritual wurde vor den Toren Zwergenfluchs initiiert, bei dem sich die Chaos Magi in unheilige Rage versetzten, um ihre vereinte Macht auf den Bann der Festung zu entfesseln. Der Berg bebte unter dem gewaltigen Druck, als die Magien beider Parteien aufeinander prallten und um die Vorherrschaft rangen. Ein tosender Eissturm entlud sich im Tal über die Angreifer und raffte etliche dahin. Die Luft schien statisch und knisterte voller Energie, als die Chaos Magi mit letzter Kraft schließlich die Oberhand gewannen und die Wälle Zwergenfluchs zum Bröckeln brachten.
Die Oger stürmten in den Festungshof, in dem die Verteidiger bereits auf sie warteten. Ihre Macht war gebrochen, doch wollten sie ihr Leben so teuer wie möglich verkaufen. Ork für Ork wurde von den Ogerkriegern in Stücke gerissen und verschlungen, während sich die wenigen Verbliebenen ins Innere der Festung zurückzogen. Ein Bote wurde zur Hauptstadt entsandt, um von den jüngsten Erfolgen zu berichten.
Die Magi schritten siegessicher über den mit Trümmern übersäten Festungshof in die Eingeweide von Zwergenfluch, wo sie das Ende der Schwarzorks persönlich besiegeln wollten. Doch als sie die Schwelle übertraten, erbebte der Berg aus den Tiefsten seiner Wurzeln und ein gewaltiger Riss zeichnete sich an der massiven Felswand ab, in die die Festung eingehauen war. Riesige Felsbrocken stürzten auf die Festung herab und tosende Lawinen begruben die Szenerie unter einem erbarmungslosem Teppich weißen Verderbens.
Die Chaoszwerge schimpften jenen Ort seither als verfluch und vernichteten sämtliche Aufzeichnungen über diesen Krieg aus ihren Archiven.
Der Schwarzorkstamm fand sein Ende unter dem Fels, der ihn einst beschützt hatte, und nahm das Geheimnis um die Quelle seiner Macht mit in sein Felsiges Grab.
Hier stand er nun, Urshak Fleischkloppa, und blickte durch den dichten Niederschlag auf die vermeintlichen Überreste von Festung Zwergenfluch hinab. Viele mutige und dumme Abenteurer hatten über Jahrhunderte versucht, das Geheimnis der Festung zu ergründen, doch scheiterten sie allesamt an der Eisigen Kälte, die wie ein Relikt des einstigen Bannes von Festung Zwergenfluch über das Tal wachte.
Vielleicht würde er bereuen, dass er seinen Waaagh hierher geführt hatte. Womöglich bereute er es schon jetzt, als er sich zu den jämmerlichen Überresten seines einst so mächtigen Heeres umwandte und es mit einer energischen Geste dazu veranlasste, tiefer in das verdammte Tal vorzudringen.
SHOKer
26. October 2008, 07:21
Hey, es gibt ja doch noch Leute, die hier was schreiben.:D
Ich muss sagen, mir gefällt das schon ziemlich gut. Fehler sind nur wenige drin, die nenn ich jetzt mal nicht. Ansonsten habe ich nur zu bemängeln, dass es vielleicht etwas seltsam ist, dass sich gerade Orks für Legenden und mysteriöse Macht interessieren.
Aber ok, es klingt in jedem Fall spannend. Gehts noch weiter? Ich denke, daraus könnte man auch gut etwas Längeres machen.
Dr.Zahnfleisch
26. October 2008, 16:08
Vielen Dank.
Ich möchte die Orks mal ein wenig von ihrer ultimativen Ignoranz destanzieren bzw. genau einen Ork, der sich auch mal ein bisschen Gedanken darüber macht, wie man die gitzä am best'n mosch'n kann.
Das ist natürlich noch nicht zu Ende. Ich bin gerade von dem Bezug zu den Chaoszwergen so gefesselt, dass ich unbedingt weiter schreiben möchte. Die Geschichte der Orkrebellion und der Verrat der Hobgoblins hat was schön Düsteres ansich und gibt den Grünhäuten mal ein wenig Tiefgang.
Dieses Motiv, gekoppelt mit schönem Gemosche sollte jede Grünhaut zufrieden stellen.
SHOKer
27. October 2008, 06:35
Ich bin zwar keine Grünhaut, aber Druchii freuen sich ja bekanntlich auch über jedes Gefecht:D
Das mit der Tiefe kommt bislang schon gut rüber. Ich denke trotzdem, dass du deinem Helden ein wenig orkisches Verhalten geben solltest. Ok, kann ja noch kommen, so viel hat er ja bislang nicht gemacht. Also mal sehen, wie es weiter geht.
Dr.Zahnfleisch
27. October 2008, 20:37
Eine buckelige berobte Gestalt glitt lautlos über gepflasterten Grund. Trotz ihrer schwächlich anmutenden Haltung bewegte sie sich unheimlich schnell und gewandt, während sie mit der Dunkelheit des Korridors, der nur hie und da eine altgediente Öllampe zu trotzen versuchte, schemenhaft verschmolz. Die Gestalt schien den Weg zu kennen. Sie driftete zielstrebig den Korridor entlang, steinerne Wendeltreppen hinunter und über morsche, grob gearbeitete Brücken, von denen man erwarten würde, dass sie unter der kleinsten Belastung in sich zusammenkrachten.
Schließlich erreiche die Gestalt ihr Ziel und ihr entglitt ein keuchendes Lachen, womit sie selbst die Ratten vertrieb, die sich in dem riesigen Gewölbe eingenistet hatten, welches das Zentrum des Komplexes zu sein schien.
Mit einer beiläufigen Handbewegung entzündete die Gestalt die Fackeln an den Wänden und drang tiefer in den Raum vor.
Der Boden war übersäht von verwesenden Körpern und allerlei Ungeziefer, das sich an dem faulenden Fleisch der Kreaturen labte, die dort unten ihr Ende gefunden hatten.
Plötzlich blitzten rot glühende Augenpaare in der Dunkelheit auf und fixierten die berobte Gestalt, die daraufhin innehielt. Weitere Augenpaare erschienen in allen Ecken des Raumes und bewegten sich langsam auf die Gestalt zu, die keine Anstalten machte, vor den Ungetümen zu fliehen, die in der Dunkelheit gelauert hatten. Sie schlichen weiter vorwärts, bis in den schwachen Schein der Fackeln hinein, welcher ihr widerliches Antlitz enthüllte.
Wie Raubtiere krochen sie auf allen Vieren, mit starrem, ausdruckslosem Blick. Fäden aus Speichel spannten sich in ihren weit aufgerissenen Mäulern auf, die mit einer Reihe unnatürlich spitzer Zähne versehen waren. Ihre Haut war ledrig und blutbesudelt und Knochengrate, die sich zu spitzen Auswüchsen verformt hatten, ragten aus ihren Wirbelsäulen.
Es waren gräßliche Abnormitäten, die beinahe jedes Merkmal ihres menschlichen Ursprunges verloren hatten. Die berobte Gestalt breitete wohlwollend ihre Arme vor den Kreaturen aus:
,,Arme kleine Geschöpfe. So fristet ihr also hier euer erbärmliches Dasein, fernab aller Zivilisation und der Menschen, die ihr liebt?" Die Stimme der Gestalt war tief und beruhigend. Sie schien die Kreaturen in Trance zu versetzen, woraufhin sie sich wie pervertierte Schoßhunde auf dem Boden und in den Leichenresten wälzten, als wollten sie ihrem Herrchen gefallen.
,,Nicht akzeptiert haben sie euch aufgrund eurer Eigenart...verurteilt wurdet ihr, nicht wahr?" Die Kreaturen ergötzten sich an jedem seiner Worte, als hätten sie nie solche Aufmerksamkeit genossen.
,,Vertrieben wurdet ihr, von eurem Hab und Gut, verleugnet von euren eigenen Familien, die euch pervers schimpften. Flüchtlinge seid ihr...verdammt dazu, Meilen unter der Erde in der Dunkelheit wie Ratten zu leben".
Für den Hauch einer Sekunde schienen verdrängte Erinnerungen und vergessen geglaubte Emotionen in den Kreaturen aufzukommen, als ihre feuchten Augen ehrfürchtig zu dem Sprecher aufblickten.
,,Kommt, meine Kinder. Unter meiner schützenden Hand sollt ihr leben und gedeien. Ich werde euch nicht verurteilen, wie es die anderen taten, denn auch ich bin auf der Flucht und weiß nur zu gut, wie es ist, nicht erwünscht zu sein..."
Die Kreaturen scharten sich um die berobte Gestalt und wimmerten vor Glück, wie verloren gegangene Kleinkinder, die von ihre Mutter wieder gefunden wurden.
,,Ja, Flüchtlinge...genau wie ich", murmelte der Fremde in seine Kapuze.
SHOKer
28. October 2008, 07:33
Hey, das wird ja immer besser. Schöne Atmosphäre.
Ich muss wirklich sagen, du hast Talent. Und die einzigen sprachlichen Fehler, die ich finde, sind ziemlich eindeutig auf zu schnelles Schreiben zurückzuführen. Soll ich sie mal raussuchen?
Also ansonsten wirklich schön und spannend.
Dr.Zahnfleisch
28. October 2008, 12:17
Das wäre sehr hilfreich...ich korrigiere den Text selbst auch noch einmal.
Freut mich, dass es gefällt.
SHOKer
28. October 2008, 16:44
Ok, mal sehen, was wir so finden:
1.Teil:
Jede minute starben weitere Krieger
auf die Spur zu kommen, welcheseit je her an den Lagerfeuern seines Stammeserzählt wurde. "welche seit" und "Stammes erzählt"
welche von den tobenden Chaoszwergen entsandt wurden. entsandt worden waren
auf riesigen Schneewölfen reitdend auf , welche im Gegensatz zu den Flüchtlingen mühelos über den tiefen Schnee wetzten und holten die Schwarzorks ein. Doch vermochte kein Verfolger, sich dem eisernen Willen und dem kalten Stahl der Schwarzorks entgegenzusetzen. hinter "wetzten" würde ich ein Komma setzen, weil der erläuternde Nebensatz zu Ende ist. Außerdem klingt "entgegenzusetzen" hier blöd. Entweder "vermochte es kein Verfolger, dem ... etwas entgegenzusetzen" oder "vermochte es .... sich dem ... entgegenzustellen."
Der Schwarzorkstamm fand sein Ende unter dem Fels, der ihn einst beschützt hatte und nahm das Geheimnis um die Quelle seiner Macht mit in sein Felsiges Grab.
auch hier hinter "beschützt hatte" ein Komma. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob das zwingend ist, aber es erleichtert den Lesefluss ungemein. Außerdem "felsiges" bitte klein.
Viele mutige und Dumme Abenteurer dumme
scheiterten sie allesamt an der Eisigen Kältem die wie ein Relikt ersetz mal das "m" von "Kältem" durch ein Komma. Außerdem bitte "eisigen" klein.
seines einst so möchtigen Heeres mächtig
2.Teil:
Eine buckelige, berobte Gestalt glittt lautlos über gepflasterten Grund. glitt wird nur mit 2 t geschrieben
mit der Dunkelheit des Korridors, der nur hie und da eine altgediente Öllampe zu trotzen versuchte, das ist eine wunderschöne Satzkonstruktion, nur lieder muss man sie zweimal lesen, um sie zu verstehen. Das "der" sieht aus, als würde es sich auf "Korridors" beziehen und nicht auf "Dunkelheit". Deshalb muss man immer erst noch einmal zurückspringen, um den Satz zu verstehen. Kannst du das vielleicht irgendwie anders formulieren?
welches das Zentrum des Komplexes zu sein schien.. entweder drei oder ein Punkt.
die daraufhin inne hielt. ich glaube, "innehalten" wird zusammengeschrieben. Also auch hier "innehielt"
in allen Ecken des raumes des Raumes
welcher ihr wiederliches Antlitz enthüllte.
widerlich von "wider" also gegen, weg, zurück (abstoßend) und nicht wieder also nochmal
Wie raubtiere krochen sie auf allen Vieren, Raubtiere
spannten sich ihren weit aufgerissenen Mäulern auf, fehlt da irgendwo ein "in" ?
,, Arme kleine Geschöpfe. nimm mal das Leerzeichen weg
Kreaturen in trance zu versetzen, Trance
Für den hauch einer Sekunde schienen verdrängte Erinnerungen und vegessen Hauch und vergessen
,,Ja, Flüchtlinge...genau wie ich" murmelte der Fremde in seine Kapuze. Komma hinter das letzte "
So, das wars auch schon. Sagte ich doch, es wäre nicht viel. Wirklich beeindruckend. Ich würde dir aber noch raten, deine Texte schön langsam mal selbst durchzulesen. Am besten ausgedruckt. Dann fallen dir vielleicht noch einige unschön oder unnötig kompliziert formulierte Sätze auf, die ich hier nicht mit aufzählen wollte, weil das wirklich übertrieben gewesen wäre.
Dr.Zahnfleisch
28. October 2008, 17:59
Schön, dass du neuen Schreiberlingen so gut aushilfst.
Ich muss tatsächlich nach dem Schreiben noch ein paar Male öfter durch den Text gehen, um solche Flüchtigkeitsfehler zu vermeiden. Das ganze Geschreibe in englischen Foren wirkt sich offenbar schlecht auf meine Groß-/Kleinschreibung aus^^
Die Fehler sind Korrigert. Die Stelle: "mit der Dunkelheit des Korridors, der nur hie und da eine altgediente Öllampe zu trotzen versuchte" möchte ich gerne so lassen. Der Text soll den Leser ruhig ab und zu mal ein wenig fordern.
Hauptsache der Text gefällt und ist stilistisch auch nicht ganz anspruchslos.
hier ist der nächste Teil:
Teil 3:
,,Weita Jungz, wir sin' gleich da!", brüllte Urr'shak in einen Vorhang aus Schnee. Sie waren bereits tief in das verfluchte Tal vorgedrungen. Die erbarmungslose Kälte zehrte an ihrer Kraft und ihrem Willen.
Ur'shaks Wildsau "Müffla" stapfte angestrengt schnaubend durch den mannshohen Schnee, wobei von Müffla selbst nichts mehr zu sehen war.
Lediglich der Gestank seiner chronischen Blähungen erinnerte an Müfflas Präsenz. Ur'shaks Oberkörper samt Kopf ragte aus der Schneedecke heraus.
Es war hoffnungslos. In jeder Stunde die verstrich, erfroren weitere seiner Orks und er hatte nicht den geringsten Schimmer, wo sie sich tatsächlich befanden. Zwergenfluch konnte genau so gut am anderen Ende des Tals liegen, so orientierungslos hatte ihn der Schneesturm in der eisigen Einöde gemacht.
,,Wo sin' die Spähaz?" grunzte Ur'shak über seine Schulter hinweg. ,,Sin' die noch am leben?"
Einige Sekunden und getretene Goblins später standen die Überreste seiner Wolfsreiter vor ihm. Drei Reiter und ihr Boss, der von ihnen ehrfurchtsvoll " dea Heiza" genannt wurde, tapsten durch die Schneise, die Müffla in den Schnee gewalzt hatte und blickten zu ihrem eingeschneiten Waaaghboss auf.
,,Heizas Jungz sin' bereit, Boss" keifte der Anführer des Spähtrupps, während seine Jungz sich auf dem Rücken graufelliger Schneewölfe festklammerten. Einige Tage zuvor hatten der Heiza und seine Jungs die widerspänstigen Biester mühevoll unter diesen widrigen Umständen gefangen und mehr oder weniger gezähmt, nachdem ihre Vorgänger aufgrund ihres lichteren Felles qualvoll erfroren waren.
Der Heiza selbst hatte sich noch weiter an die Umstände angepasst. Er hatten seinem heiß geliebten Streitwagen die Räder abmontiert und grobe, mit Metall beschlagene Kufen "drangetakkat", wie er immer wieder stolz vor seinen Jungs prahlte. Die Räder hatte er allerdings aufgehoben und an das Heck des Gefährts gebunden. ,,Man weiß nie, ob ma' die noch mal gebrauch'n kann.", hatte er dem bemitleidenswerten Grot gesagt, der die schweren beschlagenen Holzräder auf den Karren hieven musste.
Die zwei größten der Schneewölfe hatte er vor seinen Schlitten gespannt, ein Privileg des Anführers.
Sein neuer "Streitschlittän" war sein größter Stolz und überraschend effektiv, da er einfach über die dichte Schneedecke hinweg glitt, anstatt sich einen Weg durch sie hindurch zu bahnen.
,,Habta's en'lich geschafft die Biestaz zu bändig'n?", schnauzte Ur'shak den Goblin an und deutete auf die Schneewölfe.
,,Keine Sorgä, Boss. Übalass das mal mia, die Viechaz spur'n wenn ich das sagä.", entgegnete der Heiza.
Daraufhin warf er den Schneewölfen einen kurzen Blick zu und wedelte dabei spielerisch mit seinem Messer. Die Wolfe winselten bei diesem Anblick und erst jetzt fiel Ur'shak auf, dass sie an gewissen unangenehmen Stellen kahl geschoren waren. Ur'shak war versucht zu lachen, doch riss sich schließlich zusammen, um seine Autorität vor dem Goblin nicht einzubüßen.
,,Die wissän, wer hia der Boss is', Boss.", fügte der Heiza mit einem fiesen
Grinsen hinzu, als er sein Messer wieder verstaute.
,,Und dea Boss hia bin ich, also haut jetz' ab un' schaut euch ma' um in dea Geg'nd."
Als der Heiza und seine Jungs außer Sicht waren fügte er leise hinzu: ,,denn sons' is die Reisä schon bald vorbei...", und Müffla grunzte, als würde er sich darüber freuen.
In unwahrscheinlich hohem Tempo jagten der Heiza und seine Wolfreiter über den Schnee. Der "Peitscha-Git" auf Heizas Streitschlitten trieb die Wölfe gnadenlos vorwärts, während der Heiza selbst den Rausch der Geschwindigkeit genoss. Die Kälte des tödlichen Fahrtwindes ignorierte er dabei fast vollständig.
Plötzlich erblickte der Heiza in einiger Entfernung dunkle Umrisse im Schnee. Es waren menschliche Silhouetten, so schien es, doch bei diesem Sturm war es sehr unwahrscheinlich, dass sich hier Menschen herumtrieben.
,,Denkä das sin' nua Fels'n.", sagte der Peitscha-Git, der bemerkt hatte,
wohin sein Boss starrte.
,,Du bis' hia zum peitsch'n un' nich zum denk'n!", kläffte der Heiza zurück und zerrte an den Zügeln, woraufhin die Wölfe auf die schwarzen Silhouetten zuhielten.
flix
28. October 2008, 19:17
Tolle geschichte hatt eine gute atmosphäre, etwas düsteres und geheimnisvolles und es kommen orkze vor das ist natürlich noch besser:lol:
Ich liebe die sprache von denen und ihre brutalität. Ich werde auf jedenfall hier weirerlesen.
SHOKer
29. October 2008, 07:54
Jo, die Sprache der Orks bekommst du wesentlich besser hin als ich. Liest sich toll.
Bin mal gespannt, ob sie jetzt auf die berobte Gestalt treffen.
@flix: du kannst auch bei mir weiterlesen, ich glaube, den letzten Teil hast du noch nicht gesehen, oder?
Dr.Zahnfleisch
29. October 2008, 18:45
In jedem steckt ein Ork:lol:.
Danke für euer Lob, es geht sehr bald weiter. Schade nur, dass meine story bisher so wenig Resonanz gefunden hat. Hab mich übrigens auch der Bewegung "mehr Posts in Storyforen" angeschlossen.
flix
29. October 2008, 19:54
Ja die storyforen sind hoffnungslos unterbefölkert<_< vorallem die whf foren. Also hier gibt es aktive schreiber shoker und nunja dich:lol:
Akrive leser mich und noch jemand da fällt mir nur der name nicht ein
SHOKer
30. October 2008, 07:53
Der Name, den du suchst, ist nicht zufällig Slaydo, oder?
Und bitte vergiss nicht, dass auch ich aktiver Leser bin, wenn auch nicht unbedingt von meiner eigenen Geschichte.^^
Ist aber leider wirklich so, dass hier wenig los ist. Deshalb war ich auch sehr überrascht, als hier plötzlich etwas Neues auftauchte.
Dr.Zahnfleisch
30. October 2008, 10:43
Teil 4:
Seine Augen schmerzten aufgrund einer Kälte, wie er sie in seiner Heimat noch nie erlebt hatte. Seine Gelenke schienen eingerostet und drei seiner Zehen spürte er schon seit geraumer Zeit nicht mehr. Feine Eiskristalle bröckelten von seinen Augenbrauen, als er sein Kapuze zurückwarf, um eine freie Sicht auf den Feind zu haben. Zitternd umklammerte er den Schaft seines Speeres. Seine Muskeln wollten ihm nicht gehorchen und er zuckte unkontrolliert.
Warum hatte er sich bloß freiwillig gemeldet? Hätte der Mann mit dem Hut ihm vorher gesagt, dass sie ihre Mission in das Trauergebirge verschlagen würde, hätte er dankend abgelehnt. Keine Belohnung der Welt war es wert, sich solchen Strapazen auszusetzen.
Daheim in der Ostmark hätte er schon mit seiner Schicht fertig und zuhause sein können, wenn er die Tageszeit richtig einschätzte. Für einen Moment erinnerte er sich an das Prasseln seines Kamins und das Lachen seiner umhertollenden Kinder.
Er sah seine Frau Elena, wie sie ihm stolz den köstlichen Hasenbraten auf einem Blech präsentierte, den sie immer so vorzüglich zubereitet.
,,Komm schon Hermann, setz dich doch hin. Du musst müde sein.", hörte er sie sagen. Er liebte ihre Stimme. Sie sang in der Kathedrale von Bechhafen und wenn er es nicht besser wüsste, so hätte er vermutet, dass sie elfischen Ursprungs war.
Plötzlich wurde er umgestoßen und fand sich in der kalten Realität wieder. Sein Nebenmann hatte ihn beiseite gestoßen, als der Feind in sie hineingeschmettert war. Sein kopf schmerzte und sein Blick war verschwommen, doch er schien unverletzt. Er hörte die gequälten Schreie seiner Kumpanen, die von der schieren Wucht des Aufpralls hinweggefegt worden waren und nun mit zertrümmerten Gliedmaßen um ihn herum im Schnee lagen. Sein Blick wurde klarer und er griff erneut seinen Speer, als einer der Wölfe auf ihn zustürmte.
Der Goblin, der den Wolf ritt, war zu sehr damit beschäftigt, sich an dem tobenden Biest festzuhalten, als dass er aktiv an dem Scharmützel teilnehmen konnte. So richtete Hermann seinen Speer auf den Wolf aus, der ihn nun beinahe erreicht hatte. Seine Schnelligkeit wurde ihm zum Verhängnis, denn sie trieb den Speer tief in seinen Leib und durchbohrte seine Lunge, wodurch er keuchend in sich zusammen sackte. Der Goblin war von seinem Reittier geschleudert worden und flog über Hermann hinweg in den Schnee. Dieser versuchte währenddessen verzweifelt seinen Speer aus dem Wolfskadaver zu zerren, welcher sich jedoch endgültig zwischen Sehnen und Knochensplittern verkeilt hatte.
Die Grünhaut raffte sich auf und taumelte benommen und mit erhobenem Dolch auf Hermann zu, der geistesgegenwärtig sein Schwert zog und den Angriff parierte. Zwar hatte er in der Kaserne von Bechhafen den Zweikampf ausgiebig trainiert, doch hatte er nie tatsächlich gekämpft. Der Goblin war ein unberechenbarer Gegner, der flink seinen Schlägen auswich und seinerseits versuchte, in Hermanns Seite zu gelangen. Er führte einen plumpen Versuch aus, Hermann seinen Dolch in die Niere zu stoßen, doch dieser hatte sich mit einer geschickten Drehung neu positioniert und hieb dem Goblin sein Schwert in den Nacken, was dessen Genick zerschmetterte.
Einige Meter weiter stand sein Feldwaibel, der ihm etwas zurief und in seine Richtung deutete. Hermann verstand und sprang beiseite, als ein grob zusammen gezimmerter Schlitten, von zwei Wölfen gezogen, über die Stelle schoss an der er gerade noch gestanden hatte. Hermann sah mit an, wie das Konstrukt auf seinen Feldwaibel zuraste, welcher sich instinktiv zur Seite rollte und dann mit seinem Speer in Richtung der Zugtiere stach. Er traf das linke Vorderbein des ersten Wolfes, der daraufhin stürzte, was den Schlitten aus der Bahn warf.
Ein stämmiger Goblin mit dickem Mantel und pelziger Kapuze sprang von seinem Gefährt ab und ließ seine gezackte Klinge spielerisch durch die kalte Luft wirbeln. Der Feldwaibel zog sein Schwert und stürmte auf die Grünhaut zu, die ihn geduldig erwartete.
Hermann sammelte seine letzte Kraft und erhob sich aus dem Schnee, um dem Hauptmann im Kampf beizustehen. Schnaufend lief er auf den Goblin zu, so schnell es ihm seine Lunge erlaubte, die bei jedem Atemzug fürchterlich schmerzte.
Der Goblin war noch wendiger, als der Feldwaibel es erwartet hatte. Er wich dem Sturmangriff aus und ließ den Soldaten ins leere stolpern. Daraufhin sprang er auf dessen Rücken und stach seine gezackte Klinge in die ungeschützte Seite des Feldwaibels, welcher vor Schmerz aufschrie und unter dem Gewicht seines Gegners zusammenbrach.
Der Goblin hackte wie ein wahnsinniger auf den Feldwaibel ein, bis nur noch ein Blutiger Haufen von ihm übrig war.
Hermann war bei diesem Anblick auf die Knie gesackt. Körper und Seele taten ihm weh, während er seine Kameraden tot im Schnee liegen sah. Hier war kein Sieg mehr zu holen, nun musste er sich selbst retten. Zitternd erhob Hermann sich ein weiteres Mal und stolperte fort von diesem grässlichen Schauplatz.
,,Ich kann das nicht, das ist zu viel für mich." schnaufte er schwerfällig vor sich hin, als der Schnee plötzlich unter ihm nachgab. Die Schneemassen um ihn herum bewegten sich und wälzten sich grollend in die Tiefe. Hermann sah vor seinem geistigen Auge noch einmal Elena und seine Kinder, bevor es dunkel um ihn herum wurde.
Der Heiza hatte sich vom blutigen Leichnam des Feldwaibels erhoben und rannte zu seinem Streitschlitten. Der Wunde des Wolfes war tief und er würde den Schlitten nicht weiter ziehen können. Der Heiza befreite den Wolf von seinem Geschirr und zerrte ihn an seinem Schwanz nach hinten, wo er versuchte, ihm auf die Ladefläche neben die "Ärsatzräda" zu hieven. Der Heiza war ungewöhnlich groß für einen Goblin und um einiges kräftiger als seine Brüder und so schaffte er es mit hochrotem Kopf, den Wolf hinauf zu wuchten.
,,Du wirs' als ersta gefressen, wenn sons' nix meah da is', das verspräch' ich dia!", zischte der Heiza dem verwundeten Wolf entgegen, welcher ihn daraufhin wütend anknurrte.
Der Peitscha-Git steckte ein paar Meter entfernt kopfüber im Schnee und wedelte unbeholfen mit seinen kurzen Beinen. Er wiederum war unverhältnismäßig klein und schwach für einen Goblin, weshalb es für ihn nur zu der Position des Peitscha-Gits gereicht hat. Im Lager geht schon seit Aufbruch des Waaaghs das Gerücht um , dass er ein Snotling sei, obwohl er sich immer als Goblin ausgegeben hatte.
Der Heiza packte Den Peitscha-Git bei den Beinen und zog die zappelnde Gestalt aus dem Schnee, als die zwei überlebenden Wolfreiter zu ihrem Anführer zurück trabten.
,,Wia hab'n allä gemoscht, Boss. Was jätz'?", brach es stolz aus einem der beiden hervor. Der Heiza fixierte den Goblin und danach dessen Reittier. ,,Steig' ersma ab'. Du muss' mia mit dem Schlittän helfän" , zischte der Heiza und wandte ihm den Rücken zu. Der Goblin stieg verblüfft von seinem Wolf, während der Heiza seine Klinge schon bereithielt.
flix
30. October 2008, 12:38
Und wieder ein neuer teil eine frage wird das was längeres :wub:
irgendwie kann man ich denken was der heiza jetzt macht:lol:
Sonst wieder schön und fehlerfrei zu lesen bis auf die stelle:
als einer der Wolfe auf ihn zustürmte.
Der kampf ist gut beschrieben nicht zu hektisch aber auch nicht langweilig. Auch die gedanken des soldaten passen ins bild
Dr.Zahnfleisch
30. October 2008, 12:50
Und wieder ein neuer teil eine frage wird das was längeres :wub:
Sieht schwer danach aus;)
Sonst wieder schön und fehlerfrei zu lesen bis auf die stelle:
als einer der Wolfe auf ihn zustürmte.
Ist korrigiert, danke.
Der kampf ist gut beschrieben nicht zu hektisch aber auch nicht langweilig. Auch die gedanken des soldaten passen ins bild
Das ist interessant. In einem anderen Forum hat man mir genau das vorgeworfen. Nämlich, dass die Kämpfe zu langwierig seien und ich dir Emotionen zu wenig skizziert habe. Schön, dass das nicht jeder so sieht.
SHOKer
30. October 2008, 12:54
Ich habe leider keine Zeit, den neuen Teil zu lesen, aber das hole ich heute Abend oder morgen früh nach. Muss gleich los.
Das ist interessant. In einem anderen Forum hat man mir genau das vorgeworfen. Nämlich, dass die Kämpfe zu langwierig seien und ich dir Emotionen zu wenig skizziert habe. Schön, dass das nicht jeder so sieht.
ein Kampf kann nicht zu langwierig sein. Höchstens langweilig. Wenn du meine Geschichte liest, werden dir haufenweise lange Kämpfe begegnen, die sich vereinzelt über mehrere A4-Seiten erstrecken. Wäre cool, wenn du mal reinschauen würdest.
flix
8. November 2008, 20:29
Wollte mal fragen wanns hier weitergeht ich bin schon gespannt:lol:
Und super das das was längeres wird
Dr.Zahnfleisch
9. November 2008, 07:24
Guten Morgen allerseits!
Die Geschichte muss noch ein wenig warten, da ich momentan viel zu tun habe (Arbeit Arbeit!).
Nebenbei habe ich heute auch noch Geburtstag, was im Zweifelsfalle mehr Stress als Spaß bedeutet, da ich noch das Essen und das Drumherum vorbereiten muss.:D
Ihr habt ja im Rahmen des Geschichtenwettbewerbes noch einiges zu lesen und zu bewerten, bevor ihr euch wieder dem guten, alten Ur'shak widmen könnt.
Danke für das Interesse !!!
flix
9. November 2008, 08:25
Na dann alles Gute!!!:clown::geschenk: *verzweifeltnachweiterengeburtstagssmielys such*
Dr.Zahnfleisch
21. November 2008, 00:03
Sooo... nach langer Pause gehts weiter. Ich hoffe, dass sich weiterhin Leser finden. Der Nächste (kürzere) Teil scheint natürlich ein wenig deplaziert und die Handlungsstränge sind noch sehr wirr und unzusammenhängend, doch ich denke, dass es für euch kein Problem sein wird, den Überblick zu behalten. Ich kann euch versprechen, dass es mit der Zeit immer übersichtlicher werden wird, da sich die Stränge (Überraschung!) immer mehr überschneiden.
Teil 5:
Es war ein herrlich warmer Spätsommerabend. Ein milder Wind entriss den Eichen ihre ersten braunen Blätter, welche wie frühherbstliche Boten in die Welt entsandt wurden.
Die majestätischen Bäume warfen schon vor Jahrzehnten ihren Schatten auf die Terrasse des Gehöfts, noch bevor Ernst Horst Kargg das Licht der Welt erblickt hatte. Auch hatte er sein gesamtes Leben auf der Farm verbracht, die sein Großvater einst mit seinen eigenen Händen und viel Schweiß errichtet hatte. Sein Sohn tollte durch das kniehohe Gras und ärgerte die Schafe, die sich am saftigen Grün satt fraßen.
Die Schafe waren ihre Lebensgrundlage, denn seine Familie hatte seit Generationen die Webereien der umliegenden Städte mit Schafswolle beliefert. Das Geschäft war immer lukrativ gewesen und so hatten seine Vorfahren in all den Jahren niemals hungern müssen.
,,Der Junge weiß genau, dass er die Schafe nicht aufregen soll. Erst gestern haben diese verfluchten Wölfe wieder zwei Schafe gerissen und es hilft uns nicht weiter, wenn noch mehr vor Stress verrecken.", nuschelte er in seine Pfeife als er zum Zug ansetzte.
Seine Frau hing die Wäsche über die Leinen, die zwischen den Eichen gespannt worden waren, und blickte über die Schulter zu ihrem Mann.
,,Lass ihn doch spielen, Ernst. Er ist noch ein Kind. Außerdem könntest du mir bei der Arbeit helfen, anstatt in deinem Schaukelstuhl Pfeife zu rauchen und dich über Sigmar und die Welt zu beklagen.“
,,Jugend ist keine Entschuldigung für Torheit, Frau.“, entgegnete er zornig.
,,Irgendwann wird auch er das Familiengeschäft übernehmen, doch mit toten Schafen sollte ihm das recht schwer fallen, oder irre ich mich?“
Er liebte seine Familie, doch hatte er von Kindesbeinen an gelernt, dass jede Familie eine starke Hand braucht, die sie führt, und er hatte diese Rolle verinnerlicht, die von Generation zu Generation weitereicht wurde.
,,Hol den Jungen rein, ich treibe jetzt die Schafe zusammen.“, knurrte Ernst seine Frau an und griff nach seiner Flinte.
,,Heute Nacht musst du nicht auf mich warten. Ich bleib bei der Herde und jage diesen Wölfen eine Ladung Schrot in ihre Ärsche, wenn sie dem Hof zu nahe kommen. Einer von uns muss sich schließlich um unsere Zukunft sorgen.“
Seine Frau ließ die Wäsche zu Boden fallen und tat, wie ihr geheißen.
SHOKer
21. November 2008, 14:25
Hm, um ehrlich zu sein, kann ich zu dem Teil nicht viel Gutes sagen. Mir ist zwar nur ein sprachlicher Fehler aufgefallen:
Hand braucht, die sie Führt, und er
Aber vom Inhalt her wirkt es eher ... lustlos. Der Anfang wirkt so leicht melancholisch, als wenn alle zufrieden wären. Der Junge spielt, der Wind weht und so weiter. Aber dann diese rüde Art des Mannes. Die passt überhaupt nicht, zumal man davon ausgehen kann, dass die Beschreibungen vorher aus seiner Sicht stammen. Und sie wirken überhaupt nicht überzeugend. Wären die Worte des Mannes nicht, hätte ich kaum etwas anzumerken (außer dass dann der Inhalt fehlen würde:D) aber so versaust du dir alles.
Ähnlich auch der letzte Satz. Es ist verständlich, dass die Frau sauer ist, aber das kommt zu plötzlich, zumal sie vorher noch recht vernünftig gesprochen hatte.
Ich bin sicher, dass du das besser kannst.
Dr.Zahnfleisch
21. November 2008, 15:17
Vielen Dank für deine Kritik.
Sicherlich ist das der bisher langweiligste Teil, aber er ist für das Gerüst der Story unmittelbar notwendig.
Der Charakter des Mannes steht im völligen Gegensatz zur Szenerie, auch das hast du richtig erkannt. Allerdings ist dies bewusst so dargestellt und ebenfalls für die Entwicklung von Ernst von Bedeutung.
Um das ein wenig zu rechtfertigen/untermauern, habe ich noch erwähnt, dass diese Hierarchie gewissermaßen traditionell in der Familie liegt.
In zwei Sachen gebe ich dir vollkommen Recht: Die Erzählperspektive am Anfang und die Stimmung von Ernst widersprechen sich. Ich werde das ein wenig ändern, damit dieser Eindruck nicht mehr entsteht.
Auch die erzürnte Frau ist in der Tat ein wenig widersprüchlich zu ihrem Auftreten vorher. Auch das hab ich ein wenig verändert.
Noch eine Frage, da ich mir nicht ganz sicher war. Teil 5 soll chronologisch weit vor den erzählerischen Hauptsträngen liegen. Sollte man in dem Falle im Perfekt/Plusquampp. schreiben, auch wenn es ein separater Erzählstrang ist, oder ist das Präteritum angebracht? Die chronologische Reihenfolge soll im späteren Verlauf immer deutlicher werden, aber momentan könnte das eher verwirrend sein, was meinst du(ihr)?
SHOKer
21. November 2008, 15:31
Ja, die Änderungen sind schon nicht schlecht. Ich würde nur noch zwei Dinge überarbeiten:
nuschelte er in seine Pfeife als er zum Zug ansetzte.
ich würde nicht "nuschelte" schreiben, dsa klingt zu "gemütlich" oder "schläfrig" Nimm vielleicht "grummelte" oder "knurrte"
,,Jugend ist keine Entschuldigung für Torheit, Frau.“, entgegnete er zornig. vielleicht kommt "zornig" zu plötzlich. Dazu gibt es keinen Grund. Ein etwas "weicheres" adjektiv wäre meiner Meinung nach von Vorteil. Ich würde dir zu "fauchte er ungeduldig" oder "entgegnete er ungehalten." vielleicht auch "antwortete er hart/kalt."
Zur Zeitform: Es ist ja keine Rückblende aus Sicht eines Charakters. Wenn der Ernst in der Geschichte an seine Erlebnisse denken würde, könntest du Plusquamperfekt verwenden. Perfekt ist sowieso sinnlos, weil es nicht für den Verlauf einer Handlung in einer Erzählung verwendet wird. Nur für Berichte in wörtlicher Rede. Also bleib ruhig beim normalen Präteritum.
Dr.Zahnfleisch
21. November 2008, 15:40
Wieder alles sehr konstruktiv, danke. Hab deine Vorschläge übernommen.
Mit der Zeitform stimmt alles soweit, das beruhigt mich. Hab mein Verständnis für die deutsche Sprache wohl doch nicht ganz verloren, nachdem ich die Schule beendet habe^^.
Es geht auch ziemlich bald weiter, damit wieder ein wenig Fahrt in die Story kommt. Allerdings werde ich mir vorher wohl ein gewisses Armeebuch zulegen, um ein paar mehr Einblicke in den Hintergrund des Volkes zu erhalten, welches sich bisher noch mehr oder weniger im Verborgenen gehalten hat.
Mehr möchte ich aber auch nicht vorweg nehmen. Mal schauen, ob ich gleich noch los fahre...
flix
22. November 2008, 15:02
Also zum neuen teil gibt es ein paar sachen zu sagen. Und zwar es spricht nichts dagegen einen teil weit ab vom Hauptstrang der geschichte zu machen, doch das Problem war das der Teil so kurz war. Mach lieber einen langen teil anstatt mehrere kurtzt sonst fällt es schwer sich auf die story zu konzentrieren. Und mit dem neuen volk meinst du nciht zufällig vampiere:lol:
SHOKer
22. November 2008, 16:53
ich würde ja auf Chaoszwerge tippen. Darüber würde ich mich wirklich freuen. Vampire sind zwar ziemlich cool, aber das wäre hier dann schon die dritte Vampirgeschichte.
flix
22. November 2008, 19:05
Ja das wär schon interessant doch gibt es überhaupt ein Chaoszwerge ab ich glaube nicht ich würde mich ja über echsen freuen.
Dr.Zahnfleisch
24. November 2008, 17:41
Da der vorherige Teil ein wenig kurz und mager ausgefallen ist, geht es direkt weiter:
Im Gegensatz zum herrlich warmen Abend wurde es in der Nacht unangenehm kalt. Ernst kauerte neben den schlafenden Schafen und umklammerte seine Flinte mit zittrigen Fingern. Er spähte in den nahe gelegenen Wald und ging in Gedanken jedes erdenkliche Szenario durch, in dem gierige Wölfe seine Schafe zu reißen versuchten. Um nicht einzuschlafen zielte er in kleinen Intervallen abwechselnd auf die Stellen, in denen das Gestrüpp lichter war und drückte in Gedanken ab.
Als er zum gefühlten tausendsten Male den Brombeerstrauch zu seiner Linken anvisierte, ertönte ein Ohrenbetäubender Krach, gefolgt von panischen Schreien. Ernst schreckte auf und war sofort hell wach. Er atmete verbrannte Luft ein, als er zu seinem Haus rannte. Die Schafe waren panisch und rannten ziellos in ihrem Gehege umher. Ein weiterer Knall. Gewaltige Trommeln, so schien es Ernst, erschütterten die hölzernen Dielen seiner Behausung. Frau und Sohn waren bereits aufgewacht und standen in Abendkleidern vor ihm. Sein Sohn weinte und seine Frau brachte kein Wort heraus.
,,Schnell, in den Keller!", keuchte Ernst.
Sie rannten um das Haus bis hin zu der gewaltigen Falltür , die unter einem Berg aus Heu versteckt im Boden verankert war. Ernst wühlte sich und seiner Familie einen Weg durch das trockene Gras und wuchtete die Tür weit genug auf, dass seine Frau und sein Sohn hindurch gelangen konnten.
,,Ich bin bald zurück, bleibt hier bis ich wiederkomme." Mit diesen Worten ließ Ernst die Falltür ins Schloss fallen und wandte sich um. Pferde näherten sich in schnellem Galopp. Ernst ging in die Hocke und richtete seine Flinte auf die Straße, die von der Kleinstadt Mehrlenheim an seinem Hof vorbei richtung Talabheim führte.
Das donnern der Hufe wurde immer deutlicher. Der Schweiß rann an seiner Stirn hinab und tropfte auf seine Hände. In der Ferne konnte er Merlenheim brennen sehen. Die Hitze war gewaltig und die Flammen blendeten ihn. Eine schwer gerüstete Gestalt erschien auf der Straße und Ernst drückte ab. Das Geschoss traf den Schild des Reiters, der überrascht vom Pferd stürzte. Ernst lud hektisch seine Flinte nach, als weitere Reiter auftauchten. Sie zügelten ihre Rösser und eine der Gestalten sprang aus dem Sattel. Ernst zielte auf den Ritter, der erhobenen Schwertes auf ihn zu stürmte. Er drückte erneut ab, doch seine Flinte gab nur ein leises Klackern von sich.
,,Ladehemmung! Jetzt ist alles aus." , schoss es Ernst durch den Kopf, als der Ritter zuschlug.
Ernst schloss die Augen und spürte, wie ihm die Flinte aus den Händen geschmettert wurde.
,,Ihr Narr. Könnt Freund von Feind wohl nicht mehr unterscheiden, was?".
Ernst öffnete seine Augen und sah den Hauptmann der Stadtgarde von Mehrlenheim auf ihn hinab blicken.
,,Steht auf und schafft eure Familie her, bevor es zu spät ist . Die Grünhäute haben Mehrlenheim überrannt.
Wir hatten nicht einmal Zeit mit der Wimper zu zucken, da hatten sie unsere Wälle schon durchbrochen. Wir können euch nach Talabheim mitnehmen, dort sind wir sicher".
Ernst war zugleich schockiert und erleichtert, als ihm klar wurde, was gerade passiert war. Er rannte zu der Falltür und wuchtete sie ein weiteres Mal auf. Seine Frau kauerte auf dem kalten Steinboden, ihren Sohn im Arm, der immer noch weinte.
,,Ernst, was geschieht hier?", schluchzte sie, als sie die Silhouette ihres Mannes auftauchen sah.
,,Keine Zeit für Erklärungen, gib mir den Jungen!", brüllte Ernst ungeduldig.
Er nahm sein schreiendes Kind und rannte auf die Reiterkolonne zu. Ein Ritter von kräftiger Statur nahm Ernsts Sohn entgegen und hievte ihn vor sich auf sein Schlachtross.
Der Schlachtenlärm schien näher zu kommen und der Hauptmann wurde ungeduldig.
,,Beeilen euch, verdammt, oder wollt ihr hier sterben?".
Ein ohrenbetäubender Lärm übertönte den tobenden Hauptmann, als Ernst zu Boden geschleudert wurde. Sein Kopf schmerzte und sein Blick war verschwommen. Gedämpft hörte er das wiehern von Pferden und das panische Meckern seiner Schafe. Auf eine merkwürdige Art und Weise fühlte sich Ernst geborgen, als sei dies alles nur ein Traum und er würde gleich in seinem Bett neben seiner Frau aufwachen. Doch dann wurde sein Blick klarer und der Traum ward wieder real. Ein brennender Krater war nun dort zu sehen, wo vorher der Hauptmann gestanden hatte. Männer und Pferde lagen verbrannt und verstümmelt auf dem Boden. Ernst suchte weinend nach seinem Sohn, doch dazu war es zu spät.
Er spürte, wie sich eine unnatürlich große Faust um seinen Kragen schloss und ihn schmerzhaft in die Luft hob. Ernst zappelte und wand sich, doch konnte er dem eisernen Griff nicht entfliehen. Die Kreatur drehte Ernst zu sich und schnaubte ihm ihren übel riechenden Atem stoßweise ins Gesicht.
,,Erbärmliche Mänschenz." , knurrte der riesenhafte Ork.
,,Erst sin' se zu feige zum Kämpf'n und dann sin' se auch noch zu lahm zum Wegrenn'."
Ernst hörte, wie die übrigen Orks in Gelächter ausbrachen , bevor er mit unfassbarer Wucht hinfort geschleudert wurde. Die steinerne Wand seines Hauses bremste ihn unsanft und das kreischen seiner Frau war das letzte, das er wahrnahm, als er ohnmächtig wurde.
Bei Sonnenaufgang schlugen die Turmwachen von Talabheim Alarm. Oberbefehlshaber Junghanns der Talabheimer Stadtgarde stürmte die Wendeltreppe des östlichen Wachturms hinauf. Keuchend kam er vor der Turmwache zum stehen.
,,Was geht hier vor sich? Ein Angriff?", japste er.
,,Nein, Oberbefehlshaber. Ein Reiter nähert sich den Stadttoren. Unsere Späher berichten, dass er das Wappen von Mehrlenheim auf seinem Harnisch trägt." , entgegnete die Turmwache.
,,Herr, er hat einen kleinen Jungen bei sich." , fügte die Turmwache mit besorgtem Blick hinzu.
,,Lasst den Mann hinein. Er wird Verpflegung brauchen. Ich werde mich persönlich um ihn kümmern. Er wird sicherlich wichtige Kunde bringen.", gebot Oberbefehlshaber Junghanns und machte auf dem Absatz kehrt.
Das Stadttor Talabheims öffnete sich unter den Fanfaren der Herolde. Oberbefehlshaber Junghanns half dem verwundeten Ritter vom Pferde und ließ die Feldärzte kommen.
,,Was ist mit euch geschehen? Sprecht, bevor ihr euer Wissen mit in den Tod nehmt.", fragte Junghanns.
Der Ritter keuchte unter der Last seines Harnischs. ,,Mehrlenheim wurde überrannt. Die Grünhäute kamen unerwartet und ließen niemanden am Leben. Ich konnte den Jungen von einem Bauernhof außerhalb der Stadt auflesen und mit ihm entkommen."
,,Versorgt diesen Mann, er muss schreckliches durchlebt haben.", befahl Junghanns seinen Feldärzten, die den Ritter daraufhin auf eine Trage hievten und ins Lazarett brachten.
Dann wandte er sich dem Jungen zu, der mit verweinten Augen zu dem groß gewachsenen Oberbefehlshaber aufblickte.
,,Und wie ist dein Name, kleiner Mann?"
,,Hermann...", schluchzte der Junge.
flix
24. November 2008, 19:06
Ujuju jetzt gehts ja zur sache:lol:
Der teil war wircklich ganz gut, doch eine Frage hätte ich was hatt die ritter so zerschossen? Der beschreibung nach war es ein kanonentreffer doch orkze haben doch keine.
Dr.Zahnfleisch
24. November 2008, 19:11
Ich habe da an Belagerungsgerät gedacht:
Eine Steinschleuda mit Brandgeschoss z.B.
Aus der Perspektive von Ernst ließ sich die Herkunft des Geschosses bzw. das Geschoss selbst nicht bestimmen, weswegen ich das nicht näher ausgeführt habe.
SHOKer
26. November 2008, 16:54
Für mich wirkte es eher wie ein mächtiger Zauber. Fuß des Mork oder wie das Ding heißt. Weil ich weiß nicht, ob ein einfaches Brandgeschoss einen Krater verursachen kann. Ne Feuerwalze vielleicht, aber einen Krater?
Naja, davon abgesehen war der Teil wirklich gut. Vielleicht könntest du den Wechsel der Perspektive noch deutlicher machen, duirch einen längeren Absatz zum Beispiel. Ich bin aber auf jeden Fall gespannt, wie es weitergehen mag.
Dr.Zahnfleisch
13. December 2008, 00:30
Hier der nächste Teil meiner Geschichte. Kritik ist wie immer erwünscht. Jedoch habe ich den Text abseits des Rechtschreib-Tools von Word noch nicht korrigiert, also seid bitte nachsichtig;).
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Siebenundzwanzig Jahre waren vergangen, seit der kleine Junge dem Hauptmann weinend seinen Namen verraten hatte, doch war Hermann in all der Zeit dem Tod niemals näher gewesen als jetzt. Er fühlte seine Beine nicht, als er sein Bewusstsein wiedererlangte. Tausende von Nadeln, so kam es ihm vor, durchbohrten jede Pore seiner Haut und drangen tief bis in die Knochen. Er ignorierte den Schmerz so gut er konnte und versuchte klar zu denken.
,,Was ist passiert?"
Es war dunkel und totenstill um ihn herum. Sein Körper wurde von einer unsichtbaren Kraft zu Boden gedrückt, wobei er sich nicht einmal sicher war, woraus der Boden bestand, auf dem er lag. Er atmete heftig und versuchte, seine Arme zu bewegen, in denen noch ein Hauch Gefühl zu sein schien. Mit aller Kraft versuchte er, sich aus der eisigen Umarmung zu befreien, doch es hatte keinen Sinn. Er war erschöpft und der Schmerz lähmte ihn.
,,Das ist also das Ende. Sigmar hat mich verlassen."
Er dachte an seine Familie, die wahrscheinlich in diesem Moment vor dem prasselnden Kamin saß.
Er sah seine Frau, wie sie ihren Kindern vor dem Einschlafen eine Geschichte aus dem großen, roten Buch vorlas, auf dessen Einband: "Die Abenteuer des jungen Sigmar - kindsgerechte Ausführung" in goldenen Lettern geschrieben stand.
Eine Träne rann seine Wange hinunter, bis in seine Mundwinkel. Er vernahm den salzigen Geschmack seiner manifestierten Trauer und fasste neuen Mut.
Erneut sammelte er seine Kräfte und kämpfte gegen seine Umgebung an, die nun langsam nachzugeben schien. Unter dem inneren Druck entleerte sich Hermanns Blase, was seine Leistengegend für einen kurzen Moment wohlig wärmte. Der Urin sammelte sich an seinem Gesäß und rann durch die Wollhose, die Hermann unter seinem Harnisch trug. Er spürte, wie der Boden nachgab und er daraufhin ein wenig tiefer sackte, was ihm etwas mehr Raum erschloss. Hermann wurde euphorisch, denn nun war ihm bewusst, wo er sich befand.
,,Ist das alles? Ist das deine eisige Umarmung, Morr? Ich hätte mehr von dir erwartet!"
Hermann brachte ein keuchendes Lachen hervor und zog den Dolch, den er in seinem Stiefel mit sich trug. Hackend arbeitete er sich durch die Schicht aus Schnee und Eis, doch konnte er noch immer zwanzig Ellen tief begraben sein. Hermann legte eine Pause ein und entspannte seine Glieder, als er stumpfe Geräusche vernahm. Er hielt den Atem an und lauschte gespannt, wobei er konzentriert in die Dunkelheit starrte.
Stimmen! Dort oben war jemand und die Tatsache, dass er ihn hörte, musste bedeuten, dass er nicht all zu tief begraben lag. Hermann hackte wild schreiend in den Schnee und die Stimmen wurden mit jedem hieb deutlicher. Plötzlich gab die Schneeschicht nach und Hermanns Dolch stieß in die Eisige Luft der Oberfläche. Eine warme Hand umschloss die seine und Hermann schluchzte vor Erleichterung.
Minuten später hatte man ihn freigelegt, in Felle eingewickelt und geschultert. Hermann blinzelte und blickte auf den silbernen Harnisch des Soldaten, der ihn trug. Er hob seinen Kopf und sah einen weiteren Soldaten, der hinter ihm her durch den Schnee stapfte. Er trug das Wappen der Stadtgarde von Bechhafen auf seinem Harnisch. Zweifellos war auch er Teil der Expedition. Als er bemerkte, dass Hermann bei Bewusstsein war, blitzte ein Lächeln unter seinem Vollbart hervor.
,,Wir sind gleich im Lager, dort wird man sich um Euch kümmern. Van Kreuyff wird erfreut über euere Rückkehr sein, da bin ich mir sicher."
Hermann brachte noch ein leises ,,Danke" hervor, bevor er erneut das Bewusstsein verlor.
flix
13. December 2008, 13:59
ah es geht weiter,
Zum neuen teil gibts nicht viel zu sagen. Aber unter einer schneeschicht ist man normalerweise tot:lol: Ok kommt drauf an wielange er drunter war. Ich hab keien störenden fehler bemerkt aber das muss ja nichts heißen:lol:
SHOKer
13. December 2008, 17:58
Ich muss flix zustimmen. Wenn man unter Schnee begraben liegt, ist es recht unwahrscheinlich, dass man das Bewusstsein wiedererlangt. Aber vielleicht besitzt er ja irgendwelche besonderen Talente, wer weiß. Ich schließlich ne Fantasy-Geschichte.
Ich hab einen Fehler entdeckt: Du sagtest, er würde liegen. Und dann schreibst du wenig später, dass ihm die Träne in den Mund läuft. Das ist selbst mit aufrechtem Oberkörper schwer, im Liegen läuft eine Träne bestenfalls die Schläfe hinab.
Ansonsten alles ok und toll geschrieben, wenn auch immer noch nicht wirklich viel Handlung vorhanden ist.
obaobaboss
13. December 2008, 21:18
Von mir auch mal Komplimente, vor allem für die Darstellung von Heiza. So stelle ich mir einen fiesen Gobboboss vor ^_^
Dr.Zahnfleisch
14. December 2008, 11:59
Erst einmal danke für eure Kommentare.
Die Sache mit der Träne ist tatsächlich ein Logikfehler, aber ich denke, dass man das als "künstlerische Freiheit" durchgehen lassen kann:D
Als einer der Hauptcharaktere durfte der gute Hermann ja (noch?) nicht sterben, auch wenn das in der Realität ein wenig anders ausgesehen hätte...da gebe ich euch natürlich Recht.
GW-Fan
17. July 2009, 13:12
naja es giebt ein paar dinge die man ändern könnte(hab grad keine lust aufzuzählen)
aber ich finde alles in allem ist es eine gelungene story
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