Malin staunte nicht schlecht. Zum ersten Mal in seinem Leben sah er was es mit den Eisenbrechern der Zwerge wirklich auf sich hatte. Hunderte kleine, in Gromril gepanzerte Kreaturen die sich ohne Probleme durch die Menschenmasse durchmetzelte. Die Garde hatte dem allem nichts entgegenzusetzen. Sie fielen nach der Reihe durch die Äxte und Hämmer. Malin stand auf einem der hohen Kunsttürme die Sartrosia noch aus Aarbischen Zeiten her hatte. Von dort hatte der Elf einen perfekten überblick über das Schlachtfest. Er schnalzte mit der Zunge und wandte den Blick in die Innenstadt. Dort sammelten sich die mehr oder weniger Kampfähigen Piraten.
Es waren mehre Tausende, zusammen mit den restlichen Söldnern und Gardisten weit über Zehntausend Kämpfer. Allesamt bereit zum Raufen. Deswegen würden sie vermutlich von den Zwergen geradezu zermalmt werden. Diese kleinen Krieger waren einfach zu mächtig und gut gerüstet für diesen Haufen. Es war ganz schön ärgerlich dass es so gekommen war. Zwar hatte er eine Nachricht erhalten das es zu einem Angriff kommen konnte. Was er selbst ausgeschlossen hatte. Außer einigen Ork Kapitänen gab es nichts in diesen Gewässern was wirklich Interesse daran hätte Sartrosia anzugreifen. Und der Rest war allesamt mit den Elfen verbündet. Die einzigen die dahingehend vielleicht noch eine Gefahr dargestellt hatten waren die Küstenstädte Arabiens und einige Stadtstatten in Tilea.
Doch diese waren schon kurz vor dem Ende. Ihre Verbündeten waren kurz davor den Süden der Alten Welt und den Norden des Schwarzen Kontinents zu übernehmen und damit den Elfen den Weg frei zu machen um ihre alte Vormachtstellung einzunehmen. Auch gefiel Malin der Gedanke ihre Brüder in den Wäldern wieder zurück ins Reich zu holen. Eine Vereinigung des stolzen Volkes der Elfen. Es war eine reine Utopie doch er stand absolut dahinter. Und gerade eben wurde diesem Plan ein tiefer Schnitt beigebracht. Sartrosia war nicht einfach nur irgendeine Insel. Sie war die wichtigste Position in diesem Meer und hatte dazu noch ein gewaltiges Flotten Angebot. Und jetzt waren ihm aus komplett unbekannten Gründen diese Maulwürfe hier hergekommen. Malin atmete tief ein und aus. Er hatte vor Jahrhunderten gelernt sich nicht zu sehr in etwas hineinzusteigern und seine Gefühle zu verbergen. Sie waren hinderlich in der Ausführung seines Diensts und ein Mahl für das Chaos.
Nur Freude und Liebe sollte es in seinem Leben geben. Doch wie war es möglich seinen Feind zu Lieben wenn er ihn tötete? Malin blickte zurück zu den Zwergen. Diese hatten die Menschen nun komplett zurückgetrieben die wenigen Überlebenden flohen genau in die Armee der Nachrückenden Piraten. Schüsse erklangen und einige Flüchtlinge brachen zusammen. Derr Rest bildete sich schließlich zu einem Haufen und bewegte sich zurück. Die Königin hatte keine Probleme damit ihre Männer anzuspornen, selbst wenn dabei einige von ihnen ins Gras beißen mussten.
Die Zwerge passierten den Eingang zum großen Platz und schwärmten geordnet aus. Malin hatte selten jemand besseren in Gleichschritt Formation beziehen sehen. Die Dawi bildeten einen Halbkreis bestehend aus drei Gruppen. Zwischen den Gruppen war ein kleiner Spalt zwischen denen sich einige Zwerge mit langen Spießen positionierten. Die Piraten hatten so keine Möglichkeit an den Blöcken vorbeizukommen. Gleichzeitig gab ihnen der Spalt die Hoffnung dort durchzubrechen zu können. Somit lenkten die Eisenbrecher von der Hauptgruppe ab und sicherten gleichzeitig die Seiten. Wirklich Klever diese kleinen Kerle, das musste Malin ihnen zugestehen.
Ein Schrei hallte durch die Luft. Er verklang, nur um gleich drauf von Tausenden Kehlen erwidert zu werden. Piraten, Gardisten, Söldner und was sich sonst so in der Stadt befunden hatte rannten auf die Zwerge zu. Gespannt beobachtete der Elf wie die Masse an Fleisch sich gegen die lebendige, eiserne Mauer warf. Schädel wurden eingeschlagen, Körper aufgespießt. Die Kämpfer drängten sich teilweise selbst in den Tod indem sie sich in den Axt Wall anschoben. Doch die Mauer aus schwer gepanzerten Zwergen wankte nicht einmal. Die Schilde der nachfolgenden Reihe stützten die vorderen Männer. Gleichzeitig wurden die meisten Waffen von der um einige härtere Rüstungen abgewehrt. Diese Probleme hatten deren Äxte leider nicht. Es dauerte nur einige dutzend Atemzüge von Malin, da brach der Ansturm der Piraten schon ab.
Musketen schützen traten vor und brachten eine Kugelsalve über die Zwerge. Der Elf hätte den Piraten sagen können dass das eine schlechte Idee war. Er sah nur einen einzigen Dawi fallen. Eine der Kugeln hatte den schmalen Sehschlitz getroffen. Die anderen jedoch schossen allesamt in die Reihen der Querschläger zurück. Bevor sie sich versahen lagen dutzende der Schützen am Boden. Gleich drauf fing die Zwerge an Wurfbeile und Bolzen in die Menge zu schießen. Malin schüttelte den Kopf.
Er konnte es nicht mit ansehen wie die Menschen abgeschlachtet wurden. Dabei hatte der Kampf noch nicht einmal wirklich angefangen. Er erhob sich von seinen Späher Posten und angelte sich den Turm hinunter. Die Zeit hatte ordentlich an dem Gemäuer gefressen so dass es dem flinken Geschöpf nicht schwerfiel nach unten zu gelangen. Unten angekommen fing er an zu rennen. Er bewegte sich zwischen die Menschen wie ein Wolf in den Wäldern. Sie waren die Bäume und das Unterholz, er das Raubtier das sich an sein Opfer anpirschte und versuchte kein verräterisches Geräusch zu machen. Einmal sprang er sogar einem fetten, kleinem Mann auf den Kopf und katapultierte sich so über eine Menschentraube hinweg. Ehe er sich versah stand er vor der Königin. Die anderen Elfen hatten sich um sie herum gestellt.
Bis auf Fania, die vermutlich gerade eine Nachricht nach Estalia schickte um den ehrenwerten Herr Daleszin über die Vorkommnisse zu berichten. Daleszin war ein alter Elf der sein Kriegertum schon längst aufgehört hatte. Seit Jahrhunderten hatte er bei verschiedenen Sachen als Berater fungiert. Doch mit dem Aufkommen des Frühlings hatte man ihm nun bedeutend wichtigere Positionen gegeben. Ihm unterstanden nun dutzende Trupps von Elfen in diesem Teil des Weltenteichs. Zu ihrem Glück war er nicht gerade für seinen Jähzorn bekannt.
Doch selbst er würde vermutlich vor Wut explodieren wenn er erfuhr was mit ihrem zentralen Stützpunkt passierte. Die Königin sah ihn und eilte sofort auf ihn zu. Sie packte ihn an die Schulter und blickte mit den wahnsinnigen Gesichtszügen auf ihn nieder. Als sie den Mund aufmachte zog sich ein kleiner Speichelfaden von ihrem Eckzahn hinunter. In diesem Moment ähnelte sie mehr als jemals zuvor einem tollwütigen Wolf. „Also, mein kleines Elflein, was hast du gesehen? Wer ist das da der meine Insel angreift? Und wie viele dieser Hunde lassen meine Männer am Leben damit ich mich mit ihnen noch unterhalten kann“? Selbst ihre Worte klangen mehr nach dem knurren eines Wolfes als an eine Zivilisierte Sprache. Er schüttelte die Königin sanft ab. Seine Gefährten waren näher getreten. Um zu hören was er zu sagen hatte oder um ihm Notfalls beizustehen wusste er nicht. Zwar waren sie gute Kameraden, aber der Auftrag hatte Vorrang. Und wenn sie die Königin Töten würden, würde das unweigerlich dazu führen das ein Teil der Piraten ihnen misstrauen würde. Auch hätten sie nicht mehr den starken Anführer den sie eigentlich brauchten um die Flotte von ihnen zu beherrschen.
Er hasste es gerade dermaßen das er mit diesen Kreaturen praktizieren musste. Doch auch er selbst musste sich eingestehen das er vermutlich nichts tun würde was die Beziehungen der Königin zu ihnen Schaden würde. Selbst wenn sie einen von ihnen Töten würde. Sanft legte er seine Finger auf ihre Unterarme und drückte sich sanft, aber bestimmend weg. Gleichzeitig sagte er:“ Meine Herrin, vergreift euch bitte nicht an mir. Ich werde euch ausführlich und genau berichten. Doch es bringt niemanden etwas wenn ihr Gewalt gegen mich anwendet. Weder meine Geschwister und ich würden euch anlügen oder Sachen vorbehalten. Unsere Herren haben uns ausgesendet um euch zu dienen. Und das werden wir auch“. Malin sah der Frau fest in die Augen. Der Ausdruck des omnipräsenten Wahnsinns in ihren Augen wich leicht der Vernunft.
Nun wirkte sie mehr wie ein Tollwütiger Fuchs als ein Wolf. Der Elf atmete tief ein und sprach schnell und ohne Schnörkel weiter:“ Als ich oben war konnte ich erkennen das unsere Gegner starke Plattenrüstungen tragen. Sie benutzen im Großen und Ganzen Äxte und Hämmer. Auch sind einige Pikeniere in ihren Reihen die die Zwischenräume schützen. Ich würde ihre Anzahl auf gut zweihundert schätzen. Aber vermutlich warten zwischen den Häusern noch einmal so viele von diesen Kriegern. Eure Schusswaffen sind nutzlos. Die Rüstungen sind so stark das die Kugeln einfach zurückprallen. Auch eure Schwerter werden sie Panzer nur an einigen wenigen Schwachstellen durchdringen können. Ohne schwere Fernkampfeinheiten scheint es mir beinahe unmöglich ihre Formation aufbrechen zu können. Alles in allem sieht es alles andere als Rosig für uns aus. Ich würde euch Vorschlagen mich und meine Begleiter in den Kampf zu werfen. Am besten sollen uns Männer mit schweren Entersäbeln und Bootsäxten begleiten. Wenn wir es richtig anstellen können wir so die Formation brechen um damit den schweren Nahkampf Truppen den Weg zu ebnen. Und wenn ihr irgendwo noch Kanonen hättet wäre das wundervoll“.
Die Königin nickte ernst und fragte dann mit leiser Stimme:“ Eurer Plan ist gut, kleiner Diener. Nur bleibt noch eine Frage die geradezu in mir brennt. Wer greift uns bei allen Göttern noch einmal da an“?
Malin schluckte schwer. Er hatte es selbst gesehen und doch war es ihm so als würde er die Menschen Frau anlügen. „Zwerge, Herrin. Erdwühler aus dem Weltangebirge“. Es war das erste Mal seit er diese Insel betreten hatte das er die Königin sprachlos sah. Selbst das Wahnsinnige Funkel in ihren Augen wich einem komplett perplexen Ausdruck. Am liebsten hätte er jetzt laut aufgelacht. Zum Glück hatten es Elfen schon von klein auf gelernt ihre Gefühle zu verbergen und nie zu viel davon hervorkommen zu lassen. Alles andere stärkte nur das Chaos.
Einer seiner Begleiter mit dem Namen Anaste trat zu ihm. „Dawi“? Die Ungläubigkeit in ihrer Stimme sprach Bände. Malin überhörte die kleine Frage und konzentrierte sich auf die Königin. Diese stand nach wie vor perplex vor ihm und murmelte mehr zu sich selbst als zu ihm:“ Wie kommen die hier her“? bevor Malin antworten konnte erklang ein lautes Donnern das er schon auf dem Fest vernommen hatte.
Doch da war es ihm nicht weiter komisch vorgekommen. Es kam schon mal vor das einfach irgendwer Kanonen oder Schwarzpulver anzündete. Doch diesmal hörte er den Unterschied und seine Auswirkungen. Es gab mehre Wege vom Hafen in die Stadt. Genau genommen waren es drei Hauptstraßen und einige Nebengassen. Würde er Angreifen, hätte er sich auf diese drei Wege konzentriert und die kleinen Gassen einfach nur versperrt. Und weil die Verteidigungsanlagen von der Pirateninsel so aufgebaut waren das man gute Schusspositionen von den Festungen hatte, zerschossen sie diese mit ihren Kanonen. Verflucht gewitzt für Wesen die mit Wasser nur ungern in Berührung kamen. Die beiden Kanonenstellungen an den Seiten er Bucht waren nur noch Ruinen. Die restlichen Stellungen besaßen nicht genug Feuerkraft um Schiffen wirklich gefährlich zu werden. Und das auch bei normalen Schiffen. Die Zwerge hatten sicherlich weit besser gepanzerte Schiffe.
„Na gut“. Die Königin hatte sich wieder gefasst und legte jetzt wieder die Gebieterin vor. Wie sehr es der Elf hasste mit Instabilen Persönlichkeiten zu bändeln. „Zwei oder drei von euch sollen mit ihren Pfeilen die Zwerge etwas ausdünnen. Der Rest versucht eine Lücke in ihren Schildwall zu schlagen“. Sie drehte sich auf einen Schlag um und schrie einen Korpulenten Mann mit dem Gewicht von einem halben Oger zu: „Mach die Jungs mit den Säbeln und schweren Waffen bereit. Sie sollen als nächstes nach vorn. Und ich will das Carlos mit seinem Haufen rechts angreift. Da kann er endlich beweisen das er mehr als eine Witzfigur in Pluderhosen ist“. Sie Grinste kurz auf und machte dann eine schnalzende Bewegung mit ihrer Hand und schreie fast vergnügt: „Und wenn wir schon dabei sind, schick diesen hässlichen Vampir auf die linke Seite. Mal sehen was seine Halbghule das ausrichten können“.
Der fettleibige Mann verbeugte sich Rasch und eilte davon. Malin sah seine Gefährten kurz. Anaste und ein weiterer Elf hoben den Bogen. Damit war entschieden wer sich ins Getümmel stürzen würde. Sie hielten sich nicht mit überflüssigen Phrasen auf und huschten durch die verschwitzte versoffene Masse. Das kam ja noch dazu. Nur jeder vierte war nüchtern. Und das nur deswegen weil sie zu weit unten in der Hackordnung standen als das es auch nur einen einzigen interessieren würde.
Malin zählte sich wahrlich nicht zu den Optimisten in diesem Kampf. Er schlüpfte gekonnt zwischen den Gestalten hindurch und hüpfte hier und da auch mal über sie. Sein Gefährte war nur zwei Schritte neben ihm. Synchron kamen sie beide an der Front an. Die Piraten blökten wie Schafe durch die Gegend während die Zwerge mit der grimmigen stille von Wölfen sie zerlegten. Dutzende Leiber bedeckten den Boden und er suchte vergeblich nach den Gromril gepanzerten Kleinwüchsigen. Aber es blieb keine Zeit sich davon einschüchtern zu lassen. Er drängte sich geschickt an die vorderste Front und sah sich blitzschnell nach offenen Stellen um.
Schild um Schild reihte sich vor ihm auf. Da würde er mit seinem Schwert nicht durchkommen. Ruckartig wurde ein Schild zur Seite geschoben und ein Beil wurde mit eisiger Präzession in den Brustkorb eines Schwarzhaarigen Mannes versenkt. Die Klinge wurde bis in den Bauch getrieben. Die Innereien klatschen aus der offene Bauchwunde auf den Eisenbrecher. Während der Mann verwirrt versuchte seine Innereien wieder in den Körper zu schaufeln wollte sich der Zwerg wieder zurückziehen. Da kam jedoch sein gezielter Fußtritt dazwischen. Donnernd rammte er ihm seinen eigenen Nasenschutz gegen das Riechorgan. Es brach knackend und der Zwerg stolperte zurück. Bevor seine Brüder ihm helfen konnten war seine Klinge zielsicher unter die Achsel eingedrungen. Zwar wäre der Augenschlitz ein tödlicheres Ziel gewesen.
Aber wer bei allen Göttern konnte auch zielsicher in so etwas hineintreffen. Malin nicht, deswegen begnügte er sich mit den weniger gepanzerten Körperteilen. Zu seinem Glück drang die Klinge durch das Schwächere Material. Der Zwerg schrie überrascht auf und knickte ein. Wer drehte sich pfeilschnell um und wich einem wilden Hieb mit dem Beil aus. Drei Eisenbrecher gleichzeitig nahmen ihn in die Mangel.
Er wich noch einen Schritt zurück und musste ansehen wie die Lücke die er zuvor geöffnet hatte wieder geschlossen wurde. Was für ein Pech. Jetzt durfte er wieder von vorne anfangen. Das Schoss ein Pfeil aus dem nirgendwo und versank einem seiner Gegner unter dem Bart. Der Zwerg wankte nach hinten und riss sich das Holz aus der Rüstung. Er hielt den Pfeil hoch und schrie mit erhoben Kopf etwas auf Khazahild. Noch während er das tat schoss ein zweiter Pfeil etwas versetzt vom ersten heran.
Knapp unter dem Helm ging er durch und dank dem hochgehoben Haupt des Zwerges drang dieser in den Hals. Das alles geschah in nur einem Moment, genau der Moment bevor in die drei Zwerge zeitgleich angriffen. Zuerst wurde er von beiden Seiten angegriffen wovon er einen abblocken und dem anderen ausweichen konnte. Dem mittleren der nun kam hatte er nicht entgegenzusetzen. Die schreien Männer hinter ihm drängten ihn nach vorne und nahmen ihm den Platz zu kämpfen. Auf engen Raum würden ihn die Kurzen fertig machen. Er drehte seinen linken Fuß und drehte gleichzeitig die Hüfte. Seine rechtes Bein zog er dabei an und trat mit aller Kraft gegen den Schildrand des Eisenbrechers.
Zu seinem Glück hatte dieser das nicht kommen gesehen sonst hätte das Beil anstatt ihm zu empfehlen sein Schienenbein getroffen. Der tritt brachte jedoch nicht vielmehr als das der Angriff abgeblockt war. Wer einem Orks Ansturm gemütlich standhalten konnte würde nicht wegen einem tritt von einem Elfen wanken. Ohne innezuhalten nutzte er den schlug um mit seinem Schwert was er in der rechten hielt auf seinen linken Gegner einzudringen. Er traf diesen kräftig am Kopf erreichte aber nicht viel mehr als das dieser etwas zurückwich. Er tänzelte in den freien Platz hinein und entging so dem Beil in seinem Rücken. Er zog fließen seinen Dolch aus der Schneide und hagelte mit Schlägen auf den Eisenbrecher ein. Wenn er Glück hatte würden die Menschen die anderen Eisenbrecher aufhalten. Wenn nicht hatte er gleich etwas unangenehm Scharfes im Rücken.
Sein Gegner parierte die ersten zwei Schläge mit dem Schild. Der dritte traf ihn ein weiteres Mal auf dem Helm und der Vierte erwischte sein Handgelenk. Dabei öffnete der Zwerg ganz leicht die Hand aber schloss sie fast automatisch sofort wieder. Mit einem wütenden Schrei sprang der Eisenbrecher nach vorn und schwang kraftvoll sein Beil gegen seine Seite. Vermutlich hatte er ihn soweit in die Ecke getrieben das er keinen anderen Ausweg sah als einen gewagten Ausfall. Genau drauf hatte Malin gesetzt. Er ging breitbeinig in die Knie und blockte noch während dem ausholen den Arm des Zwerges. Sofort schnellte dessen Schild gegen sein Gesicht. Doch mit einer Blitzschnellen Bewegung stach er mit seinem linken gegen die Bärtige Fratze. Sein gerade mal handlanger und nur ein Finger dicker Dolch stieß ohne Probleme durch den Augenschlitz in das Hirn. Abrupt blieb es eine Gegner stehen, jegliche Kraft schien aus den Gliedern gewichen.
Malin schaffte es Garde noch sei9nen Dolch aus der Augenhöhle zu reißen bevor der Zwerg stürzte. Zwei geschafft von geschätzt Zweihundert. Man musste die kleinen Erfolge im Leben feiern. Der Hochelf drehte sich so schnell wie möglich seinen zwei verbleiben Verfolgern zu. Aus dem Augenwinkel passte er aber auch auf der anderen Seite auf. Die Zwerge hatten sich nur zwei drei schritt vom hauptkern entfernt und gerade wurden die Menschen wieder einmal ordentlich aufgerieben. Wenn er sich nicht vorsah hätten sie ihn bald eingekesselt. Von den zwei Eisenbrechern steuerte nun einer auf ihn zu. Der andere war gerade mit seinem Artgenossen beschäftigt. Es schien ziemlich ausgeglichen zwischen den beiden zu sein. Hoffentlich schaffte es ein Freund irgendwie die Oberhand zu gewinnen. Sie mussten die verdammte Formation aufbrechen und allein mit den Pfeilen würden sie das nie schaffen. Der letzte Eisenbrecher war nun herangekommen und sogleich gingen die beiden Kontrahenten aufeinander los.
Malin nutzte seine Beweglichkeit und tänzelte um den Zwerg herum. Wie zuvor schlug er größtenteils mit dem Schwert und versuchte mit dem Dolch die Schwachstellen zu erwischen. Der Zwerg machte sich seine Vorteile zu nutzte und ließ auf sich einprügeln. Dabei drehte er sich aber immer etwas mit dem Oberkörper. Und jedes Mal wenn Malin da vorbeiziehen wollte kam ein Beil hervorgeschossen und trieb ihn die andere Seite. Er selbst kam nur drei Mal zum Parieren wobei er aber sowohl Dolch als Schwert benutzen musste. Der Eisenbrecher gab sich keine Blöße und Sein Schild dreckte immer sein Gesicht. Und die Schläge hätten wohl selbst einen Ork aus dem Sattel gehauen. Der elf spürte wie er zu schwitzen begann. Die Schreie der Schlacht, sein eigenes Keuchen und der Geruch nach Blut. Es war lange her dass er in großen Schlachten gekämpft hatte.
Und das erste Mal das er mit solch harten Gegnern das Schwert schwang. Er begann mit größeren schritt Distanz zu schaffen und attackierte flink mit seinem Schwert. Der Zwerg blockte mit dem Schild worauf der Elf sprang und genau auf der Schildkante landete. Ohne genau zu zielen stach er mit dem Stilett zu. Sie traf ihn über der Augenbraue und glitt dann über den Nasenflügel hinab. Wäre das geschmiedete Gesicht nur keine Maske hätte er wohl das Duell für sich gewonnen. So wurde er aber nur mit einem ruckartigen Stoß vom Schild geworfen und wälzte sich auf den Toten Menschen herum um nicht von dem Beil zerteilt zu werden. Malin rollte sich keuchend durch die noch warmen Leiber und sprang auf. Diesmal war es der Zwerg der Angriff. Mit einer Kombination aus Schildschlägen und Axthieben trieb er ihn hin und her. Er parierte blitzschnell einen Hieb nur um dann den Schild gegen den Unterbauch zu kassieren.
Er würgte uns spuckte aus und brachte sich schnell vor einem Hieb gegen seine Gesicht in Sicherheit. Malin spuckte auf und traf dabei den Schild. Da kam ihn eine Idee. Ohne lange darüber nachzudenken wartete er den nächsten Schlag ab und tat so als würde er wieder parieren. Der Eisenbrecher zog dieses Mal sein Beil zum Schild anstatt damit nach vorn zu stoßen. Dabei kam aber sein gepanzertes Gesicht zu Vorschein. Genauso in dem Moment spuckte der Hochelf ihm ins Antlitz. Und zu seinem Glück traf er knapp über der Augenbraue. Der Speichel tropfte in den Sehschlitz.
Und selbst dutzende Jahre Erfahrung und Drill konnten einem Lebewesen nicht die Reflexe verlernen. Und wenn man jemanden ins Auge spuckte war die erste Reaktion immer die sein Augen sauber zu wischen. Worauf normalerweise immer gleich die nächste Folgte, nämlich dem Widerling das Gesicht einzuschlagen. Soweit ließ es der Hochelf aber nicht kommen. Ein gezielter Fußtritt segelte über den etwas nach unten gezogen Schild. Wie bei seinem ersten Toten trat er ihm das Nasenbein ein. Der Zwerg machte sich Wild fuchtelnd mit seiner Axt Raum und hackte Malin fast ein Bein ab. Ihm blieb nichts anderes übrig als vom Zwerg kurz abzulassen. Er fluchte lautstark auf Elfisch und ignorierte dabei seine Erziehung was seine Gefühle anging. Wenn die zu groß geratene Wühlmaus sich wieder fing konnte er lange darauf warten wieder eine Chance zu bekommen.
Malin nutzte die Pause um sich schnell zu erkundigen wie die Lage aussah. Zu seiner Enttäuschung hatte sich nichts geändert. Selbst die härtesten der Piraten hatten den gepanzerten Kriegern wenig zu bieten. Und was seine Leute anging konnte er nur einen toten Zwerg mit einem Pfeil im Auge sehen. So gewann man keine Schlacht. Kurz blickte er sich auch um seinen Bruder um doch er entdeckte ihn nirgends. Hoffentlich hatte er den Zwerg besiegen können. Er wandte seinen Blick wieder zu seinem Gegner der gerade von seinen Brüdern gewaltsam nach hinten geschoben wurde. Scheinbar hatte er ihn besser erwischt als gedacht. Malin wollte sich schon auf einen neuen Gegner stürzen als ihm schon von selbst einer entgegenkam.
Der Zwerg unterschied sich nicht viel zu den anderen Zwergen nur das seine Maske ein Grinsen besaß und er einen Kriegs Hammer mit sich herumschleppte. Ihre Blicke begegneten sich kurz, dann begann der Tanz von neuem. Und hatte ihn schon sein Gegner zuvor gefordert, dann war der hier eine wirkliche Herausforderung. Gezielte Schläge die niemals unnötig waren sondern jedes Mal tödlich sein konnten. Ein sicherer stand und eine Verteidigung als kämpfe Malin gegen einen Berg. Er war nun schon soweit das er sowohl mit Dolch als auch Schwert angriff und meistens einen wahren Schwerthagel entfesselte. Doch er kam einfach nicht an dem Schild des Zwerges vorbei. Der Hochelf war gerade wieder dabei auf den Zwerg einzudreschen als sich dieser plötzlich zur Seite drehte und ihm die Schildkanten gegen den rechten Oberschenkel hämmerte. Malin sprang zwar noch zurück wurde aber trotzdem getroffen.
Der scharfe Rand drang durch die Haut und handelte ihm eine schöne lange Wunde ein. Der Hochelf Biss die Zähne zusammen und stolperte zwei Schritte rückwärts. Dabei strauchelte er über irgendwas und sein Bein knickte ein. Er landete auf sein Gesäß und war nun komplett offen für seinen Gegner. Just in diesem Moment taten die Piraten endlich etwas anderes außer zu krepieren. Zwei mit schweren Säbeln bewaffnete Menschen drangen auf den Zwerg ein. Und besorgten den verletzten Elfen eine Verschnaufpause. Erschöpft erhob er sich und blickte sich um. Die Lage hatte sich immer noch nicht wirklich geändert, auch wenn er nun den einen oder anderen toten Zwerg am Boden sah.
Trotzdem überwogen die Toten Menschen bei weitem und man sah schon den Stein aus dem die Straßen bestanden nicht mehr vor lauter Leibern. Ein aus Arabien zu stammender Mann schlug nur zwei Schritte neben Malin wie besessen auf einen Zwerg ein. Der Eisenbreche lag am Boden und wusste dass er wohl nicht mehr lange durchhalten würde. Also ließ dieser kurzerhand das Beil los und zog eine Pistole aus seinem Gürtel. Zwischen zwei Schlägel schob der Zwerg den Schild zur Seite und Schoss dem Menschen durch den Hals. Erschöpft ließ der Bärtige seine Waffe fallen und langte wieder nach dem Beil. Mit einem Sprung der Mailn selbst überraschte landete er auf den Schild des Zwerges. Er drückte den rechten Arm des Zwerges gegen dessen Brust und blockierte gleichzeitig die andere Hand des Zwerges mit seiner Schwerthand. Obwohl es ihm schwer fiel stieß er mit dem Dolch unter seiner rechten Hand in die Augenhöhle des Eisenbrechers. Sicherlich verfluchte der Zwerg ihn in seinem letzten Moment wegen einem solch ehrlosen Tot. Aber im Krieg war Ehre meistens hinderlich und ungesund. Der Dolch traf das Auge, das Tor zur Seele platzte wie eine reife Erdbeere. Der dahinter liegende Knochen knackte leicht. Dann war es auch schon aus mit dem Krieger aus den Bergen.
Der Elf setzte sich schwankend auf, knickte leicht mit dem rechten Fuß ein. Dann drehte er sich leicht nach links und bekam die wohl härteste Faust seit den Götterkriegen ins Gesicht. Sein Kiefer knirschte protestieren, einige Zähne lockerten sich und sein Jochbein brach. Er drehte sich einmal um die Achse und blieb dann am Boden liegen. Benommen spuckte er Blut auf den Toten unter sich und versuchte den Kopf zu heben. So richtig schaffte er es aber nicht. Der schlag hatte ihn weit mehr verletzt als nur sein Gesicht. Sein gesamter Hals fühlte sich an als wäre er aus Stahl. Notgedrungen drehte er den Oberkörper soweit das er hochschauen konnte. Es war der Zwerg mit dem Hammer der ihn so schwer verletzt hatte. Gerade musste sich dieser jedoch gegen zwei Piraten wehren.
Die Formation der Eisenbrecher war nun um einiges Lockerer geworden. Was aber definitiv nicht an ihnen lag. Wohl eher daran das sie sich nun keine Sorgen mehr machen mussten. Die wirklich harten Jungs verbluteten gerade im Dreck und die restlichen wagten sich nicht heran. Der Angriff von ihm und seinen Brüdern war ein absolutes Fiasko gewesen und hatte sich gar nichts gebracht. Er spuckte zwei seiner Zähne aus und kam wankend wieder hoch. Langsam schleppte sich Malin vom Schlachtfeld weg. Dabei war es gar nicht so leicht auf den Toten Leibern der Verteidiger zu fliehen. Sein rechtes Bein schmerzte und pochte und behinderte ihn am Gehen zusätzlich. Sabber und Blut ran unaufhörlich aus seinem Mund. Der Gestank von Innereien und Fäkalien bedeckte die Luft. Endlich hatte die Stadt etwas gefunden was genauso stank wie sie selbst. Er hätte über diesen bissigen Kommentar zu gerne gelacht, aber dann würde er wohl an seinem eigenen Blut ersaufen.
Er vernahm ein plötzliches Donnern irgendwo in seinem Rücken. Und in einem kleinen Moment schien es als würde die Erde selbst sich Zereisen. Ein gewaltiges Beben erfolgte und holte ihn von den Füßen. Seine Ohren dröhnten und er spürte seinen Körper knacken als er auf die Leichen fiel. Noch nie in seinem Leben hatte er so eine starke Verwirrung gepaart mit Panik verspürt. Langsam fingen seine Ohren an das Rauschen zu verdrängen. Die erste Erleichterung durchdrang seinen Körper als irgendetwas sein Gesicht zu Muss zerstampfte.