Seite 7 von 7 ErsteErste ... 567
Ergebnis 61 bis 66 von 66
  1. #61
    Miniaturenrücker
    Avatar von Iceland
    Registriert seit
    13.02.2008
    Ort
    Frankfurt am Main
    Beiträge
    986

    Standard

    .. fein fein! wann geht's weiter?

  2. #62
    Erwählter
    Avatar von Forget
    Registriert seit
    19.09.2009
    Ort
    Pucking
    Beiträge
    546

    Standard Im land der Götter

    Was passiert hier? Wo waren seine Hände? Er konnte nichts anfassen. Eine schneebedecke Hochlandschaft nahm sein Auge ein. Frischer Schnee fiel sanft vom Himmel und eine wohlige Wärme breitete sich in seiner Brust aus. Es war wunderschön, doch etwas stimmte einfach nicht. Seine Hände sollten den Schnee auffangen, doch sie taten es nicht. Warum taten sie es nicht. Was war nur mit ihm? Die Gedanken in ihm waren erschreckend, trotzdem fühlte er sich so seltsam beschwingt. Das gesamte Bild und auch die Kälte ließen ihn Frieden finden. Er fühlte sich als hätte man ihm in eine Decke gerollt und neben einem Feuer gelegt. Bei einem eisigen Wintertag ein gewaltiges Feuer. Das alles erhitzte und ihm in diesem Winter Traum das Leben ermöglichte. Fast wären ihm die Augen zugefallen. Eingelullt in seinen eigenen Gedanken schweifte sein Kopf in die tiefen eines Traumes. Kurz bevor er einschlief erschien ein Bild vor seinen Augen. Ein kleiner Wald in denen dutzende Feuer brannten. Auf einer Seite fein säuberlich aufgereiht die Leichen von Menschen. Dazwischen lagen überall die Leichen von Orks die man einfach dagelassen hat wo sie niedergegangen waren. Irgendwo dazwischen lag allein ein Mann unter einem Baum, atmete gleichmäßig aus und ein und hielt seine Muskete mit beiden Händen fest an sich geklammert. Irgendetwas erwachte in ihm als er das sah. Aus der wohligen wärme wurde eine plötzliche Hitze die durch seinen Venen jagte und drohte ihn zu verbrennen. Er keuchte gepeinigt auf und sein Kopf raste in die Höhe. Mitten hinein in den eiskalten Wind. Er schrie was seine Lungen hergaben während sein Taubes Gesicht sich langsam vor Schmerz verzog. Er versuchte mit seinem rechten Bein aufzustehen, knickte aber sofort ein. Schmerzhaft zog sich sein Atem durch seinen Körper. Sein Schädel fühlte sich an als würde er gleich Platzen. Und aus der gewaltigen Hitze die drohte ihn zu verbrennen war ein eiskalter hauch geworden der seinen gesamten Körper zu Eis gefrieren ließ. Er fing an zu zittern, bemerkte seine vereisten Glieder. Seien Hände waren nur noch Klumpen die irgendwie an seinem Körper hafteten. Kein Gefühl, keine Bewegung, gar nichts. Alles was er konnte war sie herumzuschwenken, als hätte man ihm Eisen anstatt seinen Unterarmen angebracht. Warum war das so? warum musste das so sein? Allein in dieser Hölle, gefüllt mit ewigen Eis.
    Zitternd und mit größter Kraftanstrengung raffte er sich auf. Er stützte sich auf seine beiden toten Hände und drückte die Schenkel durch. Ein Schritt nach dem anderen setzte er sich wieder in Bewegung. Wohi9n wusste er nicht und wozu auch nicht. Aber er wollte hier nicht krepieren wollte nicht hier vergehen. Es wartete etwas auf ihn. Da war ein Sog der ihn nach vorne trieb und ihm verbot sich einfach in den Schnee zu legen und zu sterben. Schatten tanzten um ihn herum und das Eis begann sich zu formen. Aus Fest wurde Flüssig und Gasförmig, Dann etwas das Glitzerte und durchsichtig war aber trotzdem fest. Als nächstes eine Mischung auf Fest und Flüssig. Man konnte darin eintauchen als auch darauf stehen. Es begann Münder zu formen die die Geheimnisse dieser Welt mit ihm teilen wollten. Doch er hörte nicht zu. Würde er das tun, das wusste er, würden sie ihn verschlingen und sein Körper wäre die Nahrung für dieses Land. Aber das durfte er nicht. Er musste weiter, er musste, er musste…
    Was musste er? Und wozu? Wie kam er hierher und warum spürte er seine Hände nicht mehr? Was war nur mit ihnen? Hat ihnen wirklich der eisige Wind alles leben ausgezogen und sie zu Totem Fleisch verwandelt. War dies das Ende? Er kämpfte in dieser weißen Hölle zwei schlachten. Einerseits die seinen Körper am Leben zu halten und nicht von dem Land gefressen zu werden. Anderseits war da sein Geist. Er war unvollständig und zerbrochen. Dinge die wichtig waren schienen nur noch verschwommen in seinem Gedächtnis zu existieren. Wie die Wellen die ein Stein im Wasser hinterließ. Man konnte erahnen das er dort rein geflogen war, doch wie er aussah, wie schwer er war, konnte niemand mehr sagen. Nur noch die Wellen ließen erahnen was er an Wert gemessen hatte. Doch auch nur für kurze Zeit, dann verschwanden sie wieder und das Wasser verschluckte alle Geheimnisse. Als hätte man ihn gehört kicherten die Münder und der Boden wurde wieder flüssig. Hundert mal Hundert seiner Körperlänge ergoss sich ein klares nass nun in den Abgrund. Dort war keine Dunkelheit die seine Augen vor dem schrecken hätte schützen können. Er sah alles, bis in den kleinsten Winkel. Bis tief hinunter in den Felsigen Erdboden sah er das was unter dem Eis lauerte. Der Wahnsinn und die Pervertierung die sich an der Hand nahmen und alles wiedersprachen an dem er sich klammern konnte. Sein Herz raste und trotz der eisigen Kälte erschauerte er. Er durfte sich nicht in die Dunkelheit ziehen lassen, nicht in dieses Chaos verderben lassen. Etwas erweckte Erinnerungen als er an das Wort Chaos dachte. Er hatte es schon früher mal gesagt, vielleicht sogar öfter. Manchmal voll Furcht, doch hin und wieder vor Bewunderung und Hingabe.
    Er brauchte einen Anker, etwas das ihn anband und ihm halt bot. Etwas, das ihm half. Nur wo war dieser Anker!? Hier war nicht als ein riesiger Ozean gefüllt mit allen was den Verstand sprengen konnte. Unter seinen Füßen wo sich die schäumenden Wellen aufbäumten lauerten tausende Tote die miteinander Tanzten während riesige Fischartige Kreaturen sich in ihre eigenen gewaltigen Körper einfraßen um gleich darauf neu daraus zu erwachsen. Er sah Liebende wie sie sich schmeichelnd umarmten und wie sie mit jeden Moment älter wurden und bevor sich ihre Geschlechter überhaupt berühren konnten zerfielen sie zu staub. Er sah die Leben von Wesen die Äonen existiert hatten aber doch so schnell von der Zeit verschluckt wurden wie Holz das vom Feuer gefressen wurde. Dort, unter seinen Füßen, absolut einsehbar, ohne jeden Schatten, lauerte das Dunkel das nach ihm lechzte und versuchte ihn hinunter zu locken. Hinein in diesen Alptraum um auch seine Selle für immer an sich zu binden. Wie der drang vor einem Abgrund zu stehen und zu springen, obwohl man wusste, dass der Tod auf einen wartete. Dieser drang war da. Aber er wollte das nicht. Er brauchte einen Anker, irgendetwas. Er fokussierte seinen Blick nach vorne, doch da wandelte sich alles in eine weitere riesige Welle die aus schreienden Frauen zu bestehen schienen. Sich selber die Augen auskratzen, während die blinden versuchten den anderen den Mutterbauch herauszureißen. Er keuchte gequält und wäre fast umgefallen als die welle über ihn rauschte. Ein Korridor wurde für ihn erschaffen so dass er nicht in Berührung mit diesen Kreaturen kam.
    Sein Herz raste und sein Blick wurde unstet. Konzentrierte er sich auf den Himmel verwandelte er sich in ein Spiegelbild und zeigte ihn Kopfüber über den Ozean gehend. Richtete er seinen Blick nach rechts oder links sah es so aus als würde er senkrecht hineinfallen. Egal wohin er sich wanderte oder was er anvisierte, es schien sich zu verwandeln und sich in einer Agonie aus Leid und Lust neu verbinden. Er spürte seine Körper immer weniger, alles wurde taub und selbst seine Augenlider schienen festgefroren zu sein. Angst keimte in seinem Herzen auf und breitete sich in Form von einem üblen Gefühl durch seinen gesamten Körper. Je mehr sein Körper nachgab, desto mehr fing sein Geist an sich zu stärken. Aus den leisen Echos wurde lautes Geschrei und langsam verstand er. Ganz langsam Verstand er….
    Sein Kopf begann wieder zu hämmern und schien kurz vor dem Platzen zu sein. Die Adern schwollen an und seine Augäpfel wurden fast aus der Höhle gedrückt. Dann platze sein Schädel wirklich. In einer einzigen Explosion schossen dutzende Bruchstücke seines Knochens herum während Blut und Hirnmasse sich über seinen Schulter Brust und Rücken legten. Er war zersplittert, war zerstört. Doch trotzdem ging er weiter. Da war noch etwas das auf ihn wartete. Er war noch nicht fertig, war noch nicht bereit. Schritt für Schritt wandelte er weiter. Ein Augapfel hing ihm über seine Kiefer du bot ihm verschwommene Eindrücke aus seiner Umgebung. Der Wahnsinn war verschwunden, stattdessen war alles nun Schwarz und Grau. Dutzende Graue Dinge die sich neu formten und etwas erschaffen wollten. Doch wenn sie soweit waren zerbrachen sie wieder rund wurden etwas Neues. Warum? Warum wurde es wieder anders und blieb nicht so wie es war? Warum konnte es sich nicht halten? In einer bemerkenswerten Art zersplitterte sein Kopf erneut. Obwohl e ihm zuvor schon zerplatzt war, er tat es erneut. Die schwarze Welle kam ihm wieder in den Sinn. Da war etwas mit einer schwarzen Welle und sie hat alles verschlungen was um ihr war. Wie sie sich langsam aufbäumte und das Tal überschwemmte. Da waren kleine hüpfende Lichtpunkte die sich mit großen roten Feuern kämpften. Sie alle wurden verschlungen und in die Finsternis gesaugt. Inklusive ihr…ihm.
    Etwas gewaltiges hungriges das nur existierte um zu zerstören und neu zu erschaffen. Aber was war es, was konnte…
    Ein Bild, ein kleines Bild. Es zeigte…es zeigte irgendetwas. Konnte es nicht definieren. Es war schwer, es war… Oh Götter so undefiniert, so ungraziös. Keine Schönheit, keine Gracie. Ein maleur das alles. Das alles war so…. unvollständig!!!!
    Er schrie! Sein Mund der nichts mehr weiter war als ein paar Zähne mit einer Zunge die Schrill den Wahnsinn ausstieß! Sie gab alles her, so laut das der gesamten Welt sein Schrei vernehmen musste. Sie musste es vernehmen, Musste ihre Stimme, nein, seine Stimme---
    Es verschwamm und veränderte sich. Der Gedanke wechselte, der Boden wechselte, der Charakter wechselte. Der Boden zog sich zusammen und wurde fest. Farben kehrten zurück in die Welt und erleuchteten die ewige Eiswüste. Keine Hundert schritt entfernt erhob sich der Palast der immer schon hier war aber erst jetzt gebaut wurde. Er war so schön und doch so hässlich. Voll von Dingen die widerlich waren und unvollkommen. Doch da war auch Gracie, etwas unendlich schönes Vollendetes. Etwas das die Sonne ihren Rang abrang, etwas das die Seelen eines jeden Geschöpfes bewegte. Sie..nein e…doch, sie war Zuhause.
    Man sollte denken das die Intelligenten am längsten leben.
    Und trotzdem sterben die Zwerge und nicht die Orks.

  3. #63
    Erwählter
    Avatar von Forget
    Registriert seit
    19.09.2009
    Ort
    Pucking
    Beiträge
    546

    Standard Berichte

    Berichte aus Karak Kadrin
    Von Aljeski Hofer
    Bericht: Die Essensliste für die nächste Woche ist bereit. Sie besteht aus sieben Mal Hirsebrei mit Rüben. Mit alle zwei Tage mit einem Stück Fleisch, vornehmlich Schwein. Genauso wie das letzte Monat. Ich möchte mich nicht beklagen, aber mir scheint uns gehen die Nahrungsvorräte aus. Ich kenne das noch aus Kislev. Sobald das Fleisch bei den Soldaten rationiert wird gibt es Probleme. Dann kommt akuter Mangel und damit Revolte. Gehe deswegen davon aus dass wir demnächst einen Marschbefehl erhalten. Einerseits um die Belastung vor Ort zu reduzieren und um die Mäuler auszudünnen. Die Zwerge haben wohl einfach überschätzt wie viele Truppen sie Rekrutieren können. Seit den letzten Dekaden ist die Zahl der Menschen im Weltangebirge um das zweifache angestiegen. Ich habe die wenigen Berichte durchgesehen und gehe von mehreren Hundertausenden bis über eine schwache Millionen aus. Die meisten davon sind zwar aus dem Imperium, aber erst seit kurzen ansässig. Die meisten sind erst seit den letzten sechzig Jahren hergezogen. Nach den Imperialen kommen Betronen die durch Friedrichs Komödie zu Hunderttausenden flohen. Da die Fehden gewaltig sind haben sich auch viele Verfolgte hier niedergelassen. Am Arsch der Welt sozusagen. Derzeit sind die meisten Ritter und Landsknechte damit beschäftigt das Land selbst zu ordnen und sich neu zu orientieren. Deswegen Leben sie auch seit mehr als zwanzig Jahren sehr friedlich hier. Dabei wohnen teilweise Täte und Opfer gleich nebeneinander. Ich habe bemerkt dass die Betronen untereinander niemals sagen woher sie kommen. Teilweise versuchen sie ihre Mundart, also den Dialekt, zu unterdrücken. Die meisten mischen es mit Estalisch, Tielanischen oder Imperialen Reikspiel. So verhindern sie dass man sie zuordnen kann. Die Angst von der Vergangenheit eingeholt zu werden sitzt tief in den Betronen. Deswegen gehe ich davon aus das es in den nächsten Jahren eine Fortsetzung des Bürgerkriegs gibt. Zu viele alte Rechnungen stehen untereinander noch offen. Die dritte große Gruppe bilden die Kislevsiten, also meine Volksgruppe. Wobei meine Volksgruppe mehr als nur weit gegriffen ist. Es gibt viele verschiedene Stämme bei den Ungolen, einen großen Unterschied zwischen den verschiedenen Gospodari, und die Ropsmen und die Dolgan sind auch ein eigenes Süppchen. Es sind vom Sturm des Chaos mehr als Hunderttausend aus Kislev ins Weltangebirge gereist. Auch weil die Zwergen Slayer Praag befreit hatten. Das hat unter den meisten den Anschein erweckt das die Zwerge weit besser gegen das Chaos gerüstet sind. Sie haben sich aber nur schwer an die neue Landschaft angepasst. Die meisten sind heute Ziegenhirten und Bergbauern. Handwerklich sind sie den Zwergen und den meisten Imperialen unterlegen. was Reiten angeht sind wir aber weit überlegen. Deswegen nehmen wir auch in der neuen Armee der Zwerge eine wichtige Rolle ein. Die meisten der Dawikoni Reiter kommen aus den Reihen der Kislevsiten. Das Leben im Gebirge ist hart und alles andere als Rosig. In der Zeit der Ruhe, wo die Alte Welt aufblüht, zieht es die meisten der Neuzugezogenen wieder in die Heimat. Doch die Mobilmachung hat das wieder ausgesetzt. Jetzt wo eine Möglichkeit besteht zu Wohlstand zu kommen und gleichzeitig seine Familie zu sichern bleiben die meisten hier. Es kommen sogar mehre Söldner und Freischärler aus den Tiefer gelegen gebieten um sich den Dawikoni anzuschließen. Im Gegensatz zur Bevölkerung sind die meisten neuen Krieger Betroni. Danach die Imperialen und Kislevsiten. Inzwischen steigt die Zahl der anderen Völker genauso an. Man kennt keine genauen Zahlen, die Zwerge sind fälschlicherweise davon ausgegangen das die Menschen ähnlich starke Bindungen untereinander haben wie die Clan bewussten Zwerge. Dadurch ist es gekommen das die Organisation zu wünschen übrig lässt. Deswegen meine ich auch dass die Nahrungsmittel nicht reichen. Allein in Karak Kadrin befinden sich fast an die dreißigtausend Krieger wenn man alle Stützpunkte zusammennimmt. Das kann unmöglich allein aus dem Umfeld gestemmt werden. Genauso wenig wie die Ausrüstung. Die interessanterweise allesamt Zwergen Ware ist. Oder wenigstens gute Menschen Qualität aus den Schmieden der Imperialen in den Dawikoni Siedlungen. Diese Masse kann niemals in so kurzer Zeit hergestellt werden. Was heißt das die Dawi schon vor dem Vorfall im Norden an Mobilmachung dachten. Diese Sache mit den paar Bauern die sich gegen eine kleine Chaosinvasion entgegenstellten war ihnen wohl in die Hände gefallen. Diese Geschichte hat einige Tausend Krieger stark bewegt. Das dürfte dem ganzen noch etwas Schwung verpasst haben. Ein Grund mehr warum es wahrscheinlicher ist das die Dawi seit zwei oder drei Jahren schon an dem ganzen Arbeiten. Und zwar im geheimen. Dazu fällt mir ein dass die Anzahl der Menschenschmiede seit Jahren gewaltig wächst. Genauso wie die Bogenmacher. Scheint so als wüsste ich jetzt warum sie stetig gewachsen sind. Wenn meine Schätzungen richtig sind, dann gibt es zwischen achtzigtausend und hunderttausend Menschliche Krieger im Weltangebirge. Wovon gerade mal Zwanzigtausend seit mehr als zwei Jahren Krieger sind. Dass die Zwerge so viel Zeit darin investieren und auch ihr Gold dafür einsetzen heißt dass sie sich ordentlich etwas von uns erwarten. Ich behaupte nicht mich mit diesem Volk wirklich auszukennen. Doch ich weiß genug um zu wissen dass sie niemals etwas unüberlegt tun würden. Da mir keine andere Sache einfällt würde ich vermuten dass sie uns dafür einsetzen alte Minen von ihnen zurückzuerobern. Nicht sehr kreativ von mir, aber wenn man sich ehrlich ist sind das die Zwerge auch nicht. Zwar geniale Erfinder, doch von ihrer Denkweise sehr einfach gestrickt. Sie werden uns als die breite Masse benutzen um schlussendlich ihre Wehrstädte einnehmen zu können. So schonen sie Zwergenleben und können es gleichzeitig besser mit der großen Menge an Grünhäuten und Skaven aufnehmen. Was bedeute das zigtausende Männer mit wenig Erfahrung gegen Kreaturen ins Feld geschickt werden die sich seit Jahrtausenden im Krieg mit den Zwergen befinden. Und die denen auch ordentlich etwas abgeluchst haben. Ich bin der Armee beigetreten weil ich das Geld brauchte und es besser war als Bettler und Fallensteller. Nun kommen mir aber ehrliche Zweifel ob das so Klug ist. Vor kurzem war ein Trupp zurückgekehrt der sich gegen die Orks ein Gemetzel geliefert hat. Von fünfzig Mann sechzehn tote und vier schwer verletzte die nun Invaliden sind. Der Rest hat genauso kleine Blessuren und Wunden davongetragen. Und das gegen eine normale Truppe mit einem taktischen Vorteil. Egal wie man es sieht, die Zeiten stehen nicht gerade sehr rosig aus für uns Dawikoni. Wenn wir uns den so nennen wollen. Wenn wir ehrlich sind, dann ist gerade mal eine Minderheit von uns Fastzwerge. Der Rest sind einfach ein Haufen Flüchtlinge die nicht am Ende der Zwergen Gesellschaft sitzen möchten. Nur liegt mir aber etwas an meinem Leben. Und ich weiß nicht ob ich bereit bin, mich für meine Herren in eine Schlacht zu begeben wo ich höchstwahrscheinlich sterben werde. Deswegen habe ich beschlossen, bevor das Ganze den Bach hinuntergeht, schnappe ich mir so viel Zeug wie es geht, zusammen mit ein paar Gleichgesinnten und hau ab. Seit der Sohn der Tzarina, diese störrische Großmutter Kislevs, soviel Land urbar gemacht hat, gibt es auch gute Flächen zu bewirtschaften. Und mehr als genug Plätze für gute Soldaten. Gerade bei denjenigen die ihre eigenen Waffen mitbringen. Dort ist derzeit kein Krieg und wenn nur kleine Scharmützel mit Skaven. Ich hasse es zwar als Feigling zu gelten und womöglich einen Groll auf mich zu ziehen. Aber die Geschichten die sie mir erzählt haben war schrecklich. Wie bei der Abenddämmerung die Grünhäute brüllend hervorkamen, wie der Troll einen nach den anderen in Stücke gerissen hatte. Und dieser Kerl, dieser Vortis. Er wird ja von manchen wirklich wie ein heiliger verehrt. Für mich sieht er einfach aus wie ein normaler Kerl. Obwohl auch nicht ganz, irgendwie hat er ein Frauengesicht. Doch das ist egal. Der Kerl soll vor dem Anfang der Schlacht gelacht haben! Und lauthals als wäre es der größte Spaß im Leben. Und nach der Schlacht soll er einfach geschlafen haben während jeder anderer vor Schreck kein Auge zu bekam. Selbst als sie den gefangenen Ork verhört hatten den sie mit Fackeln verbrannten und teilweise die Finger abschnitten. Selbst da hat der Kerl geschlafen. Ich mache mir nichts vor was es bedeutet gegen diese Barbaren in den Krieg zu ziehen. Doch mit einem solchen Mann Seite an Seite zu kämpfen, nein. Ich habe genug Wahnsinnige in Kislev gesehen. Früher oder später werden sie alle vom Chaos gefressen und töten ihre bekannten. Gerade die Kriegs lüsternen trifft es zuerst. Ich habe lange gezögert, aber nun bin ich mir sicher. Ich werde zurück nach Kislev gehen und ein neues Leben beginnen. Ich muss irgendwie zusehen dass ich meine Familie hier fortschaffen kann. Was schwierig ist wenn man bedenkt dass ich Fahnenflucht begehe. Falls meine Söhne diese hier einmal Lesen wenn ich alt und grau oder gar Tod bin, merkt euch das es im Leben nicht immer nur darauf ankommt seinen Mann zu stehen. Man darf auch seinen Kopf benutzen und sich Fragen ob man wirklich für eine Sache sein Leben riskieren will. Nun, ich will es nicht. Vielleicht seht ihr das ja anders.

    Wann genau diese Aufzeichnungen begannen wurden war unklar. Jedoch wurden sie kurz vor dem ersten großen Schneefall, zusammen mit mehreren weiteren Seiten, aufgefunden. Von dem Verfasser gab es keine Spuren mehr. Zusammen mit einer Gruppe von Männern ist er über Nachts verschwunden. Nach einer kurzen Suche fand man die Aufzeichnungen, zusammen mit mehreren Namen die eventuell genauso Fahnenflucht begehen wollten. Am Ende wurden Vierundsechzig Männer befragt, von denen man drei schlussendlich Henkte da sie andere zum Desertieren bewegen wollten. Erschwerend kam hinzu dass ein Diebstahl geplant war um somit in den Menschen Städten zu Reichtum zu kommen. So wollte einer der drei eine ganze Wagenladung Musketen entwenden und sie in Silvana oder Kislev zu verkaufen. Der Rest der Männer wurde unbehelligt entlassen. Nach dem Hängen und dem zweifelhaften Schicksal der geflüchteten gab es keine weiteren bekannten Versuche zu desertieren, jedenfalls nicht im großen Stil und auch ohne größeren Diebstahl. Man geht insgesamt von gut siebenhundert Deserteuren aus, die größtenteils von sich aus der Armee austraten. Nur etwas hundert flüchteten über Nacht und nahmen mehre Ausrüstungen mit. Was nun mit Aljeski passierte ist unklar. Ob er Kislev erreichte kann man nicht sagen. Man hat aus Rücksicht für die Familie nichts zu den Zwergen durchdringen lassen. Ein Groll der auf Diebstahl und Flucht beruht könnte Anstellungen für die Familie in Gefahr bringen und sie zu Bettlern machen.
    Bericht aus den Anfängen der Grollkriege,
    Verfasser unbekannt
    Geändert von Forget (11. July 2017 um 17:26 Uhr)
    Man sollte denken das die Intelligenten am längsten leben.
    Und trotzdem sterben die Zwerge und nicht die Orks.

  4. #64
    Erwählter
    Avatar von Forget
    Registriert seit
    19.09.2009
    Ort
    Pucking
    Beiträge
    546

    Standard Im Dunkel der Wälder

    Dunkle Nebelschwaden lagen über die brachen Äcker. Die Tautropfen gefroren zu Eis und hingen an den Bäumen. Es sah aus als wäre ein Winterzauber über das Land eingebrochen. Doch noch war es nicht soweit. Innerhalb der nächsten paar Stunden würde die Sonne aufgehen und den ersten Versuch des Winters das Land an sich zu reißen vereiteln. Die Menschen würden sich trotzdem zitternd aus ihren Betten erheben und sich fragen wie lange es noch dauern würde bis die kalte Zeit beginnen würde. Es war noch zu früh für ihn, es war gerade mal mitten im Herbst. Selbst im Weltangerbirge lagen die Pässe noch frei vom Schnee. Doch während es im Gebirge merkwürdig warm blieb wurden die Täler an den Hängen der großen Berge vereist. Es war keine Seltenheit das es in den Tälern Kälter war als auf den Gipfeln. Die Kälte liebte den Boden und die Erde. Die Hitze liebte dafür den Himmel und die Luft. Ihr Onkel hat ihr das schon in jungen Jahren beigebracht. Die Philosophie der Welt und wie sich die Elemente verhielten. Die Menschen hatten ähnliche Dinge, obwohl auch die langsam verloren gingen. In den Städten stritten sich Religiöse mit Wissenschaftlichen Männern wie es dazu kam und wer der Verursacher war. Die Menschen am Lande, die Bauern und Förster, die in der Natur selbst noch lebten, sie wussten es. Die Generationen hatten ihr Wissen weitergeben und gesammelt um ihren Nachkommen einen Einblick in dieser Welt zu ermöglichen. Es war witzig und tragisch zugleich das nun eben diese Dinge von Menschen als Humbug hingestellt wurden die selbst keine Ahnung von dem leben hatten. Aber so waren sie nun einmal.
    Die Söldnerin ließ ihre scharfen Augen über die paar Hütten schweifen die sich in der Dunkelheit kaum bemerkbar machten. So als versuchten sei sich zu verstecken und keine Aufmerksamkeit zu erregen. Vielleicht war es ja nur ihr Gefühl, doch ein Gefühl war auch immer eine Reaktion von ihrem Körper auf eine äußere Bedrohung. Das hatte ihr ihre Tante erzählt. Und sie musste der alten Dame Recht geben, ihr Gefühl war selten getäuscht worden. Die Häuser der Menschen waren mit Angst aufgebaut. So wie alle Behausung jeder Rasse wenn man es genau betrachtete. Von den Barbaren bis zu den großen Zivilisationen, Angst war immer eine Triebfeder. Genauso wie Wut, Hoffnung, Frust, Liebe, Mitleid. Jedes Gebäude gab weiter was ihr Erbauer darin reingesteckt hatte. Manche würden sagen dass dies durch den Einfluss des Chaos kam. Das die magischen Winde sich schon so weit in die Welt gefressen hatten das sich nun allmählich alles vermischte und vereinte. Die Söldnerin wollte das nicht so recht glauben. Ja das Chaos war präsent, sogar mehr als zuvor wenn sie es recht bedachte. Doch es hatte auch vor dem Chaos diese versteckte Welt in der Welt gegeben. Auch wenn es mehr als ein Kult als Blasphemie ansehen würde, so waren die Welten und Formen doch irgendwie verbunden. Auch diese Welt mit dem Chaos. Sie spürte ein leichten Luftzug um sie herum. Er war sehr warm und trug irgendwie den Duft von frischen Tulpen mit sich. Und Salbei, Fichtennadeln, der Geruch des Meeres und Schwefel. Sofort verschloss die Söldnerin ihre Gedanken und kehrte der offenen Welt den Rücken. Der Wind verstummte und sie ging unbehelligt weiter auf das Dorf zu.
    Sie biss die Zähne aufeinander während sie sich selbst verfluchte. Es gab einen wichtigen Grund warum es nur wenige Gedanken über das Chaos gab die nicht von kompletten Wahnsinnigen oder erbitterten feinden ausgesprochen wurden. Das Chaos war nicht so mächtig wie alle glauben wollten, aber sehr wohl allgegenwärtig. Wesen die keinen großen Bezug dazu hatten liefen selten Gefahr die Stimmen und Gefühle aus dem Warp zu hören. Die Finger der Bewohner dieses abstrakten Gebildes können sie nicht wirklich erreichen. Je mehr man jedoch mit der Magie der Welt in Verbindung steht desto stärker wird es. Genauso wie bei weltoffenen und Philosophischen Menschen. Sie werden allesamt vom Chaos berührt. Und wer zu lange diesen Gedanken schwelgt läuft Gefahr davon aufgezogen zu werden. Das Chaos wäre sonst nie so mächtig geworden würde es nicht Hunderte, wenn nicht tausende Wesen Jährlich verführen und in sein reich locken. Sobald sie erst einmal im Norden in der Zeit befreiten gebieten umherirren werden sie langsam zu Dämonen, Bestien oder Krieger des Chaos. Und mit jedem krieg, jeder Fehlentscheidung und mehr Bewohnern steigt ihre Anzahl. Die Söldnerin hatte noch nie zu den Schwarzmalern gehört, das war bei ihrem Geschäft alles andere als gut. Aber sie war auch nie eine Optimistin. Diese Welt hatte schon rosigere Zeiten erlebt, da war sie sich sicher.
    Sie erreichte die erste Hütte. Sie war groß gebaut mit einem zweiten Stock oben darauf. Sie wusste dass die meisten Bauern ihr Vieh unten im Erdgeschoss oder in einer Vertiefung hielten. Oben im zweiten schliefen meist die Menschen. Wieder ein gutes Beispiel wie die Bewohner der Wiesen und Wälder mit den Elementen zusammenlebten. Sie nutzen die Wärme ihres Viehs ums sich so selbst durch den Winter zu bringen. Sie atmete die kalte, klare Luft ein und befreite ihren Geist von allen unnützen Gedanken. Angefangen vom Chaos bis zu den Menschen und allem Drumherum. Sie brauchte einen klaren Kopf, einen fokussierten Geist. Die Welt musste für sie offen liegen, ohne Beeinträchtigung von außen. Das war etwas was ihre Eltern ihr beigebracht hatten. Das einzige, was sie ihr wirklich beigebracht hatten. Mit einem aufrechten Gang der keine Angst vermuten ließ, aber so leise wie ein Wolf auf der Pirsch ging sie durch die Straßen des Dorfes. Sie kam an neun weiteren Hütten vorbei bevor sie schließlich auf den Brunnen stieß. Dort angekommen blickte sie in Richtung Osten, wo sich die gewaltigen berge zu einem Gebirgsmassiv zusammenschlossen. Als hätte die Sonne einen kleinen Boten geschickt leuchtete ein kleiner Punkt aus der Ferne auf. Die Söldnerin setzte sich sofort in Bewegung. Die beiden großen Monde die diese Welt umrundeten waren heute nicht zu sehen. Nur ein kleiner Schlitz ließ den Morrsleib erahnen. Es war gut dass sich keiner der Monde zeigte. Der erste weil er die Nacht zu stark erhellte. Sein dunkler Bruder weil er die wahnsinnigen und zerstörten Kreaturen hervorrief. Und gerade in diesem Land wollte sie es möglichst vermeiden sich mit den Schatten die im Dunkeln dieses Landes lauerten zu streiten. Sie konnte auch so die Gefahr riechen die durch die Wälder strömte. Raubtiere waren dort, die sich weit von den ursprünglichen Jägern der Natur unterschieden.
    Sie verließ das Dorf wieder und folgte dem Lehm Pfad der sich durch eine baumreihe hindurchschlängelte. Man hatte die Bäume nicht um die Straße herumgesetzt, sondern vielmehr den Pfad durch die Bäume gebahnt. Vermutlich fehlte den Männern das nötige Werkzeug um die Bäume zu fällen. Die großen Titanen waren mindestens doppelt so hoch wie die Häuser des Dorfes. Die Äste teilten sich ins unendliche auf und versiegelten den Himmel, so das man nur noch die Kahlen, verwachsenen äste sah. Ungepflegte alte Bäume neigten dazu wild zu wuchern, doch diese Exemplare wirkten etwas zu…chaotisch, selbst für solche Pflanzen. In diesem Labyrinth aus Ästen und Zweigen schienen dutzende Dinge zu lauern. Wie sie es hasste wenn sie nervös wurde. Sie hatte Jahre damit zugebracht so abgebrührt und rau zu werden das ihr nichts mehr einen Schrecken einjagen konnte. Aber das war wohl nur eine Fehleinschätzung von ihr gewesen. So wie viele andere auch.
    Das Licht wurde immer heller und größer. Die Söldnerin vermied es, direkt hineinzusehen. Ein Blick hinein und ihre Augen wären für einen kurzen Augenblick geblendet. Was schlimmer war das ihr Nacht Sicht verschwinden würde und sie dann blind im Dunkeln stand. Sie spitzte ihre Ohren und zog den Geruch ihrer Umgebung durch die Nase. beinahe wie ein Hirsch der versuchte Raubtiere zu wittern. Oder ein Wolf um seine Beute zu finden. Je nachdem welche Metapher für diesen Augenblick besser geeignet war. Im besten Fall war sie einfach beides und freute sich wenn sie das Raubtier war. Sie verließ den direkten Weg zum Licht und näherte sich von der rechten Seite. Geschickt bewegte sie dich durch das anfangende Unterholz und stand kurz darauf in einer Lichtung. Sie war mehr als nur klein, beinahe durfte man es gar nicht Lichtung nennen. Vielmehr ein etwas großzügigerer Platz zwischen zwei Bäumen. An einem Ast von einer verwitterten Weißbuche, die buckelig aus dem Waldboden wuchs, hing eine Laterne. Sie kannte sie, hatte solche öfters schon durch ihren Weg im Weltangebirge gesehen.
    Zwergenlampen. Sie leuchtete sehr weit ins Dunkle und war von der Stärke der Leuchtkraft wohl nur von der Sonne, rotem Erdblut und Drachenfeuer unterlegen. Es behagte ihr gar nicht das Zwergische Handwerkskunst in ihrer Nähe war. In ihrer Familie hatte es immer eine Abneigung gegen alles zwergische gegeben. Teilweise sogar Hass. Sie selbst hatte wenig dagegen, doch die Erinnerungen ihrer Kindheit brachten sie dazu sich davor zu fürchten. Es war beinahe Pathetisch wie sie als ein tödlicher Schatten vor so etwas unscheinbarem Angst haben konnte. Und doch war es so. „Ihr hättet euch ruhig etwas weniger auffälliges suchen können, als so ein groteskes Ding. Diese Wälder sind bekannt das in ihnen Wesen hausen die sich von Licht und Feuer nicht abschrecken lassen“. Sie hatte nicht laut gesprochen, gerade so als würde tatsächlich jemand vor ihr stehen. Er hörte sie trotzdem. Auf der anderen Seite der Lichtung trat eine gedrungene Gestalt zwischen den Bäumen und ging bis zu der Lampe. Der unförmige Schemen einer Hand tauchte bei dem Gefäß auf und öffnete das Scharnier. Kurz darauf verlosch das Licht. Die Dunkelheit die hereinbrach raubte ihr kurz den Verstand. Und natürlich Lachter auf. Er wusste genau was in ihr passierte. Immer. Die Söldnerin hatte das schon bei ihrer ersten Begegnung gehasst. Auch weil er alles andere als versucht hatte es zu verstecken. Er ließ es einfach durchsickern das er wusste was in ihr vorging. Ähnlich wie andere es zeigten das sie hungrig waren. Sie schluckte schwer und verbannte das Gefühl gleich darauf. Ruhig einatmen, die kraft aus der Mitte ihres Bauch Raums fühlen und sich der Kraft in sich selbst bewusst werden. Das war der erste Schritt seine Emotionen unter Kontrolle zu bringen. „Schon wieder eine Atem Technik? Und ich dachte ihr hättet euch endlich daran gewöhnt“. Der boshafte Unterton in der Stimme schmerzte tief in ihrem Ego. Beim ersten Mal hatte sie es noch gewagt ihn herauszufordern, so wie sie es sonst auch tat. Danach hatte sie sich darauf beschränkt die Kränkung einfach zu akzeptieren und damit zu leben. Was nicht gerade die leichteste Entscheidung war. Aber ihr Auftraggeber gab ihr dahingehend auch wenig Spielraum. Mit üblicher mürrischer Stimme antwortete sie deshalb: „Das ist auch keine Atemtechnik sondern schlicht und ergreifend ein Gähnen. Es fällt mir schwer zu glauben warum man ausgerechnet in einem Wald irgendwo in Sylvania ein treffen anberaumt. Oder sind dir etwa die Räumlichkeiten ausgegangen“?
    Um einen kleinen Ausgleich zu schaffen verwehrte sie der unheimlichen Gestalt die formale Ansprache. Eine Kleine Provokation um ihr Ego doch noch etwas aufzubauen. Ihrem Auftraggeber war das aber schlicht und ergreifend egal. „Ich war immer schon die Meinung das Wälder sich viel besser für ein treffen eignen als Räumlichkeiten in einer Festung oder einem Haus. Wo viele Ohren sind lauschen auch einige. Hier hören sich im Normalfall nur die Bestien Sylvanas unser Geplauder an“. Gleich nachdem sie uns zerfleischen, dachte sich die Söldnerin Zynisch. „Für mich wird es immer fragwürdiger warum ich mich überhaupt für jemanden in den Dienst stelle dessen Kopf scheinbar als Kloake benutzt wurde“.
    „Das, meine Liebe liegt wohl daran das ihr dem einfach nicht widerstehen könnt was ich euch anbiete. Und auch wenn es nicht so wäre, so würdet ihr mir helfen, seid euch dem gewiss. Aber wir sollten nicht auf solchen Belanglosigkeiten herumreiten. Wie ich hörte haben sich die Anfänge recht gut entwickelt. Die Nordorks ziehen sich zusammen und das Chaos im Norden regt sich. Ich hoffe für euch das ihr es geschafft habt diese Bestien lange genug hinzuhalten bevor sie ihren großen Auftritt haben“.
    Ihre linke Faust fing zu zittern an. Schnell griff sie mit ihrer rechten hin und bedeckte sie. Er sollte nicht sehen wie sehr sie es aufwühlte. Sie hatte ein halbes Jahr in der Wildnis verbracht. Dutzende Orkhäuptlinge getötet, dutzende Tiermenschen und Skaven abgeschlachtet. Alles für diesen Moment. Alles dafür dass sie bei dieser verfluchten Kreatur weiter nach oben stieg.
    Ein Krieger zeigt nicht seine Schwäche. „Ich würde nicht hier stehen hätte ich es nicht zur vollsten Zufriedenheit vollbracht, oder? Wir wissen beide dass alles nach Plan verläuft. Auch wenn ich keinen Sinn dahinter sehe“. Sie legte etwas mehr Nachdruck in ihrer Stimme und ließ das leichte Zittern in ihren Stimmbändern verstummen. „Warum soll ich dafür sorgen dass diese Bedrohungen aufsteigen nur um sie schlussendlich hinzuhalten? Karak Kadrin könnte längst fallen wenn wir die Orks marschieren lassen“. Ein Luftzug streichelte ihre linke Seite und sie spürte seine Präsenz. Ihre Hand zuckte Richtung Gürtel. „Es gibt vieles was für euch noch keinen Sinn ergibt. Aber das ist auch nicht wichtig. Wichtig ist das was ihr wollt und das bekommt ihr nu indem ihr tut was ich will. Eine harte Lektion die das Leben erteilt, aber eine ehrliche. Ihr werdet mit der Zeit meine Pläne verstehen und meine Gedankengänge ergründen, wer weiß, womöglich werdet ihr mich sogar verstehen“? Er lachte kurz auf wobei es für die Söldnerin war als würde die Luft davon dröhnen. „Es verläuft derzeit im Norden alles nach Plan, doch wir sollten dafür sorgen dass es so bleibt. Ich möchte dass ihr unseren gescheiten Ork und den wilden Tiermenschen beobachtet. Schreitet ein wenn es nötig ist, haltet euch aber ansonsten aus allen heraus. Davor solltet ihr aber einen kurzen Abstecher nach Kislev wagen. Dort wartet eine alte Bekannte auf mich die einige interessante...Informationen hätte. Es würde mich ungemein Glücklich schätzen wenn ihr sie besorgen könntet“. Während ihr Auftraggeber gesprochen hatte war seine Stimme immer mehr zu einem Flüstern geworden. Bis es schließlich nur noch ein Raunen im Wind war, leise und kaum hörbar. Ihr Herz schlug hart in ihrer Brust während sie sich zusammen nahm und die Worte aus ihrem Mund herauspresste: „Kislev allein als Anhaltspunkt kommt mir etwas wenig vor“.
    Ein leichtes Rascheln erklang, ein Ast brach unter Belastung eines Fußes. „Ja, Kislev allein ist Zuwenig, was? Eine große Stadt, nicht groß durch ihre Bevölkerung oder ihrer Schönheit. Sondern durch seine Geschichte die sie vom Grunde des Bodens bis in den Himmel übergießt. Wenn man diesen Platz betritt, dann wird man mit mehr als tausend Jahren konfrontiert. Durchzogen von Blut und Wahnsinn. Solche Orte sind selbst auf einer Welt wie dieser selten, Sehr selten“. Er verstummte kurz. Die Söldnerin hörte wie ihr ihr Auftraggeber tief einatmete, fast als würde er gerade einen wunderschönen Moment erleben und versuchen ihn in dieser Zeit zu behalten. Als er wieder zum Reden begann war seine Stimme von einer leichten Melancholie durchzogen: „Solch große Orte ziehen immer auch Wesen an die Groß sind, oder sich so vorkommen. Man suchte einfach Plätze die einem selbst gerecht werden können. In Wahrheit ist das aber sehr viel Arroganz die sich da im Deckmantel der Einzigartigkeit annähert. Ihr müsst wissen, ich habe immer versucht zu verstehen wie diese Welt funktioniert. Und trotz eines doch beachtlichen Studiums muss ich gestehen, ich habe keine Ahnung von dieser Welt. Und noch viel weniger Verständnis für die Vielzahl an Kreaturen die sie beherbergt. Nun, ich bin aber nicht alleine, es gibt viele tausende die das versuchen. Und die meisten Hüten ihre Geheimnisse sehr eifersüchtig. In Kislev, angesiedelt in der großen Geschichte, lebt eine solche Dame. Sie lebt dort seit mehr als sechshundert Jahren und beobachtet sehr genau die Bewegungen der Ströme die sich aus dem Norden hierher wälzen. Sie ist alt geworden, zwar in einen jungen Körper aber dennoch alt. Die Welt gibt ihr nichts Neues und sie ähnelt mehr dem Boden ihrer Stadt als den Lebendigen Kreaturen am Boden. Wobei lebendig ohnehin ein schlechtes Wort ist“. Er machte eine kurze Pause, so als ob er ihr die Möglichkeit geben wollte über seinen Scherz zu lachen. Ihr war jedoch nicht nach lachen. Wenn sie es ganz genau nahm was er ihr gerade gesagt hatte, dann gab es eine weit größere Bedeutung warum sie in diesem verfluchten Landstrich waren. Mit trockener Stimme gab sie ihre Befürchtung kund: „Ihr wollt das ich eine Vampirin für euch erlege“?
    „Hast du etwa Angst“? Das Glitzern in seinen grünen Augen wo er das zu ihr gesagt hatte. Und das Gelächter all der umstehenden als er ihr behutsam den Kopf getätschelt hatte. Dann war er gesprungen. Diese riesige Klippe hinunter, in die Tiefen des Meeres.
    Sie riss sich von den Erinnerungen los und konzentrierte sich wieder auf das hier und jetzt. Ihr Augenlicht hatte sich noch ein Stück gebessert. Sie konnte nun die Bäume genau erkennen genauso wie die Lampe die immer noch am Ast hing. In der Mitte ihres Blickfeldes war jedoch eine schwarze Wand. Undurchdringlich, als würde sie einfach ins Nichts hineinstarren. Die Wand bewegte sich, schien zu atmen. Sie sank ein und stieß sich gleich wieder heraus. Eine lebende Finsternis. Sie war fasziniert von dem Nichts das sich vor ihr auftat, so sehr das ihr das Herz beinahe wieder stehen blieb als eine Stimme daraus dröhnte: „Erlegen. Ich habe nie verstanden warum dieses Wort so gebräuchlich gegen Vampire verwendet wird. Es nimmt ihnen ihre Einzigartigkeit. Durch dieses Wort werden sie zu Bestien und Tiere die es zu stellen gilt. Vielleicht versucht man sich damit Mut zu machen, um sich nicht einzugestehen gegen was für ein fürchterlich kraftvolles Wesen man Kämpfen muss? Ist es das“? Er schien irgendeine Antwort von ihr zu erwarten. Das tat er immer. Aus irgendeinem Grund wollte ihr Auftraggeber mit ihr immer über Philosophische Fragen debattieren. Er hinterfragte und suchte. Hier und da stellte sie sich ihm als einen Hund vor der durchgehend mit der Schnauze am Boden herumsuchte. Leider war sie die falsche Frau zum Reden. Sie hatte noch nie viele Worte gefunden und wenn dann meist als Drohungen. Ihr Auftraggeber hatte das bis jetzt auch begriffen, aber er versuchte es trotzdem weiter. Vielleicht war er ja einsam und brauchte einfach jemanden zum Reden? „Nun ich glaube das es ein sehr abwertender Ausdruck ist und sich selbst Mut zu machen. Aber daran ist eigentlich nichts Verwerfliches“.
    Wieder erklangen Schritte und die schwarze Wand verschob sich. „Aber um euch zu beruhigen, es ist nicht so das ihr gegen sie antreten müsst. Diese Dame ist schon seit langer Zeit nicht mehr ganz bei der Welt. Sie ruht in tiefen Gewölben und lässt ihren Geist durch die Welt gleiten um neue Erkenntnisse zu erlangen. Den Eingang zu ihr bewacht nur die Zeit und die Vergesslichkeit der Menschen was sich unter ihren Häusern befindet. Ihr müsst nur dieser Karte folgen und ihr werdet ohne einen Kampf zu einem Raum gelangen wo tausende Briefe und Schriftrollen aufbewahrt werden. Aneste, wie die Dame aus dem Gewölbe sich nennt, ist akribisch was das Sammeln von Informationen angeht. Aber mehr als ein Anfänger im Rahmen der Magie. Ihr Interesse lag nie darin, deswegen gibt es auch keine Zauber oder sonstige Fallen in ihrer Zuflucht. Die letzte Korrespondenz ist zwar noch vor der Chaosinvasion von dem Herrn der letzten Tage, dank der Langlebigkeit der Vampire ist es aber als würden sie erst wenige Wochen alt sein. Alte Wesen neigen dazu lange zu Planen und wenig zu ändern, selbst im Maßstab von Jahrhunderten. Nun, in dieser Kammer werdet ihr eine Truhe finden. Sie wird euch auffallen, sie ist noch aus dem alten Reich das sich einst über die Wüsten im Süden erstreckt hatte. Bringt diese Schatulle zu einer Kneipe die an der Katherina Straße gelegen ist und einen halben Stierkopf an der Tür gehängt hat. Dort werdet ihr einen Mann von ziemlich unausstehlicher Art begegnen. Macht euch keine Sorge, er wird sehr forsch sein und sofort die Schatulle wollen. Gebt sie ihm einfach und gebt ihm meine besten grüße. Falls er anfängt euch zu beleidigen, tut ihm nichts. Aber sagt es mir bitte bei unserem nächsten Treffen wie er euch behandelt hat. Nun gut, dann frisch ans Werk“.
    Mit einem Mal bewegte sich die Dunkelheit vor ihr. Innerhalb eines Augenblicks war sie von einer Wand zu einem kleinen undeutlichen Fleck verkommen der in der Ferne des Waldes herausstach. Sie seufzte tief und hob ihre rechte Hand hoch. Ohne dass sie es bemerkt hatte war ihr der Brief in die Hand gedrückt worden. So wie die letzten paar male auch. Die Söldnerin wusste nicht wie er es machte, doch irgendwie besaß er eine gewisse macht. Sie musste kurz auflachen. Jemand der sich durchgehend in vollkommener Dunkelheit hüllen konnte und in kürzester Zeit verschwinden konnte besaß also gewisse Macht um anderen Gegenstände in die Hände zu drücken? Sie konnte wieder die Stimme hören: „Hast du etwa Angst“? Sie gab es ungern zu, aber die hatte sie. Doch das würde sie auch nicht aufhalten. Sie verschwand von der Lichtung und bewegte sich zurück zu dem Dorf. Die Zwergen Lampe ließ sie liegen. Ihr Auftraggeber dachte sich etwas dabei bestimmte Utensilien nach ihren Treffen dazulassen. Was der Grund war wusste die Söldnerin nicht und konnte ihn auch nicht erahnen. Am naheliegenden war das sich ihr Auftraggeber daraus einen riesen Spaß machte. Er war verrückt, das war ihr klar. Es war nicht so das er es offenkundig preisgab, doch da lauerte etwas das sich nicht fassen ließ. Die Söldnerin hatte genug Geistige Übungen und Disziplin hinter sich um zu wissen dass in ihm der Wahnsinn keimte. Trotzdem würde sie ihm weiterhelfen und für ihn arbeiten. Eine große Wahl hatte sie nicht, denn ihr Ziel wäre ansonsten nicht erreichbar. Im Dunkeln der Wälder beobachtete sie kurz das kleine Stück Papier in ihrer Hand das sich gerade mal erahnen ließ.
    Sie würde nicht Versagen. Nein, das war unmöglich.
    Man sollte denken das die Intelligenten am längsten leben.
    Und trotzdem sterben die Zwerge und nicht die Orks.

  5. #65
    Miniaturenrücker
    Avatar von Iceland
    Registriert seit
    13.02.2008
    Ort
    Frankfurt am Main
    Beiträge
    986

    Standard

    Immer wieder super! echt schön zu lesen!

  6. #66
    Erwählter
    Avatar von Forget
    Registriert seit
    19.09.2009
    Ort
    Pucking
    Beiträge
    546

    Standard Das Spiel der Götter

    Eine Brise fegte über das Türkisfarbene Meer. Er brachte das Salz in die Höhe und reinigte damit die Luft von all den üblen Gerüchen die die Menschen nun mal mit sich brachten. Zusammen mit dem Wind war eine Ruhe gekommen die auch den alltäglichen lärm verdrängte. So blieb nichts weiter als Stille und die frische des Meeres. Draußen, im Meer lagen schwammen ihrer Schiffe über das eisige Nass und behaupteten sich auf den Wellen. Die Segel waren gerafft damit sie nicht ins Meer hinausgetrieben wurden. Ihm ging das Herz auf als er sie sah. Er war Seemann durch und durch. Und jedes Mal wenn er diese Holzkolosse sah bekam er eine unbestimmte Melancholie von der See. Dabei waren aber auch immer eine unbändige Freude und eine Art stolz. Auf was er stolz war wusste er nicht. Es war nicht so dass er auf sich Stolz war diese Schiffe Steuern zu können und durch dieses schwierige Element navigieren zu können. Für ihn fühlte es sich eher so an als wäre er auf die Schiffe selbst Stolz. Einfach deswegen weil sie auf den Meeren fuhr. Ihm hatte einmal jemand gesagt man könne nur auf etwas stolz sein was man selbst erschaffen hatte. Somit war Stolz auf Bauwerke, auf Familie oder auch Völker absolut sinnlos und dumm. Marzeus hatte dem Kerl kurzerhand ausgelacht und war weiter gegangen. Ihn hatten solche kurzsichtigen Philosophen nie interessiert. Was gab es auch von solchen Menschen zu lernen die selbst keine Ahnung vom Leben hatten? Sein Blick wanderte von den Schiffen der Piraten zu den riesigen Ungestümen die wie Seeungeheuer aus dem Wasser stießen. Riesige Schaufelräder an beiden Seiten und ein riesiger Kamin aus dem schwarzer Rauch aufstieg. Marzeus hatte gehört das die Zwerge es Ruß nannten. Er selbst kannte es von den Fackeln, doch in solchen Mengen hatte er noch nie so viel Asche auf einmal gesehen. Was sich die kleinen Wühler dabei gedacht hatten so etwas zu erschaffen? War ihr Misstrauen gegen alles was aus Lebendigen erschaffen wurde so gering? Die kurze Seemanns Reise hatte Marzeus nicht geholfen mehr Einblick in die Seelen seiner neuen Herren zu sehen. Es war vielmehr so das je mehr er sie kennenlernte, desto mehr kamen die Unterschiede zwischen ihren Rassen in den Vordergrund. Er hatte ähnliches mit Menschen durchgemacht und war mehr als einmal kräftig vor dem Kopf gestoßen worden da er sich den Kultur unterschieden nicht klar gewesen war. Nur waren sie alle Menschen. Bei den Zwergen war die Kluft noch breiter und ein Spur tiefer. Dabei wollte er gar nicht Wissen wie es den Estalianern ging die eine nicht gerade geringe Anzahl von Elfen beherbergten. Wie war es für sie mit beinahe unsterblichen Lebewesen zusammenzuleben? Marzeus sah es schon, heute würde er wieder einen seiner Nachdenklichen Tage haben.
    Doch er genoss diesen Moment noch einmal und zog tief die salzige Luft ein. Dabei fiel sein Blick ganz zufällig auf einen kleinen Segler. Ein wirklich mickriges Schiff das man eher für Küstenfahrten her nahm. Auf dem hohen Meer würde es kurzerhand von den Gezeiten vernichtet werden. Für die Menschen aus Arabia waren solche Schiffe selten, aber auch nicht ungewöhnlich. Die meisten waren etwas größere Fischer die einige feste Plätze hatten wo sie ihre Netze ausbringen konnten. Der Rest waren Schmuggler. Das könnte erklären warum das Schiff gerade jetzt auslief. Normalerweise wusste jeder dass man bei einer Hafen Belagerung lieber nicht raus fahren sollte. Die meisten Kapitäne folgten der Devise alle fremden Schiffe in Grund und Boden zu schießen. Selbst wenn es nur Ruderboote waren. Der Kapitän des Winzlings musste wirklich sehr triftige Gründe haben um aus der Stadt hinaus zu gelangen. Aber was soll‘s, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Das brachte seine Gedanken von dem Schiff wieder zurück zu ihm. War dieser Weg wirklich der richtige? Solche Fragen hatte er sich immer schon gestellt. Er war kein ehrlicher Mensch, bei weitem nicht. Aber er wollte auch kein Toter Mensch sein. Deswegen war sein Kopf immer damit beschäftigt abzuwägen. Und gerade war er in einer tiefen Sinnes Krise. Einerseits Plünderten sie gerade eine Handelsstadt aus Arabia. Gut, die Zwerge meinten sie hätten ihre Gründe. Urd Klippenschmied hatte ihn dahingehend nahegelegt nicht nachzufragen. Aber die Zwerge waren fest davon überzeugt dass diese Stadt gegen ihr Volk vorgegangen war. Das brachte natürlich Probleme mit sich. Gerade machte sich nämlich irgendein Stammesführer daran das ganze Land zu vereinen. Wenn sie nur eine seiner Städte überfielen, dann legten sie sich mit der stärksten Militärischen macht im südlichen Gewässer an. Da konnte selbst die enorme Feuerkraft der Zwerge nicht viel daran ändern. Was ihn mindestens genauso sehr verstörte war der Gedanke das sie damit den Handel nachhaltig störten. Und ohne Handelsschiffe gab es nichts zu Überfallen. Oder zu schmuggeln. Oder…Es war egal, sobald der Handel am Schwinden war würden das die Piraten zu spüren bekommen. Eigentlich war ihm das alles noch egal würde er nicht Wissen das sobald ein Krieg ausbrechen würde er vermutlich mit Leuten kämpfen musste vor denen er im Normalfall lieber wegrennen würde. Nun kam aber die Sache die das alles ausgleichen sollte. Und das war das Medaillon das in seiner linken Hand glitzerte. Es war eine Goldkette die mit Silbernen Ornamenten verschönert worden war. Und in der Mitte ein weißer Stein, der das Licht brach und damit einen Regenbogen erzeugen konnte. An sich machte Marzeus sich aus solchem Kleinod nichts. Wäre es nicht so dass man ihm dafür in Sartrosia wohl ein kleines Haus geben würde. Und eine Schenke und zehn Huren dazu. Und das war nur ein Teil der Beute. Selbst bei einer Maße von tausendfünfhundert Piraten und mit den Auflagen der Zwerge wenn sie Plündern durften. Selbst das kleinste Pulveräffchen das meistens mit Latrinen Putzen, Deckschrubben und noch viel schmerzvolleren und erniedrigenden Arbeiten beschäftigt ist wird heute Platzen vor Freude. In seiner gesamten Zeit als Freibeuter hatte er noch nie einen solch erfolgreichen Tag erlebt. Und es gab noch sieben weiter Städte die es zu Überfallen galt. Das hieß zwei Monate lang ging es darum reichen Händler Familien ihr erspartes zu rauben im Namen einer Rasse die seit Jahrtausenden in den Bergen herumwühlte. Das Leben hatte schon einen besonderen Humor und die meisten Götter schienen ihn zu verstehen.
    Marzeus war innerlich zerrissen. Seine Gier sagte ihm dass er endlich den Goldenen Topf gefunden hatte. Endlich in das gute Gewässer mit Smaragdfarbenen Ozean gefahren war. Aber was brachte ihm das alles wenn er dafür sterben würde? Obwohl, wenn er genau überlegte, sein ganzes Leben war ein Seil Akt. Und ob er nun für ein geringeres Vermögen sterben würde, oder eben als verflucht reicher Drecksack…
    Sein Blick wanderte noch einmal zu dem größerem Fischerboot das Todessehnsüchtig aufs offene Meer hinausfuhr. Marzeus war sich sicher dass sie kurzerhand in Stücke geschossen wurden. Er musste nur warten bis sie innerhalb der Reichweite der ersten schiffe waren. Die Seeräuber darauf waren wahrscheinlich ganz schön angepisst nicht selbst Plündern zu dürfen. Dank den Zwergen war zwar Vergewaltigen und anderweitig Spaß haben nicht erlaubt, aber Plündern und Saufen was man wollte war auch schon was. Warum sich die kurzen sosehr dagegen wehrten lag wohl daran das sie in erster Linie nur die Sklavenhändler Familien in die Finger bekommen wollten. Alle anderen wollten sie soweit in Ruhe lassen wie es ging. So dumm war diese Urd nicht sich mit den Dunkelhäutern aus den Wüsten anzulegen. Nicht dann wenn ohnehin das gesamte Meer gegen sie Mobil machten. Ob das allein reichte wussten allein die Göttern. Also entschied er sich für einen Münzwurf. Wenn es das Schiff schaffte, an der Flotte vorbeizukommen ohne in Grund und Boden geschossen zu werden, dann würde er den Zwergen die Treue halten. Sollte es jedoch sinken würde er bei der erst besten Gelegenheit verschwinden oder notfalls die Seiten Wechseln.

    Rhisdil war überrascht wie schnell sich die Welt wandeln konnte. Heute Morgen war er in eine blühende Handelsstadt gekommen. Und nun wurde sie gerade von Piraten auseinandergenommen und geplündert. Der Geruch der aus der Stadt kam war getränkt mit Furcht und Existenzacht. Dabei schwang aber auch eine gewisse Note mit die Rhisdil eine gerechtfertigte Angst nannte. Ein paar der Stadtbewohner wussten scheinbar sehr gut warum die Zwerge ihnen an den Kragen wollten. Sein Gefühl sagte ihm das die Druichi wohl gerade dabei waren frische Fleischwaren weiter zu verschiffen. Was für ein Glück für sie das Rhisdil sie getötet hatte und sie nicht von den Zwergen zu Rechenschaft gezogen wurden.- Die Kleinen Stollenbewohner neigten zu teils drastischen Strafen. Und mit abgeschnittenen Ohren nackt in die dunklen Eingeweide der Welt getrieben zu werden war alles andere als Fein. Aber auch ohne die Dunkelelfen waren die Zwerge wohl vollauf begeistert. Was er von ihnen riechen konnte war Hoffnung und eine grimmige Freude einen weiteren Groll streichen zu können. Rhisdil wollte gar nicht Wissen wie viele Zwerge in der Stadt gefangen waren. Gesammelt aus der gesamten alten Welt um sie in das dunkle Land jenseits von Ulthuan zu bringen. Hätten sie ihn noch in der Stadt angetroffen wäre er wohl von den Kleinwüchsigen niedergemäht worden. Oder sie hätten es auf jeden Fall versucht. Rhisdil war aber nicht so arrogant zu glauben dass er es mit mehr als hundert erprobten Zwergenkriegern aufnehmen konnte. Zum Glück hatten er und seine neuen Begleiter es rechtzeitig geschafft. Jetzt mussten sie nur noch auf direkten Weg nach Magarit um Daleszin und dem König von Estalia, Felipe el Piadoso.
    „Wir sollten uns vor den Schiffen in Acht nehmen“. Der Dunkelelf starrte argwöhnisch gegen die Piratenschiffe die in einiger Entfernung dahin dümpelten. Rhisdil verstand ihn, er misstraute diesem Menschen Abschaum genauso wenig. Innerlich suchte er die Götter für Vergebung sie Abschaum genannt zu haben, doch das war noch das freundlichste Wort dafür. Er mochte ihre Lebensweise und at nicht. Und was ihm die Winde der Magie mithilfe seines Geruchssinns übertrugen war verehrend. Gier, Wollust, Zorn, Verrat untereinander und die Belanglosigkeit mit der sie das habe anderer zerstörten. Er spürte mehrmals wie die Gerüche der Zwerge sich mit denen der Piraten kreuzten. Es waren immer die Zwerge die gewannen. Selbst als solch niedere Wesen hatten sie kein Problem damit sich anderen unterzuwerfen. Ihre Triebe waren nicht stark genug um dafür zu sterben. Rhisdil war es einfach unverständlich wie jemand ein solches leben auch nur entfernt als lebenswert bezeichnen konnte. Selbst ein Hund würde sich elendig in die Fluten stürzen um nicht ein solch niederes Leben zu führen. Die Akzeptanz von diesem Menschenschlag, auch wenn Rhisdil es nicht gern zugab, war aber da. Was brachte es ihm auch wenn er sich darüber aufregte. Die Menschen neigten dazu. Was ihn bei der Sache weit härter traf waren die Zwerge, die die Piraten nutzten. Zwar verhinderten sie das die Stadt völlig in Mitleidenschaft gezogen wurde, doch für solch auf ehre bezogene Kreaturen hatten sie wenig Anforderungen an ihre Verbündeten.
    „Herr Rhisdil, hört ihr mir zu“? Mit einem Ruck wurde sein Verstand in die Gegenwart katapultiert. Seine Augen glitten zu dem Dunkelelfen. Er sah ihn mit besorgten blick an und deutet zu den Schiffen:“ Auch wenn ich ungeübt in solchen Dingen bin, ich glaube diese Bastarde beladen die Kanonen“. Sein Kopf schnellte wie eine Schlange herum, gerade noch rechtzeitig um zu sehen wie eine Flammenzunge aus einem Kanonenrohr pustete. Ein wildes Johlen kam von dem Schiff herüber, zusammen mit dem donnernden Knall der Vernichtungswaffe. Mehrere dutzend Schritte entfernt schlug die Kugel in das Meer ein. „Verdammte Barbaren, die versuchen uns zu versenken!“ Rhsidil schoss sofort der Geruch von Angst in die Nase, eine Mischung aus den magischen Winden Tod und Schatten, aber es war auch etwas Bestie darin, die, die Wildheit seines neuen Kumpanen anzeigte. Ihm fiel auf dass er gar nicht den Namen von seinem neuen Begleiter wusste. Er hatte sich gleich nach der Befreiung vorgestellt. Doch der Druichi hatte es vorgezogen über die Menschen, seine Entführer und alles Mögliche zu schimpfen. Er war ein ausgeprägtes Schandmaul, wenn man so sagen wollte. Den einzigen denn er bis jetzt nicht beleidigt hatte war Rhisdil. Und die Tür, aber auch nur deswegen weil über Türen zu schimpfen höchst unbefriedigend war. Aber eigentlich hatte er jetzt keine Zeit darüber nachzudenken!
    „Übernehmt bitte das Steuer und versucht ein schweres Ziel zu ergeben. Ich versuche etwa mehr Wind in unseren Segeln zu bekommen „. Der Druichi machte sich sofort an die Arbeit und Rhisdil wandte sich dem Mast zu. Blöderweise blies der Wind nicht ganz zu ihren Gunsten. Vielleicht konnte er das aber mit seinen Fähigkeiten verändern.
    Er atmete tief ein und begann leise zu rezitieren:
    Ich erbitte ehrfürchtig um den höchsten Logus des großen Gauklers, großen Täuschers, dem lachenden Gott, Schutzgott der Tänzer, Lieder und Spieler, Gott der Schatten, Gott der Betrüger, des dunklen Verlangens der Rache, Loec. Ich erbitte um deine Kraft, doch ich mache keinen tausch. Weder mein Geist, Seele oder Körper werden dir gehören. Ich werde in deinem Namen weder Morden noch leben schenken. Ich werde dir nicht dienen. Ich erweise dir Ehre und zolle dir Respekt. Erhöre mich und ich werde weiter in dieser Welt wandeln. Großer Loec, gib diesem Schiff die Kraft sich im Winde zu drehen wie es sonst nicht sein kann, sich durch das Wasser zu bewegen wie ein Fisch. Im Namen des alten Bundes, erinnere dich! Im Namen des größten aller Götter, Asuryan, erinnere dich! Auch wenn dir nichts von mir gehört, so bin ich doch ein Teil deines Volkes! Erhöre mich Loec, du großer Tänzer“! Er hatte im Laufe des Gebets immer lauter geredet bis er beinahe geschrien hatte. Ihn hatte ab der Anrufung der Namen gewaltig die Nase gejuckt und es fühlte sich an als müsste er gleich ordentlich niesen. Der Geruch war schwer zu definieren doch er roch wie ein Mischung aus einem gewaltigen Trinkgelage und den ersten Frühlingsblumen. Er wandte seinen Blick wieder zu dem Piraten Schiff an dem dutzende Gestalten herumliefen und laut schrien. Warum bei allen Göttern wollten diese Narren sie nur versenken? Rhisdil konnte sich keinen Reim darauf machen. Schließlich hatten er und sein Kumpane ihren Kopf verhüllt und sahen einfach aus wie zwei sehr schöne Männer, die beinahe einen Kopf größer waren als der Durchschnitt. Und ansonsten blieb nur die Tür, die wie er annahm wohl keinen zu einem Angriff verleiten sollte. Also warum Taten die das?

    Marzeus war wirklich überrascht wie langweilig den Jungs wohl sein musste. Das Stundenlange warten und das mitansehen müssen, wie ihre Kameraden den ganzen Reichtum einsackten machten sie wohl etwas hibbelig. Sie hatten sogar begonnen das Schiff gefechtsbereit zu machen und setzten gerade Segel. Das war so gesehen ganz klare Befehlsverweigerung. Andere Admiräle hätten das Schiff sofort Entern lassen und die Besatzung der Meuterei bezichtigt. Bei den Zwergen fehlte aber die Erfahrung mit solchen Dingen. Für sie war es kein Problem wenn sich ein Schiff für eine halbe Meile absetzte. Selbst dann noch waren sie in Reichweite der enormen Zerstörungskraft. Und sobald sich die Zwerge sicher waren das Gemeutert wurde, wurde das Schiff einfach in Stücke zerschossen. Marzeus traute ihnen einfach nicht zu sich die Mühe zu machen ihnen hinterherzufahren um sie dann mit bloßen Fäusten zu verkloppen. Das Risiko das da jetzt was passiert war denkbar gering. Es brauchte nur wenige hundert Schritt und das Schiffchen würde von dutzenden Kanonenkugeln auf den Grund des Meeres versenkt. Schien so dass er sich wohl mal wieder mal vornahm sich abzusetzen. Wie musste er noch überlegen, aber im besten Fall nach Tilea. Die Stadtstaaten waren alles andere als begeistert von der Übernahme Sartrosias. Und mit der Störung des Handels machten sich die Zwerge keine Freunde. Dazu kam das er genug Informationen über die Kurzen hatte um sich wenigstens halbwegs bei irgendwen einzuschleimen. Der größte hacken in dem Plan bestand darin das er verhindern musste das die anderen Kapitäne davon mitbekamen. Marzeus wollte einfach nur verschwinden. Das würde ihm zwar auf ewig das Mal des Feiglings bei den Zwergen bringen, doch damit konnte er Leben. Wenn jedoch die anderen das mitkriegten, würden ganz sicher ein paar Vollidioten dabei sein die glauben die Zwergenschiffe entern zu können. Man musste nicht der schlauste sein um zu wissen dass sie allesamt von den Bärtigen Krieger in den Boden gestampft wurden. Und dann wäre er kein Feigling sondern ein Verräter. Die Legenden über die Vendetta unter den Tileanern waren weitbekannt. Man liebte einfach Geschichten über die Gewalt und die Rache über Generationen. Deswegen kamen auch gleich nach den Erzählungen der Südländischen Fehden, der unsterbliche Groll der Zwerge. Sobald sein Name von irgendeinem wütenden Zwerg in ein Buch geschrieben wurde, würde dessen Verwandtschaft versuchen diese Schande auszumerzen. Selbst wenn die Zwergenflotte dann in einem schlag vernichtet werden würde und Sartrosia wieder in Piraten Hand wäre. Selbst dann müsste er aufpassen das ihm nicht einer der wütenden Kerle den Schädel mit einer Axt einschlug.
    Mit einem donnern das einer Reiterhorde oder einem Blitz nachkam wurden die Kanonen gefeuert. Dutzende Guss Kugeln die so groß waren wie die zwei Fäuste eines ausgewachsenen Mannes. Gespannt sah Marzeus zu wie sich die Rauchwolken auflösten. In einem Hagel aus Tod und Verderben wurden die armen Trottel überzogen. Die ersten Kugeln segelten über den Mast davon. Andere schlugen kurz vor dem Holz Korpus ins Wasser und wurden ihrer Kraft beraubt. Und, Marzeus traute seinen Augen kaum, irgendwie schafften es auch die anderen Kugeln nicht irgendetwas zu treffen was nicht aus Wasser bestand. Er konnte nicht anders als mit offenem Mund zuzusehen wie das Schiff sich durch die Wellen tänzelte. Dabei kam es beinahe wie ein merkwürdiger Tanz vor. Das Wippen des Bugs erinnerte beinahe an den aufreizenden Hüftschlag eines gut gebauten Frauenhinterns. Als wollte das Kleien Schiff die Piraten herausfordern es noch einmal zu versuchen. Rasch sandte er ein Gebet zum Gott der Piraten und Plünderer für seinen Schutz. Es konnte nicht mit rechten Dingen zugehen wenn eine volle Breitseite auf so ein Ziel völlig daneben ging. Nicht bei Männern die seit ihrer Kindheit nichts anderes Taten als wortwörtlich mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Der Krach der Schüsse war gut zu hören gewesen. Sowohl von den restlichen schiffen wie auch in der Stadt wurde das treiben nun verfolgt. Ein kurzer Blick auf die Zwergenschiffe zeigte ihm eine beginnende Hektik. Was hieß das den Piraten nicht lange Zeit blieb bis sie zurechtgewiesen wurden. Oder sogar schlimmeres.
    An ihrer Ehre gepackt und tödlich beleidigt beluden die Seeräuber in kürzester Zeit die Kanonen neu. Das Schiff nahm Fahrt auf und verringerte den Abstand zu dem kleinen Gefährt. Dieses Mal wäre es fast unmöglich ohne einen Treffer davonzukommen. Und niemand fuhr mit einem beschädigten Kahn in die hohen Gewässer ohne Selbstmord Gedanken. Neben Marzeus versammelten sich weitere Gestalten die ebenfalls dem Schauspiel beiwohnen wollten. Er stand auf einer Terrasse für die obere Bürgerschicht der Stadt. Ein beinahe hundert schritt langer Überhang aus schwarzen Stein der mit einem Kunstvollen Geländer aus weißen Gestein gesichert wurde. Von hier hatte man den besten Überblick über das Meer und den Tödlichen Überlebens Kampf des kleinen Schiffes. Ein kurzer Blick nach rechts bestätigte ihm das mehre seiner Männer anwesend waren. Dabei sah er bei einem Wettergegerbten, kernigen Kerl etwas an den Fingern blitzen. Marzeus nahm es etwas genauer in Augenschein und konnte es als verflucht reinen Goldring entlarven. Der Mann, dessen blonde lange Haare seine Abstammung aus dem Norden anzeigten, war vor einem halben Jahr seiner Mannschaft beigetreten. Verdreckt, halbnackt und noch nicht einmal ein Küchenmesser nannte er sein eigen. Hätte er nicht angeheuert wäre er ein Bettler oder eine männliche Hure geworden. Selbst in der untersten Schicht in Sartrosia hätte er um sein Überleben kämpfen müssen. Und jetzt stand er das, voll eingekleidet, mit allem möglichen Schmuck behangen und wenn er richtig sah hatte er sogar einen Kunstvollen Krummsäbel erbeutet.
    Marzeus musste unwillkürlich schlucken. Langsam fragte er sich ob es wirklich so gut für ihn wäre wenn die Piraten den kleinen Kahn zum Grund der Meere schickten.

    Böse Zungen behaupten dass Götter sich zwar gerne als allmächtig darstellten, doch sehr unregelmäßig und nur im seltensten Fall ihre Mächte einsetzten. Rhisdil bekam das gerade am eigenen Leib zu spüren. Nachdem der Gaukler Ihr Schiff zum Tanzen gebracht hatte, überlebten sie den Kugelhagel ohne einen Kratzer. Dann hatte der Wind plötzlich angefangen sich wie das Lachen eines Geistesgestörten anzuhören. Und das war es dann. Ohne weiteres machte sich seine Göttliche Rückendeckung aus dem Staub und ließ ihn allein mit den mordlüsternen Piraten. Verdrossen blickte er auf sein Schwert. Wenn er wenigstens in einem ehrlichen Kampf sich beweisen könnte. Dann hätten sie vielleicht sogar eine reelle Chance. Er traute es sich zu mehre im Kampf zu erschlagen. Und sobald sie sahen dass er mit der Klinge umgehen konnte würden sie es sich vielleicht anders überlegen. So mussten sie jedoch nur ihre widerwärtigen Eisenrohre benutzen um sie zu töten. In dieser Hinsicht unterstützte Rhisdil die Ritter Betronias absolut mit ihrer Ansicht jede Fernkampf Waffe als unehrenhaft darzustellen. „Loec ist so ein mieses Schwein“. Sein Leidensgenosse traf es ziemlich genau. Von tiefsten Herzen stimmte er ihm bei währenddessen er mit allen Kräften versuchte das Schiff schneller zu machen. Mit einem Schiff der Elfen wären wir jetzt längst schon in Estalia, dachte er verbittert. Das stimmte natürlich nicht, aber im Augenblick des Todes durfte man ruhig etwas übertreiben. „Gibt es noch irgendeinen Gott den du anrufen könntest und den es interessieren würde uns lebend hier herauszuschaffen“`? Im Antlitz des Dunkelelfen hatte sich Furcht eingefressen. Rhisdil dachte kurz nach. „Nein“. Loec war der einzige dem so etwas Spaß gemacht hätte. Der Gaukler liebte es andere zum Narren zu halten und fand Gefallen daran Tatsachen auf den Kopf zu stellen. Alle anderen Götter fanden an solchen Dingen keinen gefallen und auch nicht an die Art des Kampfes. Das war nicht der ehrenvolle und blutige Kampf den sich den meisten Kriegsgöttern verschrieben hatten.“ Das heißt also das wir uns in Khaines Feldern wiedersehen werden“. Der Dunkelelf klang nicht verbittert, sondern eher zornig. „Gerettet vor dem häuten, nur um von ein paar Schweinen von Eisernen kugeln versenkt zu werden. Das Schicksal ist fantastisch“. Der Druichi lachte kurz auf. Rhisdil gab nichts auf seine harten Worte und gab alles um das Schiff schneller zu bewegen. Er drehte die Segel um besser den Wind einzufangen und schlug das Ruder so en das sie das kleinste Ziel darstellten. Schon seine Lehrmeister hatten ihm gesagt dass er dazu neigte an Dinge festzuhalten obwohl sie längst schon verloren waren. Tja, sollten sie doch über ihn Lachen, es war nicht seine Art sein Leben einfach so leichtfertig wegzuwerfen. Er band ein Seil von der Reling und legte sein gesamtes Gewicht hinein. Um eine Handbreit drehte sich das Segel und es ging ein Ruck durch das Holzgerüst. Das Seil zog schmerzhaft in seinen Händen. Der Wind biss stark in die Leinen und versuchte ihm die Kontrolle zu entreißen. Ihr kleines Schiff schaukelte auf den Wellen und trotz seines gewohnten Seegangs verlor er beinahe das Gleichgewicht. „Verfluchter Narr“! Der Druck auf Rhisdils Händen wurde weniger. Der Dunkelelf und her schafften es mitzusammengebissen Zähnen das Seil erneut festzubinden, nur das es diesmal einen Unterarmlang weiter an der Reling angebunden wurde. Keuchend und sich die schmerzhaften Hände an der Hose reibend schaute er zu dem Piraten Schiff. Die kleine Änderung brachte nicht viel. Die Piraten waren gerade dabei ihre Kanonen neu zu beladen und waren nur noch halb so weit entfernt wie bei ihrem ersten Schuss. Diesmal würden sie definitiv versenkt werden. Seine Meister würden zu dem Vorfall nichts sagen wenn sie es hören würden. Vielleicht ein ganz kurzes Lächeln wenn sie sich in einem unbeobachteten Moment wähnten. Offene feindselige Emotionen zu zeigen war ja schließlich alles andere als gern gesehen.
    Das widerliche Krachen einer Kanone erklang und kurz setzte sein Herz aus. Er spürte geradezu wie Eisenkugel aus dem Eisenguss Rohr befördert wurde. Wie sie sich mit immenser Geschwindigkeit fortbewegte, Wind und Luft zerschnitten als wäre es nichts. Um mit einem alles vernichtenden Einschlages zu zerstören. Rhisdil hatte als Schwertkämpfer immer schon mit dem Gedanken gespielt wie es wohl sein würde wenn er starb. Dabei hatte er schnell herausgefunden dass auch ein Tod durch das Schwert ihn wenig begeisterte. Der Schmerze, die Niederlage und das Leiden bevor die Seele aus dem Körper floh. Er hatte nicht das Gefühl das es so ein anständiger Tod war. Nur stand ertrinken auch nicht wirklich auf oberster Stelle. Die Kugel schlug krachend ein, Männer schrien und Holz wurde in Stücke gesprengt. „Das glaube ich jetzt nicht“. Der Dunkelelf stand neben Rhisdil. Ganz nebenbei kam ihm der Gedanke dass derzeit keiner das Steuer in der Hand hielt. Dann kam aber auch schon der zweite Gedanke dass die Kugel nicht bei ihnen eingeschlagen hatte. Und das der Druichi auch nicht geschrien hatte. Ungläubig blickte er zu dem Piraten Schiff. Die Piraten waren gerade dabei hektisch das Schiff zu drehten. Da begann ein weiteres Gewitter und dutzende Eisenkugeln zerfetzten einen Gutteil des Schiffes. Zwanzig Schritte von ihrem Schiffe entfernt schlug ein Fehlgänger ins Wasser ein.

    Rhisdil dankte den Göttern und beeilte sich das Steuer in die Hand zu nehmen. Zum Glück hatte das Ruder den kurz gehalten, obwohl es nur Wild herumgeschwenkt war. Beinahe schien es ihm als würde er wieder den Gaukler Lachen hören.


    „Scheiß dich an“. Marzeus hatte selten etwas so unglaubliches gesehen. Und selten so schnell etwas grauenhaftes. In einem Moment noch ein prachtvolles Schiff, im nächsten Moment ein halbes Wrack. Die Kanonenkugeln der Zwerge hatten Löcher in das Holz gerissen wo man vermutlich seinen Kopf hindurchstecken konnte. Nach seiner fachlichen Meinung war das Schiff schon nach der ersten Salve soweit verwüstet das alles andere als aufgeben nicht mehr möglich war. „Mein Schiff“! man hörte irgendetwas Metallisches auf dem Steinboden aufschlagen hören. Kurz darauf wurden zwei schaulustige kurzerhand umgeworfen. Ein Mann um die vierzig mit braunem Schnurbart und hellbraunem haar schaute fassungslos auf das Meer. Von seiner Statur war er eine Handbreit größer als Marzeus. Auf seinem Kopf thronte ein großer Kapitäns Hut, er trug einen gut erhalten Mantel eines Imperialen Kapitäns. Manfred Hamstein. Marzeus kannte ihn als eine halbwegs begabten Kapitän der auch recht gut mit Situationen umgehen konnte. Für ihn war der Tod der Piraten Königin gerade recht gekommen. Wild winkend schrie er aus purer Verzweiflung: „Ihr Idiotien, sofort umkehren, sofort! Segel brach liegen lassen und Anker setzen! Bei Sigmar ihr vollkommen Blödmänner…“!
    Marzeus wusste das ihm das Lamentieren nichts brachte und Manfred vermutlich auch. Doch in so einer Situation war es mehr als verständlich wenn man da nicht mehr ganz klar im Kopf war. Zum Glück für sein Herz und seine Mannschaft hatte Niemand die Idee zurückzuschießen. Das wäre auf jeden Fall ein Todesurteil gewesen. Für Marzeus stand damit fest das er weiterhin den Zwergen die Stange halten würde. Er hoffte dass er diese Entscheidung nicht bereute. Doch wenn er einen Blick auf das Schiff warf, dann wollte er gar nicht wissen was es erst für all jene bedeutete die offen gegen dieses Volk ins Feld ziehen wollten.


    „Mein Name ist Imrik“. Seit mehr als einer Stunde hatten keiner von ihnen etwas gesagt. Sie hatten einfach geschwiegen und sich darauf gefreut noch Luft in ihre Lungen zu saugen. Das er sich jetzt so plötzlich vorstellte passte jedoch zu dem Dunkelelfen. Rhisdil schien es als würde der Druichi an sich dazu neigen sehr seltenetwas von sich preiszugeben. „Imrik“. Es war eine alte Gewohnheit das Rhisdil Namen kurz nachdem sie ihm genannt worden waren auf der Zunge rollen ließ. Das machte es ihm einfacher den Namen zu merken. Während er den Namen aussprach kam ihm ein Gedanke: „Ist das nicht der Name des Phönixkönigs der Malektith den Phönixthron streitig machte“? Kurz sagte niemand etwas. Dann die knappe Antwort: „Ja“. Schallend hallte über das wunderschöne blaue Meer Rhisdils helles lachen.
    Man sollte denken das die Intelligenten am längsten leben.
    Und trotzdem sterben die Zwerge und nicht die Orks.

Seite 7 von 7 ErsteErste ... 567

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Single Sign On provided by vBSSO