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  1. #61
    Miniaturenrücker
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    .. fein fein! wann geht's weiter?

  2. #62
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    Standard Im land der Götter

    Was passiert hier? Wo waren seine Hände? Er konnte nichts anfassen. Eine schneebedecke Hochlandschaft nahm sein Auge ein. Frischer Schnee fiel sanft vom Himmel und eine wohlige Wärme breitete sich in seiner Brust aus. Es war wunderschön, doch etwas stimmte einfach nicht. Seine Hände sollten den Schnee auffangen, doch sie taten es nicht. Warum taten sie es nicht. Was war nur mit ihm? Die Gedanken in ihm waren erschreckend, trotzdem fühlte er sich so seltsam beschwingt. Das gesamte Bild und auch die Kälte ließen ihn Frieden finden. Er fühlte sich als hätte man ihm in eine Decke gerollt und neben einem Feuer gelegt. Bei einem eisigen Wintertag ein gewaltiges Feuer. Das alles erhitzte und ihm in diesem Winter Traum das Leben ermöglichte. Fast wären ihm die Augen zugefallen. Eingelullt in seinen eigenen Gedanken schweifte sein Kopf in die tiefen eines Traumes. Kurz bevor er einschlief erschien ein Bild vor seinen Augen. Ein kleiner Wald in denen dutzende Feuer brannten. Auf einer Seite fein säuberlich aufgereiht die Leichen von Menschen. Dazwischen lagen überall die Leichen von Orks die man einfach dagelassen hat wo sie niedergegangen waren. Irgendwo dazwischen lag allein ein Mann unter einem Baum, atmete gleichmäßig aus und ein und hielt seine Muskete mit beiden Händen fest an sich geklammert. Irgendetwas erwachte in ihm als er das sah. Aus der wohligen wärme wurde eine plötzliche Hitze die durch seinen Venen jagte und drohte ihn zu verbrennen. Er keuchte gepeinigt auf und sein Kopf raste in die Höhe. Mitten hinein in den eiskalten Wind. Er schrie was seine Lungen hergaben während sein Taubes Gesicht sich langsam vor Schmerz verzog. Er versuchte mit seinem rechten Bein aufzustehen, knickte aber sofort ein. Schmerzhaft zog sich sein Atem durch seinen Körper. Sein Schädel fühlte sich an als würde er gleich Platzen. Und aus der gewaltigen Hitze die drohte ihn zu verbrennen war ein eiskalter hauch geworden der seinen gesamten Körper zu Eis gefrieren ließ. Er fing an zu zittern, bemerkte seine vereisten Glieder. Seien Hände waren nur noch Klumpen die irgendwie an seinem Körper hafteten. Kein Gefühl, keine Bewegung, gar nichts. Alles was er konnte war sie herumzuschwenken, als hätte man ihm Eisen anstatt seinen Unterarmen angebracht. Warum war das so? warum musste das so sein? Allein in dieser Hölle, gefüllt mit ewigen Eis.
    Zitternd und mit größter Kraftanstrengung raffte er sich auf. Er stützte sich auf seine beiden toten Hände und drückte die Schenkel durch. Ein Schritt nach dem anderen setzte er sich wieder in Bewegung. Wohi9n wusste er nicht und wozu auch nicht. Aber er wollte hier nicht krepieren wollte nicht hier vergehen. Es wartete etwas auf ihn. Da war ein Sog der ihn nach vorne trieb und ihm verbot sich einfach in den Schnee zu legen und zu sterben. Schatten tanzten um ihn herum und das Eis begann sich zu formen. Aus Fest wurde Flüssig und Gasförmig, Dann etwas das Glitzerte und durchsichtig war aber trotzdem fest. Als nächstes eine Mischung auf Fest und Flüssig. Man konnte darin eintauchen als auch darauf stehen. Es begann Münder zu formen die die Geheimnisse dieser Welt mit ihm teilen wollten. Doch er hörte nicht zu. Würde er das tun, das wusste er, würden sie ihn verschlingen und sein Körper wäre die Nahrung für dieses Land. Aber das durfte er nicht. Er musste weiter, er musste, er musste…
    Was musste er? Und wozu? Wie kam er hierher und warum spürte er seine Hände nicht mehr? Was war nur mit ihnen? Hat ihnen wirklich der eisige Wind alles leben ausgezogen und sie zu Totem Fleisch verwandelt. War dies das Ende? Er kämpfte in dieser weißen Hölle zwei schlachten. Einerseits die seinen Körper am Leben zu halten und nicht von dem Land gefressen zu werden. Anderseits war da sein Geist. Er war unvollständig und zerbrochen. Dinge die wichtig waren schienen nur noch verschwommen in seinem Gedächtnis zu existieren. Wie die Wellen die ein Stein im Wasser hinterließ. Man konnte erahnen das er dort rein geflogen war, doch wie er aussah, wie schwer er war, konnte niemand mehr sagen. Nur noch die Wellen ließen erahnen was er an Wert gemessen hatte. Doch auch nur für kurze Zeit, dann verschwanden sie wieder und das Wasser verschluckte alle Geheimnisse. Als hätte man ihn gehört kicherten die Münder und der Boden wurde wieder flüssig. Hundert mal Hundert seiner Körperlänge ergoss sich ein klares nass nun in den Abgrund. Dort war keine Dunkelheit die seine Augen vor dem schrecken hätte schützen können. Er sah alles, bis in den kleinsten Winkel. Bis tief hinunter in den Felsigen Erdboden sah er das was unter dem Eis lauerte. Der Wahnsinn und die Pervertierung die sich an der Hand nahmen und alles wiedersprachen an dem er sich klammern konnte. Sein Herz raste und trotz der eisigen Kälte erschauerte er. Er durfte sich nicht in die Dunkelheit ziehen lassen, nicht in dieses Chaos verderben lassen. Etwas erweckte Erinnerungen als er an das Wort Chaos dachte. Er hatte es schon früher mal gesagt, vielleicht sogar öfter. Manchmal voll Furcht, doch hin und wieder vor Bewunderung und Hingabe.
    Er brauchte einen Anker, etwas das ihn anband und ihm halt bot. Etwas, das ihm half. Nur wo war dieser Anker!? Hier war nicht als ein riesiger Ozean gefüllt mit allen was den Verstand sprengen konnte. Unter seinen Füßen wo sich die schäumenden Wellen aufbäumten lauerten tausende Tote die miteinander Tanzten während riesige Fischartige Kreaturen sich in ihre eigenen gewaltigen Körper einfraßen um gleich darauf neu daraus zu erwachsen. Er sah Liebende wie sie sich schmeichelnd umarmten und wie sie mit jeden Moment älter wurden und bevor sich ihre Geschlechter überhaupt berühren konnten zerfielen sie zu staub. Er sah die Leben von Wesen die Äonen existiert hatten aber doch so schnell von der Zeit verschluckt wurden wie Holz das vom Feuer gefressen wurde. Dort, unter seinen Füßen, absolut einsehbar, ohne jeden Schatten, lauerte das Dunkel das nach ihm lechzte und versuchte ihn hinunter zu locken. Hinein in diesen Alptraum um auch seine Selle für immer an sich zu binden. Wie der drang vor einem Abgrund zu stehen und zu springen, obwohl man wusste, dass der Tod auf einen wartete. Dieser drang war da. Aber er wollte das nicht. Er brauchte einen Anker, irgendetwas. Er fokussierte seinen Blick nach vorne, doch da wandelte sich alles in eine weitere riesige Welle die aus schreienden Frauen zu bestehen schienen. Sich selber die Augen auskratzen, während die blinden versuchten den anderen den Mutterbauch herauszureißen. Er keuchte gequält und wäre fast umgefallen als die welle über ihn rauschte. Ein Korridor wurde für ihn erschaffen so dass er nicht in Berührung mit diesen Kreaturen kam.
    Sein Herz raste und sein Blick wurde unstet. Konzentrierte er sich auf den Himmel verwandelte er sich in ein Spiegelbild und zeigte ihn Kopfüber über den Ozean gehend. Richtete er seinen Blick nach rechts oder links sah es so aus als würde er senkrecht hineinfallen. Egal wohin er sich wanderte oder was er anvisierte, es schien sich zu verwandeln und sich in einer Agonie aus Leid und Lust neu verbinden. Er spürte seine Körper immer weniger, alles wurde taub und selbst seine Augenlider schienen festgefroren zu sein. Angst keimte in seinem Herzen auf und breitete sich in Form von einem üblen Gefühl durch seinen gesamten Körper. Je mehr sein Körper nachgab, desto mehr fing sein Geist an sich zu stärken. Aus den leisen Echos wurde lautes Geschrei und langsam verstand er. Ganz langsam Verstand er….
    Sein Kopf begann wieder zu hämmern und schien kurz vor dem Platzen zu sein. Die Adern schwollen an und seine Augäpfel wurden fast aus der Höhle gedrückt. Dann platze sein Schädel wirklich. In einer einzigen Explosion schossen dutzende Bruchstücke seines Knochens herum während Blut und Hirnmasse sich über seinen Schulter Brust und Rücken legten. Er war zersplittert, war zerstört. Doch trotzdem ging er weiter. Da war noch etwas das auf ihn wartete. Er war noch nicht fertig, war noch nicht bereit. Schritt für Schritt wandelte er weiter. Ein Augapfel hing ihm über seine Kiefer du bot ihm verschwommene Eindrücke aus seiner Umgebung. Der Wahnsinn war verschwunden, stattdessen war alles nun Schwarz und Grau. Dutzende Graue Dinge die sich neu formten und etwas erschaffen wollten. Doch wenn sie soweit waren zerbrachen sie wieder rund wurden etwas Neues. Warum? Warum wurde es wieder anders und blieb nicht so wie es war? Warum konnte es sich nicht halten? In einer bemerkenswerten Art zersplitterte sein Kopf erneut. Obwohl e ihm zuvor schon zerplatzt war, er tat es erneut. Die schwarze Welle kam ihm wieder in den Sinn. Da war etwas mit einer schwarzen Welle und sie hat alles verschlungen was um ihr war. Wie sie sich langsam aufbäumte und das Tal überschwemmte. Da waren kleine hüpfende Lichtpunkte die sich mit großen roten Feuern kämpften. Sie alle wurden verschlungen und in die Finsternis gesaugt. Inklusive ihr…ihm.
    Etwas gewaltiges hungriges das nur existierte um zu zerstören und neu zu erschaffen. Aber was war es, was konnte…
    Ein Bild, ein kleines Bild. Es zeigte…es zeigte irgendetwas. Konnte es nicht definieren. Es war schwer, es war… Oh Götter so undefiniert, so ungraziös. Keine Schönheit, keine Gracie. Ein maleur das alles. Das alles war so…. unvollständig!!!!
    Er schrie! Sein Mund der nichts mehr weiter war als ein paar Zähne mit einer Zunge die Schrill den Wahnsinn ausstieß! Sie gab alles her, so laut das der gesamten Welt sein Schrei vernehmen musste. Sie musste es vernehmen, Musste ihre Stimme, nein, seine Stimme---
    Es verschwamm und veränderte sich. Der Gedanke wechselte, der Boden wechselte, der Charakter wechselte. Der Boden zog sich zusammen und wurde fest. Farben kehrten zurück in die Welt und erleuchteten die ewige Eiswüste. Keine Hundert schritt entfernt erhob sich der Palast der immer schon hier war aber erst jetzt gebaut wurde. Er war so schön und doch so hässlich. Voll von Dingen die widerlich waren und unvollkommen. Doch da war auch Gracie, etwas unendlich schönes Vollendetes. Etwas das die Sonne ihren Rang abrang, etwas das die Seelen eines jeden Geschöpfes bewegte. Sie..nein e…doch, sie war Zuhause.
    Man sollte denken das die Intelligenten am längsten leben.
    Und trotzdem sterben die Zwerge und nicht die Orks.

  3. #63
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    Standard Berichte

    Berichte aus Karak Kadrin
    Von Aljeski Hofer
    Bericht: Die Essensliste für die nächste Woche ist bereit. Sie besteht aus sieben Mal Hirsebrei mit Rüben. Mit alle zwei Tage mit einem Stück Fleisch, vornehmlich Schwein. Genauso wie das letzte Monat. Ich möchte mich nicht beklagen, aber mir scheint uns gehen die Nahrungsvorräte aus. Ich kenne das noch aus Kislev. Sobald das Fleisch bei den Soldaten rationiert wird gibt es Probleme. Dann kommt akuter Mangel und damit Revolte. Gehe deswegen davon aus dass wir demnächst einen Marschbefehl erhalten. Einerseits um die Belastung vor Ort zu reduzieren und um die Mäuler auszudünnen. Die Zwerge haben wohl einfach überschätzt wie viele Truppen sie Rekrutieren können. Seit den letzten Dekaden ist die Zahl der Menschen im Weltangebirge um das zweifache angestiegen. Ich habe die wenigen Berichte durchgesehen und gehe von mehreren Hundertausenden bis über eine schwache Millionen aus. Die meisten davon sind zwar aus dem Imperium, aber erst seit kurzen ansässig. Die meisten sind erst seit den letzten sechzig Jahren hergezogen. Nach den Imperialen kommen Betronen die durch Friedrichs Komödie zu Hunderttausenden flohen. Da die Fehden gewaltig sind haben sich auch viele Verfolgte hier niedergelassen. Am Arsch der Welt sozusagen. Derzeit sind die meisten Ritter und Landsknechte damit beschäftigt das Land selbst zu ordnen und sich neu zu orientieren. Deswegen Leben sie auch seit mehr als zwanzig Jahren sehr friedlich hier. Dabei wohnen teilweise Täte und Opfer gleich nebeneinander. Ich habe bemerkt dass die Betronen untereinander niemals sagen woher sie kommen. Teilweise versuchen sie ihre Mundart, also den Dialekt, zu unterdrücken. Die meisten mischen es mit Estalisch, Tielanischen oder Imperialen Reikspiel. So verhindern sie dass man sie zuordnen kann. Die Angst von der Vergangenheit eingeholt zu werden sitzt tief in den Betronen. Deswegen gehe ich davon aus das es in den nächsten Jahren eine Fortsetzung des Bürgerkriegs gibt. Zu viele alte Rechnungen stehen untereinander noch offen. Die dritte große Gruppe bilden die Kislevsiten, also meine Volksgruppe. Wobei meine Volksgruppe mehr als nur weit gegriffen ist. Es gibt viele verschiedene Stämme bei den Ungolen, einen großen Unterschied zwischen den verschiedenen Gospodari, und die Ropsmen und die Dolgan sind auch ein eigenes Süppchen. Es sind vom Sturm des Chaos mehr als Hunderttausend aus Kislev ins Weltangebirge gereist. Auch weil die Zwergen Slayer Praag befreit hatten. Das hat unter den meisten den Anschein erweckt das die Zwerge weit besser gegen das Chaos gerüstet sind. Sie haben sich aber nur schwer an die neue Landschaft angepasst. Die meisten sind heute Ziegenhirten und Bergbauern. Handwerklich sind sie den Zwergen und den meisten Imperialen unterlegen. was Reiten angeht sind wir aber weit überlegen. Deswegen nehmen wir auch in der neuen Armee der Zwerge eine wichtige Rolle ein. Die meisten der Dawikoni Reiter kommen aus den Reihen der Kislevsiten. Das Leben im Gebirge ist hart und alles andere als Rosig. In der Zeit der Ruhe, wo die Alte Welt aufblüht, zieht es die meisten der Neuzugezogenen wieder in die Heimat. Doch die Mobilmachung hat das wieder ausgesetzt. Jetzt wo eine Möglichkeit besteht zu Wohlstand zu kommen und gleichzeitig seine Familie zu sichern bleiben die meisten hier. Es kommen sogar mehre Söldner und Freischärler aus den Tiefer gelegen gebieten um sich den Dawikoni anzuschließen. Im Gegensatz zur Bevölkerung sind die meisten neuen Krieger Betroni. Danach die Imperialen und Kislevsiten. Inzwischen steigt die Zahl der anderen Völker genauso an. Man kennt keine genauen Zahlen, die Zwerge sind fälschlicherweise davon ausgegangen das die Menschen ähnlich starke Bindungen untereinander haben wie die Clan bewussten Zwerge. Dadurch ist es gekommen das die Organisation zu wünschen übrig lässt. Deswegen meine ich auch dass die Nahrungsmittel nicht reichen. Allein in Karak Kadrin befinden sich fast an die dreißigtausend Krieger wenn man alle Stützpunkte zusammennimmt. Das kann unmöglich allein aus dem Umfeld gestemmt werden. Genauso wenig wie die Ausrüstung. Die interessanterweise allesamt Zwergen Ware ist. Oder wenigstens gute Menschen Qualität aus den Schmieden der Imperialen in den Dawikoni Siedlungen. Diese Masse kann niemals in so kurzer Zeit hergestellt werden. Was heißt das die Dawi schon vor dem Vorfall im Norden an Mobilmachung dachten. Diese Sache mit den paar Bauern die sich gegen eine kleine Chaosinvasion entgegenstellten war ihnen wohl in die Hände gefallen. Diese Geschichte hat einige Tausend Krieger stark bewegt. Das dürfte dem ganzen noch etwas Schwung verpasst haben. Ein Grund mehr warum es wahrscheinlicher ist das die Dawi seit zwei oder drei Jahren schon an dem ganzen Arbeiten. Und zwar im geheimen. Dazu fällt mir ein dass die Anzahl der Menschenschmiede seit Jahren gewaltig wächst. Genauso wie die Bogenmacher. Scheint so als wüsste ich jetzt warum sie stetig gewachsen sind. Wenn meine Schätzungen richtig sind, dann gibt es zwischen achtzigtausend und hunderttausend Menschliche Krieger im Weltangebirge. Wovon gerade mal Zwanzigtausend seit mehr als zwei Jahren Krieger sind. Dass die Zwerge so viel Zeit darin investieren und auch ihr Gold dafür einsetzen heißt dass sie sich ordentlich etwas von uns erwarten. Ich behaupte nicht mich mit diesem Volk wirklich auszukennen. Doch ich weiß genug um zu wissen dass sie niemals etwas unüberlegt tun würden. Da mir keine andere Sache einfällt würde ich vermuten dass sie uns dafür einsetzen alte Minen von ihnen zurückzuerobern. Nicht sehr kreativ von mir, aber wenn man sich ehrlich ist sind das die Zwerge auch nicht. Zwar geniale Erfinder, doch von ihrer Denkweise sehr einfach gestrickt. Sie werden uns als die breite Masse benutzen um schlussendlich ihre Wehrstädte einnehmen zu können. So schonen sie Zwergenleben und können es gleichzeitig besser mit der großen Menge an Grünhäuten und Skaven aufnehmen. Was bedeute das zigtausende Männer mit wenig Erfahrung gegen Kreaturen ins Feld geschickt werden die sich seit Jahrtausenden im Krieg mit den Zwergen befinden. Und die denen auch ordentlich etwas abgeluchst haben. Ich bin der Armee beigetreten weil ich das Geld brauchte und es besser war als Bettler und Fallensteller. Nun kommen mir aber ehrliche Zweifel ob das so Klug ist. Vor kurzem war ein Trupp zurückgekehrt der sich gegen die Orks ein Gemetzel geliefert hat. Von fünfzig Mann sechzehn tote und vier schwer verletzte die nun Invaliden sind. Der Rest hat genauso kleine Blessuren und Wunden davongetragen. Und das gegen eine normale Truppe mit einem taktischen Vorteil. Egal wie man es sieht, die Zeiten stehen nicht gerade sehr rosig aus für uns Dawikoni. Wenn wir uns den so nennen wollen. Wenn wir ehrlich sind, dann ist gerade mal eine Minderheit von uns Fastzwerge. Der Rest sind einfach ein Haufen Flüchtlinge die nicht am Ende der Zwergen Gesellschaft sitzen möchten. Nur liegt mir aber etwas an meinem Leben. Und ich weiß nicht ob ich bereit bin, mich für meine Herren in eine Schlacht zu begeben wo ich höchstwahrscheinlich sterben werde. Deswegen habe ich beschlossen, bevor das Ganze den Bach hinuntergeht, schnappe ich mir so viel Zeug wie es geht, zusammen mit ein paar Gleichgesinnten und hau ab. Seit der Sohn der Tzarina, diese störrische Großmutter Kislevs, soviel Land urbar gemacht hat, gibt es auch gute Flächen zu bewirtschaften. Und mehr als genug Plätze für gute Soldaten. Gerade bei denjenigen die ihre eigenen Waffen mitbringen. Dort ist derzeit kein Krieg und wenn nur kleine Scharmützel mit Skaven. Ich hasse es zwar als Feigling zu gelten und womöglich einen Groll auf mich zu ziehen. Aber die Geschichten die sie mir erzählt haben war schrecklich. Wie bei der Abenddämmerung die Grünhäute brüllend hervorkamen, wie der Troll einen nach den anderen in Stücke gerissen hatte. Und dieser Kerl, dieser Vortis. Er wird ja von manchen wirklich wie ein heiliger verehrt. Für mich sieht er einfach aus wie ein normaler Kerl. Obwohl auch nicht ganz, irgendwie hat er ein Frauengesicht. Doch das ist egal. Der Kerl soll vor dem Anfang der Schlacht gelacht haben! Und lauthals als wäre es der größte Spaß im Leben. Und nach der Schlacht soll er einfach geschlafen haben während jeder anderer vor Schreck kein Auge zu bekam. Selbst als sie den gefangenen Ork verhört hatten den sie mit Fackeln verbrannten und teilweise die Finger abschnitten. Selbst da hat der Kerl geschlafen. Ich mache mir nichts vor was es bedeutet gegen diese Barbaren in den Krieg zu ziehen. Doch mit einem solchen Mann Seite an Seite zu kämpfen, nein. Ich habe genug Wahnsinnige in Kislev gesehen. Früher oder später werden sie alle vom Chaos gefressen und töten ihre bekannten. Gerade die Kriegs lüsternen trifft es zuerst. Ich habe lange gezögert, aber nun bin ich mir sicher. Ich werde zurück nach Kislev gehen und ein neues Leben beginnen. Ich muss irgendwie zusehen dass ich meine Familie hier fortschaffen kann. Was schwierig ist wenn man bedenkt dass ich Fahnenflucht begehe. Falls meine Söhne diese hier einmal Lesen wenn ich alt und grau oder gar Tod bin, merkt euch das es im Leben nicht immer nur darauf ankommt seinen Mann zu stehen. Man darf auch seinen Kopf benutzen und sich Fragen ob man wirklich für eine Sache sein Leben riskieren will. Nun, ich will es nicht. Vielleicht seht ihr das ja anders.

    Wann genau diese Aufzeichnungen begannen wurden war unklar. Jedoch wurden sie kurz vor dem ersten großen Schneefall, zusammen mit mehreren weiteren Seiten, aufgefunden. Von dem Verfasser gab es keine Spuren mehr. Zusammen mit einer Gruppe von Männern ist er über Nachts verschwunden. Nach einer kurzen Suche fand man die Aufzeichnungen, zusammen mit mehreren Namen die eventuell genauso Fahnenflucht begehen wollten. Am Ende wurden Vierundsechzig Männer befragt, von denen man drei schlussendlich Henkte da sie andere zum Desertieren bewegen wollten. Erschwerend kam hinzu dass ein Diebstahl geplant war um somit in den Menschen Städten zu Reichtum zu kommen. So wollte einer der drei eine ganze Wagenladung Musketen entwenden und sie in Silvana oder Kislev zu verkaufen. Der Rest der Männer wurde unbehelligt entlassen. Nach dem Hängen und dem zweifelhaften Schicksal der geflüchteten gab es keine weiteren bekannten Versuche zu desertieren, jedenfalls nicht im großen Stil und auch ohne größeren Diebstahl. Man geht insgesamt von gut siebenhundert Deserteuren aus, die größtenteils von sich aus der Armee austraten. Nur etwas hundert flüchteten über Nacht und nahmen mehre Ausrüstungen mit. Was nun mit Aljeski passierte ist unklar. Ob er Kislev erreichte kann man nicht sagen. Man hat aus Rücksicht für die Familie nichts zu den Zwergen durchdringen lassen. Ein Groll der auf Diebstahl und Flucht beruht könnte Anstellungen für die Familie in Gefahr bringen und sie zu Bettlern machen.
    Bericht aus den Anfängen der Grollkriege,
    Verfasser unbekannt
    Geändert von Forget (11. July 2017 um 17:26 Uhr)
    Man sollte denken das die Intelligenten am längsten leben.
    Und trotzdem sterben die Zwerge und nicht die Orks.

  4. #64
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    Standard Im Dunkel der Wälder

    Dunkle Nebelschwaden lagen über die brachen Äcker. Die Tautropfen gefroren zu Eis und hingen an den Bäumen. Es sah aus als wäre ein Winterzauber über das Land eingebrochen. Doch noch war es nicht soweit. Innerhalb der nächsten paar Stunden würde die Sonne aufgehen und den ersten Versuch des Winters das Land an sich zu reißen vereiteln. Die Menschen würden sich trotzdem zitternd aus ihren Betten erheben und sich fragen wie lange es noch dauern würde bis die kalte Zeit beginnen würde. Es war noch zu früh für ihn, es war gerade mal mitten im Herbst. Selbst im Weltangerbirge lagen die Pässe noch frei vom Schnee. Doch während es im Gebirge merkwürdig warm blieb wurden die Täler an den Hängen der großen Berge vereist. Es war keine Seltenheit das es in den Tälern Kälter war als auf den Gipfeln. Die Kälte liebte den Boden und die Erde. Die Hitze liebte dafür den Himmel und die Luft. Ihr Onkel hat ihr das schon in jungen Jahren beigebracht. Die Philosophie der Welt und wie sich die Elemente verhielten. Die Menschen hatten ähnliche Dinge, obwohl auch die langsam verloren gingen. In den Städten stritten sich Religiöse mit Wissenschaftlichen Männern wie es dazu kam und wer der Verursacher war. Die Menschen am Lande, die Bauern und Förster, die in der Natur selbst noch lebten, sie wussten es. Die Generationen hatten ihr Wissen weitergeben und gesammelt um ihren Nachkommen einen Einblick in dieser Welt zu ermöglichen. Es war witzig und tragisch zugleich das nun eben diese Dinge von Menschen als Humbug hingestellt wurden die selbst keine Ahnung von dem leben hatten. Aber so waren sie nun einmal.
    Die Söldnerin ließ ihre scharfen Augen über die paar Hütten schweifen die sich in der Dunkelheit kaum bemerkbar machten. So als versuchten sei sich zu verstecken und keine Aufmerksamkeit zu erregen. Vielleicht war es ja nur ihr Gefühl, doch ein Gefühl war auch immer eine Reaktion von ihrem Körper auf eine äußere Bedrohung. Das hatte ihr ihre Tante erzählt. Und sie musste der alten Dame Recht geben, ihr Gefühl war selten getäuscht worden. Die Häuser der Menschen waren mit Angst aufgebaut. So wie alle Behausung jeder Rasse wenn man es genau betrachtete. Von den Barbaren bis zu den großen Zivilisationen, Angst war immer eine Triebfeder. Genauso wie Wut, Hoffnung, Frust, Liebe, Mitleid. Jedes Gebäude gab weiter was ihr Erbauer darin reingesteckt hatte. Manche würden sagen dass dies durch den Einfluss des Chaos kam. Das die magischen Winde sich schon so weit in die Welt gefressen hatten das sich nun allmählich alles vermischte und vereinte. Die Söldnerin wollte das nicht so recht glauben. Ja das Chaos war präsent, sogar mehr als zuvor wenn sie es recht bedachte. Doch es hatte auch vor dem Chaos diese versteckte Welt in der Welt gegeben. Auch wenn es mehr als ein Kult als Blasphemie ansehen würde, so waren die Welten und Formen doch irgendwie verbunden. Auch diese Welt mit dem Chaos. Sie spürte ein leichten Luftzug um sie herum. Er war sehr warm und trug irgendwie den Duft von frischen Tulpen mit sich. Und Salbei, Fichtennadeln, der Geruch des Meeres und Schwefel. Sofort verschloss die Söldnerin ihre Gedanken und kehrte der offenen Welt den Rücken. Der Wind verstummte und sie ging unbehelligt weiter auf das Dorf zu.
    Sie biss die Zähne aufeinander während sie sich selbst verfluchte. Es gab einen wichtigen Grund warum es nur wenige Gedanken über das Chaos gab die nicht von kompletten Wahnsinnigen oder erbitterten feinden ausgesprochen wurden. Das Chaos war nicht so mächtig wie alle glauben wollten, aber sehr wohl allgegenwärtig. Wesen die keinen großen Bezug dazu hatten liefen selten Gefahr die Stimmen und Gefühle aus dem Warp zu hören. Die Finger der Bewohner dieses abstrakten Gebildes können sie nicht wirklich erreichen. Je mehr man jedoch mit der Magie der Welt in Verbindung steht desto stärker wird es. Genauso wie bei weltoffenen und Philosophischen Menschen. Sie werden allesamt vom Chaos berührt. Und wer zu lange diesen Gedanken schwelgt läuft Gefahr davon aufgezogen zu werden. Das Chaos wäre sonst nie so mächtig geworden würde es nicht Hunderte, wenn nicht tausende Wesen Jährlich verführen und in sein reich locken. Sobald sie erst einmal im Norden in der Zeit befreiten gebieten umherirren werden sie langsam zu Dämonen, Bestien oder Krieger des Chaos. Und mit jedem krieg, jeder Fehlentscheidung und mehr Bewohnern steigt ihre Anzahl. Die Söldnerin hatte noch nie zu den Schwarzmalern gehört, das war bei ihrem Geschäft alles andere als gut. Aber sie war auch nie eine Optimistin. Diese Welt hatte schon rosigere Zeiten erlebt, da war sie sich sicher.
    Sie erreichte die erste Hütte. Sie war groß gebaut mit einem zweiten Stock oben darauf. Sie wusste dass die meisten Bauern ihr Vieh unten im Erdgeschoss oder in einer Vertiefung hielten. Oben im zweiten schliefen meist die Menschen. Wieder ein gutes Beispiel wie die Bewohner der Wiesen und Wälder mit den Elementen zusammenlebten. Sie nutzen die Wärme ihres Viehs ums sich so selbst durch den Winter zu bringen. Sie atmete die kalte, klare Luft ein und befreite ihren Geist von allen unnützen Gedanken. Angefangen vom Chaos bis zu den Menschen und allem Drumherum. Sie brauchte einen klaren Kopf, einen fokussierten Geist. Die Welt musste für sie offen liegen, ohne Beeinträchtigung von außen. Das war etwas was ihre Eltern ihr beigebracht hatten. Das einzige, was sie ihr wirklich beigebracht hatten. Mit einem aufrechten Gang der keine Angst vermuten ließ, aber so leise wie ein Wolf auf der Pirsch ging sie durch die Straßen des Dorfes. Sie kam an neun weiteren Hütten vorbei bevor sie schließlich auf den Brunnen stieß. Dort angekommen blickte sie in Richtung Osten, wo sich die gewaltigen berge zu einem Gebirgsmassiv zusammenschlossen. Als hätte die Sonne einen kleinen Boten geschickt leuchtete ein kleiner Punkt aus der Ferne auf. Die Söldnerin setzte sich sofort in Bewegung. Die beiden großen Monde die diese Welt umrundeten waren heute nicht zu sehen. Nur ein kleiner Schlitz ließ den Morrsleib erahnen. Es war gut dass sich keiner der Monde zeigte. Der erste weil er die Nacht zu stark erhellte. Sein dunkler Bruder weil er die wahnsinnigen und zerstörten Kreaturen hervorrief. Und gerade in diesem Land wollte sie es möglichst vermeiden sich mit den Schatten die im Dunkeln dieses Landes lauerten zu streiten. Sie konnte auch so die Gefahr riechen die durch die Wälder strömte. Raubtiere waren dort, die sich weit von den ursprünglichen Jägern der Natur unterschieden.
    Sie verließ das Dorf wieder und folgte dem Lehm Pfad der sich durch eine baumreihe hindurchschlängelte. Man hatte die Bäume nicht um die Straße herumgesetzt, sondern vielmehr den Pfad durch die Bäume gebahnt. Vermutlich fehlte den Männern das nötige Werkzeug um die Bäume zu fällen. Die großen Titanen waren mindestens doppelt so hoch wie die Häuser des Dorfes. Die Äste teilten sich ins unendliche auf und versiegelten den Himmel, so das man nur noch die Kahlen, verwachsenen äste sah. Ungepflegte alte Bäume neigten dazu wild zu wuchern, doch diese Exemplare wirkten etwas zu…chaotisch, selbst für solche Pflanzen. In diesem Labyrinth aus Ästen und Zweigen schienen dutzende Dinge zu lauern. Wie sie es hasste wenn sie nervös wurde. Sie hatte Jahre damit zugebracht so abgebrührt und rau zu werden das ihr nichts mehr einen Schrecken einjagen konnte. Aber das war wohl nur eine Fehleinschätzung von ihr gewesen. So wie viele andere auch.
    Das Licht wurde immer heller und größer. Die Söldnerin vermied es, direkt hineinzusehen. Ein Blick hinein und ihre Augen wären für einen kurzen Augenblick geblendet. Was schlimmer war das ihr Nacht Sicht verschwinden würde und sie dann blind im Dunkeln stand. Sie spitzte ihre Ohren und zog den Geruch ihrer Umgebung durch die Nase. beinahe wie ein Hirsch der versuchte Raubtiere zu wittern. Oder ein Wolf um seine Beute zu finden. Je nachdem welche Metapher für diesen Augenblick besser geeignet war. Im besten Fall war sie einfach beides und freute sich wenn sie das Raubtier war. Sie verließ den direkten Weg zum Licht und näherte sich von der rechten Seite. Geschickt bewegte sie dich durch das anfangende Unterholz und stand kurz darauf in einer Lichtung. Sie war mehr als nur klein, beinahe durfte man es gar nicht Lichtung nennen. Vielmehr ein etwas großzügigerer Platz zwischen zwei Bäumen. An einem Ast von einer verwitterten Weißbuche, die buckelig aus dem Waldboden wuchs, hing eine Laterne. Sie kannte sie, hatte solche öfters schon durch ihren Weg im Weltangebirge gesehen.
    Zwergenlampen. Sie leuchtete sehr weit ins Dunkle und war von der Stärke der Leuchtkraft wohl nur von der Sonne, rotem Erdblut und Drachenfeuer unterlegen. Es behagte ihr gar nicht das Zwergische Handwerkskunst in ihrer Nähe war. In ihrer Familie hatte es immer eine Abneigung gegen alles zwergische gegeben. Teilweise sogar Hass. Sie selbst hatte wenig dagegen, doch die Erinnerungen ihrer Kindheit brachten sie dazu sich davor zu fürchten. Es war beinahe Pathetisch wie sie als ein tödlicher Schatten vor so etwas unscheinbarem Angst haben konnte. Und doch war es so. „Ihr hättet euch ruhig etwas weniger auffälliges suchen können, als so ein groteskes Ding. Diese Wälder sind bekannt das in ihnen Wesen hausen die sich von Licht und Feuer nicht abschrecken lassen“. Sie hatte nicht laut gesprochen, gerade so als würde tatsächlich jemand vor ihr stehen. Er hörte sie trotzdem. Auf der anderen Seite der Lichtung trat eine gedrungene Gestalt zwischen den Bäumen und ging bis zu der Lampe. Der unförmige Schemen einer Hand tauchte bei dem Gefäß auf und öffnete das Scharnier. Kurz darauf verlosch das Licht. Die Dunkelheit die hereinbrach raubte ihr kurz den Verstand. Und natürlich Lachter auf. Er wusste genau was in ihr passierte. Immer. Die Söldnerin hatte das schon bei ihrer ersten Begegnung gehasst. Auch weil er alles andere als versucht hatte es zu verstecken. Er ließ es einfach durchsickern das er wusste was in ihr vorging. Ähnlich wie andere es zeigten das sie hungrig waren. Sie schluckte schwer und verbannte das Gefühl gleich darauf. Ruhig einatmen, die kraft aus der Mitte ihres Bauch Raums fühlen und sich der Kraft in sich selbst bewusst werden. Das war der erste Schritt seine Emotionen unter Kontrolle zu bringen. „Schon wieder eine Atem Technik? Und ich dachte ihr hättet euch endlich daran gewöhnt“. Der boshafte Unterton in der Stimme schmerzte tief in ihrem Ego. Beim ersten Mal hatte sie es noch gewagt ihn herauszufordern, so wie sie es sonst auch tat. Danach hatte sie sich darauf beschränkt die Kränkung einfach zu akzeptieren und damit zu leben. Was nicht gerade die leichteste Entscheidung war. Aber ihr Auftraggeber gab ihr dahingehend auch wenig Spielraum. Mit üblicher mürrischer Stimme antwortete sie deshalb: „Das ist auch keine Atemtechnik sondern schlicht und ergreifend ein Gähnen. Es fällt mir schwer zu glauben warum man ausgerechnet in einem Wald irgendwo in Sylvania ein treffen anberaumt. Oder sind dir etwa die Räumlichkeiten ausgegangen“?
    Um einen kleinen Ausgleich zu schaffen verwehrte sie der unheimlichen Gestalt die formale Ansprache. Eine Kleine Provokation um ihr Ego doch noch etwas aufzubauen. Ihrem Auftraggeber war das aber schlicht und ergreifend egal. „Ich war immer schon die Meinung das Wälder sich viel besser für ein treffen eignen als Räumlichkeiten in einer Festung oder einem Haus. Wo viele Ohren sind lauschen auch einige. Hier hören sich im Normalfall nur die Bestien Sylvanas unser Geplauder an“. Gleich nachdem sie uns zerfleischen, dachte sich die Söldnerin Zynisch. „Für mich wird es immer fragwürdiger warum ich mich überhaupt für jemanden in den Dienst stelle dessen Kopf scheinbar als Kloake benutzt wurde“.
    „Das, meine Liebe liegt wohl daran das ihr dem einfach nicht widerstehen könnt was ich euch anbiete. Und auch wenn es nicht so wäre, so würdet ihr mir helfen, seid euch dem gewiss. Aber wir sollten nicht auf solchen Belanglosigkeiten herumreiten. Wie ich hörte haben sich die Anfänge recht gut entwickelt. Die Nordorks ziehen sich zusammen und das Chaos im Norden regt sich. Ich hoffe für euch das ihr es geschafft habt diese Bestien lange genug hinzuhalten bevor sie ihren großen Auftritt haben“.
    Ihre linke Faust fing zu zittern an. Schnell griff sie mit ihrer rechten hin und bedeckte sie. Er sollte nicht sehen wie sehr sie es aufwühlte. Sie hatte ein halbes Jahr in der Wildnis verbracht. Dutzende Orkhäuptlinge getötet, dutzende Tiermenschen und Skaven abgeschlachtet. Alles für diesen Moment. Alles dafür dass sie bei dieser verfluchten Kreatur weiter nach oben stieg.
    Ein Krieger zeigt nicht seine Schwäche. „Ich würde nicht hier stehen hätte ich es nicht zur vollsten Zufriedenheit vollbracht, oder? Wir wissen beide dass alles nach Plan verläuft. Auch wenn ich keinen Sinn dahinter sehe“. Sie legte etwas mehr Nachdruck in ihrer Stimme und ließ das leichte Zittern in ihren Stimmbändern verstummen. „Warum soll ich dafür sorgen dass diese Bedrohungen aufsteigen nur um sie schlussendlich hinzuhalten? Karak Kadrin könnte längst fallen wenn wir die Orks marschieren lassen“. Ein Luftzug streichelte ihre linke Seite und sie spürte seine Präsenz. Ihre Hand zuckte Richtung Gürtel. „Es gibt vieles was für euch noch keinen Sinn ergibt. Aber das ist auch nicht wichtig. Wichtig ist das was ihr wollt und das bekommt ihr nu indem ihr tut was ich will. Eine harte Lektion die das Leben erteilt, aber eine ehrliche. Ihr werdet mit der Zeit meine Pläne verstehen und meine Gedankengänge ergründen, wer weiß, womöglich werdet ihr mich sogar verstehen“? Er lachte kurz auf wobei es für die Söldnerin war als würde die Luft davon dröhnen. „Es verläuft derzeit im Norden alles nach Plan, doch wir sollten dafür sorgen dass es so bleibt. Ich möchte dass ihr unseren gescheiten Ork und den wilden Tiermenschen beobachtet. Schreitet ein wenn es nötig ist, haltet euch aber ansonsten aus allen heraus. Davor solltet ihr aber einen kurzen Abstecher nach Kislev wagen. Dort wartet eine alte Bekannte auf mich die einige interessante...Informationen hätte. Es würde mich ungemein Glücklich schätzen wenn ihr sie besorgen könntet“. Während ihr Auftraggeber gesprochen hatte war seine Stimme immer mehr zu einem Flüstern geworden. Bis es schließlich nur noch ein Raunen im Wind war, leise und kaum hörbar. Ihr Herz schlug hart in ihrer Brust während sie sich zusammen nahm und die Worte aus ihrem Mund herauspresste: „Kislev allein als Anhaltspunkt kommt mir etwas wenig vor“.
    Ein leichtes Rascheln erklang, ein Ast brach unter Belastung eines Fußes. „Ja, Kislev allein ist Zuwenig, was? Eine große Stadt, nicht groß durch ihre Bevölkerung oder ihrer Schönheit. Sondern durch seine Geschichte die sie vom Grunde des Bodens bis in den Himmel übergießt. Wenn man diesen Platz betritt, dann wird man mit mehr als tausend Jahren konfrontiert. Durchzogen von Blut und Wahnsinn. Solche Orte sind selbst auf einer Welt wie dieser selten, Sehr selten“. Er verstummte kurz. Die Söldnerin hörte wie ihr ihr Auftraggeber tief einatmete, fast als würde er gerade einen wunderschönen Moment erleben und versuchen ihn in dieser Zeit zu behalten. Als er wieder zum Reden begann war seine Stimme von einer leichten Melancholie durchzogen: „Solch große Orte ziehen immer auch Wesen an die Groß sind, oder sich so vorkommen. Man suchte einfach Plätze die einem selbst gerecht werden können. In Wahrheit ist das aber sehr viel Arroganz die sich da im Deckmantel der Einzigartigkeit annähert. Ihr müsst wissen, ich habe immer versucht zu verstehen wie diese Welt funktioniert. Und trotz eines doch beachtlichen Studiums muss ich gestehen, ich habe keine Ahnung von dieser Welt. Und noch viel weniger Verständnis für die Vielzahl an Kreaturen die sie beherbergt. Nun, ich bin aber nicht alleine, es gibt viele tausende die das versuchen. Und die meisten Hüten ihre Geheimnisse sehr eifersüchtig. In Kislev, angesiedelt in der großen Geschichte, lebt eine solche Dame. Sie lebt dort seit mehr als sechshundert Jahren und beobachtet sehr genau die Bewegungen der Ströme die sich aus dem Norden hierher wälzen. Sie ist alt geworden, zwar in einen jungen Körper aber dennoch alt. Die Welt gibt ihr nichts Neues und sie ähnelt mehr dem Boden ihrer Stadt als den Lebendigen Kreaturen am Boden. Wobei lebendig ohnehin ein schlechtes Wort ist“. Er machte eine kurze Pause, so als ob er ihr die Möglichkeit geben wollte über seinen Scherz zu lachen. Ihr war jedoch nicht nach lachen. Wenn sie es ganz genau nahm was er ihr gerade gesagt hatte, dann gab es eine weit größere Bedeutung warum sie in diesem verfluchten Landstrich waren. Mit trockener Stimme gab sie ihre Befürchtung kund: „Ihr wollt das ich eine Vampirin für euch erlege“?
    „Hast du etwa Angst“? Das Glitzern in seinen grünen Augen wo er das zu ihr gesagt hatte. Und das Gelächter all der umstehenden als er ihr behutsam den Kopf getätschelt hatte. Dann war er gesprungen. Diese riesige Klippe hinunter, in die Tiefen des Meeres.
    Sie riss sich von den Erinnerungen los und konzentrierte sich wieder auf das hier und jetzt. Ihr Augenlicht hatte sich noch ein Stück gebessert. Sie konnte nun die Bäume genau erkennen genauso wie die Lampe die immer noch am Ast hing. In der Mitte ihres Blickfeldes war jedoch eine schwarze Wand. Undurchdringlich, als würde sie einfach ins Nichts hineinstarren. Die Wand bewegte sich, schien zu atmen. Sie sank ein und stieß sich gleich wieder heraus. Eine lebende Finsternis. Sie war fasziniert von dem Nichts das sich vor ihr auftat, so sehr das ihr das Herz beinahe wieder stehen blieb als eine Stimme daraus dröhnte: „Erlegen. Ich habe nie verstanden warum dieses Wort so gebräuchlich gegen Vampire verwendet wird. Es nimmt ihnen ihre Einzigartigkeit. Durch dieses Wort werden sie zu Bestien und Tiere die es zu stellen gilt. Vielleicht versucht man sich damit Mut zu machen, um sich nicht einzugestehen gegen was für ein fürchterlich kraftvolles Wesen man Kämpfen muss? Ist es das“? Er schien irgendeine Antwort von ihr zu erwarten. Das tat er immer. Aus irgendeinem Grund wollte ihr Auftraggeber mit ihr immer über Philosophische Fragen debattieren. Er hinterfragte und suchte. Hier und da stellte sie sich ihm als einen Hund vor der durchgehend mit der Schnauze am Boden herumsuchte. Leider war sie die falsche Frau zum Reden. Sie hatte noch nie viele Worte gefunden und wenn dann meist als Drohungen. Ihr Auftraggeber hatte das bis jetzt auch begriffen, aber er versuchte es trotzdem weiter. Vielleicht war er ja einsam und brauchte einfach jemanden zum Reden? „Nun ich glaube das es ein sehr abwertender Ausdruck ist und sich selbst Mut zu machen. Aber daran ist eigentlich nichts Verwerfliches“.
    Wieder erklangen Schritte und die schwarze Wand verschob sich. „Aber um euch zu beruhigen, es ist nicht so das ihr gegen sie antreten müsst. Diese Dame ist schon seit langer Zeit nicht mehr ganz bei der Welt. Sie ruht in tiefen Gewölben und lässt ihren Geist durch die Welt gleiten um neue Erkenntnisse zu erlangen. Den Eingang zu ihr bewacht nur die Zeit und die Vergesslichkeit der Menschen was sich unter ihren Häusern befindet. Ihr müsst nur dieser Karte folgen und ihr werdet ohne einen Kampf zu einem Raum gelangen wo tausende Briefe und Schriftrollen aufbewahrt werden. Aneste, wie die Dame aus dem Gewölbe sich nennt, ist akribisch was das Sammeln von Informationen angeht. Aber mehr als ein Anfänger im Rahmen der Magie. Ihr Interesse lag nie darin, deswegen gibt es auch keine Zauber oder sonstige Fallen in ihrer Zuflucht. Die letzte Korrespondenz ist zwar noch vor der Chaosinvasion von dem Herrn der letzten Tage, dank der Langlebigkeit der Vampire ist es aber als würden sie erst wenige Wochen alt sein. Alte Wesen neigen dazu lange zu Planen und wenig zu ändern, selbst im Maßstab von Jahrhunderten. Nun, in dieser Kammer werdet ihr eine Truhe finden. Sie wird euch auffallen, sie ist noch aus dem alten Reich das sich einst über die Wüsten im Süden erstreckt hatte. Bringt diese Schatulle zu einer Kneipe die an der Katherina Straße gelegen ist und einen halben Stierkopf an der Tür gehängt hat. Dort werdet ihr einen Mann von ziemlich unausstehlicher Art begegnen. Macht euch keine Sorge, er wird sehr forsch sein und sofort die Schatulle wollen. Gebt sie ihm einfach und gebt ihm meine besten grüße. Falls er anfängt euch zu beleidigen, tut ihm nichts. Aber sagt es mir bitte bei unserem nächsten Treffen wie er euch behandelt hat. Nun gut, dann frisch ans Werk“.
    Mit einem Mal bewegte sich die Dunkelheit vor ihr. Innerhalb eines Augenblicks war sie von einer Wand zu einem kleinen undeutlichen Fleck verkommen der in der Ferne des Waldes herausstach. Sie seufzte tief und hob ihre rechte Hand hoch. Ohne dass sie es bemerkt hatte war ihr der Brief in die Hand gedrückt worden. So wie die letzten paar male auch. Die Söldnerin wusste nicht wie er es machte, doch irgendwie besaß er eine gewisse macht. Sie musste kurz auflachen. Jemand der sich durchgehend in vollkommener Dunkelheit hüllen konnte und in kürzester Zeit verschwinden konnte besaß also gewisse Macht um anderen Gegenstände in die Hände zu drücken? Sie konnte wieder die Stimme hören: „Hast du etwa Angst“? Sie gab es ungern zu, aber die hatte sie. Doch das würde sie auch nicht aufhalten. Sie verschwand von der Lichtung und bewegte sich zurück zu dem Dorf. Die Zwergen Lampe ließ sie liegen. Ihr Auftraggeber dachte sich etwas dabei bestimmte Utensilien nach ihren Treffen dazulassen. Was der Grund war wusste die Söldnerin nicht und konnte ihn auch nicht erahnen. Am naheliegenden war das sich ihr Auftraggeber daraus einen riesen Spaß machte. Er war verrückt, das war ihr klar. Es war nicht so das er es offenkundig preisgab, doch da lauerte etwas das sich nicht fassen ließ. Die Söldnerin hatte genug Geistige Übungen und Disziplin hinter sich um zu wissen dass in ihm der Wahnsinn keimte. Trotzdem würde sie ihm weiterhelfen und für ihn arbeiten. Eine große Wahl hatte sie nicht, denn ihr Ziel wäre ansonsten nicht erreichbar. Im Dunkeln der Wälder beobachtete sie kurz das kleine Stück Papier in ihrer Hand das sich gerade mal erahnen ließ.
    Sie würde nicht Versagen. Nein, das war unmöglich.
    Man sollte denken das die Intelligenten am längsten leben.
    Und trotzdem sterben die Zwerge und nicht die Orks.

  5. #65
    Miniaturenrücker
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    Immer wieder super! echt schön zu lesen!

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