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  1. #1
    Aushilfspinsler

    Registriert seit
    08.03.2013
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    2

    If there's fluff...

    Hallo,
    dies soll mein 2. Fluffversuch sein zu einem Legendären Söldnerregiment meines Gustos.
    Nachdem mein 1. Versuch (40K) förmlich in der Luft zerrissen wurde dachte ich mir, dieses Mal eben Fantasy (gefällt mir eh viel besser).
    Im Grunde ist das Folgende keine klassische Geschichte sondern vielmehr eine Sammlung einzelner Bios, aus denen sich eben jenes Legendäre Söldnerregiment zusammensetzt.
    Viel Spaß also und seid gnädig...

    Ulfberth’s
    Schwertfeger

    1. Ulfberth – Geboren im Winkelmarkt-Viertel Marienburgs, wuchs Ulfberth als Sohn einer Metzgerstochter und eines norsischen Tagelöhners auf. Die Ehe hatte, wie nicht anders zu erwarten war, keinen Bestand und Ulfberths Vater verließ bald darauf Marienburg um in seine Heimat zurückzukehren.
    Seine Mutter indes widersetzte sich der Aufforderung ihres Vaters Ulfberth an das Weisenhaus abzugeben, da dieser in dem Jungen eine schändliche Erinnerung an die unpassende Liäson seiner Tochter sah. Dies hatte zur Folge, dass er sie und das Kind vom Familienerbe ausschloss und verbannte.
    Die nun Alleinerziehende fand nach turbulenten und harten Zeiten Anstellung im Haus einer lokalen Patrizierin für die sie als Küchenmagd arbeitete.
    Ulfberth zog es während dieser Zeit, die er noch heute als die glücklichste seines Lebens bezeichnet, oftmals in das Viertel der Norse in Marienburg, Noormanswijk genannt.
    Die Seemänner und Arbeiter hielten ihn dabei stets für einen von ihnen, denn Ulfberth trug nicht nur seines Vaters Namen sondern hatte er auch dessen Aussehen geerbt.
    Blond, breitschultrig und von großem Wuchs, gedieh der Junge schon bald zu einem stattlichen Mann dem die Blicke der Frauen genauso zuflogen wie die abfälligen Beleidigungen der Marienburger Hautevolee, die in ihm lediglich einen Barbaren und Bastard sah. Vor allem jene aufgeplusterten Gecken, die dem jugendlichen Adel entstammten und auf eine ruhmreiche Militärkarriere hinarbeiteten, gingen Ulfberth besonders auf die Nerven denn er war aufbrausend und stolz.
    So kam es, dass er eines Tages einem jener Großmäuler den Kiefer brach, nachdem dieser seine Mutter als Dirne bezeichnet hatte, was für Ulfberth der Anfang vom Ende seines friedlichen Lebens war.
    Man steckte ihn ins Gefängnis und machte ihm den Prozess wegen Erregung öffentlichen Ärgernis, schwerer Körperverletzung und Aufruhr gegen die Staatsautorität.
    Der Vater des betroffenen Burschen forderte sogar Ulfberths Hinrichtung, da er in dem Gewaltakt eine Demütigung und Schmähung seiner Familienehre und des damit verbundenen Guten Rufs sah.
    Dieses Urteil konnte jedoch noch einmal abgewendet werden durch eine nicht unbeträchtliche Zahlung oder besser gesagt Bestechung des Richters durch die Dame bei der Ulfberths Mutter in Diensten stand und welche diese flehentlich um die Rettung ihres Sohnes angefleht hatte.
    Ulfberth kam frei und seine Mutter fiel für den Gefallen den die Herrin ihrer Familie getan hatte in ewige Abhängigkeit. Sie wurde zur Unfreien und die Dame hatte verlangt, dass Ulfberth die Stadt für immer verlasse um keinen weiteren Ärger zu provozieren.
    Und so ging der Halbstarke fort von seiner Mutter, die er nie mehr wiedersehen würde.
    Es folgten Jahre der Wanderschaft die Ulfberth quer durch das Reich, nach Bretonia und einmal sogar bis an jene eisigen Gestade im hohen Norden führten, die sein Vater Jahre zuvor verlassen hatte um sein Glück im reichen und vielversprechenden Marienburg zu finden. Doch nirgends hielt es den Wanderer lange, welcher gelernt hatte mit den vielen und mannigfaltigen Gefahren des Weges zurechtzukommen.
    Immer wieder traf Ulfberth auf seinen Reisen auf Abenteurer, Glücksritter und Söldner jeder Couleur. Vor allem letztere faszinierten ihn, denn stets schienen sie die spannendsten, aufregendsten und glorreichsten Geschichten zu erzählen.
    Und so beschloss der heimatlose Knabe das Kriegshandwerk zu erlernen um eines Tages selbst eine vortreffliche und berühmt berüchtigte Söldnereinheit ins Feld führen zu können.
    Schon immer hatte der Kampf mit dem großen Zweihandschwert Ulfberth am meisten beeindruckt. Einmal, das war in Talabheim, hatte er zwei Bihandkämpfern beim Training zugeschaut und die kraftvollen und zugleich gewieften Bewegungen bewundert. Da war es für ihn klar gewesen; dem Kampf mit dem Großen Schwert sollten fortan sein Streben und Denken gelten.
    In Middenheim, wo er für einige Zeit sesshaft geworden war, schrieb sich Ulfberth bei den Staatstruppen ein. Die Vermittlung eines Freundes, der eine einschlägige und von den Offizieren häufig besuchte Gastschänke betrieb, hatte dies ohne weitere und lästige Fragen möglich gemacht. Schon bald zeigte sich, dass Ulfberth seine Bestimmung gefunden zu haben schien, denn allen anderen Rekruten war er an Kraft, technischem Verständnis und Tapferkeit überlegen.
    Seine Feuertaufe hatte er in einem Scharmützel mit einigen Wegelagerern und Räubern, welche zu jener Zeit die Straßen und Pfade des Drakenwalds terrorisierten.
    Es folgten Kämpfe gegen Grünhäute, Tiermenschen und einmal sogar gegen eine Skavenmeute, die des Nachts die Unterstadt von Middenheim zu überrennen drohte.
    Bald schon stieg Ulfberth rasch auf durch die Ränge der Militärhierarchie, bis er auch dort die Grenzen der gesellschaftlichen Flexibilität erfahren musste.
    Die Offiziersanwärter entstammten beinahe ausnahmslos dem Adel oder zumindest dem Geldadel und so war es klar für Ulfberth, dass er den Dienst quittieren und seinem ursprünglichen Traum von der eigenen Söldnereinheit wieder aufnehmen würde.
    Gemeinsam mit Konrad Ohnesorg den er während seiner Zeit bei den Staatstruppen kennen und schätzen gelernt hatte, zog er erneut hinaus in die Welt um Abenteuer zu suchen und vor allem die besten Schwertfechter zu finden, welche die Alte Welt zu bieten hatte.
    Es stellte sich allerdings bald die Frage, wie dies am Besten anzugehen sei.
    Dank seiner Kindheit und Jugend im verhältnismäßig kosmopolitischen Marienburg, wo der Anblick von Zwergen und Elfen sowie aller möglichen fremden Kulturen und ihrer Sitten nichts Ungewöhnliches war, wollte sich Ulfberth bei seinen Rekrutierungen nicht auf eine Region oder Rasse beschränken. Vielmehr schwebte ihm ein bunt zusammen gewürfelter Haufen der unterschiedlichsten Kämpfer vor, welcher seinen Traum von Freiheit und Schrankenlosigkeit versinnbildlichen sollte.
    Ihm kam die Idee sich als Schwertfeger einen Namen zu machen, also als jemand der sich darauf verstand Klingen meisterlich zu schleifen und zu pflegen, denn so würden die ersten großen Schwertkämpfer früher oder später ganz von alleine zu ihm kommen.

    2. Konrad „Glöckchen“ Ohnesorg – Konrad ist das mittlere von sieben Kindern einer gutbürgerlichen Familie aus Altdorf, der Hauptstadt des Imperiums.
    Seit seiner schwierigen Geburt die ihn und seine Mutter beinahe das Leben gekostet hätte, ist er geistig ein wenig zurückgeblieben. Zum Leidwesen seiner Eltern hatte er sehr früh den Drang entwickelt, einfach davon zu laufen da seine kindliche Naivität ihn weder Furcht noch Zögern kennen ließen. Deshalb, zumindest erzählt man es sich so, haben seine Eltern ihm eine kleine Silberglocke um den Hals gehängt damit sie ihn stets wieder finden konnten. Nach dem Tod der Eltern, Konrad war damals 17 Jahre alt, verloren er und die beiden Geschwister die ebenfalls das Erwachsenenalter erreicht hatten, den gesamten Familienbesitz an den Schuldner von dem der Vater einst das Geld für das Haus geliehen hatte. Die Geschwister verloren sich aus den Augen und Konrad blieb allein zurück was ihn dem Spott und dem Unverständnis des Pöbels aussetzte. Er begann zu trinken und zog einsam und ziellos durch Altdorfs armseligste Spelunken, immer auf der Suche nach ein Bisschen Anerkennung und Geborgenheit.
    Das Glöckchen um seinen Hals, an dem Jedermann ihn erkannte egal ob Jung oder Alt, war das Einzige was ihm als Andenken an seine Eltern geblieben war.
    Schließlich wurde die Armee auf ihn aufmerksam als er eines Abends zwei Mitglieder der Stadtwache zu Brei schlug weil sie sich einen Spaß daraus gemacht hatten ihn mit Nüssen zu bewerfen und nach ihm zu spucken. Anstelle einer standesrechtlichen Erschießung erkannte man jedoch sein Potential, nicht nur als Kämpfer sondern auch als illustren Tölpels, welcher dazu im Stande war die Truppenmoral unfreiwillig durch seine mitunter komischen Gebärden und Äußerungen zu heben.
    Konrad wurde nach anfänglichen Wachdiensten an die Fronten des Imperiums versetzt wo er sich schon bald einen Namen machte. Seine Kameraden nannten ihn spöttelnd Glöckchen, da er stets jene silberne Glocke um den Hals trug, ungeachtet wie lächerlich er sich damit machte oder wie schlimm der Kampf um ihn herum tobte.
    Als seine Einheit einmal zur Verproviantierung in Middenheim verweilte lernte Konrad den aufstrebenden Ulfberth kennen. Schnell freundeten sich die Beiden an und Konrad, dem es vorher immer an einem Freund mangelte, hatte endlich gefunden wonach er so lange verzweifelt gesucht hatte. Er schwor Ulfberth nie wieder zu verlassen und ihm bei dessen Aufgabe zu unterstützen und so packte auch er seine Sachen und quittierte den Dienst als Ulfberth sich aufmachte seinen Traum vom eigenen Schwertkämpferregiment zu erfüllen.

    3. Ulli „Fähnrich“ Binsenschneider – Ulli ist der einzige Halbling in Ulfberths Haufen verwegener Haudraufs. Wie die meisten seiner immer seltener werdenden Art stammt er aus dem Mootland, diente jedoch unfreiwilliger Maßen in einem averländischen Speerregiment als Koch, als Ulfberth und Glöckchen auf ihn stießen.
    Da man die Beiden für ehrenhaft entlassene Kriegshelden hielt, die sich zudem darauf verstanden Klingen und Speerspitzen aller Art wieder in Stand zusetzen, gewährte man ihnen das zweifelhafte Privileg bei der Truppe im Feld zu rasten.
    Eigentlich waren sie auf der Durchreise nach den Grenzgrafschaften gewesen und hatten nicht geglaubt schon so bald auf ihren ersten Rekruten zu stoßen, doch wurden sie in jener Nacht Zeuge der Drangsalierungen, welche der kleine Ulli Tag für Tag über sich ergehen lassen musste.
    Man hatte ihn während einer Strafexpedition gegen die friedfertigen Bewohner des Mootlandes den kalten Händen seiner erschlagenen Eltern entrissen um ihn als Küchenjunge und Mädchen für Alles aufzuziehen.
    Ulli erfuhr erst sehr viel später davon und so glaubte er, sein Schicksal wäre das eines jeden anderen Halblings auch, nämlich für die großen Leute als Fußabtreter und Sklave zu schuften. Unverhofft fand er sich daher in einem alten Sack wieder, den Ulfberth und Glöckchen ihm übergestülpt hatten um ihn in die Freiheit zu schmuggeln.
    Es brauchte eine Menge Überredungsarbeit um den sturen und zur Dickköpfigkeit neigenden Burschen davon zu überzeugen wie falsch die Männer des Kurfürsten an ihm und seinem Volk gehandelt hatten und dass er sich doch besser ihnen, Ulfberth und Glöckchen, auf ihrer wahnwitzigen Mission zur Gründung des besten Schwertkämpferregiments aller Zeiten anschließen möge.
    Letztendlich willigte Ulli ein und erhielt somit die ehrenvolle Aufgabe fortan das Herzstück des noch zu gründenden Regiments zu führen; die Standarte.
    Tatsächlich entspringt das darauf zu sehende Wappen, Schwert und Waage, seinem Einfallsreichtum und stolz führt er es trotz seiner geringen Größe in jede Schlacht die es zu schlagen gilt. Ulli ist das einzige Mitglied von Ulfberths Schwertfegern, das keine nennenswerten Fähigkeiten im Umgang mit dem Zweihandschwert aufzuweisen hat und daher, wenn es ernst wird, auf einen angepassten Dolch zurückgreift.
    Nichts desto trotz ist er ein wertvoller und hoch angesehener Kamerad, allein schon wegen seiner vortrefflichen Kochkünste und seines unerschütterlichen Willens.

    4. Hreidmar „Der Schreihals“ Sindrisson – Niemand weiß genau woher Hreidmar stammt oder was dazu führte, dass Ulfberth und seine Gefährten ihn dereinst nackt und hysterisch brüllend im Wald unter einer Eiche fanden.
    Offensichtlich ärgerte der seltsame Zwerg sich über irgendwen oder irgendetwas doch was es war, dass schien er selbst bereits wieder vergessen zu haben.
    Man kam darin überein, dass man sich seiner annehmen und ihm Kleidung und Nahrung verschaffen wollte, zumindest fürs Erste. Hreidmar, der relativ einfältig zu sein schien, folgte seinen Gönnern wortlos auf Schritt und Tritt.
    In Nuln angekommen, Ulfberths Suche nach passenden Rekruten in den Grenzgrafschaften hatte sich als erfolglos herausgestellt, päppelten sie Hreidmar wieder auf, gaben ihm ein paar Münzen und überließen ihn wieder sich selbst.
    Unterwegs in den Gassen der Stadt wurden Ulfberth und seine Freunde Opfer eines Taschendiebstahls. Die Diebe, gut ein halbes Dutzend erprobter Gauner, flohen vor den wütenden Verfolgern welche aufgrund der kurzen Beine ihres Halblinggefährten bald das Nachsehen hatten.
    Von jetzt auf gleich arm wie Kirchenmäuse und mit knurrenden Mägen streunten die drei Freunde durch die Stadt auf der Suche nach einem mildtätigen Mitbürger, doch vergebens. Alles was sie ernteten waren Ignoranz und Hohn.
    Währenddessen hatte Hreidmar unbemerkt die Räuber verfolgt und war ihnen in ihr Versteck gefolgt. Als diese den Zwerg bemerkten lachten sie ob seines drolligen Anblicks doch das sollte sich als böser Fehler herausstellen. Kurz und gut, am nächsten Tag überraschte Hreidmar seine Wohltäter mit zwei Säcken, die er über den Schultern trug.
    In dem einen war das gesamte Diebesgut jener Bande die Ulfberth und die Anderen überfallen hatte und in dem Anderen deren Köpfe.
    Hreidmar grinste nur geistesabwesend was Ulfberth einen anderen Blick auf den Zwerg eröffnete. Fortan war Hreidmar, der immer mal wieder in Schreikrämpfe ausbrach, vor allem dann wenn es darum ging den Gegner das Fürchten zu lehren, das vierte Mitglied in Ulfberths langsam anwachsendem Schwertkämpferregiment.

    5. Valandriel & Vindariel, genannt „Die lachenden Geschwister“ - Valandriel und Vindariel sind Zwillinge und Angehörige der Laurelornalim, der Waldelfen aus Laurelorn. Sie stellen mit Fug und Recht zwei der ungewöhnlichsten Streiter in Ulfberths Regiment von Schwertkämpfern dar, nichts desto Trotz mangelt es ihnen nicht an Tödlichkeit. Eines Tages, Ulfberth und sein Gefolge kampierte gerade nicht unweit seiner alten Heimat Marienburg, kam den Abenteurern das Gerücht zu Ohren, dass unter den Elfen Laurelorns zwei Brüder lebten, welche unerreicht seien in der Kunst des Schwertkampfes. Sofort wollte Ulfberth dem nachgehen auch wenn die Anderen davon abrieten, da das Volk der Waldelfen eigenbrötlerisch und mitunter lebensgefährlich sein konnte. Doch Ulfberth wollte davon nichts wissen und zog daher vorerst alleine weiter.
    Klopfenden Herzens betrat er den Schatten Laurelorns und vom ersten Schritt an den er tat, fühlte es sich so an als ruhten hunderte wachsamer Augen auf ihm obgleich nirgends jemand zu sehen war. Vergeblich suchte und rief er nach den Elfen, doch sogar seine angebotenen Dienste als Schwertfeger blieben unbeachtet. Er kam sich närrisch und einfältig vor, wusste er ja noch zu gut aus seiner Zeit in Marienburg, welch stolzes und formvollendetes Volk die Elfen waren. Enttäuscht wandte er sich daher um und trat den Rückweg an doch der Wald ließ ihn nicht gehen. Wohin er sich auch wandte, nie fand er den Ausgang und bald schon meinte er für immer zwischen all den Bäumen und Büschen verloren zu sein.
    In der Nacht jedoch war es ihm als träumte er von seltsamen Lichtern und Musik.
    Als er die Augen öffnete merkte Ulfberth, dass dies kein Traum sondern echt gewesen war. Er folgte den Klängen und Stimmen weiter hinein in den Wald und bald fand er sich wieder unter grün und silbern glitzernden Häusern und Terrassen, die an die Stämme und in die Wipfel der größten und mächtigsten Bäumte gebaut waren.
    Da hatte er die Elfen gefunden und wieder rief er nach jenem Bruderpaar wegen dem er gekommen war. Schnell fand sich Ulfberth umringt von dutzenden wehrhafter Elfen, die ihre präzisen und tödlichen Bögen auf ihn richteten. Dann traten zwei Elfen aus der Gruppe heraus und stellten sich als Valandriel und Vindariel vor; sie seien es nach denen er verlangt habe. Woher er von ihnen wüsste und was er im Schilde führe, wollten sie von ihm erfahren und da erzählte Ulfberth seine Geschichte von Anfang an.
    Hier und da kicherte und feixte das Elfenvolk doch dann und wann war es wieder ernst und schien Mitleid zu haben.
    Als er geendigt hatte sagten die Geschwister, dass sie seinen Mut bewunderen und gerne bereit seien sich seiner Reise anzuschließen. Doch lautete die Bedingung, dass er zuerst einen der beiden im Kampf besiegen müsse. Stolz und in seiner Ehre gekränkt angesichts jener Geschöpfe die so viel schmächtiger und schwächer wirkten als er, erwiderte Ulfberth er wolle es allenfalls mit beiden gleichzeitig aufnehmen.
    Die Brüder lachten nur und willigten ein.
    Der Kampf dauerte keine Minute, da ward Ulfberth entwaffnet und erneut dem Gelächter der Waldelfen ausgesetzt. Man bot ihm noch eine Chance und dann noch eine dritte doch jedes Mal gelang es den Zwillingen in einem Wirbel akrobatischer Bewegungen und äußerst raffinierter Manöver, den viel langsameren und plumpen Gegner zu übertölpeln. Da ließ Ulfberth erschöpft die Waffe sinken und fiel auf die Knie.
    Er wolle nicht leben, so zur Schau gestellt und seines eigenen Unvermögens überführt.
    Was es für einen Sinn hätte ein legendäres Schwertkriegerregiment auszuheben wenn er doch selbst so ein blutiger Anfänger sei?
    Da machten Valandriel und Vindariel ernste Gesichter, traten auf ihn zu und setzten ihre Klingen an seine Kehle. Offenen Auges und gefasst erwartete Ulfberth den tödlichen Streich, doch dieser sollte ausbleiben.
    „Dies galt der Probe deiner Entschlossenheit und diese hast du bestanden.“ sprach Valandriel.
    „Wir erkennen nun, dass du es ernst meinst und sehen, dass du nach Höherem strebst als irdischem Ruhm.“ fügte Vindariel hinzu.
    So schlossen sich die beiden Elfenbrüder Ulfberth an und gelobten ihm bis zu dessen Tod die Treue zu halten. Danach jedoch, das machten sie von Anfang an deutlich, würden sie zu ihrem Volk zurückkehren und sein Andenken in einem ihrer Lieder bewahren. Ob dies ein gutes sein würde, müsse erst noch durch Taten bestimmt werden.

    6. Guiseppe „Tamburo“ di Venezzo – Guiseppe war und ist das jüngste Mitglied in Ulfberths Truppe in welcher er den Posten des Tamburmajors übernahm.
    Nachdem Ulfberth, zusammen mit den Lachenden Geschwistern, zum Rest seiner Gefährten zurückgekehrt war wandte man sich gemeinsam erneut Richtung Süden.
    Die Waldelfenzwillinge hatten nämlich darauf hingewiesen, dass ein vernünftiges Regiment neben einem Fähnrich auch einen Musiker bräuchte und dass außerhalb der Elfenwelt nur noch die Tileaner in dieser Disziplin berühmt seien.
    Nachdem die Gruppe also nach langer Wanderung und unter vielen Entbehrungen das Appuccinigebirge überquert hatte, stießen sie auf die prächtige Stadt Miragliano, wo es angeblich die trefflichsten und besten Söldner der gesamten Alten Welt geben sollte.
    Zu dieser Zeit gab es ein großes Fest in der Stadt, zu dem auch Vertreter der benachbarten und rivalisierenden Stadtstaaten eingeladen waren, welche sich dort mit den Miraglianern in Kampfspielen und Paraden messen würden.
    Am dritten Tag der Spiele wurde Ulfberth auf einen Jungen aufmerksam, der im Gefolge der Abgesandten aus der Republik Venezzo die Kriegstrommel spielte und dabei Rhythmen anstimmte von mitreißender und neuartiger Natur.
    Auf Nachfrage erklärte man Ulfberth er könne den Knaben, den alle nur Tamburo nannten, gerne kaufen, jedoch zu einem Preis der alle Dimensionen sprengte.
    Da ersonnen Ulfberth und die Anderen einen Plan, der ihnen die Dienste Tamburos umsonst bescheren würde.
    Es wurde verhandelt, dass der junge und daher noch unerfahrene Trommler eingetauscht werden sollte gegen alles Geld was die Schwertkämpfer noch besaßen und Ulli, den Halbling. Neben schönen Frauen lieben die Tileaner nämlich nichts mehr als gutes Essen und schnell konnte man den Verhandlungspartner davon überzeugen, dass Ulli ein vortrefflicher Koch war.
    Am nächsten Tag fand die Übergabe statt und die beiden „Waren“ wechselten die Besitzer.
    Zügig verließen Ulfberth und seine Männer daraufhin die Szene.
    Die Tileaner meinten ein gutes Geschäft gemacht zu haben, mussten jedoch bald merken, dass man sie übers Ohr gehauen hatte. Anstelle Ulli Binsenschneiders hatten die Schwertkämpfer nämlich Hreidmar den Schreihals eingetauscht den sie, frisch rasiert und in Ullis Klamotten gezwängt für den Halbling ausgegeben hatten.
    Den Tileanern fiel dies erst auf, als sie verlangten der vermeintliche Halblingkoch möge ihnen zur Feier des Tages etwas kredenzen woraufhin Hreidmar die Tarnung abschüttelte in dem er sich selbst in die Hand schiss und die verdutzten Venezzaner damit bewarf.
    Lachend und springend entschwand er darauf, den wütenden Nachstellungen seiner Häscher geschickt entgehend, und stieß vor den Toren Miraglianos wie verabredet wieder zu den Anderen; das bezahlte Geld hatte er natürlich ebenfalls zurück gebracht.
    Tamburo stellte sich derweil als Giuseppe di Venezzo vor und zeigte auch sonst ein sehr selbstsicheres, bis hin zum Narzissmus grenzendes Selbstvertrauen.
    Dies sollte ihn noch oft in Konflikt mit seinen Kameraden bringen, doch er blieb immer ein loyales und fähiges Mitglied von Ulfberths legendären Schwertfegern.
    Als jüngstem Streiter fielen ihm stets die Bewunderungen der Damen zu und sein Spadone, also sein tileanisches Langschwert, war nicht nur im Gefecht ein imposanter Anblick, sondern auch wenn er es lässig auf den Rücken geschnürt trug.

    7. Esteban „El Tuerto“ Aguirre – Früh schon musste Esteban lernen was es heißt in den Straßen Bilbalis zu überleben. Als Weisenkind blieb dem außerordentlich geschickten und talentierten Jungen nicht viel übrig als genau diese Fähigkeiten zu Geld zu machen;
    er wurde Kopfgeldjäger. Doch nicht irgendein Kopfgeldjäger, sondern der Beste den es in ganz Estalia zu kaufen gab. Freilich bedurfte es dafür jahrzehntelangen Trainings und einiger schmerzlicher Erfahrungen, einmal büßte Estaban sogar ein Auge ein, doch schließlich durfte er sich bald mit Fug und Recht als ausgezeichneten Kämpfer bezeichnen, der es verstand sein Langschwert mit tödlicher Präzision zu führen.
    Sein Können wird dabei nur noch von seinem Stolz übertroffen, für den ja alle Estalianer bekannter Maßen berühmt und berüchtigt sind.
    Ulfberth und seine Männer fanden ihn während eines kurzen, unfreiwilligen Zwischenstopps auf der Pirateninsel Sartosa, wo Estaban gerade einen Auftrag erledigt hatte. Ein Fischerdorf in seiner Heimat hatte das gesamte Ersparte geopfert um El Tuerto anzuheuern damit er Rache nehmen würde an einer Bande Piraten die zuvor das Dorf überfallen und schrecklich verwüstet hatten.
    Ihre Investition hatte sich gelohnt denn eines Tages schlug eine Kiste im Hafen auf die bis zum Rand gefüllt war mit abgeschnittenen Ohren. Dass diese den Piraten gehört hatten, war daran zu erkennen, dass sie über die Maßen durchlöchert waren mit albernen Ohrringen.
    Es hatte nicht viel gebraucht um Estaban zu überreden sich Ulfberth anzuschließen, denn mit den besten Schwertkämpfern um die Welt zu reisen und sich dabei eine goldene Nase zu verdienen war etwas, das genau nach seinem Geschmack war.

    8. Zatoichi, genannt „Ronin“ – Wenn Ulfberth geglaubt hatte, er hätte bereits viel von der Welt gesehen und wäre weit herum gekommen, dann änderte sich dies spätestens als er auf Zatoichi traf. Geboren im Karaz Ankor schien es zunächst so als würde Zatoichi, dessen wahren Namen niemand kennt, ein ganz gewöhnliches Zwergenleben bevorstehen. Weit gefehlt! Sein Vater kam bei einem Mineneinsturz ums Leben woraufhin seine Mutter zusammen mit ihm aufbrach Richtung Osten um fernab der sorgenvollen Heimat ein neues Leben zu beginnen. Dass es dabei Nippon werden würde konnte selbst sie damals noch nicht erahnen.
    Man darf mit Fug und Recht behaupten, dass es an ein Wunder grenzte und auch nicht sonderlich glaubwürdig klingt, dass die kleine Familie jenen gewaltigen Marsch überlebte. Doch Zwerge sind ja bekanntlich zäh.
    In jenem fernen und sagenumwobenen Reich der aufgehenden Sonne gelang es tatsächlich eine Existenz zu gründen und schnell übernahm der Sohn die Sitten und Bräuche seiner neuen Heimat. Dies ging soweit, dass er eines Tages, er hatte bei einem gewaltsamen Putschversuches eines örtlichen Shoguns die richtige Seite gewählt, in den Stand der lokalen Kriegerelite, den sog. Samurai, aufgenommen wurde. Von da an änderte sich alles. Er hatte Land, er hatte Geld und Prestige. Vielmehr hätte sich ein Zwerg hierzulande auch nicht wünschen können. Doch als seine Mutter im rüstigen Alter von 531 Jahren starb flüsterte sie ihm auf dem Sterbebett einen letzten Wunsch ins Ohr. Sie wollte noch ein Mal die fernen und heimatlichen Berge sehen und das Auge über jene Länder schweifen lassen wo sie geboren war. Dazu kam es nicht mehr, doch Zatoichi schwor und wenn Zwerge etwas schwören dann meinen sie es auch so, an ihrer statt das Karaz Ankor noch einmal aufzusuchen. Auf dem langen und äußerst gefahrvollen Weg lernte er so manche Lektion und es gab manch einen, der eine Lektion von ihm lernte. Sein Umgang mit dem Katana, dem traditionellen Schwert der Samurai, war dermaßen gut, dass ihn schon bald niemand mehr so schnell herausforderte.
    Dies änderte sich erst als er auf Ulfberth und dessen Recken stieß, die gerade einmal wieder im Imperium verweilten. Ulfberth fand den kleinen und seltsam gekleideten Krieger wie er neben der Straße im Gras saß und meditierte.
    „Mit dem muss ich ein Tänzchen wagen“ dachte er sich und forderte den Zwerg zu einem freundschaftlichen Duell heraus.
    Zatoichi reagierte zunächst nicht und gab sich unbeteiligt, doch schon bald musste auch er erkennen, dass Ulfberth ein würdiger Gegner war. Sie fochten bis zur Dämmerung und noch immer gab es keinen Sieger. Da einigte man sich auf ein Unentschieden und gelobte das Duell ein andermal fortzusetzen. Um sicher zu gehen, dass dies auch eingehalten würde, entschloss sich Zatoichi, der von sich selbst stets als einem Ronin sprach, niemand wusste was er damit meinte, Ulfberth kurzerhand zu folgen und diesen bei dessen Abenteuern ein treuer und vor allem äußerst fähiger Kamerad zu sein.

    9. Ankarion „Elfenklinge“ – Mittlerweile dürfte es jedem aufgefallen sein; Ulfberth hatte ein Talent dafür exotische und mitunter äußerst ungewöhnliche Freunde zu machen.
    Ankarion bildet da keine Ausnahme. Bisher hatte Ulfberth einen Menschen des Imperiums, einen Tileaner, einen Estalianer, einen Halbling, zwei Waldelfen und zwei Zwerge, von denen einer ein Samurai des fernen Nippons war, aufgegabelt. Was fehlte also noch? Richtig, ein Hochelf. Um genau zu sein ein Schwertmeister des Weißen Turms von Hoeth, die ja bekannter Maßen die besten Schwertkämpfer überhaupt darstellen.
    Damit hatte es folgende Bewandtnis; Ankarion war einer jener Elfen gewesen, die seinerzeit den amtierenden Phönixkönig auf dessen Reisen in die Alte Welt begleiteten.
    Dort hatte er erfahren, dass es nicht nur Barberei und Primitivität außerhalb der Grenzen Ulthuans gab, wie die alten Meister lange Zeit behaupteten.
    Er war fasziniert von der Welt und ihren Bewohnern auch wenn es genügend Anzeichen dafür gab, dass das Chaos zunehmend die Oberhand gewann. Nun ist es seit jeher die Aufgabe der Schwertmeister von Hoeth gewesen, das alte Wissen der Asur zu sammeln und zu bewahren, doch Ankarion ging dies noch nicht weit genug. Er meinte, dass auch das Wissen der anderen Völker es verdiene beschützt zu werden womit er sich nicht viele Freunde unter seinesgleichen machte. Verärgert über deren Ignoranz verließ er Ulthuan und machte sich auf in den Gestaden der Alten Welt für deren Zukunft zu fechten. Unzählige Schlachtfelder hatte er gesehen und zahlreiche Siege hatte er errungen, doch stets bangte es ihm vor dem scheinbar unabwendbaren Schicksal der Welt, im Dunkel des Chaos zu versinken. Frustriert und desillusioniert legte er das Schwert nieder und führte ein mehr pragmatisches Leben, denn nach Ulthuan konnte er nicht mehr zurückkehren. Ulfberth und seine mittlerweile stattliche Truppe traf den Elfen in einer Schänke in der Nähe des Axtschartenpasses welcher das Imperium mit dem Königreich von Bretonia verbindet. Dort arbeitete er als Kellner und wer ihn gesehen hätte, der hätte niemals geglaubt einen prächtigen und ehrfurchtgebietenden Elfen Ulthuans vor sich zu haben. Ulfberth überzeugte Ankarion davon, dass es immer etwas gab für das es sich zu kämpfen lohne und sei es auch nur ein Dach über dem Kopf, ein voller Magen oder ein gut gefüllter Geldbeutel. Außerdem, so meinte er, bestünde vielleicht noch dann eine Chance für den Elfen in seine Heimat zurückzukehren, wenn er sich erst einen ausreichend großen Ruhm erworben habe, den seine Verwandten einfach anerkennen mussten.
    Da legte Ankarion das Kleid des Trübsals ab und fasste neuen Mut.
    Ohne Zweifel ist er der beste Schwertkämpfer den Ulfberths Schwertfeger vorzuweisen haben, selbst noch vor den Lachenden Geschwistern und Ronin dem Zwerg.
    Doch seine Fähigkeiten kamen auch den Anderen Mitgliedern des Regiments zu gute, denn Ankarion scheute sich nicht davor das geheime und gut gehütete Wissen seines Volkes brüderlich mit seinen Kameraden zu teilen wodurch diese wahrhaftig zum legendärsten Schwertkämpferregiment aller Zeiten werden sollten.

    10. Sir Griflet, genannt „Le Poing de la dame du lac“ – Der Mann mit dem herrlich klingenden Namen war einst ein Ritter des bretonischen Königs. In den ständigen feudalen Machtkämpfen seiner Heimat geriet seine Familie ins Hintertreffen und so musste Sir Griflet erzwungener Maßen das Leben eines Fahrenden Ritters annehmen.
    Wie bei so vielen seiner Zunft wurde es zu seinem erklärten Ziel, die Herrin des Sees zu finden und einen Schluck aus ihrem Heiligen Gral zu nehmen.
    Auf der Suche nach Abenteuern in denen er sich bewähren konnte, durchstreifte Sir Griflet das Land und erlebte manch brenzlige Situation. Sein Hauptproblem war nämlich, dass er sein Schlachtross hatte verkaufen müssen um den greisen und nunmehr mittellosen Eltern einen dürftigen Lebensabend zu bescheren und darum ging er stets zu Fuß, was so ziemlich das Demütigendste ist was einem bretonischen Adligen widerfahren kann. Doch Griflet war ein Kämpfer, nicht nur physisch sondern auch mental. Er lernte den Umgang mit dem beidhändigen Schwert und ließ sich nicht unterkriegen. Die bäuerliche Art zu reisen brachte ihn dem einfachen Volk näher als es sich die meisten Ritter in ihren schlimmsten Albträumen hätten ausmalen können und mit der Zeit, Anfangs gegen seinen eigenen Willen, entwickelte er Sympathien für jene Menschen, welche so bitter darbten unter der erbarmungslosen Knute des Adels.
    Eine Zeitlang schloss er sich sogar einigen Geächteten unter der Führung eines gewissen Bertrand le Brigand an, wobei er gegen jene Ungerechtigkeit aufbegehrte in dem er von den Reichen stahl um es den Armen zu schenken. Doch nie verlor er dabei sein eigentliches Ziel aus den Augen und so machte er sich erneut auf, den Heiligen Gral zu suchen. In Quenelles nahm er an einem großen Turnier teil, welches ungewöhnlicher Weise auch das Duell zu Fuß als Disziplin vorsah. Dort lernte er Ulfberth kennen, welcher ebenfalls sein Können unter Beweis stellen wollte, was jedoch nicht möglich war, da die Zulassung zu dem Turnier nur den Adligen des Königreiches vorbehalten blieb. Ulfberth sah wie Sir Griflet mühelos einen Kontrahenten nach dem anderen ausschaltete, dafür jedoch wenig Ruhm erhielt, da man spöttelte, dass nur der Kampf hoch zu Ross einem wahren Ritter zieme. Designiert löste Griflet daher seine Trophäe gegen etwas warmes Essen und die Dienste eines Plattners ein, der dessen verbeulten Harnisch wieder auf Vordermann brachte.
    Frisch gestärkt und bereit, schloss sich der Bretone sodann Ulfberths Schwertfegern an da die Verlockung auf fremde Länder und gewaltige Heldentaten zu vielversprechend klang, als dass er dies zu Gunsten einer Schwärmerei versäumen wollte.
    Provokativ gab er sich den Namen „Le Poing de la dame du lac“ was soviel bedeutet wie „Die Faust der Herrin des Sees“ und in den Ohren aller ehrenhaften Ritter Bretonias wie eine blasphemische Herausforderung klingen musste, hatte er diese ja nie getroffen.
    Gemeinsam ließen sie das Königreich der Ungleichheit und Unterdrückung hinter sich und machten sich auf, ein freies Leben zu führen.

    11. Sturli „Hagendorf“ Sturlisson – Sturli ist, wie der Name bereits vermuten lässt, ein Zwerg. Jedoch wurde er nicht im Karaz Ankor sondern als Sohn von bereits seit vielen Generationen im Imperium lebenden Zwergen geboren.
    Das winzige Kaff Hagendorf, irgendwo östlich von Bechhafen am oberen Talabec, ist sein Heimatdorf und Sturli kann sich bis heute keine schönere Heimat vorstellen.
    Der jugendliche Übermut und Entdeckungsdrang trieben ihn jedoch dazu sich der Armee anzuschließen. Die Ungleichheit zwischen Menschen und Zwergen ärgerte ihn bald dermaßen, dass er einen folgenschweren Fehler machte. Er desertierte, wurde aufgegriffen und zum Tode durch den Strick verurteilt.
    Welche Götter es letztendlich auch waren, sie meinten es gut mit dem träumerischen Zwerg. Dreimal riss der Strick und bei dem anschließenden Versuch des Henkers dem Elend mit der Axt ein Ende zu machen, löste sich der Axtkopf, flog beim Ausholen davon und verfehlte nur um Haaresbreite den anwesenden Kommandanten. Dieser war ein gottesfürchtiger Bursche und sah darin den Willen Taals. Sturli wurde freigelassen und aus der Armee verbannt. Da er nie etwas anderes gelernt hatte und nicht auf solch schmachvolle Weise nach Hagendorf zurückkehren wollte, schloss er sich bei einer günstigen Gelegenheit Ulfberths Schwertfegern an, die mal wieder, wer hätte es gedacht, kreuz und quer durch die Weltgeschichte reisten. Hagendorf, wie ihn die anderen Schwertfeger liebevoll nannten da er immer von seiner beschaulichen Heimat schwärmte, kleidete sich dabei in der Tracht jener Bidenhandkämpfer, für die die Armeen Talabeclands so berühmt sind.
    Der Umstand, dass Ulfberths Regiment sich selbst ironisch als Schwertfeger bezeichnet geht derweil auf Sturlis Vorschlag zurück, der es über alle Maßen lustig fand, dass Ulfberth dereinst auf diese wenig prosaische Weise versucht hatte an gute Rekruten heran zu kommen. Andere wiederum behaupten, keine Ahnung wer ihnen das in den Kopf gesetzt hat, dass die Truppe deshalb als Schwertfeger bezeichnet wird, weil man sie meistens dabei antrifft wie sie ihre schartigen Klingen schleifen für den nächsten Kampf.

    12. Hildegard Hohenheim, genannt „Rasende Hilde“ – Eines Tages, Ulfberth und seine Leute kampierten unweit der verfluchten Stadt Mortheim in der Ostmark, erzählte Ankarion, dass es eine Übung bei den Schwertmeistern von Hoeth gebe, bei der es das Ziel ist nur mit der Klinge ein ankommendes Geschoss abzuwehren.
    El Tuerto, der schon so manches gehört und gesehen hatte, lachte und entgegnete, dass dies wohl ein Elfenmärchen sei. So etwas sei vollkommen ausgeschlossen, solange es sich bei dem Geschoss nicht um einen geworfenen Stein oder eine Beleidigung handle.
    In seiner Ehre herausgefordert stand Ankarion auf und erklärte sich bereit, er wolle es dem Ungläubigen beweisen. El Tuerto willigte ein und so begann das Spektakel.
    Zuerst schoss Ulli mit seiner Zwille auf den Elfen, was diesen nicht beeindruckte.
    Die Steine, auch wenn sie noch so schnell angeflogen kamen, wehrte Ankarion eher beiläufig durch rasche Hiebe und Paraden ab.
    Dann brachen sie einen geeigneten Eibenast, schnitten ihn zu und spannten ihn mithilfe einer Sehne zu einem provisorischen Bogen.
    Ronin, welcher sich auf das Bogenschießen ein Wenig verstand, was untertrieben ist, feuerte ein paar Mal auf den Kameraden doch wieder gelang es diesem die Pfeile aus der Luft zu holen bevor sie ihm gefährlich werden konnten.
    El Tuerto war beeindruckt, doch wollte er dem Elfen noch nicht ganz den Sieg zugestehen. Da er stets eine Pistole bei sich führte bot er an, Ankarion möge es doch einmal damit aufnehmen. Wenn seine Fähigkeiten so toll seien wie er behauptete, dann müsste er die Kugel ja ebenfalls abwehren können.
    Alles verstummte in ehrfürchtiger Erwartung. Nur zu, meinte Ankarion und machte sich bereit. Ulfberth sah das Ganze mit äußerstem Missfallen und Skepsis. Nicht dass er an Ankarions Fähigkeiten gezweifelt hätte, aber eine Pistolenkugel? Das war zu viel, selbst für den mächtigen Elfen. Bevor er jedoch dazwischen gehen konnte, hatte El Tuerto die Waffe abgefeuert und dann ging alles rasend schnell. Der Dampf des Schwarzpulvers zischte auf, Ankarion machte eine Blitzschnelle, kaum erkennbare Bewegung und plötzlich stürzte der junge Tamburo schreiend zu Boden. Tatsächlich hatte der Hochelf das Geschoss abgewehrt, doch unglücklicherweise wurde es dabei so umgelenkt, dass es Tamburo, welcher nahe bei gestanden hatte, mitten durchs Gesicht schlug.
    Das Geschrei war groß und schnell war klar, dass es ernst aussah. Der Junge drohte an der Wunde zu verbluten sofern sich nicht bald ein Arzt seiner annehmen würde.
    In ihrer Verzweiflung brachen die Gefährten das Lager übereilt ab und hetzten in Richtung der Ruinen Mortheims in der Hoffnung dort einen Heiler zu finden.
    Um es kurz zu machen; im letzten Augenblick stießen Ulfberth und die Schwertfeger auf eine einzelne Schwester des Sigmaritenordens welcher berühmt ist für seine außerordentlichen Fähigkeiten der Heilung. Ihr Name war Hildegard und sie war es, die Tamburo das Leben rettete. Leider gelang es ihr dabei nicht die fürchterliche Narbe verschwinden zu lassen, welche das Gesicht des vormals so hübschen Jünglings schrecklich entstellte, sodass er es fortan hinter einer goldenen Maske verbarg.
    Da sich der Orden der Schwesternschaft des Sigmar im Zerfall befand und Hildegard in der Vergangenheit bereits mehrfach ihr Keuschheitsgelübde gebrochen hatte, war es nur vernünftig, dass sie die Truppe fortan als Ärztin begleiten würde. Doch auch darüber hinaus war sie eine beeindruckende Ergänzung zum bestehenden Team, denn ihr Umgang mit dem Bihänder konnte sich ebenfalls sehen lassen, was ihr den Spitznamen Rasende Hilde bescherte. Später soll sie eine Affäre mit Sir Griflet gehabt haben.
    Nebenbei bemerkt hatte dieser unrühmliche Zwischenfall zur folge, dass Ulfberth fortan jedweden Besitz oder gar die Verwendung von Schusswaffen in seiner Einheit strengstens verbot; das Schicksal des armen Tamburo diente dabei allen als wirksames Mahnmal.

    13. Ibn Fahdlan, genannt „Djinn“ – Wenn Ulli Binsenschneider der kleinste, Tamburo der jüngste und Hreidmar Sindrisson der verrückteste von Ulfberths Gefährten ist, dann ist Ibn Fahdlan mit genau der gleichen Gewissheit der Mysteriöseste.
    Eine Kette ungünstiger Entscheidungen hatte die Schwertfeger in die sengende Hitze Arabias geführt. Warum genau, dass wusste Ulfberth später selbst nicht mehr. Verloren und dem Verdursten nahe, schleppten sich die Gefährten vorwärts durch die unendliche Wüste bis sie eine rettende Oase voraus wähnten. Unglücklicherweise spielen Luft und Hitze dem ungeschulten Auge oftmals böse Streiche in jenen Ländern und so war es auch in diesem Fall. Etliche Trugbilder später war der Tod so greifbar nahe, dass ein jeder bereits mit seinen Göttern Zwiesprache hielt. Da tauchte wie aus dem Nichts ein einzelner Mann auf, gehüllt in blaue und weiße Stoffe, das Gesicht vermummt von einem Tuch, das er sich mehrfach um den Kopf geschlungen hatte. Stumm bedeutete er den erschöpften Kriegern ihm zu folgen was diese mit letzter Kraft taten. Ulfberth kam erst wieder zu sich, als sein Gesicht ins erfrischende Nass einer Oase tauchte, dieses Mal so echt wie es nur ging. Die Schwertfeger tranken und badeten die geschundenen Glieder und als sie wieder zu Kräften gekommen waren schauten sie sich nach dem Mann um, der sie gerettet hatte, doch nirgends war eine Spur. Niemand hatte ihn gehen gesehen, nicht mal die Lachenden Geschwister, deren scharfen Augen ansonsten nie etwas entging. Nach ein paar weiteren Tagen stieß die Gruppe auf eine verlassene Beduinenstadt, deren Lehmreste Stück für Stück im Sandmeer versanken.
    In der Nacht, laut Ullis Aussage die Schlimmste die er jemals erlebt hatte, griffen Untote das Lager zwischen den Ruinen an, die vermutlich aus den nahegelegenen Ländern der Toten stammten. Der Kampf war hart und erbittert, doch schon bald mussten die Gefährten erkennen, dass sie kaum eine Chance gegen die immer wieder aufstehenden Leichen hatten. Da sprang ein Schatten zwischen die Reihen der Feinde und silberner Stahl funkelte auf im Mondlicht. Geschwind huschte die Gestalt hierhin und dorthin wobei sie einen Pfad der Vernichtung hinterließ. So gelang es, die Toten zu überwinden doch erneut war der Retter in der Not genauso plötzlich verschwunden wie er aufgetaucht war. Noch etliche Male ging es den Schwertfegern so, denn der Weg zurück zur Küste war lang und gefährlich. Immer wieder unterstützte sie jene rätselhafte Gestalt der Wüste, die jedoch nie ihre wahre Natur erkennen ließ. Als sie sich in Copher schließlich einschifften trat ihnen ein Mann entgegen, der sich als Ibn Fahdlan vorstellte und in dem die Schwertfeger jene Gestalt wieder erkannten, die ihnen zuvor so oft das Leben gerettet hatte. Auf die Frage warum er sich nicht zu erkennen gegeben habe und dies auch jetzt noch nicht tat, immer noch verhüllte der Mann sein Antlitz, antwortete er rätselhaft, dass dies großes Unheil zur Folge hätte. Fürs Erste müssten sie nur wissen dass er ein Freund sei und den Entschluss gefasst habe den Freunden in die Alte Welt zu folgen. Seitdem ist Ibn Fahdlan, den sie den „Djinn“ nennen, ein streitbares und ebenso tödliches Mitglied von Ulfberths Schwertfegern.
    Sein Krummsäbel steht in Geschwindigkeit und Präzision den Schwertern der Elfen in nichts nach und während des Kampfes bedient er sich oftmals scheinbar magischer Tricks, die ihn in Rauchwolken verschwinden lassen oder ihn unempfindlich gegen Verletzungen zu machen scheinen. Alles in allem also ein äußerst merkwürdiger Geselle.

    14. Emrys Lailoken – Der letzte namentlich überlieferte Held welcher unter Ulfberth diente war ein Druide aus Albion. Sein genaues Alter war schwer zu bestimmen, da er sich nicht daran erinnern konnte wann er geboren worden war, in jedem Fall trat er aber als ältlicher Knabe in Erscheinung dem man nicht zugetraut hätte, das Leben eines Söldners und Glücksritters zu führen. Das täuschte jedoch, denn ähnlich wie Ibn Fahdlan schien Emrys über magische Kräfte zu verfügen, wenn sie auch nicht besonders stark sein mochten. Dafür, seine Schwertklinge in sengendes Feuer zu hüllen, was zu seinem Erkennungszeichen wurde, reichte es jedoch allemal.
    Von Anfang an verband Emrys eine tiefe Freundschaft mit Hreidmar dem Schreihals, dessen Wahnsinn und unzivilisierte Erscheinung er in gewisser Weise mit dem Zwerg teilte. Emrys hatte es sich zum Hauptziel gesetzt, heraus zufinden was genau Hreidmar in der Vergangenheit rätselhaftes widerfahren war, das ihn zu dem gemacht hatte der er jetzt war. Getroffen hatten sich Emrys und die Schwertfeger im Marktviertel von Luccini wo dieser drohte verhaftet zu werden, da er ganz augenscheinlich ein verrückter, alter Landstreicher zu sein schien welcher die Standverkäufer und Händler um ihre kostbaren Waren fürchten ließ. Als Ulfberth sich für ihn einsetzte und den Fremden daraufhin fragte was er denn so fern seiner Heimat in Tilea täte, da antwortete er schlicht er habe sich verlaufen. Eines Morgens sei er zum Mistelschneiden hinaus in den Wald gegangen und ehe er sich versah war er in Luccini gelandet. Eine unglaubwürdige Geschichte, ich weiß. Aber bei Druiden kann man nun mal nie wissen was in ihren wirren Köpfen alles vor sich geht. Man hielt es für das klügste und sicherste, wenn sie sich Lailokens annahmen und ihn für die Dauer ihres nächsten Auftrags, welcher sie mal wieder nach Sartosa führte, in ihr Regiment zu integrierten. Was bleibt noch zu sagen? Lailoken hatte sein Können im Umgang mit der brennenden Klinge unter Beweis gestellt und von da an wollte niemand mehr sich von dem greisen Pyromanen trennen.

    15. Anmerkung – Natürlich bestand Ulfberths Regiment legendärer Schwertkämpfer nicht nur aus 15 Leuten. In den meisten Fällen heuerte Ulfberth dutzende weiterer Kämpfer an. Allerdings waren darunter niemals wieder solche charismatische und talentierte Individuen wie die oben genannten und es verwundert daher auch nicht, dass diese immer den eigentlichen und harten Kern der Truppe bildeten. Andere kamen und gingen, beziehungsweise wurden zumeist auf unappetitliche Weise gegangen, doch diese 15 tapferen Recken sollten Bestand haben und so unterschiedlich und exzentrisch sie auch waren, sie blieben stets treue Freunde und jede abgeschlossene Mission schweißte sie enger zusammen, so wie es in einer guten Truppe sein sollte.
    Unzählige Abenteuer und Herausforderungen bestritten sie, als da wären die Schlacht am Nachtgoblinsteig, die Befreiung Lady Enchantés, jene legendäre Belagerung der Trollburg und viele, viele mehr. Wer sie anheuerte konnte sich dessen gewiss sein, dass er sein Geld gut angelegt hatte und rasch trug der Ruf von Ulfberths Schwertfegern Angst und Schrecken in die Herzen derer, die ihnen gegenüberzustehen hatten.
    Niemals jedoch kämpften sie für das Böse und ihre hohe Moral verbot es ihnen, manch einen unehrenhaften Auftrag anzunehmen.
    "Ich mach mich breit in Raum und Zeit"

  2. #2
    Testspieler

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    Beiträge
    109
    Ich finds ganz brauchbar geschrieben wobei Samurai najaaaa grenzwertig
    Schon allein weil fast keine Rechtschreibfehler vorhanden sind :P
    Wenn du jetzt noch entweder ein Regiment in der Zusammenstellung aufbaust
    oder noch besser eine Mortheimbande bastelst
    wäre das durchaus eine stylishe Sache

  3. #3
    Aushilfspinsler
    Avatar von PrinzKaos
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    25.08.2010
    Beiträge
    45
    coole Truppe

    Gefällt mir sehr gut

    Ich habe nur eine Sache zu bemängeln: So weit ich weis haben die Schwertmeister ein Schweigegelübte oder so ähnlich abgelegt ?! oder verwechsel ich das gerade mit was anderem ?
    "Ich werd´ se in den Staub trampeln. Ich werd´
    ihre Knochen zaschmettern. Ich
    wer´ Köppe abschlag´n, Knochen brech´n un´
    auf den Teilen ´rumspringen. Un´ dann werd´
    ich erst richtig gemein."

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