Technik Das 1x1 des Airbrush

Themen über bestimmte Techniken im Tabletop-Hobby

Karnstein

Tabletop-Fanatiker
Wenn du die Farbe wirklich in der Pistole mischen willst, würde ich folgend vorgehen:

1. Zuerst etwas Verdünner einfüllen und dann erst die Farbe, nicht andersherum (ausser bei Model air).
2. Einen dichten Lappen um den Düsenkopf drücken und leicht den Hebel runterdrücken (aber nicht nach hinten ziehen). Damit entsteht ein Rückfluß, die Farbe im Becher fängt an zu blubbern und vermischt sich.

Wobei das Mischen in einem externen Gefäß einen großen Vorteil hat: Sollten Pigmentbrocken/farbfetzen in der Mischung sein, sieht man das in der Regel schon bevor man die Farbe einfüllt. Gerade bei kleinen Düsen sollte man bei normalen Farben (also kein Model-Air) ernsthaft auch drüber nachdenken, ob man die Farbe nicht vor dem einfüllen filtern will. Sei es mit nem Filter aus dem Künsterladen oder nem Stück aus nem Nylon-damenstrumpf...


Zum Thema Reinigen:


http://www.ipmsstockholm.org/magazine/2005/03/stuff_eng_tech_airbrush_cleaning_2.htm

http://www.rlm.at/cont/thema06.htm

Ansonsten findet man bei youtube noch das eine oder andere Tutorial, ich sag dir aber gerne wie ich das bei meiner H&S mache:

Zubehör:

- Q-tip
- alten weichen Pinsel
- Küchenrolle
- Dental-Mikro-Zahnbürste
- Das H&S Reinigungsset bestehend aus ner kleinen Bürste und nem Gerät zur Düsenreinigung. Kann man für den Anfang auch durch ne gaaaanz feine Nähnadel und die Dentalbürste ersetzen
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- Einen Ring mit verschiedenen relativ langen Nylonbürsten.
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- Eine Flasche mit Frosch Spiritus-Glasreiniger, gestreckt mit 99% Alkohol...der ist frei von Ammoniak, den will man eher nicht einatmen.
- Vallejo AB-Reiniger gestreckt mit 99% Alk, inkl. kleinem leeren Marmeladenglas gefüllt mit der Mischung
- kleiner Putzeimer, gefüllt mit lauwarmen Wasser (2/3 voll)
- ein festes Stoff Tuch, ich hab nen Microfaser-Tuch genommen.
- Airbrush-Reinigungskugel, alternativ der Eigenbau mit ner leeren Kaffedose, in deren Deckel man ein Loch passend für die AB und paar kleinere Löcher für den Luftabzug geschnitten/gestanzt hat (Bastelmesser+Nagel/Hobbybohrer)
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Die kleine Reinigung zwischendurch


Wenn ich während einer Session die Farbe wechsel, dann sprühe die Pistole leer und wische erst einmal mit nem Stück Küchenrolle durch. Dann fülle ich etwas von der Alk-Frosch Lösung in die Pistole, drücke die Pistole mit dem Düsenkopf fest in dicke Stück Tuch und erzeuge damit einen Rücklauf, womit die Flüssigkeit anfängt im Becher zu blubbern. Setze sie in die Reinigungskugel/Kaffedose und sprühe die Pistole leer. Dann teste ich die Pistole an nem Stück Küchenrolle...wenn keine Farbe mehr auf dem Papier erscheint, halte ich die Pistole kurz in den Eimer und laß blubbern. Damit sollte dann auch der letzte Rest Alk aus der Pistole raus sein.

Den Schritt mit dem Eimer kann man weglassen, ich finde den aber recht praktisch. Den hab ich aus nem Video bei Youtube, von nem Ami...der spült beim Wechsel zwischen Acrylfarben sogar nur im Eimer. http://www.youtube.com/watch?v=7tYQQ1Lhmsg (ab 2.25)...

was mir an dessen Methode nicht gefällt: er zieht die Nadel nach hinten raus, was aber auch am Aufbau der Iwata liegt. Ich ziehe bei meiner Evo die Nadel IMMER vorne raus, weil man damit sich nicht Farbe weiter in den Kanal zwischen Becher und Trigger zieht. Kann man machen, dann sollte man aber den Nylon-Bürstenring da oben haben, da man mit normalen Dentalbürsten nicht durch den Kanal durchkommt. Ausser man macht es wie nen anderer Ami, der hat den Kopf der Mikrobürste abgeknipst und in die Kanüle einer Einwegspritze geklebt.

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Ich würde aber nahezu immer mit Wasser nachspülen, da man nie weiß ob die Farbe nicht eventuell mit dem Alkohol reagiert. Beispielsweise kann man in normale VMA Farben schon Alk reinkippen, die Metal-Farben fangen aber sofort an zu klumpen.

Die einzige Ausnahme bei Vallejo wären die Liquid-Metal Farben, an die sollte man tunlichst kein Wasser kommen lassen...


Die sorgfältige Reinigung

Die gönne ich mir nur am Ende der Sitzung, oder wenn die Pistole wirklich völlig rumzickt. Ich fange an wie im Schritt oben, dann zerlege ich aber die Pistole in folgenden Schritten:


1. Ich schraube vorsichtig den Düsenkopf ab und lasse ihn zusammen mit der Düse in das Marmeladen-Glas mit Reiniger fallen.

2. Dann löse ich die Nadel, drücke von hinten leicht drauf, bis ich vorne die Nadel problemlos weit hinter der Spitze greifen kann und ziehe sie nach vorne komplett heraus. Dann wische ich sie an einem Stück mit Glas/Alk-Reiniger befeuchteten Küchenrolle ab und zwar immer zur Spitze hin und nicht von der Spitze weg! Lege die Nadel dann an einen sicheren Platz ab

3. Ich schraube den Becher ab und wische ihn mit Küchenrolle und Glas/Alk-Reiniger ab.

4. Dann reinige ich die Kammer mit einem in Reiniger getauchten Q-tip.

5. Als nächstes gehe ich entweder mit dem Ringset oder dem verlängerten Dentalstick durch den Nadelkanal, solange bis keine Rückstände mehr auftauchen. Auch hier tränke ich das Werkzeug leicht mit dem Glasreinigergemisch

6. Als letzten Reinigungschritt fische ich vorsichtig mit ner Pinzette die Düsen und den Düsenkopf aus dem Marmeladenglas und lege sie auf ein Stück küchenrolle. Sollte man die krone beim sprühen benutzt haben, schraubt man sie ab und reinigt sie entweder mit einem Qtip oder einem der dickeren Bürsten des Ringsets. Dann reinigt man die Düse mit der Dentalbürste, bzw. der von H&S Düsenreinigungsset mitgelieferten Bürste, bevor man vorsichtig mit der dünnen Nähnadel oder besser noch dem speziellen Werkzeug in die Düse geht und etwaige Farbreste entfernt, die von der Bürste in die Spitze geschoben wurden.

7. Dann baut man die Pistole wieder in umgekehrten Reihenfolge zusammen: Becher aufschrauben, Düsenkopf aufschrauben, Nadel von hinten vorsichtig einführen und sichern. Dann noch einmal die Pistole mit Wasser befüllen und sprühen. Wenn sie sich normal verhält, vorsichtig trockenwischen, vom Schlauch entfernen und wegpacken.

Kleiner Tipp: Bei beiden Reinigungsgraden lohnt es sich den Druck am Kompressor auf ~30PSI zu erhöhen, man sollte eben nur nicht vergessen ihn danach wieder zu reduzieren.
 
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Cywor

Tabletop-Fanatiker
Danke Dir schonmal. ;)

Habe ja auch eine Evolution Gun von H&S. Bin auch sehr zufrieden. Im verlinkten Tutorial habe ich grad schon gesehen, das man die Düse selbst nur mit was weichem reinigen soll. Ich glaube daran halte ich mich besser auch. Wobei mir vorhin die Dichtung verloren gegangen ist. Habe ich ehrlich gesagt nicht gemerkt. Nur plötzlich war sie weg.

Was verwendet der da eigentlich? http://www.rlm.at/thema/06/17_evolution.790x525.jpg

Ich hab oft die Reinigungsbürste (dieses Dentalteil) verwendet.

Nutze momentan während der Brusharbeiten meist einen Reiniger. (nennt sich Jumomat) Der ist eben auch gut für die Umwelt, und löst ganz gut. Allerdings werd ich mir die Idee mit dem Gurkenglas mal zu Herzen nehmen.

Mein Problem war bisher immer, das die Düse während des Bemalens verstopft ist. Ich habe meist auch zuerst Verdünner rein und dann die Farbe. Habe das dann mit nem Zahnstocher verrührt. Aber ich glaube die Dickflüssige Model Color setzt sich eben direkt mit in die Düse, und da verstopft sie dann schnell. Extern mischen wäre gut.

Was nimmt man dafür am besten.

Einfach Mischgläser von Tamiya oder Revell? Konnte ich mich bisher nie zu durchringen, aber ist wohl besser, weil das mit dem Mischen in der Pistole doch tricky ist.
 

Karnstein

Tabletop-Fanatiker
Also Model Color ist eh gerade bei der 0.2 Düse ne Sache für sich. Ich hatte mit der auch einige Probleme, weswegen ich irgendwann nahezu alle VMC Farben verkauft und mir nen ganzen Batzen VMA geholt habe. Sind wahrscheinlich mehr als ich eigentlich brauche (40+), aber hey...besser als Kippen kaufen. :lol:

Model-color würde ich also wirklich ausserhalb der Pistole verdünnen (um die Konsistenz zu prüfen) und vor dem Einfüllen filtern. Wenn es dann immer noch weitaus mehr Probleme als mit anderen Farben gibt, entweder auf ne größere Nadel (0.4) wechseln oder ganz auf Model Color in der Pistole verzichten. Die Pigmente sind eben recht grob und die Farbe ist verglichen mit Model Air unheimlich viskos. Ich hab noch <10 VMC/Pancer Aces Töne hier und bei denen muß ich mir nen Wölf schütteln, bevor ich die reingeworfene Stahlkugel klackern höre....bei VMA klappert es schon nach fast beim Umdrehen der Flasche...

Das auf dem Bild dürfte laut Text auf der Seite zusammengedrehte Watte sein... ich finde aber das sich trotz des hohen Preis nen richtiges Düsenkopfwerkzeug lohnt, ausser man hat ne alte leicht verbogene Nadel. Dann kann man auch die hinten kürzen und zum "durchdrücken" benutzen. Der Trick beim von H&S verkauften Werkzeug ist aber, das es eigentlich eine Halbnadel ist. D.h man hat quasi einen Grat, der wie ein Schaber eingetrocknete Farbpigmente aus der Düsenspitze löst... ist aber eben mit ~18€ für Düsenreiniger+kleine Nylonbürste wirklich keine günstige Anschaffung.
 
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Cywor

Tabletop-Fanatiker
Genau mit der Reinigungsnadel hab ich die Düse geschrottet. Die 0,2 Düse ist vorne wohl kleiner als die Nadel. Einmal zu viel Druck und das wars.
 

Karnstein

Tabletop-Fanatiker
Okay..man sollte die natürlich auch sachte von hinten einführen und dann ohne großen Druck drehen...

Kleiner als die Dsüe sollte eigentlich nicht sein: wenn ich meine Reinigungsnadel in die Düse schiebe, schaut vorne leicht die Spitze raus (~2mm weit) und läßt sich ohne Kraftanwendung in der Düse drehen.
 

Kjeld

Blisterschnorrer
Hallo, nachdem ich jetzt schon etwas länger eine Airbrush habe und einiges probiert hab, brauche ich eure Hilfe.
Was mir noch nicht so klar ist, mit welchem Druck ich wann arbeiten muss. Bei Feinarbeiten wohl eher weniger Druck, und bei normalem Grundieren höherem Druck. Aber bei welchem Druck liegt man da, sprich wieviel mBar oder Psi? Als Farben verwende ich fast ausschließlich die Model Air Farben.

Danke euch,

Grüße, Kjeld
 

Karnstein

Tabletop-Fanatiker
Das ist so ne Frage, auf die es eigentlich keine Antwort gibt. Es gibt einfach zuviele Faktoren:

- Manche Pistolen atomisieren die Farbe bei niedrigen PSI-Werten besser als andere Pistolen
- Die Länge des Weges zwischen Druckregler und Pistole. Je länger der Schlauch, desto größer der Druckverlust. Wenn du den Kompressor aus Lärmgründen auf dem Balkon oder in der Garage stehen hast und 6M Schlauch bis zur Pistole führt, dann kannst du die Druckangaben am Kompressor teilweise vergessen. Das ist nun aber der Extremfall und dann wäre man auch besser damit bedient, den Druckregulierer+Wasserabscheider näher an der Pistole zu positionieren und nicht am Kompressor selber zu belassen.
- Die Viskosität der Farbe

Und von dem Abstand zwischen Pistole und Modell ist auch noch nen Faktor. Ich zitier mal nen Ami:

Think of airbrushing as washing your car with a hose. Get up close to the car and turn the hose on at full pressure and what happens? Most likely you are going to get wet. When you get in close for the tight areas you have to lower the pressure to prevent a lot of overspray. Likewise if you get way back from the car and try to wash it with low pressure the water doesn't even get there, so you need more pressure.

Using an airbrush is not that different from the analogy above. When you are in close to the surface you need to use less pressure to prevent overspray. When you are farther away from the surface you need more pressure just to get the paint to the surface of the model. In the case of an airbrush though, even at low pressure the paint wil eventually get to the model's surface. The problem is that if it travels a good distance through the air it will dry, or partially dry, during the time it takes to get from the airbrush to the model. This causes a dimpling of the paint surface commonly known as "Orange Peel".

Quelle: http://www.craigcentral.com/models/pressure.asp

Im Endeffekt muß jeder für sich selber rausfinden, womit er die besten Ergebnisse einfährt.

Für Vallejo würde ich als grobe Eckdaten mal mit folgenden Werten rumexperimentieren:

Grundierung mit dem Vallejo-Primer: 20-25PSI, bei hinreichender Distanz zum Modell.

Grundfarben großflächlich auftragen, egal ob nen Teil der Farbe am Modell vorbeigeht: 16-20PSI

Detailarbeiten, bei denen man den sogenannten "Overspray" vermeiden will und deswegen sehr nah an die Mini rangeht: 10-15PSI

Auf jeden Fall kann man sagen: Solange die Farbe noch gescheit atomisiert wird, gilt die Faustregel "je näher am Modell, umso geringer der Druck". ;)
 

Kjeld

Blisterschnorrer
Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Auch wenn sie sich eigentlich nicht beantworten lässt ;)
Aber habe mir schon gedacht, dass es hier nach dem Motto "Probieren geht über Studieren" geht. Dann werde ich mich die restlichen Semesterferien wohl mal an meinen Schreibtisch setzen :)

Grüße, Kjeld
 

DeusExMachina

Tabletop-Fanatiker
Weiss jemand ob so ein Set was taugt, wenn man anfängt?

http://www.airbrushking.ch/sets/Deluxe-Set.html

Ich möchte mich langsam an Airbrush annähern, weil es mich sehr interessiert, möchte aber nich 2 mal Kaufen...

499CHF dafür?

Das richt bissle arg nach abzocke.

Für das gleiche gelt bekommst du marken ware mit der du sicher glücklich bist.

Gleicherpreis dafür aber alles Markenware mit vernünftigen Garantien http://www.airbrush-city.de/komplet...sh-set-3141-mit-evolution-silverline/a-16355/
 

DeusExMachina

Tabletop-Fanatiker
Gleichwertig sind die nicht (ganz).

Aber die Silverline ist eine gute und Solide AB mit der du am Anfang keinen Fehler machst zu dem sind die Ersatzteile deutlich günstiger.
 

TheGrosser

Testspieler
Ich möchte jetzt auch mit Airbrushen anfangen. Ich habe mich schon etwas eingelesen und brauche jetzt noch etwas Entscheidungshilfe. Als Pistole steht für mich die Evolution Silverine 2 in 1 fest. Nun fehlt mir noch der passende Kompressor. Hier mal meine engere Auswahl.

Die Minimallösung:Werther Tc 108
(im Set mit der AB bei airbrush4you.de für 269 Euro.

oder ein Kompressor mit Tank und der Konsequenz noch einen Monat länger warten zu müssen.
Eurotec 16a
Saturn A 25
hier kann ich nicht einschätzen, welcher der Kompressoren der bessere ist.
 

Moiterei_1984

-Fremdhersteller Troll-
Vergiss den Werther...
ohne Tank geht mMn gar nix... durch das Pulsen des Kompressors wird das Spritzbild zu unregelmässig, mal ganz davon abgesehn, dass der Kompressor durch den Dauerbetrieb heissläuft und schneller kaputt geht.
Wenn du dir schon eine Spritze in der gehobenen Preisklasse zulegst, dann solltest du in der Konsequenz lieber einen Monat länger warten, bevor du dir einen Billig-Kompressor holst. Auch eine AB ist nur so gut wie ihre schwächste Komponente.
 
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Krass!!!

Regelkenner
Ich habe auch mal eine technische Frage:
Ich habe meine Airbrush zwar schon eine Weile, bin aber leider sehr selten damit am arbeiten. In dem Irrglauben, dass ich eine 0,4mm Düse hätte, hab ich mal aufgrund der schnellen Verstopfung nachgeschaut und festgestellt, dass ich eine 0,2er habe. -> Dieses Modell.

Ist es in dem Fall gar nicht möglich, eine andere Düsengröße einzusetzen, die man ja als Ersatzteil bekommt? Z.B. die Ersatzdüse von dieser hier?

Bei dem geringen Nutzungsgrad, wollte ich nicht unbedingt noch mal so viel in eine neue Pistole investieren. Obwohl es ohne das ständige Verstopfen auch mehr Spaß machen würde?
 
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