Geschichtenwettbewerb Winter 12/13 — W40K — Der Ruf

SHOKer

Mentor der flinken Federn
Moderator
Fließend waren die Bewegungen. Der Gesang seiner Stimme floss Wasser gleich in das psionische Feld des Weltenschiffs und übertrug sich in den formbaren Phantomkristall. Die Struktur verfestigte sich, doch war sie noch immer filigran, grazil und künstlerisch auf hohem Niveau. Anuriel war dabei, sein Meisterwerk der Kristallsingerei zu vollenden. Die Skulptur war perfekt proportioniert, die Gesichtszüge sahen so aus, als wenn sie lebendig wären. Einzig das dunkle, glasige Material des Phantomkristalls deutete darauf hin, dass es sich nicht um ein Wesen aus Fleisch und Blut handelte.
Anuriel war hoch konzentriert, vollkommen versunken in seine Tätigkeit. Sein Herzschlag war noch schneller als sonst, sein Geist so scharf fokussiert wie das Prisma eines Illum Zar. Er schwitzte ergiebig. In der Werkstatt des Meisters stand er nur im Lendenschurz gekleidet und verausgabte sich körperlich und geistig, um die Skulptur zu vollenden.
Kraft seiner Gedanken auf psionischer Ebene und unterstützt durch seinen eigenen, melodischen Gesang, erschuf er Fingerglieder, mit allen natürlichen Falten, die er auch an seiner Hand sehen konnte. In den geformten Arm ließ er weiteres Phantomkristallmaterial fließen, wie Wasser in einen Kelch. Sein Gesang nahm einen tiefen Bariton an und aus dem weiteren Stoff formte sich ein Werkzeug. Ein Hammer wuchs förmlich aus der Hand der Skulptur. Langsam stieg der Stil empor und der Hammerkopf floss in seine Form. Anuriel hatte bereits den Amboss fertiggestellt. Er war gerade in den wichtigsten Zügen seiner Arbeit. Mit dem Hammer gab er sich nun besonders Mühe, auch wenn er einfacher zu formen schien, als die organisch wirkenden Körperteile der Statue.
Kaum war er an dieser Stelle fertig, da widmete er sich dem anderen Arm und ließ auch hier mehr Phantomkristall in Richtung der Hand fließen. Aus dem zusätzlichen Stoff erschuf er eine elegante Schwertklinge, jedoch noch verbogen, die gerade im Begriff war, von dem gerade geschaffenen Hammer in Form geschlagen zu werden.
Anuriel hielt inne. Seine Kehle war trocken. In Bächen floss der Schweiß seinen Oberkörper herunter. Er war ziemlich geschafft, seine Konzentration ließ etwas nach, wie er seit wenigen Herzschlägen bemerkte. Um sein Meisterwerk auch auf meisterlichem Niveau vollenden zu können, brauchte er einen kurzen Moment der Besinnung. Anuriel ging zum Krug mit Wasser.
„Beeindruckend.“, meinte eine Stimme hinter ihm.
Anuriel drehte sich um und sah den Meister. Er lächelte leicht und verbeugte sich vor dem Alten. Dieser ging prüfenden Blickes näher heran, umrundete die Skulptur.
„Wirklich, schon jetzt ein beeindruckendes Standbild Vauls. Welches Schwert?“
„Das achtundneunzigste.“
Der Meister nickte bedächtig. Und studierte weiter die Details.
Plötzlich ging ein tiefer, dröhnender Gongschlag durch das gesamte Phantomkristall des Weltenschiffs!
Der Meister und Anruiel waren sofort aus ihrer bisherigen Geisteshaltung gerissen. Langsam, aber beständig spürten beide Eldar, wie das hitzige Wogen, der einer heißen Welle gleiche Drang des Krieges durch das psionische Feld der Arche schwappte.
„Der Avatar erwacht.“, sprach der Meister halblaut. Anuriel nickte bloß.
Er wandte sich zum Gehen. Der Meister sah ihn eindringlich an.
„Keine Sorge, Meister. Ich kehre zurück und vollende es.“
Er raffte seine Kleidung zusammen und verließ sein Abbild Vauls unvollendet.
***
„Krieg ruft!“
Der Exarch hatte alle Eldar, die dem Pfad des Kriegers als Skorpione folgten, bereits am Eingang des Schreins der Jadescheren mit eben diesem Ausspruch empfangen. Vollständig in die uralte Schreinrüstung gekleidet und der ehrwürdigen Bewaffnung seines Rangs versehen, wartete diese Verkörperung des Aspekts der Skorpione, dieser Priester des Kriegs auf seine Begleiter für die Schlacht.
Rituell rüsteten sich die Aspektkrieger gegenseitig, von unten beginnend, bis sie zu Letzt beim Helm angelangten. Dem Helm mit den Mandiblastern, dem letzten Abschnitt, der sie innerlich von dem ruhigen, friedlichen Pfad, den sie gerade beschritten, trennte und vollständig in den Krieger und die Kriegerin verwandelte, der auf dem Schlachtfeld all die Greul des Krieges austeilen und ertragen würde.
„Khaine verlangt nach uns.“
Der Exarch stapfte durch ihre Reihen und gab hier und da seine anstachelnden Zitate zum Besten. Er hielt keine aufpeitschenden, langwierigen Reden. Seine Anwesenheit, die psionische Präsenz der Schreinrüstung, reichte aus, um die immer heftiger durch den Phantomkristall der Arche strömende kriegerische Regung nochmals zu steigern. Wie ein Fokus wirkte der Exarch und jeder der Aspektkrieger, der bereits seinen Helm aufgesetzt hatte, scharrte immer unruhiger und schwang fortwährend zur Übung das Kettenschwert. Der Schrein war selbst von einer brodelnden Unruhe gefüllt. Der Hauch von Eredras-Weihrauch in der Luft vermochte keinen mehr zu besänftigen.
Anuriel atmete nochmals tief durch. Drei Mal. Er verschloss alle Tore in seinem Inneren, schützte alle friedlichen Pfade, die er bisher beschritten hatte. Insbesondere den des Kristallsängers. Er setzte sich den Helm auf und nun brandeten die kriegerischen Emotionen, die vom erwachenden Avatar und seiner Kammer im Herzen der Arche ausgingen, durch ihn hindurch. Verstärkt durch den Kriegerschrein der Jadescheren. Gebündelt durch den zwischen ihnen umherwandelnden Exarchen. Nun war er bereit!
In feierlicher Prozession verließen die Skorpionkrieger ihren Schrein, marschierten zu dem Portal, welches sie zum Schlachtfeld beförderte. Anuriel war nun vollkommen erfüllt von seinem Krieger-Ich.
Und plötzlich begann die Schlacht!
***
Der Gott überragte ihn um mehrere Haupteslängen!
„Stell dich zum Kampf, Kristallsänger!“, donnerte die Stimme aus dem Schlund, der wie Lava im Gesicht glühte. Die riesige Klinge sauste auf ihn nieder und Anuriel schaffte es gerade noch mit einem Satz zur Seite, bevor die Waffe in den Boden krachte.
Wo war er? Was war hier los? Asche, Staub, glimmende Lavaadern zogen durch den Boden. Es war dunkel und nur das Licht von Magma erhellte die Szenerie in einem rötlichen Dunst.
Anuriel hatte nur noch wenige Erinnerung an die Schlacht! An den Kampf, an das Handgemenge unter den Chem-pan-sey, als die Skorpionkrieger unter Führung ihres Exarchen aus der Deckung gebrochen waren. Daran, dass in dem Gemetzel ein glücklicher Schuss aus einer Plasmawaffe den Exarchen schwer traf. Dieser umfiel. Und ein markerschütternder, zorniger Schrei in ihrer aller Köpfe widerhallte. Ein Ruf, einem Fanal gleich!
War er seitdem in diesem dunklen Alptraum?
Wutentbrannt brüllte die Manifestation des Kriegsgottes ihn an und schwang die Klinge erneut. Anuriel riss das hoch, was sich in seiner Hand befand. Ein Kettenschwert. Krachend schlugen die Waffen aufeinander. Die Kraft seines Gegenübers war gigantisch - gottgleich.
„Ich töte dich, wenn du dich nicht wehrst!“, donnerte die Stimme des Gottes.
Die glühenden Augen seines Kontrahenten hatten einen mörderischen Ausdruck und Anuriel wurde klar, dass er um sein nacktes Überleben kämpfen musste.
Das flammende Schwert wurde wieder in die Höhe gerissen und sauste in einem tödlichen Schwung senkrecht auf ihn herab. Anuriel sprang abermals zur Seite und rollte sich ab, war sofort wieder auf den Beinen. Seitlich schlug er sein rotierendes Kettenschwert in die glimmend, glühende Masse Eisen, die das Bein des Giganten darstellte. Khaela Mensha Khaine, der Gott des Krieges, des Mordens, knurrte nur empört auf. Der Kopf des eisernen Monstrums schwang herum und fixierte ihn wutentbrannt. Fast schneller, als das Auge sehen konnte, folgte eine rasche Schlagfolge mit der kreischenden Klinge. Anuriel war in die Defensive gedrängt. Sein Kettenschwert zuckte zur Abwehr empor, wurde ihm fast aus der Hand geschlagen. Er duckte sich, rollte, sprang und entkam damit einem tödlichen Streich der göttlichen Klinge.
„Kämpf!“, brüllte ihn die Inkarnation des Kriegsgottes an.
Anuriel konzentrierte sich. Er erkannte, dass er der Aufforderung nachkommen musste, wenn er überleben wollte. Die Schritte des Kriegsgottes donnerten über den Vulkangleichen Boden. Er sog die Luft tief ein, roch all das Verbrannte um ihn rum. Spürte die Hitze des Feuers unter ihm und die, welche vom eisernen Koloss ausging.
Beidhändig hatte der Gott des Krieges die kreischende Klinge über den Kopf erhoben und ließ wieder einen senkrechten Streich folgen. Anuriel drehte sich zur Seite und drosch wiederholt mit seinem Kettenschwert gegen die Hüfte Khaines. Mit aller Kraft hatte er den Streich geführt und in der dunklen, stählernen Masse tat sich ein Spalt auf, aus dem kurz Feuer züngelte. Nur langsam verblasste die glimmende Wunde. Khaele Mensha Khaine brüllte voller Zorn auf und schwang die Klinge waagerecht gegen Anuriel. Dieser blockte den schweren Hieb erfolgreich. Und eröffnete seinerseits eine Folge von Schlägen. Geschickt blockte der Kriegsgott diese ab, doch Anuriel kam in einen Rhythmus. Er drosch, schlug, hieb und stach – soweit dies mit einem Kettenschwert möglich war – auf Khaine ein. Seine Angriffe wogten wie gewaltige Wellen gegen den Kriegsgott, wie der aufgewühlte Ozean gegen die felsige Küste. Der Gott wiederum blieb nicht nur defensiv, führte Finten aus und versuchte selbst wieder die Initiative in dem Duell zu gewinnen.
Der Kampf wogte wie Ebbe und Flut hin und her, Anuriel spürte allmählich Erschöpfung. Keine körperliche, sondern geistige!
Die Manifestation Khaines brüllte unverzagt seine Wut heraus. Sein Zorn wurde geschürt durch jede erfolgreiche Aktion Anuriels.
Die Klinge hatte er zum gefühlten tausendsmal geblockt, als unvermittelt ein Fußtritt Khaines Anuriel ins Straucheln brachte! Er war unaufmerksam geworden. Und erschöpft.
Khaine war schnell über ihm. Die kreischende Klinge hielt er einem Dolch gleich, um ihn zu erstechen.
„Dein Tod! Du bist meiner nicht würdig.“
Anuriel sah die Klinge auf seine Brust niedersausen. Doch schneller, schneller als Khaine selbst, wich Anuriel dem Stoß aus, kam auf die Beine. Er stand, neben dem hockenden eisernen Ungetüm! All seine Kraft, all seinen Hass fokussierte er auf den Schlag. Den Schlag gegen den Hals des stählernen Kolosses, den er gedankenschnell ausführte! Funken stoben, Metall sägte kreischend auf Metall. Doch das Kettenschwert kam durch die glühende Masse! Krachend ging der Schädel zu Boden, der Mund weit geöffnet. Aus diesem donnerte Khaines Wutgebrüll. Der Körper mit der Klinge war immer noch in der Hocke. Anruiel holte erneut aus. Er schlug mit aller ihm zur Verfügung stehenden Macht auf den Torso. Das Kettenschwert grub sich in den Rücken. Und blieb stecken! Doch der Riss war enorm. Ein Glimmen, das sich zu einem blendenden Leuchten verstärkte, ging von dem Gott aus. Ein Sog entstand. Und als das Licht so hell war, das Anuriel mit einer Hand seine Augen abschirmen musste, explodierte der göttliche Körper! Eisenteile flogen durch die Luft. Und Anuriel sank erschöpft auf die Knie.
„Jetzt bist du meiner würdig, Kristallsänger des Vaul.“, sprach der abgeschlagene Kopf blechern. Und ehe sich Anuriel versah, schossen die verstreuten Metallteile des Gottes auf ihn zu, die eben noch arglos auf dem Boden lagen. Versenkten sich in seiner Rüstung, seinem Fleisch. Überrascht brüllte nun Anuriel auf, der vollkommen eingefasst wurde von Eisen. Ein Flüstern, das sich zu einer lauten Kakophonie steigerte, ging von dem Metall aus: „Krieg, Blut, Mord, Tod! KRIEG, BLUT, MORD, TOD!“
Er schrie dagegen an bis auch seine Augen, sein Mund, sein Gesicht vollständig umschlossen waren. Als alles vom Eisen bedeckt war, versank Anruiel in tiefe Dunkelheit.
***
Er kam nicht mehr raus!
Anuriels Atem ging schwer und der Schleier vor seinen Augen löste sich nur allmählich. Doch in seinem Inneren fühlte er, dass die Tore verschlossen waren. Verschlossen von unbezwingbaren Eisen. Er war gefangen.
Die Maske seiner Skorpionkriegerrüstung lag arglos weggeworfen neben ihm. Doch die Maske des Krieges hatte er damit nicht von seiner Seele genommen. Der sich klärende Blick wanderte über ein Schlachtfeld, welches von zerstörten, grobschlächtigen Metallkonstruktionen gesäumt war. Der Kampf gegen Khaine, in seinem Geiste, war das alles nur eine Illusion gewesen? Leblose, teils entsetzlich verstümmelte Leiber lagen achtlos herum.
In seinem Kopf rebellierte es, seine Seele wollte zurück. Er befand sich noch immer in der Kammer des Kriegers, der Ruf Khaines hallte noch immer in seinem Ohren, seinem Kopf, in seiner Seele wieder. Anuriel kam sich vor, als sei sein inneres Selbst in einem undurchdringlichen Panzer gerüstet. Aus dem er nicht entfliehen konnte! Der ihn gefangen hielt.
Sein Blick schweifte weiter über das Schlachtfeld. War nicht noch irgendwo einer dieser Chem-pan-sey, dem er mit seinem Kettenschwert die Gedärme öffnen konnte? Seine Gedanken waren beseelt von Zorn, von Hass, er wollte das Blut seiner Feinde vergießen, mordend, schlachtend über sie triumphieren.
„Wir haben ihn gefunden!“
Bei diesem Ruf drehte sich Anruiel um und erblickte zwei Aspektkrieger seines Schreins, die langsam auf ihn zu kamen.
„Anuriel, alles in Ordnung?“, sprach ihn einer an.
Sein blickte hetzte zwischen den Beiden hin und her, die Faust um sein Kettenschwert schloss sich fester. Er zwang sich die für ihn gerade wichtigste Frage zu stellen: „Wo ist der Feind?“
„Geflohen.“
„Und geschlagen.“, ergänzte der zweite Krieger.
Anruiels Blick fiel auf seine scheinbaren Kampfgefährten – er wusste ihre Namen, doch sein Geist gab sie ihm aktuell nicht Preis. KRIEG, schrie es fortwährend in ihm. BLUT, MORD, TOD! Der Choral in seinem Inneren wurde immer stärker und scheinbar auch vielstimmiger. Dabei war die Schlacht vorüber, zu Ende. Sein Helm und damit die Kriegsmaske von seiner Seele abgelegt – so sollte es zumindest sein!
„Wo ist der Exarch?“, fragte er apathisch.
„Gefallen. Die Rüstung leer, wie immer.“
„Wie immer, wenn sie fallen.“, pflichtete der andere Krieger wieder bei, mit leichter Trauer in der Stimme.
Die beiden sahen ihn unverwandt an. Anuriel zwang sich zur Ruhe, doch die innere Unruhe übertrug sich auch nach außen. Er zuckte teils unkontrolliert, seine Augen rasten, rollten. Er formte lautlos Worte mit seinem Mund und ständige wiederholte es sich in seinem Kopf: KRIEG, BLUT, MORD, TOD!
„Bist du noch von Khaine berührt?“, fragte der ihm näherstehende Krieger.
„Nein.“ Er atmete schwer. „Ich bin vollkommen von ihm ergriffen.“
Er wankte und strauchelte, stützte sich mit den Händen aus sein Kettenschwert.
„Und er ruft nach mir, immer und immer wieder.“
Mit diesen Worten übergab Anuriel zitternd das Kettenschwert und seine Shurikenpistole dem Aspektkrieger. Der andere las seinen Helm auf. Sie nahmen ihn in die Mitte und stützten ihn. Dann forderten sie den Runenleser an.
***
Der Serpent setzte auf. Aus der Heckluke trat der Runenleser und kam bedächtigen Schrittes auf die Prozession zu. Alle Skorpionkrieger des Schreins der Jadescheren, die in die Schlacht gezogen waren, hatten sich auf einer kleinen Anhöhe, unweit des Schlachtfeldes versammelt.
Anuriel kniete nackt in der Mitte des Halbkreises, den sie um ihn gebildet hatten. Die erhabene, edel verzierte und seit Äonen in der Schlacht gestählte Schreinrüstung des Exarchen links neben ihm. Rechts die reißende Klinge mit ihren im Farbton von Jade schimmernden Kettensegmenten. Zwei Skorpionkrieger standen als Ehrenwache zu seinen Seiten. Wie die übrigen Aspektkrieger des Schreins der Jadescheren standen sie ohne Helm da. Alle hatten die Maske des Krieges damit von ihren Seelen genommen. Außer einem.
Er atmete tief ein und aus, versuchte sich, seinen Geiste, seine Seele an den neuen Zustand zu gewöhnen. Innerlich hatte er an jede Pforte geschlagen, jedes Tor bestürmt. Keines öffnete sich, so zornig, wütend, verzweifelt er auch dagegen anrannte. Mit all der Macht die ihm nun zur Verfügung stand!
Seit er das Tor in seinem Inneren, welches auf den Pfad des Kristallsängers führte, vor wenigen Herzschlägen zum letzten Mal versuchte hatte zu öffnen und es schlicht verschlossen blieb, war ein Teil seiner Seele endgültig verstummt. Der Ruf Khaines in ihm überlagerte nun alle anderen, die noch in seiner Seele schlummerten. Ein wütender, zorniger Chor übertönte nun jeden anderen, friedlichen Pfad, den er als Eldar je beschritten hatte. Khaele Mensha Khaine hatte auf dem Höhepunkt der Schlacht gebrüllt, vor Zorn, über den Verlust seines Champions, des Exarchen des Schreins der Jadescheren. Und Anuriel war es gewesen, der den Ruf aufgenommen hatte.
Seine Erinnerungen kehrten allmählich zurück. Getrieben von Hass, Zorn, schierer Wut und einer unstillbaren Lust zu Morden, hatte er unter den Feinden der Kinder Ishas gewütet. Er war weit alleine vorgeprescht, als der Rest der Truppen schon gehalten hatte, da die Verluste der Menschen so hoch waren, dass sie kopflos flohen. Und genau diesen Fliehenden hatte Anuriel nachgesetzt, um mit seinem Kettenschwert einer Sense gleich blutige Ernte einzufahren.
Ohne Sinn und Verstand, unter Missachtung sämtlicher taktischer Disziplin war er davon geeilt, um das Verlangen, welches der Ruf Khaines in ihm hervorgerufen hatte, zu stillen. Sein imaginärer Sieg über den Kriegsgott hat ihm zum neuen Priester des Schreins der Jadescheren gemacht. Unfreiwillig und unwiderruflich.
Nun konnte er nicht mehr zurück. Seine Seele konnte diesen Pfad, auf dem er nun wandelte, nicht mehr verlassen.
Der Runenleser überragt ihn. Anuriel hob den Kopf um in die Sichtschlitze des Helms aus Phantomkristall zu blicken. Der metallene Geruch von Blut und der frischen, feuchten Grases stiegen ihm in die Nase. Vermischte sich mit einem Geruch nach Brand, nach Asche. Kam dies aus seinem Inneren?
Er spürte eine psionische Sondierung, die der Runenleser an dem Selbst von Anuriel durchführte. Und eine unterschwellige Botschaft des Bedauerns und gleichzeitig der Bewunderung für diese Aufopferung.
„Wo ist seine Rüstung?“, fragte der Runenleser, seinen Blick von Anruiel abwendend. Zwei Skorpionkrieger hielten dem Psioniker eine einfache Aspektkriegerrüstung entgegen. Der Runenleser musterte sie kurz und entnahm dann den Seelenstein aus der Brusthalterung.
„Richtet ihn auf.“, befahl der Runenleser den Skorpionkriegern der Ehrenwache.
Die zwei Angesprochenen packten ihn unter den Armen und brachten Anuriel sanft zum Stehen. Unverwandt aber teilnahmslos beobachtete er den Wanderer auf dem Runenpfad.
„Kleidet ihn ein.“ Mit diesen Worten intonierte der Runenleser die Litanei des Übergangs und die restlichen Aspektkrieger stimmten ein.
Als die letzten Strophen erreicht waren, hatte die Ehrenwache ihm rituell von unten nach oben die Rüstung angelegt. Es war nur noch eine Stelle auf seiner Brust frei und sein Haupt. Der Runenleser stülpte ihm als letztes den Helm der Schreinrüstung über den Kopf. Mit einem plötzlichen Schlag war sein Geist wieder frei und öffnete sich. Öffnete sich der Matrix der Rüstung! Und wurde überschwemmt von Eindrücken, von Gefühlen, von Regungen aller vorherigen Träger. Gerüche, Landschaftsbilder, Schlachtgeräusche – einer unaufhaltsamen Flutwelle gleich überrollten Anuriel die Sinneswahrnehmungen der vorherigen Exarchen! Er taumelte leicht im Geiste, auch sein Körper schwankte. Er spürte nicht mehr die Berührung der beiden Aspektkrieger der Ehrenwache, die ihn stützten. Auch übertönte das Stimmengewirr, dass von seiner neuen Rüstung ausging, die letzten Worte des Runenlesers, der nun den Seelenstein von seiner alten Rüstung in die freie Stelle an seiner Brust einfügte. Er spürte nur noch ein schmerzhaftes Ziehen, gefolgt von einem Zischen. Der Geruch von verbranntem Fleisch kroch in seine Nase. Fest griffen zig winzige Fasern Phantonkristall aus der Rüstung in sein Fleisch. Nun war er endgültig mit der Rüstung verbunden. Anuriel brüllte vor Zorn, vor Wut, vor schierem Hass. Und es grollte in diesem infernalen Kriegsschrei auch Khaines Ruf mit: KRIEG, BLUT, MORD, TOD!
Er war neugeboren als Priester der Schlachten.
 

Nakago

Grundboxvertreter
Geil! Eine der seltenen Eldargeschichten, wirklich mal schön etwas über dieses Volk zu lesen. Die Wandlung des Kristallsängers zum Exarchen kommt ziemlich gut rüber. Ich bin nicht so der Eldarkenner, aber legen Aspektkrieger nicht ihren Zivilberuf so lange sie dem Schrein dienen nicht an den Nagel? Habe so was im Hinterkopf. Aber egal, die Beschreibungen sind wirklich sehr fluffig und viel Flair wird transportiert. Ziemlich weit oben in der Wertungsmatrix.
 

yinx

Erwählter
Juhuu, endlich hat jemand was geschrieben, ich wollte nicht der erste sein. :p
Die Geschichte fängt schön an, wird dann im Verlauf aber ein wenig holprig in den Beschreibungen. Der Mittelteil baut stark ab, als er dann gegen Khaine kämpft, ich finde das nicht stimmig umgesetzt. Gegen Ende legt sie dann aber wieder ordentlich zu, wird nahezu tragisch.
Ich kenne mich im WH40K Fluff nicht aus, hätte aber nicht gedacht, dass Kettenschwerter typische Waffen für Eldar sind. Aber gut, wird wohl so sein, generell werde ich das nicht ankreiden. Der Fluff scheint überhaupt gut und dicht eingeflochten, man erfährt viel über die Eldar und kann sich alles gut vorstellen, auch wenn man nicht damit vertraut ist. An sich ist zwingende Fluffnähe für mich aber nicht so eisenwichtig.
Die Sprache ist insgesamt stabil, hat außer ein paar ungünstigen Formulierungen keine sonderlichen Tiefen, aber auch keine malerischen Höhen. Insgesamt ist die Geschichte in meinen Augen durchschnittlich mit einen Bonuspunkt für das Ende...
also würde ich sagen 4-5, je nachdem was die anderen Storys noch so bieten :)
Ich bin nicht so der Eldarkenner, aber legen Aspektkrieger nicht ihren Zivilberuf so lange sie dem Schrein dienen nicht an den Nagel?
Ich erst recht nicht... aber hat er meinem Verständnis nach so beschrieben, dass er alle anderen Aspekte in sich verschlossen hat.?
 

Nightpaw

Eingeweihter
Nach den ersten Sätzen wollte ich die Geschichte hassen und weglegen, weil ich Eldarschwulst eigentlich gar nicht mag. Eigentlich. Ich bin aber froh, dass ich sie doch gelsen habe, den abgesehen von einem stilistischen Tiefschlag ("... er war ziemlich geschafft..."), der aus dem ansonsten herrlich anachronistischen Text hervorragt wie ein eitriger Daumen, und ein paar kleineren, verzeihlichen Stilmängeln ist sie sehr schön und bringt die Stimmung gut rüber. Man ahnt zwar bald, was passiert, aber wie es passiert, ist so schön beschrieben, dass es gar nichts ausmacht, dass es von vornherein vorhersehbar war. Daumen hoch, für mich vorne mit dabei.
 

Ominus

Codexleser
Eine sehr stimmungsvolle Geschichte. Ich bezeichne diese Geschichte hier mal als "schön". Das geht mit allen positiven, wie auch negativen Folgen dieses Adjektivs einher. Die blümerante Wortwahl und das Stilmittel dieser Halbsätze sind ein oft gesehendes Werkzeug, wenn Geschichtenschreiber in einen höher entwickelten Geist eintauchen. Daher klingen Eldargeschichten, genau so wie Orkgeschichten, auf den ersten Blick irgendwie alle gleich. Nicht zuletzt, weil die Leserschaft irgendwo danach verlangt. Einen anderen Dialekt oder gar Urbantalk würde man den grazilen Wesen wohl einfach nicht abkaufen. Im erfreulichen Gegnsatz dazu stand ja der Geist des (werdenden) Exarchen, auch wenn ich "KRIEG, BLUT, MORD, TOD!" schon zu stumpf fand. Der Geist, der den Protagonisten selbst gefangen hält, war jedoch sehr gelungen mit all den verschlossenen Toren etc.

Sehr cool fand ich die Idee des Duells gegen den Avatar, als Prüfung für die Beförderung. Der derzeitige Stand der Schlacht war für mich jedoch nicht erkennbar, es las sich, als sei der Exarch ziemlich fix erschossen worden. So dachte ich im ersten Moment "Hm, haben Anuriel und der Avatar grade nichts zu tun, dass sie solche geistigen Späße treiben?" Ich akzeptiere jedoch widerstandslos, dass der Avatar sowas wohl auch inszenieren kann, ohne groß hinzusehen.
Dass sich der Skorpionkrieger dann aber ernsthaft gegen den Avatar wehren, oder gar einen Schlag der Kreischenden Klinge parrieren kann, hat mich erstaunt und das nicht sehr positiv. Ich möchte jedoch denken, dass der Avatar die kleine Rangelei nicht mit voller Kraft geführt hat bzw. den armen Kerl nicht vorsätzlich erschlagen wollte. Interessant wäre an dieser Stelle der Gedanke daran, was passieren würde, fiele der Eldar dem geistigen Duell tatsächlich zum Opfer.

Der zeremonielle Charakter der Geschichte ließ mich beim Lesen stets 2 cm über dem Stuhl schweben, aber spannend war sie deshalb nicht. Sie war erstens vorhersehbar und zweitens eben recht "theoretisch", wie das bei den guten Kopfmensch- äh Eldar nunmal so dargestellt wird.
Zweifelsohne eine sehr schöne Geschichte, bei diesem leitthemafreien Wettbewerb jedoch mit dem Potenzial nicht den Geschmack des Lesers zu treffen, auch wenn ich mich bemühe, von diesem subjektiven Aspekt Abstand zu halten.
 

Men Aquiles

Codexleser
Die Nichtmenschlichkeit der Eldar wird hier sehr gut dargestellt; allerdings muss ich zugeben, dass ich von Psychologie und Kultur der Eldar keine Ahnung habe. Ich ahnte ja schon, dass die Vaulstatue unvollendet bleiben wird, als Anuriel sie verließ. Tragisch. Für mich eine rundum gelungene Geschichte.
 

SHOKer

Mentor der flinken Federn
Moderator
Hm, tatsächlich eine recht wechselhafte Geschichte. Der erste Absatz war grandios, sowohl sprachlich als auch inhaltlich gibts da kaum was zu meckern. Der Flair der Eldar wird hervorragend eingefangen. Erinnerte mich stark an "Seelenernte" oder wie die Geschichte aus einem der letzten Wettbewerbe hieß.

Leider kann das Niveau nicht ganz gehalten werden. Der zweite Absatz ist auch noch sprachlich sehr schön und weiß durch gute Beschreibungen der psionischen und mentalen Aspekte überzeugen, wirkt aber ein wenig zu lang und bringt die Story nicht voran. Es passiert eigentlich gar nichts. Nicht einmal eine Rede wird gehalten. Irgendwie werden da Erwartungen beim Leser geschürt, die dann nicht erfüllt werden. Nun gut, an sich in Ordnung.

Leider lässt die sprachliche Qualität ein wenig nach. Mir fehlte dann auch ein wenig die Übersichtlichkeit während der Schlacht. Dass es sich um ein mentales Duell handelt, hab ich recht schnell vermutet, dennoch scheint mir der Avatar/Khaine selbst ein etwas heftiger Gegner für einen einfachen Aspektkrieger mit einem Kettenschwert. Auch in der Vorstellung muss das irgendwie zusammenpassend.
Das Ende war dann recht vorhersehbar und hätte vielleicht etwas knapper und dafür mit größerer Erzähltiefe umgesetzt werden können. Der Eldar-Flair leidet leider ein wenig unter den nicht so wirklich fesselnden Beschreibungen. Die mentale Seite des Protagonisten wird sehr gut dargestellt, das gefällt mir, aber der physische Aspekt kommt deutlich zu knapp. Schade.
Ich hätte mir gewünscht, dass nochmal ein Bogen zum Anfang der Geschichte geschlagen wird, da hätte man noch einiges an Emotionalität rausholen können.

Ingesamt fand ich die Geschichte aber sehr schön. Es fehlt ein wenig das besondere Highlight, das die Geschichte wirklich überzeugend macht, und leider ging viel erzählerische Dichte zugunsten von nicht unbedingt notwendigen Handlungselementen drauf. Ich würde mich yinx bei der Bewertung anschließen: 4 Punkte mit Tendenz zu 5 sind hier angemessen.
 

Sarash

Hüter des Zinns
Eine rundum gute, aber nicht überragende Geschichte. Ich persönlich finde ja, Eldar nehmen sich selbst zu wichtig, was sich in den Handlungen von Eldargeschichten nunmal niederschlägt, dennoch war es gut, mal von einem weniger beachteten Aspekt der Warhammerwelt zu lesen.
Ebenso wie SHOKer sehe ich einen sprachlichen Verfall mit zunehmenden Fortlauf der Geschichte. Der starke Anfang muss aber gewürdigt werden; dass die Statue wohl würde unvollendet bleiben gab der ganzen Handlung von vornherein einen tragischen Beigeschmack. Interessanter hätte ich es gefunden, hätte mich der Autor überrascht und der Protagonist hätte doch irgendwie zurückkehren und seine Skulptur fertigstellen können.

Die Bewertung liegt bei mir klar auf 4 Punkten.
 

Gwordin

Aushilfspinsler
Eine tragische Geschichte.
Der Höhepuntk ist allerdings zur Mitte der Geschichte, damit fehlt der Aha-Effekt am Ende, so dass die beiden letzten Abschnitte an sich nur noch Beschreibung sind. Wobei sie halt das Seelenleben des neuen Exarchen recht stark verdeutlichen. Sowieso eine Geschichte, die sich sehr stark auf das innere Seelenspiel des Protagonisten konzentriert.
Die Umschreibungen mit Wasser fand ich sprachlich gelungen.

Leider ist die Sache nicht so spannend. Es ist zwar interessant zu lesen, wie der Autor sich den Übergang vom Kristallsänger, zum Skorpionkrieger und schließlich zum Exarchen vorstellt, nur fehlt dem Ganzen die Spannung. Vielleicht wäre ein asynchrone Erzählung (ähnlich wie bei "Talmaden") sinnig gewesen, um die Sache nicht so vorhersehbar zu machen? Oder die Schlacht - welche nur so am Rande erwähntes Beiwerk ist - hätte direkter eingebunden werden sollen? Eine Antwort habe ich da gerade nicht, aber vielleicht hätte das mehr bewirkt, als die hier gewählte lineare Erzählweise.

Oberes Mittelfeld, denn die Geschichte ist trotz ihrer Vorhersehbarkeit ordentlich gearbeitet und gut zu lesen.
 

Gwordin

Aushilfspinsler
Was wollte uns der Autor damit sagen...

Und damit wäre ich wieder bei dieser Rubrik auch für diese Geschichte angelangt.

Was wollte ich mit der Geschichte sagen?
Nun, angespornt wurde ich zu der Story aus einer anderen Kurzgeschichte. Ich hatte auf einem anderen Portal eine Kurzgeschichte gelesen vom Übergang eines Eldar zum Exarchen. Die empfand ich gelinde gesagt aber als äußerst unbefriedigend und der Sache nicht gerecht werdend.
Kurz entschlossen machte ich mich also daran selbst etwas zu zu stricken, mal wieder im Bereich der Eldar (getreu dem Motto: Schuster bleib bei deinen Leisten!)

Ich gestehe, ich hatte noch eine andere Variante der Story auf Lager. An sich wollte ich weite Teile der Geschichte aus der Sicht der Schwester von Anuriel schildern, die ebenfalls dem Schrein der Jadescheren diente. Und damit aus ihrer Sicht die Geschehnisse in Absatz 4 und 5 schildern. Auch war ich am überlegen Absatz 5 nicht auf dem Schlachtfeld, sondern auf dem Weltenschiff spielen zu lassen, um eben den Protagonisten nochmals mit seiner vorherigen Arbeit zu konfrontieren.
Ich hatte diese Ansätze aber alle verworfen, um eine - was hier oft als "unspannend" oder "vorhersehbar" angekreidet wurde - gradlinige Geschichte zu haben, ohne viele Sprünge und Perspektivwechsel. Eben weil es eine Kurzgeschichte ist.
Ein weiterer Grund war mein letzter Wettbewerbsbeitrag, der sang- und klanglos untergegangen war. Und der mit zu vielen Perspektivwechseln daher kam. Meine Konzentration lag damit also auf dem Hauptprotagonisten und seinem inneren Kampf mit der Entität Khaines, die ihn zum neuen Exarchen erkoren hatte.

Der Kurzgeschichte bin ich an der Stelle allerdings untreu geworden, dass ich den Höhepunkt faktisch verwurstet in die Mitte gesetzt hatte. Der Teil hat mir auch am meisten Sorge bereitet, muss ich sagen. Auch war ich erst am überlegen, den Kampf mit der Präsenz Khaines nicht komplett als eigenen Teil zu kreieren, sondern verwoben dem Rest der Handlung folgen zu lassen.
Im Zuge der Gestaltung der Geschichte und um es einfacher zu halten, gerade für den Leser beim Folgen des Handlungsverlaufs, habe ich dann doch diese fünf klar von einander geteilten Bereiche belassen.

Zu der Frage der Kettenschwerter: ja, der Aspekt der Skorpionkrieger nutzt durchweg das Kettenschwert. Es gibt für den Exarchen noch die Reißende Klinge, was quasi eine Eldar-Evolution des Eviscerators diverser imperialer Würdenträger darstellt. Ob nun die Eldar das Kettenschwert von den Imperialen haben oder die Eldar die Vorlage lieferten, da kann man sich wohl mit Fluffkenner vortrefflich drüber streiten ;).

Zu der Frage der Pfade der Eldar: ja, in der Theorie lässt ein Eldar die zivilen Pfade ruhen, während er einem Aspektkriegerschrein dient. Ich habe mir das mal als "künstlerische Freiheit" herausgenommen, dass anzupassen, um die Tragik in die Geschichte zu bringen.

Zu Khaines Darstellung und den Sieg über Khaine: vielleicht hätte ich es mehr herausstellen sollen. Für mich als Schreiber war Khaine nur ein "Abklatsch" seiner selbst in dem mentalen Duell. Wie eben auch als Avatar in Form seiner eisernen Gestalt auf dem Schlachtfeld. Ein Avatar, eine Inkarnation des Gottes und damit nur ein Teil seiner Macht und Kraft, nicht der Gott selbst. Darum eben auch der Sieg über das eiserne Monstrum und dann aber schließlich die vollkommene Vereinnahmung des werdenden Exarchen durch die eisernen Bestandteile Khaines als Inkarnation.

Zum physischen Aspekt in der Erzählung: den habe ich bewusst fast vollkommen weggelassen. Ich wollte die Konzentration auf das Innenleben des Protagonisten. Das sowas nicht jeden anspricht, damit musste ich rechnen.

Ein nicht aufgefallenes Konzept: an sich hatte ich versucht alles, was vom Protagonisten ausgeht, in Verbindung mit Wasser (Flut, Woge, Meer, etc.) zu bringen. Um es eben auch in den krassen Gegensatz zu Khaines metallener, feuriger Präsenz zu stellen. Das hervorzuheben ist mir offenbar nicht gelungen. Ein Punkt, ohne das er offen kritisiert wurde, der mir aber offenbart, dass meine Gedanken beim Schreiben nicht so überzeugend in den Text einfließen, um dem Leser aufzufallen. Ein Punkt an dem ich arbeiten muss.

Da mehrfach der sprachliche Verfall angesprochen wurde, ist das ein Kritikpunkt, den ich mir für künftige Geschichten zu herzen nehmen werde - neben dem fehlenden Spannungsbogen, der angemerkt wurde.
Die Kritik hilft mir in sofern weiter, dass mir aufgezeigt wird, wo gewisse Punkte in meinem Erzählstil noch nicht ausgebügelt sind und woran ich arbeiten muss.

Ein Punkt eher außerhalb der Kritik: ich sollte mich mal wieder an etwas nicht Eldarmäßigen versuchen.

Es bleibt mir nur zu schließen mit Dank für die Kritiken und die Bewertung, die der Geschichte einen Treppchenplatz eingebracht hat.
 
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