Sonstiges [WIP] Erweiterbares Spielfeld, auch für kleinere Tische

xL_Freak

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Table of Contents:

  1. Einleitung
  2. Ausgangslage
  3. Idee
  4. Recherche und Planung
  5. Umsetzung
  6. Prozesskorrektur
  7. Aktueller Status

Einleitung

Tach auch. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich nochmal weiter als 3 Threads von den Events entfernen würde, aber nun sind wir hier. Also, worum geht es hier, was sind meine Ziele?

Ich möchte Geländeplatten bauen die folgende Kriterien erfüllen

  1. gut verstaubar (maximal 30x22 Zoll)
  2. einigermaßen stabil
  3. erweiterbar
  4. unter Umständen austauschbar
  5. auf kleinere Tische gelegt werden können um mehr Spielfläche zu bieten
  6. optisch ähnlich wie Bases was her machen
  7. nicht zu teuer
  8. nicht zu kompliziert

Aber warum? Wäre es nicht einfacher einen Spieltisch zu bauen und dann eine Matte drunter zu legen? Dem stimme ich voll zu, daher betrachten wir mal meine …
 
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Ausgangslage

Einer meiner liebsten Teile im Hobby ist das Spiel selbst. Daher ist es mir wichtig auch die vorgeschlagenen Spielfelder bedienen zu können. ATM habe ich daheim einen Esstisch im Wohnzimmer, der mit 140x90 cm Fläche Platz bietet für Combat Partol und Incursion Spielfelder. mit einer Erweiterungsplatte kann ich ihn auf 170x90 cm bringen, da passt ein Strike Force Spiel von der Länge zwar drauf, aber nicht von der Breite. Spielmatten kann ich also schonmal vergessen. Ich habe es mit den Pappmatten von GW probiert, aber das ist mir ehrlich gesagt auf Dauer zu instabil. Und wenn er für Strike Force schon zu klein ist, brauch ich mit Onslaught gar nicht erst anfangen.

Nun habe ich noch einen Kellerraum, der zwar momentan ein wenig mit Sachen vollgestellt ist, die noch nicht ausgepackt sind (Reste vom Umzug), aber als Raum für Spiele hergenommen werden könnte. Hier wollte ich mir ursprünglich dann auch einen Tisch bauen. Jetzt kommt aber meine Frau mit ins Spiel, ist ja auch ihr Raum. “Ihr Wunsch: Spieltisch, meinetwegen!' Aber bau ihn so, dass man ihn gut verstauen kann…”
Bei Onslaught wären das zwei ca. 2,3 m lange Platten, die an der Wand stehen. Das ist in meinen Augen nicht gut verstaut. Darüber könnte ich hinwegsehen, aber dazu kommt noch ein weiteres Problem. Ich wohne im 1. Stock, und unser Kellerraum befindet sich nicht auf der gleichen Hausseite wie unsere Wohnung. Sprich 1 Stockwerk dazwischen + falsche Hausseite + Bau von 1995 (ohne interne Netzwerkverkabelung) = Kein Internet im Keller. WLAN? Vergiss es. Und wehe einer kommt mir hier mit Netzwerk durch Steckdose. Nun die Frage: Ist das denn wichtig? Ja, mir schon.

Nun könnte man auch eine Art Konstruktion bauen, die auf den Esstisch gelegt wird, um die Fläche zu erweitern. Nur muss diese ebenfalls wieder im Keller gelagert werden, und ich bin (und das betone ich hier im Forum gerne und oft und so häufig es mir möglich ist) ein sehr fauler Mensch. Etwas vom Keller hoch und runter tragen okaaay… aber wenns dann auch noch schwer ist: No way. Dafür bin ich dann doch zu bequem.
 

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Idee

Vor kurzem war gedacht, dass unsere Gruppe sich endlich mal zu viert bei mir trifft. Daraufhin wollten wir auch 2 Spiele parallel ermöglichen. Wir haben noch einen Tisch bei der Couch, der zwar rund ist, aber erst einmal so wirkte, als könnte er zwei der Pappmatten von GW tragen… falsch gedacht. Es war super ungeil. Also sind wir in der Hagebau gefahren, mit dem Gedanken von mir, dass ich nun in den sauren Apfel beiße, mir Onslaught aus dem Kopf schlage und zwei Platten kaufe, die groß genug sind für Strike Force. Dann entdeckte mein Kumpel jedoch diese XPS Styrodurplatten, in verschiedenen Höhen und schlug vor: “Nimm doch erst einmal die für heute, die sind schön günstig und erfüllen den Zweck und danach kannst du halt Gelände draus machen.” Gesagt, getan, hat alles geklappt.

Am Abend, als meine Gäste dann aus dem Haus waren, machte ich mir über den weiteren Verwendungszweck der Platten Gedanken. Wir hatten die 3cm Hohe Version genommen, was recht stabil war. Dabei kam mir diese Idee:

Man könnte aus jeder dieser Platten ein Feld von 30x22” ausschneiden.
Zwei nebeneinander gelegt sind ein Patrol Spielfeld.
01 Patrol.png


Vier ein Strike Force Spielfeld.
02 Strike Force.png


Sechs ein Onslaught Feld. Da die Platten um einiges dicker sind als die Pappbarrikaden von GW, dürfte es sogar recht stabil sein, auch wenn es auf dem Tisch etwas überhängt. Ich habs mal getestet. Eine Platte überhängen lassen und ein großes Gebäude darauf gestellt. Es hielt.
03 Onslaught.png


Und um das ganze noch ein wenig stabiler zu machen und vorm Verrutschen zu schützen, könnte man die Konstruktion mit Magneten sichern.
04 Magnets.png


Und dann? Wieder mit GW Pappdingsdas verkleiden… oder vielleicht einen eigenen authentischen Boden basteln? Mars… Stadt… Wüste… Natur… Eigentlich wäre alles möglich, sehr günstig und sehr cool.
 

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Recherche und Planung

Der nächste Schritt war dann festzustellen, ob mein Vorhaben denn soweit auch denkbar ist und wie Andere mit ihren XPS Materialien umgehen. So begann ich meine Nachforschungen hier im Geländebau KFKA:

Ich muss sagen, dass mir unglaublich gut geholfen wurde und sich daraus ein Plan entwickelte, den ich für das neue Event im September in Angriff nehmen wollte:

Für den Prototyp zum Testen:

1. Zwei kleine Platten ausschneiden
2. Löcher in die Seiten treiben
3. Magnete in die Löcher einsetzen und mit Leim binden
4. Härter anrühren - 1:1:1:1 (Wasser:Leim:Mehl:Farbe) + etwas Salz
5. Härter auf den Flächen verteilen, dabei unbedingt auch die Magnete einstreichen
6. 24h aushärten lassen
7. Wenn nötig, zweite Schicht drauf verteilen
8. Aushärten lassen.
9. Textur verteilen und abwarten.

20220904_112044.jpg


Hier ein Bild vom Zement und dem ursprünglichen Plan, Magnete nur in die Löcher einzusetzen und zu verleimen. Letzteres hat "super grandios" funktioniert...
20220904_114415.jpg


Daher musste ich umplanen und kam zusammen mit den Jungs hier im Geländebau auf diesen Einfall:
20220904_184603.jpg


20220905_194825.jpg


Die Prototypen hatte ich zwischen abgeschlossen. Hieraus hat sich folgende Anpassung ergeben:

  1. Platten ausschneiden
  2. Löcher in die UNTERSEITEN schneiden und Magnete zur Stabilisierung einsetzen
  3. 3mm MDF Platten auf die Unterseiten leimen, zum Schutz und mehr Stabilität für das Styrodur selbst.
  4. Korkplättchen ausreißen und auf die Oberseite kleben, für leichte, natürlich Erhebungen in der Landschaft.
  5. Kreisrunde Löcher in die Platte kratzen, als Krater.
  6. Härter anrühren - 1:1:1:1 (Wasser:Leim:Mehl:Farbe) + etwas Salz
  7. Härter auf den Flächen verteilen
  8. 24h aushärten lassen
  9. AUF JEDEN FALL zweite Schicht drauf verteilen
  10. Aushärten lassen
  11. Crackle Paste auf der Oberseite verteilen und trocknen lassen
  12. Den Rest mit Texturpaste einschmieren und trocknen lassen.
  13. ggf. weitere Details in Form von Gebäudeteilen auf der Platte verteilen
  14. Shade auftragen
  15. Drybrushen
  16. Gemüse drauf setzen
  17. Glücklich sein

Eingekauft hatte ich dafür natürlich auch schon. Magnete, Tuft-Gemüse zur Dekoration, neutral weiße Crackle und Texturpaste, Mehl, Leim und ein paar Tuben billiger Acrylfarbe
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Umsetzung

Kein Plan übersteht die erste Feindberührung. So war das hier natürlich auch. Und mein größter Feind befand sich schon von Anfang an in den eigenen Reihen, weil ich von vorn herein eine meiner Kriterien außer Acht gelassen, bzw. beiläufig über Bord geworfen hatte. Nicht zu teuer. Aber gehen wir erst einmal der Reihe nach:

Zuerst habe ich ein wenig Kork abgerissen und auf die Platten in zufälligen Mustern verteilt. Ich sehe viele Leute Kork als Basematerial für Allerlei hernehmen, warum soll das hier nicht auch funktionieren?
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Löcher für Magnete in die Platten setzen? Check
Dazu habe ich aus dem Labor an meinem Arbeitsplatz einen Spachtel ge…liehen, und auf ihm die Tiefe per CD Marker markiert. XPS eingeschnitten, Spachtel reingetrieben und vertieft und am Ende ein entsprechendes Stück rausgehebelt. Etwas Leim mit rein, done. Das war Easy.
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Im zweiten Schritt kam dann eine MDF Platte als eine Art Siegel oben drauf, natürlich verleimt. Ebenfalls Easy.
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Und weil ich schon Erhöhungen drinnen hatte, habe ich auch zwei Krater hinzugefügt.
20220908_191650.jpg


Im dritten Schritt habe ich die Platte mit “Zement” bestrichen, um sie zu schützen. Das ist der besagte Mix aus Farbe, Mehl, Leim und Wasser. Das war recht aufwändig, vor allem wegen der Trockenzeiten, aber auch weil der Brei halt sehr zäh gewesen ist. Pro Platte, pro Schicht ca. 30 Minuten. Daher hatte ich mir dann vorgenommen, eine Schicht pro Tag zu machen, und damit gut.
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Bis hierhin lief alles sehr sauber und dann begannen meine Sorgen. Das Problem waren in diesem Fall die Textur und Crackle-Pasten und meine eigene Faulheit. Aber was ist passiert? Ich hatte keine große Lust mir den Farbton des Mars per Try&Error anzumischen, also prüfte ich kurzerhand den Farbcode von Martian Ironearth per Encycolorpedia und kaufte einen Ton von Vallejo, der ähnlich sein SOLLTE. War er aber nicht. Er war viel zu hell. Hätte ich mit einer 1:1 Mischung Rot+Braun von den Billigfarben begonnen, hätte ich mir jede Menge Ärger erspart. Aber das war nur ein Nebenproblem, denn mit einigem Hin und Her bekam ich endlich einen Ton, bei dem ich es belassen konnte. Nur wusste ich da schon: Das werde ich nie wieder Nacharbeiten können. Jede Marsplatte danach würde anders aussehen.

Ich begann auf Hinweis von @Dragunov 67 nun einen ausgetrockneten Fluss mit Hilfe der Crackle Paste anzulegen.
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Das ging recht einfach von der Hand und am Ende hatte ich auch noch genug Material für weitere Platten übrig… Zumindest waren das meine Gedanken, bis zum Auftragen der Texturpaste. Denn dort stellt sich ziemlich schnell heraus, das trotz dünnem Auftragens eine Dose für maximal eine Platte reicht. Das war jetzt richtig ärgerlich, denn wohl oder übel musste ich auf der zweiten Platte den Fluss zu einem See erweitern, damit ich am Ende noch genug Paste für den Erdboden hatte.
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Dabei ist sämtliche Crackle Paste drauf gegangen. Hätte ich mir den Erdboden von Anfang an nach eigenem Rezept zusammengeschraubt, dann wäre mir das nun erspart geblieben.
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Zu meinem großen Glück war das aber auch das einzige Problem, dem ich groß begegnet bin. Nachdem alles trocken war, kam zuerst ein Wash drüber, den ich mir selbst angerührt hatte (leicht bräunlich, in Richtung Reikland Fleshshade) und im Anschluss wurden die harten Übergange mit einem seeeeehr groben Drybrush entfernt. Sprich: großer Pinsel, in Farbe eingetunkt, nur kurz ins Papiertuch abgewischt und dann drauf auf den Belag. Es sollte halt einiges hängenbleiben. Danach kamen dann noch zwei weniger grobe Drybrushes. Einmal mit Orange und dann mit einem helleren Ton, Vallejo Dark Flesh.
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Zum Schluss habe ich dann noch das gekaufte Gemüse auf der Platte verteilt. Erst wollte ich kreuz und quer was drauf packen, entschied mich dann aber doch für eine mehr thematische Aufteilung. Die großen Büsche verteilte ich an den “Ufern” des ausgetrockneten Flusses. Die kleinen Büsche packte ich an die Kanten der Felsplateaus. Somit wirkt es auf jeden Fall schon sehr stimmig.
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Prozesskorrektur

Nun, die Marsplatte war ein Erfolg. Aber auch ein Reinfall.

Der Erfolg liegt auf der Hand. Ich habe nun ein 30x44 Zoll Spielfeld, was ich nach belieben zusammen packen und verstauen kann. Es ist individualisiert und vor allem haptisch wahrnehmbar. Die Farbe passt du den Bases meiner Necrons, ich habe sie draufgestellt, und sie gehen wunderbar unter.

Der Reinfall ist halt, dass eine Erweiterung schwierig wird. Machbar, aber schwierig. Ich musste mir also was einfallen lassen, denn dieser Punkt meiner Kriterien schwebte nun im abgeschlossen/offenen Limbus.

Ich habe mich also hingesetzt und mal zusammengefasst, was gut lief und was schlecht. Vor allem an der bisherigen Liste der Kriterien:

☑️gut verstaubar (maximal 30x22 Zoll)
☑️einigermaßen stabil

🚾erweiterbar
☑️unter Umständen austauschbar
☑️auf kleinere Tische gelegt werden können um mehr Spielfläche zu bieten
☑️optisch ähnlich wie Bases was her machen

🚾nicht zu teuer
🚾nicht zu kompliziert

Erweiterbarkeit - Darunter verstehe ich, dass ich weitere thematisch gleiche Platten anlegen kann.

Lösung: Erweiterung des eigenen Blickfeldes - Meine bisherige Sichtweise kommt vielleicht aus der thematischen Einheit von Spielmatten, wie sie im Handel erhältlich sind. Aber sind Schlachtfelder denn wirklich immer einheitlich? Haben sich die Alliierten an den Stadtgrenzen nicht mehr weiter bewegt und gesagt: “Ne, ich hab mich nur für eine Bocage-Schlacht gemeldet, für Urban Warfare ist der 12. Zug zuständig..”? Eher nicht. Der Übergang von einem Spielfeld zum Anderen kann also auch als Stadtgrenze genutzt werden.

Nicht zu teuer - Wenn ich das jetzt richtig rechne, dann brauche ich also 1 Dose Texturpaste für jede Platte. 10 Euro pro Dose, so viel kostet nicht mal die Platte + untergeleimtes MDF…

Lösung: Also einen eigenen Belag schaffen - Und habe ich nicht am Anfang meiner Karriere im Hobby schon mal Bases mit Aquariumskies und Leim gebaut? Das müsste dann doch auch mit feinerem Material gehen. Vogelsand zum Bleistift.

Nicht zu kompliziert - Neutrale Paste schön und gut. Aber dann immer wieder neu anrühren, für den optimalen Farbton? Das ist mehr als kompliziert. Vor allem, wenn es irgendwann man zu viel Farbe wird auf die Paste, kann ich die ganze Dose weg schmeißen. UNGUT.

Lösung: Back to the routs. Boden belegen, und dann einfach Farbe mit Wasser anmischen und drauf los pinseln.
 

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Aktueller Status

Bei den Stadtplatten war ich nun erneut am überlegen, welche Details ich einfügen könnte. Sofort kamen mir diverse Sachen in den Sinn. Hier einen Brocken, da eine Ruine, Bürgersteige, angelegte Straßen...

Bis mir dann einfiel, das feste Straßen auf so einer Platte dann auch die Positionen von Gebäuden bestimmen würden. So wie es beispielsweise bei der Winter War Matte eines Kumpels von mir ist. Wir spielen eigentlich immer wieder die selbe Karte, und das wird auf Dauer langweilig. Daher mache ich die Stadtplatten nun so schlicht wie möglich, denn Bürgersteige kann ich später durch Gebäudebases immer noch hinzufügen. Oder Betonerhebungen für besondere Gebäude, oder, oder, oder... Aber eine neue Version des Self-Made Krater wollte ich mir dann doch gönnen.

Ich habe irgendwann mal einen Hügel angefertigt, mit locker verteilter Texturpaste und Styropor. Nachdem ich alles eingeschmiert hatte, wollte ich das Zeug einsprühen, musste aber feststellen, dass ich nicht gründlich genug war und daher ein paar freie Stellen existierten. Dadurch ist das Styropur darunter förmlich weg geschmolzen. Das wollte ich hier mal ausprobieren und divesere Effekte durch Chemikalien auf die XPS erzeugen. Nur leider ist Polystyrene nicht das gleiche wie Styropor und die aufgetragene Farbe rührte das Material kaum an...

Dadurch ergab sich nun eine grundlegend wichtige Erkenntnis für mich: Wenn ich XPS Platten verwende, brauche ich keinen "Zementgrund". Das bedeutete natürlich auch wieder, das ich den Krater manuell ausheben musste, aber die Erkenntnis an sich war einiges wert, weil ich mir damit einen Arbeitsschritt sparen konnte. Es ging daher direkt ans leimen der Platte:
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Leim einigermaßen großzügig auf die Platte geben und anschließend mit einem nassen Pinsel gut verteilen. Ich habe mir dafür ein Glas mit Wasser geschnappt, wo ich den Pinsel immer wieder eintunken konnte.

Vogelsand von Kaufland für 70 Cent... sehr fein und vor allem: steril! Letzteres war mir persönlich wichtig. Locker aus dem Beutel über der Platte verteilt, geschaut das keine weißen Stellen mehr zu sehen waren und vor allem: Legt euch was drunter! Ich habe Zeitungspapier drunter gepackt und nach 30 Minuten die Platte einmal gekippt, um den lockeren Sand los zu werden. Dadurch konnte ich ein paar ml Sand wieder zurück gewinnen und für die nächste Platte verwenden. Nach dem Abrieb sah es dann so aus:
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Nächster Schritt: Versiegeln. Einen recht feuchten Mix aus 1:1 Wasser und Leim noch einmal drüber geben, damit der Sand auch von oben an die Platte gebunden ist. Das macht das ganze Werk steinhart.
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Die Trocknungszeit gerade beim letzten Schritt ist übel! Schnell, schnell ist hier nicht drinnen. Plant also gut im Voraus. Vor allem wenn ihr einen Krater drinnen habt. Der nimmt SEHR viel Feuchtigkeit auf und braucht dementsprechend lang und zwar in allen "Feuchtschritten". Farbe beispielsweise. Billige graue Acrylfarbe und Wasser über den ganzen Belag (der nach 24h endlich trocken war):
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Auch die anschließende Prozedur mit dem Wash habe ich um einiges einfacher als zuvor gestaltet. Ich habe für den Pseudo-Nuln Oil Wash einfach schwarze Farbe mit genug Wasser verdünnt und drüber verteilt:
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Hierbei gefällt mir persönlich vor allem, das die Übergänge von helleren und dunkleren Stelle schön weich sind. Das wird schön natürlich.
 

xL_Freak

Miniaturenrücker
Und damit sind wir bei Heute angekommen. Denn gestern habe ich die restlichen 3 Platten besandet. Für das Drybrushing fehlt mir momentan die graue Farbe. Gestern war ich bereits beim Müller zum nachkaufen, doch der kleine Markt in unserer Ortschaft hat die graue Farbe aus dem Sortiment genommen. Ich weiß noch einen anderen größeren Markt, dort werde ich heute mal vorbei schauen. Und dann gucken wir mal, wie die Reise weiter geht. Ich werde jedenfalls diesen Thread hier bis zum bitteren Ende am Laufen halten.

Damit ist der Thread nun offiziell zu Diskussion freigegeben. Ich stelle mich euren Fragen und hoffe vor allem auch um eigenen Input, und/oder Nachbauten, gerne mit Prozessverbesserungen an die ich noch nicht gedacht habe. Denn bei diesen 6 Platten werde ich es sicher nicht belassen.
 

Dragunov 67

Tabletop-Fanatiker
Ich habe für den Pseudo-Nuln Oil Wash einfach schwarze Farbe mit genug Wasser verdünnt und drüber verteilt:
Du kannst auch den 1:1 Mix mit schwarzer Abtönfarbe einfärben.
Die geht auch gut zum Mischen.
Günstige Acrylfarben gibt's mw bei uns in fast jedem 1€ Shop, die "bricht" zwar recht schnell beim Verdünnen geht als Notlösung auch. Für größere Projekte mischt jeder Baumarkt/Malershop große Büchsen Farbe für 10-20 Euro an (1-2 Liter).
Toller Output und schönes Projekt.👍
 

xL_Freak

Miniaturenrücker
Erst einmal vielen Dank für die Blumen. Dann musst du mir aber noch etwas auf die Sprünge helfen:

Du kannst auch den 1:1 Mix mit schwarzer Abtönfarbe einfärben.
Die geht auch gut zum Mischen

Ich kenne mich diesbezüglich nicht aus, was ist Abtönfarbe? Wäre die dann auch zu mischen, oder direkt einsetzbar? Und das wichtigste: Die würde man im Baumarkt bekommen, oder?
 

Dragunov 67

Tabletop-Fanatiker
IMG_20220920_155458.jpg
ist eigentlich zum Färben von geleimter Wandfarbe,geht aber auch für Acryl. Wenn Versiegelt oder Acrylfarbe beigemischt wird geht die auch auf Platten, Gelände etc, ist aber nicht so toll wenn sie nur mit Wasser verdünnt wird. Du kannst sie aber zum Versiegeln von Styrodur, für Gelände, selbstgemachte Streu und ähnliches verwenden. Die Pulle kostet (je nach Markt) 3-5€ und reicht ne Weile.😁
 

xL_Freak

Miniaturenrücker
ist eigentlich zum Färben von geleimter Wandfarbe,geht aber auch für Acryl. Wenn Versiegelt oder Acrylfarbe beigemischt wird geht die auch auf Platten, Gelände etc, ist aber nicht so toll wenn sie nur mit Wasser verdünnt wird. Du kannst sie aber zum Versiegeln von Styrodur, für Gelände, selbstgemachte Streu und ähnliches verwenden. Die Pulle kostet (je nach Markt) 3-5€ und reicht ne Weile.😁

Ahhh... moment! Das wäre dann im Schritt zum Versiegeln des Sandes gedacht? Dort wo ich mit der 1:1 Leim Wasser Mische bei gehe? Dort könnte ich die Abtönfarbe beigeben?

Sehr sehr nice! Tolles Projekt und sehr schön geschrieben! Bin begeistert! Abo, Likes und gespeichert zum Nachmachen 🥳
BITTE! Und ich möchte vor allem sehen was du daraus machst.

Das ganze Handwerk mit den XPS Platten hat mich übrigens voll auf den Geschmack gebracht. Habe schon etliche Ideen für Gelände, was beispielsweise dann auf die Stadtplatten rauf kann. Momentan denke ich diesbezüglich über die Anschaffung eines Styroporschneiders nach. Die Platten mit dem Cutter zu schneiden ging. War aber nicht das gelbe vom Ei. Ich habe sichtbare Unregelmäßigkeiten drinnen an den Rändern. Für die ersten 6 Platten, vor allem mit den momentanen Kostenaufwand von gerade mal 9 Euro pro Platte ist das zu verkraften und als Lehrgeld abzusetzen, dennoch möchte ich irgendwann nachbessern.
 

xL_Freak

Miniaturenrücker
Ich fand es in Ordnung. Man muss auch dazu sagen, dass ich hier ein Bild gemacht habe unterhalb unserer Stubenlampe. Dort sind kleine Kristalle eingelassen und die sorgen für diese fleckigen Abdrücke auf der Textur. Habs leider erst jetzt wieder gesehen.

Shade kam in Form von einfacher schwarzer Farbe drauf, mit genug Wasser verdünnt. Zum Schluss kamen noch zwei Drybrushes.

1. Anthrazit
2. Hellrau bzw. Mars Rot

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Beim Aufstellen war ich jedenfalls sehr zufrieden:
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Und weil in mir ein kleiner Bad Moon steckt, bin ich dann All-In gegangen und habe noch eine kleine Show-Off Szenerie gebastelt:

Children of Typhon in Big Trouble!
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xL_Freak

Miniaturenrücker
Fürs ERSTE! Ist dieses Projekt abgeschlossen. Allerdings muss ich trotz dieses Erfolges sagen, dass ich mit manchen Sachen noch recht unzufrieden bin, und deshalb weiter darauf aufbauen möchte.

1. Ungerade Kanten
Ich habe für dieses Projekt die Platten mit einem Cuttermesser ausgeschnitten. Ja, das ging. Aber es erzeugte natürlich Unregelmäßigkeiten, die leider sichtbar sind, wenn man die Platten aneinander legt.

2. Polaritäten
So schön diese Idee mit den Magneten auch war, es verhindert leider, dass ich die Seiten uneingeschränkt aneinander legen kann. Holzdübel! Wie es bereits vorschlagen wurde, werden als nächstes probiert.

Und ein Punkt ist mir noch besonders wichtig - Danke an dieser Stelle, an die Leute aus dem Geländebauforum hier, die es mir erlaubten aus ihren reichhaltigen Fundus an Erfahrung zu schöpfen. Namentlich insbesondere, aber nicht ausschließlich:

@Dragunov 67
@putrifier
@Tarkus
@Draf Gracula
@RED SCORPION
@der-aussem-laden
@Shub Niggurath
@senex

Ich werde hier in nächster Zeit vielleicht ein paar mal mehr rein schauen. Denn der Bau dieser Platten bewog mich dazu einen Proxxon Schneider zu besorgen. Das war mir einfach zu viel Spaß. DIY Gelände, ich komme!
 

putrifier

Blisterschnorrer
2. Polaritäten
So schön diese Idee mit den Magneten auch war, es verhindert leider, dass ich die Seiten uneingeschränkt aneinander legen kann. Holzdübel! Wie es bereits vorschlagen wurde, werden als nächstes probiert.
Sag bloss, Du hast alle gleich herum polarisiert? ;) Wenn die rechte Seite eine Polarität hat, die linke die gegenteilige, dann passt alles an alles in jeder beliebigen Position.

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