Historisch 🥇[Lion Rampant] A Winter of Discontent

Mit den Updates ist es so ne Sache. Die Figur ist willig, der Fotograf ist schwach. Danke an alle, die das Rinnsal trotzdem mit Reaktionen oder sogar Kommentaren bedenken!

Hier also der nächste Aufschlag. Zum Jahresende will ich noch das ein oder andere fertig bekommen. Und diese Einheit "Coustilliers" staubte schon eine halbe Ewigkeit auf dem Bastel- und Maltisch vor sich hin.

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In echt waren das Nicht-Ritter, die überall da einspringen mussten, wo Not am Mann oder einfach Bedarf an hard-hitting Backups war. Wer hier mal zurückblättert, wird sie deshalb in einigen Einheiten als Mitläufer entdecken.

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Auf dem Spieltisch will ich sie genauso flexibel halten: ob leichte oder schwere Reiterei, Nah- oder Fernkämpfer, die passen in jede Rolle.
Und wer's nicht glaubt, dass man ne Armbrust auch im Sturmlauf gebrauchen kann, hier zwei Beweisfotos (aus der zeitgenössischen Spiezer Chronik).

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Wie man sieht, das Ding als Prügel oder Wurfwaffe zu verwenden, geht genauso klar.

Figuren, wie immer, von Perry Miniatures, Banner von Pete's Flags.

Demnächst dann hoffentlich noch mal mehr in diesem Theater. Danke fürs Schauen! 😊
 
Noch ein bisschen Altlast. Die folgenden Jungs hatte ich weiter oben angeteasert. Jetzt sind sie auf Sollstärke gebracht und auf ihre Bases gepflanzt.

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Wie damals geschrieben, handelt es sich um Gardisten des herzoglichen Halbbruders Antoine. Die Wappenröcke sorgen für willkommene Abwechslung im blau-weißen Einheitslook (der so natürlich auch mehr Traum als Wirklichkeit war). Die blaue, funkensprühende Barbakane, eine Schutzwand für Kanonen, war Antoines persönliches Emblem. Bezeugt sind wechselnde Farbkombinationen, ich habe mich mehr aus ästhetischen Gründen für diese hier entschieden.

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Langbogenschützen anzuheuern, gehörte zum guten Ton, seitdem die Engländer (auch) dank ihnen mehrere entscheidende Siege gegen die Franzosen eingefahren hatten. Ihre tatsächliche Schlagkraft wird gern überschätzt, heute wie schon damals. Nach den Niederlagen der Burgunder wurden sie bald – und wenig überraschend – von neuen Vorzeigetruppen abgelöst: den Schweizer Garden.

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Verbaut sind hier diverse Perry-Plastiksets. Die Federn sind überwiegend den republikanischen Römern aus meinem anderen Thread geklaut. Für die Bogensehnen musste erneut ein Handfeger Borsten lassen. Wichtig war mir eine einigermaßen einheitliche und vorzeigbare Ausrüstung. Außerdem verstärken ein paar Nahkämpfer die Formation, wiederum nach zeitgenössischer Vorlage. Da sieht man auch, dass ich mich mit den Helmzieren noch zurückgehalten habe.

https://sammlungenonline.albertina.at/objects/106016/eine-abteilung-fuvolk-von-neunzehn-mann

Quelle: https://sammlungenonline.albertina.at/objects/106016/eine-abteilung-fuvolk-von-neunzehn-mann

Ich habe jetzt noch ein paar Burgunder nachzuholen, die bisher kein Foto bekommen haben. Grundsätzlich ist diese "Armee" aber auf der Zielgeraden. Es folgen alsbald die Gegner.

Wie immer, danke fürs Schauen & Kommentieren! 😊
 
Jetzt geht's noch mal Schlag auf Schlag.

Die Schützen sind allesamt schon länger fertig, ein paar sogar schon fast seit Projektstart. Zuletzt sind sie dann im "Spielbericht" mehr zufällig ins Bild geraten. Und da sie einmal aus der Kiste raus sind, kann ich sie auch ablichten.

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Dass hier alles durcheinander geht – Bewaffnung, Kleidung, Formation –, ist Absicht. Im 15. Jahrhundert entwickelt sich der Fernkampf gerade als eigene Disziplin. Englische Langbögen sind cool, aber teuer und nur in den Händen von Spezialisten halbwegs effektiv. Der Fachkräftemangel zwingt zu billigeren und unkomplizierten Alternativen. Deshalb werden sich langfristig die massiert auftretenden Büchsenschützen durchsetzen – aber hier sind wir eben noch auf dem Weg.

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In Burgund ersetzte man fehlende Manpower gern durch Söldner, vor allem aus Italien. Daher auch die weirden Bandanas, feschen Mäntelchen und sexy gestreiften Hosen. Ein bisschen davon wird in die Mode der Landsknechte münden. Aber auch davon sind wir hier noch ein Stück entfernt.

Demnächst dann aber wirklich der Blick zur Opposition.

Danke fürs Schauen 😊
 
Prosit Neujahr, liebe Leute!

Hier ein kleiner Teaser zu den Gegnern meiner Burgunder: Stilecht müsse es natürlich Eidgenossen sein. Wie zu erahnen, ist das Ganze schon ziemlich fortgeschritten. Aber Fotos…
Den Start macht die "Generalsbase": ein Kriegsrat vor der Schlacht von Murten 1476.

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Das Banner ist das von Hans von Hallwyl. Er befehligte die Vorhut, die die Befestigungen des burgundischen Lagers überwinden sollte. Günstigerweise hatten strömender Regen und eine Lohnauszahlung nicht wenige der Bewacher aus den Stellungen getrieben, sodass der Überraschungsangriff gelang und die Gegner in Panik versetzte. Wegen dieses Beitrags zur Niederlage der Burgunder zählt Hallwyl noch heute zu den Schweizer Nationalhelden.

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Die rot gekleidete Figur ist vom deutschen Ritter Wilhelm Herter inspiriert, der in der Grossen Burgunderchronik (von ca. 1480) stets in Begleitung eines schwarz gekleideten "Gardisten" gezeigt wird. Herter wird oft als eine Art vergessener Held gehandelt, der als deutscher Söldnerführer nicht so recht in die nationale Erinnerungskultur passen will. Die Quellenlage für eine bedeutendere Rolle bei Murten ist aber ziemlich dünn.

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Meine Eidgenossen basieren lose auf der besagten Vorhut, was die Zusammensetzung aus Schwyzer und Berner Kontingenten angeht. Ordentliche Fotos folgen irgendwann, wenn Zeit und Lust zusammenkommen.
Figuren sind wie immer von den Perrys, nur Herter habe ich einen Kopf von Steel Fist Miniatures aufgepropft. Banner von Pete’s Flags.

Ebenfalls wie immer: danke fürs Reinschauen! 😊
 
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Also dann mal Butter bei die Fische.

Es hat seinen Grund, dass ich die Eidgenossen erst jetzt gesammelt zeige. Und dieser Grund sind die – für mich! – Unmengen an Spießträgern, die zu bemalen waren. Das war echte Massenfertigung, ganz gegen die bewährte Regel, mir immer nur eine Handvoll Minis gleicher Art vorzunehmen. Wie zu erwarten, stand so mehrmals auf der Kippe, ob ich durchhalte. Drum wollte ich keine vier, acht Männchen teasern, um dann das grandiose Scheitern eingestehen zu müssen. Letztendlich habe ich's durchgepaukt, dafür aber die Motivation zum Fotografieren aufgebraucht. Hier folgt der ganze Haufen deshalb peu à peu.
Erstmal szenisch, im Regen von Murten, Juni 1476. Ein kleiner Photoshop-Spaß.

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Dass ich Eidgenossen "brauche", stand mit den ersten Burgundern fest. Beide waren einander natürliche Fressfeinde. Allerdings nicht, wie der schweizer Nationalstolz einem weismachen will, weil der fiese Herzog den braven Bergbauern ihre Almen zertrampelte. Sondern weil die Eidgenossen sich nur zu gern von den benachbarten Großmächten gegen Burgund einspannen ließen, um eigene Eroberungen zu machen.

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Den Kern der eidgenössischen Truppen bildeten, wie in den meisten ländlichen und städtischen Aufgeboten der Zeit, die Spießer (erst über französische Umwege Pikeniere genannt). Eine schweizer Spezialität war aber, diese in großen Pulks, den "Haufen", zuammenzufassen und damit loszustürmen. In der Mehrheit waren die Teilnehmer junge Geringverdiener ohne Aussicht auf Erbe und Ehe. Beutegier zusammen mit Alkohol, lauter Musik und Gebrüll machten jeden Kampf daher, wohl ganz wörtlich, zur Gewaltorgie.

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Ganz vorn marschierten auch besser Gerüstete, nicht selten adlige Herren. Die fingen den ersten Zusammenstoß mit dem Gegner auf und versuchten, in die feindliche Reihen einzubrechen. Dafür griff man auf ebenfalls mitgeführte Schwerter, Äxte, Schusswaffen und die nicht ganz so niedlichen "Schweizerdolche" zurück.

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In vielen Gemeinden wurde Ausrüstung zentral angeschafft und gelagert. Von Einheitlichkeit kann aber keine Rede sein. Deshalb habe ich bei der Kleidung zwar auf die Farben von Bern – den eigentlichen Anstiftern der Burgunderkriege – den Fokus gelegt. Aber es marschieren, in der Durchmischung vielleicht nicht ganz korrekt, auch Schwyz, Uri und andere Orte mit. Ebenso sicher überrepräsentiert sind die "Turbane", zwar sicher typisch eidgenössisch, aber im Kampf wohl sinnvollerweise durch Helme ergänzt.

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Die Figuren sind ein Mix aus einerseits diversen Perry-Sets – generische Plastics sowie "Swiss" und "Germans" aus Metall –, andererseits Einzelfiguren aus Zinn von Steel Fist Miniatures. Ein paar kleinere Modellierarbeiten (Feldbinden vor allem) und Kitbashes (Köpfe der sudanesischen Beja lassen sich super umfunktionieren) haben zusätzliche Abwechslung reingebracht. Außerdem habe ich zwei der Bases verlängert, um gefällte Spieße ohne akute Bruchgefahr darstellen zu können. Da ich so selten spiele, sind mir heile Figuren wichtiger als Regelvorschriften.

Demnächst dann die Unterstützungstruppen.

Danke erstmal fürs Reinschauen! 🙂
 
Ihr seid zu lieb, Leute! ☺️
Ich freu mich immer, vertraute Namen zu lesen. Bin selbst mit der Fanworld alt geworden und komme von dem Forenzauber einfach nicht los. Auch wenn ich im Moment nicht mehr die Zeit finde, außerhalb meiner eigenen Nische zu kommentieren. Umso dankbarer bin ich, wenn sich hier Leute zu Wort melden. Weiß das wirklich sehr zu schätzen!

Bevor's mit dem regulären Programm weitergeht, noch ein WIP zwischen Tür und Angel.

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Der harte Kern der Eidgenossen (und Burgunder) steht zwar, ich bastle und male aber natürlich nebenher weiter dran herum. Zumal man eh einfach nie genug Ritter haben kann!
 
Erstmal weiter mit den Restposten.

"Ikonisch" ist wohl das häufigste Attribut für die eidgenössischen Halmbarter (als französischer Reimport auch Hellebardiere). Sie gehören einfach dazu, werden nur gern überrepräsentiert, ob auf dem Tabletop oder im Museum.

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In der Haufenformation rotteten sich die Halmbarter um die im Zentrum mitgeführten Banner (hier das des Kantons Schwyz) oder liefen als Flankenschutz mit. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, Schwächen in der feindlichen Formation auszunutzen. Es ging also um schnelle Vorstöße und brutale Aggression. Rüstung war da eher hinderlich. Ebenso wie Bedenkenträgerei.

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Die Halmbarte ist dabei eine ziemlich lokale Eigenheit. Erst nach den Erfolgen in den Burgunderkriegen, als halb Europa "Schweizer Garden" anheuern will (sich aber nicht unbedingt leisten kann), macht das Ding die Runde. Wirklich effektiv ist sie nur in speziell geübten Händen. Der Prozentsatz war also eher gering.

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Minis sind aus Plastik und Zinn von Perry und Steel Fist Miniatures zusammengemixt. Ich habe mir hier noch die kleine Unbescheidenheit erlaubt, den Pöbler im zweiten Glied nach meinem (spätmittelalterlich verkleideten) Antlitz zu formen. Natürlich grob verfremdet, denn ich hätte weder die für den Job notwendige Statur noch Lebensmüdigkeit 😅

Danke fürs Reinschauen!
 
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Ganz tolle Unterhaltung mit Prädikat wertvoll hier!
Die Minis gefallen mir allesamt, ebenso die Präsentation derer und die ganzen Daten sowieso, alle Daumen hoch.

Auch die Schweizer haben so ihre Abweichungen zwischen Selbst- und Fremdbild.^^

Mir wird bei der Vorstellung einer roten Mütze auf dem Schlachtfeld als Kopfbedeckung zwar ganz anders, aber andere Zeiten, andere Sitten und Mode natürlich. Stilvoll zieht Mann ins Feld.
 
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