Hallo zusammen,
kontroverse Frage in der Überschrift. Sie beruht auf einem Video bzw. einer Diskussion bei Tabletop Tactics, die bei mir einen Nerv getroffen hat: Are Warhammer 40k Epic Heroes TOO EPIC?!
Diese Frage stelle ich mir unterbewusst schon seit einiger Zeit, vor allem, wenn ich mir die Datasheets neu erscheinender epischer Charaktermodelle anschaue. Krasse Nahkampf- und Fernkampfprofile, spielerisch entscheidende Fähigkeiten und vieles mehr. Und das oft zu moderaten Punktkosten. Es geht natürlich auch ein wenig mit der Frage einher, wie kompetitiv man Warhammer spielen will, aber andererseits wird man in diese Sache fast schon unbewusst hineingezogen, auch wenn man selbst eher wenig auf Meta Gaming gibt. Allein die Verwendung epischer Helden führt meiner Meinung oft schon dazu, ohne explizit „Chasing the Meta“ betreiben zu wollen.
Was meine ich damit? Als Ultramarines-Spieler ist Marneus Calgar z. B. seit jeher eine meiner Lieblingsfiguren. Nicht wegen irgendwelcher Werte, sondern weil Lord Calgar ne coole Socke ist. Aber wo sind wir mittlerweile hingekommen? Jedes Mal, wenn ich ihn in einem Spiel verwende, liegt unausgesprochen der Kommentar zum „Chasing the Meta“ in der Luft. Und das mit Recht. In einer Ultramarines-Liste gibt es spielmechanisch keinerlei Gründe diesen Charakter nicht zu spielen. Gleiches gilt für viele andere epische Charaktere der Ultramarines und auch anderer Völker. Zum Beispiel die ganzen C‘tan, ob Void Dragon oder Todesbote. Sobald sie auf dem Tisch sind, sind sie automatisch extrem im Mittelpunkt. Weil sie extrem mächtig und spielentscheidend sind. Und manchmal außer einem eigenen epischen Helden keine echten Counter haben.
Sobald eine Seite einen epischen Helden spielt, muss die andere Seite dies in der Regel eigentlich auch tun. Bei durchschnittlichen Würfeln schafft es eine „normale Armee“ oft nicht gegnerische Helden auszuschalten, z. B. einen Todesboten. Selbst dann nicht, wenn sie einen Großteil der Angriffe eines gesamten Spielzugs auf diesen konzentriert.
Jetzt könnte man sagen, dann spielt diese epischen Helden halt nicht, gerade in eher entspannten Spielen. Aber ist das eine befriedigende Lösung? Manchmal baue ich mir eine Liste mit einem Standard-Captain, allein weil ich das Gefühl mag mal keinen epischen Helden aufzustellen, aber dann merkt man doch schnell, dass es einen großen Unterschied macht, manche Detachments ohne sie auch gar nicht funktionieren. Und das wie gesagt ohne selbst den Anspruch zu haben, dass man jedes Spiel gewinnen muss. Der Gedanke herrscht bei mir absolut nicht vor.
Ich habe nur beschränkten Einblick in die Fraktionen. Spiele in der Regel auch nur mit Ultramarines und Necrons. Vielleicht sehe ich daher auch Probleme, wo eventuell keine Probleme existieren. Aber wenn ich mir die Werte epischer Helden in anderen Fraktionen anschaue, habe ich das Gefühl, dass es dort ähnlich sein könnte.
Viele Helden waren schon in der neunten Edition sehr stark, aber ich habe das Gefühl, dass sie die zehnte absolut bestimmen. Oft wählt man die Begleiteinheit nur aus, um den eigentlichen Charakter am Leben zu halten. Bei den Ultramarines ist das im Moment in fast jeder Liste der Fall. Aber wollen wir das wirklich? Verengt das nicht irgendwie die Art und Weise, wie wir Warhammer spielen? Wenn man „bestraft“ wird, gewisse Dinge nicht zu spielen. Sind wir endgültig bei einem Herohammer angekommen?
Und wie gesagt, ich will kompetitive und B&B-Spiele gar nicht gegeneinander ausspielen, beides hat seine Berechtigung. Aber ich habe das Gefühl, dass es dort völlig automatisch zu Wechselwirkungen kommt, weil 40k von den Regeln und Datasheets im Moment das ist, was es ist. Es also auch den „ganz normalen Spieler“ betrifft, der sich gar keiner dieser beiden Seiten im Extrem zuordnet.
Ich finde, dass das unbefriedigend ist. Und es stark die Art und Weise beeinflusst, wie wir Warhammer spielen. Wie steht ihr dazu?
Edit: Lustigerweise hat Tabletop Tactics eine Woche zuvor einen Spielbericht hochgeladen, welcher meine Wahrnehmung genau getroffen hat. Eine reine C‘tan-Liste gegen Calgar and Friends (Cato Sicarius, Uriel Ventris und Co.) - ob Guilliman dabei war, weiß ich gar nicht mehr. Natürlich haben die anderen Einheiten mal den einen oder anderen Siegespunkt bedingt, doch waren sie ansonsten (gerade vom Schaden her) relativ irrelevant. So extrem spiele ich selbst zwar nie, aber hat das den Punkt doch recht deutlich gemacht.
kontroverse Frage in der Überschrift. Sie beruht auf einem Video bzw. einer Diskussion bei Tabletop Tactics, die bei mir einen Nerv getroffen hat: Are Warhammer 40k Epic Heroes TOO EPIC?!
Diese Frage stelle ich mir unterbewusst schon seit einiger Zeit, vor allem, wenn ich mir die Datasheets neu erscheinender epischer Charaktermodelle anschaue. Krasse Nahkampf- und Fernkampfprofile, spielerisch entscheidende Fähigkeiten und vieles mehr. Und das oft zu moderaten Punktkosten. Es geht natürlich auch ein wenig mit der Frage einher, wie kompetitiv man Warhammer spielen will, aber andererseits wird man in diese Sache fast schon unbewusst hineingezogen, auch wenn man selbst eher wenig auf Meta Gaming gibt. Allein die Verwendung epischer Helden führt meiner Meinung oft schon dazu, ohne explizit „Chasing the Meta“ betreiben zu wollen.
Was meine ich damit? Als Ultramarines-Spieler ist Marneus Calgar z. B. seit jeher eine meiner Lieblingsfiguren. Nicht wegen irgendwelcher Werte, sondern weil Lord Calgar ne coole Socke ist. Aber wo sind wir mittlerweile hingekommen? Jedes Mal, wenn ich ihn in einem Spiel verwende, liegt unausgesprochen der Kommentar zum „Chasing the Meta“ in der Luft. Und das mit Recht. In einer Ultramarines-Liste gibt es spielmechanisch keinerlei Gründe diesen Charakter nicht zu spielen. Gleiches gilt für viele andere epische Charaktere der Ultramarines und auch anderer Völker. Zum Beispiel die ganzen C‘tan, ob Void Dragon oder Todesbote. Sobald sie auf dem Tisch sind, sind sie automatisch extrem im Mittelpunkt. Weil sie extrem mächtig und spielentscheidend sind. Und manchmal außer einem eigenen epischen Helden keine echten Counter haben.
Sobald eine Seite einen epischen Helden spielt, muss die andere Seite dies in der Regel eigentlich auch tun. Bei durchschnittlichen Würfeln schafft es eine „normale Armee“ oft nicht gegnerische Helden auszuschalten, z. B. einen Todesboten. Selbst dann nicht, wenn sie einen Großteil der Angriffe eines gesamten Spielzugs auf diesen konzentriert.
Jetzt könnte man sagen, dann spielt diese epischen Helden halt nicht, gerade in eher entspannten Spielen. Aber ist das eine befriedigende Lösung? Manchmal baue ich mir eine Liste mit einem Standard-Captain, allein weil ich das Gefühl mag mal keinen epischen Helden aufzustellen, aber dann merkt man doch schnell, dass es einen großen Unterschied macht, manche Detachments ohne sie auch gar nicht funktionieren. Und das wie gesagt ohne selbst den Anspruch zu haben, dass man jedes Spiel gewinnen muss. Der Gedanke herrscht bei mir absolut nicht vor.
Ich habe nur beschränkten Einblick in die Fraktionen. Spiele in der Regel auch nur mit Ultramarines und Necrons. Vielleicht sehe ich daher auch Probleme, wo eventuell keine Probleme existieren. Aber wenn ich mir die Werte epischer Helden in anderen Fraktionen anschaue, habe ich das Gefühl, dass es dort ähnlich sein könnte.
Viele Helden waren schon in der neunten Edition sehr stark, aber ich habe das Gefühl, dass sie die zehnte absolut bestimmen. Oft wählt man die Begleiteinheit nur aus, um den eigentlichen Charakter am Leben zu halten. Bei den Ultramarines ist das im Moment in fast jeder Liste der Fall. Aber wollen wir das wirklich? Verengt das nicht irgendwie die Art und Weise, wie wir Warhammer spielen? Wenn man „bestraft“ wird, gewisse Dinge nicht zu spielen. Sind wir endgültig bei einem Herohammer angekommen?
Und wie gesagt, ich will kompetitive und B&B-Spiele gar nicht gegeneinander ausspielen, beides hat seine Berechtigung. Aber ich habe das Gefühl, dass es dort völlig automatisch zu Wechselwirkungen kommt, weil 40k von den Regeln und Datasheets im Moment das ist, was es ist. Es also auch den „ganz normalen Spieler“ betrifft, der sich gar keiner dieser beiden Seiten im Extrem zuordnet.
Ich finde, dass das unbefriedigend ist. Und es stark die Art und Weise beeinflusst, wie wir Warhammer spielen. Wie steht ihr dazu?
Edit: Lustigerweise hat Tabletop Tactics eine Woche zuvor einen Spielbericht hochgeladen, welcher meine Wahrnehmung genau getroffen hat. Eine reine C‘tan-Liste gegen Calgar and Friends (Cato Sicarius, Uriel Ventris und Co.) - ob Guilliman dabei war, weiß ich gar nicht mehr. Natürlich haben die anderen Einheiten mal den einen oder anderen Siegespunkt bedingt, doch waren sie ansonsten (gerade vom Schaden her) relativ irrelevant. So extrem spiele ich selbst zwar nie, aber hat das den Punkt doch recht deutlich gemacht.
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