Sci-Fi "Blood & Duty" (Necromunda Projekt)

Razorback

Grundboxvertreter
23. Dezember 2001
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Rheinbach (bei Bonn)
Warhammer 40k ist mit meinen geliebten Adepta Sororitas und Emperor's Children unbestreitbar mein favorisiertes System.
Aber manchmal lockt es mich zu einer anderen Skala des Gefechts - sprich: Skirmisher.

Und da gibt es in meinen Augen kein cooleres und interessanteres System als Necromunda !
Hier will ich auch im Stil eines Tagebuches euch meinen Pfad ins Under-Hive offenbaren.

Zu Beginn plane ich zwei "Gangs" hochzuziehen, die ich beide hier gebündelt präsentieren werde:

1. "Scarlet Harlots" - Escher
2. "Inquisitorial Retinue" - Venators
 
  • Party
Reaktionen: Peter
Scarlet Harlots
- Lore & More -

  • Nyx (Specialist)
  • Zoe (Gang Sister)
Im Dunst der unteren Ebenen von Necromunda, dort wo das Licht der oberen Spires nur noch als rostiger Schimmer in uralten Rohren widerhallt, lag einst ein Viertel, das selbst unter Gangs einen gewissen Ruf genoss. Kein Ort der Macht, kein Zentrum großer Geschäfte – sondern ein Bezirk der Ablenkung. Flackernde Neonreklamen, schmale Gänge voller Musik, Stimmen, Gelächter, das zu laut war, um echt zu sein. Hier hatten die Scarlet Harlots, ein kaum beachteter Ableger von House Escher, ihr kleines Reich errichtet. Sie verkauften Träume, Nähe, Illusionen – und manchmal Informationen. Es war kein ehrenhaftes Geschäft, aber eines, das funktionierte. Und in der Unterwelt von Necromunda ist Funktionalität oft alles, was zählt.


Dann begann das Verschwinden.


Zuerst waren es Einzelfälle. Eine Arbeiterin, die nach einer Schicht nicht zurückkehrte. Ein Stammkunde, dessen Credits noch auf dem Tisch lagen. Dann ganze Räume – leergeräumt, als hätte jemand sie sorgfältig ausgeweidet. Die Gerüchte kamen schnell, wie sie es immer tun: von Fleischern, von Ketten, von maskierten Gestalten, die aus noch tieferen Ebenen aufstiegen. Die Corpse Grinder Kulte waren auf der Suche nach Frischfleisch, und das Viertel der Harlots war reich daran.


Die ersten Versuche, sich zu wehren, waren kurz und blutig. Klingen, Gifte, Nadler – alles, was die Escher auszeichnete, wurde eingesetzt. Doch gegen Gegner, die keinen Schmerz kannten und deren Hunger jede Vernunft verschlang, bedeutete selbst Sieg nur Aufschub. Die Harlots verloren zu viele. Zu schnell. Und sie verstanden etwas Entscheidendes: Dies war kein Krieg, den man gewinnen konnte, solange man selbst Beute blieb.


Also entschieden sie sich, etwas Grundlegendes zu verändern.


Tief in ihren improvisierten Laboren, zwischen Destillen, Schläuchen und gestohlener Chem-Ausrüstung, begannen die Chemikerinnen der Harlots zu experimentieren. Sie suchten kein stärkeres Gift für ihre Waffen. Sie suchten eines für sich selbst. Etwas, das sie unangreifbar machte auf die einzige Weise, die gegen Kannibalen funktionierte: indem es sie ungenießbar machte.


Das Ergebnis nannten sie Blood Kiss.


Die ersten Injektionen wurden mit einer Mischung aus Hoffnung und stiller Verzweiflung verabreicht. Das Serum brannte wie Säure in den Adern, kroch durch den Körper, veränderte ihn. Doch es funktionierte. Als die Corpse Grinder das nächste Mal zuschlugen, starben einige von ihnen nicht im Kampf – sondern danach. Krampfend, schäumend, zerfallend von innen, vergiftet durch das Blut, das sie so gierig konsumiert hatten. Es dauerte nicht lange, bis sich das herumsprach. Die Überfälle wurden seltener. Dann hörten sie ganz auf.


Die Scarlet Harlots hatten überlebt.


Doch der Sieg schmeckte schal.


Zunächst waren es nur kleine Veränderungen. Blässe, die nichtmehr wich. Ein Kältegefühl unter der Haut, selbst in der stickigen Hitze des Hives. Dann begannen die Probleme mit dem Blut. Es wurde träge, reagierte falsch, als würde es nicht mehr ganz zu ihnen gehören. Wunden heilten schlechter. Einige klagten über Schwindel, über ein seltsames „Leersein“, das sich nicht mit Schlaf oder Nahrung beheben ließ.


Die erste Tote zerfiel nicht spektakulär. Es gab keinen Schrei, keinen dramatischen Moment. Sie lag einfach da, während ihre Schwestern zusahen, wie ihr Körper langsam aufgab, als hätte etwas in ihr beschlossen, nicht mehr zu funktionieren. Das Blut in ihren Adern war instabil geworden. Unbrauchbar. Giftig – nicht nur für andere, sondern für sie selbst.


Die Erkenntnis kam leise, aber unumkehrbar:
Was sie vergiftet hatte, konnte sie auch retten.


Seitdem gehört die Praktik der Bluttransfusion zum Alltag der Scarlet Harlots wie Waffenpflege oder das Anlegen von dunkler Schminke. Frisches Blut hält sie stabil. Frisches Blut hält sie am Leben. Ohne es beginnen ihre Körper, sich selbst aufzulösen, Stück für Stück, Zelle für Zelle. Ein langsamer, sicherer Tod.


Und so änderte sich nun auch ihr Geschäft.


Die Neonlichter brennen noch immer. Die Musik spielt noch immer. Die Türen stehen offen für jene, die glauben, im Underhive Ablenkung oder Trost zu finden. Doch wer die Schwelle überschreitet, betritt keinen Ort der reinen Lust mehr, sondern einen Kreislauf. Einen Bedarf. Eine Notwendigkeit.


Die Scarlet Harlots jagen nicht wie Tiere. Sie wählen. Sie beobachten. Sie laden ein. Und wenn die Zeit kommt, nehmen sie, was sie brauchen – sauber, effizient, fast schon rituell. Das Blut wirdgesammelt, aufbereitet, geteilt. Es ist kein Akt der Raserei, sondernder Erhaltung.
Die Corpse Grinder meiden ihre Gebiete noch immer, doch nicht mehr nur aus Vorsicht. Manche sagen, sie erkennen in den Harlots etwas Verwandtes. Etwas, das denselben Hunger kennt – nur in anderer Form.


Und tief in den Adern der Scarlet Harlots arbeitet der Blood Kiss weiter, still und unaufhaltsam.

Lore pic.webp
 
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