Spielbericht Tyraniden vs World Eaters
Chor-Krater – Der Blutrausch verliert den Takt
Der Chor-Krater nahm den Lärm auf, bevor die ersten Körper ineinanderprallten.
Staub lag schwer zwischen den geborstenen Felsrippen, in den Rissen der alten Fördertrassen und auf den verrosteten Metallplatten, die wie abgestreifte Haut über dem Boden hingen. In der Mitte der Senke ragte eine große Ruine aus dem Kratergrund, ein zerschlagenes Industriegerippe aus Beton, Stahl und schwarzem Gestein. Ihre oberen Stockwerke waren längst weggebrochen, doch die unteren Streben hielten noch, schief, verbogen und von Einschussnarben gefressen. Um sie herum war der Boden unruhig. Er gab unter Gewicht nach, schob Staub aus feinen Spalten und ließ manchmal ein dumpfes Knacken hören, das aus der Tiefe kam und nicht ganz zum Kriegslärm passte.
Die World Eaters kamen ohne Zögern.
Der Rhino brach durch eine Wand aus Staub, Panzerplatten mit Blutzeichen beschmiert, Ketten und Stacheln über der Front verschweißt. Neben ihm stampfte die Helbrute durch Geröll und Metallreste, ihr verwachsener Leib in Panzerung eingezwängt, Waffenarme zuckend vor Ungeduld. Khorne-Berzerker liefen hinter dem Fahrzeug her, dicht genug, um im Schutz seiner Masse zu bleiben, ihre Kettenäxte schon erhoben, als wäre der Abstand zum Feind nur eine Beleidigung, die gleich verschwinden musste. Weiter hinten bewegten sich der Maulerfiend und der Dämonenprinz durch den Staub, der eine niedrig, schwer und voller Maschinenwut, der andere hoch über dem Staub, geflügelt und von rotem Zorn getragen.
Ophis wartete nicht.
Die Ganten stürmten aus den zerklüfteten Zugängen der Schlucht, nicht in einer ordentlichen Welle, sondern in mehreren harten Strängen, die sich zwischen Felsbrocken und alten Trägern hindurchpressten. Sie kamen schnell, zu schnell für ein Schlachtfeld, das noch im ersten Atemzug zu stecken schien. Klauen kratzten über Metallplatten, Leiber sprangen über Spalten, rutschten auf losem Staub aus und fanden sofort wieder Halt. Der Chor-Krater war kein glatter Boden; er brach, vibrierte und gab nach, doch die Tyraniden nahmen diese Unruhe in ihre Bewegung auf.
Die Helbrute drehte sich ihnen entgegen und eröffnete das Feuer, schwere Treffer rissen Ganten auseinander, schleuderten Chitin und Gliedmaßen gegen den Fels. Einige wurden unter den Schritten ihrer eigenen Rotte niedergetrampelt, andere prallten auf die Panzerung der Helbrute und zerschellten daran. Doch ein ganzer Trupp scherte nicht ein, sondern raste an dem tobenden Koloss vorbei, flach, dicht am Boden, unter dem Schwung eines Waffenarms hindurch und direkt auf den Rhino zu. Die ersten Ganten starben an den Stacheln der Front, die nächsten kletterten bereits über sie hinweg. Klauen fanden Sehschlitze, Wartungsfugen, Kettenaufhängungen. Der Rhino bockte, schob sich noch ein Stück vor, dann riss seine Seitenplatte auf.
Der Innenraum fing Feuer.
Ein dumpfer Schlag warf die Ganten vom Wrack, und der Rhino platzte nach außen, hart genug, um Felsstaub, Metall und brennende Körper in alle Richtungen zu treiben. Einige Khorne-Berzerker starben noch im Inneren, gegen die Wände geschleudert oder vom Feuer verschluckt. Andere brachen durch Rauch und Flammen hinaus, brüllend, brennend, schon wieder im Lauf.
Die Helbrute bekam keine Zeit, sich an den Verlust zu hängen. Der Tyrannofex hatte sich hinter einer gezackten Reihe aus Metallstreben in Stellung gedrückt, sein massiger Körper halb von den Tyranidenkriegern gedeckt, die vor ihm wie eine lebende Wand aus Chitin und Klingen standen. Treffer schlugen in ihre Panzerplatten, rissen tiefe Furchen in Schulterkämme und Brustsegmente, doch sie hielten die Linie geschlossen, breit genug, um dem schweren Organismus hinter ihnen den Moment zu geben, den er brauchte. Dann antwortete der Tyrannofex.
Der Schuss traf die Helbrute frontal. Panzerung barst, Fleisch und Maschine platzten an der Aufschlagstelle auseinander, und der Koloss taumelte rückwärts in einen Schuttkamm. Er versuchte noch, einen Waffenarm zu heben. Ein zweiter Einschlag fraß sich tiefer in den Rumpf, und die Helbrute sackte in sich zusammen, dampfend, zuckend.
Auf der anderen Seite der Ruine wurde der Krieg enger.
Der geflügelte Hive Tyrant kam tief über die gebrochenen Stockwerke hinweg, Schwingen voller Staub, Sensenklauen nach vorn gerissen. Unter ihm prallten Ganten auf Khorne-Berzerker, wurden zerspalten, zertrampelt, sprangen wieder in Lücken. Der Dämonenprinz hob den Kopf, als der Schatten des Hive Tyrant über die Ruine glitt, und stieß sich dem Angriff entgegen. Für einen Moment füllten beide Gestalten denselben Raum über dem Schutt, ehe sie hart zwischen den Trümmern landeten. Der Maleceptor folgte durch die unteren Streben der Ruine, und wo kleinere World-Eaters-Trupps versuchten, um den Mittelpunkt herum Druck aufzubauen, geriet ihr Angriff ins Stocken. Körper stolperten, hielten sich den Schädel, brachen auseinander, und Ganten oder der Schatten des Hive Tyrant waren sofort über ihnen.
Der Maulerfiend riss diese Ordnung wieder auf.
Er brach in die Ganten an der linken Flanke wie eine Maschine aus Hunger. Klauen fuhren durch ganze Reihen, schleuderten Leiber gegen Fels und alte Förderplatten. Seine Gliedmaßen arbeiteten ohne Pause, hämmerten, griffen, zerfetzten, bis sich vor ihm ein zertrampelter Saum aus Chitin und Blut bildete.
Dann brach der Boden hinter ihm auf.
Metallplatten hoben sich, Staub schoss hoch, und Ravener kamen aus der Tiefe, noch von Erde und Splittern bedeckt. Sie fielen dem Maulerfiend von hinten und von der Seite an. Einer wurde sofort gepackt und zerdrückt, doch die übrigen fanden Gelenke, Kabelstränge, Bauchpanzerung. Der Maulerfiend bäumte sich auf, schlug mit allen Gliedmaßen um sich und riss tiefe Rinnen in den Boden, aber die Ravener blieben an ihm. Als seine rechte Seite nachgab, kippten sie ihn gegen einen gebrochenen Träger und zerlegten ihn dort in Funken, Öl und Fleisch.
Ihr Sieg hielt nur kurz.
Der Dämonenprinz riss sich an der Ruine vom Hive Tyrant los, während Berzerker und kleinere Trupps den geflügelten Organismus erneut banden, und stürzte mit einem brutalen Schwingenschlag auf die Ravener zu. Khorne-Berzerker folgten ihm aus dem Rauch des zerstörten Rhino. Die Ravener wandten sich schnell genug, um zwei Berzerker niederzureißen, doch der Gegenstoß traf sie zu geschlossen. Der Dämonenprinz zerschmetterte den ersten mit einem Hieb, riss den zweiten unter seinen Füßen auseinander, während die Berzerker die übrigen mit Kettenäxten in den Boden hackten. Als der Staub dort wieder absank, blieb nur eine zerwühlte Fläche aus Schleim, Panzerstücken und rotem Fleisch.
Der Hive Tyrant nutzte die Lücke, die dieser Gegenstoß hinterlassen hatte. Er fiel nicht sofort wieder auf den Dämonenprinzen, sondern schlug in die kleineren Gruppen, die um die Ruine herum Halt suchten. Khorne-Anhänger wurden von den Klauen in zwei Hälften gerissen, ein Trupp verschwand unter einem Schlag seiner Schwingen in einem Hagel aus Staub und gebrochenen Knochen. Er hielt den Druck in der Mitte, zwang die World Eaters, sich immer wieder neu zu drehen, während der Maleceptor näher kam.
Der Dämonenprinz merkte es zu spät.
Hinter ihm das Wrack des Maulerfiend, seitlich die Ruine, vor ihm der Hive Tyrant und aus der anderen Richtung der Maleceptor, der sich durch Schutt und Leichen schob. Als der Prinz wieder aufstieg, stockte seine Bewegung in unsichtbarem Druck. Seine Schwingen verloren den Takt, seine Beine fanden keinen sauberen Halt. Der Maleceptor war nah genug. Knochen knackten unter der Haut des Dämonenprinzen, Rüstung bog sich nach innen, und sein Brüllen brach in ein heiseres Würgen. Er schlug noch einmal zu, traf den Maleceptor an der Seite und riss Panzerplatten auf, aber der Druck ließ nicht nach. Schließlich sank der Dämonenprinz in den Staub vor der Ruine, und der Hive Tyrant fiel über die verbliebenen Khorne-Berzerker her, die noch versuchten, durch den zerfallenden Mittelpunkt zu brechen.
An der Nebenfront war der Krieg kleiner, aber nicht weniger hart.
Ein Liktor hatte sich an einem alten Kontrollpunkt festgesetzt, einem niedrigen Knoten aus geborstenem Beton, Kabelschächten und halb verschütteten Markierungen. Dort wucherte bereits tyranidisches Gewebe über Metall und Stein. Der Liktor blieb zwischen den Schatten der Trümmer, schlug zu, wenn sich jemand näherte, und hielt den Ort fest, bis Khorne-Berzerker kamen. Er tötete den ersten im Anlauf, verwundete einen zweiten schwer, dann packten die übrigen ihn mit Kettenäxten und drückten ihn gegen den Kontrollpunkt, bis das fremde Gewebe unter seinem Blut schwarz wurde.
Die Berzerker hatten kaum Zeit, ihre Waffen wieder zu heben. Tyranidenkrieger kamen durch den Staub, schwer verletzt, aber geschlossen genug. Sie trafen die World Eaters vor dem halb tyranifizierten Ziel, hielten sie fest und schnitten sie Stück für Stück nieder, bis der letzte gegen die Betonplatte fiel.
In der Mitte stand der Tyrannofex inzwischen ohne klare Beute. Die Helbrute war vernichtet, der Maulerfiend lag zerrissen, der Dämonenprinz war gefallen. Sein schwerer Körper drehte sich langsam zwischen Staub und Wracks, suchte nach einem Ziel, das groß genug war, um den nächsten Schlag zu tragen.
Dann kamen die Eightbound.
Sie brachen aus einer Seitensenke des Kraters hervor, dort, wo der Boden durch die Kämpfe aufgeplatzt und von Rauch verdeckt war. Schwere, verdrehte Gestalten, schnell genug, um die Entfernung zum Tyrannofex zu verschlingen, bevor dessen Leib sich ganz ausrichten konnte. Der erste Schuss riss einen von ihnen auseinander. Die anderen kamen durch die Splitter hindurch.
Sie trafen den Tyrannofex mit einer Gewalt, die selbst seine Masse verschob. Klauen und Kettenwaffen hämmerten auf seine Brustplatten, rissen an alten Wunden, öffneten Spalten. Der Tyrannofex stampfte zurück, zerquetschte einen Eightbound unter seinem Gewicht, doch die übrigen kletterten an ihm hoch und hackten weiter. Sein Körper bäumte sich, Geschützfeuer schlug blind in den Boden, dann brach ein Bein unter ihm weg. Als er fiel, erzitterte der Kratergrund so stark, dass Staub aus der zentralen Ruine rieselte.
Die Tyranidenkrieger wandten sich zu spät.
Die Eightbound waren schon wieder in Bewegung, fort vom toten Tyrannofex, hinein in die Lücke, die sein Fall gerissen hatte. Sie schlugen an der Stelle zu, an der die Krieger noch die Nebenfront hielten, und diesmal gab es keine breite Wand mehr, nur verletzte Körper und zu wenig Raum. Die Tyranidenkrieger empfingen sie mit Klingen und Spuckfeuer, rissen einen nieder, doch die Eightbound drückten durch. Einer nach dem anderen brach unter den rasenden Gestalten zusammen.
Als der Lärm abnahm, stand der Chor-Krater nicht still. Er knackte weiter, ließ Staub aus Rissen steigen und kleine Steine von den Rändern der Ruine rollen. Der zerstörte Rhino brannte noch. Die Helbrute lag offen wie ein ausgeschlachtetes Wrack. Vom Maulerfiend blieb ein verdrehter Haufen aus Panzerung, Kabeln und totem Fleisch. Der Dämonenprinz war nahe der zentralen Ruine in den Staub gedrückt worden, umgeben von den Leibern derer, die seinem Angriff gefolgt waren.
Die Eightbound standen noch. Sie atmeten schwer zwischen den Leibern der Tyranidenkrieger, blutüberzogen und ungebrochen, doch um sie herum antwortete nichts mehr aus den Reihen der World Eaters. Kein Rhino setzte sich wieder in Bewegung, keine Helbrute hob sich aus dem Staub, kein Brüllen des Dämonenprinzen trug noch über die Ruine.
Zwischen den Wracks bewegten sich Ganten über die gehaltenen Zugänge. Der Maleceptor stand an der Ruine, beschädigt, aber aufrecht, und der geflügelte Hive Tyrant zog seine Schwingen durch den Staub. An den Rändern des Kraters kroch tyranidisches Gewebe über Metallreste und geborstenen Stein.
Im Staub zwischen Ruine und Wracks blieben die letzten Eightbound zurück, umgeben von einem Schlachtfeld, das sich ihnen entzog.