Hallo zusammen,
die Tage war ich doch in meinem lokalen Spieleladen und war überrascht, dort die 2. Edition von Kings of War auf Deutsch zu sehen. Das es da sowas geben würde, hatte ich echt nicht auf dem Schirm. Da ja Warhammer Fantasy jetzt Geschichte ist, erfreut sich Kings of War doch einer gewissen ansteigenden Beliebtheit. Ich habe das System von Mantic von Anfang an verfolgt und habe mir daher auch das neue Regelbuch zugelegt. Das System will ich daher hier einmal kurz vorstellen.
Kings of War - 2. Edition (deutsch)
Das Buch
Die Aufmachung des deutschen Regelwerks lässt einen erst einmal stutzen, denn das Buch hat kein übliches Format. Es ist kleiner als Din A4 und ungewöhnlich schmal. Allerdings liegt es damit gut in der Hand und macht sich auch auf dem Tisch besser als die üblichen Wälzer. Das Werk ist außerdem auch in zwei Varianten erhältlich. Die Hardcover-Version kostet 35 Euro UVP und hat stolze 216 Seiten. Der Großteil geht allerdings für den mittlerweile weiter ausgearbeiteten Hintergrund der Welt und der Völker von Kings of War drauf. Gleichzeitig gibt es aber auch eine "Spieler Edition" des Buches. Diese liegt im gleichen Format in Softcover vor, kostet weniger als 20 Euro UVP und enthält ausschließlich die Regeln und alle Armeelisten. Für Leute, die der Hintergrund nicht interessiert und die lieber mit leichteren Werken hantieren ist das auf jeden Fall eine günstigere Alternative.
Die Übersetzung erscheint mir insgesamt solide - grobe Fehler in Punkto Rechtschreibung habe ich jedenfalls nicht entdeckt. Angefertigt wurde sie von Christian Schlumpberger, vertrieben wird das deutsche Werk von Mantic selber.
Der Hintergrund
Wie gesagt hat sich der Hintergrund von Kings of War mittlerweile doch entwickelt. Insgesamt ist es ein solides High Fantasy Setting, das beim Weltenentwurf klar auf den Herrn der Ringe und andere etablierte Fantasywelten zurückgreift. Bei Bedarf kann ich gerne einen kurzen Abriss dazu in einem separaten Thread anfertigen. An der Stelle genügt es wohl zu sagen, dass der Fluff die diversen Völker zufriedenstellend in der Welt verankert. Als positive Sache kann man vielleicht noch sagen, dass die Welt an sich zwar grimmig und düster ist, aber auch keine Warhammer-ähnliche Endzeitstimmung herrscht und sich Gut und Böse relativ die Waage halten.
Die Regeln
Wie bereits bekannt sein dürfte, ist das Regelwerk von Kings of War schmal und schnell erlernt, hat aber auch eine große taktische Tiefe. Der wichtigste Unterschied zu Warhammer Fantasy ist wohl, dass Einheiten jeweils als ein Block mit einem Profil betrachtet werden und nicht als Ansammlung von Individuen. Das bedeutet in letzter Konsequenz, dass sich eine Einheit mehr durch ihren pysikalischen Raum auf dem Spieltisch definiert als über ihre tatsächliche Modellanzahl. Natürlich geben die Regeln schon eine gewissen Anzahl an Soldaten vor - so besteht das übliche 20er Regiment eben normalerweise aus 20 Modellen, die auf 20x20 mm Quadratbases stehen und sich in 4 Gliedern zu je 5 Modellen anordnen. Das Regiment ist somit fixe 100x80 mm groß. Aber die Regeln erlauben es durchaus, in diesem Raum auch weniger Modelle unterzubringen, was bei besonders auslandenden Modellen durchaus von Vorteil sein kann. Außerdem lockert es die ansonsten dicht an dicht stehenden Schlachtreihen nicht unerheblich auf. Es ist bei Kings of War definitiv von Vorteil, die Modelle auf Multibases zu platzieren.
Darüber hinaus ist das System eben auf einen schnellen Spielfluss ausgelegt. Es ist klassisches "I go - you go." Nach der Bewegungsphase folgt die Schussphase, in der auch die magischen Attacken abgehandelt werden, die eben kaum mehr sind, als eine besondere Form von Schussattacken. Anschließend folgt der Nahkampf nach dessen Ende der andere Spieler an der Reihe ist. In der Nahkampfphase schlägt übrigens nur die Seite zu, die gerade an Zug ist. Der Gegner muss auf seinen Zug warten.
Wie erwähnt zählen die Einheiten als ein Block, daher nimmt auch die gesamte Einheit in Schuss- und Nahkampfphase Schaden. Modelle zur Anzeige zu Lebenspunktverlusten werden jedenfalls nicht unbedingt entfernt. Nach jeder Schussattacke und nach allen Nahkämpfen gegen eine Einheit muss diese einen Moraltest bestehen. Dieser wird mit 2 W6 plus Schaden gegen den Moralwert abgehandelt, wobei die meisten Einheiten zwei Werte aufweisen. Wird nur der niedrige Wert erreicht, gilt die Einheit als Wankend und kann nächste Runde nicht angreifen, zurückschlagen oder Fernkampfwaffen nutzen. Wird der höhere Wert erreicht, ist die Einheit in die Flucht geschlagen worden und wird komplett vom Feld entfernt. Die Moralwerte sind natürlich so festgelegt, dass ein 20 Mann Regiment nicht gleich beim ersten Schadenspunkt vom Feld flieht. Und die richtig großen Horden aus 40 Soldaten schlucken schon ordentlich Schaden, bevor moraltechnisch überhaupt etwas passiert.
Unterschiede zur 1. Edition
Im Grunde hat sich im Vergleich zur ersten Edition von Kings of War bei den Regeln nur wenig getan. Neu hinzugekommen ist jetzt der Gegenangriff, der es einer im vorherigen Zug angegriffen Einheit ermöglich, sich auf den Angreifer auszurichten, um somit Flanken oder Rückenangriffe aufzuheben. Dies ist aber nur möglich, wenn die Einheit nicht Wankend geworden ist und genug Platz für die vorhanden ist. Auch so mag das nicht immer eine gute Idee sein, natürlich abhängig von der jeweiligen Situation.
Auch gibt es jetzt mehr magische Gegenstände aus denen man wählen kann und die möglicherweise aus einem der zwei Ergänzungsbände zu Kings of War V1.0 stammen könnten, von denen ich aber nur das Basilea Buch aus dem ersten kickstarter besitze.
Die größten Änderungen gibt es ohne Frage beim Armeeaufbau und den Armeelisten. So ist die Art des Armeeaufbaus nun etwas stringenter, aber auch logischer. Früher brauchte man "solide Einheiten", also Einheiten des Typs Regiment oder größer, um pro solider Einheit die Option auf einen Helden oder ein Monster oder eine Kriegsmaschine freizuschalten. Die neuen Regelungen beschränken nun vor allem die kleinen Einheiten des Typs "Trupp", also Regimenter von üblicherweise 10 Infanteristen oder 5 Reitern. Offensichtlich wollte Mantic nicht, dass Spieler ihre Gegner in kleinen, entbehrlichen 10 Mann-Einheiten ertränken. Die neue Regelung sieht nun vor, dass pro Regiment zwei Trupps und ein Held oder eine Kriegsmaschine oder ein Monster aufgestellt werden können. Für jede Horde sind dann sogar 4 Trupps und ein Held und eine Kriegsmaschine und ein Monster möglich. Insgesamt sind das ein paar mehr Einschränkungen aber die üblichen Armeen sollte es wohl nicht betreffen, denke ich.
An den Armeelisten hat sich auch einige getan. So sind die Optionen auf Musiker und Standartenträger komplett entfallen. Allerdings sieht es so aus, als habe Mantic die jeweiligen Boni nun direkt in die Einheitenprofile integriert, wodurch die Einheiten in den Punktekosten auch entsprechend teurer wurden. Ich denke mal, dass das dem Umstand geschuldet war, dass der Großteil der Spieler diese Option ohnehin immer wahrgenommen hat. Es entbindet einen auf jeden Fall von der Pflicht, Einheiten mit Bannern und Musikern zu versehen - auch wenn das optisch natürlich schon besser aussieht.
Mein Fazit
Die zweite Edition von Kings of War liegt nun mit allen Armeelisten und Regeln auf Deutsch vor. Am deutschen Buch kann man nichts aussetzen. Die Übersetzung ist gelungen und der Hintergrundteil liest sich flüssig.
Auch bei den Regeln überzeugt das schlanke und schnelle Spielsystem weiterhin. Und die Armeelisten lassen eigentlich kaum Wünsche offen, wobei erwähnt sei, dass (noch) nicht jede Armee von Warhammer Fantasy ihre Entsprechung findet (Skaven fehlen, ebenso Tiermenschen). Ich bin jedenfalls mit dem Buch zufrieden und es hat mir in Bezug auf Kings of War wieder einen kleinen Push gegeben. Wer nicht gerade nach einer früheren Edition von Warhammer Fantasy spielt hat hier ein schönes, schnelles Spielsystem, dass definitiv für Massenschlachten ausgelegt ist. Und es ist ja auch das letzte verbleibende aktuelle Regelwerk für Fantasy Massenschlachten in 28 mm.
die Tage war ich doch in meinem lokalen Spieleladen und war überrascht, dort die 2. Edition von Kings of War auf Deutsch zu sehen. Das es da sowas geben würde, hatte ich echt nicht auf dem Schirm. Da ja Warhammer Fantasy jetzt Geschichte ist, erfreut sich Kings of War doch einer gewissen ansteigenden Beliebtheit. Ich habe das System von Mantic von Anfang an verfolgt und habe mir daher auch das neue Regelbuch zugelegt. Das System will ich daher hier einmal kurz vorstellen.
Kings of War - 2. Edition (deutsch)
Das Buch
Die Aufmachung des deutschen Regelwerks lässt einen erst einmal stutzen, denn das Buch hat kein übliches Format. Es ist kleiner als Din A4 und ungewöhnlich schmal. Allerdings liegt es damit gut in der Hand und macht sich auch auf dem Tisch besser als die üblichen Wälzer. Das Werk ist außerdem auch in zwei Varianten erhältlich. Die Hardcover-Version kostet 35 Euro UVP und hat stolze 216 Seiten. Der Großteil geht allerdings für den mittlerweile weiter ausgearbeiteten Hintergrund der Welt und der Völker von Kings of War drauf. Gleichzeitig gibt es aber auch eine "Spieler Edition" des Buches. Diese liegt im gleichen Format in Softcover vor, kostet weniger als 20 Euro UVP und enthält ausschließlich die Regeln und alle Armeelisten. Für Leute, die der Hintergrund nicht interessiert und die lieber mit leichteren Werken hantieren ist das auf jeden Fall eine günstigere Alternative.
Die Übersetzung erscheint mir insgesamt solide - grobe Fehler in Punkto Rechtschreibung habe ich jedenfalls nicht entdeckt. Angefertigt wurde sie von Christian Schlumpberger, vertrieben wird das deutsche Werk von Mantic selber.
Der Hintergrund
Wie gesagt hat sich der Hintergrund von Kings of War mittlerweile doch entwickelt. Insgesamt ist es ein solides High Fantasy Setting, das beim Weltenentwurf klar auf den Herrn der Ringe und andere etablierte Fantasywelten zurückgreift. Bei Bedarf kann ich gerne einen kurzen Abriss dazu in einem separaten Thread anfertigen. An der Stelle genügt es wohl zu sagen, dass der Fluff die diversen Völker zufriedenstellend in der Welt verankert. Als positive Sache kann man vielleicht noch sagen, dass die Welt an sich zwar grimmig und düster ist, aber auch keine Warhammer-ähnliche Endzeitstimmung herrscht und sich Gut und Böse relativ die Waage halten.
Die Regeln
Wie bereits bekannt sein dürfte, ist das Regelwerk von Kings of War schmal und schnell erlernt, hat aber auch eine große taktische Tiefe. Der wichtigste Unterschied zu Warhammer Fantasy ist wohl, dass Einheiten jeweils als ein Block mit einem Profil betrachtet werden und nicht als Ansammlung von Individuen. Das bedeutet in letzter Konsequenz, dass sich eine Einheit mehr durch ihren pysikalischen Raum auf dem Spieltisch definiert als über ihre tatsächliche Modellanzahl. Natürlich geben die Regeln schon eine gewissen Anzahl an Soldaten vor - so besteht das übliche 20er Regiment eben normalerweise aus 20 Modellen, die auf 20x20 mm Quadratbases stehen und sich in 4 Gliedern zu je 5 Modellen anordnen. Das Regiment ist somit fixe 100x80 mm groß. Aber die Regeln erlauben es durchaus, in diesem Raum auch weniger Modelle unterzubringen, was bei besonders auslandenden Modellen durchaus von Vorteil sein kann. Außerdem lockert es die ansonsten dicht an dicht stehenden Schlachtreihen nicht unerheblich auf. Es ist bei Kings of War definitiv von Vorteil, die Modelle auf Multibases zu platzieren.
Darüber hinaus ist das System eben auf einen schnellen Spielfluss ausgelegt. Es ist klassisches "I go - you go." Nach der Bewegungsphase folgt die Schussphase, in der auch die magischen Attacken abgehandelt werden, die eben kaum mehr sind, als eine besondere Form von Schussattacken. Anschließend folgt der Nahkampf nach dessen Ende der andere Spieler an der Reihe ist. In der Nahkampfphase schlägt übrigens nur die Seite zu, die gerade an Zug ist. Der Gegner muss auf seinen Zug warten.
Wie erwähnt zählen die Einheiten als ein Block, daher nimmt auch die gesamte Einheit in Schuss- und Nahkampfphase Schaden. Modelle zur Anzeige zu Lebenspunktverlusten werden jedenfalls nicht unbedingt entfernt. Nach jeder Schussattacke und nach allen Nahkämpfen gegen eine Einheit muss diese einen Moraltest bestehen. Dieser wird mit 2 W6 plus Schaden gegen den Moralwert abgehandelt, wobei die meisten Einheiten zwei Werte aufweisen. Wird nur der niedrige Wert erreicht, gilt die Einheit als Wankend und kann nächste Runde nicht angreifen, zurückschlagen oder Fernkampfwaffen nutzen. Wird der höhere Wert erreicht, ist die Einheit in die Flucht geschlagen worden und wird komplett vom Feld entfernt. Die Moralwerte sind natürlich so festgelegt, dass ein 20 Mann Regiment nicht gleich beim ersten Schadenspunkt vom Feld flieht. Und die richtig großen Horden aus 40 Soldaten schlucken schon ordentlich Schaden, bevor moraltechnisch überhaupt etwas passiert.
Unterschiede zur 1. Edition
Im Grunde hat sich im Vergleich zur ersten Edition von Kings of War bei den Regeln nur wenig getan. Neu hinzugekommen ist jetzt der Gegenangriff, der es einer im vorherigen Zug angegriffen Einheit ermöglich, sich auf den Angreifer auszurichten, um somit Flanken oder Rückenangriffe aufzuheben. Dies ist aber nur möglich, wenn die Einheit nicht Wankend geworden ist und genug Platz für die vorhanden ist. Auch so mag das nicht immer eine gute Idee sein, natürlich abhängig von der jeweiligen Situation.
Auch gibt es jetzt mehr magische Gegenstände aus denen man wählen kann und die möglicherweise aus einem der zwei Ergänzungsbände zu Kings of War V1.0 stammen könnten, von denen ich aber nur das Basilea Buch aus dem ersten kickstarter besitze.
Die größten Änderungen gibt es ohne Frage beim Armeeaufbau und den Armeelisten. So ist die Art des Armeeaufbaus nun etwas stringenter, aber auch logischer. Früher brauchte man "solide Einheiten", also Einheiten des Typs Regiment oder größer, um pro solider Einheit die Option auf einen Helden oder ein Monster oder eine Kriegsmaschine freizuschalten. Die neuen Regelungen beschränken nun vor allem die kleinen Einheiten des Typs "Trupp", also Regimenter von üblicherweise 10 Infanteristen oder 5 Reitern. Offensichtlich wollte Mantic nicht, dass Spieler ihre Gegner in kleinen, entbehrlichen 10 Mann-Einheiten ertränken. Die neue Regelung sieht nun vor, dass pro Regiment zwei Trupps und ein Held oder eine Kriegsmaschine oder ein Monster aufgestellt werden können. Für jede Horde sind dann sogar 4 Trupps und ein Held und eine Kriegsmaschine und ein Monster möglich. Insgesamt sind das ein paar mehr Einschränkungen aber die üblichen Armeen sollte es wohl nicht betreffen, denke ich.
An den Armeelisten hat sich auch einige getan. So sind die Optionen auf Musiker und Standartenträger komplett entfallen. Allerdings sieht es so aus, als habe Mantic die jeweiligen Boni nun direkt in die Einheitenprofile integriert, wodurch die Einheiten in den Punktekosten auch entsprechend teurer wurden. Ich denke mal, dass das dem Umstand geschuldet war, dass der Großteil der Spieler diese Option ohnehin immer wahrgenommen hat. Es entbindet einen auf jeden Fall von der Pflicht, Einheiten mit Bannern und Musikern zu versehen - auch wenn das optisch natürlich schon besser aussieht.
Mein Fazit
Die zweite Edition von Kings of War liegt nun mit allen Armeelisten und Regeln auf Deutsch vor. Am deutschen Buch kann man nichts aussetzen. Die Übersetzung ist gelungen und der Hintergrundteil liest sich flüssig.
Auch bei den Regeln überzeugt das schlanke und schnelle Spielsystem weiterhin. Und die Armeelisten lassen eigentlich kaum Wünsche offen, wobei erwähnt sei, dass (noch) nicht jede Armee von Warhammer Fantasy ihre Entsprechung findet (Skaven fehlen, ebenso Tiermenschen). Ich bin jedenfalls mit dem Buch zufrieden und es hat mir in Bezug auf Kings of War wieder einen kleinen Push gegeben. Wer nicht gerade nach einer früheren Edition von Warhammer Fantasy spielt hat hier ein schönes, schnelles Spielsystem, dass definitiv für Massenschlachten ausgelegt ist. Und es ist ja auch das letzte verbleibende aktuelle Regelwerk für Fantasy Massenschlachten in 28 mm.