Necromunda Unterschiede: Alten Regeln (1995) gegen aktuelle Regeln (2021)

Themen über das Nebensystem "Necromunda" von Warhammer 40.000
Hallo Zusammen.

ich hab einige Jahre kein Tabletop mehr gespielt und freue mich jetzt sehr das GW mein Lieblingspiel Necromunda wieder aufgelegt hat.
Ich will jetzt damit wieder anfangen, habe auch noch einige alten Modelle im Keller rumliegen.

Nun zu meiner Frage: Kann mir jemand die größten Unterschiede zwischen den alten Regeln von 1995 und aktuellen Regeln erklären?
Oder vielleicht hat jemande einen Link?

Welche Regeln findet ihr den besser?

Cheers
 

s-lost

Blisterschnorrer
Der größte Unterschied ist wohl die alternierende Aktivierung der Modelle. Es wird also nicht mehr in jedem Spielzug erst die eine und dann die Gang komplett abgehandelt. Außerdem können Modelle nach einem Gefecht zwar neue Waffen kaufen, aber die alte Hauptwaffe bleibt. Also während einer Kampagne Modelle umzubauen ist nicht mehr nötig. Gibt jedoch auch noch viele andere Dinge, die ich als ausschließlicher Sammler nicht im Detail kenne.
 

Covenant

Aushilfspinsler
Der größte Unterschied ist, dass die unterschiedlichen Gangs nun alle eigene Stars haben, nicht den Einheitsbrei eines Imperialen Soldaten. Jede Gang hat eigene Möglichkeiten der Ausrüstung, eigene Skills, eigene Territorien usw. Du kannst dich vollkommen austoben. Das kann man simpel halten, indem man sich das Gangbuch besorgt (Gangs of the Underhive) oder für jede gespielte Gang das separate Buch besorgt (Cawdor ist für Q2 angekündigt, Delaque folgt in Q3).

Du steigst nun seltener auf, bekommst dafür aber auch seltener Tote aufgetischt.

Während des Spiels selbst ziehst du nicht mehr all deine Figuren gleichzeitig, sondern wechselst dich mit deinem Mitspieler ab. Ich bewege eine Figur, du bewegst eine Figur. Das macht das Spiel dynamischer.

Insgesamt ist das Spiel allerdings sehr aufgebläht. Man hat es nicht geschafft, die Regeln in 1-2 Büchern zu komprimieren. Stattdessen kommen regelmäßig Updates (mittlerweile nur noch auf Englisch), die teils schnell vergriffen sind. Taktikkarten, die das Spiel erweitern können, sind unausgeglichen stark und wurden nicht in ausreichender Stückzahl produziert, sodass selbst aggressiv vorgehende Sammler schnell frustriert aufgeben mussten, tatsächlich alles zu besitzen (ich z.B.^^).

Insgesamt widersprechen sich auch viele Regelpassagen. Es wurden z.B. Erratas in neue Bücher eingebaut, ohne die alten Bücher via PDF anzupassen. Es gibt keinen Glossar o.Ä., die Ordnung in den Büchern ist eine einzige Katastrophe. Söldner sind bunt auf den Seiten versteckt. Keine Chance, wenn du einen bestimmten suchst.

Klingt alles kacke, aber ich persönlich liebe dieses Spiel! :D


Mein Tipp:
Wenn du noch die alten Regeln hast, besorge dir einfach ein paar neue Modelle und hab mit denen Spaß. Das hat Spieler weltweit in den vergangenen 25 Jahren gut unterhalten.

Wenn du eine kleine Summe dafür ausgeben möchtest, um das alternierende Zugsystem zu spielen, reicht dir auch das große Regelbuch und Gangs of the Underhive. Zum Wiedereinstieg sicher nicht verkehrt.
Alternativ besorgst du dir eine der Grundboxen. Zwei Gangs und die Regeln in Kurzform mit ein wenig Gelände. Die Starterbox ist mittlerweile regeltechnisch aber veraltet. Nur zur Info. :)
 

Lexstealer

Eingeweihter
Außerdem können Modelle nach einem Gefecht zwar neue Waffen kaufen, aber die alte Hauptwaffe bleibt. Also während einer Kampagne Modelle umzubauen ist nicht mehr nötig.

Umbauen (oder ein neues Modell) ist schon noch nötig um Wechsel von Waffen oder Ausrüstung darzustellen, so ist das nicht. Ganger können einmal verliehene Waffen nicht mehr abgeben, allerdings gilt das nicht für sonstige Ausrüstung. Und Gangbosse und Champions können Waffen hamstern und zu jedem Spiel mit einer anderen Kombination antreten.

Zur Frage von @Kultist der Roten Erlösun :

Wie @Covenant schon erwähnt hat, ist das neue Necromunda mit allen möglichen Optionen bestückt, die man sich in den vielen Büchern zusammensuchen kann. Kann ist aber nicht muss. Man kann nach Belieben Sachen hinzufügen oder weglassen - man muss sich nur darauf einigen oder einen Arbitrator bestimmen, der das Ganze im Sinne der Spieler und des Spiels managed.
 
Wenn du noch die alten Regeln hast, besorge dir einfach ein paar neue Modelle und hab mit denen Spaß. Das hat Spieler weltweit in den vergangenen 25 Jahren gut unterhalten.
Ich hab noch das alte Grundregelnwerk + Outlaws als Bücher und als pdfs. Gerade die pdfs findet man auch noch im Netz.
Wollte mich nur vorher mal informieren bevor ich mir das neuste Regelwerk und das Gangbuch kaufe.

Gibt es bei den neuer Regeln, keine Verbesserungen außer die alternierend Aktivierung der Ganger. Das kann ich auch mit den alten Regeln spielen.
Für was brauche ich dann die 10 Bücher? Und wer weiß wieviel da noch kommen.

Nach welchen Regeln spielt ihr den so?
Benutzt ihr die Gangkarten? Bzw. die alternative die Karten als Tabelle?
 

Lexstealer

Eingeweihter
Gibt es bei den neuer Regeln, keine Verbesserungen außer die alternierend Aktivierung der Ganger. Das kann ich auch mit den alten Regeln spielen.

Die Regeln sind schon recht unterschiedlich. Zudem ist das Charakterprofil völlig verschieden und enthält zusätzlich zum Moralwert noch drei weitere Eigenschaften (die stammen aus alten Warhammerzeiten, das letzte mal bei Rogue Trader). Die Häuser sind nun auch in ihren Profilwerten gut unterscheidbar, Newcromunda ist schon eine Art Revolution.

Was den Fluff angeht, ist es eine Mischung aus Confrontation (Necromunda-Vorgänger, Anfang der 90er), dem alten Necromunda und neuen Ideen. Meiner Meinung nach eine sehr gute Sache - man hat sich wirklich Mühe gemacht.

Probier es einfach mal aus und lies ein paar Sachen. Es lohnt sich meiner Meinung nach.

Bezüglich des alten Necromunda: das war schon nett, aber was mich immer gestört hat war dieses dämliche Nahkampfsystem der 2. 40k-Edition.
 

Dark Eldar

Hassassin Fiday
Moderator
Gibt es bei den neuer Regeln, keine Verbesserungen außer die alternierend Aktivierung der Ganger. Das kann ich auch mit den alten Regeln spielen.
Für was brauche ich dann die 10 Bücher? Und wer weiß wieviel da noch kommen.
Es werde noch deutlich mehr Bücher kommen, teilweise zu andere Makropolen, zu verschiedenen Gebieten auf Necromunda (z.B. Aschewüste, Sump Seas, Polar Scrap Spoils) und es wurde auch schon angekündigt das es Material zu Raumstationen geben soll, genauer gesagt das "Eye of Selene" inklusive Kämpfen in 0g Schwerkraft. Diese Bücher sind keine Pflicht, es sind optionale Erweiterung ob du oder deine Gruppe die benutzt, ist wie Lexstealer schon sagte eure Sache.

Was man zum spielen braucht ist eines der Grundregelwerke, es geht auch das aus der Dark Uprising Box + Gangs of the Underhive ( das benötigt man wenn man z.B. für die 6 Hausgangs die jeweiligen Hausbücher benutzen möchte, da in diesen Buch der Handelsposten enthalten ist). Die Regeln findet man aber auch etwas umformuliert als komplett Download bei Yaktribe, ebenso wie alle bisher erschienenen Taktikkarten, wer die alle als Originale Kaufen will macht sich nur das Leben schwer, als Späteinsteiger ist das ohne extremen Geldaufwand eigentlich auch nicht möglich alle zusammen zu bekommen.

Als Kurzüberblick über die Bücher, ausgenommen die bisher erschienen Hausbücher:
Grundregelwerk: Dominon Kampagne, reine Vanilla Kampagne

Book of Peril: bringt Venatoren Banden ins Spiel (mit denen sich gut solche Sachen wie Inquisitor Gefolge/Trupp, Rouge Trader oder Renegade Ad Mech darstellen lassen) zusätzlich gibt es die Einleitung für Allianzen und Regeln für Badzones + verschiedene Scenarios.

The Book of Judgement: bringt Regeln für Palanite Enforcers ins Spiel, sowie Kriminelle Allianzen, einen Schwarzmarkt Handelposten, sowie die Kampagne "Law and Misrule" + verschiedene Scenarios. Schwerpunkt sind hier die Exekutive des Imperiums und Verbrecher.

The Book of Ruin: Regeln für Corps Grinder, Genestealer Cults und Chaos Cults, und Regeln um eine normale Gang (Goliath, Esher, Orlock usw.) in eine Cult Gang umzuformen + verschiedene Scenarios. Schwerpunkt sind also Gangs die das Imperium von innen korrumpieren.

Dark Uprising: Grundregeln wie im Regelbuch, Regeln um Corps Grinder und Enforcer spielen zu können (sprich Spiel rein aus der Box heraus), sowie die Kampagne "The Uprising".

Nach welchen Regeln spielt ihr den so?
Nach den aktuellen Regeln als Grundlage oft die Vanilla Kampagne + einer menge Hausregeln/Mods.
Als nächstes möchte ich die Hausregeln von Goonhammer mit ihrer Lost Zone probieren. Das sollte sich mehr nach nach Überlebenskampf an und weniger nach extrem Hochbewaffneten Privatmilizen anfühlen, so wie die Regeln für die Kampagne zusammengestellt sind.
 

Dark Eldar

Hassassin Fiday
Moderator
Ich empfehle für den Anfang einfach ein paar Spiele zu machen, mit etwa 1500 Credits pro Bande ohne Kampagne um in die Regeln rein zu kommen. So bekommt man auch schnell ein Gefühl was man für die Kampagne in etwa an Startmodellen haben möchte. Danach würde ich empfehlen einfach eine Vanilla Kampagne zu spielen, ohne großartig Zusatzregeln aus den ganzen Büchern wie Book of Peril und co. mit zu verwenden.

Damit hat man am Ende eine gute Übersicht was das System kann, wo die Vorteile und Macken liegen und man kann sich auf Zusatzregeln, Mods und Hausregeln stürzen, soweit man darauf Lust und Laune hat.

Ein Blick auf Yaktribe lohnt sich auf jeden Fall. Gibt dort auch nette Funktionen wie die Verwaltung einer Gang während einer Kampagne.
Und hier noch der Link zu den angesprochenen Hausregeln auf Goonhammer, Lost Zone Hausregeln.
 
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