Bei Copyrights muss man echt aufpassen. Designschutz ... also quasi das Aussehen ist auf max 25 Jahre beschränkt.
Markennamen dagegen lassen sich bis auf Ausnahmen unbeschränkt schützen.
So ist es. Und in Sachen Lego habe ich damals gelernt, dass es nicht nur Wortmarken gibt, sondern auch 3D-Marken. Wohl auch Formmarken genannt. Diese sind für ein paar Euros im Jahr zu schützen und zielen auf die dreidimensionale Form und Wiedererkennbarkeit ab. 3D-Marken sind dabei nochmal etwas anders als Designs.
Gerichte haben es anderen Anbietern verboten, Klone von Lego-Minifiguren anzubieten. In dem Urteil, sofern ich mich richtig erinnere, haben sie auch genau begründet, warum. Sie sind dabei besonders auf die Funktion des Gegenstands eingegangen. Sofern das Aussehen aus der Funktion entspringt, könne keine 3D-Marke greifen. Angeführt hat man da zum Beispiel die Noppe auf dem Kopf der Minifigur. Bei unserem Hobby wäre das wahrscheinlich so etwas wie eine Base, auf der das Modell steht. Da gibt die Funktion die Form relativ klar vor. Deswegen dürfen andere Klemmbaustein-Anbieter sehr wohl Minifiguren mit einer Noppe auf dem Kopf anbieten. Was jedoch als geschützt angesehen wurde, waren der hülsenförmige Kopf und die gebeugten Arme. Wahrscheinlich noch andere Dinge, an die ich mich jetzt nicht erinnere. Also Dinge, die nicht zu 100% auf ihre Funktion zurückzuführen sind. Natürlich ist das für einen Laien schwierig abzuwägen, aber dafür gibt es ja Gerichte. Ich würde einmal vermuten, dass die charakteristische Form der Rüstung eines Space Marines, Terminators, Rhinos oder Repulsors da eventuell schützenswert wären, aber keine Ahnung. Vielleicht auch die Darstellung eines Bolters und anderer Dinge.
Langer Text, aber warum schrieb ich das? Ich würde meinen, dass das Marken- und Patentrecht eine extrem komplizierte Angelegenheit ist. Es gibt Patente, Designs (ich glaube, damals nannte man es auch Geschmacksmuster) und Marken. Bei den Marken gibt es wiederum 3D-Marken, Wortmarken und bestimmt noch unzählige weitere Marken. Marken bestehen auch über 20-25 Jahre hinweg, solange man sie eingetragen lässt und bezahlt. Als Laien können wir bestimmte Sachen im Internet zwar recherchieren, aber sind wir am Ende doch meist nicht qualifiziert genug, das richtig einschätzen zu können. Die Begriffe Patent, Design und Marke werden auch in diesem Thread teils vermengt. Ich weiß ja auch nicht, was der wirkliche Unterschied zwischen einer 3D-Marke und einem Design ist. Was die Sache selbst betrifft, werden verschiedene Anwälte und Gerichte zum gleichen Thema wahrscheinlich auch unterschiedlich denken. Mal abwarten, wie es ausgeht.
Und wie hier ja auch bereits von anderen geschrieben wurde, wer weiß hier komplett, worum es in der Klageschrift wirklich geht. Für mich liegt der Kern zwar darin, dass die Wiedererkennbarkeit der Proxies zu einem Marktvorteil führt, der aus Sicht von Games Workshop unlauter ist. Wonach Dinge wie 3D-Marken (siehe Lego) usw. greifen würden, aber vielleicht führen die Anwälte von Games Workshop auch andere Dinge an.
Ist vielleicht auch alles gar nicht so wichtig. Ich finde es eher interessant, dass man mit der Empörung gegenüber Games Workshop so viel Geld generieren kann. Empörung war die einzige Message, die ich in dem GoFundMe-Video des Abieters vernommen habe. Er benutzte zum Beispiel gegenüber GW den Begriff Bullying. Überrascht mich auch nicht, da man so Leute hinter sich versammeln kann. Und um ein letztes Mal die Klemmbausteine anzuführen, so ist es bei Lego ja auch. Die Wut auf Lego hat dort eine ganze Parallel-Community geschaffen. Überraschen tut mich das alles zwar nicht, aber finde ich es interessant wahrzunehmen.
Und versteht mich nicht falsch. Jeder, der meint, den Beklagten in der Sache unterstützen zu wollen, soll das natürlich machen. Ich würde es halt nicht machen, da mir da zu viel mit Emotionen gearbeitet wird und zu wenig auf die eigentlichen Vorwürfe eingegangen wird. Und wenn darauf eingegangen wird, dann mit maximal für die eigene Seite zuträglichen Bildern, wo bestimmt jeder von uns sagen würde, GW übertreibt es wieder einmal. Auch wenn ich mir weiterhin Vielfalt in unserem Hobby wünsche, mag ich mich aber auch nicht für die Sache eines anderen vereinnahmen lassen. Und ich unterstelle jetzt einmal frech, dass es dem Beklagten wahrscheinlich in erster Linie um sein Geschäft und vielleicht auch um die Jobs seiner Mitarbeiter geht, und nicht um die Freiheit des Miniaturdesigns in der Welt im Allgemeinen. Vielleicht täuscht mich meine Lebenserfahrung hier aber auch. 😉
Edit: Bei der Form der besagten Cola-Flasche ging es zum Beispiel um eine 3D-Marke, nicht um das Design. Wie gesagt, auch 3D-Marken sind zeitunabhängig. Was und was nicht geht bezüglich der heutigen Cola-Flaschen, das weiß ich aber auch nicht, haha.