WHFB My Old World: Außerhalb des Imperiums

Bin bisschen sprachlos ... du baust das alles OHNE irgendeine Anleitung, korrekt?

Ja. Ich mag nur sehr ungerne irgendetwas nach Anleitung machen; mich nerven auch schon die Anleitungen beim Zusammenbau von GW-Figuren. (Früher ging das mal rein intuitiv, als es einfach Körper, Arme und Köpfe gab... heutzutage muss ja jedes Bein noch aus 5 Einzelteilen bestehen 😁 ).

Ich baue aber auch seit 20 Jahren Gelände und hab daher einen ziemlich umfangreichen Frundus von erprobten Techniken, auf die ich zurückgreifen kann. D.h., ich fange nie bei Null an, sondern muss mir allenfalls Gedanken über Neues machen, das ich bisher noch nie hatte, so wie hier z.B. die besonderen Geländer oder die Pagodendächer. Dann macht es mir aber auch umso mehr Spass, neue Methoden zu entwickeln.

Natürlich gibt es Vorbilder. Da bediene ich mich in aller Regel an dem, was das Internet an Fotos oder Artworks hergibt. Das ist oft sogar besonders reizvoll, so ein zweidimensionales Vorbild dann in einen dreidimensionalen Bau zu übersetzen.
 
Würde sagen Du bist einfach ein kluger bastelfreudiger Mensch der es sich selbst bewahrt hat den eigenen Kopf zu gebrauchen
🙂
Ja. Ich mag nur sehr ungerne irgendetwas nach Anleitung machen; mich nerven auch schon die Anleitungen beim Zusammenbau von GW-Figuren.

„Jenes Selbstbewußtsein dringt sich nicht auf, und kommt nicht von
selbst; man muß wirklich frei handeln, und dann vom Objekt abstrahieren, und
lediglich auf sich selbst merken. Niemand kann genötigt werden, dieses zu tun,
und wenn er es auch vorgibt, kann man immer nicht wissen, ob er richtig und, wie
gefordert werde, dabei verfahre. Mit einem Worte, dieses Bewußtsein kann keinem
nachgewiesen werden; jeder muß es durch Freiheit in sich selbst hervorbringen."
Fichte, a. a. O . Bd. 1, 429

Denke das Selbstbewusstsein, das sich über Anleitungen (Bauanleitungen,im Sinne von nur so soll es richtig sein) als Bewusssein wie das Selbst mit dem Objekt zu verfahren habe ist gewissermaßen die Antithese zur Freiheit.

Von daher mal mein Kompliment an Dich, schön das Du Dir diese Freiheit zum Ausdruck des Selbst in der Gestaltung Deiner Projekte bewahrt hast!

Die Line kann man mit Fichte, Schelling, Hegel und auch Marx verfolgen, Entwicklung des Selbst durch die Freiheit eigenes zu schaffen und über diese Arbeit zu sich selbst bewusst werden.

Daher freue ich mich mal auf die nächsten zwanig Jahre Modellbau bei Dir!
 
„Jenes Selbstbewußtsein dringt sich nicht auf, und kommt nicht von
selbst; man muß wirklich frei handeln, und dann vom Objekt abstrahieren, und
lediglich auf sich selbst merken. Niemand kann genötigt werden, dieses zu tun,
und wenn er es auch vorgibt, kann man immer nicht wissen, ob er richtig und, wie
gefordert werde, dabei verfahre. Mit einem Worte, dieses Bewußtsein kann keinem
nachgewiesen werden; jeder muß es durch Freiheit in sich selbst hervorbringen."
Fichte, a. a. O . Bd. 1, 429

Die Line kann man mit Fichte, Schelling, Hegel und auch Marx verfolgen, Entwicklung des Selbst durch die Freiheit eigenes zu schaffen und über diese Arbeit zu sich selbst bewusst werden.

Lieber Vespeisian,
Uiui, das triggert jetzt aber den Philosophen. 😀 Bitte nicht falsch verstehen, ich fand den Post sehr süß, zumal er als Kompliment gemeint war. Aber dazu muss ich jetzt wirklich etwas sagen, auch wenn's komplett Off-Topic ist.

Ich bin kein Fan des klassischen idealismus, auch wenn ich natürlich seine historische Bedeutung anerkenne. Mein Problem mit dieser Denkrichtung ist, schon bei Kant und erst recht bei Fichte, dass sie die ganze Welt aus dem Ich-Bewusstsein heraus zu konstruieren versucht. Demgegenüber bin ich knallharter Materialist und glaube, dass das Bewusstsein lediglich ein Organ ist und - wie andere Organe auch - der Bewältigung von Problemen in der Außenwelt, also letztlich dem Überleben dient. Das heißt: Wo die Idealisten das Ich als etwas Primäres und Unableitbares voraussetzen, ist es für mich etwas Abgeleitetes, Sekundäres; ein "Derivat" der Evolution. Es würde kein Bewusstsein entstehen, wenn nicht immer schon eine objektiv existierende Außenwelt da wäre, die den Bedürfnissen der Lebewesen Widerstände entgegensetzt und sie zur Entwicklung von Bewältigungsstrategien nötigt, wobei das Bewusstsein lediglich eine von vielen solcher Strategien ist. Insofern wäre ich näher bei Marx in dem Sinne, dass das Sein das Bewusstsein schafft.

Speziell mit dem Begriff der Freiheit bei Kant und Fichte habe ich erhebliche Probleme. Beide setzen die Freiheit letztlich als Postulat und als etwas Primäres, nicht weiter Erklärungsbedürftiges voraus. Bei Kant ist Freiheit "die Unabhängigkeit der Willkür von der Nötigung durch Antriebe der Sinnlichkeit" (KdrV AA 534), aber er gibt selbst an anderer Stelle zu, dass gar keine empirische Sicherheit über die Existenz einer solchen Freiheit besteht. Sie existiert nur in der "intelligiblen" Welt, und das heißt im Grunde: Nicht in der erfahrbaren Wirklichkeit. Fichte wiederum identifiziert zwar die Freiheit mit der Tat, was sehr modern ist und bis zu Sartre vorausweist, aber auch er hält einen empirischen Nachweis für unnötig. Da liegt für mich die Schwierigkeit, denn ich würde empirisch zunächst einmal immer von der Unfreiheit ausgehen (ähnlich wie Hegel, der Freiheit als "erkannte Notwendigkeit" beschreibt; Werke Bd 8, 348). Zunächst einmal ist niemand wirklich frei. Vollkommene Freiheit wäre ein Willensakt ohne Motiv, also das Gleiche wie eine Wirkung ohne Ursache (womit ich Schopenhauer recht gebe). Tatsächlich aber formt sich der Wille aus einem komplexen Motivgeflecht, in dem sich innere (Genetik, Struktur des Nervensystems, Lebenserfahrung, Psychologie) und äußere (natürliche und gesellschaftliche) Bedingungen zu einem undurchschaubaren Konglomerat verdichten, das dem Bewusstsein gar nicht zugänglich ist. Einen wirklich "freien" (im Sinne von: unbedingten) Willen kann es daher meines Erachtens nicht geben. Vielmehr würde ich an dieser Stelle den Ausspruch Pascals gelten lassen, dass es "Gründe des Herzens [gibt], die der Verstand nicht kennt", oder vielleicht noch besser von Thomas Mann: "Unsere Wünsche und Unternehmungen gehen aus gewissen Bedürfnissen unserer Nerven hervor, die mit Worten schwer zu beschreiben sind".

Das kann ich ohne weiteres auch auf mein Gebastel anwenden. Auch das mache ich letztlich nicht aus "Freiheit". Es ist eine Form der Selbst-Therapie, mit der ich meinen schwachen Dopamin-Spiegel pushe - was ich daran erkennen kann, dass ich jedes Mal nach dem Abschluss eines größeren Geländestücks in eine depressive Phase abrutsche. Dennoch kann ich dir in einem abstrakteren Sinn recht geben, insofern Kunst in gewissem Sinn immer ein Ort der "Freiheit" ist. Warum? Weil in ihr andere Gesetze gelten als in Natur und Gesellschaft (also der "zweiten" Natur im Sinne Hegels). Der Sinn künstlerischen Schaffens besteht darin, etwas herzustellen, das weder den Zwängen des Überlebens (=Natur) noch denen des Marktes (=Gesellschaft) gehorcht, sondern seinen Sinn in sich selbst hat. Das ist die künstlerische Freiheit. Dennoch ist die Tätigkeit als solche niemals frei, denn der Wunsch nach künstlerischer Betätigung - meines Erachtens zu unrecht als "Eskapismus" gescholten - speist sich letztlich aus dem Leiden an den Zwängen, die uns von Natur und Gesellschaft auferlegt werden. Keine Gegenwelt wäre nötig, wenn in der realen Welt sich wirklich leben ließe - und wenn das jetzt nach Adorno klingt, dann ist das kein Zufall.😉

Lieben Dank für deinen großartigen Post. 😀

@Moderation: Wenn ihr das löschen wollt, weil es klar Offtopic ist, respektiere ich das natürlich.
 
So, ich hab noch ein wenig gebürstet, um die Farben abzuschwächen. Was das Gelb betrifft, bin ich allerdings - glaube ich - diesmal ein wenig "beratungsresistent".😁 Ich wollte es nicht ganz aufgeben.

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Immerhin passt das Gebäude jetzt stilistisch besser zu dem "Hochstand" des Kommandanten.

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@Moderation: Wenn ihr das löschen wollt, weil es klar Offtopic ist, respektiere ich das natürlich.
Das wäre mir zu kompliziert ... 😉 😁
... außerdem ... Dein Thread, Deine Beiträge ... 🤷‍♂️
... außerdem kann dieses Forum durchaus etwas geistige Tiefe gebrauchen ... 😁
 
Das wäre mir zu kompliziert ... 😉 😁
... außerdem ... Dein Thread, Deine Beiträge ... 🤷‍♂️
... außerdem kann dieses Forum durchaus etwas geistige Tiefe gebrauchen ... 😁
Was willst du denn damit andeuten....🫪

@Darius4118
Das sieht so wundervoll aus. Da bekommt man direkt Lust, einen Haufen Chaosbarbaras dagegen zu werfen 😍