Hallo zusammen
Hier kommt der Hintergrund meiner Armee der Flesh Eater Courts.
Darf ich um eure Meinung bitten?
Danke euch
Gruss
Hier kommt der Hintergrund meiner Armee der Flesh Eater Courts.
Darf ich um eure Meinung bitten?
Schwarz und dräunend ragte die Kathedrale empor, deren Spitzen, abgestorbenen Fingern gleich, anklagend gen Nachthimmel wiesen. Ein gewaltiger Schädel grinste ihn aus dem mittleren, mittlerweile stumpf gewordenen Buntglasfenster an. Es lag Regen in der Luft. Wolken hatten sich vor den Mond geschoben und fröstelnd zog Frank Steinhauer den Umhang enger um seinen ausgemergelten Körper. Er versuchte das Gefühl der aufkeimenden Angst zu bekämpfen, doch es gelang ihm nicht. Wie auch? So vieles war passiert! Vor wenigen Wochen noch hatten er und seine Frau glücklich in der wunderschönen Stadt Kirmberg am Fusse des Schattenbergs in einem weiss-braunen Fachwerkshaus an der Hauptstrasse gewohnt, hatten jeden Tag zu Essen auf dem Tisch gehabt und gut von seinem Verdienst als Soldat im Heer des Hochfürsten Adrian zu Kirmberg leben können. Im Sommer hatten sie geheiratet und seine Frau war schwanger mit seinem Kinde gewesen. Alles war gut. Doch dann war das Chaos gekommen und mit ihm der Krieg. Kirmberg hatte gebrannt. Zuerst die Aussenbezirke, dann die Stadt und schliesslich die Burg. Mutierte Monster waren durch die Strassen gezogen, gefolgt von den Kriegern in schwarzer Rüstung und mit den in den Augen schmerzenden Insignien des Blutfürsten des Krieges. Frank hatte gekämpft. Sie alle hatten gekämpft, hatten versucht, standzuhalten, aber es war aussichtslos gewesen. Der Kriegsherr des Chaos hatte die Wachen zu Dutzenden mit seiner Axt enthauptet und als der Hochfürst auf seinem Kriegsgreifen vom Himmel herniederstiess, ihn zu stellen, da rissen Klauen von der Grösse eines Hauses Fürst und Greif in Stücke. Dann war der Drache auf dem Haupthaus der Burg gelandet und hatte dort wie eine finstere Parodie einer Vogelmutter auf seinem Nest gesessen. Frank war geflohen, wollte seine Frau holen und verschwinden, doch als er zu Hause ankam, sah er wie ein Oger soeben Fleischstücke aus dem Brustkorb seiner toten Frau riss und sie mit einem widerlichen Schmatzen verschlang. Frank war ohnmächtig geworden ob dieses Anblicks und wahrscheinlich hatte ihm das das Leben gerettet, da sie ihn für tot gehalten und liegen gelassen hatten. Aber ob er dafür dankbar sein sollte, das wusste er nicht. Als er erwacht war, war die Luft voller Rauch und Asche. Die Sonne war nicht mehr zu sehen und die Toten lagen in den Strassen. Der Gestank war unaussprechlich gewesen und als er den Kopf gedreht hatte, da hatte er in die gebrochenen Augen seiner toten Frau gesehen, deren Kopf als einziges nicht abgenagt worden war.
Frank war gerannt. Kopflos, hilflos, mit vor Tränen der Wut und der Verzweiflung blinden Augen bis er nicht mehr konnte und niedersank. Dann war er einfach eingeschlafen. Als er wieder erwacht war, fand er sich im Wald wieder. Doch den Geruch des Todes und der brennenden Stadt konnte er noch immer wahrnehmen. Dann war er losgewandert. Er hatte sich zur Hauptstadt des Königreichs Schattental, Hermgard, durchschlagen wollen, aber schon von fern sah er die schwarzen Rauchsäulen, die von der Stadt aufstiegen. Als er dann dort ankam, erwartete ihn nur Tod, Zerstörung und Hunger. Viele der Toten waren an- oder auch abgenagt worden - und nicht alle trugen die Bissspuren mutierter Chaosbestien… Er hatte sich auf die Suche nach etwas zu Essen gemacht, aber nichts gefunden. Nur Leichen. Unzählige Tote und Verwesung.
Frank verliess Hermgard wieder und wanderte für Tage, in denen er sich von nichts ausser ein paar Beeren und Wasser ernährte, durch die Wälder, die Schattental seinen Namen gegeben hatten. Er fand einen alten Gutshof und schleppte sich mit letzter Kraft zur Tür. Er hatte geklopft, dann dagegen gehämmert, als sich nichts tat. Schliesslich brach er vor der Tür zusammen, wurde aber von harten Stiefeltritten wieder geweckt. Er wusste nicht, wie lange er ohnmächtig gewesen war. Als er die Augen schliesslich aufschlug, starrte er in die angsterfüllten Augen des Gutshof-Besitzers und seines Sohnes. Gerade als Frank zum Sprechen ansetzte, sagte der jüngere der beiden Männer dieses eine, schreckliche Wort: „Ghoul?“. Frank war sich zuerst nicht sicher, wer damit gemeint sein sollte, doch dann sagte der ältere der beiden: „Vielleicht, Joseph!“ An Frank gewandt sagte er mit harter Stimme: „Wer oder was auch immer Ihr seid, verlasst sofort unseren Hof. Ihr habt hier nichts zu suchen!“ Frank wollte gerade anfangen zu sprechen, als der Jüngere bereits seine Mistforke knapp neben ihm in den Boden rammte: „Verschwinde hat Vater gesagt!“ brüllte er Frank an und dieser erhob sich schwankend und floh erneut in die Wälder, verfolgt von den Flüchen und Beschimpfungen des eigenen Volkes. Erneut irrte er im schattigen Halblicht der uralten Eichen umher, ass rohen Fisch, den er mit den Händen fing und wartete auf den Tod. Als er dann auf eine Waldlichtung, die auf einem Hügel lag, trat und vor Hunger kaum mehr aufrecht stehen konnte, da sah er sie. Die Kathedrale! Mitten in den Wäldern Schattentals! Er hatte noch nie von ihr gehört und auch ihre Form war seltsam. Sie war verdreht, nicht geometrisch, sondern irgendwie schief und – falsch. Aber sie versprach vielleicht seine Rettung. Und so war er mit starrem Blick zwischen den Bäumen auf sie zugelaufen. Er bemerkte nicht, dass die Bäume, als er näher kam, immer kleiner und verkrüppelt wurden, all ihre Blätter abgeworfen hatten und immer heller, ja weiss zu sein schienen. Ganz so, als ob sie hätten sterben wollen. Rote Blätter bedeckten den Boden wie frisches Blut. Ausgetrocknete Bäche, in denen noch nicht einmal Moos wuchs, bemerkte er genauso wenig, wie die Stille des Todes, die auf diesem Ort lag. Dann wichen die Bäume zurück und der Friedhof begann. Frank bemerkte selbst in seinem Zustand erstaunt wie unglaublich gross er war. Die Kathedrale war noch eine Meile entfernt und zwischen ihm und ihr lagen tausende von verfallenen und zerbrochenen Grabsteinen. Viele der Gräber waren aufgebrochen worden. Der Geruch des Todes lag über allem, den auch der eiskalte Wind nicht vertreiben konnte der über diesem Ort wehte. Nebelschwaden zogen dahin und von der Sonne war keine Spur mehr zu sehen. Graue, schwere Wolken hingen tief am sich verdunkelnden Himmel. In seinem Kopf hämmerte eine Erkenntnis und schrie ihm die Wahrheit zu, doch er hatte keine Wahl! Er würde hier sterben oder dort vielleicht eine gute Seele finden. Also war er los gestolpert.
Jetzt stand er vor der aus grauem Stein erbauten Kathedrale und kein Laut war zu hören, ausser dem gelegentlichen Heulen, wenn der Wind sich an einem Erker brach. Das uralte Portal, das mehrere Meter hoch war, bestand aus mit eisernen Nieten besetzten Eichenbohlen und überall waren nackte Schädel zu sehen. Fresken von gebeugten, buckligen Ungeheuern, die Menschen assen, von fliegenden Monstern, die mit einem Lachen Kinder aus der Luft fallen liessen, Fresken von Wahnsinn und Tod.
Ein kleines Rechteck im rechten Torflügel, gerade hoch genug für einen gebückt gehenden Mann, erregte seine Aufmerksamkeit. Es war ein Einlass, an dem ein schwarzer Klopfer in der Form eines Schädels hing. Frank trat darauf zu und wollte nach dem Klopfer greifen, als die Tür mit einem lauten Knarzen nach Innen schwang. Angst wallte in ihm hoch und schnürte seine Kehle zu. Im Innern war es stockdunkel und ein Hauch von Moder reizte seine Nase. „Hallo?“ rief er unsicher in die Dunkelheit. Er erhielt keine Antwort, erahnte aber den Hauch von Bewegung in der Finsternis des Kirchenschiffs. Erneut und diesmal lauter rief er: „Hallo? Ist da jemand?“ Keine Antwort. Unschlüssig blickte Frank ins Innere. Er hatte Angst. Mit diesem Ort stimmte etwas nicht, aber hier draussen war mittlerweile bitterkalt geworden und die Mauern boten zumindest Schutz vor dem scharfen Wind. Er zog seinen langen Dolch und betrat zitternd vor Kälte, Hunger und Angst das Kirchenschiff.
Stille und Dunkelheit umfingen ihn. Das Heulen des Windes war zu einem leisen Hintergrundrauschen gedämmt und es war erstaunlich warm. Etwa so wie in einem Stall, der von der feuchten Körperwärme der Tiere erfüllt war. Moder und Verwesungsgeruch kitzelten seine Nase und als Frank den Kopf hob, glaubte er für einen kurzen Moment eine Bewegung zu ahnen. Er sah sie nicht, sondern fühlte sie mehr. Eine Bewegung wie von ledrigen Schwingen, die sich entfalteten, von scharfen Krallen, die sich in den Steinfugen des Dachhimmels festkrallten, von weissen, toten Augen ohne Pupille oder Iris die in die Dunkelheit starrten, gierig, von Hunger getrieben, lauernd, wahnsinnig…
Frank schüttelte sich kurz und ging voran. Seine Schritte erzeugten ein hallendes Echo und er musste Acht geben, dass er sich nicht an herumliegendem Geröll verletzte. Es war absolut still. Totenstill. Nur wenig Licht fiel durch die hohen, gotischen Buntglasfenster ins Innere des Kirchenschiffs und sie alle legten Zeugnis ab vom Wahnsinn ihrer Erschaffer. Dann ging alles rasend schnell. Ein Schatten liess sich von der Decke fallen und landete direkt vor ihm. Frank sah in eine Fratze des Hasses und des Wahnsinns, die der Hunger geformt hatte. Tote weisse Augen starrten ihn an, der Mund der knapp zwei Meter grossen, mit Muskeln bepackten, gebeugt dahockenden, aber ungemein kraftvollen Gestalt stand offen. Blutiger Schleim troff von seinen überlangen Fängen. Totengeruch traf ihn wie einen Faustschlag. Die Kreatur machte eine Bewegung, die eine Mischung aus einer Wegwisch- und herrischen Heranbewegung war und unversehens loderten Kerzen auf. Musik spielte leise und Frank sah mit staunenden Augen auf ein Bankett. Vor ihm befand sich ein in U-Form gehaltener Festtisch an welchem Dutzende von herrlich gekleideten Adeligen sassen. Sie sangen, sie lachten und sie assen. Leicht bekleidete Dienerinnen, deren Brüste durch den dünnen Stoff deutlich auszumachen waren, bewegten sich grazil dazwischen und sorgten für Nachschub, so das Essen auszugehen drohte. Frank wich mit einem ungläubigen Laut zurück. Gobelins hingen an den Wänden und in mindestens 6 gewaltigen Kaminen loderten Feuer und verbreiteten behagliche Wärme. In Gold und grünem Brokat gekleidete Soldaten standen Spalier und weiche Teppiche taten Franks geschundenen Füssen wohl. Wärme und ein Hauch von Essen stieg ihm in die Nase. Und vor ihm stand ein Mann. Ein Hüne. Er trug stolz eine Krone aus purem Gold auf seinem Haupt und war in besten Stoff in den Farben Grün und Gold gekleidet. Ein Schwert, dessen Griff mit Edelsteinen und Intarsien versehen war, hing an seinem Gürtel und sein Gesicht trug den Ausdruck gutmütiger und wohlwollender Strenge. Frank fiel auf die Knie und obwohl etwas in ihm instinktiv wusste, dass irgendetwas hier nicht stimmte, begann er vor Glück zu weinen. Dienerinnen kamen und halfen ihm auf und geleiteten ihn sanft zum Tisch. Der Mann mit der Krone, es musste sich um einen König handeln, lächelte und sagte: „Sei willkommen armer Wanderer, sei Gast an der Tafel des Königs Montaran, des Herren der Totenkathedrale und aller Länder von hier bis zum Schattenberg.“ Wäre Frank noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte gewesen, so hätte er spätestens jetzt erkannt, dass hier etwas nicht stimmen konnte. Es gab keinen König Montaran und es gab keine Totenkathedrale. Doch der Duft von frisch gebratenem Schwein, von Fasan an Zwiebelsauce und anderer Köstlichkeiten stieg ihm in die Nase und schaltete seinen Verstand aus. Er setzte sich und griff nach den dargebotenen Speisen und schloss die Stimme, in ihn anflehte nichts davon anzurühren, die ihn anschrie, dass es nicht wahr sein konnte, die ihn vor dem Wahnsinn des Kannibalismus warnte, die ihn Ghoul nannte aus seinem Kopfe aus.
Für einen kurzen Moment hatte der Abhorrant Ghoul-König Montaran in den Augen des Sterblichen sein wahres Ich gesehen. Seine verkommene Gestalt, seinen gebeugten Rücken, die sehnigen Arme und vor allem das entstellte Gesicht, aus dessen Augen ihn der Wahnsinn grüsste. Wie immer wenn ihn die Wahrheit einzuholen drohte, wischte er sie weg und erneut sah er seinen Hof, den er vor vielen Jahrhunderten verloren hatte, der ihm von den Lebenden genommen worden war, vor sich und auch sein Verstand schloss die Stimme aus, die ihn Monster, die ihn Vampir, nannte.
Frank war gerannt. Kopflos, hilflos, mit vor Tränen der Wut und der Verzweiflung blinden Augen bis er nicht mehr konnte und niedersank. Dann war er einfach eingeschlafen. Als er wieder erwacht war, fand er sich im Wald wieder. Doch den Geruch des Todes und der brennenden Stadt konnte er noch immer wahrnehmen. Dann war er losgewandert. Er hatte sich zur Hauptstadt des Königreichs Schattental, Hermgard, durchschlagen wollen, aber schon von fern sah er die schwarzen Rauchsäulen, die von der Stadt aufstiegen. Als er dann dort ankam, erwartete ihn nur Tod, Zerstörung und Hunger. Viele der Toten waren an- oder auch abgenagt worden - und nicht alle trugen die Bissspuren mutierter Chaosbestien… Er hatte sich auf die Suche nach etwas zu Essen gemacht, aber nichts gefunden. Nur Leichen. Unzählige Tote und Verwesung.
Frank verliess Hermgard wieder und wanderte für Tage, in denen er sich von nichts ausser ein paar Beeren und Wasser ernährte, durch die Wälder, die Schattental seinen Namen gegeben hatten. Er fand einen alten Gutshof und schleppte sich mit letzter Kraft zur Tür. Er hatte geklopft, dann dagegen gehämmert, als sich nichts tat. Schliesslich brach er vor der Tür zusammen, wurde aber von harten Stiefeltritten wieder geweckt. Er wusste nicht, wie lange er ohnmächtig gewesen war. Als er die Augen schliesslich aufschlug, starrte er in die angsterfüllten Augen des Gutshof-Besitzers und seines Sohnes. Gerade als Frank zum Sprechen ansetzte, sagte der jüngere der beiden Männer dieses eine, schreckliche Wort: „Ghoul?“. Frank war sich zuerst nicht sicher, wer damit gemeint sein sollte, doch dann sagte der ältere der beiden: „Vielleicht, Joseph!“ An Frank gewandt sagte er mit harter Stimme: „Wer oder was auch immer Ihr seid, verlasst sofort unseren Hof. Ihr habt hier nichts zu suchen!“ Frank wollte gerade anfangen zu sprechen, als der Jüngere bereits seine Mistforke knapp neben ihm in den Boden rammte: „Verschwinde hat Vater gesagt!“ brüllte er Frank an und dieser erhob sich schwankend und floh erneut in die Wälder, verfolgt von den Flüchen und Beschimpfungen des eigenen Volkes. Erneut irrte er im schattigen Halblicht der uralten Eichen umher, ass rohen Fisch, den er mit den Händen fing und wartete auf den Tod. Als er dann auf eine Waldlichtung, die auf einem Hügel lag, trat und vor Hunger kaum mehr aufrecht stehen konnte, da sah er sie. Die Kathedrale! Mitten in den Wäldern Schattentals! Er hatte noch nie von ihr gehört und auch ihre Form war seltsam. Sie war verdreht, nicht geometrisch, sondern irgendwie schief und – falsch. Aber sie versprach vielleicht seine Rettung. Und so war er mit starrem Blick zwischen den Bäumen auf sie zugelaufen. Er bemerkte nicht, dass die Bäume, als er näher kam, immer kleiner und verkrüppelt wurden, all ihre Blätter abgeworfen hatten und immer heller, ja weiss zu sein schienen. Ganz so, als ob sie hätten sterben wollen. Rote Blätter bedeckten den Boden wie frisches Blut. Ausgetrocknete Bäche, in denen noch nicht einmal Moos wuchs, bemerkte er genauso wenig, wie die Stille des Todes, die auf diesem Ort lag. Dann wichen die Bäume zurück und der Friedhof begann. Frank bemerkte selbst in seinem Zustand erstaunt wie unglaublich gross er war. Die Kathedrale war noch eine Meile entfernt und zwischen ihm und ihr lagen tausende von verfallenen und zerbrochenen Grabsteinen. Viele der Gräber waren aufgebrochen worden. Der Geruch des Todes lag über allem, den auch der eiskalte Wind nicht vertreiben konnte der über diesem Ort wehte. Nebelschwaden zogen dahin und von der Sonne war keine Spur mehr zu sehen. Graue, schwere Wolken hingen tief am sich verdunkelnden Himmel. In seinem Kopf hämmerte eine Erkenntnis und schrie ihm die Wahrheit zu, doch er hatte keine Wahl! Er würde hier sterben oder dort vielleicht eine gute Seele finden. Also war er los gestolpert.
Jetzt stand er vor der aus grauem Stein erbauten Kathedrale und kein Laut war zu hören, ausser dem gelegentlichen Heulen, wenn der Wind sich an einem Erker brach. Das uralte Portal, das mehrere Meter hoch war, bestand aus mit eisernen Nieten besetzten Eichenbohlen und überall waren nackte Schädel zu sehen. Fresken von gebeugten, buckligen Ungeheuern, die Menschen assen, von fliegenden Monstern, die mit einem Lachen Kinder aus der Luft fallen liessen, Fresken von Wahnsinn und Tod.
Ein kleines Rechteck im rechten Torflügel, gerade hoch genug für einen gebückt gehenden Mann, erregte seine Aufmerksamkeit. Es war ein Einlass, an dem ein schwarzer Klopfer in der Form eines Schädels hing. Frank trat darauf zu und wollte nach dem Klopfer greifen, als die Tür mit einem lauten Knarzen nach Innen schwang. Angst wallte in ihm hoch und schnürte seine Kehle zu. Im Innern war es stockdunkel und ein Hauch von Moder reizte seine Nase. „Hallo?“ rief er unsicher in die Dunkelheit. Er erhielt keine Antwort, erahnte aber den Hauch von Bewegung in der Finsternis des Kirchenschiffs. Erneut und diesmal lauter rief er: „Hallo? Ist da jemand?“ Keine Antwort. Unschlüssig blickte Frank ins Innere. Er hatte Angst. Mit diesem Ort stimmte etwas nicht, aber hier draussen war mittlerweile bitterkalt geworden und die Mauern boten zumindest Schutz vor dem scharfen Wind. Er zog seinen langen Dolch und betrat zitternd vor Kälte, Hunger und Angst das Kirchenschiff.
Stille und Dunkelheit umfingen ihn. Das Heulen des Windes war zu einem leisen Hintergrundrauschen gedämmt und es war erstaunlich warm. Etwa so wie in einem Stall, der von der feuchten Körperwärme der Tiere erfüllt war. Moder und Verwesungsgeruch kitzelten seine Nase und als Frank den Kopf hob, glaubte er für einen kurzen Moment eine Bewegung zu ahnen. Er sah sie nicht, sondern fühlte sie mehr. Eine Bewegung wie von ledrigen Schwingen, die sich entfalteten, von scharfen Krallen, die sich in den Steinfugen des Dachhimmels festkrallten, von weissen, toten Augen ohne Pupille oder Iris die in die Dunkelheit starrten, gierig, von Hunger getrieben, lauernd, wahnsinnig…
Frank schüttelte sich kurz und ging voran. Seine Schritte erzeugten ein hallendes Echo und er musste Acht geben, dass er sich nicht an herumliegendem Geröll verletzte. Es war absolut still. Totenstill. Nur wenig Licht fiel durch die hohen, gotischen Buntglasfenster ins Innere des Kirchenschiffs und sie alle legten Zeugnis ab vom Wahnsinn ihrer Erschaffer. Dann ging alles rasend schnell. Ein Schatten liess sich von der Decke fallen und landete direkt vor ihm. Frank sah in eine Fratze des Hasses und des Wahnsinns, die der Hunger geformt hatte. Tote weisse Augen starrten ihn an, der Mund der knapp zwei Meter grossen, mit Muskeln bepackten, gebeugt dahockenden, aber ungemein kraftvollen Gestalt stand offen. Blutiger Schleim troff von seinen überlangen Fängen. Totengeruch traf ihn wie einen Faustschlag. Die Kreatur machte eine Bewegung, die eine Mischung aus einer Wegwisch- und herrischen Heranbewegung war und unversehens loderten Kerzen auf. Musik spielte leise und Frank sah mit staunenden Augen auf ein Bankett. Vor ihm befand sich ein in U-Form gehaltener Festtisch an welchem Dutzende von herrlich gekleideten Adeligen sassen. Sie sangen, sie lachten und sie assen. Leicht bekleidete Dienerinnen, deren Brüste durch den dünnen Stoff deutlich auszumachen waren, bewegten sich grazil dazwischen und sorgten für Nachschub, so das Essen auszugehen drohte. Frank wich mit einem ungläubigen Laut zurück. Gobelins hingen an den Wänden und in mindestens 6 gewaltigen Kaminen loderten Feuer und verbreiteten behagliche Wärme. In Gold und grünem Brokat gekleidete Soldaten standen Spalier und weiche Teppiche taten Franks geschundenen Füssen wohl. Wärme und ein Hauch von Essen stieg ihm in die Nase. Und vor ihm stand ein Mann. Ein Hüne. Er trug stolz eine Krone aus purem Gold auf seinem Haupt und war in besten Stoff in den Farben Grün und Gold gekleidet. Ein Schwert, dessen Griff mit Edelsteinen und Intarsien versehen war, hing an seinem Gürtel und sein Gesicht trug den Ausdruck gutmütiger und wohlwollender Strenge. Frank fiel auf die Knie und obwohl etwas in ihm instinktiv wusste, dass irgendetwas hier nicht stimmte, begann er vor Glück zu weinen. Dienerinnen kamen und halfen ihm auf und geleiteten ihn sanft zum Tisch. Der Mann mit der Krone, es musste sich um einen König handeln, lächelte und sagte: „Sei willkommen armer Wanderer, sei Gast an der Tafel des Königs Montaran, des Herren der Totenkathedrale und aller Länder von hier bis zum Schattenberg.“ Wäre Frank noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte gewesen, so hätte er spätestens jetzt erkannt, dass hier etwas nicht stimmen konnte. Es gab keinen König Montaran und es gab keine Totenkathedrale. Doch der Duft von frisch gebratenem Schwein, von Fasan an Zwiebelsauce und anderer Köstlichkeiten stieg ihm in die Nase und schaltete seinen Verstand aus. Er setzte sich und griff nach den dargebotenen Speisen und schloss die Stimme, in ihn anflehte nichts davon anzurühren, die ihn anschrie, dass es nicht wahr sein konnte, die ihn vor dem Wahnsinn des Kannibalismus warnte, die ihn Ghoul nannte aus seinem Kopfe aus.
Für einen kurzen Moment hatte der Abhorrant Ghoul-König Montaran in den Augen des Sterblichen sein wahres Ich gesehen. Seine verkommene Gestalt, seinen gebeugten Rücken, die sehnigen Arme und vor allem das entstellte Gesicht, aus dessen Augen ihn der Wahnsinn grüsste. Wie immer wenn ihn die Wahrheit einzuholen drohte, wischte er sie weg und erneut sah er seinen Hof, den er vor vielen Jahrhunderten verloren hatte, der ihm von den Lebenden genommen worden war, vor sich und auch sein Verstand schloss die Stimme aus, die ihn Monster, die ihn Vampir, nannte.
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