WHFB Rache

Die Geschichte gefällt mir gut nur ist sie teilweise ein bisschen... wie soll ich sagen fast zu brutal 😉
Naja mir gefällts muss aber nicht Jedermanns Sache sein aber weiter so 🙂. Das Buch ist aber sehr mysteriös. Man weiss so gut wie nichts darüber. Es fehlt irgendwie die Information wieso es dieses Buch gibt. Hoffe das kommt noch also schön weiterschreiben.
 
[FONT=&quot]Kapitel 6: Enttäuschung[/FONT]

Vor Robert erstreckte sich der Arduinwald. Endlich. So lange hatte er auf diesen Moment gewartet. Mit einer eleganten Bewegung stieg er vom Pferd und machte seine Klinge los. Man konnte nie vorsichtig genug sein. „Warte hier!“, murmelte er Pierre zu, der immer noch wie gebannt auf den Abgrund starrte, der sich vor ihm auftat. Mit diesen Worten nahm Robert tief Luft und betrat den Wald.
Nie zuvor hatte er so etwas gesehen. Von außen war ihm der Wald völlig normal vorgekommen, doch nachdem er einige Minuten darin unterwegs gewesen war, hatte sich der Wald scheinbar völlig verändert. Es war nicht mehr irgendein Wald, es war das Paradies. Wo zuvor noch feuchtes Moos die Bäume verschandelt hatte waren nun duftende Kräuter, das Sonnelicht brach sich im dichten Blätterdach und insgesamt herrschte eine himmlische Ruhe. Kein einziges Tier hatte er erblickt. Es waren nur er und der wundervolle Wald. Mit einem Mal schien all die Last, die Robert in den letzten Jahren gebunden hatte abzufallen. Seine Queste, sein Rittertum, der Krieg, das Buch, all das schien nun in weite Ferne zu rücken. Er sah nichts, das dagegen spräche sich einfach auf die weiche Erde zu legen und den Rest des Tages im Sinnieren über die Schönheit der Welt zu verbringen. Die leise Stimme in seinem Kopf die ihn wie er glaubte auf dem Weg zum Gral antrieb sprach ihm gut zu. Es wäre doch wundervoll die Schönheit dieses Ortes ewig zu genießen. Wie konnte die eine so schöne Welt nur so verkommen sein? Mit seligen Gedanken lehnte Robert sich gegen einen Baum. Er schien wundervoll weich. Würde dieser Moment doch nur ewig andauern. Robert sog die frische Luft ein. Ein Geruch den er nicht identifizieren konnte mischte sich unter den Duft von Kräutern und Harz. Er war jedoch nicht unangenehm, lud zum träumen ein, er bereitete Robert sogar etwas Appetit. Langsam schloss Robert die Augen.
Verzweifelte Schreie, das Stöhnen der Sterbenden, das Lachen eines Wahnsinnigen, der Geruch von brennendem Fleisch... köstlich.
Mit einem Schrei sprang Robert auf. Er war völlig orientierungslos. Um ihn herum schien sich der Wald wieder verändert zu haben. Es war ein Ort des Schreckens. In den Ästen waren Leichen aufgespießt, die ihn hirnlos anlachten. Das woran er sich angelehnt hatte war in Wahrheit ein noch feuchter Leichnam, dessen Madenzerfressene Augen ihn zu verfolgen schienen. Schreiend stolperte er weg, verhakte sich in der Leiche und riss ihr so mit einem Ruck den Oberkörper ab. Vor Panik heulend schlug Robert mit aller Macht auf die Leiche ein und schleuderte sie gegen einen Baum, an dem sie mit einem feuchten Platschen zerbarst. Weinend rannte Robert davon. Es gab kein vorne und kein hinten einfach nur weg, weg von diesem Ort. Er stolperte über mehrere Wurzeln und verlor sein Schwert. Im verzweifelten Versuch es doch noch zu packen verlor er das Gleichgewicht und stürzte. Neben ihm hatte sich ein Abgrund aufgetan. Nach mehreren Aufprallen, die ihm die Luft aus den Lungen pressten, bekam er eine Wurzel zu fassen. Mit einem Ruck, der ihm den Arm auszureißen schien kam er zum Halt. Seine Fingernägel bohrten sich tief in das faulige Holz. Vor Schmerzen und Furcht weinend zog er sich hoch. Schluchzend lag er auf dem Bauch und versuchte seine Gedanken zu ordnen. Was war nu geschehen? Langsam rappelte er sich auf, nur um in Pierres tote Fratze zu blicken, die ihn vorwurfsvoll anblickte. Robert blieb noch genug Zeit um zu schreien, bevor ihn Pierre ansprang und mit einem Biss verschlang.
Robert schrie. Er war noch immer im Wald und er hatte sich in keinster Weise verändert. Noch immer war es ein Ort himmlischer Schönheit. Doch dies konnte Robert nicht beruhigen. Es war nur ein Traum. Doch sein rasendes Herz wollte es nicht wahrhaben, besonders, als Robert vor sich das aufgeschlagene Buch erblickte.
 
Hm, so dann würdige ich auch mal andere Geschichten in diesem Forum, außer der meinigen und der von SHOker. ^_^
Also so im Allgemeinen kann ich erstmal sagen: du solltest ein kleines bisschen mehr auf Zeichensetzung achten, das erhöht das Verständnis beim Lesen. Bei manchen Sätzen hab ich nicht gleich kapiert, was du meintest und musste ihn mir erst noch ein paar mal durch den Kopf gehen lassen.
Desweiteren hatte Blackorc schon ganz recht: ein paar Absätze würden die Lesbarkeit wirklich stark verbessern.
Ansonsten sag ich erstmal, dass ich deinen Stil an sich sehr gut finde. Du benutzt treffende Metaphern und hast stilistisch oft echt gute, teils ungewöhnliche Ideen. Allerdings wiederholst manchmal noch sehr oft Worte, ich denke, du solltest dir, bevor du ein Kapitel postest, ein oder zwei Tage warten und es dir dann nocheinmal durchlesen. So mache ich das auch, das hat einfach den Sinn, das wenn du die Geschichte direkt nach dem Schreiben fehlerliest, noch alle Formulierungen im Kopf hast und automatisch oft Wörter überspringst, und damit auch Fehler. Guckst du ein paar Tage später nochmal rauf, passiert dir das nicht.

So, nun zu den einzelnen Kapiteln.
Kapitel 1:
Ich finde, du hast das Denken eines Ritter hier echt gut dargestellt, man kann sich gut in ihn und seinen Hass auf "den Pöbel" hineinversetzen. Der Angriff erfolgt dann aber in ein bisschen zu schnell, ich war echt verwundert, dass es aufeinmal los ging. Für mich fehlen da Hornsignale oder so etwas.
Das mit den zehn Kilo kommt schon hin. Ein Katana oder eines dieser Kunstschwerter die man sich in die Wohnung hängt, die wiegen so zwei bis drei Kilo, allerdings könnte man mit denen nicht kämpfen. Hab mal ein Praktikum bei einem Schmied gemacht und der hatte als Ausstellungsstücke ein paar selbstgemachte Schwerter. Da war eins, das ich als Zweihänder klassieren würde und das war echt saumäßig schwer. Ich hätte das Ding keine fünf Minuten lang schwingen können. Am Ende des Mittelalters wurden die Ritter ja wirklich mit Kränen auf die Pferde gehoben. Gut, hier ist es Fantasy - aber rein optisch, müsste das bei Bretonen auch so sein. 😉 Achso, Zahlen würde ich in einer Geschichte IMMER ausschreiben. Zumindest laut deutscher Rechtschreibung ist es bis zur zwölf Pflicht.

Das mit dem Priester habe ich nicht ganz kapiert... ist er gestorben, weil er das Buch verloren hat? Weil eine Schramme auf der Brust klingt nicht nach einer tödlichen Verletzung. Ist er tatsächlich durch das Buch gestorben, hätte sich Robert doch wundern müssen, nimmt es aber irgendwie als selbstverständlich hin...
Achso, und nocheinmal Kleinkruscht: Die Bretonen sind doch ein Äquivalent zu den Franzosen, passt da: Mylord? Habe kein Bretonen Armeebuch, kann sein, dass es da so drin steht.

Kapitel 2:
Ja, hier passiert ja nicht so viel, aber so was muss es auch mal geben.
Ich hab hierzu eigentlich nicht so viel zu sagen, außer das schon genannte: Absätze und Zeichensetzung. ^_^
Hm, so groß scheint der Kampfskill von Louis ja nicht zu sein, wenn er einen halben Tag braucht, um nen Oger zu killen. 😛
Ich fühle mich an eine Szene in einem Spiel erinnert. Vampire (ich) gegen Bretonen auf einem Turnier. Hatte einen Block von knapp zehn Skeletten (war schon etwas lädiert) und mein Gegner greift mich mit seinen Gralsrittern an. Naja, nach dem Angriff standen noch sieben von zehn Skeletten, was ja schon ein bisschen ungünstig für die Bretonen war. Noch ungünstiger war dann aber, dass meine sieben Skelette fünf Gralsritter gemurkst haben. Mein Gegner ist da sowas von ausgeflippt. Naja, das war halt Pech für ihn. :lol:

Kapitel 2 (Fortsetzung):
Die Szene mit dem Buch ist echt spannend dargestellt. Vorallem das kleine Kind, das an dem Fuß nagt hatte was horrorfilmmäßiges an sich.
Das Wort Horror passt übrigens nicht so gut in eine Fantasygeschichte, finde ich. Es ist zu modern. Grauen wäre zB. besser. Aber das ist Geschmacksache. Dasselbe gilt übrigens für das Wort Zombie. Abgesehen davon, wiederholst du "Zombie" ziemlich oft. Wiedergänger fand ich da viel besser. -_-
Man ist jetzt doch ganz schön gespannt, was es mit dem Buch auf sich hat, will es doch so gar nicht zu einem Sigmarpriester passen.

Kapitel 3:
Gut, die Zeichensetzung ist hier ein bisschen besser geworden. Stört kaum noch. Ein Schnitt über sechs Jahre... jetzt beginnt also der Hauptteil der Geschichte und der Anfang war nur eine Einleitung. Ansonsten gibt es hierzu wirklich nicht viel zu sagen.

Kapitel 4:
Gut, wie du schon angekündigt hast, weiß man gerade gar nicht, wieso dieser Teil stattfindet, da er in keinerlei Kontext zum Rest steht. Ich hoffe, das klärt sich bald auf. 😉
Hier gibt es echt nichts auszusetzen, vllt sollte ich meinen Kommentar über die Zeichensetzung zurückziehen, ist wesentlich besser geworden...
Einzig und allein frag ich mich, ob die Sigmariten an die Hölle glauben... Es gibt Sigmars goldene Hallen, oder eben die Chaosgötter. Ich weiß nicht, ob sie sich das Chaos wie unsere Hölle vorstellen. Meistens passt sowas nicht rein, weil es eben nicht christlich ist.
Schreib am besten nocheinmal rüber, dass die Geschichte 25 Jahre vorher spielt.

Kapitel 5:
Ui, fällt mir gleich auf: Der Raum hat einen Durchmesser von 100 Fuß. Das sind in etwa 30 Meter, der Radius ist also 15. 15² ist 225 mal Pi (also 3,blablabla) macht knapp 700m² Fläche. Mit nur sechs Regalen wäre der Raum dann ziemlich leer, oder es sind wirklich, richtig richtig richtig richtig richtig richtig richtig gewaltige Regale. :lol:
Die wirkliche unvorstellbare Menge an Büchern darin (wenn der Raum nicht nur sechs Regale hätte.) , mag ich mir dann auch lieber nicht vorstellen, aber ein paar Wochen müssten die zwei beschäftigt sein. 😉
Ich würde einfach den Raum ein bisschen kleiner machen.
Ich finde die Idee, dass sie einen Staubwedelkampf machen echt lustig. Passt halt gut zu zwei Jugendlichen. Jaja, aber das Chaos ist vorprogrammiert. Da hatten die zwei ja echt Glück mit der Nachsicht des Abtes.
Ahhh gut, jetzt hast du treffend den Zusammenhang zwischen der ersten Geschichte und dieser hier dargestellt. Da ist das fiese Buch und Karl wird vermutlich der Priester... oder Gunther wird Gollum-like eifersüchtig, tötet Karl und reisst das Buch an sich. Ich bin gespannt.

Kapitel 6:
Das Buch ist wieder unglaublich gut beschrieben. Wirklich spannend dargestellt, wie er gezwungen wird zu lesen. Das mit der Zeichensetzung kannst du getrost ignorieren... das hat sich hier wirklich gebessert und mir fallen keine Fehler mehr auf. Ich hatte nur angefangen, den Post hier zu schreiben, nachdem ich mit dem ersten Kapitel fertig war.
Heftig, wie er in die Flammen springt, um das Buch zu retten. Erinnert mich wirklich an Gollum, der dem Ring hinterher springt, aber nur ein bisschen. Echt gut beschrieben.

Kapitel 7:
Also bekommt Gunther jetzt das Buch. Naja, das war irgendwie abzusehen, aber ist ja nicht schlimm.
Die Schreie der Toten und die Qual die der Junge dadurch empfindet sind griffig dargestellt, man kann sie selber hören. Wirklich gut, wirklich gut...
Auch das Karl nochmal aufbegehrt war zu erwarten, aber wieso nicht? Im Horrorfilm wäre das ein guter Schockmoment. Abgesehen hast du endlich mal ein paar Absätze eingeführt 😉
Hm, er hört ein feuchtes Platschen, während er sich Bilder in einem Buch ansieht? Scheint mehr eine Art Vision zu sein, kommt aber diesmal nicht ganz so griffig rüber, wie die male davor. Woran es liegt? Keine Ahnung, vielleicht weil die Beschreibungen diesmal mehr gedeutet sind. Ein Sohn, ein Vater ein Unbekannter? Erkennt man all' dies in den Bildern?
Hoffe es geht bald mit dem Ritter weiter.

Kapitel 8:
Lange Pause, aber das hat mich gestern auf die Geschichte aufmerksam gemacht: Nanu, eine neue Geschichte? Nein, scheinbar eine ältere. Nur als Tipp, ich hab es selber durch: Lange Pausen führen zu Leserverlust, bzw. zum Unwillen weiterzulesen, da man sich, wenn ein neuer Teil erscheint nicht mehr an die davor erinnert und sie nochmal lesen müsste. Das führt später irgendwann dazu, dass man sich später selber nicht mehr motiviert weiterzuschreiben, weil man keine Ahnung mehr hat, wo man anknüpfen muss... man müsste erstmal ein paar ältere Teile lesen, bevor man den Durchblick wieder bekommt.
Ich weiß, es ist kacke zu posten und zu posten, wenn kaum jemand antwortet, aber da müssen alle durch. 😉 Du siehst ja an den Views, dass Leute deine Geschichte lesen, nur äußern sich die wenigsten dazu.

Zur eigentlichen Story: hehe, es geht mit Robert weiter. Hab mir schon gedacht, dass seine göttliche Eingebung von dem Buch kam, bin mal gespannt, wo das Buch ihn hinführt.
Hm, identifizieren ist ein recht modernes Wort. Manchmal kommt man um solche Begriffe nicht rum, aber hier wäre zB. "ein Geruch den er nicht zu deuten vermochte" besser.
Die Beschreibung des Waldes an sich scheint aber gut, der Wechsel kommt auch nicht so wirklich erwartet, gruselig.
Aufprallen als Plural von Aufprall gibt es nicht. Nach mehreren Aufschlägen wäre besser.
Ah gut, es war also doch nur eine Vision, oder ein Traum, wie auch immer.
Naja, das wars ja dann bis erstmal, bin gespannt wie's weiter geht.

Abschließend: Du hast dich nach anfänglichen Schwierigkeiten gut eingeschrieben, kaum noch Fehler. Deine Beschreibungen gelingen eigentlich immer sehr gut. Jetzt musst du nur noch dafür Sorgen, dass öfter Nachschub an Geschriebenem kommt, auch gerne mal längere Teile. Diese kleinen Ausschnitte machen immer Lust auf mehr, enthalten aber selten klare Aussagen, oder Storyfortschritt. Nicht, dass ein paar deiner Leser noch die Lust verlieren.
Ansonsten ziehst du die Geschichte gut und straff auf. Die einzige Gefahr die ich für den Handlungsbogen sehe ist: Die Geschichte von Gunther verliert über kurz oder lang seinen Reiz, weil man schon weiß, was am Ende mit ihm passiert. Tod im Duell. Vllt ziehst du ja noch was entsprechendes aus dem Hut, oder gehst mehr auf Details ein, die nicht Gunther sondern das Buch betreffen, was es damit auf sich hat etc.
Also dann, ich bin auf die Fortsetzung gespannt.

Puh, das war ein langer Post, aber ich hoffe, du hast trotz einiger Kritik darin, mit dem Lesen dieses Beitrags ein wenig an Motivation gewonnen. Glaub mir, früher oder später finden sich immer mehr Leser ein. Die meisten haben nur keine Lust, eine Geschichte zu lesen, die nach einiger Zeit wieder abgebrochen wird. Bist du erstmal über eine bestimmte Seitenzahl hinaus, trauen sich auch mehr Leser ran.
Also dann, gutes Gelingen. 😀
 
Zu aller erst tut es mir unheimlich leid, dass ich solange nichts geschrieben habe, obwohl ich ausdrücklich den Tipp gekriegt habe, regelmäßiger zu schreiben. Diese Ausrede mag sich zwar scheiße anhören aber ich hab es wirklich vergessen. da es jetzt aber drei monate schon nichts mehr gab, gibt es heute ein bisschen mehr, bitte seid mir nicht böse und schreibt bitte weiterhin fleißig Kommentare und Kritik!


Tief durchatmen, alles war in Ordnung. Immer wieder versuchte Robert sich das einzureden, während sich um ihn herum wieder der paradiesische Arduinwald erstreckte. Doch er wusste, nichts war in Ordnung. Das Buch hatte Macht über ihn, selbst an dieser heiligen Stätte beeinflusste sie ihn. Was Robert jedoch noch viel mehr beunruhigte war, in welche Panik ihn dieser Traum versetzt hatte. Er war ein Ritter der Herrin. Jahrelang zum furchtlosen Krieger erzogen. Er hatte gewaltigen Bestien getrotzt und in scheinbar aussichtslosen Schlachten doch noch obsiegt. Er hatte einst einen geradezu halsbrecherischen Frontalangriff in eine Orkhorde angeführt und überlebt, während um ihn herum hunderte dahingeschlachtet wurden. Wieso ließ er sich also von einem simplen Traum derart aus der Fassung bringen.
Robert schloss die Augen. Er musste sich auf die vor ihm liegende Aufgabe konzentrieren. Nach einigen Momenten sammelte er sein Schwert auf und machte sich weiter auf den Weg, dem Ruf des Grals zu folgen. Währenddessen gab er sich die allergrößte Mühe, die leise, bohrende Stimme in seinem Kopf zu ignorieren, die ihm nahe legen wollte, dass es vielleicht doch mehr als ein Traum gewesen war.
Nach diesem Ereignis hatte der Arduinwald für Robert seinen Glanz verloren. Er schien ihm nicht mehr wie ein Hort himmlischen Friedens und vorsichtig spähte Robert alle paar Schritte in jede Richtung, um sich zu vergewissern, dass er nicht verfolgt wurde. Gespenstische Stille lag über dem Wald. Wo waren nur die Tiere abgeblieben? Es musste dort doch wenigstens irgendwelche Insekten geben? Oder mieden Tiere diesen Ort zu Recht? War er vielleicht kein Platz an dem sich ein lebendes Wesen aufhalten sollte? Langsam beschlich Robert ein Gefühl, dass er vor vielen Jahren bereits abzulegen geglaubt hatte. Angst. Kälte machte sich in seinem Körper breit. Er spürte den Schweiß unter seiner Rüstung. Nur schwer konnte er sich dazu bringen, nicht panisch loszulaufen, ohne Ziel, einfach nur weg. Er musste sich seinen Ängsten stellen, das hatte er als erstes gelernt. Entgegen seinem Drang zu fliehen verweilte Robert also. Mit einer ungeheuren Willensanstrengung schaffte er es sich hinzusetzen und die Augen zu öffnen. Mit starrem Blick fixierte er ein einzelnes Blatt am Baum vor ihm. Was war das für ein Baum? Er konnte es nicht sagen, doch das war auch nicht wirklich wichtig, er musste nur auf andere Gedanken kommen. Und tatsächlich verebbte seine Furcht langsam. Überrascht stellte Robert fest, dass sich seine Hand um den Griff seines Schwerts verkrampft hatte. Langsam ließ er los und erhob sich. Der Drang wegzulaufen war verflogen und Robert musste beinahe darüber lachen, dass er als baldiger Gralsritter vor einem leeren Wald Angst hatte.
Fast leer…
Mit einem Mal hatte sich dieser Gedanke in Roberts Kopf geformt. Was für ein Unsinn, er war der einzige in diesem Wa-
Robert hatte nicht einmal zu ende gedacht als der Baum den er einen Moment zuvor angestarrt hatte mit einem brutalen Knacken zerbarst. Uraltes Holz peitschte in Roberts Gesicht. Instinktiv sprang er zur Seite und entkam so einem sicheren Tod als ein gewaltiges etwas sich auf ihn stürzte. Hektisch rannte Robert in die andere Richtung, um Abstand zwischen sich und das Untier zu bringen. Mit einer fließenden Bewegung zog er sein Schwert und sah sich zum ersten Mal seinen Feind genauer an. Zuerst hatte Robert geglaubt. Es sei ein Minotaurus, doch obwohl es diesen verdrehten Tiermenschen auf den ersten Blick glich, musste sich Robert eingestehen so etwas noch nie zuvor erblickt zu haben. Das Wesen war doppelt so groß wie er selbst und mindestens dreimal so breit. Äußerlich erinnerte es ihn mit seinen langen Armen und den relativ kurzen Beinen an die Affen, die sein Großvater einmal von den Kreuzzügen mitgenommen hatte und nun im Garten von Roberts Anwesen lebten. Nur das es viel pelziger und massiver war und Hörner wie die einer Ziege aus seinem Kopf ragten. Hände so groß wie Roberts Oberkörper zerbrachen uralte Äste als wären es nur vertrocknete Zweige. Gewaltige Füße zermalmten alles was unter sie geriet. Wie hatte solch ein Wesen sich nur unbemerkt an ihn heranschleichen können? Als das Untier ein weiteres Mal auf ihn zu stürmte, erkannte Robert, dass dieser Gedankengang müßig war. Mit einem seltsamen Hochgefühl in sich wich Robert aus. Seine unnatürliche Angst war verflogen, in einem Kampf, mit einem Schwert in der Hand und einem Feind vor Augen fühlte er sich so lebendig wie schon seit Monaten nicht mehr. Fast hätte er um diesen Moment zu genießen die Augen geschlossen, wäre da nicht noch das Untier gewesen. Das war es also, seine letzte Prüfung.
Wutschnaubend war das Wesen an ihm vorbei gestürmt, sodass es ihm nun seinen Rücken entblößte. Da war zu einfach, dachte Robert. Robert führte seinen Zweihänder in einer weit ausholenden Bewegung und legte all seine Kraft in einen Schlag horizontal zum Rückgrat des Ungeheuers, nur damit der Stahl nutzlos abprallte. Stechender Schmerz durchzuckte Roberts Arme als seine Klinge beim Pelz des Ungeheuers soviel Schaden anrichtete, als habe er damit gegen massiven Stein geschlagen, nur dass Gestein wenigstens noch eine Kerbe abbekommen hätte. Immer noch völlig verdutzt konnte Robert nicht rechtzeitig ausweichen, als das Ungeheuer herumwirbelte und ihn mit seiner Pranke durch die Luft schleuderte. Der Aufschlag schien seine Lungen zu pulverisieren und Robert hatte das Gefühl, als habe sich sein gesamtes Kettenhemd auf einmal in sein Fleisch gebohrt. Kaum war er auf dem weichen Waldboden aufgeschlagen, da setzte das Ungeheuer nach und stürmte auf ihn zu. In einem Sekundenbruchteil erkannte Robert, dass er es irgendwie geschafft hatte, sein Schwert festzuhalten und schlug ungezielt um sich in der vagen Hoffnung, das Untier so auf Abstand zu halten. Entgegen seiner eigenen Erwartungen ertönte ein herzzerreißendes Heulen als sein Schlag oberflächlich über die Brust des Untiers wischte. Robert hatte keine Zeit sich darüber zu wundern und stolperte unverzüglich weg. Ungewöhnlich viel dunkles Blut troff aus einem schmalen Schnitt mitten der Brust der Kreatur. Seine Schmerzensschreie wollten so gar nicht zu dem furcht erregenden Untier passen, das es war. Doch für Robert spielte das keine Rolle. Er wusste nun wie man dem Ungeheuer zu begegnen hatte und das genügte ihm, auch wenn es ihm nicht gefiel.
Nun war sich der Ritter sicher. Dies war kein Tier und auch kein chaotisches Wesen. Kein Lebewesen würde so voraussehbar kämpfen und hirnlos auf seine Beute zustürmen. Auch hätte kein normales Lebewesen solch eine Schwachstelle. Es war eine letzte Prüfung seiner Tapferkeit und um diese zu bestehen musste er dem sicheren Tod ins Antlitz blicken.
Ohne das Ungeheuer aus den Augen zu lassen brachte Robert mehr Abstand zwischen sie. Immer noch heulend stürmte es wieder an. Robert blieb stehen. Felsen und Bäume vor ihm wurden einfach zermalmt. Robert konzentrierte sich, er hatte nur eine Chance. Die Kreatur näherte sich weiter, wurde immer schneller. Mit dem Schwert vor sich ausgestreckt prüfte der Questritter seinen Stand. Ein Schritt zurück und er war tot. Er schloss die Augen. Wenn er es sah wäre es nur noch schwerer für ihn stehen zu bleiben. Er hörte es kommen. Ein grausamer Schrei erklang. Nicht mehr weit. Robert hob seinen Zweihänder. Er atmete aus. Drei. Sein ganzes Bewusstsein war auf sein Gehör fixiert. Zwei. Er spürte wie sich seine Hände um den Schwertgriff verkrampften. Eins. In einem letzten Moment der Klarheit fielen alle Bedenken von Robert ab. JETZT! Er riss die Augen auf. Mit einem Aufschrei schlug Robert zu. Seine ganze Kraft legte er in diesen einen diagonalen Schlag…und verfehlte. Widerstandslos glitt die Klinge durch die Luft. Und Robert kam aus dem Gleichgewicht. Zu früh. Scheinbar unglaublich langsam torkelte Robert und versuchte sein Gleichgewicht wiederzuerlangen, als sich schon ein bedrohlicher Schatten über ihn senkte. Er hatte versagt. In einem letzten Aufbäumen versuchte er nicht mehr sein Gleichgewicht zu erlangen sondern möglichst weit nach vorne zu stolpern, vielleicht ja durch die Beine des Untiers hindurch? Noch bevor er fiel wusste Robert, dass er es nicht schaffen würde. Doch bei der Herrin, er würde dieses verdammte Biest mit sich in den Untergang nehmen. Er warf sein Schwert hinter sich und umklammerte das Bein des Ungeheuers. Als würde ihm die Herrin zumindest einmal an diesem Tag gewogen sein stolperte es tatsächlich, und zwar direkt auf den Griff seines Schwerts. Mit einem hässlichen Scheppern zerbrach die Klinge, die zwar vorzüglich geschmiedet war, der Masse dieses Untiers aber dennoch nichts entgegen zu setzen hatte entzwei. Wie ein ganzes Wolfsrudel heulend spießte sich das Untier selbst auf der Bruchstelle der im Boden steckenden Hälfte des Zweihänders auf. Ein einziges Mal heulte es noch, dann brach die Bestie endgültig über Robert zusammen. Er fühlte sich als ob ein Riese ihn in den Waldboden drückte. Nur sein Schultern und der Kopf ragten noch unter dem Leichnam hervor. Er hatte es doch noch geschafft. Er hätte lachen wollen, wenn nicht jede Bewegung feurige Schmerzwellen durch seinen Leib gejagt hätte. Das war also das Ende seines Lebens, begraben unter einem erschlagenen Monster. Er wusste nicht ob er lachen oder weinen sollte. Er hatte sich seine Zukunft immer so großartig vorgestellt. Und nun das. Die Herrin musste es wirklich mögen ihn zu verspotten. Er hatte keine Kraft, mehr um sich zu befreien, er hatte nicht mal mehr genug Kraft zu atmen.
[FONT=&quot]Robert hatte mal von einem elfischen Schwertmeister gehört, der völlig blind war. Sein letzter Gedanke war es, dass er diesem Kerl irgendwann mal gehörig seine Meinung über blinden Schwertkampf mitteilen würde. Dann fiel Graf Robert de Sable in ein schwarzes Loch[/FONT]


Als kleine Anmerkung am Rande, Robert ist am ende nicht Opfer eines in Wäldern eher seltenen astronomischen Phänomens
 
Klingt über weite Strecken schon sehr nett deine Geschichte.
Ein paar Kritikpunkte muss ich jedoch ansprechen.
Deine Wortwahl ist nicht immer passend, was auch daran liegt, dass du etwas zwischen salopper und epischer Sprache pendelst.

Auch haben sich Formulierungsfehler eingeschlichen, bspw.:
Langsam beschlich Robert ein Gefühl, dass er vor vielen Jahren bereits abzulegen geglaubt hatte.
...ein Gefühl, das er ... bereits abgelegt zu haben glaubte.
Hektisch rannte Robert in die andere Richtung,...
panisch

Kleine Logiklücke:
Mit einer fließenden Bewegung zog er sein Schwert und ...
Ich denke nicht, denn das hat er vorher auf den Boden gelegt, siehe:
Überrascht stellte Robert fest, dass sich seine Hand um den Griff seines Schwerts verkrampft hatte. Langsam ließ er los und erhob sich.
Zu guter Letzt; Wieso lamentierst du am Anfang so ewig rum? Er sitzt, steht auf, nimmt sein Schwert, hockt sich hin, legt sein Schwert ab, steht auf ... das wirkt unentschlossen, aber nicht ängstlich.
Vieles wurde auch schon angesprochen. Insgesamt gefällt mir die Geschichte auch, aber es gibt noch manches an dem du feilen kannst.
Gruß