Review zu Jarheads Beginner Workshop in Forchheim

Kedohan

Codexleser
13. April 2010
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So hier mal mein Versuch eines kleines Reviews zu dem Beginner Malworkshop mit Roman (Jarhead) und Peter (Baphomet) von Massive Vodoo (http://massivevoodoo.blogspot.com/):
Ziel des Workshop war es Grundlagen zu Maltechniken und Basebau zu vermitteln, das Ganze an einer Dämonette von GW. Wer die Workshops noch nicht kennt, hier mal der geplante Kursinhalt:

Freitag:
Beginn 18:00 Uhr – um pünktliches Eintreffen wird gebeten,
Aufbau, Organisation, Grundlegende Informationen zum Kurs, Basebau, Komposition, Vorbereitung der Figuren, Bezüge zur 'Kunst" herstellen, Kontrastlehre, Licht und Schatten, Einstieg Farbtheorie
Voraussichtliches Ende am Freitag Abend: 23:30~ 00:00 Uhr

Samstag
Beginn 09:30 Uhr - Intensive Farbtheorie, Grundierung, Inspiration, Maltechnik in Theorie und Praxis, Hautbemalung, True Metallic Metal, offenes, individuell gestütztes Malen bis der Abend zu Ende ist, voraussichtlich 22:00 ~ 23:00 Uhr

Sonntag
Beginn 09:30 Uhr - Detailausarbeitung in Theorie und Praxis, Rost und Abnutzung, Edelsteine, Augen, Leuchteffekte, Blut, Freehands, Baseabschluss, Arbeiten mit Pigmenten, kleine Tricks, gemeinsame Gesprächsrunde zum vergangenen Kurs, Fotos der Kursmodelle, Aufräumen.
voraussichtliches Ende am Sonntag: 18:30 ~ 19:00 Uhr

Kosten 115€

Für die Faulen die nicht alles lesen wollen, schreibe ich gleich am Anfang des Fazit:

Der Workshop ist in meinen Augen auf jeden Fall zu empfehlen, da er bei mir sowohl die Malfertigkeiten durch diverse Tricks als auch das allgemeine Verständnis fürs Miniaturen Bemalen verbessert hat. Man bekommt mit diesen 3 Tagen einen soliden Grundstock, und vor allem ist es viel einfacher zu verstehen als es durch zig Videos oder Anleitungen je sein könnte.
Die von Roman gezeigten Techniken (Lasieren, Brushen Washen usw.) kannte ich natürlich und habe auch schon vorher versucht sie anzuwenden. Nur leider wirkten meine Figuren vorher einfach nicht „richtig“, selbst wenn ich genau nach der GW-Anleitung vorgegangen bin (ich weiß jetzt die sind meistens Mist…).
Mir fehlte einfach das Verständnis und der Blick dafür, wo und wie ich es einsetze, und vor allem warum. Im Kurs habe ich mich öfters gefragt ob Roman das jetzt ernst meint, und wie das hinterher gut aussehen soll (bestes Beispiel die Nass in Nass Technik). Jetzt habe ich ein grobes Verständnis und eine gute Grundlage, was ich durch Üben natürlich weiter verbessern muss.

So, nun aber Details zum Kurs:

Los ging es am Freitag um ca. 18:00 in Forchheim in den Räumen der Berufsfachschulen der bfz gGmbH. Die Lokalität war echt super (gutes Licht, viel Platz und eine eigene Küche), und lag dazu noch günstig neben Burger King, Aldi, Bäcker usw.
Es gab ein paar einleitende Worte von Roman und Peter zu den Zielen des Workshops, und dann ging es los.
Aufgrund der Fülle an Informationen bring ich die Reihenfolge nicht mehr so wirklich zusammen, aber ist auch nicht ganz so wichtig:

Den Anfang machte eine Präsentation mit vielen Bildern aus Natur, Kunst und Fantasy, mit dem Auftrag den Ruhepunkt darauf zu suchen, gefolgt von einer Besprechung derselben.
Der nächste Schritt war das Entgraten und Zusammenbauen der Dämonetten. Um später beim Malen keine Probleme zu bekommen haben wir mit diesem Schritt fast eine Stunde verbracht… Ich kann mich nicht erinnern jemals eine so „einfache“ Figur so lange und intensiv entgratet zu haben.
Danach gab es Präsentationen mit Inspirationen zu Bases, und zwar aus der Natur und aus Romans Werken. Mit diesen Bildern im Kopf sollten wir uns ein Konzept für unsere Base überlegen. Nach der Theorie kam dann die Praxis des Basebau. Roman zeigte uns an seinem Platz die Grundlagen wie man verschiedene Themen darstellen kann. Nach dieser Einführung ging es endlich los mit der Praxis.
Dazu bekam jeder einen Holzwürfel (äh Sockel), und Roman lies uns auf seine Schätze für die Basegestaltung los. Schon Wahnsinn was er im Laufe der Zeit alles gesammelt hat (Steine, Muscheln, Kork, Erde, Wurzeln und und und). Wir durften uns aus seinem Fundus reichlich bedienen. Zusätzlich gab es noch diverses Werkzeug (Sägen, Schleifmaschine) um dem Holz zu Leibe zu rücken. Roman und Peter standen allzeit mit Rat zur Seite.
Ich wollte meine Dämonette auf eine zwei geteilte Base stellen, mit einer Blümchenwiese auf der einen und verbrannter Erde wo die Dämonette steht auf der anderen Seite. Blümchenwiese aus dem einfachen Grund, weil ich bei meinen Spielbasen wohl nie dazu komme eine zu machen. Außerdem wollte ich noch unbedingt eine Höhle ausprobieren, da ich dies schon öfters auf Dioramen gesehen habe und mal testen wollte. Dazu sägte ich den Klotz schräg an, und baute aus Kork und Milliput eine Höhle. Dazu noch eine hübsche Wurzel als Baum und Fußspuren der Dämonette im Milliput.
Nachdem wir unsere Bases mehr oder weniger fertig hatten, war es wieder Zeit für ein wenig Theorie. Dazu gab es Erklärungen und Bildbeispiele für das große Thema der Kontraste ( Licht/Schatten, bunt/unbunt, warm/kalt und noch mehr). Um ca 1:00 war dann Schluss.

Am zweiten Tag trafen wir uns um 9:30, und durften noch ein wenig an den Bases arbeiten, los ging es um 10 Uhr.
Ich glaube es gab erst mal eine Präsentation und dann war verfeinern unserer Bases angesagt, mit Blumenerde, Sand, Krakelierfarbe, kleinen Tieren usw. Damit haben wir uns dann bis kurz vor Mittag beschäftigt. Um die verbrannte Erde darzustellen habe ich Krakelierfarbe benutzt, mit Blumenerde wurde die Wiese und die Höhle verkleidet. Als Tiere schnappte ich mir ein Pärchen Hasen und Schmetterlinge.
Vor der Mittagspause war noch 2k-Grundieren mit Schwarz und Weiß angesagt, um die ersten Licht- und Schattenskizzen auf die Base und Dämonette zu bringen.

nach Grundieren
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alle nach dem Grundieren

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Ich glaube das Erste nach dem Mittag war ein wenig Pinselkunde und ein paar Ratschläge zur Pinselpflege und Wartung. Da Roman diese Ratschläge nicht befolgt, konnte man dann auch gut sehen zu was das führt.
Hierbei gab es auch gleich eine Empfehlung zur Pinselmarke. Vor dem Kurs wurde uns geraten eine Windsor und Newton (lang) der Größe 1 zu besorgen, und ich muss sagen, ein geiles Teil. Ich habe so gut wie alles auf diesem Kurs mit diesem Pinsel gemalt. Er kostet zwar im Vergleich sau viel, aber ist es auf jeden Fall wert.
Danach wurde das erste Mal auf diesem Malworkshop gemalt. Dazu ging es wieder vor an Romans Tisch, und er zeigte uns die Nass in Nass Technik auf seiner Base. Dazu legte er sich auf seiner Nasspalette die Farben zurecht, und matschte erst einmal großzügig die Grundfarbe auf die Base. Danach wurde mit großem Elan die Schatten und Lichter direkt in der nassen Farbe auf dem Base aufgebracht und verrührt. Ich muss sagen ich war am Anfang echt skeptisch was dieser Farbbrei eigentlich soll, aber nach dem Trocknen sah die Base echt gut aus, und würde so als Spielbase sogar schon fast reichen. Mit der Anweisung Spaß an der Farbe und keine Angst zu haben, schicke er uns an den Platz zurück.
Ich wählte folgende Töne für meine Base:

Farbstrecke Base
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Grün als Hauptfarbe, Beige für die hellen Stellen, das Grau für die Schatten, Rot für den verbrannten Teil der Erde und Braun für das Loch. Und Roman hatte Recht, das Matschen machte Spaß und am Ende kam meiner Meinung nach ein ganz gutes Ergebnis raus:

1. Nass in Nass
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alle Bases
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Nach dem Trocknen der Bases zeigte Roman uns an seinem Tisch wie man Washes verwendet und wie Trockenbürsten geht. Danach durften wir mit diesen Techniken unsere Bases bearbeiten. Außerdem sollten wir das Nass in Nass nun auf weitere Bereiche ausweiten, in meinem Fall der Stein und der Baum.
Zurück am Platz machten wir uns sofort ans Werk. Die armen Leute mit Mauern mussten auch noch Kantenakzente machen. Das Ergebnis nach der Optimierung:

2. Nass in Nass
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Nun war die Base für heute abgeschlossen, und ich glaube es war auch schon später Nachmittag.

Bases am Samstag
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Jetzt sollte es mit der Hauptperson des Workshops losgehen, der Dämonette. Zum Einstieg zeigte er uns viele Bilder zu Dämonischen Frauen, damit wir schon mal eine Inspiration für den nächsten Schritt bekommen, die Wahl der Farbe der Dämonenhaut. Ich entschied mich für eine Mischung aus Pink und Lila:

Grundfarbe Dämon
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Nachdem die Damen ihre Grundfarbe hatte und die Rüstungen schwarz war, ging es an das wichtigste Thema bzw. die wichtigste Technik des Workshops, und zwar das Lasieren. Dazu gab es Theorie und Roman führte es uns dann detailliert vor. Dazu hat er extra eine Dämonette auf einen Keilrahmen gemalt um die Technik besser zeigen zu können. Wir sollten uns für heute erst mal nur auf die „Beherrschung“ der Technik und auf die Schatten konzentrieren. Für mich war das größte Problem hierbei eigentlich eher das Erkennen wo ich die Schatten nun genau setzen muss, hier half mir allerdings das 2k Grundieren sehr. Ok das war natürlich auch der Sinn dieser Grundierungsart…
Damit beschäftigten wir uns dann bis halb 1, und dann war auch schon Schluss für Tag 2.

alle Dämonen mit ersten Schatten
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Am 3. Tag ging es wieder um 9:30 los, und ich war echt schon ziemlich fertig. Da ich noch nach dem Kurs in der Abreit was kontrollieren musste, kam ich erst um 2 ins Bett. Blöderweise fand meine Tochter es eine super Idee (wie schon am Samstag) um halb 7 aufzustehen und alle zu wecken… Zum Glück war der ganze Tag aber so interessant dass nie die Luft raus war und ich nie einschlief.
Wir durften wieder bis 10:00 noch an den Schatten arbeiten, da ich damit aber schon fertig war, konnte ich mich um meine Hasen und Schmetterlinge kümmern:

Schmetterling und Hase
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Um 10 Uhr ging es dann an den nächsten großen Schritt bei der Dämonette, das Licht mit den Lasuren aufbringen. Dies zeigte Roman uns wieder auf dem Keilrahmen und an seinem Modell. Dies nahm wieder einige Zeit in Anspruch, und Roman und Peter standen uns immer mit Rat zur Seite. Ich hätte auch ohne die Anleitung von den beiden meine Lichtpunkte viel zu schwach gesetzt, und allgemein half mir die Möglichkeit zur dauernden Nachfrage ungemein bei dem Verständnis wo warum welcher Schatten oder Lichtfleck hinkommt.
Hier muss ich auch echt die 2 nochmal loben, da sie mir wirklich das Verständnis rüberbringen konnten. Bei mir scheiterte es bei meinen Modellen nämlich nie an der Technik, sondern am Wissen wo ich welche anwende, um das beste Ergebnis zu bekommen.
Hier mal das Ergebnis mit Lichtpunkten:

mehr oder weniger Fertig
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mit weiteren Grundfarben
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Nach diesem großen Punkt ging es der Dämonette ans Leder, aber da ich nun doch schon lange schreibe zähle ich die folgenden Kursinhalte nur noch kurz auf:
Vor jedem dieser Punkte gab es erst eine Präsentation mit Beispiebilder seiner Figuren und eine Vorführung der Technik am Lehrertisch:

  • Malen von Leder
  • Bemalung von Metall (mit extra Bling Bling)
  • Bemalung der Krallen mit einer sanfteren Art der Nass in Nass Technik
  • Hautverfärbungen (blaue Flecken, Säufernasen)
  • und Augen dämonischer und menschlicher Natur

ziemlich fertig
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Nun war unsere Dämonette zu 70-80% fertig (meiner fehlte noch der Mund, das war bisher nur ein lila Loch). Da langsam die Zeit davon lief (es war schon Nachmittag) kamen wir zum letzten Schritt, Baseabschluss:
Hierzu zeigte er uns wie man Pigmente einsetzt, Gras, Blätter, Blumen und ähnliches Zeug benutzt, die schnellste Art für klasse Rosteffekte (wirklich beindruckend: http://www.modelmates.co.uk/model-mates-weathering-products/pots-rust-effects/) und wie man Schleim oder Blut herstellt.
Ich habe im letzten Schritt nur noch ein wenig Gras und Blumen aufkleben können, da ich einen meiner blöden Schmetterlinge auf dem Boden suchen musste. Leider war dann auch schon die Zeit rum, und es ging zur Nachbesprechung und Gruppenfoto.
Hier noch kurz meine fertige Dämonette:

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Todmüde aber zufrieden ging es dann nach Hause.
Das Fazit steht ja schon oben, daher möchte ich hier nur nochmal Roman und Peter meinen Dank aussprechen und euch empfehlen den Kurs zu besuchen wenn sich die Gelegenheit bietet.

Sollte einer Fragen haben, nur raus damit. Eventuell poste ich hier später auch meine ersten Versuche nach dem Workshop an einer weiteren "Dämonette", diesmal die große Variante von Forgeworld.

Gruß, Kedo
 
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Danke für das Review! Wo war denn der Workshop? Ich würde liebend gerne mal bei so etwas teilnehmen da man dort bestimmt viel lernen kann. Deine fertige Mini mit Base sieht echt super aus, und das in 2 Tagen Workshop + Müdigkeit 😀

Wie war dein Wissen bezüglich Bemalung und der angewandten Techniken vor dem Workshop? Konntest du dir das gezeigte wirklich merken oder hast du nur mehr oder weniger nachgenmacht was dir angeschafft wurde?
 
Danke, ich bin auch recht zufrieden mit dem Ergebnis
Der Workshop war in Forchheim, habs noch in den Titel geschrieben. Wenn du die Gelegenheit hast geh hin, lernst echt viel. Es waren diesmal sogar recht viele Wiederholungstäter dabei, mind 6, mein Banknachbar war glaub zum 3. mal dabei.
Bis jetzt bin ich der Meinung ich konnte mir das meiste merken, aber das merke ich bald bei dem FW-Dämonen 😀
Die Techniken kannte ich schon vorher, (ausser Nass in Nass) nur wann was anwenden, und wozu hat halt gefehlt. Aber durch viel Fragen kam dann oft die "Erleuchtung"😀
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi!

Danke für,das Review! Hatte auch schon mal das Vergnügen an einem teilzunehmen. Ist aber leider schon zwei Jahre her. Hätte ich von diesem gewusst, wäre ich vllt auch gekommen. Liegt ja quasi fast um die Ecke.
Kann man aber immer empfehlen, dort teilzunehmen. Selten bei so entspannter Atmosphäre so viel gelernt.

@Herr Oberst
Bei Interesse, weitere Kurse findest du hier

so wie ich das damals verstanden habe, kann man auch versuchen, in seiner Nähe mit Absprache von Jarhead einen Workshop aufzuziehen. Man muss sich halt um den Veranstaltungsort und Unterkunftsmöglichkeiten kümmern.


Gruß, Jens