40k Savannenwind

Oberst Gordon

Codexleser
„Der Löwe ist der Radscha der Savanne, der Wind aber ist der Mogul des Himmels!“
- Almanach vom Leben in der weiten Jhap-tal

PROLOG

Mathilde gähnte leise und schloss das Buch. Die Kinder waren eingeschlafen und sie würde nun auch endlich zu Bett gehen. Es blitzte und das zuckende Aufleuchten erhellte die sonst kärglich beschienen Zimmer. Als Mathilde das Zimmer der Mädchen verließ donnerte es und der mächtige imperiale Aquila am Ende des Flures leuchtete kurz gespenstisch auf. Sie nahm den Kerzenhalter und ging den langen Flur von Barenton Hall hinab zum Hauptsaal, der die beiden Wohnflügel des palastähnlichen Anwesens von Lord und Lady Hamilton verband. Ein langer und kraftvoller Blitz erleuchtet erneut das Atrium, gefolgt von einem heftigen Donnerschlag. Mathilde horchte auf. War da ein Glas zersplittert?
„James?“ rief sie über die Veranda in das Atrium hinab, erhielt jedoch keine Antwort. Nur das prasseln des Kaminfeuers und das plätschern des Regens auf die großen Dachfenster war zu hören. Wieder gab es ein splitterndes Geräusch. Mathilde ging langsam die große Treppe in das Atrium hinab. Die beiden Flügel der Tür in die Arbeitsräume seiner Lordschaft standen offen und es flackerte aus dem Raum dahinter. Mathilde erbebte. Waren Einbrecher im Haus etwa ins Haus eingedrungen?
„James?“ ihre Stimme war weniger beherzt als vorher. Sie ergriff einen Kerzenleuchter, benutzte ihn als Keule und tastete sich weiter vorwärts. Nun drückte das Gewitter ihre Stimmung erheblich. Langsam schritt sie auf die Tür zu und schaute hindurch. Nichts. Der Schreibtisch seiner Lordschaft und die Schränke schienen unangetastet.
Es knallte laut, dann folgte ein dumpfer Schlag. Mathilde ging auf die Tür zu, hinter der die Geräusche zu hören waren. Sie zitterte und ihr Nacken kribbelte. Etwas zwang sie, nicht zu schreien und nicht zu fliehen. Etwas hielt sie fest, hinderte sie, um Hilfe zu rufen. Sie ging zur Tür und drückte auf die Klinke.

Eine dunkle Gestalt beugte sich über den am Boden liegenden Leichnam. Das Blut floss aus der Kehle des Opfers und färbte den Teppich mit dunklen Flecken. Die Gestalt bewegte sich schnell, sprang weiter auf den Gobelin an der gegenüberliegenden Wand zu. Ein Klicken war zu hören, dann ein Scharren. Die Gestalt erbebte, zitterte und witterte kurz. Dann riss sie den Gobelin von der Wand und dahinter wurde ein kleines, rechteckiges und vergilbtes Wandbild sichtbar. Die Ränder des Bildes schienen zu pulsieren, sich in unwirklichen formen zu bewegen und zu verschmelzen.
Die krallenbewehrte Hand der Gestalt glitt zaghaft, ja liebevoll über den Rahmen des Bildes und nahm es von der Wand. Es krachte. Die Gestalt zuckte zusammen, als die Tür aufgerissen wurde. Blitzschnell jagte sie auf die Person im Türrahmen zu und durchschnitt ihr nahezu ästhetisch und spielend schnell die Kehle, ehe sie einen laut von sich geben konnte. Die Verwunderung noch im Gesicht über das dunkle Etwas, das sie angegriffen hatte, fiel die Frau auf die Knie neben den ersten Leichnam. Die Gestalt erbebte. Eine lange Zunge umspielte im Schatten ihr widerliches Maul. Das war eine reiche Ernte für den Blutgott.

Mathilde öffnete noch einmal die Augen. Ein Röcheln hatte sie in die Gegenwart zurückgeholt. Was war hier geschehen? Warum war alles so nass und nebelig? Ihr ging auf, dass das Röcheln von ihr kam und dass sie in ihrem eigenen Blut lag. Ihre Hände waren rot vom Blut. James lag mit aufgerissenen Augen neben ihr. Sein Gesicht war wild verzerrt und überall war Blut. „Khorn….“ flüsterte eine heisere Stimme in Mathildes Gedanken. Sie hustete vor Verzweiflung noch mehr Blut und verlor wieder das Bewusstsein. Ihr letzter Gedanke kreiste um den zerrissenen Gobelin und den schwarzen Fleck dahinter. Das Bild…….

 
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Oberst Gordon

Codexleser
Es regnete, wie immer in dieser Jahreszeit. Die Menschen verrichteten ihre Geschäfte in einem schnelleren Tempo als sonst, obwohl sie sich nicht an dem kalten Nass störten. Die Kolonnaden waren überdacht und die langen und breiten Marquisen bildeten einen künstlichen Schirm in der gesamten Länge der Strasse und nur das Prasseln des Niederschlags erinnerte nach wenigen Minuten noch an das unwirtliche Wetter.
Die Cafes und Bars an der Promenade der Kolonnaden waren gut gefüllt. Die High Society der Makropole fand sich hier ein um den Genüssen des Lebens zu frönen. Ein Mann mit Bart und Brille saß in einem der äußeren Bereiche eines solches Cafes. Ein großes Stielglas mit rötlichem Whisky und eine Tasse dampfenden Tees standen vor ihm auf dem Tisch. Er las in der Tageszeitung, doch schien seine Aufmerksamkeit mehr an dem Treiben auf der Kolonnade interessiert zu sein. Er wirkte wie ein Mann mittleren Alters, obwohl er noch einen jugendlichen Glanz in seinen Augen zu haben schien. Er saß zurückgelehnt und rührte in seinem Tee. Trotz des noch frühen Tages trug er eine Sonnenbrille und blickte nur ab und an über deren Rand. Er grüßte einen Polizisten, der auf den Kolonnaden seinen Streifendienst verrichtete und trank.

„Haben sie noch einen Wunsch, Inspektor?“, fragte eine rothaarige, jung Frau ganz offensichtlich hibernischer Herkunft. Der Mann schüttelte freundlich lächelnd den Kopf. „Danke Molly“, er warf ihr zwei Credits zu, die das Mädchen geschickt auffing. Ihr Sommersprossen übersätes Gesicht leuchtete.

„Die Lady hat sie wohl versetzt? Ich habe nachher Schluss, wenn sie etwas Gesellschaft haben möchten ….“, sie beugte sich vielsagend vor. Der Inspektor lächelte milde. „Danke Molly, ich weis dein Angebot zu schätzen, Mädchen...“, er zögerte einen Moment. Dann zwinkerte er mit den Augen. Molly machte einen Schmollmund. „Nun gut, sie wissen nicht, was ihnen da entgeht“, sagte sie und verschwand im Schankraum.
Der Inspektor nahm das Stielglas mit Whisky und roch an der rauchigen Note des starken Getränks.
Noch während er die warme Flüssigkeit scotischen Brandschnapses in seinem Mund hin und her bewegte, meldete sich sein Kommunikator.
„Hier Deveraux“, brummte er missmutig.
„Sir, entschuldigen sie die Störung, aber wir haben einen 10/19 in Barenton Hall und sie haben Bereitschaft“, war eine weibliche Stimme am anderen Ende zu hören.
„Bin unterwegs“, murmelte er, stand auf und machte sich auf den Weg. Ein 10/19, das war ein Mord, nichts besonderes für einen leitenden Chief Inspector des Praetorian Central Investigation Department. Vielmehr der Ort des Geschehens bereitete Deveraux Sorgen. Barenton Hall war eines von zahlreichen großen und edlen Anwesen in den Wohnvierteln des Hochadels der Makropole. Lord Hamilton war der amtierende Staatssekretär für Wirtschaft, Finanzen und interstellarem Handel und bei Hofe sehr hoch angesehen. Deveraux wünschte sich fast wieder zu seiner Stammeinheit zurück. Doch die Royal Scotia Constabulary hatte seinem Versetzungsgesuch zum wiederholten Mal nicht stattgegeben. Also blieb ihm nichts anderes als bei dem örtlichen Adeptus der Hauptstadt seinen Dienst zu versehen. Und das tat er nun schon seit fünf Jahren. Lord Cardigan hatte ihn nach Praetoria Prime geholt, als es darum ging die Mordfälle des Rippers zu lösen. Deveraux war zu diesem Zeitpunkt noch junger Police Officer im Northern District, der sich jedoch durch das lösen kniffeliger Fälle einen kleinen Ruf erarbeitet hatte. Und dem galt es jetzt wieder gerecht zu werden.

Er verließ die Kolonnade, öffnete seinen Regenschirm und winkte sich ein Transporttaxi herbei. Die schwarze Limousine fuhr rasant vor. Der Fahrer trug einen roten Turban und war ganz offensichtlich kein Einheimischer.
„Wo hin, der Herr?“, fragte der dunkelheutige Fahrer.
„Barenton Hall, aber bitte plötzlich“, Deveraux bemühte sich nicht einmal um Freundlichkeit.
„Sehr wohl“, sagte der Fahrer und die Limousine setzte sich in Bewegung.
„Eine reiche Gegend das“, begann der Fahrer in dem kläglichen Versuch, Derveraux ein Gespräch aufzuzwingen.
„Mhmhm“, brummte dieser und achtete nicht weiter auf das Geplapper. Deveraux wusste nun, dass es sich um einen indiranischen Einwanderer handelte. Es waren freundliche, zumeist etwas aufdringliche Menschen.
Nach einer halben Ewigkeit, zumindest nach der Ansicht eines gewissen Inspektors, erreichten sie das noble Anwesen.
„Der Rest ist für sie“, sagte Deveraux und warf dem Fahrer 10 Credits hin.
Das Anwesen war von einer hohen Mauer umgeben. Einziger Eingang zum Innenhof war das große Portal. An der Tür standen zwei schwarz uniformierte Polizisten, die Deveraux erkannten und direkt in den Innenhof ließen. Die Spurensicherung und die Pathologischen Magi waren ebenfalls bereits anwesend. Der gothische Innenhof konzentrierte sich auf einen Springbrunnen in der Mitte auf dem wasserspeiende Gargoyle nach aussen ihre Fratzen schnitten. Deveraux suchte sich seinen Weg an den Wagen und Motorrädern vorbei zum Portal. Er wurde bereits von seinem Assistenten, Detectiv Constabler Dax erwartet.
„Sir, ein brutaler Mord“, begrüßte Dax ihn. Deveraux haste es, wenn Dax das tat. „Ich will den Fundort sehen“, sagte er und trat in die Halle des Atriums.
Innen waren Arbites der Polizei mit der Spurensicherung und der Befragung des Personals beschäftigt. Deveraux pfiff leise als er die Pracht des Atriums sah. Lord Hamilton hatte ohne Zweifel keine Mühen und Kosten gescheut. Er wartet bis Dax zu ihm trat und in Richtung der offen stehenden Tür zeigte. Der gesamte untere Raum des Atriums, wie auch das Büro des Staatssekretärs waren mit Mahagoni und tanithischem Nalholz vertäfelt. Die viktorianischen und gothischen Elemente ware wohl platziert. Das Büro, nach Deverauxs Ansicht schon ein eigener Saal, war über und über mit Büchern, Folianten und Datenkristallen in Regalen ringsherum voll gestopft. Hinter einem mächtigen Nalholzschreibtisch war ein wuchtiger Sessel und ein noch wuchtigerer Kamin. An den Wenden und auf Ständern und Vitrinen befanden sich archaische, aber auch neumodische Waffen. Am Kopfende des Schreibtisches kreuzten sich die Regimentsfahnen der hochköniglichen Leibgarde und der 14ten Praetorianischen Husaren. Eine weitere Tür zur linken stand offen. Deveraux zog sich Gummihandschuhe über bevor er den Tatort betrat.
Über die Gesichter der beiden Leichen waren Tücher ausgebreitet. Der Teppichboden war dunkel gefärbt und zeigte den Weg des geflossenen Blutes. An der gegenüber liegenden Wand war ein alter Gobelin zerrissen worden und lag nun auf dem Boden. Dahinter war, bis auf einen rechteckigen, schwarzen Fleck an der Wand, nur Mauerwerk. Deveraux beugte sich in die Hocke und hob das Tuch von der ersten Leiche.
Eine schöne und junge Frau, das Gesicht verzerrt. Er schloss ihr die Augen. Unterhalb ihres Kehlkopfes war ihr Hals fast ganz vom Rumpf getrennt worden. Ein sauberer Schnitt, vielleicht eine Energieklinge ?
„Mathilda Irene Henssen, 27 Jahre, geboren in Clydesdale, Hausdame 2ter Klasse“, rezitierte Dax aus seinem Notizbuch. Deveraux schwieg, während er das Gesicht der Frau zu deckte und sich dem Mann zuwandte.
„James Matthew Carmichal, 36 Jahre, geboren in Praetoria Prime, Stallknecht und Gartenmeister“, Dax stimme war nahezu emotionslos. Die Wunde an Carmichals Hals war ebenso wie die des Mädchens.
„Fingerabdrücke?“, fragte Deveraux.
„Wir haben nichts entdecken können, John“, sagte ein Mann mittleren alters der seinen Scanner einpackte. Deveraux erhob sich und zog die Gummihandschuhe ab. Er kannte Inspector Craddock lange genug um ihm zu vertrauen.
„Keine Fingerabdrücke, Fußspuren, Haare, DNS ?“
Craddock schüttelte den Kopf.
„Ich bin seit 25 Jahren bei der PCI, aber das ist mir noch nicht untergekommen. Der gesamte Raum ist sauber, John, sauber bis auf die Leichen und das da“, er zeigte auf den schwarzen Fleck an der Wand. Deveraux stutzte.
„Er ist also nicht alt?“
„Nein, er ist heute Nacht entstanden. Vielleicht hat dort etwas gehangen, ein Bild oder so..“, begann Craddock.
„Also ein Mord wegen einem Bild, vielleicht war es wertvoll?“, schlussfolgerte Dax.
Deveraux schürzte die Lippen und hob die Hand.
„Das glaube ich kaum. Es muss gebrannt haben, eigentlich sogar muss es verbrannt sein“, er schaute zu Craddock der den Kopf abermals schüttelte.
„Keine Asche auf dem Boden, John“.
Ein junger Polizist zwängte sich an Dax vorbei.
„Sir, Lord Cardigan möchte sie sehen.“ Jetzt staunten alle. Deveraux hob die linke Augenbraue und schaute zu Carddock der nur mit den Schultern zuckte.
„Nun gut, dann wollen wir mal“, sagte Deveraux und folgte zusammen mit Carddock und Dax dem Polizisten.
Während sie zurück zum Atrium gingen ernteten sie mehrer mitleidige Blicke ihrer Kollegen und im Hintergrund war laute und wütende Stimme eines befehlsgewohnten Mannes zu hören.

„Das ist unerhört! Wie können Sie, Cardigan, und ihre Behörde es wagen dieses Haus mit ihrer Gegenwart zu beschmutzen“, ein aufgebrachter, älterer Mann in der dunklen Galauniform eines Praetorianischen Husaren stand wutschnaubend vor einem ruhigen, alten Mann in schwarzer Uniform mit wenigen Abzeichen. Zwei weitere Offiziere, ein Colonel und ein junger Lieutenant standen am Rand. Sie hatten die gleiche Uniform wie der Schimpfende.
„Wir wagen es, um der Gerechtigkeit nach zu kommen, Mylord, zwei Morde, ob in dem Haus eines königlichen Lords oder nicht, haben die Angewohnheit die Aufmerksamkeit der Polizei seiner Majestät und des imperialen Adeptus Arbites auf sich zu ziehen“, sagte Deveraux selbstsicher und betrat den Raum. Lord Cardigan sah ihn flehend und bittend an. Die beiden Offiziere am anderen Ende des Raumes blickten hochnäsig auf ihn herab, während der andere Mann, ganz offensichtlich der Hausherr Lord Hamilton seinen Zorn auf Deveraux ausweitete.
„Wer sind sie, das sie es wagen sich hier wie ein König aufzuführen?“, fauchte Hamilton.
„Chief Inspector John Deveraux, Mylord, Royal Scotia Constabulary beim Central Investigation Department seiner Majestät”, stellte sich Deveraux vor.
Lord Hamilton setzte einen spöttischen Tonfall an.
„Ein Scote ! In meinem Haus !“
Deveraux setzte zu einer bitten Antwort an, doch Cardigan schüttelte sachte den Kopf.
„Lord Hamilton, ich muss doch sehr bitten. Dieses Verhalten ist nicht das, was einem königlichen Peer, Staatsminister und Offizier seiner Majestät zu steht“, begann er mit ruhiger aber bestimmter Stimme.
Hamilton blickte aus dem Fenster.
„Mein Ruf, Lord Cardigan, ist ruiniert“, sagte er leise und verbittert.
„Und wo waren ihre Sicherheitskräfte als dieses Unglück geschah? Ich bezahle einiges um mich der Sicherheit des Adeptus versichern zu können, und dennoch ist es geschehen“, Cardigan blickte zu Craddock.
„Die Alarmanlagen sind nicht ausgelöst worden, Mylord“, erklärte dieser.
„Chief Inspector?“, fragte Cardigan Deveraux.
“Wir haben nichts. Keine Spuren, keine Fingerabdrücke, nur zwei Leichen und….“, er wurde unterbrochen.
„Was soll das ganze, zwei Menschen sind Tod und sie haben keine Spuren?“ Hamilton schaute fragend auf.
Deveraux räusperte sich.
„Wir haben zwei Leichen die auf brutale Art und Weise ermordet wurden. Und wir haben die Spuren an der Wand, leider …“, er wurde wieder unterbrochen.
„Welche Spuren an der Wand ?“, fragte Hamilton.
„Hinter dem Gobelin, Mylord“, begann Deveraux vorsichtig.
„Als wenn ein Bild gebrannt hat. Doch es sind keine Aschespuren, geschweige denn Spuren des Gemäldes zu finden“, er musterte Lord Hamilton eingehend.

Dieser wandte sich an seine beiden Adjutanten.
„Lieutenant, sagen sie bitte Lady Hamilton das es den Kindern gut geht und die Gesellschaft soll nicht mehr auf mich warten“, der junge Lieutenant salutierte zackig, blickte kurz zu Lord Cardigan, dem Colonel und Deveraux und verließ den Raum.
„Acht Ohren, Cardigan“, sagte Hamilton und öffnete den Humidor auf einem Seitenschrank.
Cardigan machte Deveraux zeichen, welcher wiederum Dax und Craddock hinausschickte. Dax schloss die Tür mit einem letzten Blickkontakt zu Deveraux.
„Rauchen sie, Chief Inspector ?“, fragte Hamilton und bot Deveraux eine Zigarre an. Dieser nahm eine, steckte sie jedoch in sein Jackett.
„Ich denke sie kennen meinen Stellvertreter noch nicht, Inspector. Das ist Sir Charles Wickers“, der Colonel schüttelte Deveraux die Hand und lächelte gequält.

„Sie müssen zugeben, Mylord, das die ganze Angelegenheit langsam sehr mysteriös wird“, begann Deveraux selbstsicher und erntete dafür von Lord Cardigan eine Stirnfalte. Hamilton stand auf und löste die Spangen seiner Husarenuniform. Er warf die Attika über seinen Sessel, nahm einen Dekanter mit einer goldenen Flüssigkeit und vier Gläsern. Dann setzte er sich in den Sessel am Kopfende des Sitzgruppe. Sowohl Wickers als auch Deveraux setzten sich ihm gegenüber auf das Sofa, während Cardigan auf dem zweiten Sessel platz nahm.
Hamilton verteilte den Whisky, gab jedem ein Glas und setzte sich, nachdem er die Zigarre angesteckt hatte und die ersten Rauchfahnen in die Luft blies.
„Mysteriös, Inspektor, ist wohl der richtige Ausdruck“, begann Hamilton.
„Kennen sie die aktuellen politischen Entwicklungen, Deveraux?“, fragte Hamilton.
Dieser zögerte und nickte dann.
„Natürlich nicht alles. Ich weis das in den Sabbatwelten ein Kreuzzug gegen das Chaos tobt und das die Kandahar Field Force ebenfalls gegen einige Renegaten zu Felde zieht“, begann er. Hamilton nickte.
„Wickers und ich, wir sind alte Waffenbrüder und Weggefährten. Bevor mich der König zurück nach Praetoria beordert hatte, taten wir im Hauptquartier von Lord General Gordon dienst“, begann Hamilton. Deveraux und Cardigan hörten interessiert zu.
„Um genau zu sagen, waren wir an der Befriedung von Arslan III beteiligt. Es war unsere Aufgabe die feindlichen Linien bei Erobal ins Wanken zu bringen und damit den nach stoßenden Hauptkräften den Weg zu ebnen“.
„Das Massaker von Erobal, das 20te Praetoria war daran beteiligt“, sagte Cardigan. Hamilton nickte.
„Ja, die guten Zwanziger ! Sie führten den Hauptschlag in der Schlacht. Aber das ist nicht der Grund warum ich darauf zu sprechen komme. Wickers und ich leiteten eine Abteilung der Militärischen Abwehr. Unser Einsatzkommando hatte den Auftrag die abtrünnigen Ordinati und Honoratioren des ketzerischen Glaubens an den Mahdi zu jagen und zur strecke zu bringen“, Hamiltons Stimme versiegte. Er nickte Wickers zu. Dieser stellte seinen Whisky zur Seite und räusperte sich.
„Was der General ihnen sagen will ist, wir haben die größte Gruppe der ketzerischen Verräter stellen können. Dabei wurden wir jedoch von Einheiten der Inquisition unterstützt. Ich kann ihnen nicht sagen, was passierte, aber zum Schluss fanden wir keinen mehr. Weder lebend noch Tod. Wir fanden in der nähe diese Sanctums der Niederhölle nur den Schatz der Mogule von Arslan. Das Bild was hier in diesem Haus gehangen hat, war eine Datenaufnahme der damaligen Einsatzgruppe. Sieben Offiziere, 18 Unteroffiziere und mehrere Adepten des Adeptus Administratums“, erklärte der Colonel weiter.
Cardigan und Deveraux wechselten kurz Blicke.
„Was, Mylord, hat das mit dem Mord zu tun ?“, setzte Deveraux nach. Wickers zuckte mit den Schultern und bließ einen Rauchring in die Höhe.
„Rache an seiner Lordschaft ?“, setzte er an.
„Das wäre ein Motiv, aber ob es ausreichend ist…“, entgegnete Deveraux skeptisch.
„Es wird ausreichend sein müssen“, sagte Lord Hamilton bestimmend.
„Wir erwarten in den nächsten Tagen bei Hofe einige Gesandte des Kriegsherren Macaroth. Ausserdem stehen mehrere Verhandlungen mit den Handelsgilden an. Ich und die praetorianischen Lokalregierung können es sich nicht leisten, dass diese Morde aufgespielt werden“, er schaute zu Cardigan.
Der Chef der praetorianischen Polizei und des Adeptus Arbites nickte.
„Wir werden unsere Ermittlungen fortführen. Aber über die Angelegenheit wird stillschweigen bewahrt. Wir werden es offiziell als Beziehungsdrama deklarieren. Das sollte ihrem Ruf nicht allzu viel Schaden“. Hamilton nickte zustimmend.
„Ich möchte eine Liste der Namen der damaligen Expeditionsteilnehmer und einen Auszug der Kriegstagebücher“, sagte Deveraux.
„Das sollte möglich sein“, bestätigte Colonel Wickers.
„Nun gut, wir sind uns also einig. Ich gehe davon aus, Cardigan, dass sie einen fähigen Mann für die Angelegenheit haben?“, fragte Hamilton.
„Er sitzt vor ihnen, Chief Inspector Deveraux wird die Ermittlungen selbst durchführen“, bestätigte Lord Cardigan. Deveraux sagte nichts.
„Nun gut, um so besser, oder nicht?“, Hamiltons Stimmung schien sich von jetzt auf gleich positiv verändert zu haben. Doch Deveraux wusste, das praetorianische Adlige dazu erzogen wurden, schnell die Gesichter zu wechseln, böse Zungen behaupteten ein Esquire können schneller seiner Laune wechseln, als eine Ladezelle eines Lasergewehres schießen.

wird fortgesetz
 
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Sarash

Hüter des Zinns
Gefällt mir doch ganz gut, auch wenn es wieder ein Krimi in 40K ist. Die sprießen geradezu aus dem Boden. Allerdings gefallen mir deine Beschreibungen und die ganze Atmosphäre.
Nur die ganzen Englischen Wörter stören ein wenig. Kannst du nicht dasselbe gut auf Deutsch ausdrücken?
Ich lese weiter.
 

Oberst Gordon

Codexleser
Hi,

also es ist nicht nur ein Krimi....der Krimi ist ein Rahmen. Aber ich erzähl mal nicht zu viel.

Ja, ok ich habe lange hin und her versucht. Nach meiner eigenen Überzeugung glaube ich, dass die konsequente Umsetzung der englischen Wörter auch das Stimmungsbarometer hält.
Nehmen wir "Royal Scotia Constabulary".
Zu deutsch in etwa:
Königlich Scotische Polizei. Könnte man schreiben..ok...aber..irgendwie ist für mich die Stimmung nicht mehr da. Das aber auch nur am Rande...
ich freue mich, dass es euch ein wenig zusagt. So gut schreibe ich glaube ich nicht, aber es baut mich auf..danke !! Und Fortsetzung kommt auf jeden Fall..brauche noch was Zeit ;-)
 

Oberst Gordon

Codexleser
hat doch noch ein wenig geklappt..... ;-)

Der Regen hatte nachgelassen und Nebel stieg auf. Deveraux und Lord Cardigan verließen das Anwesen von Barenton Hall. Constabler Dax wartete mit einer Dienstlimousine vor dem Portal.
„Sie werden sich der Sache annehmen, Deveraux“, brach Cardigan das schweigen. Dax stieg aus dem Fahrzeug und öffnete Cardigan die Hintertür.
„Natürlich, Mylord“, entgegnete Deveraux. Cardigan hielt inne.
„John, ich habe sie immer gefördert und ich weis, dass sie einer der besten Offiziere in meinem Kader sind. Ich verlasse mich auf sie. Es dürfte klar sein, dass die Antwort nicht hier zu suchen ist. Wir können von Glück sagen wenn die Inquisition nicht doch noch Wind von der Sache bekommt“, fuhr Cardigan fort.
Sie stiegen beide ein .
„Das schlimmste was uns jetzt passieren könnte, wäre einer dieser wild gewordenen Mordbrenner ohne Sinn und Verstand“, fauchte Cardigan weiter.
„Mylord“, begann Deveraux.
„Ach John, sie haben keine Ahnung“, fuhr Cardigan unbeeindruckt fort.
„Der Hohe Senat von Terra hat erneut Regiment angefordert. Im ganzen Königreich, hier auf Praetoria Prime angefangen über Scotia, Hibernia und Alba, werden Regimenter gegründet. Der Delija - Sektor ist immer noch nicht befriedet und der Kreuzzug in den Sabbatwelten schreitet in eine neue Phase und Praetoria hat klare Verpflichtungen. Wir können uns jetzt keine Bedrohung im Inneren leiste“, er blickte Deveraux eindringlich an. Dieser war bei den letzten Worten seines Vorgesetzten leicht zusammengezuckt.
„Mylord, wie meinen sie das ?“
„Tun sie nicht so, als wenn sie nicht wüssten, dass die erzkonservativen Elemente nicht an der Regierung nagen würden. Es ist das Chaos was uns alle vor den Spiegel stellt und uns glauben zu machen sucht, wir wären gesund, sind es aber nicht. Der Delija – Sektor und die Indira – Systeme sind wichtiger Bestandteil des hohen Königsreiches über die Praetorianischen Sektoren hier im Segmentum. Der Senat hat vor 500 Jahren dem Gouverneur und Hohen König Praetorias dieses Regierungsrecht eingeräumt. Es ist ganz offensichtlich, dass die Morde in Lord Hamiltons Haus an den Grundfesten unserer Gesellschaft rütteln“, Cardigan blickte aus dem Fenster in die verregneten Straßen. Deveraux wollte etwas sagen, schwieg jedoch. Zuviel war gesagt worden und seine Gedanken hatten sich von einem Mord in ein großes Nichts verwandelt. Er blickte ebenfalls hinaus und zählte erst die vorbeihuschenden Lichter der Straßenlampen. Das Chaos. Deveraux dachte plötzlich an die beiden Leichen, die junge Frau und den Mann. Opfer des Chaos ?
Cardigan räusperte sich.
„Geben sie ihre laufenden Fälle an Craddock und Miller ab“, unterbrach er Deveraux Gedanken.
„Mylord ?“
„Und machen sie und Dax sich auf eine längere Reise bereit. Ich werden morgen ihre Versetzung zur Royal Indira Field Force bestätigen“, Dax blickte in den Rückspiegel zu Deveraux. John Deveraux hatte sich im Griff. Er hatte Fragen, doch er wusste das eine Diskussion zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn machen würde.
„Packen sie das Übel an der Wurzel, John, ich verlasse mich auf sie.“
 

Oberst Gordon

Codexleser
und noch was.....

KAPITEL 1
Hauptgarnison Kandahar Field Force
Delija Prime - Delija Sektor


Die Sonne brannte heiß und unerbittlich. Von Horizont zu Horizont zog sich der hellblaue Himmel ohne auch nur ein Anzeichen von Wolken erkennen zu lassen. Durch Winde und Hitze spiegelten sich in der Ferne die weiten Silhouetten großer Städte und Paläste, sowie die Formen großer Oasen in der weiten Steinebene, welche eine Art künstliche Grenze zwischen der weiten Wüste und der Savanne bildete. In der Steinebene, die Einwohner nannten sie nur die „Jhap-tal“, lebten allerhand Tiere aus Savanne und Wüste gleichermaßen. Zahlreich, gefährlich und ungefährlich, fanden sie in der Jhap-tal ein reichhaltiges durch die planetare Evolution entstandenes Habitat. Obwohl die einheimische Bevölkerung durch jahrtausendelange Symbiose eine allmähliche Anpassung an die Flora und Fauna entwickelt hatte, konnten Außenstehende nur mit guter Vorbereitung und einem ortskundigen Führer überleben. Denn das Leben in der Jhap-tal war rau und hart. Nur wenige Stämme lebten in den kargen Tälern. Die meisten lebten in den fruchtbaren Ebenen der Savannenlandschaft der Ravi Shankar oder den gemäßigten Regionen der Nord- und Südhalbkugel des Planeten.

Es gab auch Elemente in der Jhap-tal, die nicht in dieses Bild passten. So zum Beispiel die auf einem Dünenkamm aufgereihte Gruppe von mehreren Gestalten, in Reih und Glied, die über die weite Steinebene der Jhap-tal vor ihnen auf die ferne Gebirgskette der dahinter liegenden Savanne blickten. Selbst dem alten, in der Jhap-tal jagenden Savannenlöwen, mehrere hundert Fuß weiter zur Linken, war klar, dass sich unter dieser Gruppe keine Nahrung für Ihn finden lassen würde. Dennoch war er neugierig und fragte sich was diese Wesen auf der Düne wollten. Hätte er die Sprache verstanden, hätte er sich einen Reim daraus machen können, so jedoch gelangweilt und verunsichert, fand er in an einem überdimensional großen Gecko mehr gefallen. Schnell entfernte er sich und jagte den Gecko in die Wüste, hinauf auf die Dünen.

„Hm, verdammt noch mal Junge, das ist nicht Khandrapur“, der erste Reiter, ein alter Soldat mit einem langen gewundenen Schnurrbart und einem sonnengebräuntem Gesicht nahm seinen Tropenhelm ab und wischte sich den Schweiß mit seinem Halstuch von Stirn und danach Dreck von der Sonnenbrille. Der zweite Reiter nährte sich ihm und runzelte die Stirn, während er seinen Sonnenbrille hob und sich im Sattel seines bionisch motofiziertem Reitpferdes aufstellte um einen besseren Überblick zu erhalten.
„Das bringt auch nichts“, schnaubte der Alte und schob sich einen Priem in den Mund. Der Andere, weitaus jünger, setzte sich zurück in den Sattel und zog einen Datenauspex aus der Reittasche.
„Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du mich vor den Anderen nicht mit `Du` anreden sollst, und wir haben uns nicht verfranzt. Wir sind auf der großen Düne, hier. Die Straße nach Khandrapur verläuft genau 10 Meilen weiter nördlich in diese Richtung“, er zeigte mit seiner behandschuhten Hand nach Norden auf die Gebirgskette und das Savannenland. Unter seinen Axeln färbte sich der beige Uniformstoff dunkel. Der Alte ritt einmal um ihn herum und blickte nach Norden.

„Wie du meinst, Lieutenant“, raunte er knapp, spukte in den Sand, wendete sein Pferd und gellte einen Befehl an den Reitertrupp. „In zweier Reihe“, knurrte er und die zwanzig Reiter setzten sich wieder in Marsch. Die Wimbeln der Lanzen baumelten lustlos an den langen Stangen und machten den Eindruck jeden Moment abzufallen. Der junge Lieutenant, sein Name war Gorm Harno, ritt noch mal auf den höchsten Punkt des Dünenkamms und sah zurück in die Wüste. Er wusste, es bestand die reale Gefahr, dass sie verfolgt wurden, doch durch sein langes Manöver des „verfranzen“ wie es Hawkins so gern nannte, hoffte er Zeit und Raum gewonnen zu haben. Außerdem sollte es etwaigen Verfolgern in der Steinwüste schwerer fallen, sie an Hand von Spuren zu verfolgen.

Er sah kurz einen Löwen der einen Gecko erlegt hatte. Gorm dachte daran, dass die Praetorianer nicht nur dieses Tier als Wappen hatten, sondern auch, abgesehen von der Tatsache dass sie nicht in diese Wüste gehörten, alle Eigenschaften dieses Wesens verkörperten. Doch Delija war nun mal eine Wüsten- und Savannenwelt, heiß, unerbittlich und lebensfeindlich. Nur die Rohstoffe, und derer gab es mehr als genug, waren es Wert sich mit diesem Planetensystem zu befassen. Das Adeptus Administratum, das Adeptus Mechanicus, ja sogar die Freihändlergilden hatten wegen der Bergbaukonzessionen mehrere Stützpunkte auf dem Planeten errichtet. Und nun lag es in den Händen der Soldaten der Imperialen Armee diese Privilegien und Einrichtungen zu beschützen. Denn auch wenn Delija ein Teil des Imperiums war, so gab es leider Gruppierungen und Elemente im ganzen Sub -Sektor, die mit diesem Fremdanspruch nicht einverstanden waren und sich zur Wehr setzten. Eine dieser Gruppierungen verfolgte sogar ganz eigene Pläne und lebte nach einer alten Prophezeiung, dass ein Erlöser, der Amradawisch, kommen würde, der sie von dem Joch der Unterdrückung befreien sollte. Das Klischee war nicht neu, dennoch brutale Realität. Aber nicht alle Mogule und Radschas von Delija legten die alten Schriften so aus. Die Mogulherren von Jor hatten den Hohen Senat von Terra um Hilfe gebeten und Terra hatte durch die harte und disziplinierte Hand Praetorias geantwortet.

Gorm wendete sein Pferd und ritt der trägen Staubwolke hinterher. Das Klirren der Waffen und das Quietschen der Ledersättel waren nicht zu überhören und war ein beständiger Begleiter. Er ritt an der Kolonne vorbei, zurück an die Spitze neben Hawkins. „Ich frage mich, warum Major Wimsay gerade uns auf diese Patrouille geschickt hat“, murmelte er zum wiederholten Mal. Hawkins antworte nicht direkt, wie stets. Er war schon lange bei den Rotröcken, wie man die Praetorianische Garde zu Hause liebevoll nannte. Und sie waren auch hier auf Delija die Garde, auch wenn der rote Rock dem beige und khaki der Wüste gewichen war.
„Der Imperator beschützt“, brummte Hawkins als Antwort und überraschte Gorm damit.
„Seit wann kümmerst du dich um deinen Glauben?“, fragte er verwundert.
„Seit dem mich der Colonel gebeten hat, dich nicht aus den Augen zu lassen, Junge, und da habe ich gelernt, das ein Glaube vor deinen Eskapaden schützen kann“, er grinste.
Gorm verzog das Gesicht.
„Viscount Sidmouth hat das Versprechen, dass er meinem Vater gegeben hat, offenbar sehr ernst genommen, wie?“ er grinste und gab seinem Tier die Sporen. Der Trupp viel in einen leichten Trab, der sowohl Mensch als auch Tier ein wenig beflügelte. Wobei die Aussicht auf eine nahende Heimkehr ebenfalls eine Rolle spielte.


Die Steinebene der großen Jhap-tal erstreckte sich wie ein breiter Gürtel zwischen der großen Sandwüste und der Ravi Shankar. Sie hatte die Querschnittfprm eines Tales, der Boden senkte sich von der Wüste kommend und hob sich zur Savanne wieder auf mehrere 100 Yards hin an.
Die Kolonne hatte ein stabiles Tempo erreicht und passierte die Geröllfelder. Alte Karawanenwege nachten es der Kolonne nun einfach, das Steintor von Alap zu finden. Die Jhap-tal endete zur Savanne mit einem langen und großen Steinwall, dem Alla Rakha. Nach dem Angaben der Vermessungsbeamten des Adeptus Ministorums und den Prospektoren der Bergbaugilde, handelte es sich dabei um eine natürlich entstandene Steinverwerfung alter Vulkane. Jedenfalls erhoben sie sich wie ein Steinzaun mit hohen Zacken am Ende der Jhap-tal. Für Gorm war dies immer wieder ein erhebender und gewaltiger Anblick. Die Karawanenstraße machte vor der Erhebung, auf dem das Steintor lag, einen Knick nach Osten. Hier ließ Gorm die Eskadron halten und schickte Hawkins als Spähtrupp voraus. Er hatte schnell gelernt, dass auch die besten klassischen Taktiken der Garde auf Delija keinen Wert hatten, wenn man sie falsch einsetzte. Das Ausspähen, auch wenn eine relative Sicherheit gegeben war, gehörte einfach dazu. Es dauerte nicht lange und der Trupp um Hawkins kehrte zurück. Der alte Sergeant Major schien nicht ganz zufrieden. „Das Tor selbst ist frei, aber es nähern sich Reiter aus Nordwest. Wir konnten nicht erkennen wer.“
„Wir werden vorsichtig sein“, antwortete Gorm. Dann setzte die Eskadron die Anhöhe zum Tor hinauf und passierte es. Kaum das sie es durchquert hatten, wichen die sandigen und steinigen Böden der Jhap-tal dem niedrigen Savannengras. In einiger Entfernung standen bereits die ersten Gruppen von Kiefern, Zypressen und Zedern. In der Ferne schimmerten die Khandraberge der Mittagssonne. Gorm ließ Wachen aufstellen und den Rest der Eskadron in einiger Entfernung zum Tor absitzen und in Schützenstellung gehen.
Gorm selbst stellte sich, auf einem Grashalm kauend, an den Straßenrand und prüfte die Kapazität der Zellen seiner Laserpistole. Er hatte bereits einige Kampfhandlungen durch gestanden, doch die Nervosität musste er immer noch bekämpfen. Wenn du aufhörst, nervös zu sein, hatten die Dozenten von Sandringhurst stets gebetsmühlenartig wiederholt, dann hörst du auf, gut zu sein. Dennoch entspannte er sich merklich, als er die Banner und Fahnen der ankommenden Reiter erkannte.

„Es sind die Attilaner!“, rief er Hawkins zu und wenige Augenblicke später ritt eine ganze Schwadron dieser wilden Reiterkrieger in den Farben des Imperiums heran. Ein Reiter löste sich von der Spitze und blieb vor Gorm stehen. Ein mächtiger Schnurr- und Kinnbart teilte das Gesicht, in dem sonst nur die schräg stehenden Augen und die bronzene Haut dominierten.
„Amir Khan!“, rief Gorm und salutierte gegenüber dem Führer der Gruppe, einem Offizier im vergleichbaren Rang eines Captains. Die Attilaner waren wilde Reiterkrieger, die im Dienst des Imperiums standen. Sie hatten das Gefecht zu Pferde perfektioniert. Diese Einheiten waren dem 20ten Praetoria während des Feldzuges angegliedert worden.
„Der junge Lieutenant!“, begrüßte ihn Amir Khan mit seinem harten, niedergothischen Dialekt. Er sprang vom Pferd und reichte Gorm den Arm. Der praetorianische Lieutenant kannte die Sitte sich am Ellbogen zu berühren als eine intimere Form des Grußes.

„Was gibt es neues, Amir Khan?“ fragte Harno. Der Attileaner lächelte milde. „Vieles ist in Bewegung. Zuviel um es in wenigen Minuten auszusprechen“, antwortete er. Gorm schaute ihn enttäuscht an. „Wenn es soviel ist, dann sagt mir wenigstens, wohin man euch kommandiert hat?“
Der Attileaner runzelte die Stirn. „Ihr wart 6 Tage fort, also könnt ihr es nicht wissen. Die Mandraken haben im Süden mehrere Dörfer überfallen. Wir haben den Auftrag eine Vergeltungsaktion durchzuführen“, Amir Khan nahm die Zügel seines Pferdes, dass die ganze Zeit fast regungslos neben ihm gestanden hatte.„Es geht das Gerücht um, dass der Lord General eine Garnison in Calandra errichten will“, fügte er hinzu, während er sich zurück in den Sattel hob. „Ihr solltet euch beeilen und heute noch zum Hauptquartier zurückkehren“, er ließ sein Pferd im Kreis gehen.„Sehen wir uns in Khandrapur?“, fragte Gorm.
„Spätestens zum Fest des Safrans“, rief Amir Khan und galoppierte davon. Gorm sah ihn das Steintor passieren, dann war der Attileaner verschwunden.
 
Zuletzt bearbeitet:

Sarash

Hüter des Zinns
Gut, aber könntest du bitte immer nur einen Teil posten?!

Der zweite Teil gefält mir ganz gut, beim ersten muss ich alerdings fragen, weshalb dieser Mord ihre Gesellschaft denn in ihren Grundfesten erschüttert?
 

Rawke

Tabletop-Fanatiker
Oh-oh...ich sehe Namenskonflikte aufkommen, Gordon!:)

Gefällt mir bis jetzt ganz gut, habs aber gerade erst entdeckt und bin noch nicht mit dem Lesen durch, aber dein Praetorianerfluff war ja sowieso nicht schlecht (sowohl im Lex als auch in deinem Blog).
 

Oberst Gordon

Codexleser
Gut, aber könntest du bitte immer nur einen Teil posten?!

Der zweite Teil gefält mir ganz gut, beim ersten muss ich alerdings fragen, weshalb dieser Mord ihre Gesellschaft denn in ihren Grundfesten erschüttert?

Ok, dass ist natürlich jetzt der Fluff der ganzen Geschichte. Die Praetorianer nach meiner Vorstellung sind defintiv dem viktorianischen Zeitalter des britischen Empires nachempfunden. In der britischen Gesellschaft war es der Polizei nicht so einfach möglich überhaupt Untersuchungen in dem Haus eines Peers (Lords) anzustellen. In meiner Geschichte sah das schon ein wenig anders aus, wobei z.B. Lord Hamiltons Wutausbruch auch hier einen Hinweis geben soll.
Aber ein Mord im Haus eines Adligen udn wichtigen Staatsmannes, das ist schon richtig die Gerüchteküche wert.
Warum Cardigan das so theatralische ausdrückt, wer weis. Es kann auch daran liegen, dass man so gut wie kein Spuren gefunden hat und das ominöse Bild ist ja weg. Deverauxs Suche beginnt.....
 

Sarash

Hüter des Zinns
Ok, kapiert.

Habe ich übrigens erwähnt, dass ich nicht viel für die Inselaffen übrig habe.
Außer GW, Rugby und ihrer Superleichten sprache haben die nicht viel gutes hervorgebracht.:p:p

Spaß beiseite. Dann kann jetzt weiteres kommen. Aber bitte nur ein Teil, ja.
 

Oberst Gordon

Codexleser
Das ist doch nicht schlimm...das du nicht viel für sie übrig hast. Ich mag sie...jedem das seine :lol:

Woita ein Stück...

KAPITEL 1

Die Sonne brannte heiß und unerbittlich. Von Horizont zu Horizont zog sich der hellblaue Himmel ohne auch nur ein Anzeichen von Wolken erkennen zu lassen. Durch Winde und Hitze spiegelten sich in der Ferne die weiten Silhouetten großer Städte und Paläste, sowie die Formen großer Oasen in der weiten Steinebene, welche eine Art künstliche Grenze zwischen der weiten Wüste und der Savanne bildete. In der Steinebene, die Einwohner nannten sie nur die „Jhap-tal“, lebten allerhand Tiere aus Savanne und Wüste gleichermaßen. Zahlreich, gefährlich und ungefährlich, fanden sie in der Jhap-tal ein reichhaltiges durch die planetare Evolution entstandenes Habitat. Obwohl die einheimische Bevölkerung durch jahrtausendelange Symbiose eine allmähliche Anpassung an die Flora und Fauna entwickelt hatte, konnten Außenstehende nur mit guter Vorbereitung und einem ortskundigen Führer überleben. Denn das Leben in der Jhap-tal war rau und hart. Nur wenige Stämme lebten in den kargen Tälern. Die meisten lebten in den fruchtbaren Ebenen der Savannenlandschaft der Ravi Shankar oder den gemäßigten Regionen der Nord- und Südhalbkugel des Planeten.

Es gab auch Elemente in der Jhap-tal, die nicht in dieses Bild passten. So zum Beispiel die auf einem Dünenkamm aufgereihte Gruppe von mehreren Gestalten, in Reih und Glied, die über die weite Steinebene der Jhap-tal vor ihnen auf die ferne Gebirgskette der dahinter liegenden Savanne blickten. Selbst dem alten, in der Jhap-tal jagenden Savannenlöwen, mehrere hundert Fuß weiter zur Linken, war klar, dass sich unter dieser Gruppe keine Nahrung für Ihn finden lassen würde. Dennoch war er neugierig und fragte sich was diese Wesen auf der Düne wollten. Hätte er die Sprache verstanden, hätte er sich einen Reim daraus machen können, so jedoch gelangweilt und verunsichert, fand er in an einem überdimensional großen Gecko mehr gefallen. Schnell entfernte er sich und jagte den Gecko in die Wüste, hinauf auf die Dünen.

„Hm, verdammt noch mal Junge, das ist nicht Khandrapur“, der erste Reiter, ein alter Soldat mit einem langen gewundenen Schnurrbart und einem sonnengebräuntem Gesicht nahm seinen Tropenhelm ab und wischte sich den Schweiß mit seinem Halstuch von Stirn und danach Dreck von der Sonnenbrille. Der zweite Reiter nährte sich ihm und runzelte die Stirn, während er seinen Sonnenbrille hob und sich im Sattel seines bionisch modifiziertem Reitpferdes aufstellte um einen besseren Überblick zu erhalten.
„Das bringt auch nichts“, schnaubte der Alte und schob sich einen Priem in den Mund. Der Andere, weitaus jünger, setzte sich zurück in den Sattel und zog einen Datenauspex aus der Reittasche.
„Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du mich vor den Anderen nicht mit `Du` anreden sollst, und wir haben uns nicht verfranzt. Wir sind auf der großen Düne, hier. Die Straße nach Khandrapur verläuft genau 10 Meilen weiter nördlich in diese Richtung“, er zeigte mit seiner behandschuhten Hand nach Norden auf die Gebirgskette und das Savannenland. Unter seinen Axeln färbte sich der beige Uniformstoff dunkel. Der Alte ritt einmal um ihn herum und blickte nach Norden.

„Wie du meinst, Lieutenant“, raunte er knapp, spukte in den Sand, wendete sein Pferd und gellte einen Befehl an den Reitertrupp. „In zweier Reihe“, knurrte er und die zwanzig Reiter setzten sich wieder in Marsch. Die Wimpeln der Lanzen baumelten lustlos an den langen Stangen und machten den Eindruck jeden Moment abzufallen. Der junge Lieutenant, sein Name war Gorm Harno, ritt noch mal auf den höchsten Punkt des Dünenkamms und sah zurück in die Wüste. Er wusste, es bestand die reale Gefahr, dass sie verfolgt wurden, doch durch sein langes Manöver des „verfranzen“ wie es Hawkins so gern nannte, hoffte er Zeit und Raum gewonnen zu haben. Außerdem sollte es etwaigen Verfolgern in der Steinwüste schwerer fallen, sie an Hand von Spuren zu verfolgen.

Er sah kurz einen Löwen der einen Gecko erlegt hatte. Gorm dachte daran, dass die Praetorianer nicht nur dieses Tier als Wappen hatten, sondern auch, abgesehen von der Tatsache dass sie nicht in diese Wüste gehörten, alle Eigenschaften dieses Wesens verkörperten. Doch Indira IVwar nun mal eine Wüsten- und Savannenwelt, heiß, unerbittlich und lebensfeindlich. Nur die Rohstoffe, und derer gab es mehr als genug, waren es Wert sich mit diesem Planetensystem zu befassen. Das Adeptus Administratum, das Adeptus Mechanicus, ja sogar die Freihändlergilden hatten wegen der Bergbaukonzessionen mehrere Stützpunkte auf dem Planeten errichtet. Und nun lag es in den Händen der Soldaten der Imperialen Armee diese Privilegien und Einrichtungen zu beschützen. Denn auch wenn Delija ein Teil des Imperiums war, so gab es leider Gruppierungen und Elemente im ganzen Sub -Sektor, die mit diesem Fremdanspruch nicht einverstanden waren und sich zur Wehr setzten. Eine dieser Gruppierungen verfolgte sogar ganz eigene Pläne und lebte nach einer alten Prophezeiung, dass ein Erlöser, der Amradawisch, kommen würde, der sie von dem Joch der Unterdrückung befreien sollte. Das Klischee war nicht neu, dennoch brutale Realität. Aber nicht alle Mogule und Radschas von Indira IVlegten die alten Schriften so aus. Die Mogulherren von Jor hatten den Hohen Senat von Terra um Hilfe gebeten und Terra hatte durch die harte und disziplinierte Hand Praetorias geantwortet.

Gorm wendete sein Pferd und ritt der trägen Staubwolke hinterher. Das Klirren der Waffen und das Quietschen der Ledersättel waren nicht zu überhören und war ein beständiger Begleiter. Er ritt an der Kolonne vorbei, zurück an die Spitze neben Hawkins. „Ich frage mich, warum Major Wimsay gerade uns auf diese Patrouille geschickt hat“, murmelte er zum wiederholten Mal. Hawkins antworte nicht direkt, wie stets. Er war schon lange bei den Rotröcken, wie man die Praetorianische Garde zu Hause liebevoll nannte. Und sie waren auch hier auf Indira IVdie Garde, auch wenn der rote Rock dem beige und khaki der Wüste gewichen war.
„Der Imperator beschützt“, brummte Hawkins als Antwort und überraschte Gorm damit.
„Seit wann kümmerst du dich um deinen Glauben?“, fragte er verwundert.
„Seit dem mich der Colonel gebeten hat, dich nicht aus den Augen zu lassen, Junge, und da habe ich gelernt, das ein Glaube vor deinen Eskapaden schützen kann“, er grinste.
Gorm verzog das Gesicht.
„Viscount Sidmouth hat das Versprechen, dass er meinem Vater gegeben hat, offenbar sehr ernst genommen, wie?“ er grinste und gab seinem Tier die Sporen. Der Trupp viel in einen leichten Trab, der sowohl Mensch als auch Tier ein wenig beflügelte. Wobei die Aussicht auf eine nahende Heimkehr ebenfalls eine Rolle spielte.

***

Die Steinebene der großen Jhap-tal erstreckte sich wie ein breiter Gürtel zwischen der großen Sandwüste und der Ravi Shankar. Sie hatte die Querschnittform eines Tales, der Boden senkte sich von der Wüste kommend und hob sich zur Savanne wieder auf mehrere 100 Yards hin an. Die Kolonne hatte ein stabiles Tempo erreicht und passierte die Geröllfelder. Alte Karawanenwege nachten es der Kolonne nun einfach, das Steintor von Alap zu finden. Die Jhap-tal endete zur Savanne mit einem langen und großen Steinwall, dem Alla Rakha. Nach dem Angaben der Vermessungsbeamten des Adeptus Ministorums und den Prospektoren der Bergbaugilde, handelte es sich dabei um eine natürlich entstandene Steinverwerfung alter Vulkane. Jedenfalls erhoben sie sich wie ein Steinzaun mit hohen Zacken am Ende der Jhap-tal. Für Gorm war dies immer wieder ein erhebender und gewaltiger Anblick. Die Karawanenstraße machte vor der Erhebung, auf dem das Steintor lag, einen Knick nach Osten. Hier ließ Gorm die Eskadron halten und schickte Hawkins als Spähtrupp voraus. Er hatte schnell gelernt, dass auch die besten klassischen Taktiken der Garde auf Indira IVkeinen Wert hatten, wenn man sie falsch einsetzte. Das Ausspähen, auch wenn eine relative Sicherheit gegeben war, gehörte einfach dazu. Es dauerte nicht lange und der Trupp um Hawkins kehrte zurück. Der alte Sergeant Major schien nicht ganz zufrieden. „Das Tor selbst ist frei, aber es nähern sich Reiter aus Nordwest. Wir konnten nicht erkennen wer.“
„Wir werden vorsichtig sein“, antwortete Gorm. Dann setzte die Eskadron die Anhöhe zum Tor hinauf und passierte es. Kaum das sie es durchquert hatten, wichen die sandigen und steinigen Böden der Jhap-tal dem niedrigen Savannengras. In einiger Entfernung standen bereits die ersten Gruppen von Kiefern, Zypressen und Zedern. In der Ferne schimmerten die Khandraberge der Mittagssonne. Gorm ließ Wachen aufstellen und den Rest der Eskadron in einiger Entfernung zum Tor absitzen und in Schützenstellung gehen.
Gorm selbst stellte sich, auf einem Grashalm kauend, an den Straßenrand und prüfte die Kapazität der Zellen seiner Laserpistole. Er hatte bereits einige Kampfhandlungen durch gestanden, doch die Nervosität musste er immer noch bekämpfen. Wenn du aufhörst, nervös zu sein, hatten die Dozenten von Sandringhurst stets gebetsmühlenartig wiederholt, dann hörst du auf, gut zu sein. Dennoch entspannte er sich merklich, als er die Banner und Fahnen der ankommenden Reiter erkannte.
„Es sind die Attilaner!“, rief er Hawkins zu und wenige Augenblicke später ritt eine ganze Schwadron dieser wilden Reiterkrieger in den Farben des Imperiums heran. Ein Reiter löste sich von der Spitze und blieb vor Gorm stehen. Ein mächtiger Schnurr- und Kinnbart teilte das Gesicht, in dem sonst nur die schräg stehenden Augen und die bronzene Haut dominierten.
„Amir Khan!“, rief Gorm und salutierte gegenüber dem Führer der Gruppe, einem Offizier im vergleichbaren Rang eines Captains. Die Attilaner waren wilde Reiterkrieger, die im Dienst des Imperiums standen. Sie hatten das Gefecht zu Pferde perfektioniert. Diese Einheiten waren dem 20ten Praetoria während des Feldzuges angegliedert worden.
„Der junge Lieutenant!“, begrüßte ihn Amir Khan mit seinem harten, niedergothischen Dialekt. Amir Khan sprang vom Pferd und reichte Gorm den Arm. Der praetorianische Lieutenant kannte die Sitte sich am Ellbogen zu berühren als eine intimere Form des Grußes.
„Was gibt es neues, Amir Khan?“ fragte Harno. Der Attileaner lächelte milde. „Vieles ist in Bewegung. Zuviel um es in wenigen Minuten auszusprechen“, antwortete er. Gorm schaute ihn enttäuscht an. „Wenn es soviel ist, dann sag mir wenigstens, wohin man euch kommandiert hat?“
Der Attileaner runzelte die Stirn. „Ihr wart 6 Tage fort, also könnt ihr es nicht wissen. Die Mandraken haben im Süden mehrere Dörfer überfallen. Wir haben den Auftrag eine Vergeltungsaktion durchzuführen“, Amir Khan nahm die Zügel seines Pferdes, dass die ganze Zeit fast regungslos neben ihm gestanden hatte. „Es geht das Gerücht um, dass der Lord General eine Garnison in Calandra errichten will“, fügte er hinzu, während er sich in den Sattel hob. „Ihr solltet euch beeilen und heute noch zum Hauptquartier zurückkehren“, er ließ sein Pferd im Kreis gehen. „Sehen wir uns in Khandrapur?“, fragte Gorm. „Spätestens zum Fest des Safrans“, rief Amir Khan und galoppierte davon. Gorm sah ihn das Steintor passieren, dann war der Attileaner verschwunden.

***

Einige hundert Meilen oberhalb dieses Geschehens auf dem Planeten, machte sich die praetorianische Militärfregatte Minota im Schatten des Schlachtschiffs Royal Oak für das Andockmanöver an der Raumstation Restpoint Station bereit. Der Name Restpoint war aus der eigentlichen Bezeichnung Recovery Standard Process von den Soldaten und Matrosen der imperialen Navy zusammen geschmolzen worden und schnell in den bürokratischen Dienstkanälen zur Anwendung gekommen. Die Minota hatte vier Reservekompanien für das 20te Praetoria, zwei Panzerschwadrone, ein Korps des Adeptus Administratums, mehrere königlich-praetorianischen Kolonialbeamte und einige nichtmilitärische Reisende an Bord. Diese waren im Achterdeck untergebracht. Die Reisenden hatten einen langen Weg durch das Immaterium und fast das gesamte praetorianischen Kolonialreich hinter sich gebracht. Den Deliha Sektor hatten sie bereits vor 10 Wochen erreicht, doch das Indira Primär System war von den Grenzen noch weit entfernt.
Deveraux hatte einen wunderschönen Ausblick auf den Planeten unter sich. Er konnte sich jetzt bereits vorstellen, dass Wasser und Kälte hier besondere Kostbarkeiten waren. Ein leichter blauer Gürtel lag über der Atmosphäre doch darunter war der Planet Indira IV eine wahre goldgelbe Kugel mit kleinen dunkleren Flecken. Die Dschungel des Äquators waren nicht zu erkennen. Hier aus dem All betrachtet, war er einfach nur makellos schön. Er nippte an seiner kleinen Feldflasche mit Whisky. Nebenan hörte er das seit fünf Stunden andauernde und unerbittliche sägende Schnarchen seines Assistenten. Plötzlich piepte es. Erst einmal, dann mehrmals. Das Schnarchen wurde unregelmäßig, brach dann, zusammen mit dem Piepton ab. Dax war wach. Deveraux´s eigener Wecker machte sich ebenfalls bemerkbar. Schneller werdend und laut hallte er in der Kabine. Deveraux´s Hand ging an das Gerät und schaltete es aus. Er war schon seit einigen Stunden wach, hatte in der Koje gelegen und Berichte gelesen und beobachtete nun das Andockmanöver und die kalte, emotionslose Schönheit des Planeten. Außerdem hatte er schweigend der ehrfurchtgebietenden Kraft des Schlachtschiffs Royal Oak zugesehen. Das Vakuum des Raumes machte diese riesige Waffe der Flotte zu einem filigranen Machwerk. Der vergoldete Rumpf blitzte auf und lies den Löwenkopf Praetorias und den silbernen Imperialen Aquila zur Geltung kommen. Im Hintergrund der Royal Oak erschien nun ein dunkelgrüner Fleck auf dem Planeten. Neben den äquatorialen Dschungeln gab es einen Bereich, welcher ebenfalls einem subtropischem Klima ausgesetzt war: der Mysop.
Hier lag die Hauptmakropole von Indira IV und der Mysop war das erste Siedlungsgebiet der vor tausenden von Jahren hier eingetroffenen menschlichen Siedler gewesen. Zwei Flüsse teilten den Mysop in fruchtbare Regionen, der Mysore im Norden und der Mardas im Süden an den Nordhängen der Kandaberge, welche auch die südliche Grenze des Mysob - Gebietes bildeten. In der gesamten über mehrere tausend Quadratkilometer großen Region war durchweg ein so warmes Klima das hier sehr viel Ackerbau, Landwirtschaf und Viehzucht betrieben wurde. Die Tatsache das Indira IV zu einem Drittel aus Wüstenregionen wie der Großen und der Kleinen Reg bestand, schien die restlichen fruchtbaren Ressourcen geradezu in solchen Landschaften wie dem Mysob oder Ravi Shankra zu konzentrieren.
Das beruhigende Geräusch des Subraumantriebs, der acht Decks und hundert Meter weiter hinter ihrer Kabine sein Werk versah, war das dominante Geräusch während des Fluges seit ihrer Ankunft in diesem System.
Sie waren vor 11 Standardtagen von Praetoria Prime aufgebrochen, hatten einen zivilen Transporter nach Angelus Major genommen und waren dort auf die Minota umgestiegen. Lord Cardigan und Inspektor Craddock hatten sie zur Chelmsfort Station, dem Praetorian Spaceport begleitet. Sie trugen jetzt Uniform, dass Pendant zu den Uniformen der Praetorianischen Garde mit Polizeiabzeichen. Deveraux´s Uniformjacke lag auf einem Stuhl. Daneben lagen sein Marschgepäck, eine Laserpistole im Holster und eine Projektilwaffe daneben. Der Tropenhelm, der Standardhelm der Armeen Praetorias, auch gemeinhin gern „Pitty“ genant, lag auf dem Tisch. Kalter Rauch zog wie dichte Nebelschwaden in einem Tal, an der Decke der Kabine entlang. Die Abzeichen des königlichen Löwens auf dem Helm waren noch neu. Eine silberne Schatulle mit einigen kleineren grünen, goldenen und silbernen Datenspeichern lag offen auf dem Tisch neben dem Helm. Dazu ein Auspex und einen Datentafel. .
Das Licht war gedämmt und flackerte ab und an. Das Geräusch eines Feuerzeugs unterbrach das Brummen des Antriebs und bohrte sich als etwas neues, etwas anderes in die Geräuschkulisse. Deveraux ging rauchend zurück in die verdunkelte Ecke der Koje. Er legte sich hin und schloss die Augen. Es klopfte.
„Kommen sie rein, Dax“, brummte er. Das ziehen an seiner Zigarette ließ die Koje kurz aufleuchten. Ein orangeroter Ring der glühend wie die Morgensonne die Dunkelheit erhellte und Deveraux für einen kurzen Augenblick leicht in seinen Konturen darstellte, erlosch schnell wieder. Dax trat ein.
„Guten morgen, Sir“, sagte der junge Polizist eilfertig.
„Haben sie gut geschlafen?“, fragte Deveraux spitzfindig ohne dass der junge Polizist sich angesprochen fühlte.
„Besser als ich gedacht haben, Sir“, entgegnete Dax.
„Gut, dann machen sie sich fertig, ich denke wir werden in zwei Stunden auf dem Planeten sein“. Dax nickte.
„Ich könnte versuchen ein Frühstück zu organisieren“.
„Das ist eine sehr gute Idee, Dax. Machen sie es so“, in Deveraux´s Worten schwang eine gewisse Belustigung mit. Der junge Polizist machte sich auf den Weg.

Deveraux nahm einen letzten Zug an seiner Zigarette und ging zur Hygienestation.
Er zog die Hosenträger ab und begann mit einer Rasur. Seine müden Augen blickten träge in den Wandspiegel. „Eigentlich hast du das nicht mehr nötig, John“ brummte er seinem Spiegelbild zu. Ja, Arbites, Polizeibeamte und vor allem Inspektoren in seinem Alter nahmen selten noch die Gefahren solcher Aufträge auf sich.
Aber Deveraux war wohl noch nicht alt genug. Seine regulären Dienstzeiten bei Imperium hatte einen Stand erreicht, der es ihm ermöglichte den Einstieg in den Innendienst mit einem ruhigeren und weitaus sichereren Leben zu verbinden. Er hätte schon längst einen Polizeibezirk auf Scotia als Intendant übernehmen können, endlich seinen eigenen Whisky herstellen. Aber, die Emotionen, das Kribbeln wenn sich ein neuer Fall auftat. Deveraux verspürte immer noch die Herausforderung. Und dieser Fall hier, stand erst am Anfang. Er würde langsam und sorgsam vorgehen müssen. Er musste zwischen dem Kommissariat, dem Militär, der Regierung, den imperialen Behörden und der Inquisition taktieren. Die Geschichte um die Expedition nach Arslan III, soviel hatte er noch auf Praetoria herausfinden können, stand in Verbindung mit dem Indira Feldzug der Kandahar Field Force. Das nahezu alle Soldaten und Offiziere aus den Reihen der 114ten Husaren und des 20ten Praetoria stammten, war noch kein Hinweis, wenn auch eine mögliche Indizfeststellung. Nach den Daten im Hauptcogitator, war die Expedition nur nach Arslan III entsandt worden, weil man vermutete, ähnliche archaische und für den Feldzug gefährliche Artefakte zu finden wie auf Indira IV. Deveraux hatte die Liste von Colonel Wickers bekommen. Von den insgesamt 42 Expeditionsteilnehmern lebten nur noch 12 Männer. Interessanterweise alle sieben Offiziere, zwei Unteroffiziere und 3 Mitarbeiter des Adeptus Administratums. Er würde die Hände voll zu tun haben. Die übernächtigten Augen fixierten das Spiegelbild. War es dass? War das der einzige Grund warum er sich auf solch eine Reise begab? Deveraux warf den Nassrasierer in das Becken und drehte sich zu dem Tisch um, auf dem der Helm und die Datenspeicher lagen.
Er nahm eine Zigarette aus seinem Etui, blickte sie kurz an, dann schaute er wieder hinaus auf den Planeten. Er zerbrach die Zigarette. Auf Indira IVwürde er solche Albernheiten nicht gebrauchen können. 12 überlebende Männer.
Lord Hamilton und Colonel Wickers waren bereits auf Praetoria befragt worden. Des Weiteren hatte man herausgefunden, dass einer der Adepten, ein Consularis Minores des Administratums nach Halberstadt IX versetzt worden war. Da dieser Planet im hintersten Winkel des Segmentum Ultimas lag, hatte Deveraux den Konsul ebenfalls bereits ausgeschlossen. Sobald er im Polizeihauptquartier von Khandrapur war, würde er Dax beauftragen den Aufenthaltsort der anderen 9 Männer ausfindig zu machen.

Die Signallampe des Schiffskommunikationsgerätes leuchtet auf. „Hier spricht das Kommandodeck“ war eine weibliche Stimme zu hören.
„Wir haben soeben angedockt. Die Passagiere werden gebeten, sich für das Verlassen des Schiffes vorzubereiten. Halten sie sich bitte zur Kontrolle bereit“ fügte die Stimme hinzu.
Die Lampe ging aus. Deveraux ging zu seiner Tasche, packte sie zusammen und legte sie neben die Tür.
Er zog die beige Uniformjacke an, schloss die Knöpfe und den gesteiften Kragen und nahm den Helm in die Hand. Die Handschuhe schob er in das Koppel und wagte einen letzten Blick in den Spiegel.
Dann öffnete er das Schott und trat in den Korridor hinaus. Dax, ebenso herausgeputzt wie er selbst, jedoch ohne die silbernen und goldenen Tressen und Rangabzeichen, stand bereits wartend vor seinem Quartier. Er nickte Deveraux zu. Mehrere Flottensoldaten scannten die Gepäcke. Ein junger Kommissar schritt hochnäsig an Deveraux und Dax vorbei. Sein lederner Mantel knirschte und knisterte steif. Deveraux seufzte kurz und wartete die Inspektion durch das Flottenpersonal ab.

Die in braune Rüstungen gehüllten Sicherheitsleute waren eilfertig in den Gängen an bei der Arbeit.
„Ihre ID-Card, Sir“ forderte ein Sicherheitsmann Deveraux freundlich auf. Deveraux reichte sie ihm wortlos. Dasselbe tat Dax.
„Der Grund ihres Besuches, Mister….Dax?“, war die nächste Frage an seinen Assistenten.
Diese blickte irritiert zu seinem Vorgesetzten, dann zu dem Wachmann. Deveraux nickte nur.
„Wir führen Ermittlungen im Namen der Praetorian Central Investigation des Adeptus Arbites durch“, sagte Dax und wartete.
Der Wachmann zögert.
„Gibt es ein Problem?“ fragte Deveraux freundlich und ruhig.
„Er hat keine Erlaubnis das Schiff zu verlassen, Sir“, sagte der Wachmann.
„Ich glaube das ist wohl ein Missverständnis, Constable Dax ist mein Adjutant…“, begann Deveraux. Der junge Kommissar schaltete sich ein.
„Auf Anordnung des Kommissariats ist es keinem Mannschaftsdienstgrad der Imperialen Armee und der Praetorianischen Garde gestattet, ohne VIS-Genehmigung in diesem Raumsektor zu reisen. Offensichtlich haben wir hier einen Deserteur…“, begann der Kommissar.
Jetzt ging das schon wieder los. Jedes mal wenn er die Uniform an hatte, fluchte Deveraux.
Er fixierte den Kommissar. „Das ist ein Irrtum, wir sind nicht Mitglieder des Militärs. Ich bin Chief Inspector Deveraux und das ist mein Assistent Constable Dax. Wir sind mit polizeilichen Vollmachten auf dem Weg nach Indira IV und ich würde es begrüßen wenn wir dieses Missverständnis schnell aus der Welt hätten“, sagte Deveraux ruhig und bestimmt.
Der Kommissar zwinkerte Irritiert, blickte zum Wachmann der nickte und dann wieder zu Deveraux.
„Nun gut, dann bitte…gehen sie weiter und stehen hier nicht so rum“, er drehte sich zu den nächsten Passagieren herum. Deveraux seufzte.
Sie ließen ihr weiteres Gepäck scannen. Es dauerte eine kurze Weile, dann waren die Sicherheitsleute und der Flottenkommissar fertig und verschwunden.
„Na, dass kann ja noch heiter werden…“, murmelte Deveraux.

* * *

Die Regelmäßigkeit von tippenden Fingern auf einer Tastatur erfüllte den großen Raum. Nur das monotone Surren des Deckenventilators gesellte sich ab und an dazu. Ein Offizier saß hinter einem großen Mahagonischreibtisch und arbeitet an seinem Datencomputer. Rauch stieg von einer bereits ausgebrannten Zigarette in dem links neben ihm stehenden Aschenbecher auf. Er nahm einen Schluck Brandy aus einem Schwenker, seufzte und schrieb dann weiter. Die Tür am anderen Ende des Raumes wurde einen Spalt geöffnet und ein hochroter Kopf streckte sich hinein. „Sir, Kommissar Drako ist da, es gab wohl an Bord der Minota noch Unstimmigkeiten, denen er sich hatte annehmen müssen.“ Der Offizier lehnte sich zurück und nickte.
„Soll reinkommen“, er schloss das Notebook und schob sich vom Tisch weg, dann stand er auf und machte sich eine neue Zigarette an. Dann lehnte er sich gegen die fordere Seite des Tisches und steckte die Hände provokativ in die Hosentaschen. Er hörte Stimmen von draußen und die Tür wurde geöffnet.
„Kommissar Vlad Drako, Sir“, sagte der Ordonnanzoffizier. Ein Offizier mit langem schwarzen Ledermantel und Schirmmütze, den allseits bekannten und gefürchteten Insignien des Kommissariats, betrat den Raum und ging zielstrebig auf den wartenden Offizier zu. Zwei Schritte vor ihm nahm er Haltung an und salutierte. Dieser wiederum reichte ihm die Hand, ohne die andere aus der Hosentasche zu nehmen. Kommissar Drako registrierte diese Herausforderung, beließ es jedoch dabei.
„Lieutenant Colonel“, sagte er nur kühl. „Willkommen auf Indira IV, Kommissar“, sagte Wimsay und nahm einen Zug aus seiner Zigarette. Dann bot er Drako aus dem Humidor etwas an, was dieser freundlich ablehnte. Wimsay zuckte die Achseln. „Darf ich ihnen ein Getränk anbieten?“ startete Wimsay einen zweiten Versuch. Doch auch dieses Mal lehnte Drako ab.
„Sir, Major Ross“, der Ordonnanzoffizier öffnete erneut die Tür und ein weitere Offizier, dieses Mal in der Uniform der Praetorianer, betrat den Raum. Er hatte seinen Helm unter den linken Arm geklemmt und strich sich kurz durch seinen rötlichbraunen Vollbart.
„Ah, Major Ross, bitte, darf ich vorstellen, Kommissar Drako, heute morgen eingetroffen und noch nicht durch die Annehmlichkeiten des Garnisonslebens belastet“, stellte Wimsay die beiden Offiziere vor. Der Spott in seiner Stimme war selbst für Ross kaum zu überhören.
„Kommissar, das ist Major Alfred Ross, einer unserer besten Bataillonskommandeure.“ Dann ging Wimsay zurück zu seinem Schreibtisch und holte einige Papiere heraus.

„Wie ich höre ist die Patrouille wieder eingetroffen?“, fragte er Ross. Der Major nickte stumm. „Gut, dann wollen wir mal“, er nahm seine Koppel und schnallte sie sich um. Der Säbel baumelte erst Grotesk zwischen seinen Beinen und schlug gegen die Stiefel, bis Wimsay ihn gerichtet hatte.
„BARING“, brüllte er. Der Ordonnanzoffizier trat ein.
„Die Herren Harno sollen eintreten“, befahl er kurz und umrundete dabei seinen Schreibtisch mit einer braunen Holzkladde in der Hand. Kommissar Drako erhob sich. Er hatte das Prozedere schweigend beobachtet. Ihm waren solche Zeremonien bekannt, die Garde lebte davon. Es gehört dazu, Männer und Frauen zu animieren, sie moralisch zu stützten. Die Türen wurden abermals geöffnet und zwei junge Offiziere betraten den Raum. Drako wusste zwar, dass es Brüder waren, aber die Ähnlichkeit war dennoch verblüffend. Der eine sah aus wie das jüngere Abbild des anderen. Erst beim zweiten Blick, erkannte man die markanten Unterschiede der Geschwister. Beide nahmen, die Helme unter den Armen, Haltung an und salutierten. Der ältere Bruder sprach, da er den höheren Rang hatte.
„Lieutenant Gorm Harno und Captain Gabriel Harno melden sich wie befohlen, Sir“. Seine Stimme war fest und gewohnt zu sprechen. Wimsay nickte.

„Lassen sie uns nicht mit Förmlichkeiten aufwarten“, begann Wimsay. Er öffnete die Kladde und holte ein Pergament heraus. „Sie beide gehören seit geraumer Zeit zum Regiment und sind fester Bestandteil unseres Offizierkorps. Sie sind jung und haben gute Arbeit geleistet. Das Regiment und die Garde sind sehr Stolz auf sie beide“, er lächelte nun väterlich. „Viscount Sidmouth hat mir die Ehre übertragen und ich freue mich sehr“, fuhr er fort und ging langsam auf Gabriel zu, den älteren der beiden.
„Gabriel, ich habe sie sehr lange beobachtet und sie wissen, dass ich eine hohe Meinung von ihnen habe. Sie werden, ihrem Wunsch gemäß, zu den 115ten Husaren abkommandiert. Sie übernehmen die zweite Schwadron. Darüber hinaus darf ich sie hiermit zum Major befördern“, er überreichte Gabriel eine Urkunde, die Rangschlaufen und das Pergament der Versetzung.
„Ich danke ihnen, Lieutenant Colonel“, sagte Gabriel.
Dann wandte sich Wimsay an Gorm.
„Lieutenant, auch sie haben gute Arbeit geleistet. Ich habe hier ihre Beförderung zum Captain und neuen Befehlshaber der 3. Kompanie. Ich kenne sie zwar nicht so gut, wie ihren Bruder, aber das, was bislang von ihnen geleistet wurde, scheint dem Namen Harno zur Ehre zu gereichen“, er übergab auch Gorm die entsprechenden Urkunden. Major Ross und Kommissar Drako beglückwünschten die Brüder.
„Major Harno, sie werden mit dem 115ten um 0900 nach Aexe Cardinal eingeschifft. Ich glaube sie haben noch einiges zu erledigen“, sagte Wimsay und bedeutete damit, dass Gabriel gehen konnte. Major Ross bemerkte, dass Gabriel irritiert zu seinem Bruder blickte.
„Sie werden nachher noch Gelegenheit haben, sich voneinander zu verabschieden“, sagte Ross dann väterlich.
„Ihr Bruder muss uns leider noch etwas Gesellschaft leisten“, fügte er hinzu. Gabriel nickte, drehte sich herum und ging.
Der Kommissar und Ross setzten sich und auch Wimsay machte anstallten sich wieder an seinen Schreibtisch zu setzen. Gorm`s Herz war nicht mehr zu bändigen. Er hatte Eindruck, dass jeder in diesem Raum das Pochen hören musste. Ein Lieutenant Colonel, ein Major und ein Kommissar und Gorm sollten diesem auserlesenen Kreis nun Gesellschaft leisten. Gabriel hatte ihn ernst angesehen sich jedoch nichts weiter anmerken lassen. Gorm wurde unsicher, da er nicht wusste was man jetzt von ihm erwartete. Als Wimsay sah, dass Gorm immer noch steif vor ihm stand lächelte er.
„Captain, bitte setzen sie sich doch“, sagte er und zeigte auf einen freien Sessel. Es schepperte und klingelte, als Gorm sich etwas unbeholfen in den Sessel quetschte. Ross verkniff sein Grinsen, in dem er den Kopf senkte. Drako blickte ausdruckslos und Wimsay hob die linke Augenbraue. Gorm bemerkte die Röte, die in sein Gesicht stieg, legte den Helm und die Urkunden auf seinen Schoß und bemühte sich um Kontenance. „Nun gut, Captain Harno. Der Grund warum sie noch hier sind“, begann Wimsay und blickte in die Runde. „…ist die derzeitige Situation auf Indira IV. Was sie nicht wissen ist, das unser Geheimdienst durch das Flottenkommando Tempestus in Bakka eine Nachricht abfangen konnte, dass die Kultisten des Chaos offenbar auf einigen Planeten Fuß gefasst haben. Laut Astrophat handelt es sich um Flüchtlinge aus den Cabal Systemen, die durch den Rimward der Sabbatwelten in unseren Cluster eindringen. Der Kreuzzug unter Macaroth dort hat zu neuen Offensiven angesetzt. Wir liegen jedoch offenbar nähr dran, als gedacht. Der ganze Indira Sektor scheint Kopf zustehen“, Wimsay endete und nahm einen Zug an seiner Zigarette um das Gesagte wirken zu lassen. Dann ergriff Major Ross das Wort
„Während ihrer Patrouille gab es mehrere Überfälle im Calandra – Bezirk.“ Gorm nickte.
„Ich traf auf Amir Khan, Sir“, entgegnete er eilfertig. Ross nickte. Drako horchte nun interessiert auf, als wenn er vermutete, die Attileaner hätten einen Frevel begangen.
„Ihr Auftrag steht mit dem Amir Khans in Verbindung“, sagte Ross.
„Ihnen wird das Kommando über die Calandra Sekundärgarnison übertragen. Sie werden morgen mit ihrer Kompanie und drei Sepoykompanien aufbrechen. Amir Khan wird seinen Stützpunkt ebenfalls nach Calandra verlegen und sollte sie dort erwarten. Sie werden den Oberbefehl übernehmen, Captain“, sagte Ross ruhig. Nun wurde es Gorm wirklich heiß und kalt zu gleich. Eine Eskadron führen war eine Sache, eine Patrouille anführen, eine andere. Dies hier, war sein erstes, richtiges Feldkommando.
„Kommissar Drako wird ihr politischer Offizier“, Gorm blickte zum dem Offizier in der dunklen Uniform. Er mochte höchstens fünf Jahre älter sein als er selbst, aber dennoch strahlte er bereits eine Aura der Erfahrung aus, die Gorm verunsicherte. Schlimmer noch war der kalte, schon eisige Ausdruck seiner blauen Augen. Gorm fröstelte, doch er hatte gelernt seine Gefühle zu unterdrücken und zu kontrollieren.
„Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit“, sagte Kommissar Drako.
„Ich fühle mich geehrt“, erwiderte Gorm und hoffte, dass seine Gedanken nicht bereits wie ein Werbeplakat an einer Litfass-Säule für jeden der Anwesenden sichtbar zu erkennen waren.
„Ich hätte gerne Sergeant Major Hawkins in meiner Kompanie, ist das möglich?“ Ross nickte.
„Ich gebe John ungern ab, aber sie und der Sergeant Major sind ein gutes Team.“
Wimsay erhob sich.
„Der Maharadscha von Pitore beherrscht als ziviler Gouverneur den Calandra Bezirk. Sie haben natürlich alle notwendigen Vollmachten, dennoch sollten sie diplomatisch vorgehen. Die Familie des Maharadscha und die Bevölkerung Calandras sind treue Diener des Imperators. Wir wollen sie nicht unnötig dem Erzfeind oder alten Sagengeschichten in die Hände treiben“, er blickte zu Drako. „Das betrifft auch den Kult. Die Ekklesiarchie hat den Delijakult anerkannt und daran werden wir nichts aussetzen“, er sah Drako eindringlich an und der Kommissar schien zu verstehen.
„Das Kommissariat hat sicherlich keine Gründe, dem zu wieder zu handeln“, sagte Drako kurz.
„Nun zu ihrem eigentlichen Auftrag“, begann Wimsay. „Richten sie die Festung ein und etablieren sie ein geordnetes Polizeisystem. Aktivieren und verdoppeln sie die Streifen um Bezirk und räuchern sie die Widerstandsnester aus. Viscount Sidmouth will Lord Gordon den Kopf bieten und sie werden die erste Speerspitze in diesem Guerillakrieg bilden“. Die Nennung der Namen des Regimentskommandeurs und des Oberbefehlshabers der Armeegruppe Kandahar in einem Atemzug waren fast zu viel.
„Damit wäre dann alles gesagt. Captain Harno, Kommissar Drako, ich wünsche ihnen Erfolg“, er schüttelte beiden Hand. Dann verließen Drako und Harno den Raum. Als die Tür geschlossen wurde, ließ sich Ross in den Sessel zurückfallen und atmete entnervt aus. Wimsay blickte ihn fragend an.
„Was ? Glaubst du sie bekommen es nicht hin?“, er goss sich und Ross einen Cognac ein und setzte sich daneben.
„Sean, ich habe keine Ahnung, aber die beiden erinnern mich stark an zwei junge Draufgänger und ihrem ersten Kommando“, er hob sein Glas. Wimsay lachte und trank.
 
Zuletzt bearbeitet:

Sarash

Hüter des Zinns
Schön. Ich mag deine Beschreibungen. Ich finde, du schaffst es gut, Bilder in die Köpfe deiner Leser zu setzen.
Am Inhalt habe ich auch nichts auszusetzen. Doch machst du viele Flüchtigkeitsfehler. Wort vergessen, Buchstabe fehlt, falsche Zeit oder Wortendung. Du solltest es noch mal Korrekturlesen bzw. Korrekturlesen lassen.
 

Oberst Gordon

Codexleser
...sorry für späte Antwort. Selbst jetzt kann ich nur kurz..liege mit Fieber noch in einer Koje der Station....

im ernst @Sarash ich weis, habs gesehen, wollte es machen..kam noch net dazu...SORRY. Da ich erst gesunden muss..wird es noch was dauern..dann aber alles geupdatet und forgesetzt...danke fürs lesen !!!
 

Oberst Gordon

Codexleser
Und nun geht es ein wenig weiter........

KAPITEL 2

„Nein ich habe nichts zu verzollen“, brummte Deveraux energisch. Den kleinwüchsige Zollbeamten schien dies jedoch nicht weiter zu beeindrucken.
„Das sagen sie alle“, bohrte er seinen fleischigen Zeigefinger zum wiederholten Mal in Deveraux rechte Schulter.
„Sagen sie mal, ihnen ist wohl gar nichts heilig“, fauchte Deveraux nun wütend.
„Ich bin Detectiv der PCID und…..“, er kam nicht weiter.
„Und ich bin Deputy Commissar der Border Selection und ich sage Ihnen sie sollen jetzt gefälligst ihre Koffer öffnen“. Deveraux resignierte. Er nahm seinen Helm ab und wischte sich wütend den Schweiß von der Stirn. Es war heiß, obwohl die Landeplattform des Raumhafens in einer Höhe von 2 Kilometern oberhalb des Makropolbodens lag. Die warmen Aufwinde des Umlandes sorgten für einen stetigen Atmosphärenausgleich auch in diesen Höhen.
„Sie haben Waffen dabei“, stellte der königliche Zollbeamte emotionslos fest. Deveraux holte sein Zigaretteetui.
„Nein, dass hätte ich nicht für möglich gehalten“, spielte er Verwunderung.
„Trage ich sogar Uniform?“, setzte er sarkastisch nach. Der Zollbeamte hob die rechte Augenbraue.
„Ich kann sie auch festsetzen lassen, ich habe den Anschein sie sind nicht ganz bei Sinnen“, sagte er ruhig. Deveraux schloss die Augen und drehte sich um. Er blickte über die Landeplattform.
„Dax, kümmern sie sich darum“, brummte er missmutig und ließ den jungen Polizisten mit dem Zollbeamten allein. Dax hatte das gesamte Gespräch schweigend verfolgt und war sichtlich irritiert.
„Sir ?“, fragte er verwirrt.
Deveraux fixierte ihn.
„Wenn sie nicht wollen, dass bereits hier ein Mord geschieht….“, begann er. Ob es das hysterische Leuchten in seinen Augen war oder pure Angst, Dax bewegte sich. Deveraux ließ einen Gepäckschubwagen passieren und ging zur Aussichtsveranda.
Während er seine Augen das Panorama geniesen ließ, dass sich ihm von hier aus bot, beruhigte er sich. Die Makropole erstreckte sich über zwei Kilometer in die Tiefe und mehrere Quadratkilometer in die Breite. Am Rand der Stadtgrenze begann der Dschungel des Mysobs, den er von Bord der Minota aus bereits gesehen hatte.
Im Osten grenzte er direkt an die Gerölllandschaften der Japh-Tal und im Süden an die gemässigten Savannen der Ravi Shankra. Die Kandaberge bildete eine natürliche Grenze zwischen dem Mysob und der Ravi Shankra.
Jetzt lagen die Berge noch im Dunst des Sonnenaufgangs. Er drehte sich langsam herum und sah Dax und den Zollbeamten ruhig die Papiere durchgehen. Er ließ seinen Blick schweifen und beobachtete das Entladen der gelandeten Frachter und Transporter. Er sah mit einem inneren Hochgefühl wie drei volle Gefechtskompanien der Praetorianischen Garde, Soldaten und Mannschaften noch im Standardrot, einen Frachter verließen. Ihnen folgte eine Schwadron Leman Russ Kampfpanzer bereits in Wüstentarnfarben. Mehrere Adepti und Servitoren des Administratums begannen mit dem Verladen von Versorgungscontainern und Güterballen.
Der Geräuschpegel war überwältigend. Dax schlenderte zu Deveraux herüber. Er hatte mehrere Papiere in der Hand. Von dem Zollbeamten war nichts mehr zu sehen.
„Danke Dax“, sagte Deveraux und lächelte.
„Es war gar nicht so schlimm. Ich habe unser Gepäck bereits bei Transcontinental aufgegeben. Sie werden es in unsere Zugabteile bringen lassen. Sie haben zwei Nachrichten vom Astrophatica Telephatica, Sir und ausserdem haben wir eine Einladung….“, Dax drehte den Kopf um besser lesen zu können.
„….eine Einladung zum Neujahrsball des Generalgouverneurs in Kandraphur“, er gab Deveraux die Datentafeln und Ausdrucke.
Deveraux fühlte sich zu beobachtet auf dem Aussichtsdeck.
„Wir sollten uns auf den Weg zum Bahnhof machen. Ich lese die Nachrichten später.“
Dax nickte.
„Da entlang, wir müssen einen der Aufzüge mit…….Glasboden……nehmen“, Dax stammelte. Die Personenaufzüge waren Gläsern und gingen von der Landeplattform die gesamten 2 Kilometern direkt am Rand des Makropolturmes in die Tiefe. Deveraux ging als erster hinein.
„Wissen sie, Dax, wenn wir hier sterben, dann haben wir wenigstens einen schönen Ausblick“, Deveraux lachte. Dax bekam eine andere Gesichtsfarbe, stellte sich aber neben seinen Chef.
„Dann schauen sie eben nach innen“, sagte Deveraux. Doch Dax schloss einfach nur die Augen.
„Schon besser, Sir“ sagte er dann.
„Sie sind mir vielleicht ein Assistent“, lachte Deveraux. Der Lärm hatte mit dem Schließen der Türen sofort nachgelassen, was allein bereits beruhigend war. Dann setzte sich der Lift in Bewegung. Der Makropolboden kam sehr, sehr schnell näher.

***

„Danke, das wäre dann alles“, sagte Deveraux und gab dem Concierge ein Trinkgeld.
„Danke Sahib, wenn sie noch etwas benötigen, nur Klingeln, Sahib“, er verbeugte sich und legte als Geste des Dankes die Hände zusammen vor das Gesicht. Dax und Deveraux hatten zwei nebeneinander liegende Abteile. Sie würden nun noch ganze achtundvierzig Stunden mit dem Hochgeschwindigkeitszug von Indiras Hauptmakropole Paschawar bis nach Kandraphur fahren. Erst dort würden sie offiziell ihre Arbeit aufnehmen können. Während Dax sich um das Auspacken kümmerte, lass Deveraux die Nachrichten. Die erste war von Lord Cardigan und bereits zwei Wochen alt.
Nachdem Deveraux seinen Code eingegeben hatte wurde die Nachricht aufgespielt.
Hallo mein Freund, ich hoffe ihre Reise verläuft ohne Zwischenfälle. Ich habe dafür Sorge getragen, dass sie auf Indira IV alles haben, was sie benötigen. Der Ordos hat Ihnen eine interrogale Vollmacht ausgestellt. Sie haben daher inquisitorische Rechte erhalten. Nutzen sie sie weise, mein Freund. Es hat mich einige Verbindungen zum Ordos Praetoria gekostet. Sie wissen ja, dass die Inquisitoren manchmal sehr eigen sind.
Seien sie bitte bei ihren Ermittlungen behutsam. Sie haben zwar alle Vollmachten, aber die örtlichen Militärbefehlshaber sind nicht auf den Kopf gefallen. Behandeln sie sie mit Respekt. Ich weis das ich ihnen diese Rede nicht halten muss, aber sie verstehen die Situation…..
Deveraux hielt inne. Lord Cardigan war ein Mentor für ihn und er wusste das dem Chef der gesamten königlichen Polizeistreitkräfte nicht mehr daran gelegen war, dass die Angelegenheit gelöst wurde, als Deveraux. Dennoch wunderte sich John Deveraux über den Ton der Nachricht.
Ein Wort zum Schluss, lass Deveraux weiter. Lord Hamilton hat mir versichert, dass die Offiziere und Soldaten des 20ten Praetoria die besten und treusten der hiesigen Besatzungstruppen sind. Sollten sie Hilfe benötigen, so können sie sich an Viscount Sidmouth oder Lieutenant Colonel Wimsay wenden. Ausserdem habe ich Sir Archibald, den hiesigen Chef der Praetorianischen Arbites, angewiesen sie in allem zu unterstützen. Da jedoch der Planet nach wie vor unter Kriegsrecht steht, wird er wenig außerhalb der Polizeibezirke erreichen können. Es mag ihnen vielleicht möglich sein, örtliche Führer in Anspruch zu nehmen. Colonel Wickers brachte mir eine Meldung, dass in der Oase von Khor`Dy noch weitere Ausgrabungen durchgeführt würden. Das könnte ebenfalls ein Hinweis für sie sein, mein Freund. Gute Jagd !
Der Brief endete mit der Unterschrift. Dann ein post scriptum.
Der Adler sieht mehr. Beute bei Sixtus. Helios steht im Zenit, Cardigan.
Deveraux stutzte. Der letzte Satz war in Glossia, einer alten Geheimsprache aus dem Scarus Sektor, abgefasst.
Sie beinhaltete eine extreme Warnung, dass Deveraux und sein Partner überwacht würden und vermutlich Lebensgefahr bestand. Cardigan ging offensichtlich davon aus, dass die offiziellen Kanäle überwacht wurden, sonst hätte er die Nachricht nicht in dieser Kampfsprache verfasst. Deveraux würde auf der Hut sein.
Die zweite Nachricht war einen Tag alt und kam von Sir Archibald. Sie war kurz und pragmatisch abgefasst und bestätigte alle Buchungen und Unterkünfte für Dax und Deveraux sowie einen Willkommensgruss. Ausserdem beinhaltete sie eine Liste der Personen, die Deveraux nun im Laufe seiner Ermittlungen zu befragen suchte. 4 waren noch im aktiven Dienst. Ein Major, zwei Lieutenants und ein Color Sergeant. 3 waren während der letzten Frühjahrsoffensive gefallen und zwei hatten den Planeten bereits vor fünf Jahren mit anderen Einheiten verlassen.
Deveraux schloss den Brief. Er würde in Kandraphur persönlich mit Sir Archibald über die Angelegenheit reden.
Die Einladung zum Neujahrsball des Generalgouverneurs war in der Tat eine Überraschung. Was sollte ein Chief Inspector schon beim Gouverneur ? Deveraux vermutete Cardigans Handschrift hinter der Einladung und ging davon aus, dass die Personen, die er dort Kennenlernen würde, für ihn nützlich sein könnten.
 

Oberst Gordon

Codexleser
Und weiter gehts ein wenig...ist noch einiges in Arbeit aber meine Zeit ist mal wiede knapp...

Während er noch darüber nachdachte, setzte sich der Schnellzug in Bewegung. Deveraux hatte nichts von Paschawar mitbekommen. Er sah aus dem Fenster und beobachtete fasziniert, wie die näherer Umgebung langsam verschwamm, während der Zug fahrt aufnahm. Die Umgebung selbst verändert sich schnell. Die inneren kolonialen und modernen Bauten der Hauptstadt wichen dem alten Stadtbild und dann den außen liegenden Slums. Dann jagte der Zug auf eine höherer angelegte Bahntrasse und ringsherum wurde es dunkelgrün

„Samuel ! Samuel“; die Stimme kam laut aus dem Schlafraum. Der alternde Soldat lief, zwei Taschen, sechs Hemden und drei Stiefelpaare auf dem Arm in den Raum.
„Sir, ja, Sir!“, meldete er sich.
Gabriel starrte ihn an und fing laut an zu lachen.
„Es tut mir leid, Samuel. Ich bin undankbar“, er nahm seiner Ordonnanz die Stiefelpaare und Taschen ab.
„Danke Sir“, sagte Samuel.
„Hast Du meine Jagdkleidung bereits eingepackt?“, fragte der frischgebackene Major.
Sein Bursche nickte.
„Ja Sir, die und die Tweeds ebenfalls“, er zeigte auf drei Schankkoffer am Ende des Flures.
„Du bist ein guter Mensch, Samuel“, sagte Gabriel Harno.
„Lady Berinice hat eine Nachricht hinterlassen…“, begann Samuel.
„Nicht jetzt, ich habe nicht mehr viel Zeit. Wo ist die Attila ? Wo ist die neue Uniform ?“, er begann damit in einem Berg von Wäsche auf dem Bett zu wühlen.
„Sir, hier ist sie“, beruhigte ihn sein Bursche. Die Husarenuniform des 115ten sah ein wenig anders aus. Die Uniform war in Feldgrau gehalten. Silberne Schnüre und Epauletten sowie die klassische Husarenattila mit silbernem Besatz in Feldgrau. Der Pitty hatte eine dunkelgraue Färbung. Ein versilbertes Messingschild des praetorianischen Wappens war auf der Stirnseite. Ausserdem hatte er eine versilberte Säbelpicke an der Spitze und einen silber-blauen Halsumlauf. Ein Pallasch hing in einer Scheide daneben.
„Perfekt“, murmelte Gabriel und ging daran seine Wüstenuniform aufzuknöpfen.
„Sorg dafür das alles eingepackt wird“, sagte er erneut.
„Jaaahaa“, brummte Samuel ein wenig entnervt und ging hinaus in den Flur. Dort traf er auf einen frischgebackenen Captain.
„Wie ich sehe hat die Familie heute Feiertag, wie ?“, er beglückwünschte Gorm, machte aber keine Anstalten in seiner Arbeit innezuhalten.
„Wo..?“, begann Gorm. Samuel zeigte ins Ankleidezimmer.

Gabriel hatte die Uniform schnell gewechselt. Trotz dem ganzen Silber, den Schnallen auf der Koppel, den betressten Epauletten und blinkenden Uniformlitzen der Reiterattila, bedrückte ihn das dunkle Feldgrau. Ein wenig Wehmütig blickte er auf das Bett und sah die alte, beigefarbene Uniform.
„Du siehst gut aus“, sagte eine ihm bekannte Stimme und holte ihn aus den Gedanken.
„Gorm“, Gabriel baute sich vor seinem jüngeren Bruder auf.
„Ein wahrer Husar!“, sagte Gorm.
„Na, kleiner, aber ich sehe das deine Litzen auch blinken, hat da etwa einer ebenfalls eine Pipe mehr bekommen?“, faxte Gabriel.
Er schlug seinem Bruder auf die Schulter und machte sich daran Sachen in die Koffer auf dem Bett aufzuheben.
„Ich habe ein Kommando bekommen“, sagte Gorm. Es platzte förmlich aus ihm heraus.
Gabriel hielt inne.
„Das ist ja großartig ! Was ist es, eine Kompanie ? Eine Schwadron ?“
Gorm hielt seinen Helm vor sich.
„Die Calandra Garnison mit der 3. Kompanie.“
„Calandra, das ist … eine schwierige Situation. Aber ich denke du wirst es schaffen“, sagte Gabriel und lachte wieder.
„Und du ?“, fragte Gorm besorgt.
„Unser Regiment wird nach Aexe Cardinal verschifft. Die Welt liegt im Sabbat Cluster. Nach den Meldungen sollen wir dabei helfen den Bodenkrieg endlich zu beenden. Der jahrelange Stellungskrieg soll aufgebrochen werden. Und dazu benötigen sie mobile Einheiten. Wir werden bei einem Ort Namens Brunsgatte mit sieben weiteren Regimentern eingesetzt“, erklärte Gabriel seine neue Marschbefehle. Gorm sagte nichts.
„Pass auf dich auf. Ich habe von Aexe gehört. Es ist ein mörderischer Krieg“, begann er.
Gabriel lachte.
„Welcher Krieg ist das nicht, kleiner Bruder“, faxte er.
„Deine Uniform“, begann Gorm nach Worten ringend.
„Was ist damit ? Schick, oder ?“, Gabriel spielte sich im Spiegel auf.
„Das ja, aber sie macht mir Angst, Gabriel“, Gorm schaute ihn an.
Gabriel bekam einen milden Gesichtsausdruck.
„Wir dienen dem Imperator und dem König wohin er uns auch ruft“, sagte er dann sanft.
„Ein Harno lässt sich nicht unterkriegen“, er sah fest in Gorms Augen.
„Du und ich, wir schaffen unseren Weg, Ruhm und Ehre“, er nahm seinen Bruder in den Arm.
„Ruhm und Ehre“, sagte Gorm.
Gabriel verschloss den großen Koffer.
„Calandra also, wie ? Da wird der Radscha wohl auf seine Töchter aufpassen müssen“, er lachte. Gorm wurde rot.
„Hast Du schon mit Berinice gesprochen, Gab ?“, fragte er, während er zwei kleine Koffer aufhob. Gabriel schüttelte den Kopf.
„Ich hatte noch keine Zeit“, begann er.
„Du solltest aber….“
„Ich weis, heute Abend, versprochen!“
Gorm lächelte und verabschiedete sich von seinem Bruder.
„Wir sehen uns morgen früh beim Appell“, rief dieser seinem Bruder nach. Die Regimenter würden gleichzeitig abrücken. Gorm blieb unbemerkt im Türrahmen stehen. Eine Brise aus der Japh-Tal ließ die bodenlangen Vorhänge wallen und sein Bruder war nur noch Schemenhaft dahinter zu erkennen. Gorms Herz krampfte sich und er schien zu wanken. Er hatte das Gefühl Gabriel nie wieder zu sehen. Samuel räusperte sich.
„Ich passe auf ihn auf, Master Gorm“, sagte der schon so viele Jahre für seinen Bruder dienende Bursche.
 

Oberst Gordon

Codexleser
Ja ja...habe lange nix geschrieben..aber nun weiter im Text....:rolleyes:

Gorm verließ das Offiziersquartier seines Bruders und ging nachdenklich die Veranda entlang zum Turbolift im Nordturm. Die Sonne brannte heißt an dem späten Nachmittag. Einige unerbittliche Sergeanten waren dabei den Strafkompanien das Exerzierreglement nahezulegen und mehrere Eskadrone der mysopischen Kavallerie sorgten für viel Staub. Auch eine Panzerkompanie ratterte ausserhalb der Festungsanlage zu ihrem Übungs- und Schießständen. Gorm stellte sich an die Reling des Decks und blickte auf das fünfhundert Quadratmeter große Areal des Hauptplatzes der Festung. Er ließ seinen Blick schweifen bis zum Haupttor und dann den Hauptturm hinauf, die beiden, 300 Meter hohen und mit riesigen Fahnen beflaggten Masten hinauf. Ein Silberner Aquila auf weißem Grund und ein mit Lorbeeren umrahmter Löwenkopf auf goldenem Grund. Die riesigen Fahnen wallten langsam in der Mittagssohne und schimmerten zeitlos.
„Gedanke, Captain?“, fragte eine tiefe Stimme aus dem Schatten zu seiner rechten.
„Der Imperator beschützt, Edward!“ zuckte Gorm zusammen.

***

Deveraux gähnte und blickte blinzelnd auf seinen Chronometer. Er war eingenickt. Ein leiser, angenehmer Gong wurde geschlagen und die Gäste in den Speisewagen gebeten. Er stand auf, ließ seinen Kopf kreisen und blickte auf das weite, dahin rasende dunkelgrün des Dschungeldachs. Von Paschawar waren nur noch entfernte Spitzen am Horizont zu erkennen. Neben an der Hand abzählbaren weisen Wolken war der Himmel in einem gesunden Hellblau.

Während er noch darüber nachdachte, setzte sich der Schnellzug in Bewegung. Deveraux hatte nichts von Paschawar mitbekommen. Er sah aus dem Fenster und beobachtete fasziniert, wie die näherer Umgebung langsam verschwamm, während der Zug fahrt aufnahm. Die Umgebung selbst verändert sich schnell. Die inneren kolonialen und modernen Bauten der Hauptstadt wichen dem alten Stadtbild und dann den außen liegenden Slums. Dann jagte der Zug auf eine höher angelegte Bahntrasse und ringsherum wurde es dunkelgrün.

Er öffnete seinen Laptop und prüfte den Datenbestand. Das Hauptquartier der Militärpolizei von Kandhrapur hatte ihnen bereits die ersten aktuelle Auszüge
der Personalakten, Wetterdaten und aktuelle Nachrichten der Region zu kommen lassen. In der Provinz Niazam war es zu kleineren Aufständen einer alten Sereg -Sekte gekommen. Die Freihandelsgesellschaften hatten mehrere neue Rohstoffgewinnungskontrakte mit den südlichen Konsortien abgeschlossen und das Wetter für die nächsten Woche, sah in der südlichen Japh-Tal und der Großen Reg die jährlichen Sandstürme vor, die so genannte Zeit des Tippuhan-Windes.

Deveraux wählte die erste Akte aus und öffnete sie. Es handelt sich um die Akte des Majors. Sein Name war George Walter Buchannon. Major Buchannon war der Kommandeur des 4ten Bataillons, 20th Praetoria und mit diesem in der südlichen Garnison von Malkilahbad stationiert.
Er war Träger des Großen Praetorianischen Ehrenordens, des Adlers von Verula und des imperialen Aquila. Außerdem war er Ritter des ehrwürdigen Ordens von der Geront-Distel und ein renomiertes Mitglied des Diogenes Clubs.
Alles in allem ein klassisches Bild für einen nichtadligen Offizier, dachte Deverauxe während er die Seiten überflog.

Während er das Communique weiter las, bemerkte er eine zeitliche Lücke. Buchannon hatte während des Massakers von Erobal auf Arslan III, den Befehl über einen der linken Flügel des imperialen Vorstoßes. Dort verdiente er sich seine Beförderung zum Major. Danach kamen die Einträge seiner Dienstzeit auf Indira IV. Deveraux runzelte die Stirn und tat diesen Zufall als solchen ab.

Er rief sich die Akte eines der Lieutenants auf. Sein Name war Edward Harry Lionel, Second Lieutenant in der 3. Kompanie, 1. Bataillon des 20ten Praetoria. Er war noch sehr jung, und wie Deveraux erkannte, hatte der Kauf des Offizierspatentes fast die bürgerlichen Ersparnisse seiner Eltern aufgebraucht. Aber nur fast, denn sein Vater, ein Whiskyhändler auf Angelus, hatte zu Beginn des sirdarischen Jahres ein beträchtliches Vermögen mit dem Verkauf von 20 Fässern 400 Jahre alten scotischen Brandweines machen können, wie es in dem Zusatzartikel hieß, war er rein zufällig über diesen Schatz in seinen Lagerhäusern gestolpert.

Und wieder stutzte Deveraux. Der Bericht endete plötzlich und es trat eine zeitliche Lücke auf. Er sparte sich die Durchsicht der dritten Akte und öffnete die Sicherheitsdateien. Das Communique kam aus dem Polizeihauptquartier und war verschlüsselt worden. In dem Sicherheitsprotokoll erkannte Deveraux Sperreinträge, die in allen Akten den zeitlichen Rahmen von der Arslan – Mission bis ins letzte Jahr umfassten. Er stand auf und stellte sich ans Fenster. Seine Hand ging fast automatisch zu seinem Etui und er holte eine Zigarette. Er öffnete das Fenster, es waren nur kleine Löcher, da der Fahrtwind zu stark war, aber es änderte sich nichts an der Wärme. Der Himmel war immer noch ein blau und der dichte Dschungel lag knapp unterhalb der Bahntrasse.

Er konnte so nicht arbeiten. Anstatt das das Netz aus Lügen und möglichen Intrigen oder Verbrechen endlich klarer wurde, legte sich über alles noch mehr ein Schleier der Unsicherheit. Er hoffte, dass sich Sir Archibald als weitaus kooperativer herausstellen würde, als die zur Verfügung gestellten Unterlagen vermuten ließen. Es klopfte an seine Abteiltür.

„Herein“, sagte Deveraux. Es passierte nichts.
Ein wenig entnervt ging er zur Tür und riss sie auf, doch erschreckte er nur zwei Fahrgäste, die ihn entgeistert anstarrten.
Er blickte nach links und rechts, sah aber niemanden. Dann blickte er auf den Boden. Ein Zettel lag zu seinen Füßen. Er hob ihn auf und ging zurück in seine Kabine.
Der Zettel war dunkelbraun, zerknittert und an den Enden versenkt. Er faltete ihn auf und lass die Nachricht.
>> Vorsicht ist geboten!<<>>Verlassen sie den Zug so schnell wie möglich!<< Die Nachricht besagte, dass er sich in zwei Tagen in Khandrapur mit einer Person unter dem Pseudonym „N“ treffen würde, wenn er es schaffte den Zug zu verlassen und dann weitere Informationen erhalten würde. Die Handschrift schien weiblich zu sein, doch das war durchaus auch kein Indiz. Er rauchte seine Zigarette zu ende und setzte sich in den Sessel. Akten, die ihm keinen vollständigen Zugriff ließen, eine seltsame Nachricht und zum guten Schluss noch eine oder ein Unbekannter.

„Und das alles, weit ab von zu Hause“, brummte Deveraux zu sich selbst, während das grün des Dschungels an seinem Fenster vorbeirauschte.

Dax aß mit ungezügeltem Appetit und das gelegentlich glitschige Schmatzen und Schlürfen war eine nahezu perfekte Präsentation dieser Tatsache. Devereux`s Teller war nicht mal angerührt. Er starrte nachdenklich in das tiefe Rot seines Weinglases.
„Ehm….eschen sie das noch, Sir?“ fragte Dax und schob sich ein Stück Weisbrot in den Mundwinkel.
Deveraux lächelte und schob ihm seinen Teller zu.
„Stuart, sie überraschen mich immer wieder“, antwortete Deveraux. Er wollte gerade ein weiteres Mal an seinem Wein nippen, als ihm am Ende des Speisewagens eine Frau auffiel. Sie starrte ihn an. Er blickte kurz in die andere Richtung um sicher zu gehen, dass es so war. Dann sah er wieder in ihre braunen Augen.
Bemerkenswert war die Tatsache das sie sehr abenteuerlich Gekleidet schien, einen Fellumhang trug, sowie einige Utensilien die nicht unbedingt zur Gesellschaft in diesem Zugabteil gehörten. Ihre Haare waren naturgelockt, so vermutete Deveraux, und dunkelbraun, ihre Haut hatte einen bronzenen Schatten.

Ein Kellner streifte sein Blickfeld und die Frau war fort. Nichts deutete daraufhin das sie je dort gesessen hatte.
Deveraux blinzelte. Nichts.
„Dax, sie haben mir doch nur einen Wein bestellt, oder?“
Es war Wein. Deveraux nippte und roch nochmals daran. Ein feiner verdischer Landwein. Nichts auserlesenes und nichts besonderes.

Deveraux starrte in die Ecke und sah nur den leeren Platz neben dem Mann, auf dem bis eben noch die Frau gesessen hatte. Er stand auf und ging zu dem Mann, offensichtlich einem praetorianischen Unternehmer auf Geschäftsreise, der sich angeregt mit zwei einheimischen Kaufleuten unterhielt.
„Entschuldigen sie bitte die Unterbrechung meine Herren“, begann Deveraux. Die drei schauten zu ihm auf.
„Sir, wenn sie erlauben, die Dame die eben hier gesessen hat, können sie mir sagen ob sie noch einmal wieder kommen wird?“
Die drei Männer blinzelten ihn verwundert an.
„Beim Imperator und König, wenn hier eine Dame gesessen hätte, ich hätte es bemerkt, oder nicht?“ begann der Praetorianer. Die beide indirischen Kaufleute lachten auf. Doch dann bemerkten sie Devereux´s ernsten Blick.
„Sir, es tut mir leid, sie müssen sich vertan haben“, erklärte der Praetorianer.
„Gute Güte, es wird die Hitze sein“, antwortete Deveraux und hoffte seine Fassungslosigkeit damit überspielt zu haben. Alle lachten und er ging zurück zu Dax, der mit dem zweiten Teller fertig war.
„Sir, ist alles in Ordnung?“ fragte Dax.
„Das weis ich noch nicht, jedenfalls wird mir das alles zu bunt. Ich bin mir nicht mehr sicher ob das hier nur eine Art Urlaubsfall wird oder nicht…“, er blickte sich um. Und dann ging das Licht aus.
 
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