8. Edition Schutzwurf und Moralphase

Themen über die 8. Edition von Warhammer 40.000

shinzo

Aushilfspinsler
27. September 2019
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Hallo Zusammen,

Ich bin vor kurzem über ein paar Youtube-Video (Astartes) mal wieder zu Warhammer 40k gekommen (Hatte schon öfter Interesse mal damit anzufangen) und habe mir nun das Anfänger-Set "Erstschlag" gekauft. Ich muss dazu sagen, daß ich A: ein extremer Nerd bin, der mit mangelndem Realismus in Geschichten oder Filmen so gut wie gar nicht klar kommt (Es sei denn es ist von Macher beabsichtigt wie z.B. bei Parodien) und B: Mich vorher schon ziemlich intensiv in den Warhammer 40k "Lore" eigelesen habe wobei mich insbesondere der Werdegang eines Space Marines faszinierte. Nach dem "Studium" des Regelbuches sind mir daher 2 Diskrepanzen aufgefallen die ich für unlogisch halte und die zum Teil auch dem "Lore" widersprechen. Mich würde bei diesen Punkten interessieren, aus welchem Grund es diese Punkte gibt:

Punkt 1: Schutzwurf

Der Schutzwurf wird nach dem Trefferwurf und dem Verwundungswurf vom Gegner ausgeführt. Trefferwurf und Verwundungswurf machen imho Sinn...mit dem ersten Wurf wird ermittelt ob ich meinen Gegner getroffen habe (Präzision) und mit dem 2ten Wurf wird mittels der Panzerung des Gegners ein Schaden ermittelt. Wie ist hingegen der Schutzwurf begründet? Das der Gegner die Kugel/den Bolzen kommen sieht und sich wie Neo in Matrix noch wegdreht? Oder war der Fernkampf-Angriff am Ende nur ein Traum den meine Einheit geträumt hat? Meine Vermutung ist, daß der Schutzwurf allein aus Balancierungsgründen eingeführt wurde, möchte hier aber erfahrenere Spieler dazu anregen mich eines Besseren zu belehren. Btw. Im "Erstchlag"-Anfänger-Buch wird die erste Mission auch ohne Schutzwurf gespielt.


Punk 2: Moralphase

Laut dem "Lore", oder der Geschichte von Warhammer 40k sind Space-Marines die Härtesten der Harten. Genetisch hochgezüchtete Supermenschen, welche einer exzessiven psychologischen Konditionierung ausgesetzt werden. Am Ende ihres Trainings soll ihr Wille angeblich unbrechbar sein und sie kennen keine Furcht. Selbst mit abgetrennten Gliedmaßen würden Space-Marines sich dem Gegner noch trotzig entgegenstellen. Dennoch besitzen Space-Marines auf den Datenblättern einen Moralwert. Ein Space-Marine der also in der Moralphase das Weite sucht passt irgendwie gar nicht in dieses Bild. Gleiches gilt z.B. für die Death-Guard oder die Tyranniden. Ich bezweifle das Zombies so etwas wie Angst empfinden können. Allein bei Truppen wie z.B. der Imperial Guard, welche ja "normal" rekrutierte Soldaten sind, würde so etwas wie eine Moralphase meines Erachtens Sinn ergeben, jedoch in einem Gefecht gegen Chaos-Marines dann zu einem Nachteil führen. Meine Frage hier: Macht die Moralphase bei einem Spiel in dem z.B. Space-Marines vs. Death Guard kämpfen, einen Sinn? Gibt es einen Grund unter dem Aspekt der Ausgeglichenheit für diese Phase?​
 
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Der Verwundungswurf geht nicht gegen die Panzerung, sondern gegen das Weiche innen. Die Panzerung oder irgendwelche übernatürlichen Ausweichfähigkeiten oder eine Kombination daraus stellt der Schutzwurf dar.

Mathematisch gesehen ist es für das Ergebnis egal, ob man zuerst erst für das Weiche oder die Rüstung würfelt; der Schutzwurf kommt deshalb am Ende, weil man bei der Reihenfolge Treffer (Spieler 1) - Verwunden (Spieler 1) - Rüstung (Spieler 2) einmal weniger die Würfel rumreichen müsste als bei der Reihenfolge Treffer (Spieler 1) - Rüstung (Spieler 2) - Verwunden (Spieler 1).
Dazu kommt der psychologische Effekt für den Verteidiger, seine Truppen selber "retten" zu können.
 
Was die Lore Begründung des Schutzwurfes anbelangt so sehe ich es immer so das die Kugel zwar verwunden würde, aber nur wenn die Rüstung nicht hält. Die Reihenfolge hat denke ich Bloodknight gut begründet. Wenn du eine Lore Begründung dafür haben willst dann kann man sagen das die erfolgreichen Verwundungen, die aber trotzdem von der Rüstung dann gesaved wurden, eben doch nicht verwundet haben, aber theoretisch dazu in der Lage gewesen wäre wenn die Rüstung nicht gehalten hätte.

Es ist ja im Grunde das gleiche wie mit der: "Erst ist meine Runde, dann ist deine Runde". Weil kein Mensch der in einem Panzer sitzt oder ähnliches wird einfach warten und zuschauen wie sich eine große Antipanzer Waffe in Stellung bringt und dann auf einen feuert. Regeltechnisch spielen wir es aber dennoch so.

Was die Moral Sache angeht so wird das sogar von den Regelschreiben immer mal wieder begründet:

Tyraniden die ausserhalb von Synapse sind und ihren Moralwurf verpatzen fliehen nicht aus Angst sondern unterliegen ihren Instinkten wie ein Tier. Sie buddeln sich dann bspw. ein, oder laufen unkontrolliert, von Instinkten getrieben vom Schlachtfeld, was eben dann das entfernen der Modelle darstellt.

Necrons die ja eigentlich nur Maschinen sind fliehen auch nicht, sondern werden auf ihre Gruftwelt zurück teleportiert um repariert zu werden.

Bei Marines könnte man so bspw. sagen das sie auch nicht fliehen sondern einfach sehen das es Schwachsinn ist allein gegen einen Blutdämon zu kämpfen und man sich deshalb eher taktisch zurück zieht.

Zu guter letzt ist zu sagen das viele Codexe auch eher wie Propaganda geschrieben sind und nicht wie Hard Facts. Das wird dir immer wieder über den Weg laufen und immer öfters sind es Sachen die im Spiel komplett keinen Sinn machen würden. Als beispiel werden Necron Piloten beschrieben das sie Maschinelle Präzesion haben und ihnen keiner entkommen kann. Ist natürlich jetzt fürs Spiel geil wenn man eine Einheit mit Aimbot hat. Das das keinen Sinn macht für ein Tabletopspiel sollte klar sein.

Auch wirst du gerne über Heldengeschichten stolpern, die aber genau das sind, Geschichten. Von Space Marines die tausende von Orks niedermähen weil sie so dolle sind, aber aufm Tabletop wirst du das eben nicht sehen, aus den oben genannten Gründen.

Sehe die Regelbücher und Codexe also weniger wie Wikipedia und mehr wie ein Propagandaschreiben an.
 
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Einfach mal ein universal-disclaimer:

Auf dem spieltisch sterben spacemarines auch im feuer von imperialen gardisten. und nen 0815 generischer captain kann locker easy stärker sein als mancher chaptermaster. Oder stabiler als ein primarch.
Und 4 Ganten können verhindern, dass ein landraider sich noch bewegen kann. Der selbe landraider übrigens, der laserkanonen aus seinem Arsch schießen kann, weil 4mm des kettenglieds vorne links noch an der Ruine die jede sichtlinie blockiert rausgucken. Aber sobald 3 kultisten in seiner nähe stehen ist schießen komplett unmöglich.

Du wirst keinen Realismus am Spieltisch finden, weil das eine abstraktion ist. Du wirst auch auf keinen Fall sinnvollen Kraftverhältnisse finden die es im Lore gibt. Das wird nicht passieren. Darauf zu hoffen, dass das so käme wäre unter der Prämisse, dass man wert auf sowas legt ein absolutes Setup für Frustration.
Man muss akzeptieren, dass es auf dem Tabletop keinen Realismus gibt oder man muss sich mit ein paar Kumpels zusammen tun und abgefahren Hausregeln schreiben.
 
Der Verwundungswurf geht nicht gegen die Panzerung, sondern gegen das Weiche innen. Die Panzerung oder irgendwelche übernatürlichen Ausweichfähigkeiten oder eine Kombination daraus stellt der Schutzwurf dar.

Das macht durchaus Sinn und reicht mir völlig.

Tyraniden die ausserhalb von Synapse sind und ihren Moralwurf verpatzen fliehen nicht aus Angst sondern unterliegen ihren Instinkten wie ein Tier. Sie buddeln sich dann bspw. ein, oder laufen unkontrolliert, von Instinkten getrieben vom Schlachtfeld, was eben dann das entfernen der Modelle darstellt.

Necrons die ja eigentlich nur Maschinen sind fliehen auch nicht, sondern werden auf ihre Gruftwelt zurück teleportiert um repariert zu werden.

Bei Marines könnte man so bspw. sagen das sie auch nicht fliehen sondern einfach sehen das es Schwachsinn ist allein gegen einen Blutdämon zu kämpfen und man sich deshalb eher taktisch zurück zieht.

Bei den Tyraniden und Necrons klingt das für mich plausibel, aber ein SpaceMarine der einen taktischen Rückzug begeht? Naja. Nichtsdesto trotz wäre es natürlich völlig unausgeglichen wenn einige Parteien eine Moralphase hätten und andere wieder nicht, daher ist das für mich schon verständlich warum man sich machen sollte.

Du wirst keinen Realismus am Spieltisch finden, weil das eine abstraktion ist. Du wirst auch auf keinen Fall sinnvollen Kraftverhältnisse finden die es im Lore gibt. Das wird nicht passieren. Darauf zu hoffen, dass das so käme wäre unter der Prämisse, dass man wert auf sowas legt ein absolutes Setup für Frustration.
Man muss akzeptieren, dass es auf dem Tabletop keinen Realismus gibt oder man muss sich mit ein paar Kumpels zusammen tun und abgefahren Hausregeln schreiben.

Naja, man versucht ja schon so realistisch wie möglich zu bleiben, sonst könnten wir auch mit Papp-Karten oder Clips spielen und würden uns nicht die größte Mühe geben unsere Miniaturen so echt wie möglich zu bemalen. Ich denke die Warhammer-Regeln versuchen die (fiktionale) Realität auch so gut es geht abzubilden ohne dabei ein uninterressantes oder unausgelichenes Spiel zu erschaffen

Vielen Dank für eure Antworten bisher.
 
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Bei den Tyraniden und Necrons klingt das für mich plausibel, aber ein SpaceMarine der einen taktischen Rückzug begeht? Naja. Nichtsdesto trotz wäre es natürlich völlig unausgeglichen wenn einige Parteien eine Moralphase hätten und andere wieder nicht, daher ist das für mich schon verständlich warum man sich machen sollte.

Gegenfrage. Würde es denn mehr Sinn machen wenn ein für das Imperium unglaublich wertvoller, super ausgebildeter Kämpfer Selbstmord begeht um allen zu beweisen das er wirklich die dicksten Eier hat?

Naja, man versucht ja schon so realistisch wie möglich zu bleiben, sonst könnten wir auch mit Papp-Karten oder Clips spielen und würden uns nicht die größte Mühe geben unsere Miniaturen so echt wie möglich zu bemalen. Ich denke die Warhammer-Regeln versuchen die (fiktionale) Realität auch so gut es geht abzubilden ohne dabei ein uninterressantes oder unausgelichenes Spiel zu erschaffen

Ich denke was Duderus ausdrücken wollte ist das du nicht all zu viel Realismus erwarten solltest. Es gibt vor allem Dinge die realistisch gesehen absoluter Schwachsinn sind. Aber du hast definitiv damit Recht das das was im Fluff steht durchaus versucht wurde auf das Spiel zu übertragen. Servorüstungen die einen erheblichen Schutz bieten sollen sind auch im Spiel mit einem 3er Rüster besser wie die "T-Shirts" der Orks, welche lediglich einen 6er Save haben.

Allerdings wirst du mit der Realismus Keule auch sehr oft auf Probleme stoßen, weil es einfach gewisse Dinge gibt die man gar nicht realistisch sehen kann. Dark Eldar Schattenlanzen, was soll das sein? Unlicht? Kannst du mir nahelegen wie sich ein Unlicht "Geschoss" realistisch im Raum bewegt? Ich glaube nicht. Genau so wenig kann man sagen wie ein Plaguebearer oder grundsätzlich sich ein Dämon realistisch bewegt oder bewegen kann, weil die Sachen gibt es schlichtweg nicht.

Auf der anderen Seite hast du dann natürlich die Regeln die realistisch gesehen komplett bekloppt sind:

- Ein Plasmawerfer überhitzt bei Nacht öfters als am Tag.
- Flammenwerfer sind die besten Anti Flugzeug Abwehrwaffen die es gibt.
- Ein Jetpack funktioniert nur bei der normalen Bewegung, aber nicht wenn man in den Nahkampf stürmen will
- Fahrzeuge lassen sich von einem einzelnen Modell komplett am feuern hindern wenn sie mit ihm im Nahkampf sind, dabei ist es egal ob das ein Space Marine oder ein läppischer Chaos Kultist ist.

Und das sind jetzt nur die Beispiele die mir aus dem Stehgreif einfallen ^^
 
aber ein SpaceMarine der einen taktischen Rückzug begeht?

Kommt in der Lore andauern vor. Oder wie sind sonst einige Loyalisten aus dem Dropsite Massacre entkommen. In Horus Heresy Romanen finden sich manchmal sogar Erwähnung von Space Marines die tatsächlich die Flucht ergriffen haben, wenn sie mit den Night Lords konfrontiert wurden.

Spieltechnisch ist es mir noch fast nie passiert, dass ein Marine "geflohen" ist. Meist ist gleich der ganze Trupp tot, oder es ist rechnerisch nicht möglich das sie laufen.
 
Allerdings wirst du mit der Realismus Keule auch sehr oft auf Probleme stoßen, weil es einfach gewisse Dinge gibt die man gar nicht realistisch sehen kann. Dark Eldar Schattenlanzen, was soll das sein? Unlicht? Kannst du mir nahelegen wie sich ein Unlicht "Geschoss" realistisch im Raum bewegt? Ich glaube nicht. Genau so wenig kann man sagen wie ein Plaguebearer oder grundsätzlich sich ein Dämon realistisch bewegt oder bewegen kann, weil die Sachen gibt es schlichtweg nicht.

Naja bei Namen sehe ich das tatsächlich nicht so eng. Nur weil eine Kanone vielleicht "World-Ender" heisst, erwarte ich nicht gleich dass ein Schuss mit ihr das Spiel beendet. Nebenbei könnte man bei einer "Schattenlanze" auch an "Schwarzlichtlanze" denken und damit wäre diese Waffe nichts anderes als ein extrem starker UV-Laser 😉

Auf der anderen Seite hast du dann natürlich die Regeln die realistisch gesehen komplett bekloppt sind:

- Ein Plasmawerfer überhitzt bei Nacht öfters als am Tag.
- Flammenwerfer sind die besten Anti Flugzeug Abwehrwaffen die es gibt.
- Ein Jetpack funktioniert nur bei der normalen Bewegung, aber nicht wenn man in den Nahkampf stürmen will
- Fahrzeuge lassen sich von einem einzelnen Modell komplett am feuern hindern wenn sie mit ihm im Nahkampf sind, dabei ist es egal ob das ein Space Marine oder ein läppischer Chaos Kultist ist.

Ui, diese Regeln kenne ich als blutiger Anfänger noch nicht und sie erzeugen in der Tat gerade ein leichtes Zucken in meinem rechten Augenlid.😀

Ein Plasmawerfer der bei Nacht öfter überhitzt als bei Tag? Ich wusste nicht-mal dass bei Warhammer 40k Tageszeiten eine Rolle spielen.

Flammenwerfer als die besten Luftabwehr-Waffen? Das ist auf den ersten Blick natürlich sehr absurd, doch ich vermute mal, dass es ansonsten keine vernünftigen Luftabwehrwaffen (z.B. Raketenwerfer) bei den meisten Einheiten gibt, und eine Lufteinheit nur durch eine einzige Bodeneinheit (z.B. ein Dreadnought) zerstörbar zu machen, ein sehr unausgeglichenes Spiel erzeugt. Tatsächlich habe ich bisher bei keinen Fuß-Einheiten einen Raketenwerfer als Waffe gesehen, aber Flammenwerfer dafür schon etwas häufiger (z.B. die Ultramarine Agressors).
Also zumindest diese Regel erklärt sich damit eigentlich ganz gut von selbst.

Was den Jetpack-Angriff angeht, kann ich mir das so erklären, dass es wahrscheinlich Selbstmord wäre sich einem Schwert- oder Axt-schwingendem Widersacher von Oben zu nähern. Zumindest wenn man seine Beine noch gebrauchen möchte.

Und Fahrzeuge die von einem einzigen Nahkampfangriff am Fernkampf gehindert werden? Ein Angreifer muss ja nicht mit seinen Schwertern oder Äxten die ganze Zeit dumm auf die Panzerung des Fahrzeugs hämmern. Er kann ja z.B. auch auf das Fahrzeug klettern und den MG-Schützen direkt angreifen, oder falls das Fahrzeug ein Panzer ist und mit der Hauptkanone feuern will, könnte er das Rohr mit einem Stein blockieren. Ist daher nach ein paar Überlegungen auch recht plausibel.

Da Warhammer 40k ja nun schon seit über 30 Jahren existiert, und in dieser Zeit von recht vielen Leuten gespielt wurde, und die Regeln innerhalb dieser Zeit auch mehrfach geändert wurden, will ich hier gar nicht anzweifeln, dass jede Regel ihren Grund hat. Mich interessiert bei manchen dieser Grund halt. Ich bin ziemlich stark davon überzeugt das nahezu alle Regeln, die einem als unrealistisch erscheinen, so festgelegt wurden, um ein ausgeglichenes und unterhaltsames Spiel zu schaffen ohne dabei zu sehr auf Realismus verzichten zu müssen.
Ein Kompromiss halt.
 
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In vorherigen Editionen durften Flammenwerfer gar nicht auf Flieger schießen. Mit dieser Edition sollte das Grundregelwerk vereinfacht werden z.b. dadurch, dass alles alles verwunden kann. Da fallen dann halt auch Flammenwerfer drunter. Ob es nun die beste Flugabwehr ist, lässt sich sicherlich bestreiten, aber sie ignorieren zumindest den negativen Treffermodifikator, den die meisten Flieger haben, da sie automatisch treffen. Wie das nun realistisch zu erklären ist, wenn sie ja an sich nur eine fiktive 8 Zoll Reichweite haben ... keine Ahnung 😀 dient halt der Vereinfachung der Grundregeln.

Der Plasmawerfer, der am Tag besser trifft ... ich glaube das gibt es so gar nicht mehr, da es ja den Nachtkampf nicht mehr gibt. Außer evtl. in irgendwelchen Erweiterungen.
 
Das ist es halt wovor ich warne. vieles ist so absurd wie es klingt.
Ein Plasmawerfer der bei Nacht öfter überhitzt als bei Tag? Ich wusste nicht-mal dass bei Warhammer 40k Tageszeiten eine Rolle spielen.
Plasmawerfer überhitzen bei einem wurf von 1. In der 8ten Edition gibt es Modifikatoren für würfe. Bei Nachtkampf zB -1 auf Trefferwürfe. Dann wird auch eine 2 zu einer 1 und der Schütze verbrennt sich. Selbiges gilt für alle Flieger die die "hard to hit" regel haben. Das gibt auch -1 Modifikator, also überhitzt plasma schneller. Oder ein Hivetyrant zaubert genug Angst auf einen Trupp (Horror Psi Power -> -1 Trefferwürfe) sodass die Plasmawerfer vor Angst schneller hochgehen^^

Flammenwerfer als die besten Luftabwehr-Waffen? Das ist auf den ersten Blick natürlich sehr absurd, doch ich vermute mal, dass es ansonsten keine vernünftigen Luftabwehrwaffen (z.B. Raketenwerfer) bei den meisten Einheiten gibt und eine Lufteinheit nur durch eine einzige Bodeneinheit (z.B. ein Dreadnought) zerstörbar zu machen ein sehr unausgeglichenes Spiel erzeugt.
Das liegt einfach daran, dass Flammenwerfer in der 8ten so umgesetzt sind, dass sie das ziel automatisch treffen. Ein schwerer Flammenwerfer verursacht w6 automatische Treffer (früher wars ja eine Schablone). Und das gilt dann auch für zB flieger, die in der Regel schwerer mit normalen waffen zu treffen sind, weil man -1 auf einen Trefferwurf kriegt, was ein Flamenwerfer ignoriert.
"Die beste" ist jetzt überspitzt und kommt darauf an was für ein Flammenwerfer es ist. Ändert aber wenig an der absurdität Kampfjäger mit Flammenwerfern ab zu schießen. Selbst wenns der Flammenwerfer von einem Landraider Redeemer ist.

Tatsächlich habe ich bisher bei keinen Fuß-Einheiten einen Raketenwerfer als Waffe gesehen, aber Flammenwerfer dafür schon etwas häufiger (z.B. die Ultramarine Agressors).
Also zumindest diese Regel erklärt sich damit eigentlich ganz gut von selbst.
Raketenwerfer sind seltener Geworden, weil sie einfach schlechtere Laserkanonen in den meisten Codices sind. Daher spielt man öfter Laser. Flammenaggressoren sind auch wieder ein exot, aber die gibts halt günstig als "easy to build" bausatz.

Was den Jetpack-Angriff angeht, kann ich mir das so erklären, dass es wahrscheinlich Selbstmord wäre sich einem Schwert- oder Axt-schwingendem Widersacher von Oben zu nähern. Zumindest wenn man seine Beine noch gebrauchen möchte.
Könnte man so argumentieren, aber das selbe gilt auch für Jetbike fahrende Shining Spears oder Waveserpents, die defacto nie landen. Wobei man sagen muss, dass sie über einen Warhound titanen auch in der chargephase drüber dürften, nicht aber über kleinere Buildings.

Und Fahrzeuge die von einem einzigen Nahkampfangriff am Fernkampf gehindert werden? Ein Angreifer muss ja nicht mit seinen Schwertern oder Äxten die ganze Zeit dumm auf die Panzerung des Fahrzeugs hämmern. Er kann ja z.B. auch auf das Fahrzeug klettern und den MG-Schützen direkt angreifen, oder falls das Fahrzeug ein Panzer ist und mit der Hauptkanone feuern will, könnte er das Rohr mit einem Stein blockieren. Ist daher nach ein paar Überlegungen auch recht plausibel.
Ein Chaos Kultist steckt nen Stein in die Laserkanone von nem Landraider? 😀 Oder die Punisher Gatling vom Leman Russ.
Daneben dürfen sie nicht nur nicht schießen, sondern nichtmal fahren, sobald sie sich über einen Kultisten.... oder Nurgling.... bewegen müssten. Dann sitzen die da fest, bis irgendwer dem Kultisten ne Respektschelle gegeben hat, denn der Kultist darf natürlich nciht beschossen werden, solange er in 1" zu deinem Landraider steht. Und auch nicht seine 20 freunde die bis 20" entfernt woanders stehen.

Du kannst von folgendem ausgehen:
GW versucht die Eigenschaften der Einheiten aus dem Lore einigermaßen ab zu bilden.
Wenn es aber um grundliegende Game mechanics geht, dann spielt das eine untergeordnete Rolle. Da kommts auf Spielfluss an. GW hat viel was "unnötig kompliziert" war oder Zeitraubend einfach weg rationalisiert, teils aufkosten eines Realitätsfeelings.

Glaub uns: Du wirst merken, dass vieles schlicht absurd ist. Deswegen, schaus dir an, aber erwarte nicht, dass du für alles eine sinnvolle erklärung findest. Davor wollten wir dich warnen. Wenn dich sowas triggert sei dir gesagt: You will be triggered 😀

Hier noch ein Highlight: Wenn du im Flugkorridor eines Fliegers (die haben beschränkte Wendemöglichkeiten und mindestbewegung) genug nurglings hinstellst, dann muss der Flieger von der Platte fliegen und ist zerstört. Weil er eine Base hat und sein Base die Bewegung nicht auf oder innerhalb von 1" von feindlichen Bases beenden darf. Solange du also den "befliegbaren Bereich" mit genug kleinkram vollstellst machst du einen autokill gegen den Flieger.


Damit das aber nicht zu negativ hier klingt:
Die Grundliegenden Game-Mechanics der achten Edition sind viel besser als vorher. Das Spielen ist einfach lässiger, entspannter und macht mehr Spaß.
Das was kritisiert wird, ist das natürlich je älter die Edition wird alles krass viel stärker wird, weil jede Publikation die alte überbieten muss. Und die Regeln werden immer unübersichtlicher weil immer mehr sachen auf immer wieder anderen Kanälen publiziert werden.
Wo sich aber viele einig sind, ist dass die "vereinfachungskampagne" die GW Gefahren hat, zumindest bei den Grundregeln, erstmal für ein besseres Spielerlebnis gesorgt hat. Obwohl vieles irgendwie absurd wirkt. Und es steht natürlich immer jedem das Mittel der Hausregel zur Verfügung, wenn man sich mit seinen Kumpels einigt.
 
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Um vielleicht noch ein für mich positives Beispiel der Vereinfachung zu nennen. Damals musstest du Fahrzeuge auf dem Spielfeld entsprechend ausrichten. Ihre unterschiedlichen Seiten hatten unterschiedliche Panzerungswerte, weil in der Regel ja ein Fahrzeug an der Front besser gepanzert ist wie im Heck. Dann war es so das die Waffen verschiedene Schusswinkel hatten. Von Turmwaffen mit 360° über Seitenkuppeln mit glaub 25°.

Wenn man jetzt einen Landraider oder Leman Russ Panzer anschaut machte das durchaus Sinn und war einfach nachzuvollziehen. Bei Ork Battlewaggons aber ist es wahrscheinlicher im Lotto zu gewinnen wie mal eine Situation hin zu bekommen wo die Frontpanzerung zählte. Ebenfalls war es ein Problem das in 90% der Fälle du mit den Fahrzeugen nie alle Waffen abfeuern konntest, da GW mehr nach der "Rule of Cool" designet. Sprich die Landraider Bewaffnung haben sich oftmals selbst behindert. Oder bei anderen Modellen war der Kram so behämmert angeordnet das jeder Militärstratege nur die Hände übern Kopf zusammen schlagen will.

Du kannst ja mal schauen wie mit diesen Regeln derzeit der Space Marine Repulsor Panzer funktionieren soll. Der hat Waffen an wirklich jeder Ecke seines Rumpfes und in den letzten Editionen war es dann sogar noch so das alle Waffen auf das selbe Ziel feuern mussten. Sprich beim Repulsor würdest du es einfach immer so haben, das er nie alle Waffen abfeuern dürfte.