Tabletop für Kinder

Brush_Strike

Miniaturenrücker
12. Mai 2013
1.073
3.483
20.786
Hallo zusammen,
ich mache mir momentan Gedanken darüber, wie ich meine Kinder an das Hobby heran führen kann. Mein Sohn ist mit zweieinhalb Jahren noch etwas sehr klein, meine Tochter mit viereinhalb Jahren fängt so langsam an, sie für Brettspiele etc. zu interessieren.
Ich überlege hier mehrere Aspekte zusammen zu führen. Die beiden sind totale Schlümpfe Fans, daher würde es sich anbieten, die Schlümpfe Figuren zu nutzen, die man z.b. von Schleich kaufen kann, bzw. die ich auch noch auf dem Dachboden habe. Zudem könnte man das ganze bei dem tendenziell immer schöneren Wetter nach draußen in den Garten verlegen. Daher habe ich mir gedacht, eine kleine Schatzsuche zu planen, bei der eine Aufgabe sein könnte, den Schlümpfen des Schlumpfdorfes, dass sie draußen im Garten finden, zu helfen, den bösen Zauberer Gargamel zu vertreiben.
Das Thema Figuren und Spielfeld wäre somit schon erschlagen. Jetzt überlege ich, wie ich die Regeln dazu designen soll. Ich bin vor zwei Jahren von 40k Regeln auf OPR Regeln umgestiegen. Das ist schon ein recht einfaches Regelwerk, müsste aber evtl. weiter verändert bzw. angepasst werden. Habt ihr euch in dieser Richtung schon mal Gedanken gemacht oder vllt. bereits Erfahrungswerte?
 
  • Like
Reaktionen: TBRY87 und Wardemon
Du bist schon zwei, wenn nicht sogar drei Schritte voraus. Zumindest beim Kleinen. 😀
Nimm die Figuren, so Schlümpfe wie genannt sind super, und spielt damit. Manchmal lässt man dann einen Würfelwurf entscheiden wie das Spiel weiter geht,... 🙂 Zumindest hab ich so angefangen als die Kleine etwa drei Jahre alt war.
Mit 4 1/2 geht schon etwas mehr, das Interesse an Brettspielen unbedingt mitnehmen und darauf aufbauen.
Tabletop so langsam als "eigenes Spiel" etablieren, also auch hier Figuren nehmen, damit spielen, sie würfeln lassen, Geschichten erzählen und dann langsam ein paar Regeln einbauen. Angefangen mit wir gucken mal ob er das schafft, würfel mal eine Vier oder höher,...

Ich hab dann McFarlane Figuren für einen guten Preis schießen können und das sind gerade unsere "Komm wir spielen Space Marines und Monster,..." während bei anderen Puppen und Figuren keine Würfel oä zum Spielen benötigt werden. 🙂 Klar manchmal kommt dann auch die Barbie zum Space Marine, aber die wird dann eingebaut. Und der Teppich hat sich als erstes Spielfeld etabliert. "Da müssen die drauf bleiben, wie bei deinem Tisch." Kommt alles von selbst. Nicht zuverkopft und zuverdenken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Am simpelsten wäre wohl für die Bewegung ein fester Messstab, vllt mit Winkeln. Wird an die Figur, evtl mit Base gelegt und zeigt, wie weit ein Schlumpf schlumpfen darf. Sobald ein Schlumpf Gargamel berührt (oder andersrum), wird ein farbiger Würfel geworfen. 3 Seiten Schlumpfblau, drei Seite Bösewicht-Rot, oder sowas. Oder um es für die Kinder einfacher zu machen, mehr blaue Seiten vielleicht. Gargamel hat es ja auch nicht gleich leicht wie die Schlümpfe ^^
Bei einem blauen Wurfergebnis könnte der Gegner ja weggeschubst werden, oder umgeschubst. Sollte ein roter Würfel gewürfelt werden, schnappt sich Gargamel den Schlump und der Schlumpf kommt in einen Sack (wird vom Spielfeld entfernt). Wenn Gargamel umgeschupst wird, kommen etwaige gefangene Schlümpfe frei und dürfen weglaufen. Ziel des Spiels könnte sein, alle Schlümpfe in ihre Häuschen in Sicherheit zu bringen oder so.
War jetzt mein kurzer Gedankenerguss. Hauptcharakteristika wären halt die festen Bewegungsweiten mithilfe eines Stabs und der farbige Würfel
 
  • Like
Reaktionen: Jager und Wardemon
Ab 4 Jahre gibt es ein Kinder-Catan, wenn es was ganz friedliches sein soll.

Und was vereinfachte Regelwerke für kämpferische Spiele angeht, wir haben mit relativ kleinen Kindern (so ab 6) Claymore Saga gespielt.
Das Spiel muss man nicht kaufen, es finden sich im Bestand sicher ein paar taugliche Figuren (2*3 Reiter und 6*3 Fussoldaten genügen für den Start) .... aber das Prinzip ist m.E. kindtauglich.
Auf Regimentsbase fixierte Einheiten, Aktivierung der Einheiten erfolgt durch Einheitenkarten (um Frust zu vermeiden haben wir aber auch schon mal wechselseitige Zugrechte gespielt), Bewegungs- und Schussreichweiten sind fix je nach dem Einheitentyp und auf dem Regibase vermerkt, genau wie die Anzahl der für die Einheit zu benutzenden Angriffs- und Verteidigungswürfel, diese Würfel mit Totenkopf- (kann man auf individualisierbaren Würfeln auch durch ein Schwert ersetzen) und Schildsymbolen entscheiden Kämpfe. (Wir haben da am Anfang keine Marker für verlorene LP benutzt, entweder der Angreifer gewinnt (Es werden vom Angreifer mehr Totenköpfe gewürfelt als der Verteidiger Schilde würfelt) oder es in der Runde passiert eben nichts, verliert der Verteidiger geht er nach Hause). Man muss da keine Werte und so lernen, rechnen oder Unmengen Würfel schieben. Man kann ganz leicht anfangen, Ritter & Fussvolk gegen Ritter & Fussvolk und dann sobald die Kinder das erfassen und mögen ... einfach Details nachschieben, z.B. Fernkämpfer, Zauberer, Monster oder Helden, bremsende Hindernisse oder eben Verluste statt win-or-lose.
Da hält sich der Anfangsaufwand in Grenzen (falls es doch nichts wird) und man kann den Ausbau an das anpassen was den Kindern gefällt.

Wichtig erscheint mir, dass man die Grundlagen für (gerade kleine) Kinder ganz offen und fair gestalten muss, im Grunde sollten sich die beiden Seiten immer wirklich spiegeln. Sonst kommt auch so ein kleiner Kopf auch bei so einfachen Regeln ganz schnell mal auf eine Art powergaming oder gewinnt auch nur den Eindruck, dass der Zauberer den er hat gegen die Kanone des Gegners nie was reißt und dann ist der Spaß schnell dahin und das Spiel evtl. verbrannt.
Spiele mit unterschiedlichen Armee/Truppen sind m.E. eher für gefestigte Spieler, die daran Spaß und Herausforderung haben.

Und es schadet nichts, wenn Papa oder Mama eine nette Geschichte zum Spiel parat haben. Ein paar Sätze, die die Kinder zum "Ritter kloppen" abholen. Oder die Kinder dürfen sich was ausdenken, was das Spiel einleitet.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe mal auf Grundlage der OPR Firefight Regeln angefangen, ein sehr vereinfachtes Regelwerk für Kinder zu entwerfen. Wobei sie zusammen gegen NPCs, sprich Gargamel und Azrael spielen. Das Augenmerk liegt hier verstärkt auf der Bewegung der Figuren und dem einsammeln von Gegenständen, wobei die Schlümpfe ihren beiden Erzfeinden ausweichen müssen. Bei schönem Wetter werde ich das bei Gelegenheit mal ausprobieren und berichten, wie es funktioniert hat.
 
  • Like
Reaktionen: Wardemon
Ich hatte hier: Kindgerecht? kürzlich ein ähnliches Thema, meine Tochter wird im Juni aber schon 9 und Maus und Mystik ist zwar echt toll und die ersten Versuche haben echt Spaß gemacht, vor allem auch das bemalen der Figuren.
Aber das ist schon recht komplex von den Regeln, dazu der "Zeitdruck". Natürlich könnte man als "Spielleiter" hier aber auch das ganze ggfs. etwas entschlacken und z.B. den Zeitdruck rausnehmen.
 
Meine sind 10 und 12 und ich habe diese Phase des Heranführens auch durchlebt. Die Große spielt hin und wieder gerne Brett und der Kleine ist jetzt ein Tabletopper mit großer Brettspielvorliebe. Wir spielen relativ kompliziertes Zeug, Familienbrettspiele sind ihm dadurch eigentlich schon zu langweilig.
Deine Ideen sind viel besser als meine damals, das muss ich direkt mal sagen. Das mit den Schlümpfen im Garten mit Geschichte ist super. Aber 2 und 4 Jahre ist viel zu früh um das ganze mit Würfeln, Maßstäben und Regeln zu hinterlegen. In dem Alter kannst Du besser mit einfachen Kinderbrettspielen anfangen. Du wirst merken, dass Kinder in dem Alter noch anarchischer mit solchen festen Rahmenbedingungen umgehen als Teenager. Ich habe mit 5/6 sowas angefangen mit Modelle basteln mit denen und erst danach mit Regeln und kleinen, richtigen Spielen. Parallel habe ich früh mit ihnen Kinderbrett und -gesellschaftsspiele gespielt. Dabei können sie überhaupt erstmal ein Gefühl dafür bekommen was feste Spielregeln sind.
Du wirst aber beim Spiel und Umgang mit den Kindern schnell merken was zu viel ist und was geht. Und mit Schlümpfen kannst Du eigentlich nix falsch machen.
 
Solange man kleine Kinder nicht mit Dämonen und Teufel verstört oder die Weltanschauung in Frage stellen lässt, gibt gute Gründe warum gewisse Spiele erst ab einem gewissen Alter erlaubt sein sollen.

Man kann Brettspiele auch mit Lego gestalten oder bauen. Auch mit PlayMobil lässt sich vieles an das Brettspiel näher bringen. Bei meinen kleinen 4/6 Nichten, habe ich das Pokemon Setting auch nur mit Figuren angetastet und nur die keine Angst auslösen gegeben, Pikachu ist da immer der klassiker oder auch Ponita. Auch ein paar Pokemon Karten wie Pferde und CO gegeben. Es gibt bereits einige Brettspiele welche schon ab 4+ im Handel zu finden sind.

Lego und PlayMobil haben meiner Meinung nach die besten Voraussetzungen für das zukünftige Tabeltop, einmal das Bauen, das Kreative, die Figuren. Man kann später mal auch den Figuren Werte geben. Auch das Duplo hat seinen Vorteil, da es für kleine Kinder auch geht. Man kann auch Profile erstellen auch wenn sie nicht gleich Balanced sind, spielt es wohl keine Rolle, den es geht eher um das Spielen mit den Tabletop näher zu bringen.

BattleTech Spielmatten haben ein Raster und eignet sich perfekt für Bewegungen, die Jüngste kann auch so etwas mit den Zahlen rechnen. Auch mit dem Würfel der nur bis 6 geht. Wir spielen eher so einer Art Bauern und Lieferdienste, oder Fangen Spiele. Auch entwickeln wir unsere eigenen Regeln. Das wichtigste ist auch die Kreativität der kleinen zu Fördern und auch ausleben zu lassen, auch wenn der Vater oder Onkel immer verlieren/selten gewinnen.

Beide Sprechen gut an und sind begeistert. Ab und an fragen Sie mich ob wir auch mit den Figuren in der Vitrine Spielen, jedoch sag ich immer, dass sie aus Glas sind und daher nicht zum spielen gemacht sind. Wer möchte schon Chaos Space Marines den Kindern geben. Oder einen Dämonenlord.

Klar ist die Vorstellung mit dem Nachwuchs das Spiel zu spielen etwas was sicher Jeder Vater/Onkel sich wünscht aber manchmal muss man auch auf die Umgebung achten bevor Sie alt genug sind um gewisse Sachen zu verstehen, auch das Warhammer Setting mit dem Gottimperator und Dämonen naja muss man halt drauf achten, dass man nicht später einen Arzt benötigt.

Früher war es so, das meine Mutter und mein Vater streng waren was Soldaten Panzer und Waffen anbelangte, mit dem älter werden verstand ich auch warum. Aber wenn man die nötigen Sachen beachtet kann man nicht viel Falsch machen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reaktionen: Dragunov 67 und Telzo
Also meine Kinder (5 und fast 3 Jahre) kommen gut mit dem Tyranidenangriff-Spiel klar und spielen zwischendurch gerne mal eine Runde davon mit mir. Die Tyraniden gelten dabei dann halt als böse Weltraum-Dinos. Die Regeln sind echt simpel und skalierbar (Ausrüstungskarten und Charakterregeln kann man auch erstmal weglassen, gerade auf dem niedrigen Schwierigkeitsgrad).
 

Anhänge

  • photo_2026-03-26_11-06-40.webp
    photo_2026-03-26_11-06-40.webp
    133,8 KB · Aufrufe: 66
  • Like
Reaktionen: Der Sigmarpriester
Mal ne Frage rein aus Interesse:
Tragt Ihr das Thema tabletop denn "gezielt" an Eure Kinder heran oder wartet Ihr, bis da von denen selbst ne Initiative/klares Interesse kommt?

Es gibt ja auch diese etwas "berüchtigten" Fälle, wo der stolze Vater den Junior zu seinem 1. Fußballspiel mitnimmt, und dann völlig enttäuscht ist, wenn sich der Sohn/die Tochter mal so garnicht für den Lieblingsclub interessiert, sondern bestenfalls für die Wurst und das Maskottchen und dann nach der 60. Spielminute fragt: "Können wir jetzt gehen?" So geschehen bei meinem Patenkind (damals mEn sechs Jahre alt)! 😉
 
  • Like
Reaktionen: Dragunov 67
Ich glaube diese Frage kann man selbst nicht objektiv beanworten, weil man selbst zu tief im Hobby und in der Kindererziehung drin steckt.
Ich habe versucht es so lange fern zu halten wie es ging. Mein Arbeitsschreibtisch ist nicht der staubfreiste Ort und damit wollte ich die als sie klein waren nicht belasten (gesundheitlich). Außedem sind meine beiden ziemlich wisbegierung und waren schon früh selbst am Lesen. Die Lore ist halt echt übel für Kinder und damit meine ich nicht nur die Brutalität (die auch anders als in den 80/90ern nicht mehr knuffig bunt und/oder stark stilisiert, sondern sehr realistisch in Artwork und Modell zelebriert wird), sondern auch die Tatsache, dass man dann zwangsläufig erklären muss, dass in dieser Zukunft/Fantasywelt alle "Guten" Faschisten sind. Die Ironie und die Abstraktion können die erst mit 6/7 (früh), bzw. besser 8/9 begreifen. Vorher nehmen Kinder Dinge wie bare Münze.

Allerdings bekommen die Kinder natürlich mit wie mal selbst das Hobby zelebriert. Alle Dinge die Eltern tun sind für Kinder zwischen 1 und 10 Jahren interessant und die Kinder entwickeln ein grunlegendes Interesse dafür. Da braucht man eigentlich nicht sonderlich nachhelfen. Die einen bleiben dann dabei, die anderen wenden sich anderen Sachen zu. Das ist dann typ- und sicherlich auch erfahrungsabhängig.
 
Ich musste das gar nicht gezielt an meinen Kleinen ( bald 6 Jahre ) herantragen. Der kam von ganz alleine und ist schon ganz ungeduldig, weil Papa gesagt hat, das ist noch nichts für ihn und wenn er dieses Jahr in die Schule kommt, darf er seine erste Figur bemalen. Obwohl er im Moment voll im Star Wars Fieber ist und kaum noch Ostern erwarten kann. Da bekommt er, wenn er brav ist das Set vom X-Wing Smart Play. 🙂
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reaktionen: Der Sigmarpriester