Mal ein paar kurze historische Details:
- Die Imperiale Armee orientiert sich abgesehen von der Rüstung der Schützenreiter stilistisch am frühen 16. Jh., 1500-ca. 1530, mehr als 100 Jahre früher als der 30-jährige Krieg.
- Feuerwaffen, Infanterieblöcke mit/ohne Piken sind ein deutlich früheres Phänomen als 1500 (hier wäre ein weiterer Exkurs zu Epochenabgrenzung Mittelalter/frühe Neuzeit nötig, denn man kann die Grenze auch im späten 15. Jh. ansetzen, geht hier jetzt aber zu weit). Die Schweizer machen das schon deutlich früher als 1500 (mit Hellebarden seit dem 14. Jh.) und auf den Abbildungen des Wolfenegger Hausbuch (ca. 1480) sieht man schon im Spätmittlelalter größere Haufen an Stangenwaffen und Feuerwaffen:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/cd/Hausbuch_Wolfegg_51v_52r1_Heerzug.jpg Der Drops mit Infanterie nur als Unterstützung der Ritter war imho spätestens bei der burgundischen Niederlage in den späten 1470er gründlich gelutscht. Es gibt auch Meinungen, die diesen Zeitpunkt z.B. bei der Schlacht von Pavia 1525 ansetzen, aber das scheint mir zu spät. Im Zeitraum um/nach der Niederlage Burgunds wird das Schweizer System auch auf HRR-Seite forciert/imitiert. Es stimmt insgesamt, dass sich die Entwicklungen weg von schwerer Reiterei und hin zu immer mehr Infanterie in Richtung des 17. Jh. immer weiter verstärkt. Kavallerie behält aber eine erhebliche Bedeutung.
- Die Imperiale Armee hat keine Piken.
😉 Weder regeltechnisch noch von den Modellen her. Speere sind nunmal nur halb so lang und die Effektivität gegenüber Pferden nicht besonders gesteigert/den historischen Möglichkeiten der Waffe angemessen. Mit der 8. Edition ist es aber mit der Hordenregel immerhin so, dass die Speere aus imho angemessen vielen Reihen kämpfen können.
Das Imperium kann spannenderweise beides darstellen. Die früheren Armeeformen mit Reitereifokus, weniger Feuerwaffen/mehr Bögen-Armbrüsten genauso wie die späteren.
So, offtopic Ende.
Ontopic:
Den richtigen Grad der Tödlichkeit zu finden ist imho schwer. So empfinde ich die (scheinbar, habs noch nicht gespielt, aber so wirds meist berichtet) niedrigere Fehlertoleranz bei Infinity oder SST potentiell anstrengend. Ich bin nun nicht der allerbeste Spieler und wenn ich einen Spielfehler mache, der dann durch die höhere Tödlichkeit der Waffen gleich recht hart bestraft wird, so ist das mehr Herausforderung, als ich bei einem Beer-and-Pretzels-Spiel (wie 40k für mich ist, meistens) suche. ^^ Allerdings ist auch 40k davon nicht frei bzw. da auch alles andere als perfekt. Denn wenn in der Tat die Tödlichkeit zu gering ist, kann das auch anstregend sein, wenn partout nix verrecken will. Einen Vorschlag für einen guten Mittelweg habe ich nicht, aber bei 40k ist dieser für mich aktuell halbwegs erreicht.