Ich glaube, dass das mit der Negativität echt davon abhängt, wo und wie man sein Hobby auslebt. Ich hatte für eine kurze Zeit einmal Discourse Minis in meinem Youtube Feed, weil ich ihre Art ganz witzig fand. Bis mir ihr Unique Selling Point ein wenig auf den Senkel ging. Natürlich weiß ich, dass sie damit ihre Klicks generiert und vieles wahrscheinlich gespielt ist, aber wenn ich das weiterhin geschaut hätte, wäre diese „Negativität“ vielleicht auch auf mich abgefärbt. Wie bei vielen Dingen sind es halt die Meinungsblasen, in denen man sich bewegt, die einen (oft unbewusst) beeinflussen.
Außerhalb medialer Angebote habe ich Negativität in all den Jahren aber relativ selten kennengelernt. Eigentlich hat die extreme Faszination am Hobby immer überwogen. Ob jetzt bei Neulingen oder hartgesottenen Kollegen, die das Hobby wortwörtlich leben. Das habe ich in nur wenigen Hobbies so erlebt. Man könnte es als Spleen abtun, ich sehe dies aber als etwas Positives. Als eine gemeinsame Identität im Hobby.
Damit verbunden ist aber auch der Punkt, der mich seit geraumer Zeit wirklich ein wenig unglücklich macht und das oben genannte Positive am Hobby zwar nicht komplett verdrängt, dem Ganzen aber einen etwas faden Beigeschmack gibt. Und das hat für mich auch etwas mit Negativität im Hobby zu tun, weil es das eigentlich Positive gefährdet. Und zwar ist es die Praxis, einen Gewinn aus dem Hobby zu ziehen, welche sich in weiten Teilen der Community breit macht. Von GW als Aktiengesellschaft erwarte ich, dass sie Gewinnmaximierung betreiben. Dass dort Rendite erwartet wird, das ist ja zu verstehen, auch wenn es unschön für den Geldbeutel ist. Dass aber ein nicht zu unterschätzender Teil der Community versucht, Mit-Hobbyisten auf verschiedensten Wegen „über den Tisch“ zu ziehen, das finde ich problematisch. Weil es in der Community eine Art Verrohung darstellt und den Weg zu einer Ellenbogengesellschaft ebnet. Es sind ja nicht nur 2-3 professionell agierende Menschen, die zum Beispiel via Scalping Hobbydinge aufkaufen und dann weiterverkaufen wollen. Es sind auch oft ganz normale Teile unserer Community, die das im kleinen Maßstab machen. Aus verschiedensten Gründen. Wenn ich das Gefühl bekomme, dass es nicht mehr primär darum geht, eine Faszination am gemeinsamen Hobby zu teilen, sondern dass es oft darum geht, irgendeinen Profit zu machen, dann finde ich das problematisch. Auch wenn ich mir manchmal außerhalb des Scalpings die Preisgestaltung rarer Gegenstände auf Ebay und Co. ansehe, zum Beispiel beim Gelände, habe ich das Gefühl, dass die Kommerzialisierung unseres Hobbies so richtig krass auf die Community selbst durchgeschlagen hat. Das führt dann tatsächlich zu einer negativen Grundstimmung bei mir, weil ich von meinem Hobby halt eigentlich anderes erwarte.
Ich sehe das mittlerweile zwar ein wenig entspannter, da ich mein Kaufverhalten stark reduziert habe, aber dennoch ist dieser Eindruck in der letzten Zeit stark gewachsen. Wie gesagt, eine Community sollte (meiner Meinung nach) für einen Hobbyisten da sein, gemeinsam eine Faszination zu teilen. Sie sollte nicht versuchen, irgendeinen überhöhten Profit auf Kosten anderer zu generieren.
Beispielhaft dafür stand die Tage unser geschätzter Captain Centos. Da man ja nur eine Miniatur pro Person erhalten konnte, diese aber dennoch hunderte Male zu Preisen von 100 Euro plus auf Ebay landete, ist das ja ein Anzeichen dafür, dass sich viele von uns mehr oder weniger an dieser Praxis beteiligen. So nach dem Motto, wenn andere das machen, dann kann ich es doch auch machen. Das kommt unserer Community aber nicht zugute. Und das meine ich jetzt gar nicht allein auf den Umgang mit diesem Modell bezogen, welches ja nüchtern betrachtet eine lächerliche und unbedeutende Trivialität darstellte, sondern auf das allgemeine Verhalten in unserer Community, welches dahintersteckt und wofür dieses Modell tatsächlich ein gutes Beispiel war.
PS: Will da auch niemanden persönlich mit angreifen. Es gibt wie immer verschiedenste Gründe, die zu so einem Verhalten führen. Ich möchte nur aufzeigen, wo ich negative Einflüsse auf unser Hobby sehe, die zum großen Teil aus unserer eigenen Community entspringen, die Negativität und Missgunst befördern und eigentlich Positives kaputt machen können. Mit einzelnen Youtubern, die gewisse Rants ablassen, oder Kommentaren unter deren Videos, damit kann ich gut leben. Mit dem oben genannten Verhalten unserer Conmunity eher weniger.
Langer Text am Abend.. Aber vielleicht konnte ich so auch etwas Negativität abbauen! 😅
Und kleiner Edit, weil ich es doch noch zum Positiven bezüglich des genannten Beispiels anfügen muss: Der
@Lord Protector hat mir dann doch noch einen Kontakt zu einem Captain zu einem halbwegs fairen Preis vermittelt, was mir zeigt, dass es natürlich Leute gibt, welche im Sinne der Community handeln. Ebenso wie es Leute gab, die ein solches Modell für einen Kollegen besorgt haben oder generell Dinge hier im Forum zu fairen Preisen anbieten. Aber es gibt halt auch viele, die nicht im Sinne der Community handeln. Und wie gerade in einer PM geschrieben: Teilweise beleidigt es mich mehr, ein Hobbyprodukt zum dreifachen Preis angeboten zu bekommen, obwohl es dafür keinen gerechtfertigten Grund gibt, als irgendwelche Kommentare in Online-Medien es je könnten. Aber ich bin auch kein Content-Creator, daher kann mir das eh egal sein. 🫣