Agree to disagree, für mich ist das Thema durch.
In meinen Augen gibt es deutlich mehr Grund, sich für die " Auras sind für die Dauer einer Aktion 'gelockt' " Variante (A) zu entscheiden.
- Ein konsequentes Umsetzen der "Auren triggern im Moment der Grenzüberschreitung" Interpretation würd ein Spiel deutlich komplizierter, langwieriger und hakeliger machen. Es würde viel mehr Zeit mit Diskussionen und Messen und Nachschlagen verloren gehen, was den eigentlichen Spielfluss (einer der zentralen Aspekte des Hobbys) massiv bremst
- Gemeinhin gilt bei so ziemlich allen anderen Aspekten des Spiels ein "alle Parameter werden vorher geprüft und die Aktion auf der Basis umgesetzt" Maxime. Angriffe gegen angeschlossene Einheiten verwenden bis zum Abschluss aller Attacken der angreifenden Einheit den Widerstand der Bodyguards. Eine Blast-Waffe verwendet die Modellzahl des Ziels bei Ansage der Attacke. Um jetzt zwei der markantesten Beispiele zu nennen.
- Die angeführten Beispiele der Charge-Reduktion, von Magnus' extra Bewegungs-Aura... oder auch zum Beispiel die Aura des Löwen, die FNP4+ gegen MoWos vergibt. Steht ein verletztes Modell einer Einheit mit 1 LP und als einziges Modell dieser Einheit in 6" Entfernung zum Löwen, und die Einheit bekommt per Panzerschock 5 MoWos rein, dann würde nach dem ersten versiebten FNP dieses Modell entfernt, die Aura sofort erlöschen und der Rest der Einheit keinen FNP mehr haben. All das sind Dinge, die zu bizarren Situationen führen, die sich - wie die Diskussion hier bisher zeigt - nicht intuitiv oder gewollt und übertrieben konstruiert für die meisten Spieler anfühlen.
In Summe betrachtet wären die spielerischen Nachteile, Konsequenzen und Irregularitäten durchaus signifikant, wohingegen es keinen erkennbaren Mehrwert oder Nutzen für die "Auras erlöschen unmittelbar" Variante (B) gibt. Außer dass sich ganz neue Möglichkeiten für Exploits auftun
😉
Regeltechnisch festgeschrieben ist da nichts, aber analoge Beispiele aus dem Regelwerk, sowie spielerisch sinnvoll ist Variante (A).
Als Spieler, der mehr Wert auf die Schlacht an sich und ein flüssiges Spiel legt, würde ich Variante B in einem Spiel nicht akzeptieren und mich darauf berufen, dass es hier eine Lücke gibt, die man - schlimmstenfalls - auswürfeln muss.
Und bzgl. "Wenn GW das gewollt hätte": Wir haben mehr als genug Beispiele im Grundregelwerk, wo GW absolut nicht aufgepasst hat und zigfach nachbessern musste, weil die Autoren deutlich überschätzt haben, wie intuitiv oder einleuchtend ihre Regeln formuliert sind. Die Tatsache dass es seitenweise Regelkommentare und FAQs gibt zeigt mehr al deutlich, dass vieles, was da steht, nicht automatisch so "gewollt" ist, wenn es missverständlich geschrieben ist. Sinnvoll wäre da ein Addendum zu den Aura-Fähigkeiten, in dem einfach noch mal drin steht, zu welchem Zeitpunkt die Wirksamkeit einer Aura nun geprüft wird.