GW Lawsuit gegen Ghamak

Naysmith

Tabletop-Fanatiker
06. November 2009
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Das hier dürfte einige interessieren. Da es enormes Empörungspotential bietet kommt das früher oder später eh hier an, da kann ich es auch jetzt teilen 😁.

cya
 
Danke, dass du das teilst. Ich finde das Thema grundsätzlich spannend. GW hat glaube ich auch im Kontext 3D damals eines der ersten Urteile wegen Urheberechtsverletzung erwirkt, da ging es um ein Modell des Leman Russ Panzers.
Ich nehme es schon so wahr, dass geistiges Eigentum im Hobbybereich sehr auf die leichte Schulter genommen wird. Damit meine ich Modelle, die fast 1 zu 1 Umsetzungen sind. Quasi (Raub)kopien die halt jetzt gedruckt statt wie früher auf CD gebrannt werden. Und die werden auch hier gerne mal vorgezeigt und als günstige Alternative beworben.
Proxys sind für mich Figuren, die deutlich vom Original abweichen. Vor dem 3D-Druck waren dass ja auch starke Umbauten oder sogar Neubauten die dann nach irgendwelchen halbwegs passenden, offiziellen Regeln gespielt wurden. Zum beispiel Eldar Exoditen. Die im Link gezeigten Beispiele finde ich sehr weit weg, siehe Manticor vs. Drache. Umso mehr interessiert es mich, warum GW jetzt ausgerechnet bei diesem Künstler mit dieser sehr grundsätzlichen Argumentation vorgehen will. Vielleicht weiss hier ja jemand mit juristischem Hintergrund was da die Strategie sein könnte? Wie schon gesagt, ich finde es interessant und werde es verfolgen.

Edit: an der Finanzierung der Verteidigung wird es schonmal nicht scheitern, fast 1000€ allein in der Zeit, in der ich den Beitrag verfasst habe 😉
 
GW will also alternative Modelle verbieten, wie die, die Ghamak und Co. anbieten. Sie dürfen die Modell vielleicht nicht als Proxies für GW-Modelle anpreisen. Aber verbieten?
Warum soll man nicht mehr eine Alternative wählen dürfen, wenn die besser gefällt.
Dann kann ja VW ja gleich Autos von Ford verbieten. Gleiche Funktion, anderes Design. Wie Mitbewerber verbieten?!
 
Ich sehe da schon teils sehr große Parallelen im Design. Nicht annähernd 1zu1-Kopien, aber doch teilweise sehr nah dran. [EDIT: Allerdings absolut nicht in seinen Beispielbildern. Aber er möchte ja auch darlegen, wie unberechtigt eine solche Forderung ist. Da nimmt man naturgemäß das, was die eigene Argumentation am besten stützt.]
Ob das reicht, um von einer Urheberrechtsverletzung ausgehen, kann ich nicht beurteilen. Ob das andere Juristen hier können, müssen die sagen. Aber hier geht es schon um ein eher spezielles Rechtsgebiet und zudem nicht um deutsches Recht. Ich glaube nicht, dass wir dafür Spezialisten hier haben.
Aber ich verstehe es echt nicht, wenn gleich wieder die Moral- und Unterdrückungskeule geschwungen wird - die, wie @ThrowN schon zutreffend geschrieben hat in anderen Bereichen und auf "der anderen Seite" meist so gar nicht kommt. Wenn die bei GW meinen, das stellt eine Verletzung ihrer Rechte dar, ist es ihr gutes Recht, dagegen vorzugehen. Ob das dann tatsächlich so ist, wird im Zweifel ein Gericht entscheiden. Dafür sind die da. Und bei sowas geht es ja nun wirklich nicht um nichts. Für beide Seiten.
Ich sehe das daher völlig unaufgeregt.

P.S.
Das Video habe ich mir nicht angesehen. Werde ich auch nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber ich verstehe es echt nicht, wenn gleich wieder die Moral- und Unterdrückungskeule geschwungen wird - die, wie @ThrowN schon zutreffend geschrieben hat in anderen Bereichen und auf "der anderen Seite" meist so gar nicht kommt. Wenn die bei GW meinen, das stellt eine Verletzung ihrer Rechte dar, ist es ihr gutes Recht, dagegen vorzugehen. Ob das dann tatsächlich so ist, wird im Zweifel ein Gericht entscheiden. Dafür sind die da. Und bei sowas geht es ja nun wirklich nicht um nichts. Für beide Seiten.
Nun, hier machst du es dir aber auch ein bisschen einfach. Es ist ja mittlerweile eher zur Gewohnheit von einigen Unternehmen geworden, ihre sich verschlechternde Produktqualität mit abstrusen juristischen Einfällen abzusichern. Guck dir Nintendo an, die sich gerade "Kämpfe zwischen Monstern" patentieren lassen wollen (oder es getan haben). Bei GW nimmt nun nicht unbedingt die Qualität der Modelle ab, aber der Preis halt zu oder sie entwickeln am Markt vorbei, indem sie dir 20 Jahre alte Skelette für Khemri verkaufen wollen.

Wir reden hier nicht von 1:1 Kopien und meinetwegen sollen sie damit nicht werben dürfen, dass das Ersatzmodelle sind. Aber wenn die Modelle ein Problem sind, dann kann Corvus Belli Warcrow mit seinen Greifenreitern und Chaosbruten auch begraben 😀
 
Ganz wilde These:

Es geht bei den gezeigten Modelle nicht um das Modell sondern etwas im Namen.
Vorne im Codex steht was drin im sinne von alle Namen/Bezeichnungen sind weltweit geschützt (kann jeder selber nachlesen vorne in Impressum).
Und ja vllt konnten sie vor 20 Jahren Lord auf Manticor schützen (Denke das der Mythologische Manticor nicht gezähmt werden kann).
Und wenn der typ Oberdödel auf geflügeltem Löwen heißen würde kann GW nichts machen.

Weil wie können manche Firmen alternative köpfe für vorhandenen Modelle machen die 100% passen und nicht von GW ärger bekommen…
 
@Haakon
Aber das ist doch genau mein Punkt: auf welcher rechtlichen Grundlage bewertest du das Vorgehen als "abstrusen juristischen Einfall"? Kennst du dich in irgendeiner Form damit aus? Dann freue ich mich über eine entsprechende Begründung. Ansonsten wirst du es mir aber hoffentlich nicht verübeln, wenn ich das als eine fachlich unfundierte Meinung aufgrund einer persönlichen moralischen Einschätzung ansehe. Die dir selbstverständlich und völlig unzweifelhaft unbenommen ist. Aber es ist dann halt eben keine juristische Bewertung, wie es deine Formulierung nahelegt.
Und genau weil ich zu den genauen Hintergründen und vor allem der Rechtslage nichts sagen kann, spare ich mir die Bewertung und lasse die diejenigen vornehmen, die für sowas ausgebildet sind. Was dabei herauskommt, ist auf der (für mich nicht vorhandenen) Grundlage völlig offen. Und daher kein Grund, eine der beiden Seiten zu verurteilen. Weder das böse GW für einen vermeintlich ungerechtfertigten Angriff auf den armen Mann, noch den bösen Typen, der sich vermeintlich unberechtigt an fremdem geistigem Eigentum der armen Firma vergreift.
Denn genau damit würde ich es mir zu einfach machen.
 
Das eigentliche Problem an der Sache ist doch letztlich wieder wo das Geld sitzt. GW kann es sich leisten alle möglichen "Kleinen" zu verklagen, aber nicht jeder "Kleine" kann es sich leisten so eine Klage vor Gericht auszusitzen. Die ganzen 1:1 Kopien der GW-Modelle sind halt für GW nicht wirklich greifbar, die "gibt es einfach". Kreative, die mehr oder weniger originelle Proxies verkaufen allerdings schon. Ist so oder so keine schöne Sache, aber die Aktionäre wollen ja schließlich mit Wachstum und mehr Kohle in der Tasche zufriedengestellt werden.
 
Es geht bei den gezeigten Modelle nicht um das Modell sondern etwas im Namen.
Weiß ich nicht. Der Beitrag der oben verlinkt ist, sagt "allmost all" und sein komischer Hellbrute heißt "Verfluchter Sarkophag"... 😀
Aber das ist doch genau mein Punkt: auf welcher rechtlichen Grundlage bewertest du das Vorgehen als "abstrusen juristischen Einfall"? Kennst du dich in irgendeiner Form damit aus? Dann freue ich mich über eine entsprechende Begründung. Ansonsten wirst du es mir aber hoffentlich nicht verübeln, wenn ich das als eine fachlich unfundierte Meinung aufgrund einer persönlichen moralischen Einschätzung. Die dir selbstverständlich und völlig unzweifelhaft unbenommen ist. Aber es ist dann halt eben keine juristische Bewertung, wie es deine Formulierung nahelegt.
Es ist schlichtweg auffällig, dass Firmen das gerne mal tun, wenn sie mit ihrer Firmenpolitik an die Wand zu fahren drohen. Wir haben das bei Chapterhouse erlebt, wo so stark am Kunden vorbei designed wurde, dass sie damit einen Markt geschaffen haben und wir erleben es halt wieder. Ist nicht neu. Sicherlich "dürfen" die das. Ob das in dem Fall gerechtfertig ist, wird ein Gericht leider nicht klären können. Das hat schon bei Lego nie funktioniert, weil irgendein Richter ohne Brille das entscheidet und vom DAU ausgeht.
Ich meine, solange die jüngste Preiserhöhung damit sinnvoll angelegt ist, warum nicht 😛

Ich finde die Modelle von ihm halt auch echt nicht unbedingt schön und habe keine Ahnung was das so für ein Typ ist. 😀
 
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Mal kurz das Portfolio durchstöbert. Etliches ist kein Problem und dürfte niemanden inklusive GW aufregen.

So etwas schon eher.

482efd02-heretic-exterminators-assault-bundle-1.jpg



Gibt noch einige andere Beispiele. Wenn er gerne Space Marines modelliert, sollte er trotz Familie für GW arbeiten oder die Files kostenlos zur Verfügung stellen. Oder Upgrade-Bitz verkaufen, dafür interessiert sich GW schon Jahre nicht mehr. Hier geht es aber um komplette Armeen aus dem Drucker für einen sehr spezifischen Einsatz und einem sehr spezifischen Design.

Ich tendiere zu der Meinung, dass er seinen Lebensunterhalt vielleicht anders bestreiten sollte, wenn es solcherlei Designs bedarf.
 
@Haakon
Es mag sein, dass es solche Fälle gibt. Es sind aber sicher auch schon genug Firmen mit sowas ziemlich auf die Nase gefallen. Das macht den hier aber doch nicht automatisch zu einem davon, auch wenn das natürlich nicht ausgeschlossen ist.
Kleiner Exkurs zu meiner Arbeit: es wird bei Handyschäden Versicherern gegenüber nachweislich sehr häufig betrogen (bei sicher sehr hoher Dunkelziffer). Aber ist deshalb jeder pauschal ein Betrüger, der so einen Fall einreicht? Wohl kaum.

@Lexstealer und @Goatmörser
Vielen Dank für diese Bilder! Die lassen das Ganze doch schon völlig anders aussehen. Da kann ich mir auch vorstellen, dass das deutlich zu weit geht. Wie gesagt: ohne das abschließend bewerten zu können oder zu wollen.
Aber das ist schon was ganz anders als die von ihm gezeigten Beispiele. Die sind natürlich in seinem Interesse tendenziös.

Und man kann halt auch nicht von der Hand weisen, dass der sich für seine (nachvollziehbar eher einseitige) recht gut bezahlen lässt. Völlig unabhängig davon, wer am Ende im Recht ist - wenn nicht die Wahrheit wie so oft irgendwo dazwischen liegt.
 
Ich hab mir mal angesehen was Ghamak so anbietet. Da sind teils sehr eigenständige Arbeiten bei und teils Sachen die man mit Flug und Recht schon als Plagiat betrachten kann, weil eindeutig eine Ersatzeinheit für GW Einheiten. Ich kann gut verstehen, dass gerade für solche Sachen eine rechtliche Klarheit geschaffen werden soll. GW hat jetzt einen Fall aufgemacht, um zu sehen was die Gerichte dazu sagen.

Ich bin gespannt wie das ausgeht.

cya
 
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Oh nein nicht die Stompy Robots verbieten.
Kann sich einer daran erinnern, als GW den Warhammer bei ETSY verbieten wollte (cease und desist) . Und dabei auch der Mech namens Warhammer unter den Hammer fiel.
Und was machen nur die Doom Macher. Dude in Rüstung mit Kettensäge und Knarre. Wo macht ihr die Grenze fest?
Plagiate versuchen in der Regel schon 1:1 Kopien herzustellen und dann nur ein Detail zu ändern. Aber die hier?!
 
Es geht mMn gar nicht darum wie nah die Produkte an bestehenden GW Produkten sind. Die Hersteller zielen ja genau in Nischen welche GW nicht bedient.

Sondern, dass die Produkte durch Skalierung und WYSIWYG explizit dafür gestaltet sind in Warhammer benutzt zu werden.

Wie GW das rechtlich nachweisen möchte würde ich auch gerne sehen. Aber da wäre eine Regelung mal überfällig.
 
Das Problem ist doch, dass GW in diesem Fall alle Trümpfe in der Hand hat. Sie können es sich problemlos leisten, kleine Firmen zu verklagen, sie haben genug Geld. Die kleine Firma kann sich den juristischen Streit aber vielleicht gar nicht leisten, da kommen sehr schnell hohe Summen zusammen. Zumal der Ausgang auch ungewiss ist, da es hier sehr viel Möglichkeiten für GW gibt, seine Produkte zu sichern (z.B. 3D Marke, Geschmacksmuster,...). Hier einen Rechtstreit zu gewinnen (Anmerkung: Wenn man klein ist!), ist schon sehr schwer. Zumal GW Importe dieser Firma unter dem Deckmantel des Plagiatschutzes vom Zoll erstmal beschlagnahmen lassen kann und dann ist der Kleinanbieter in der Pflicht nachzuweisen, dass es keine Plagiate sind. Viel Spaß dabei.

Siehe analog Lego dazu, die machen das genauso. Außer bei der Eigenmarke von Lidl, denn die gehören zur Schwarz Gruppe und die haben etwas mehr Geld als Lego. Hier trauen sie sich nicht ran, denn deren besseren und teureren Anwälte könnten am Ende gewinnen und dann hätte Lego keine Handhabe mehr gegen die kleinen, wehrlosen Anbieter.