Die Fäulnis marschiert – DerFeldzug der Fauligen Gesandten
Die Nebel Ghyrans lagen schwer über dem Land, einst erfüllt von Leben, nun durchzogen von einem fauligen Gestank, der selbst die hartnäckigsten Wurzeln zum Welken brachte. Aus dem Morast erhob sich
Orold the Parasite, ein grotesker Reiter auf einer summenden Seuchendrohne, deren Flügel das Licht in kranken Farben brachen. Mit schleimiger Entschlossenheit führte er die fauligen Gesandten des Seuchenfürsten in die Schlacht – nicht aus Zorn, sondern aus liebevoller Hingabe an Nurgles Gaben.
Die Blightlords, seine treue Vorhut, folgten dicht an seiner Seite. Ihre rostigen Waffen und von Eiter verkrusteten Rüstungen waren keine bloßen Werkzeuge des Krieges, sondern heilige Instrumente der Verbreitung. Mit jedem Hieb, jedem Stoß, sickerte Krankheit in die Reihen der Feinde, wie Wasser durch rissige Mauern.
Während die Vorhut voranschritt, bewegten sich die Blightkings wie eine träge, aber unaufhaltsame Welle durch das Gelände. Sie sicherten die Flanken, zerschlugen Widerstandsnester und überzogen Sekundärziele mit der gleichen liebevollen Fäulnis, die ihr Herr so großzügig verteilte. Wo einst Blumen blühten, krochen nun Maden. Wo Leben war, herrschte nun Nurgles Umarmung.
Der Feldzug hatte begonnen – nicht mit einem Donnerschlag, sondern mit einem kriechenden, unaufhaltsamen Verfall. Und Orold, der Parasite, lachte – ein feuchtes, blubberndes Geräusch, das wie ein Segen durch die Reihen seiner fauligen Legion hallte.
Die Schatten der Verwesung – Idrax Shadespawn und die Rotmire Creed
Während Orold the Parasite mit donnernder Präsenz die Fronten zerschlägt, gleitet in seinem Schatten eine andere Macht durch die Nebel Ghyrans – leise, giftig, unaufhaltsam. Idrax Shadespawn, Priester des Nurgle und Harbinger of Decay, ist kein Krieger des Lärms, sondern ein Prediger des leisen Todes. Mit schleppendem Schritt und von fauligem Schleim umhüllt, murmelt er Gebete, die das Fleisch verderben und die Seele verrotten lassen.
An seiner Seite bewegen sich die ROTMIRE CREED wie Schatten durch das Unterholz. Ihre Körper sind mit Giften durchtränkt, ihre Blasrohre speien Krankheit mit chirurgischer Präzision. Sie umgehen die Flanken, kriechen durch Sümpfe und verfallene Ruinen, um dort zuzuschlagen, wo der Feind sich sicher wähnt. Jeder Treffer ist ein Fluch, jede Wunde ein Versprechen auf langsamen Verfall.
Idrax selbst ist mehr als ein bloßer Handlanger – er ist der Prophet der Fäulnis, der die Nachhut nicht nur führt, sondern mit dunkler Weisheit lenkt. Wo er geht, fault das Land, und selbst die Luft scheint schwerer zu werden. Seine Präsenz ist ein Vorzeichen, dass der Tod nicht immer mit einem Schwert kommt – manchmal kriechter, flüstert, und wartet geduldig.
So entfaltet sich Nurgles Feldzug in zwei Stimmen: die donnernde Hymne Orolds an der Front, und das flüsternde Lied Idrax’ in den Schatten. Gemeinsam sind sie die vollkommene Symphonie des Verfalls.
Orold der Parasit – Vom Knappe zum Seuchenkavalier
Lange bevor sein Name im Klang faulender Flügel getragen wurde, war Orold kaum mehr als ein schmächtiger Junge aus den dunstigen Rändern Ghyrans. Schon damals aber sah er die Welt mit jener Klarheit, die der Orden der Fliege als Nurgles größte Gnade verehrt. Wo andere Leben und Wachstum erblickten, sah Orold das sanfte, unvermeidliche Ende, das allem innewohnte – und er lächelte.
Er wurde als Knappe einem der Blightlords zugeteilt, einem gewaltigen, aufgeblähten Ritter, dessen Reittier bei jedem Schritt feuchten Moder verspritzte. Orold trug das Krötendrachen-Halsband mit Stolz, obwohl es seine Haut verbrannte, und führte mit stoischer Andacht Speer und Schild. Während andere Knappen unter Schmerzen wankten, stand Orold aufrecht und betrachtete jede Qual als weitere Bestätigung von Nurgles Zuwendung.
Seine Ausbilder sagten, sein Blick sei „zu ruhig“, selbst wenn Schwärme von Fliegen sein Gesicht bedeckten.
Als die Zeit der Ritterqueste kam, wurde Orold wie alle Anwärter in die gärenden Tiefen der Gärten Nurgles geschickt. Er wanderte durch Sümpfe, deren Nebel wie lebende Leiber an seinem Geist zerrten, und lauschte den säuselnden Stimmen, die aus jedem Pilz und jeder Pustel flüsterten. Doch er verzagte nicht. Orold ließ sich führen von jenem Gefühl, das der Orden Klarheit nannte: die Erkenntnis, dass jedes Verfallen ein Geschenk, jede Fäulnis ein Versprechen war.
Schließlich fand er die
Herrin von Räudenquell. Sie reichte ihm den Madigen Kelch – ein Gefäß voller zäher, sauer duftender Brühe. Orold trank ohne zu zögern.
Der Sirup biss in seine Eingeweide, brannte wie flüssige Krankheit und ließ ihn zu Boden sinken. Doch in diesem Schmerz fand er Gelassenheit. Als er wieder aufstand, tropfte aus seinen Poren ein milder Nebel, und sein Blick war erfüllt von jener tiefen, stillen Gewissheit, die nur die Auserwählten Nurgles kennen.
Mit diesem Akt wurde er als Ritter anerkannt und durfte dem König aller Fliegen die sieben mal siebenundsiebzig Eide leisten.
Von da an begann sein Aufstieg.
In den folgenden Feldzügen bewies Orold nicht nur hartnäckige Widerstandskraft, sondern auch eine beinahe zärtliche Hingabe an das Verderben, das er verbreitete. Seine Kameraden sagten, Orold „führe nicht in die Schlacht – er weide sie aus, als würde er ein krankes Getier liebevoll erlösen.“
Mit jedem Sieg stieg er weiter in der Ordnung auf, bis ihm schließlich eine eigene Seuchendrohne anvertraut wurde: ein prächtiges, pulsierendes Ungetüm, dessen Summen wie ein Chor verendender Stimmen klang.
Nun führt Orold der Parasit seine Blightlords an der vordersten Front. Wenn die Schlachtreihe bricht und die Nebel Ghyrans erneut das Feld überrollen, sieht man ihn zuerst: ein Ritter auf schillernden, fauligen Flügeln, der seinen Dreizack senkt und mit ruhiger, fast friedlicher Entschlossenheit die Feinde Nurgles niederreitet.
Für Orold ist jede Schlacht kein Krieg – sie ist eine Pilgerfahrt.
Ein Weg zur vollkommenen Klarheit, die der Orden der Fliege so innig verehrt.
Und in jeder morschen Spur, die seine Seuchendrohne hinterlässt, liegt sein stilles Geschenk an die Welt:
Eine schöne, unumstößliche Verzweiflung.
...
Die Vermoderte Pfadlesungdes Rosgrob the Rotten
Es heißt, dass in Räudenquell selbst das Wasser krank geboren wird. Dort, wo die Sümpfe wie offene Wunden dampfen und die Luftnach süßlichem Verfall schmeckt, diente Rosgrob the Rotten als Hexer der Madensippe im Orden der Fliege. Er war kein großer Krieger, doch seine Gabe, die Sprache der Fäulnis zu deuten, machte ihn für die Herrin von Räudenquell wertvoll. Sie ließ den Hexer aus ihrem Kelch trinken und schenkte Rosgrob eine Vision.
Er sah Ghyran, das Reich des Lebens, wie es unter einer Decke aus Moder und Fäulnis erstickte. Er sah Orold den Parasiten, einen Champion Nurgles, der an der Schwelle zu einem gewaltigen Feldzugstand – doch allein nicht stark genug war, um die wilden Kräftedes Lebens zu brechen. Und er sah sich selbst, Rosgrob, als Katalysator dieses Untergangs. Die Herrin sprach nur einen Satz:
„Geh, Kind des Verfalls. Die Fäulnis ruft dich heim.“
Der Weg durch Ghur – unddie Begegnung mit dem Krondgrat
Rosgrob folgte der Vision und wanderte durch die Reiche, bis er Ghur erreichte – ein Land, das selbst im Verfall noch vor Kraft vibrierte. Dort stieß er auf einen Pestigor Stamm, der um einen gewaltigen, knorrigen Felsgrat tanzte. Der Grat war lebendig, durchdrungen von der Essenz des Krondgrat, einer wilden Inkarnation Ghurs, die sich in Stein, Knochen und Wut manifestiert hatte.
Die Pestigors glaubten, der Krondgrat sei ein Zeichen Nurgles –ein „heiliger Fels der Fäulnis“, wie sie ihn nannten. In Wahrheit war die Inkarnation ein urtümliches, ungezähmtes Wesen, doch Rosgrob erkannte eine Möglichkeit. Mit fauligem Rauch, modrigem Gesang und der Gabe, die er von der Herrin erhalten hatte, sprach er zum Krondgrat. Nicht in Worten, sondern in Gefühlen: Verfall, Geduld, Kreislauf, Wiederkehr.
Etwas in der Inkarnation antwortete.
Der Fels bebte. Die Pestigors fielen auf die Knie. Und Rosgrob wusste, dass er einen neuen Verbündeten gewonnen hatte – einen, der die rohe Gewalt Ghurs mit der geduldigen Fäulnis Nurglesverband.
Von diesem Tag an folgte der Pestigor Stamm ihm wie einemPropheten. Sie nannten ihn
„den Wurmsprecher“, denn sie glaubten, dass selbst die Maden in seinem Fleisch seineWorte weitertrugen.
Die Begegnung mit Orold demParasiten
Als Rosgrob schließlich Ghyran erreichte, fand er Orold den Parasiten an der Spitze einer Armee aus Blightlords, fauligen Blightkings und verrotteten Sterblichen. Orold bereitete sich aufeinen Angriff vor, doch seine Kräfte waren zersplittert, seine Truppen erschöpft von den endlosen Kämpfen gegen die lebenden Wälder, die Zwerge, Echsenmenschen und vor allem den Khorne Anhängern.
Da trat Rosgrob aus dem Nebel der Sümpfe – begleitet vom bebenden Krondgrat und einer Horde brüllender Pestigors.
Orold erkannte sofort, dass dies kein Zufall war. Die Fäulnis selbst hatte diesen Hexer geschickt. Rosgrob verneigte sich tief, und aus seinem Mund kroch ein Schwarm kleiner Maden, die sich zu einem Muster formten – dem Symbol der Madensippe.
„Die Herrin von Räudenquell sendet mich,“ krächzte er.
„Ich bringe dir die Wut Ghurs und die GeduldNurgles. Gemeinsam lassen wir Ghyran verrotten.“
Orold lachte – ein nasses, blubberndes Geräusch. Mit Rosgrob an seiner Seite, den Pestigors als frische Streitmacht und dem Krondgratals unberechenbare Naturgewalt, war sein Feldzug nicht länger ein Fieber-Traum, sondern ein unausweichlicher Albtraum für das Reichdes Lebens.