glue

Aushilfspinsler
5 September 2016
22
3
4.881
haveaglue.blogspot.de
Hallo alle zusammen,

mittlerweile gibt es ja ein paar Kanäle, die über das Spiel A Song Of Ice And Fire von CoolMiniOrNot Videos gemacht haben. Auch wir wollen dabei helfen dieses tolle Spiel weiter zu verbreiten und haben uns dazu entschieden ein kurzes Tutorial und verschiedene Battlereports in einer nachvertonten, kurzen und kompakten Art zu produzieren.

Diese Bearbeitung benötigt natürlich ein wenig Zeit, aber wir wollen versuchen Euch die Videos regelmäßig in einem zwei bis drei Wochenrhythmus zur Verfügung zu stellen.

Wir hoffen euch gefällt dieses Format. Hinterlasst gerne Eure Gedanken entweder hier oder unter den jeweiligen Videos. =)

A Song of Ice and Fire
https://www.youtube.com/playlist?list=PLtiys5x7ksJGc59_UJzyGe8OsPAi8QmV8
 

Kuanor

Tabletop-Fanatiker
3 März 2014
5.124
1.484
28.841
Ich schaue es mir gerade an.
Also das Format finde ich sehr angenehm: Man bekommt das ganze Geschehen nicht nur mit, sondern auch erklärt, ohne sich dabei zu langweilen, wie irgendwelche fremden Menschen Würfel rollen und ihr Glück oder Pech kommentieren (wie es bei einem ungerafften Format der Fall wäre).

Aber mal zum Spiel selbst. Ich versuche mir mal, anhand eurer Vids da eine Meinung zu bilden.
Was genau sehr ihr als die Stärke des Spiels, also was macht es besser, als die Konkurrenz?
Klar, es gibt diese Intrigenfelder, um die prominenten Nichtkämpfer-Charaktere aus der Serie irgendeiner Funktion zuzuführen, was sicherlich eine gute Entscheidung für ein SoIF-TT ist, aber das selbst macht das taktische Spiel ja nicht automatisch gut. Dann gibt es, wie es scheint, noch Stratagems, die GWs zeitgenössische Tabletops zwar auch erweitern, aber nicht unbedingt aufwerten. Funktionieren sie irgendwie prinzipiell anders, als bei GW, oder sind sie dieselben untaktischen Zauberkarten, die sie auch dort sind?

An Positivem muss ich feststellen, dass dort auf dem Feld viel Bewegung zu sein scheint. Es klebt nicht gegen Ende alles im Nahkampf fest oder so, wie man es von so einen GW-Spielen kennt und wovon auch bei Conquest nicht verschont zu sein scheint. Dass es den Rückzug aus dem Nahkampf als häufig genug sinnvolle Option gibt, ist ein großes Plus in meinen Augen.

Im Übrigen scheint es, genau wie Conquest, ein WHF-Derivat mit Aktivierungszugfolge (statt Igoyougo) zu sein – was zunächst überhaupt nichts schlechtes sein muss.
Genau wie bei Conquest ist die Angriffsbewegung B+1W6, also nicht ganz so grausig gestreut, wie in der WHF-8., und die Moral macht zusätzliche Verluste. Das haben sowohl GWs neuere Spiele, Conquest und hier SoIF alle gemeinsam. Scheint Mode zu sein (warum auch immer). Im Gegensatz zu den anderen Spielen scheint hier die Moral aber nicht von den erlittenen Verlusten oder etwa einem Kampfergebnis abzuhängen.

Bleiben wir bei der Moral. Was hat es mit den vielen Moraltests auf sich und was wird dadurch simuliert, dass ein verpatzter Test einen Siegesmarker auf die Einheit legt? Wird sie wertvoller für den Gegner, weil ihre… Organisation schlecht ist? Ein besonders schmackhaftes Dämonenmahl braucht sicherlich angsterfüllte Leiber, aber hier wird doch etwas ganz anderes nachgespielt, als eine Seelenernte. ;)

Mh… so weit erstmal.
 

glue

Aushilfspinsler
5 September 2016
22
3
4.881
haveaglue.blogspot.de
Ich schaue es mir gerade an.
Also das Format finde ich sehr angenehm: Man bekommt das ganze Geschehen nicht nur mit, sondern auch erklärt, ohne sich dabei zu langweilen, wie irgendwelche fremden Menschen Würfel rollen und ihr Glück oder Pech kommentieren (wie es bei einem ungerafften Format der Fall wäre).
Das freut mich - die „live“-Battlereports sind mir mit über einer Stunde Abspieldauer auch immer zu lange zum Anschauen gewesen. Aus diesem Grund haben wir uns für diese Version der Berichterstattung entscheiden.

Aber mal zum Spiel selbst. Ich versuche mir mal, anhand eurer Vids da eine Meinung zu bilden.
Was genau sehr ihr als die Stärke des Spiels, also was macht es besser, als die Konkurrenz?
Klar, es gibt diese Intrigenfelder, um die prominenten Nichtkämpfer-Charaktere aus der Serie irgendeiner Funktion zuzuführen, was sicherlich eine gute Entscheidung für ein SoIF-TT ist, aber das selbst macht das taktische Spiel ja nicht automatisch gut. Dann gibt es, wie es scheint, noch Stratagems, die GWs zeitgenössische Tabletops zwar auch erweitern, aber nicht unbedingt aufwerten. Funktionieren sie irgendwie prinzipiell anders, als bei GW, oder sind sie dieselben untaktischen Zauberkarten, die sie auch dort sind?

Meiner Meinung nach gibt es zwei Hauptargumente für das Spiel, einmal das Taktikboard und dann noch die Handkarten.
1.) Taktikboard: es fängt schon bei der Armeezusammenstellung an. Nimmst du nur einen, zwei oder sogar drei oder mehr NCUs (NonCombatUnits) mit? Wie viel wird dein Gegner mitbringen? Es gibt ja nur 5 Felder zu besetzen und wenn die zwei oder mehrere Spieler (ja es gibt auch Mehrspielerszenarien) mehr NCUs dabei haben als Felder wird es interessant, wann man wo welche seiner NCUs hinstellt, oder ob man zuerst seine Kampfeinheiten aktiviert. Die einzelnen NCUs haben auch verschiedene Einflüsse, die sie bei Aktivierung oder bei dem Einnehmen eines Taktikfeldes nutzen können. Es kommen in unseren Spiele. immer wieder Situationen auf, bei denen du zwischen mehreren Möglichkeiten entscheiden musst, mit dem Wissen, dass im nächsten Zug der Gegner wieder mit einer Einheit dran ist. Kommt natürlich bei dem zusammengeschnittenen BR nicht rüber - aber da sind schon manche Haare der Entscheidung zum Opfer gefallen ;)
2.) Handkarten: jede Fraktion hat ja verschiedene Handkarten, die durch die Karten deines Generals noch ergänzt werden. So ändert sich auch stark der Spielstil deiner Einheit. ZB ist Gregor Clegan ein sehr offensiver General, wobei Jamy Lannister eher defensivlastig ist. Und natürlich gefühlt tausend andere Optionen. Durch das Ausspielen oder die potentielle Gefahr des Ausspielens von Karten des Gegners überlegt man auch, welche Karten man wann wie am besten spielen will/sollte. Oder am Ende der Runde, ob man seine Handkarten behält, ganz oder teilweise abschmeißt etc.

Was genau meinst du mit Strategems?
die Missionsmarker, die zufällig irgendwelche Fähigkeiten vergeben? Wenn ja, dann sind das, wie du erwähnt hast schon fast „Klassiker“ in den neueren Tabletopspieleb, die hier natürlich auch nicht fehlen dürfen. :)

An Positivem muss ich feststellen, dass dort auf dem Feld viel Bewegung zu sein scheint. Es klebt nicht gegen Ende alles im Nahkampf fest oder so, wie man es von so einen GW-Spielen kennt und wovon auch bei Conquest nicht verschont zu sein scheint. Dass es den Rückzug aus dem Nahkampf als häufig genug sinnvolle Option gibt, ist ein großes Plus in meinen Augen.

Im Übrigen scheint es, genau wie Conquest, ein WHF-Derivat mit Aktivierungszugfolge (statt Igoyougo) zu sein – was zunächst überhaupt nichts schlechtes sein muss.
Genau wie bei Conquest ist die Angriffsbewegung B+1W6, also nicht ganz so grausig gestreut, wie in der WHF-8., und die Moral macht zusätzliche Verluste. Das haben sowohl GWs neuere Spiele, Conquest und hier SoIF alle gemeinsam. Scheint Mode zu sein (warum auch immer). Im Gegensatz zu den anderen Spielen scheint hier die Moral aber nicht von den erlittenen Verlusten oder etwa einem Kampfergebnis abzuhängen.

Bleiben wir bei der Moral. Was hat es mit den vielen Moraltests auf sich und was wird dadurch simuliert, dass ein verpatzter Test einen Siegesmarker auf die Einheit legt? Wird sie wertvoller für den Gegner, weil ihre… Organisation schlecht ist? Ein besonders schmackhaftes Dämonenmahl braucht sicherlich angsterfüllte Leiber, aber hier wird doch etwas ganz anderes nachgespielt, als eine Seelenernte. ;)

Mh… so weit erstmal.

gut finde ich, dass sich die Kampfwerte je nach Verlusten ändern. Wir haben in den BR darauf verzichtet, die einzelnen Karten zu zeigen und auf die veränderten Angriffswerten hinzuweisen. Das sind übrigens die einzigen Werte, die sich während des Spiels ändern. Außer natürlich irgendwelche Effekte, Karten oder Beeinflussungen verändern werte (übrigens sind bei Flanken- oder Rückenangriffen auch ein Malis auf die Defensive und die Moral.

Apropos Moral:
es gibt im Spiel zwei Arten von Moraltests zu denen der Moralwert der Einheit hinzugezogen wird:
die „normalen Moraltests“, die man durch Karten o.ä. machen muss (oder wie hier in dieser Mission „A Feast for Crows“ wo man jedesmal, wenn eine Einheit 6“ um einen Leichenmarker aktiviert einen Test machen muss - falls sie ihn nicht schafft, bekommt sie einen Siegespunkt auf sich gelegt, den der Gegner bei Zerstörung der zusätzlich bekommt, aber sonst keine Auswirkung auf die Einheit hat. Damit wird nur in dieser Mission die Einheit für den Gegner natürlich „interessanter, wie du richtig erkannt hast - und Beispielsweise gewinnt der Spieler, der in einem 40 Punkte Spiel am Ende der Runde 10 oder mehr Punkte hat —>bei Punktefragen einfach noch mal nachfragen)
Und die Paniktests, die man machen muss, sobald man Verluste durch einen Nah- oder Fernkampfangriff erlitten hat. Hier bekommt man die Differenz zwischen dem aktuellen Moralwert und den erwürfelten niedrigeren Wert als Verluste dazugerechnet (besser gesagt abgezogen)
Die Moral verändert sich aber nicht in Abhängigkeit der Truppenstärke.

Hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen.
viele Grüsse
matze

- - - Aktualisiert - - -

Den Siegmarker für verpatzte Moraltests gibt es nur bei dem einen Szenario mit den Leichenhaufen. Daher vermutlich auch die "vielen" Moraltests, da ansonsten die meistens nur fällig werden wenn man Verluste nimmt.

Richtiiiiig! 😄
 

Kuanor

Tabletop-Fanatiker
3 März 2014
5.124
1.484
28.841
Ahja, danke für die Erklärungen!

Stratagems:
Sorry, ich hatte Vorwissen über GWs aktuelle Systeme vorausgesetzt.
Dort hast du nämlich einen Punktepool mit Kommandopunkten oder wie sie jeweils heißen, und kannst dafür dann im Spiel, wann du es brauchst, aus einer großen Liste von >20 Stratagems dir jederzeit welche kaufen. Bei SoIF sind es die Handkarten, die man zufällig zieht oder durch die NCUs bekommt.
Der Punkt war, dass Stratagems in großer Auswahl, also ein Übermaß an für den Gegner unvorhersehbaren Optionen, das Spiel weniger planbar machen, was manchmal erwünscht sein mag, aber meist fehlt es den Spielen ja an taktischen statt an Überraschungselementen.

Andere Frage:
Welche anderen Systeme kennt ihr so, um damit vergleichen zu können?
 

extermina

Aushilfspinsler
24 Januar 2018
38
1
6.131

Ich muss sagen, dass die Mischung aus Überraschungselement und Planbarkeit in dem System sehr cool ist. Im Gegensatz zu Stratagems kannst du alle Karten ohne Drawback spielen, bei Stratagems musst du ja wählen in was du deine Punkte investierst. Da ist es etwas planbarer, welche Aktion der Gegner anhand der verfügbaren Stratagems und seiner Punkte ausführen wird.
Bei ASoIaF schwingt immer ein Unsicherheitsmoment mit, da man natürlich recht einfach die Wahrscheinlichkeit berechnen kann, dass der Gegner eine bestimmte Karte auf der Hand hat (es gibt ja im Spieldeck nur 10 unterschiedliche Karten, jede davon zwei Mal) - man kann sich aber nicht sicher sein.

Das tolle an den Karten ist, dass sie ebenfalls ein taktisches Element haben. Viele Karten werden nämlich stärker, wenn man bestimmte Felder auf dem Taktikboard kontrolliert oder Einheiten mit bestimmten Keyword anspielt.

Andere Frage:
Welche anderen Systeme kennt ihr so, um damit vergleichen zu können?

Es ist ein Rank and File System, vergleichbar mit Warhammer Fantasy (was das einzige R&F ist, was ich je gespielt habe). Die Grundregeln sind allerdings meiner Meinung nach einfacher gehalten, die Tiefe des Spiels kommt durch die Interatkion von Taktikboard, Handkarten und natürlich den Einheiten auf dem Feld in Kombination mit der zu spielenden Mission zustande. Hinzu kommt, dass sich innerhalb einer Fraktion die Commander sehr unterscheiden und auch die verschiedenen Fraktionen sehr unterschiedliche Spielstile und Mittel haben.
 

Kuanor

Tabletop-Fanatiker
3 März 2014
5.124
1.484
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Danke dir auch für die Einschätzung.

Stratagems:
Mit denen verhält es sich ja so, dass sie einerseits nicht zu gleichartig sein sollen, andererseits nicht zu unplanbar. Wenn du Überraschung und Unsicherheit als bedingungslos positiv verbuchst, muss ich widersprechen.
Von Taktik oder Planung zu sprechen ist erst möglich, wenn man einerseits die eigenen, andererseits aber auch die gegnerischen (!) Möglichkeiten überblicken bzw. zumindest einschätzen kann.
D.h. Überraschung muss, wenn überhaupt, als Würze auf der Suppe wohl dosiert sein.
Die Lösung bei 40k ist halt nicht gut, weil sie es zwar theoretisch erlaubt, alle Möglichkeiten des Gegners zu kennen, aber praktisch muss man dafür ein sehr erfahrener Spieler sein, der Überblick über die (wichtigen) Stratagems sämtlicher Codizes hat.
Jetzt bekommt Apocalypse ja so ein ähnliches System, wie das hier bei SoIF, nämlich mit Stratagem-Karten pro Runde vom Stapel nachziehen. Bei einem Stapel von 30 Karten werden die Möglichkeiten aber nicht für einem selbst und schon gar nicht für den Gegner überschaubar. Suppe überwürzt.
Was zur Frage führt: Wie viele Karten hat man hier denn so pro Deck, wie viele zieht man und wie viele darf man spielen?

Zweiter Spielbericht:
Hatte mich darauf tatsächlich etwas gefreut. ^^
Gestern halb geschaut (musste danach los): Es sah doch sehr so aus, dass sich die Truppen in der Mitte des Feldes treffen und dann wird halt ausgewürfelt und Karten gespielt. So richtig interessante Manöver habe ich da keine erspäht. Ist das so Regel oder eher Ausnahme?
 

extermina

Aushilfspinsler
24 Januar 2018
38
1
6.131
Was zur Frage führt: Wie viele Karten hat man hier denn so pro Deck, wie viele zieht man und wie viele darf man spielen?
Karten hat man im Stapel bei jedem Spiel 20 Stück. Davon kommen 14 (7 verschiedene) aus dem Fraktionsdeck und 6 (3 verschiedene) vom gewählten Commander.
Karten und Fähigkeiten werden auf Trigger gespielt (bspw. "start of friendly turn", "when a friendly unit is attacked, after attack dice are rolled","when an enemy plays a tactics card" etc.) und vereinfacht gesagt darf jeder Spieler auf jeden dieser Trigger eine Karte spielen, zuerst der aktive Spieler, dann der passive. Theoretisch kann man also in einem Spiel alle 20 Karten spielen da es genug Trigger gibt.

Man beginnt das Spiel mit drei Handkarten, darf am Ende der Runde Karten abwerfen und auf drei aufziehen (mit zwei Ausnahmen, die die Handgröße um eins erhöhen oder verringern). Hinzu kommen Fähigkeiten und das Brieffeld auf dem Taktikboard, welche erlauben Karten nachzuziehen.
Die Nachtwache ist die einzige Fraktion, die wirklich sehr guten Zugang zu diesen Nachzieheffekten hat. Außerdem gibt es einige wenige Effekte, die Karten aus dem Ablagestapel wiederverwendbar machen oder es erlauben, eine beliebige Karte aus dem Stapel auf die Hand zunehmen. Ebenso gibt es einige, wenige Effekte die den Gegner zwingen, Karten abzuwerfen.

Zusammenfassend: üblicherweise hat man drei Handkarten zeitgleich, und im Laufe eines Spieles über 6 Züge etwa zwei drittel seines Deckes im Spiel gehabt (gezogen + auf Hand). Als Lannister hatte ich in meinen etwa 15 Spielen noch nie mein Taktikdeck durch. Das liegt daran, dass die meisten Karten zum abwerfen einfach zu wertvoll sind.
Bei der Nachtwache sieht das sehr anders aus, die haben durch ihre Fähigkeiten meist bereits nach der Hälfte des Spieles das gesamte Deck auf der Hand.

Ich empfinde Überraschung und Unsicherheit nicht so, als hätten sie keinen Nachteil. Ich spiele seit einigen Monaten kein WH40K mehr, dort konnte ich aber immer recht genau vorhersagen welches Strategem von welchem Gegner jetzt gleich gespielt werden wird. Und ähnlich verhält es sich auch mit ASoIaF: dadurch, dass Karten auf die Trigger gespielt werden, kannst du recht genau wissen, welche Karten dein Gegner spielen könnte. Du weißt aber selten, ob er sie wirklich auf der Hand hat. Das ist die Unsicherheit. Die Überraschung kommt meist weniger von den Karten an sich sondern vielmehr daher, wie der Gegner sie einsetzt.

Es sah doch sehr so aus, dass sich die Truppen in der Mitte des Feldes treffen und dann wird halt ausgewürfelt und Karten gespielt. So richtig interessante Manöver habe ich da keine erspäht. Ist das so Regel oder eher Ausnahme?
Kommt meiner Meinung immer auf die Mission und die teilnehmenden Fraktionen sowie - siehe oben - auf die Handkarten an. Stark zum Beispiel hat Karten, die richtig gute Manöver befördern können und die zu super taktischen Bewegungen führen. Setzt aber vorraus, dass man die Karten dazu zieht. Lannister bspw. will sich auf den Punkt setzen und durch das auskontern des gegnerischen Spielplans gewinnen. Man muss natürlich sagen, dass sich Rank and File meist weniger dynamisch anfühlt als ein Skirmisher.

Übrigens: die Regeln sind kostenlos downloadbar. Sollte dich das weitergehend interessieren kannst du dir die 20 Seiten ja mal durchlesen ;)
 

Kuanor

Tabletop-Fanatiker
3 März 2014
5.124
1.484
28.841
Übrigens: die Regeln sind kostenlos downloadbar. Sollte dich das weitergehend interessieren kannst du dir die 20 Seiten ja mal durchlesen ;)

Naa. Ein gutes „Nicht-WHF“, das tut, was ich will, habe ich mit KoW ja bereits. Zudem habe ich dafür bereits passende Modelle, nämlich die aus WHF. Hier versuche ich nur mit minimalem Aufwand den Überblick darüber zu halten, sonst nichts zu verpassen, und zwar weder an Spielsystemen noch an Spielmechaniken.
Und SoIF rangiert bei mir gerade, zusammen mit Conquest, irgendwo unter „Wenn GW das als neue WHF-Edition reausgebracht hätte und alle es spielen würden, würde ich’s wohl auch schlucken.“
Was – nicht falsch verstehen – schon mal mehr ist, als alles, was GW seit 9 Jahren in Sachen Fantasy geschafft hat…

Karten:
20 im Deck und 2/3 davon übers Spiel gezogen… na könnte funktionieren. Kann ich so nicht einschätzen. Bei Apo erwarte ich, wie gesagt, dass 30 unplanbar werden, aber vielleicht ist 20 ja eine gute Größe. Vielleicht auch gar nur 15. Nach SoIF übersetzt hieße es, dass man 5 vor dem Spiel aus dem Deck entfernt – und wenn man seine letzten dann erst in der letzten Runde zieht, kommen sie wohl eh zu spät. Bei SoIF kommt in Sachen Planbarkeit dann natürlich dazu, dass die Dinger doppelt vorkommen, was wieder mehr Karten erlaubt bevor das Element untaktisch wird.
Also… KA, kann vom Lesen so nicht beurteilen.
 

Ferox21

Tabletop-Fanatiker
18 März 2010
8.441
1.339
47.141
Ich habe mich nach längerem Zögern jetzt doch endlich mal mit dem „A Song of Ice and Fire“-Tabletop auseinandergesetzt. Zum einen bin ich trotz des mauen Endes der TV-Serie doch ein großer Fan des Settings und zum anderen hat mich das Spiel in meinem lokalen Landen schon länger zum Kauf gereizt.



Da ich aber persönlich weder mit den Starks noch mit den Lennisters was anfangen kann, habe ich mich für die einzige Fraktion entschieden, die es wert ist gespielt zu werden - die Freien Völker nämlich. Ok, Scherz beiseite - eigentlich bin ich bei der Serie immer Team Danny gewesen, aber nach ihrem unrühmlichen Ende in der Show interessiert mich von den kommenden Fraktionen für das Spiel eigentlich nur noch Haus Baratheon. Da deren Starter aber bei uns noch nicht raus ist bei wurde es für mich eben das Freie Volk.



Mangels Mitspielern hatte ich aber noch keine Gelegenheit, ein Spiel zu machen, aber was ich so in den Regeln gelesen habe, hat mir schon sehr gefallen. Daher will ich meine aktuellen Ansichten zum „A Song of Ice and Fire“-Tabletop hier mal aufschreiben.



Das Spiel ist innerhalb der Serienuniversums zur Zeit des Krieges der 5 Könige angesiedelt - also relativ am Anfang der Buchreihe - und eigentlich dort, wo fast jedes fiktionale Strategiesetting bei A Song of Ice an Fire ansetzt. Dies ist ca. Mitte des zweiten Buches anzusiedeln, was bei der Serie auch in etwa der Mitte der zweiten Staffel entspricht. Der Krieg der 5 Könige ist im vollen Gange und in Westeros kämpfen die Häuser Stark, Lennister, Baratheon I, Baratheon II und (mit Abstrichen) Graufreud um die Vorherrschaft. Außerdem mischen noch andere Fraktionen am Rande mit.



Gut, letzteres habe ich geschrieben, da ja nach den Starks und Lennisters erst einmal die Nachtwache und das Freie Volk als weitere Fraktionen kamen, die im Hintergrund auf den Schauplatz „Mauer und Umgebung“ begrenzt sind und nicht in den Krieg der 5 Könige eingegriffen haben. Aber im Rahmen des Spiels ist natürlich auch ein Kampf mit den anderen Fraktionen möglich. Genauso wird demnächst auch Daenerys mit ihren Dothraki in die Kämpfe eingreifen, was sie in der Buchreihe noch gar nicht und in der TV Serie auch erst getan hat, als der Krieg der 5 Könige lange vorbei war.



Regeltechnisch haben wir es hier mit einem Rank & File System zu tun, was sich in der Gesamtheit auch eher als ein Boardgame als ein echtes Tabletop anfühlt - was aber nichts Schlechtes sein muss. Jedenfalls ist die Einheitengröße fest vorgegeben und jede Einheit bekommt immer ein passendes Regimentsbase mitgeliefert. Infanteristen bestehen bspw. aus 12 Modellen in einer 4 x 3er Formation und Kavalleristen bestehen aus 4 Modellen in einem 2 x 2 er Block. Im Spiel werden bei Verlusten die Modelle von hinten nach vorne entfernt und dienen somit quasi als Lebenspunkte-Marker für die Einheit.



Insgesamt ist das Spiel in seiner üblichen Form ein eher mittelgroßes Wargame, dass auf einer 4 x 4 Fuß großen Platte gespielt werden soll. In den nach diesem System verwendeten Punkten wären dies derer 40, genug für ca. 4 - 6 Einheiten und ein paar Charaktermodelle. Für kleinere Spiele werden 30 Punkte empfohlen und als Obergrenze sind 50 Punkte angesetzt, aber man kann natürlich auch darüber hinaus gehen.



Charaktermodelle sind außerdem nicht unbedingt krasse Kämpfer, sondern sie liefern vor allem der Einheit, der sie angeschlossen werden, mächtige Sonderregeln. Dies ist auch ein Punkt des „A Song of Ice and Fire“-Tabletops. Helden laufen nicht alleine durch die Gegend, sondern sie müssen einer Einheit des gleichen Typs angeschlossen werden, also üblicherweise Infanterie, da es bisher so gut wie keine Kavallerie-Helden gibt. Und da man pro Einheit nur einen Helden aufnehmen kann, wird die ansonsten komplett freie Armeezusammenstellung schon in eine gewisse Richtung gelenkt, denn zumindest einen (kostenlosen Armeegeneral) muss man mitnehmen, und der ist dann halt üblicherweise ein Infanterist, weswegen man in dem Fall mindestens eine Einheit Infanterie mitnehmen muss.



In einer Spielrunde werden die Einheiten alternierend aktiviert, was ich schon lange für ein sehr gutes System für ein Spiel dieser Größe halte, denn so ist jeder Spieler immer ins Geschehen involviert und es gibt praktisch keinen Leerlauf. Pro Aktivierung kann man mit einer Einheit eine Aktion ausführen. Dies ist üblicherweise Vorrücken (eine beliebige Drehung vor und nach dem Bewegen ist möglich), Marschieren (Doppelte Geschwindigkeit, aber es ist nur eine Drehung nach Ende der Bewegung möglich), Angriff (Geschwindigkeit plus W6, kommt man in Kontakt mit dem Feind kann man direkt kämpfen und es gibt noch einen Angriffsbonus; wird der Charge versaut, hat man aber ein Problem), Fernkampfangriff (selbsterklärend, allerdings kann die Einheit vor dem Schießen noch 2 Zoll nach vorne, links, rechts oder hinten verschoben werden), Nahkampfangriff (wenn man schon im Nahkampf ist; je nach Position kann man seine Truppen vor dem Angriff noch einmal neu ausrichten (idR geht dies nicht wenn man noch mit einer zweiten Einheit im Nahkampf ist)).



Das „A Song of Ice and Fire“-Tabletop ist wie viele andere Systeme eher Missionsziel-basierend und es gibt in den Regeln 5 sehr unterschiedliche Szenarien mit teils sehr unterschiedlichen Zielvorgaben. Dies reicht von der Einnahme von Zielpunkten, der Belagerung einer Burg bis hin zu dem recht außergewöhnlichen Kampf auf einem Feld voller Leichen, wo alle Einheiten mit Moralproblemen zu kämpfen haben. A Ende jeder Runde werden für beide Seiten ggf. Siegpunkte verteilt und wer als erster die benötigte Anzahl erreicht hat, hat gewonnen (bei 40 Punkten sind dies bspw. 10 Siegpunkte).



Eine Besonderheit und meiner Meinung nach auch Alleinstellungsmerkmal des Spiels sind das sogenannten Taktikbrett und die zivilen Einheiten. Bei der Armeezusammenstellung kann man auch zivile Einheiten in die Armee aufnehmen. Dies sind dann die Figuren der Vorlage, die sich weniger durch ihr Geschick auf dem Schlachtfeld auszeichnen, sondern eher durch ihr Geschick im Intrigenspiel bei Hofe - hier reden wir bspw. von Cersei Lennister, Tyrion und Co. Dabei kann man bestimmte Helden wie Eddard Stark sogar entweder als Held in der Armee aufstellen oder bei Bedarf auch als zivile Einheit. Der Clou ist folgender: Es gibt für alle Spieler nur ein Taktikbrett mit 5 Plätzen. Wenn man nun eine zivile Einheit aktiviert, kann man diese auf ein freies Feld des Taktikbretts stellen, wodurch der dort erwähnte Effekt ausgelöst wird. Dies äußert sich in Buffs für die eigenen Truppen oder Debuffs für den Feind. So kann man bspw. in einer eigenen Einheit gefallene Truppen wiederbeleben oder den Feind zum Moraltest - und damit ggf. weiteren Truppenverlusten zwingen. Zusätzlich haben die zivilen Einheiten auch noch einen weiteren Effekt, der ebenfalls beim Platzieren auf dem Taktikbrett ausgelöst wird und der mitunter mächtig sein kann.



Da das Brett aber nur 5 Plätze hat, wird wohl deutlich, dass man hier bei der Armeezusammenstellung abwägen muss, ob man bspw. lieber noch eine Einheit an Truppen aufstellt oder eher zwei weitere zivile Helden. Bringen beide Seiten bspw. je 3 Zivilisten mit, so wird immer einer davon nicht zum Einsatz kommen, denn wenn alle Felder des Taktikbretts belegt sind, können die restlichen zivilen Helden nichts tun, wenn sie aktiviert werden. Und es wird so natürlich oft zu Situationen kommen, wo man abwägen muss, ob man lieber bei einer Aktivierung einen zivilen Helden platziert, um den gerade dringend benötigten Effekt zu bekommen, oder ob man eine Truppe im Feld aktiviert, um einen kritischen Angriff auszuführen, bevor der Gegner die betroffene Einheit in Sicherheit bringen kann. Dieses System bringt sicher einiges an Würze ins Spiel.



Auch beim „A Song of Ice and Fire“-Tabletop vorhanden, aber nicht wirklich unbekannt ist ein Satz an Taktikkarten, der jeder Seite zur Verfügung steht. Hierbei handelt es sich um 7 Karten der jeweiligen Fraktion plus 3 spezifische Karten für den gewählten Heerführer. Diese Karten liegen dann in doppelter Ausführung vor, so dass man ein Set von 20 Karten hat. Die werden verdeckt gemischt und man zieht drei auf die Hand. Die Karten können dann ausgespielt werden, um die darauf beschriebenen Effekte auszulösen. Ist man mit den aktuellen Karten unzufrieden, kann man am Ende einer Runde beliebig viele abwerfen und Karten vom Stapel nachziehen, bis man wieder 3 auf der Hand hat. Da das Spiel über maximal 6 Runden gespielt wird, hat man so auch die Chance einmal fast den kompletten Stapel abzuarbeiten, wenn man denn will.



Darüber hinaus kommt das System mit erfreulich wenig Markern aus, kein Vergleich zu den Spielen aus dem Hause Fantasy Flight. Im Grunde gibt es nur Marker die Anzeigen, dass eine Einheit schon aktiviert wurde, denn gibt es Wund-Marker für Multi-Wunden-Modelle wie Reiterei und drei Sorten negative Zustandsmarker, die eine Einheit erhalten kann, und die der Gegner ausgeben kann, um im kritischen Moment die Effektivität der Einheit zu beeinflussen.



Abschließend möchte ich noch etwas zu den Miniaturen sagen. Dies kommen schon komplett montiert in guten Plastik-Inlays, die auch Platz für die Regimentsbasen vorsehen. In diesen Inlays und den jeweiligen Kartons kann man die Figuren zum Transport und zur Lagerung verstauen, wenn man sie nicht in der eigenen Vitrine ausstellen will. Was ich von den Miniaturen des Freien Volkes gesehen habe, sind die Designs sehr ordentlich bis sehr gut. Die Minis sind in der jeweiligen Fraktionsfarbe gehalten - also bspw. rot für die Lennisters, grün für das Freie Volk, etc. Wenn man die Minis aber grundiert und dann bemalt, sieht man von der vorherigen Farbe natürlich nichts mehr. Gerade bei den Wildlingen geht das mit GWs Contrast-Farben superschnell und sehr überzeugend. Man sollte hier und da aber noch einige Minuten investieren, denn an einigen Miniaturen finden sich noch unsauber entfernte Gussansätze und natürlich Gussgrate. Mehr war hier aber wohl nicht drin - und das Vormontieren ist ja schon eine gewisse Zeitersparnis.



Zwei Dinge seinen zu den Miniaturen noch gesagt. So gibt es bei den Infanterieeinheiten leider nur 3 verschiedenen Sculpts pro Truppentyp, so dass in einem Regiment dieselbe Figur je viermal vorkommt. Hier wären wenigstens 4 verschiedenen Designs besser gewesen. Man kann zwar durch leicht unterschiedliches Positionieren noch was herausholen, aber man sieht halt doch, dass da einige Klontruppen unterwegs sind. In einem Rank & File System fällt dies aber glücklicherweise weniger auf als wie bspw. bei Warmachine, wo selbst in einem kleinen Elite-Trupp aus 3 Mann noch eine Dopplung mit dabei ist. Man muss sich aber in jedem Fall darauf einstellen, dasselbe Modell mehrfach bemalen zu dürfen.



Auch sollte einem klar sein, dass das „A Song of Ice and Fire“-Tabletop die Buchlizenz besitzt und nicht die der Serie. Deswegen sehen bekannte Charaktere eben doch anders aus als in der TV-Show, einfach, weil die Minis nach den Buchbeschreibungen modelliert sind. Natürlich gibt es trotzdem gewisse Ähnlichkeiten, da die Serie sich ja auch an den Büchern orientiert hat. Dafür kommen im Spiel auch die Helden vor, die es nicht in die Serie geschafft haben.



Vielleicht noch etwas zu den Einstiegskosten. Eine Stark vs Lennister Starterbox schlängt so um die 130 Euro zu Buche, wobei darin auf zwei komplette Einstiegsarmeen enthalten sind. Wenn man sich für eine andere Fraktion interessiert, muss man den jeweiligen Fraktionsstarter kaufe. Der kostet so um die 80 Euro und ist damit teurer als eine halbe Starterbox, was aber nachvollziehbar ist, da der Starter ja trotzdem einmal das komplette Spielmaterial enthält. Als kleiner Bonus sind dafür einige Marker, die Würfel und das Regelheft im Stil der jeweiligen Fraktion gehalten. Um auf die üblichen 40 Punkte für ein Standard-Spiel zu kommen, muss man dann idR noch eine weitere Einheitenbox kaufen - diese kosten so zwischen 30 und 35 Euro und enthalten immer eine komplette Einheit inklusive Regimentsbase und einem No-Name Helden. Auch sei der Kauf eines Heldenpacks der jeweiligen Fraktion empfohlen, um etwas Abwechslung bei der Armeezusammenstellung und bei den zivilen Helden zu haben.



Abseits vom Spiel gibt es vom Original-Hersteller Cool Mini or Not auch einen vorbildlichen App-Support. Die „War Council“-App ist komplett kostenlos und zugangsfrei und enthält die aktuelle Version der Regeln, sämtliche bisher veröffentlichten Karten und einen guten Armeebuilder. Da kann sich FFG mit seiner meiner Meinung nach unintuitiven X-Wing App eine dicke Scheibe von abschneiden.



Wenn ich jetzt schon einmal ein erstes Fazit ziehen sollte, dann macht das „A Song of Ice and Fire“-Tabletop einen ordentlichen Eindruck. Wenn man jetzt länger kein klassisches Rank & File mehr gespielt hat, dann ist es schön, hier endlich mal wieder ein System in dieser Richtung zu bekommen. Insgesamt wirkt das Spiel durchdacht, vor allem, da man gleich die Regimentsbasen mitgeliefert bekommt und die Einheiten durch diese eine feste Größe haben. Taktischer Tiefgang kommt vor allem durch das bisher unverbrauchte System mit den Zivilisten und dem Taktikbrett daher, außerdem gibt es noch das Taktikdeck und die jeweiligen Helden, die man mit dazu nehmen kann.



Ich habe mir jedenfalls schon zwei weitere Einheitenboxen des Freien Volkes sowie deren Helden-Box zugelegt und hoffe, es bald mal spielen zu können.
 
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Ferox21

Tabletop-Fanatiker
18 März 2010
8.441
1.339
47.141
Nach über einem Jahr mal ein Update von meiner Seite.

Ich hatte mir nach Erscheinen auch noch die Baratheon Starterbox gekauft. Dies zum einen, weil ich deren Minis vom ersten Ansehen her genial fand und zum anderen, weil ich einen Gegner für meine freien Völker haben wollte, denn (auch Corona-bedingt) konnte ich das Spiel bisher nicht ausprobieren. So habe ich jetzt zumindest zwei Starterarmeen zur Verfügung, um das Spiel auch anderen mal schmackhaft machen zu können.

Haus Baratheon besteht im Kern aus schwer gerüsteten Einheiten, die entsprechend langsam sind. Dafür können sie gut einstecken und mittelgut austeilen. Der interessanteste Punkt aber ist, dass sich die Fraktion in zwei Teile aufteilt, so wie in der Buchreihe und der Serie.

Da ist erst einmal Stannis. Nach Gesetz wäre er der rechtmäßige Erbe des verstorbenen König Robert. Dies interessiert abseits von Stannis und seinen direkten Vasallen aber niemanden. Und es hilft auch nicht gerade, dass Stannis zum Glauben an den einen Gott Rh'lorr konvertiert ist. Denn zum einen ist Monotheismus für die Völker von Westeros noch Teufelszeug und zu anderen praktiziert dieser Kult auch Blut- und gelegentlich sogar Menschenopfer.

Renly, Stannis und Roberts jüngster Bruder würde auch gerne König werden. Dafür hat er sich mit dem mächtigen Haus Tyrell verbündet, die ihre Ritter den seinen hinzugefügt haben. Damit verfügt der charismatische Renly theoretisch über die stärkste Streitmacht des Kontinents - leider sind er und Haus Tyrell keine erfahrenen Heerführer.

Im Spiel äußerst sich das dermaßen, dass man sich bei Haus Baratheon für einen der beiden Brüder entscheiden muss. Beide können auf den gleichen Kern an Baratheon-Einheiten zurückgreifen, darüber hinaus gibt es dann Loyalisten-Einheiten, die entweder Stannis oder Renly die Treue halten. Stannis kann vor allem auf Rh'lorr Einheiten zurückgreifen. Diese können sich dem Thema dieses Kultes folgend selber Schaden zufügen, um beim Gegner noch stärker zurückzuschlagen. Dies kann potentiell vernichtend sein, Jedoch sollte man den Feind besiegt haben, bevor sich die eigenen Truppen zu Tode geopfert haben. Renly setzt statt dessen ganz auf die mächtigen Ritter von Haus Tyrell, die bis vor kurzem als eine der stärksten Einheiten im ganzen Spiel galten.

Bis vor kurzem ist das Stichwort, denn an der Stelle will ich mal darauf hinweisen, dass es vor vier Monaten eine riesengroßes Update für das Song of Ice and Fire Tabletop gegeben hat. Dabei blieb kaum eine Einheit unangetastet und das Balancing wurde an vielen Stellen doch deutlich verändert und nach Meinung vieler auch ordentlich verbessert. Alle aktuellen Einheitenkarten findet man in CMONs kostenloser War Council App.

Das neue Balancing war aber auch notwendig geworden, denn Anfang des Jahres erschien Haus Targaryen - und man muss es so sagen: die meisten der Targaryen Einheiten waren übelst broken. Da gab es die kaum zu besiegenden Unsullied und als dann auch noch Dany mit ihren drei Drachen dazukam, war das Spiel nach Meinung vieler endgültig kaputt.

Das letzte Update hat daher die Targaryen ordentlich zurechtgestutzt, so dass die anderen Fraktionen auch wieder eine Chance gegen Team Danny haben. Gestärkt wurde dagegen vor allem Haus Baratheon, dessen reguläre Hauseinheiten von Release an als eher mau galten. Jetzt kann man die Grundbox von denen auch endlich wieder spielen ohne gleich gegen eine Niederlage anspielen zu müssen, denn vor allem die Stag Knights und Sentinels wurden ordentlich gebufft.

Das Problem an der Sache: Auch die aktuell bei uns neu erscheinenden Einheiten enthalten noch die alten Karten! Das liegt daran, dass CMON mit den EU Releases arg im Rückstand ist und dass die Übersetzungen der Karten noch auf deren Releasefassung beruhen. Hier sollte man in jedem Fall auf die Karten der War Council App zurückgreifen.

Ich hatte mir bspw. am Wochenende die Box mit Denaerys und ihren drei Drachen gekauft (ich wollte die Minis haben) und musste feststellen, dass das noch die alten Karten enthalten sind. Man sollte sich also nicht zu diebisch freuen, wenn man sich jetzt die Mother of Dragons kauft und die Karten liest, denn man wird mit den drei Drachen jetzt nicht mehr die gegnerische Armee im Alleingang in Grund und Boden stampfen können, so wie es noch vor dem großen Update der Fall war.
 
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Ferox21

Tabletop-Fanatiker
18 März 2010
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Bis auf die neuen Neuerscheinungen, die man eh noch in Fernost bestellen muss, sind ja noch nirgendwo aktuelle Karten drin. Greyjoys sind immerhin gleich beim Release auf den aktuellen Stand gekommen. Kriegt man nur auch noch nicht wirklich hier zu kaufen.

Das stimmt. Daenerys und ihre drei Drachen kamen ja erst vor kurzem bei uns offiziell raus. Und das sogar recht schnell mit nur einem knappen halben Jahr Verzögerung nach US Release. Und davor dauerte es bei bestimmten Sachen (auch dank Corona) fast ein ganzes Jahr. Und einige der davor erschienenen Sachen gibt es bei uns noch gar nicht. Wie eben das erwähnte Haus Greyjoy oder die weiteren Rh'lorr Einheiten von Stannis.
 

eldiablo

Regelkenner
3 Dezember 2016
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Ich bin zZ. auch am überlegen mit A Song of Ice and Fire anzufangen, bin auch ein großer Fan der Serie und dem Universum (habe aber die Bücehr nie gelesen) und auch bei mir mangelt es an A Song of Ice and Fire Mitspielern, was mich aber ehrlich gesagt nicht vom Kauf abhält ;D

Was könnt ihr mir über das Spiel erzählen ? Findet ihr das Regelwerk besser und fairer als zb Warhammer AOS/40K ? Wie sieht es mit dem Support des Spiels aus ? Sind noch neue Einheiten usw. geplant ? Wie findet ihr das Spiel generell und im vergleich zu anderen Tabletops ?

Ich stehe ja sehr auf mobile, berittene Armeen daher würde ich gerne eine Dothraki Armee aufbauen, ist dies überhaupt zu empfehlen ?
 

Failix

Blisterschnorrer
27 Juli 2015
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Ja, das Spiel ist sehr zu empfehlen. Grundsätzlich ist es deutlich ausbalancierter als GW Systeme. Es gibt momentan ein kleines Ungleichgewicht zwischen einigen Fraktionen (NW, Targs sehr gut; Baratheon etwas zu schlecht), aber das ist meckern auf großen Niveau und wird demnächst mit einem der regelmäßigen Balancepatches behoben.
Neue Einheiten sind auch geplant, nur manchmal sind sie recht schwer zu bekommen. Hier muss man ggf etwas mehr zahlen und aus dem Ausland bestellen, wenn man sie schnell haben will.
Abgesehen von den Lieferschwierigkeiten ist das Spiel selbst aber fantasisch. Die Regeln sind schnell gelernt, es spielt sich sehr schnell dank abwechselnder Aktivierungen und trotzdem hat es extrem viel Tiefe. Die Spiele sind spannend und abwechslungsreich und bieten dem Spieler viele Möglichkeiten. Wann spiele ich meine Karten? Aktiviere ich zuerst eine Feldeinheit oder meine Politiker? Welches Feld auf dem Taktikboard besetze ich?
Als schnelle und mobile Truppe sind die Targaryen sehr zu empfehlen. Außerdem haben sie Drachen :)

Ich kann dir das Spiel auf jeden Fall nur ans Herz legen. Eine Community kannst du sicher in deiner Umgebung finden oder aufbauen. (zusätzlicher kleiner Bonuspunkt: Der Einstieg ist wirklich ziemlich einfach, da man die Einheiten direkt aus der Box spielen kann. Pro Spieler eine Startbox und los gehts - Zusammenbau nicht nötig)
 

eldiablo

Regelkenner
3 Dezember 2016
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Okay danke für deine Antwort.

Ja das die Figuren schon zusammengebaut sind gefällt mir auch sehr gut, das ist wiederum einer der Gründe wieso meine Brüder keine Tabletop spielen, aber da sie auch GOT Fans sind und die Figuren zusammengebaut sind, hoffe ich das ich sie für das Spiel begeistern kann ;D

Zu den Minis selber: was haben die eigendlich für einen Maßstab ? Könnte man die Figuren zur Not auch für AOS/Warhammer verwenden ? Viele GOT Minis würden sich ja sehr gut für Bretonische oder Imperium Armeen eignen.