Old World Bretonen - Spekulationen, Wünsche, Ausblicke

Dragunov 67

Tabletop-Fanatiker
Über Geschmack lässt sich ja streiten, aber Nostalgie mal beiseite, worin liegt denn der Reiz dessen, Ritterromantik und 60er-Jahre-Filme in seinem Tabletop paraphrasiert und mit (oft nur leicht) abweichenden Namen nochmal zu lesen?
Ich meinte das Aussehen als Armee, nicht den Inhalt der (tw grauenhaften) Buch Umsetzungen. Weiß nicht was es mit Kitsch oder "Romantik" zu tun hat, wenn Fußtruppen nicht aussehen wie die letzten Penner. Gibt es da iwo Vorschriften? Wie gesagt ist nur die Optik. Liegt sicher auch daran, daß ich mit den Bretonen gleich bei Release angefangen habe und da war der Stil halt sehr verbreitet. Schlachtgezeichnet und verdreckt hatte ich da schon im historischen Modellbau genug.
 

Knight-Pilgrim

Fluffnatiker
Über Geschmack lässt sich ja streiten, aber Nostalgie mal beiseite, worin liegt denn der Reiz dessen, Ritterromantik und 60er-Jahre-Filme in seinem Tabletop paraphrasiert und mit (oft nur leicht) abweichenden Namen nochmal zu lesen?
Ich denke, das hängt davon ab, was man vom Hintergrund eines Tabeltopspiels erwartet.

Eine nicht unerhebliche Gruppe erwartet von GW einen durchdachten Hintergrund, der auch fortgeschrieben wird. Für diese Gruppe gehört es zum Hobby dazu, neben dem Malen, Basteln und Spielen auch in die Hintergrundgeschichten abtauchen zu können. DAfür müssen die Hintergrundgeschichten aber auch ein Mindestmaß an Tiefgang und Neuigkeitswert bieten.

Ich gehöre nicht dazu. Einerseits habe ich mein eigenes Kopfkino, wenn ich Figuren sehe. Andererseits fühlt sich Fantasy/ SciFi Wargaming mit einem fortlaufenden Hintergrund wiederum schon so an, wie historisches Wargaming. Alles ist schon passiert und lässt kaum mehr Interpretationsspielraum. Ich persönlich finde es viel schöner, wenn es quasi eine abgesteckte Spielwiese des Hintergrundes gibt, die nicht allzu detailliert ist aber einen Rahmen vorgibt.

Um das von Dir aufgebrachte Argument des Nochmallesens mal aufzugreifen. Erstens lese ich Bücher, die gefallen gern mehrmals.
Zweitens hatte der ursprüngliche Hintergrund eben genau die oben charakterisierten Eigenschaften einer Spielwiese. Bretonia war eben nicht das Reich König Arturs sondern eine Fantasywelt, die bestimmte Merkmale der Ritterwelt aus den 50er Jahre Filmen aufwies. DEr Hintergrund Bretonias bot Anknüpfungsounkte für verschiedene Aspekte des Rittertums. Man konnte sich eine Kreuzfahrerarmee aufbauen, oder eine Gruppe von Bauernbanditen, oder das Heer eines idealtypischen Feudalherren oder das Motiv des edlen Ritters aufgreifen, der den bösen Drachen zu Strecke bringt. Und all dies, ohne mit dem Hintergrund irgendwie in Konflikt zu geraten.
 

Kuanor

Tabletop-Fanatiker
Ich sehe da überhaupt keinen Konflikt.
Also ja, eine Geschichte kann nicht gleichzeitig stehen und voranschreiten, aber darum ging es hier doch gar nicht. Eine Entwicklung ist auch nicht das, wo etwaiger Tiefgang herkommt – ich kann insbesondere verstehen, wenn du GWs fortlaufenden Hintergrund nicht magst, wenn er ein Schaulaufen mit ihren Lieblingsprotagonisten ist. Ob ich einen sich entwickelnden Hintergrund trotzdem im Prinzip positiver sehe, tut auch gar nichts zur Sache. Da verknüpfst du einige Dinge unzulässig.
Ein stehendes Setting kann gleichfalls seine Spannungsfelder haben und damit Tiefgang bieten, während ein entwickelndes mit Zusammenkopiertem und Hollywood-Erzählweise langweilen.

Du scheinst noch etwas ganz Anderes zu wünschen, nämlich das Offene und Unbeschriebene, während der Hintergrund nur vage Assoziationen weckt und sie mit unverbundenen Anekdoten schmückt. Da werden wir uns tatsächlich nicht einig – letztes Mal bei dem Thema hatte ich irgendwas mit Demenz kommentiert und du hast dich vermutlich etwas angegriffen gefühlt.
Dabei kann natürlich niemals Tiefe entstehen, wenn alles nur so lose bleibt.
Daher muss zumindest durch eine Setzung kompensiert werden, die irgendwie irgendwas anspricht.
Selbst wenn man die Welt als so losen Rahmen hinnimmt (das trifft auf Warhammer nur zum Teil zu), frage ich nach diesem Etwas.

Ihr drei könnt selbstverständlich befinden, dass euch Ritter aus kitschigen alten Filmen auf die Platte stellen zu können ausreicht, weil… sonst würdet ihr ja keine Bretonen spielen, sondern Völker mit originellerem Charakter oder meinetwegen die beschworenen historischen TTs. Wie ich es ja auch nicht tue.
In dem Fall ist es (vielleicht) euer Glück, dass ich mit GWs Fluffentwicklung nichts zu tun habe, sonst käme es wie eine Selbstverständlichkeit vor, auch Bretonen etwas Spannendes zu geben statt sie als Spielwiese für Nostalgiker zu belassen.
 

Knight-Pilgrim

Fluffnatiker
In dem Fall ist es (vielleicht) euer Glück, dass ich mit GWs Fluffentwicklung nichts zu tun habe, sonst käme es wie eine Selbstverständlichkeit vor, auch Bretonen etwas Spannendes zu geben statt sie als Spielwiese für Nostalgiker zu belassen.
Versteh mich nicht falsch. Mein persönlicher Geschmack muss nicht für GW das Maß der Dinge sein. Die unterschiedlichen Ambientes der 5. und 6. Edition hatten jeweils ihren eigenen Charme. Und ich glaube nicht, dass GW soweit gehen wird, alles auf 5. Edition zurückzudrehen. Das wäre vielleicht auch der größte Fehler, den GW machen könnte. Aber die alte Welt wieder zu beleben und ihr etwas (nicht alles) von ihrem Grimdark zu nehmen und vor Allem neue Bausätze, die die alten Artworks mit aktueller Gusstechnik verbinden, das wäre toll. So wie sie es bei den neuen Plaste Sorroritas in 40 k bewiesen haben.
 

Knight-Pilgrim

Fluffnatiker
Dieses, oh mein Gott, alles ist dem Untergang geweiht, aber kämpfen trotzdem weiter. Und als würde es nicht reichen, dass z.B. das Imperium von Orks, Untoten und Chaoskriegern überrannt wird, muss auch noch die Welt selbst in die Luft fliegen. Als ob die Zerschlagung des Ipmperiums und die Umkehrung der Ordnung(MEnschen sind jetzt Diejenigen in den Wäldern und unwegsamens Gegenden und die Gegner beherrschen die reichen Landstriche) nicht auch einen interessanten Ansatz geboten hätte.

Düster darf die Welt schon aussehen, aber mit einem Hoffnungsschimmer am Horizont.

Die ständige Bedrohung darf ja gern bleiben, aber eben auf ein Maß zurückgestuft, die nicht nur noch albern ist. Und in Bezug auf Bretonia, Ritter dürfen gern edel und gut aussehen, ohne dass die Bauern verkrüppelte Mutanten sind. Speckig und dreckig dürfen sie schon sein.
 

Dragunov 67

Tabletop-Fanatiker
Ihr drei könnt selbstverständlich befinden, dass euch Ritter aus kitschigen alten Filmen auf die Platte stellen zu können ausreicht, weil… sonst würdet ihr ja keine Bretonen spielen, sondern Völker mit originellerem Charakter oder meinetwegen die beschworenen historischen TTs
Nochmal, der Vergleich hat sich nur auf die Optik bezogen, nicht auf Hintergrund , Spielweise oder Namen. Keine Ahnung ob ich es origineller finden würde eine andere Armee zu spielen, tatsächlich habe ich bei den Bretonen das Gefühl, daß sie sich moderner spielen als andere Armeen in WHFB. Das ganze Fußvolk mal außen vor(hab ich eh nie viel mit) , spielt sich eine Bretonen Armee wie eine moderne. Kleine, gut ausgebildete Einheiten versetzen dem Gegner präzise harte Schläge und erzwingen so die Entscheidung. Falls Originalität jetzt nur am dreckigen Aussehen Hängt, hab ich auch noch ein paar Ritter eines Kreuzzug's übrig, die ich mal für Battle Brothers bemalt habe. Sind für mich eh alles eher Geschmacksfragen und daher irrelevant.
Nebenbei hab ich ja auch noch andere vielleicht originellere, die auch mehr in die so düster gewordene WH Welt passen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Thannock

Eingeweihter
Nachdem Thannok auch schon den Begriff bemühte, was bezeichnet ihr denn als dieses Grimdark, das weniger müsse?

Also für mich ist Grim Dark die komplette Überzeichnung der Aussichtslosigkeit.

Das Imperium war zwar schon immer bedroht, von innen wie von außen, aber dann kippte es irgendwann und alles wurde aussichtsloser bis am Ende des Tages so ziemlich jeder tot war. Helborg, Valten, Schwarzhelm... kann weiter aufzählen aber wenn man ihn kannte dann ist er tot.

Am besten schaut man sich einfach die Entwicklung der imperialen Staatstruppen an. Die ging los mit den Plastiktruppen der 4ten. Wohlgerüstet, kampfstark. Dann kommt man in die 6te Edition und es gibt von gut gerüstet bis kaum irgendwas an Rüstung alles. Und dann kamen die aktuellen Staatstruppen. Dahergelaufenes Lumpenpack, teils keine Schuhe, sehen aus wie Wegelagerer.
 

Dragunov 67

Tabletop-Fanatiker
Stimmt, die Milizen sahen angezogener aus, aber dafür mehr Federn als ne Straußenfarm. Ich fand die total daneben, aber ein paar kommen bei mir noch in die "schwarzen Rächer", dafür sind sie zerlumpt genug.
 

Knight-Pilgrim

Fluffnatiker
Die alte Staatstruppenbox konnte man auch gut mit dem Milizengussrahmen mischen. Aber das konnte man auch mit den neuen Staatstruppen und vor allen Dingen mit den Bogenschützen. Einfach um das Irreguläre hervorzustreichen und denen trotzdem ein wenig mehr "Professionalität" zu verleihen.

In der Sturm des Chaoskampagne gas es einen Artikel, der die Verteiger Middenheims illustriert hat. Da wurde aus den Teile zweier Regimentsboxen jeweils ein hastig aufgestelltes und schlecht ausgerüstetes und ein gut bewaffnetes Regiment aufgestellt. Das ging also mit den Staatstruppen der 6. Edition. Entscheidender war für mich der Stilwechsel der Kleidung. Weg von dem landsknechtmäßigem Aussehen mit geschlitzten Puffärmeln hin zu einem eher an die Schweizer des ausgehenden 15. Jh. . Hinzu kam, dass die neuen Staatstruppen wohl die ersten Plastikboxen waren, die am Computer modelliert waren. Die damalige Technik erlaubte noch nicht diese Detailverliebtheit. Und so blieben die auch was die Designqualität anging hinter der alten Box zurück. Sie hatten aber immerhin den Vorteil, dass alle Waffenoptionen in der Box drin waren. Die Musketenschützen waren deutlich besser als ihre Plastikvorgänger. Die waren Bestandteil der Starterbox mit entsprechender Einfachheit.

Da waren die Plstik Bihandkämpfer schon wesentlich besser. Und sie griffen auch wieder den alten Kleidungsstil auf.
 

Sunzi

Bastler
Nachdem Thannok auch schon den Begriff bemühte, was bezeichnet ihr denn als dieses Grimdark, das weniger müsse?
Für mich wäre das die "Mortheimisierung" der alten Welt. Mortheim ist vom Design her sehr schlüssig. Es ist die Stadt der Verdammten, Warpstein ist der kostbarste Besitz, jeder gegen jeden und alle die sich dort aufhalten gleiten langsam in den Wahnsinn ab. Da macht es Sinn dass den Menschen alle möglichen Körperteile fehlen und dass sie sich tote Ratten an den Gürtel binden oder Schlimmeres. Aber in den grünen Auen und Wäldern Bretonias?
 
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