Die Tyraniden: Theorien zum Hintergrund im Licht der modernen Biologie

Vielleicht möchtest du auf das Für und Wider der Tyras für einen Konflikt mit Fraktion X eingehen...
Ich weiß z.B. das Tyras nicht gerne gegen Necrons kämpfen wegen der BioMasse und das Orks sich über die Tyras freuen und umgekehrt wegen dem endlosen Moschen bzw. Essen ^^ Wie steht es mit Dämonen? und ist so ein Votann Zwerg leckerer als ein üblicher Mensch? xD ein Paar der Fragen können wir sicherlich nicht beantworten, so oder so DANKE.
Hallo und danke erst mal für die vielen Likes! ?

Die Frage, warum die Tyras gegen welche anderen Fraktionen kämpfen, hängt natürlich sehr von einem wichtigen Streitpunkt ab, den wir hier immer wieder in der Diskussion haben: Sind die Tyraniden a) einfach eine evolutionär entstandene Lebensform. die bloß fressen und sich nebenbei fremde Gene einverleiben will, oder sind sie b) eine Art künstlich gezüchtete Biowaffe für einen noch unbekannten Zweck, z.B. gegen die Menschheit gerichtet (oder gegen wen auch immer). Je nachdem, wie man sich da positioniert, wird die Antwort sehr unterschiedlich ausfallen. Aber ich kann ja einfach mal bei meiner Perspektive bleiben, die rein biologisch ist und voraussetzt, dass es wirklich in erster Linie ums Fressen geht.

Zunächst mal: Nein, ich weiß nicht, wie eingelegte Zwerge schmecken🤔?, aber ich glaube eigentlich auch nicht, dass den Tyraniden ein Votann zu zäh wäre. Denn es ist ja so, dass sie ihre Gegner gar nicht direkt "auffressen". Sie töten die Verteidiger eines Planeten nur oder machen sie kampfunfähig; das Fressen besorgen dann die Absorberschwärme. Und denen ist nichts zu zäh, dank ihrer gastrischen Kauplatten ("grinding plates"). Sie fressen ja auch die Gefallenen beider Seiten, und zwar mit Haut und Haaren, Knochen und Chitin und allem Drum und Dran. ?Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass ein bisschen zäheres Votann-Fleisch ein Problem für sie wäre. Auch müssen sie es nicht einmal komplett verdauen, sondern nur hinunterschlingen und sich damit vollstopfen, denn nachher springen sie ja in die Verdauungsteiche - und diese Teiche bestehen aus derart aggressiven Enzym-Säure-Mischungen, dass sogar die Absorber selbst komplett aufgelöst werden, einschließlich Zähnen, Chitinplatten und Skelett. Ich glaube deshalb nicht, dass Tyraniden etwas gegen zähes Fleisch haben. Am Ende ernähren sie sich ja von eben der Bio-Suppe, die in den Verdauungsteichen entsteht und dann in die Speicherschiffe hochgepumpt wird - und da müssen sie nicht einmal mehr kauen, denn das ist bequeme Flüssignahrung.

Wir wissen daher eigentlich nicht einmal, ob der Geschmack der Beute entscheidend ist. Die vorverdaute Bio-Suppe schmeckt ja sicher ganz anders als ein Mensch in Rohfleischform. Angesichts der in Xenology beschriebenen Autopsie, bei der sich der Magen eines Tyranidenkriegers als simpler Vorratsspeicher herausstellte, könnte es durchaus sein, dass zumindest ein Teil der Tyraniden mit der Suppe einfach bloß "betankt" wird wie mit einem Kraftstoff, und dass diese Art der Ernährung überhaupt keinen kulinarischen Aspekt hat, sondern eine ziemlich rationelle und freudlose Sache ist.? Aber das wissen wir natürlich nicht. Es kann ebenso gut sein, dass die Bio-Suppe für die Tyraniden der reinste Nektar ist und ihnen so gut schmeckt, dass sie von sich aus gar nichts anderes wollen.

Allerdings: Gerade weil die Tyraniden ihre Ernährung so sehr rationalisiert haben, analysieren sie ihre Nahrung sicher schon im Vorfeld. Gut möglich, dass es auch dafür wieder spezialisierte Organismen gibt, also eine Art "Abschmecker"- oder "Vorkoster"-Tyraniden, die bereits vor einer Invasion ein paar Exemplare der Beutespezies verspeisen, um ihre Eignung als Tyranidenfutter zu testen. Dabei darf man sich "analysieren" jetzt wieder nicht im wissenschaftlichen Sinn vorstellen. Wir z.B. "analysieren" unsere Nahrung ja auch, aber das macht unser Geschmacks- und Geruchssinn, ohne dass wir dazu etwas von Chemie verstehen müssten.

Und was könnten Tyraniden "mögen"? Hm... Wenn ein Raubtier etwas lecker findet, hat das in der Regel mit Eiweiß zu tun. Bei uns Menschen ist das etwas anders: Zwar mögen und brauchen natürlich auch wir Eiweiße, aber als Allesfresser sind wir auch stark auf pflanzliche Kohlenhydrate konditioniert, speziell auf "Süßes", in Urzeiten wohl vor allem von Früchten und Beeren. Fleischfresser dagegen können die Qualität "süß" oft gar nicht wahrnehmen, weil Zucker keine Bedeutung für sie hat. Ihr Geschmackssinn reagiert stärker auf die Qualität "umami" (komisches Wort, ist japanisch), was meist als "herzhaftig / würzig / eiweißreich" übersetzt wird. Deshalb mögen sie auch Dinge, vor denen wir uns ekeln würden, etwa Blut oder Rohfleisch. Natürlich brauchen Raubtiere auch viele andere Stoffe, die keine Eiweiße sind, z.B. Mineralien und Fette (wie wir). Aber Eiweiße spielen schon eine Hauptrolle. "Lecker" ist ein Eiweiß für Raubtiere dann, wenn es ihren eigenen Körpereiweißen ähnlich oder eine Vorstufe dazu ist, also in möglichst wenigen Reaktionsschritten (=energetisch günstig) in eigenes Eiweiß umgewandelt werden kann. Daneben spielt die Mengenverteilung zwischen verschiedenen Aminosäuren eine Rolle, also zB "etwas mehr von Aminosäure X, etwas weniger von Aminosäure Y". Aber sorry, ich schweife ab...

Dass Tyraniden ziemlich gerne Menschen mögen, scheint auf der Hand zu liegen. Man kann nun streiten, woran das liegt. Vielleicht passen "unsere" Inhaltsstoffe tatsächlich besonders gut zu den Stoffwechselbedürfnissen der Tyraniden; vielleicht liegt es aber auch schlicht daran, dass Menschen die verbreitetste intelligente Lebensform in der Galaxie sind. Gut möglich, dass Votann oder T'au oder Aeldari genauso gut schmecken; aber es gibt einfach mengenmäßig sehr viel mehr Menschen als T'au oder Aeldari. Von daher könnte "Mensch" für die Tyraniden auch einfach eine Art Snack sein, den es in dieser Galaxie an jeder Ecke gibt, und den sie immer gerne mitnehmen.

Andererseits könnte man argumentieren, dass die Tyraniden beim Sturm auf gut gerüstete imperiale Welten (einschließlich Marine-Ordenswelten) hohe Risiken eingehen und hohe Verluste hinnehmen, dass also Menschen vielleicht doch etwas besonders Hochwertiges für sie sind. Das könnte an der menschlichen Biochemie liegen, eventuell aber auch an Genen, die die Tyraniden absorbieren wollen. Eine interessante zusätzliche Vermutung hat Skullchamp eingebracht, nämlich die Geschmacksvielfalt: Da Menschen auf sehr unterschiedlichen Planeten und von sehr unterschiedlicher Nahrung leben, schmecken sie vielleicht auch unterschiedlich und haben verschiedenartige Nährstoffe in ihrem Kreislauf, die von den Tyraniden bei der Verwertung mit aufgenommen werden. Das könnte in der Tat relevant sein, denn auch irdische Raubtiere profitieren von dem, was ihre Beute frisst, und besorgen sich z.B. bestimmte Stoffe fast ausschließlich über den Darminhalt ihrer Beutetiere.

"Zähes" Zeug jedenfalls scheint die Tyraniden nicht zu schrecken; immerhin mögen sie auch Orks, die ja deutlicher zäher als Menschen sind. Auch Erbgut von den Orks wurde bereits absorbiert; so soll z.B. die Tyraniden-Biovore einige orkische Gene haben. Auch könnten Orks eine praktische Quelle für Chitin sein, denn soweit ich weiß, ähneln die Zellen der Orks Pilzzellen - und Pilze lagern einiges an Chitin in ihre Zellwände ein. Davon sind die Tyraniden aber sicher nicht abhängig, denn sie hatten ja schon Chitinpanzer, bevor sie auf Orks trafen, und vermutlich besitzen sie Enzyme, mit denen sie Chitin selbständig synthetisieren können.

Wie FlameXY schon sagte: Necrons und Dämonen scheinen eher nicht auf dem Speiseplan zu stehen. Ich verstehe wenig von der Physiologie der Necrons, denn mit der Beschreibung "lebendes Metall" kann ich wenig anfangen - aber es dürfte klar sein, dass ein metallischer Körper nichts Essbares enthält und daher für Tyraniden etwa so anziehend sein dürfte wie eine Plastikblume für Bienen. Wahrscheinlich sind die Tyraniden eher genervt, wenn sie gegen Necrons kämpfen müssen, weil sich der Aufwand für sie in keiner Weise rentiert - keine Biomasse, keine Gene; Ausbeute gleich null.

Von Dämonen und allgemein vom Warp verstehe ich leider auch zu wenig. Wenn ein Dämon in die materielle Welt eintritt, hat er zwar meines Wissens einen materiellen Körper, aber wenn er "getötet" und in den Warp zurückgesaugt wird, bleibt dieser Körper doch nicht zurück - oder? Und wenn es keine Leiche gibt, dann doch eigentlich auch keine Biomasse. Ich gehe mal stark davon aus, dass Dämonen nicht essbar sind. Aber das wissen andere sicher besser.
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EDIT: Ich sprach gerade heute zufällig mit jemandem, der Ahnung von Lebensmittelchemie hat, habe ihm mal den Ernährungsstil der Tyras in Grundzügen erklärt und gefragt, wie dieses vorverdaute Bio-Liquid denn schmecken könnte. Er: "Du könntest nicht mal dran riechen, ohne zu kotzen" ^^. Zwar sind das alles Stoffe, die prinzipiell auch der menschliche Körper verwerten könnte, aber so eine extrem hochkonzentrierte Eiweiß-Suppe würde grauenhaft schmecken, und aufgrund der Vorverdauung wären zahlreiche Eiweiße bereits zu stark riechenden Spaltprodukten zerfallen, was einen Geruch wie von verfaulten Eiern erzeugen würde. Aber wer weiß, vielleicht ist das für Tyraniden ja der reinste Honig. ?
 
Zuletzt bearbeitet:
Soweit ich das aus den Codizies in Erinnerung habe, essen Tyraniden abseits von Absorbern überhaupt nicht. Zumindest bei Ganten kann ich mich sehr genau daran erinnern, dass die mit einem festen Vorrat an Energie geboren werden, diesen dann aufbrauchen und dann auf dem Schlachtfeld sterben (verhungern), nachdem sie ihren Zweck erfüllt haben. Im Codex selber wurde dann auch die Frage gestellt, warum sie überhaupt Münder haben - als Überbleibsel der Evolution oder als Waffe.
 
Gene, woher ist das Bild?
Das ist absolut Grauenhaft anzuschauen. ?
Ist altes Artwork, dass ich irgendwann mal gefunden hab. Vergleichbare (harmlosere) Bilder von nicht näher definierten Tyraniden gab es in Advanced Space Crusade und den Grundbüchern der 2. Edition. Zu der Zeit gab es kaum Miniaturen für Tyraniden, daher konnte man sich da recht frei entfalten. Die Viecher vorne stammen aus einem Konzept von John Blanche und hatten sogar eine Miniatur.

Zum Artwork selbst (übrigens von Paul Bonner, dem ich das nicht zugetraut hätte), hier ein Kommentar dazu. Offensichtlich wurde es nie benutzt. Warum auch immer... 🤔
 
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Reaktionen: Lord Protector
2) Bezüglich DNA-Analyse, weil du geschrieben hast, dass das nicht 'intelligent' stattfindet: Die Malanthrophen sollen laut Hintergrund die DNA analysieren und die nützlichen Teile rausschnibbeln. Inwiefern das mit einer uns verständlichen Intelligenz vergleichbar ist, sei mal dahin gestellt. Es ist aber durchaus von bestimmten, speziell dafür gezüchteten (wie sollte es anders sein) Orgsanismen gesteuert. Eventuell ist dieser Aspekt auch für die Einschätzung des Urtyps relevant, aber ehrlich: Ich hab da viel zu wenig Ahnung von 😀 Ich lese hier aber sehr gern weiter mit. Wahnsinnig informativ!
Da fällt mir auf:
Das klingt sehr nach Abathur aus Starcraft 2. Faszinierend!?
 

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Von Dämonen und allgemein vom Warp verstehe ich leider auch zu wenig. Wenn ein Dämon in die materielle Welt eintritt, hat er zwar meines Wissens einen materiellen Körper, aber wenn er "getötet" und in den Warp zurückgesaugt wird, bleibt dieser Körper doch nicht zurück - oder? Und wenn es keine Leiche gibt, dann doch eigentlich auch keine Biomasse. Ich gehe mal stark davon aus, dass Dämonen nicht essbar sind. Aber das wissen andere sicher besser.
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Irgendetwas hinterlassen Dämonen in der Realwelt (siehe abgetrennte Dämonenkopf auf den angehängten Bildern).

Ich würde aber bezweifeln, dass Tyras gerne Ektoplasma absorbieren.
 

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Heißt, bereits Einzeller sind in der Lage, da reguliert genug zu sein, um eine "Strategie" zu haben. Ist nun das Abweichen von dieser "Regulation" die tatsächliche "strategische Entscheidung" der Tyraniden - das sie "Hass" auf die Blood Angels fühlen? Oder ist es nicht eher unser "menschliches Problem" in einem Handeln dessen Beweggründe wir nicht in Gänze verstehen menschliche Emotionen zu sehen?

Eine strategische Entscheidung wäre es, wenn Escherichia coli gezielt Lactose verstoffwechselt, dabei einem Umweg plus Hungersnot in Kauf nimmt, obwohl mehr als genug Glucose in der Nähe vorhanden ist. Das tut Escherichia coli natürlich nicht und kann es auch nicht tun. Die Tyraniden sind aber zu solchen Entscheidungen in der Lage.

Ich muss erst mal ein Kompliment vorausschicken, nämlich dass das sehr klug und überzeugend argumentiert ist! ? Bitte nimm es daher auch eher als eine Würdigung, wenn ich noch mal sehr detailliert darauf eingehe.

Vielen Dank für das Lob. Das gebe ich gerne zurück. 🙂

Aber wer weiß, vielleicht erfahren wir ja in Zukunft von GW noch mehr über die Motivationen der Tyraniden.

Ja, das wäre wünschenswert. Aber ich denke nicht das dies so schnell oder überhaupt passiert. Wie so oft wird GW das einfach in der Schwebe lassen. Immerhin gäbe es sonst solche Diskussionen wie die hier nicht. Und das wäre ja auch sehr schade.