40k Kampf um Beltrice - Major Mallory´s Misadventures

Dies ist keine Heldengeschichte. Es ist nicht mal eine Abenteuergeschichte. Eigentlich ist es nur die Beschreibung eines fortdauernden Unfalls.

Jonah Mallory der wohl ungeeigneteste imperiale Offizier den man sich vorstellen kann. Ein sensibler Feingeist der sich vorzugsweise mit Poesie und Gartenkunst beschäftigt, ein miserabler Schütze und fuchteliger Schwertkämpfer mit den Führungsqualitäten eines Aktenordners, der sich sein Offizierspatent durch Schummelei erschlichen hat und den Horror des 41. Jahrtausends nur mit Alkohol und Realitätsflucht übersteht.
Obwohl ihm nichts lieber wäre als die Frührente, findet er sich zu seinem Unglück als tragikomischer Kriegsheld bei der Invasion von Beltrice Major wieder.

Von den jahrhundertealten Intrigen und Machenschaften um das abtrünnige Navigatorenhauses Menturi, dem ehrwürdigen Knight Baldur von Beltrice, der Monoloi Tech-Sekte um Udos den Unsterblichen und den Angels of Absolution die diesen Krieg ausgelöst haben weiss er nichts, versteht nichts und will dies auch gar nicht.
Eigentlich will er nur ein Häuschen mit Garten.

Aber wenn das Schicksal uns eines lehrt ist dass es oftmals die Vergessenen, die Unbedeutenden und die Wankelmütigen sind, die im grossen Ringen der Geschichte das kleine Zünglein an der Waage sind.
 
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M3 – S1 – Strategische Lage
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Einige Stunden nach dem Desaster der Rettungmission wacht Major Mallory nachts später inmitten der Schutt und Asche des Schlachtfeldes aus. Er ist weit hinter den Linien der Menturi inmitten feindlichen Territoriums.
Nach und nach gelingt es ihm eine Gruppe von Versprengten um sich zu scharen. Sie beschliessen zunächst sich zurück zu den imperialen Linien durchzuschlagen.
Durch einen glücklichen Umstand entdecken die Versprengten dann aber unweit des Schlachtfeldes das Safe House der Menturi in dem der Vice Admiral von Sindar, dem Bullgryn und einer Gruppe Salzkrieger gefangen gehalten wird. Diese warten auf einen Transport um den Gefangenen in das Hauptquartier zu befördern und dort zu befragen. Sie haben Wachen und Posten aufgestellt, wägen sich aber nach dem Abzug der Imperialen in relativer Sicherheit.
Nachdem die Überlebenden um Mallory sich untereinander beraten haben, fällen sie einen waghalsigen Entschluss: sie würden versuchen den Admiral zu befreien.
 
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M3.T1 – Taktischer Batrep
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200 Punkte Mallory's Glorreiche Sieben (Weezen: Astra Militarum) vs 100 Punkte Menturi Geiselnehmer unter Commander Sindar (Marcian: Astra Militarum) Kill Team Match

Das Schlachtfeld besteht aus 6 Gebäuden, die in einer 3 x 2 Matrix zueinander stehen.
Unten wird die Position des Gebäudes mit folgender Notation referenziert : (a,b), wobei „a“ die Reihe des Gebäude und „b“ die Spalte. Das Gebäude (2,2) ist also das zweite Gebäude in der zweiten Reihe.
(Eine Draufsicht als Referenz befindet sich am Ende des Berichts) (edited)
Das Spiel ist ein Sechs Runden Kill Team Match.
Es gelten folgende Sonderregeln.
1) Marcian muss seine Figuren als erstes aufbauen, Weezen hat die erste Runde.
2) Marcians Figuren müssen bis auf eine Figur alle in Gebäude („2,2“) aufgebaut werden. Eine einzelne Figure darf als Lookout in einem anderen Gebäude platziert werden
3) Marcians Figuren sind am Anfang alle stationär, nur ein einzelnes Paar der Figuren in dem Haus darf pro Runde 3 Zoll bewegt werden (Patrouille)
4) Marcian hat am Anfang des Gefechts Admiral Stephens in seiner Gewalt. Er wählt zwei Guardsmen aus die als Wache für den Admiral gelten. Das Trio muss in Base-Kontakt bleiben. Ansonsten können die beiden Guardsmen normal handeln, allerdings ist deren Bewegungsreichweite halbiert
5) Wenn beide Wachen ausgeschaltet sind (Fernkampf oder Nahkampf), gilt der Admiral als befreit und wird Weezens Truppen zugeordnet. Es handelt sich dann um einen Company Commander ohne Waffen.
6) Weezen darf sich an Marcians Figuren anschleichen, dieser darf versuchen Weezens Versuch zu entdecken: Am Ende jeder Bewegungsrunde werden 2W6 gewürfelt. Übersteigt das Ergebnis die geringste Distanz zwischen Marcians und Weezens Figuren darf Marcian eine normale Schussphase ausführen. Ausserdem darf der sich in der nächsten Runde normal bewegen.
7) Ist eine Figur „obscured“ erhält sie + 2 auf die Bemessung der Distanz, kann sie sich an ein Gebäude anschmiegen (Basekontakt herstellen) erhält sie noch +1
8) Jede Runde Schleichen zählt gegen den Sechs Runden Counter
9) Weezen gilt automatisch als endeckt sobald er das Feuer eröffnet
10) Das Match endet am Ende von Runde Sechs (Verstärkung der Menturi trifft ein)
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Runde 1:
Wie erwähnt baute Marcian seine Figuren in Gebäude (2,2) auf. Ein einzelner Ausguck wurde in dem Gebäude im Nordosten (1,2) aufgebaut und zwar im zweiten Stock. Marcian platzierte wegen der guten Schussposition dort seinen Granatwerfer.

Weezen entschied sich seinen Angriffsvektor von den Gebäuden (1,1) „Nordwesten“ und (2,1) „Mitte Links“ zu führen.
Weezen platzierte die meisten Figuren in Schusslinie zu Marcians Truppe und ging mit diesen in der Bewegungsphase auf „Ready“. Zwei Figuren versuchten sich näher anzuschleichen.
Marcian bewegte seine Patrouille 3 Zoll auf Mallorys Truppe zu.

Die nächste Figur endete in 10 Zoll Entfernung, erhielt aber einen +2 Bonus für „Obscured“.
Marcian musste also eine 12 erreichen um den Überfall zu entdecken und würfelte

… eine 12 !
Damit war Weezen entdeckt !

Da der Plan sich anzuschleichen in der ersten Runde schon gescheitert war, eröffneten Mallorys Glorreiche Sieben sofort das Feuer aus allen Rohren.
Dies kostete Sindars Ausguck das Leben und verursachte einige Wunde im Inneren des Hauses.

Marcians Krieger schossen zurück, konnten aber, da sie nur bei einer 6 trafen, keinen Schaden anrichten.
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Runde 2 :
Da Marcian sich der waffentechnischen Unterlegenheit seines Kill Teams bewusst war war sein Schlachtplan auf einen taktischen Rückzug und Durchhalten bis zu Runde 6 ausgelegt.

Sein Kill Team flüchtete daher aus dem südlichen Hauseingang, wobei der Bullgryn durch seine Präsenz Weezens Kill Team auf Abstand hielt.

Runde 3-4:

Mallorys Team rückte auf das Haus vor in dem sich Sindars Truppen verschanzt hatten und schaltete einen nach dem anderen der Kämpfer Sindars aus.

Ein Ausbruchsversuch der Salzkrieger nach Westen scheiterte, da der Krieger mit Flammenwerfer getötet und sein Kumpan verwundet wurde und es nicht gelang die Mallorys Männer aus dem Gebäude (2,1) zu vertreiben.

In Runde 4 war Sindars Team daher in der südlichen Gasse zwischen Gebäude (2,2) und (3,2) gepinned. Die Salzkrieger schmiegten sich an das Gebäude an und schossen zurück während sie auf Verstärkung warteten.

unde 5: Mallory greift an.
Da Mallory bemerkte dass ihm die Zeit davon lief entschied er sich für einen gewagten Flankenangriff. Zusammen mit zwei Soldaten der 66ten griff Major Mallory über die Flanke (1,2) die Geiselnehmer an die sich hinter dem Haus verschanzt hatten.
Das Glück war auf der Seite der Befreier. Mit gezielten Schüssen aus überladenen Plasmawerfern fällten sie den Bullgryn und töteten Commander Sindar.
Gleichzeitig attackierten die Imperialen die letzten verbliebenen Geiselnehmer in der Gasse zwischen (2,2) und (3,3).

Ohne den Anführer und den Stabilität gebenden Bullgryn verloren die restlichen Geiselnehmer die Nerven. Das Killteam war broken.
Marcian versuchte noch einen Verzweiflungsangriff mit einem Salzkrieger der sich von dem Admiral löste. Ein Nahkampf zwischen Mallory und dem Salzkrieger entbrannte.
Die besorgten Soldaten griffen ein und versuchten ihrem Anführer durch das Fenster zu helfen.
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Runde 6:
Nachdem sie den Leader und den Bullgryn verloren hatten und das Kill Team broken war, war das Match für die Salzkrieger nicht mehr zu retten.
Ein gezielter Schuss aus den verbliebenen Bewacher befreite den Admiral, der in die Mitte des Hauses wegrannte.
Ein Salzkrieger versuchte noch den entflohenen Admiral zu erschiessen, allerdings ohne Erfolg.

Auf der anderen Seite wehrte Mallory mehr schlecht als recht den Angreifer ab, aber ein zur Hilfe geeilter Soldat konnte den Salzkrieger fällen.

Die Glorreichen Sieben hatten den Admiral befreit !
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M4 – N1 – Operation Shadowsword
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“Ha ! Mallory, haben Sie gesehen wie ich den erledigt habe ? Kinnhaken, zack, und schon ging der Schuft zu Boden !“
Der Major, der gesehen hatte wie der Bewacher von einen Schuss zu Boden gestreckt wurde, worauf hin der Admiral Hals über Kopf weg gerannt war, nickte.
„Ja, Sir, eine Prachtkombination. Das hat er nicht kommen sehen.“
„Ganz richtig, Mallory, ganz richtig. Man muss den Feind frontal angreifen, nicht zögern, nicht zurückweichen. Diese Rebellen verstehen nur eine Sprache, die der Faust. Da muss man klotzen, nicht kleckern !“
„Ja Sir.“
„Ich sag Ihnen, Mallory, in einer Woche ist der Krieg vorbei. Sie können schon Ihren Urlaub planen. Wenn meine Aeronautica erstmal mit dem Bombardement begonnen hat, wird die einzige Frage die sich die Rebellen noch stellen sein wo sie genug Betttücher herkriegen um die ganzen weissen Fähnchen zu nähen ! Haha !“
„Ja Sir, völlig chancenlos. Aber sie haben schon die Manticore Boden-Luft-Raketen gesehen die die Menturi an die Front gerollt haen ?“
„Boden-Luft-Raketen, ich bitte Sie, Mallory. Wer soll die denn steuern ? Dazu sind diese Wilden garnicht in der Lage ! Nein, das wird ein Triumph, sage ich Ihnen, ein Triumph !“
„Ganz sicher, Sir.“ Mallory rollte hinter dem Rücken des Admirals mit den Augen.
Er übergab den Generalstabsoffizier an Corporal Bluestar im Unterstand.
„Jesse, sieh bitte zu dass der Admiral versorgt wird“ sagte Mallory. „Aber gib ihm ja keinen Alkohol.“
Das hätte gerade noch gefehlt, dachte Mallory.
„Ja, Sir.“
Dann wandte er sich an Sergeant Branco.
„Irgendwas neues vom HQ ?“
„Negativ, Sir. Alle Frequenzen sind blockiert. Ausserdem herrscht Funkstille an der gesamten Front.“
Mallory dachte nach. Er war kein grosser Stratege aber eine unerklärliche Stille im Krieg verhiess meist nichts Gutes. Irgendwas führten die Menturi im Schilde. Mallory war sich sicher dass es nicht nur ihn betraf.
 
Garth Nevar legte sein verletztes Bein schwerfällig auf den Hocker und lehnte sich zurück.
Noch immer tat alles weh. Sein rechter Arm steckte in einer Schlaufe, sein bionisches Auge flackerte.
Ein Medi-Servitor rollte mit einem hydraulischen Geräusch nach vorne und begann die Verbände zu entpacken.
Er war von dem Rakentenangriff der Valkyrie schwer verwundet worden. Es war ein hartes Gefecht gewesen, gegen einen Feind mit absoluter Luftüberlegenheit. Er hatte über dreissig Kämpfer eingebüsst. Das würde die Menturi viel Blutgeld an die Stammesälteren kosten.
Zum Glück hatte er auf zwei Trupps Bullgryns zurückgreifen können, sonst wären sie in Stücke gerissen worden.
Nevar hatte gesehen dass seine Männer im Zentrum in Schwierigkeiten waren. Drei von ihnen waren bereits mit einem blauen Energieschwert niedergestreckt worden, der Rest war in Bedrängnis. Mit einem Kampfruf hatte er sich selbst in den Nahkampf gestürzt und den Anführer mit seiner Energiefaust zu Boden gehauen.
Er erinnerte sich noch an die vor ihm liegenden schmächtige Gestalt mit braunem angegrautem Haar und weichen Zügen die ihn mit weit aufgerissenen Augen anstarrte.
Sie sah so gar nicht so aus wie er das Phantom von Sektor 39 vorgestellt hatte. Nevar hatte einen hartgesichtigen Kommandosoldaten erwartet, einen muskulösen Catachaner vielleicht, aber nicht einen untersetzten weichlichen mittelalten Schreiberling.
Nur im Blick des am Boden liegenden war etwas was Nevar nicht deuten konnte.
Es war etwas fatalistisches darin, fast erhabenes. Garth Nevar war klar diese Augen viel Tod gesehen hatten.
Nun, wie auch immer, das lag nun in der Vergangenheit. Das Phantom war Geschichte, die Operation war ein voller Erfolg gewesen und der Admiral war in ihrer Gewalt und würde ihnen bald wertvolle Informationen liefern.
In ein paar Tagen würden sie über die Frontllinie und Kustar überrollen. Vorbereitungen für die Offensive liefen bereits. Vikas Menturi persönlich hatte autorisiert das Purpurne Korps zu aktivieren und die Imperialen zu zermalmen, aber nicht bevor er Garth Nevar zum Oberst befördert hatte und ihm ausserdem ein vollen Jahreslohn als Entschädigung für seine Verwundung gezahlt hatte.
Es war ein guter Kontrakt. Nevar mochte seinen neuen Rang. Er gehörte jetzt offiziell zum Generalstab. Das brachte nicht nur einen höheren Lohn mit sich sondern gab ihm auch einen ungehinderten Zugang zu Informationen. Und Informationen bedeuteten im Zweifelsfall den Unterschied zwischen Leben und Tod, zum Beispiel wenn es wider erwarten doch nicht so gut lief und er mit den Imperialen verhandeln musste. Das waren gefährliche Gedanken, aber Nevar war optimistisch dass es nicht dazu kommen würde. Die Menturi vertrauten ihm.
Jetzt wo er sich nicht mehr mit diesem Mallory herumschlagen müssen hatte er den Rücken frei. Wenn sie das Imperium von Beltrice vertrieben hatten würde er ein Kriegsheld und ein reicher Mann sein, reich genug das Leben als Söldner zu quittieren und mit Hilfe der Menturi vielleicht sein eigene Handelsfirma zu gründen und beim Wiederaufbau des Planeten ein Vermögen zu verdienen.
Er war gerade dabei nach einer Zigarre aus seinem neuen goldenen Etui zu greifen als das Feldtelefon schellte.
„Oberst Nevar ?“
„Am Apparat.“
„Eure Weisheit, ein Notfall. Der Admiral ist verschwunden.“
„Was ??“ Nevar setzte sich auf, wobei sein verletztes Bein schmerzhaft zu Boden ging. Der Medi-Servitor rollte surrend hinterher, wie ein Kind das einen Ball fallen gelassen hat.
„Wir haben vor einer Viertelstunde Funkkontakt mit Commander Sindar verloren. Das letzte was wir gehört hatten war dass sie angegriffen wurden.“
„Angegriffen ? Aber von wem ?“
„Wir wissen es nicht, aber der Anführer war ein schmächtiger Mann mit einem blauen Energieschwert.“
Garth Nevar fühlte sich als hätte jemand ihm ins Gesicht geschlagen. Sein goldenes Zigarrenetui fiel zu Boden. Er rieb sich die Augen, wobei er sich mit Daumen und Zeigefinger den Nasenrücken massierte. Dann ging ein Ruck durch seinen Blick.
„Verstanden. Informiert sofort das Purpurne Korps. Alle Strassen und Zufahrtswege abriegeln. Den ganzen Sektor dichtmachen ! Und dann will ich dass ihr jedes Gebäude durchsucht, und zwar Raum für Raum , Keller für Keller ! Weit werden sie nicht kommen !“
„Jawohl , eure Weisheit. Eines noch: Vikas Menturi ist auf der anderen Leitung. Er möchte über den Fortschritt der Offensive unterrichtet werden.“
Nevar merkte wie eine kalte Hand nach seinem Herzen griff. Das hatte gerade noch gefehlt. Seine Gedanken rasten.
Nun, wenn er den Admiral schnell genug wieder einfing würde es vielleicht nicht zum Problem werden. Er atmete einmal tief durch.
„Verstanden. Kein Wort über den Admiral. Ich werde Lord Menturi persönlich in Kenntnis setzen...“
Mallory, dachte er. Das war das Problem mit diesen Phantomen, sie blieben einfach nicht tot...
 
Jonah Mallory erwachte vom Gebell von Hunden. Unten auf der Strasse waren die Geräusche von Panzern zu hören die über den nassen Asphalt rollten. Befehle wurden gebrüllt.
„Wa... was ist los ?“ fragte er Sergeant Branco, der neben Randy im Fenster sass und observierte.
„Suchaktion. Der Feind riegelt den Sektor ab.“
Mallory ging zum Fenster und lugte vorsichtig hinaus. Die Soldaten sahen anders aus als die Salzkrieger denen sie vorher begegnet sind. Anstatt der Stadtkampfuniformen und Wüstentüchern trugen sie Grabenkampfmäntel und Helme die das Gesicht vollständig verdeckten. Er sah dass die Soldaten lange Schläuche von ihren Panzer in die Kellerfenster hingen, aus denen kurz danach ein gräulich-blauer Dampf emporstieg.
„Oh Thron. Was ist das ?“
„Nervengas.“
Mallory macht ein entsetztes Gesicht.
„Die wollen uns ausräuchern.“
„Keine Sorge, Sir“ meinte Jesse „das Gas ist schwerer als Luft. Hier oben sind wir sicher.“
„Ja. Solange der Feind nicht hierhin kommt.“
Sie hatten Quartier in einem mehrstöckigen alten Postgebäude bezogen. Es hatte einen ausgezeichneten Blick auf die Strasse, gute Schusswinkel und ausserdem mehrere Ausgänge.
Mallory wollte gerade zu seiner Morgenration greifen als fühlte er wie unter ihm der Boden erbebte. Das schwere Rumpeln von Adamantiumketten und das Bersten von Asphalt war zu vernehmen.
Mallory eilte zurück zum Fenster und sah wie sich der Bug eines, man konnte es nicht anders sagen, Landschiffs in die Sicht schob. Das Gefährt war riesig, sicherlich über dreihundert Tonnen schwer und mit der grössten Kanone ausgestattet die Mallory je gesehen hatte.
Schwarzer Qualm stieg von seinem riesigen rumorendem Motor am Heck empor. Überall waren Kanzeln und Türme mit schweren Waffen. Neben dem Panzer ging eine Begleittruppe von Sturmsoldaten. Das Gefährt rumpelte in ihre Richtung wobei es die Strasse auf der es fuhr zerstörte.
„Was zum Henker ist das ?“
„Shadowsword“ meinte Jesse „Überschwerer Panzer, dreihundertsechzehn Tonnen, zwanzig Zentimeter Panzerung. Die Kanone ist darauf spezialisiert feindliche Titanen mit einem Schuss zu zerstören.“
„Was ?! Übertreiben es diese Menturi nicht langsam ?? Wir sind doch nur acht Mann !“
Kurze verdutzte Stille. Dann lachten die Soldaten der Airborne. Es klang nicht bösartig, sondern amüsiert.
„Nun Sir, der Feind hat sicherlich schon von unserem Ruf gehört und will kein Risiko eingehen. Schliesslich werden wir von DEM Major Mallory angeführt !“
Wieder Gelächter. Mallory hatte die Augenbrauen hochgerissen und sah verdutzt von einem zum anderen. Das schien noch mehr Heiterkeit auszulösen.
Schliesslich bedeutete Sergeant Branco den anderen still zu sein.
„Nein Sir, der Feind plant eine Grossoffensive auf Daddy Punch´s Stellungen“ sagte er, den Spitznamen Colonel Kustars verwendend „deswegen bringt er schweres Gerät in Stellung. Wir sind da nur in was hineingeraten.“
Oh Mann. Mit dem letzten Satz könnte man mein ganzes Leben zusammenfassen, dachte Jonah Mallory.
„Dann müssen wir Colonel Kustar warnen , oder nicht ? Der weiss bestimmt nicht was da auf ihn zurollt.“
„Ja, Sir, das ist Schritt zwei. Wir arbeiten gerade noch an Schritt eins.“
„Schritt eins ?“
„Überleben.“
Das machte Sinn, dachte Mallory.
„Und der Plan ?“
„Kanalisation und Versorgungstunnel fallen aus. Wir müssen durchbrechen. Bluestar und Striker werden ein Ablenkungsmanöver einleiten.“
 
„Ablenkung ? Wie das denn ?“
„Hiermit, Sir.“ Branco holte zwei Dosen aus seinem Rucksack hervor uns schüttelte sie leicht. Die Kugeln darin gaben ein metallisches Klimpern von sich.
„Was ist das ?“
„Sprühfarbe, Sir. Specialist Colt nutzt sie häufig um die taktischen Miniaturen im HQ zu grundieren.“
Mallory verstand kein Wort. Er wusste dass Kustar und die anderen Stabsoffiziere gerne Miniaturen verwendeten um den Frontverlauf nachzustellen. Manchmal wurden sogar dienstfreie Untergebene dazu verdonnert diese anzumalen, ein Frondienst dem Mallory durch seinen Status als Offizier zum Glück entgehen konnte. Aber er verstand nicht was das mit ihrer Situation zu tun hatte.
Sergeant Branco reichte die Dosen an die Corporals Bluestar und Striker, die sie in die Seitentasche ihres Kampfgeschirrs steckten, geschwind ihre Waffen griffen und geduckt das Treppenhaus hinunter eilten.
„Und jetzt ?“
Branco deutete auf die Strasse.
Er sah wie Jesse und Randy geduckt um die Hausecken eilten und an den und Türen Kreuze mit Zahlen anbrachten.
Mallory verstand die Symbole nicht.
Die beiden fuhren fort bis sie einen Grossteil der Strasse abgedeckt hatten und liefen dann wieder hoch zur Treppe.
Mallory runzelte die Stirn.
Was das nun wieder zu bedeuten hat ?
 
Nicht lang danach sah er am Ende der Strasse einige der Gasmasken tragenden Soldaten des Feindes auftauchen, sich dabei per Funkgerät und Handzeichen verständigend. Sie gingen von Tür zu Tür, warfen Granaten ins Innere und feuerten Salven von Laserschüssen hinein bevor sie systematisch die Gebäude stürmten.
Nach ein paar Minuten kam ein Trupp Soldaten an eine Tür die von Jesse mit einem Kreuz besprüht war.
Mallory verstand plötzlich.
Der Führer der Sturmtruppe besah sich das Zeichen, schien verwirrt , diskutierte kurz mit einem Untergebenen und winkte seinen Trupp dann weiter.
Augenscheinlich hatten die Soldaten der Airborne die taktischen Markierungen des Feindes entschlüsselt. Jesse und Randy hatten an die Türen gesprüht dass die Gebäude bereits gesichert waren.
Die Sturmtruppen eilten weiter, wobei sie das Postgebäude und die umliegenden Häuser ausliessen.
„Savage, wecken sie Broderick und den Admiral“ sagte Branco. „Es geht los.“
„Sehr beeindruckend Sergeant“ sagte Mallory „Aber was jetzt ?“
„Jetzt müssen wir hier raus und davon fahren.“
„Fahren ? Wie das denn ?“
„Randy war vor seiner Dienstzeit Mitglied einer Autodiebesbande. In der Nähe befindet sich eine Logistikbasis des Feindes. Wenn wir Glück haben können wir einen Transportpanzer und ein paar Uniformen stehlen.“
 
Als sie ins Nebenzimmer gingen sahen sie dass der Admiral wach war und in die Bartstoppel in seinem Gesicht mit Hilfe eines Feldspiegels rasierte, während Captain Broderick vor ihm auf den Knien sass und seine Uniform abbürstete.
„Ah, da sind Sie ja, Major ! Ich hatte eine wundervollen Traum ! Die Luftoffensive war ein voller Erfolg. Meiner Beförderung zum planetaren Gouverneur stand nichts mehr im Weg. Sie hätten die Siegesparade sehen sollen ! Luftschleifen, Konfetti, Feuerwerk. Es war glorreich, Mallory, glorreich ! Wo wir gerade dabei sind, ich hab mir nochmal Gedanken über mein zukünftiges Wappen gemacht. Glauben sie dunkelblau oder burgundrrot würde besser passen ?“
„Bleiben Sie klassisch, Sir.“
„Ja, Sie haben völlig recht, Mallory. Immer der Tradition folgen ! Aus Neuerungen kommt nichts gutes ! Ist unser Transport endlich auf dem Weg ?“
„Nicht ganz, Sir. Aber wir sind auf dem Weg zu ihm.“
 
Zwanzig Minuten später überblickten sie die Feldwerkstatt des Feindes. Die Werkstatt war rostrot angemalt und auf einem Parkplatz davor standen zwei Chimera Panzer. Randy nahm die Gefährte mit seinem Fernglas in Augenschein.
Zu einer Bestürzung sah Mallory dass sich vor der Werkstatt die riesige Form des Shadowsword Panzers aufgebaut hatte. Der Landkreuzer wurde gerade beladen. Eine Gruppe von Wachen sicherte das Ungetüm in alle Richtungen.
„Verdammt“ flüsterte Striker „was macht dieses Monster denn hier ?“
„Die machen es für die Offensive kampfklar, Corporal. Schöne Überraschung für Kustar“ sagte Branco.
Der Feind hatte ein riesigen Räumschild an die Vorderseite des Panzers montiert, gross genug um einen Leman Russ wie ein Häufchen Schnee wegzuschippen.
Ausserdem kampierte ein kompletter Zug des Purpurnen Korps in der Nähe. Mallory sah sogar einige Angehörige von Spezialeinheiten.
„Es wird schwierig von hier zu den Chimären zu kommen“ sagte Randy.
„Wir könnten warten bis sie mit dem Monstrum durch sind und dann angreifen“ meinte Mallory.
„Warten ist gefährlich, Sir“ meinte Branco „Der Feind hat Hunde, Wärmebildkameras, Geräuschsensoren. Es ist nur eine Frage der Zeit bis wir entdeckt werden.“
Vizeadmiral Stephens der den Austausch der drei gehört hatte, schaltete sich ein.
„Was soll das denn heissen , Mallory ? Ich dachte wir wären auf dem Weg zu unserem Transport ! Hören Sie mal, ich bin Generalstabsoffizier der Aeronautica Imperialis ! Sie glauben doch wohl nicht dass ich mich hier als Autodieb verdinge und mich dann in einem kleinen schmierigen Bodenpanzer verkrieche !“
Mallory nahm die Worte des Admirals in sich auf. Er bemerkte dass sich seine Hand zu einer Faust geballt hatte und dass er gut Lust hatte sie Stephens ins Gesicht zu schlagen. Mallory war erstaunt von seiner eigenen Aggression.
Dann blickte er in die Runde der versammelten Männer die ihn erwartungsvoll ansahen.
„Nein Sir, natürlich nicht. Ein Mann von Ihrer Bedeutung und Ihrem Rang braucht natürlich etwas Grösseres...“