Tragt Ihr das Thema tabletop denn "gezielt" an Eure Kinder heran oder wartet Ihr, bis da von denen selbst ne Initiative/klares Interesse kommt?
Die Lore ist halt echt übel für Kinder und damit meine ich nicht nur die Brutalität (die auch anders als in den 80/90ern nicht mehr knuffig bunt und/oder stark stilisiert, sondern sehr realistisch in Artwork und Modell zelebriert wird), sondern auch die Tatsache, dass man dann zwangsläufig erklären muss, dass in dieser Zukunft/Fantasywelt alle "Guten" Faschisten sind.
Wenn man tabletop auf 40k u.ä. reduziert, dann wird es natürlich bei (kleineren) Kindern schnell problematisch. Das wär dann fast so, als wäre das erste Computerspiel fürs Kind ein blutiger egoshooter.
Zum Glück gibt aber noch andere und deutlich besser kindgeeignete Spielwelten (die man heutzutage natürlich auch problmatisieren kann, wenn man unbedingt will). Da muss man sich als Erwachsener, Vater oder gar Großvater) dann eben auch mal auf etwas einlassen, was man selbst nie angefasst hätte. Dann ist das Eine eben Papas Spiel, das Andere das Familienspiel, zumindest so lange, bis Papas Spiel vielleicht doch lockt und passt.
Früher hatte Söhne oft so mit fünf oder sechs vermutlich die ersten Cowboys und Indianer, die Spielfläche war Sandkasten oder Wiese und Regeln gab es nicht. Das sind so Momente, wo man testen kann, ob man die kindliche Begeisterung mit Elementen aus der regelbasierte Ordnung kombinieren kann (Kann dein Cowboy vor meinem Indianerreiter wirklich gut wegrennen? Trifft jeder Schuss?) und wenn das beim Kind völlig bescheiden ankommt, dann wartet man besser noch und spielt eben einfach ein bisschen mit. Wie das bei Mädchen funktioniert oder was sich in den letzten 30 Jahren geändert hat, weiß ich mangels aktueller Praxis nicht so.
Ich hab bei meinem Sohn nie gedrängelt, hatte aber Glück, dass er das was ich gemacht habe immer interessant fand, auch wenn er mir weder ins scratch-built noch ins napoleonische tabletop gefolgt ist. Dafür hat er unser WHFB und Mordheim, wo er ab etwa 8 Jahren zunehmend dabei war, für sich durch 40k ergänzt, da bin ich dann nicht mitgegangen. Da hatten wir also immer was gemeinsames und trotzdem jeder was eigenes im Hobby tabletop.