Na ja, wird schon einen Grund gehabt haben, warum ich mir damals mit zarten vierzehn Jahren gleich die Zwerge als erste Armee auserkoren hatte. Die hatten die richtige MentalitĂ€t! đJung an Jahren alt in Geist und Herz đŹđ.
Na ja, wird schon einen Grund gehabt haben, warum ich mir damals mit zarten vierzehn Jahren gleich die Zwerge als erste Armee auserkoren hatte. Die hatten die richtige MentalitĂ€t! đJung an Jahren alt in Geist und Herz đŹđ.
Warhammer: The Old World. âDie Mittelerde-Miniaturen. Blood Bowl. Und die Nostalgie, die bewirkt, dass Miniaturen fĂŒr Warhammer 40.000 gesammelt werden, in der Hoffnung, dass vielleicht irgendwann einmal wieder ein anstĂ€ndiges Spiel daraus wird (wird es eh nicht).
Da ich sowieso schon immer eher der Sammler/Bemaler gewesen bin, fÀllt es mir vermutlich etwas leichter, dabei zu bleiben. Aber die Bindung, die vermutlich nie ganz verschwinden wird, wird zumindest schwÀcher.
Denn "frĂŒher", also in der goldenen Ăra um die Jahrhundertwende herum, konnte man bei Games Workshop fĂŒr mich kaum etwas falsch machen. Heute macht man da aus meiner Perspektive kaum etwas richtig. Klar, viele (aber sicher nicht alle) Modelle sehen super aus. Das war es aber auch schon.
Die Miniaturen sind erstens zu teuer. Zweitens gefÀllt mir die EindimensionalitÀt vieler BausÀtze nicht, die keine angemessene Varianz zulassen. Drittens sind viele Designs entweder zu sehr over the top oder aber zu mainstreamig/beliebig geworden. Manchmal paradoxerweise sogar beides gleichzeitig.
AoS ist in meinen Augen generische, quietschbunte, "amerikanische" Warcraft- und DnD-Fantasy, garniert mit Arcane-Ăsthetik. Warhammer 40.000 wird auch immer "heller" und "glatter".
Das sieht man auch an den Artworks. Die Essenz, was Warhammer 40.000 eigentlich sein sollte, zeigt John Blanches Artwork fĂŒr die Dritte Edition. DĂŒster, Hoffnungslos, brutal.
"In der Finsternis der fernen Zukunft gibt es keinen Frieden" (ĂŒbrigens viel besser als "...only war" bzw. "...nichts als Krieg") klingt entsprechend bedrĂŒckend. Aber neben den Miniaturen und den Artworks sind die Texte mittlerweile auch fast nur noch grottig, ohne AtmosphĂ€re. Dazu kommen noch die Bezeichnungen. "Aeldari", "Drukhari", "Astra Miliwhat (?!)" - "you're in the Guard, son."
Bleiben die Regeln. Ich brauche keine "Stratagems" und "Detachments" und so einen Krempel. Her mit einem Armeeorganisationsplan, 0-1-BeschrĂ€nkungen, individuellen Punktkosten. Das System war auch nicht schwerer zu verstehen und eine Box mit Miniaturen ist eben keine verdammte Trading Card. Ein Spielfeld besteht nicht nur aus Ruinen in L-Form. Die Antenne eines Panzers kann einen Grot (sagt man das noch so?) nicht erschieĂen, indem es dessen linken groĂen Zeh anvisiert, wenn der hinter der Mauer hervorlugt. Tabletop ist eine Gefechtssimulation und wem das nicht "kompetitiv" genug ist, soll halt Schach spielen, verdammt.
Am besten sind eh die Spiele, die Games Workshop links liegen lÀsst, damit sie von Fans vervollkommnet werden können. An Blood Bowl doktern sie zum Beispiel auch schon wieder viel zu viel herum.
Dazu kommt noch, dass a) viele andere Tabletop-Spiele spannender, intelligenter designed und damit letztlich einfach bessere Spiele sind, dass b) andere Miniaturenhersteller auch schöne Modelle fĂŒhren, die gĂŒnstiger sind und/oder in geringerer StĂŒckzahl benötigt werden, dass c) gedruckte Modelle mittlerweile absolut fantastisch aussehen und man dabei nicht selten schönere Modelle findet als die im Sortiment und dass d) viele Brettspiele mittlerweile spaĂiger sind als viele WĂŒrfel zu werfen und "Bumm" zu schreien. Da gibt es lohnendere Investments.
Computerspiele in den Universen sind mal so, mal so. Nicht jede IP-Umsetzung war schmeichelhaft. Bei den Romanen ist es Àhnlich.
Was bleibt? Ironischerweise killen eher die Lore-VerĂ€nderungen und die VerĂ€nderungen der "allgemeinen Ăsthetik" mein Interesse an Warhammer 40.000, aber da gibt es vmtl. kein zurĂŒck.
Streicht die Primarchen, streicht die Flieger, streicht die Primaris, streicht die dummen Eigennamen, streicht jegliche "positiven Vibes" aus der Lore, macht das Spiel wieder zu einer Gefechtssimulation auf Platoon-Ebene, lasst die Tradingcardisierung eines Tabletop-Strategie-Wargames bleiben, macht nicht noch mehr Fortnite draus...ach, re-released einfach die 4. Edition, das langt schon. đ
Wird natĂŒrlich nicht passieren.
Vielleicht realistischer: Mich wĂŒrde es freuen, wenn bestimmte Boxed Games neu aufgelegt wĂŒrden, von einem Team, das nerdy genug ist, ein Spiel zu entwickeln, das sie selbst gerne spielen wĂŒrden. Space Hulk und Battlefleet Gothic wĂ€ren cool.
Jetzt, wo ich mir den Rant durchlese, fĂŒhle ich mich wie ein alter Sack. Dabei bin ich hier wohl eher noch einer der jĂŒngeren... đ€đ
So schlimm finde ich es nicht,einiges davon wĂŒrde ich auch auf meine Wunschliste setzen.đJetzt, wo ich mir den Rant durchlese
Warum sollte ich mich auch an was hĂ€ngen, von dem ich weiĂ das es nicht von Dauer ist. Das gleich gilt fĂŒr den Fluff auch der ist stĂ€ndig in VerĂ€nderung. Welten, Charaktere, Fraktionen kommen und gehen oder verĂ€ndern sich so sehr, dass die UrsprĂŒnge teils nicht mehr erkennbar sind.
Da wĂŒrde ich dir sehr zustimmen. Selbst im realen Leben kommt lĂ€uft es bei Treffen mit Freunden im GW-Dunstkreis irgendwann auf (angenehme) Diskussionen dazu heraus, wie man gerade zu GW und den neuesten Entwicklungen steht - auch gerne mal bei nem Bier oder Wein. ;-) Da werden dann auch gerne mal die 3. Edition (ich) und die 10. (Kumpel) verglichen. Wobei Vergleich bedeutet dass ich in Nostalgie schwelge wĂ€hrend er die taktischen Möglichkeiten der 10. hervorhebt. :-DSehr spannend finde ich, das es nur wenigen gelingt bei dieser Frage nicht auch die Kritik an GW erneut zu formulieren, obwohl nach dieser gar nicht gefragt wurde.
Ich vermute daher das auch die Kritik irgendwie auch ein Aspekt ist der manche dabei bleiben lĂ€sst. đ€
cya
Auf jeden Fall denn aus der Kritik an einigen Punkten sind spannende Hausregeln entstanden, coole Um/Eigenbauten und man setzt sich hin und baut GelĂ€nde , in der Art welches nicht mehr produziert wird.Ich vermute daher das auch die Kritik irgendwie auch ein Aspekt ist der manche dabei bleiben lĂ€sst. đ€
Aber darum soll es hier gar nicht gehen, auch ist das hier keine Antwort auf den alten Thread sondern die ehrliche Frage was Euch im Hobby bei GW hĂ€lt, weil alles KritikwĂŒrdige fĂŒr eine "KĂŒndigung" offensichtlich nicht reicht.
Und das zu kritisieren, was man schon so lange schĂ€tzt, gehört fĂŒr mich absolut dazu.
WĂŒrde mich das alles nicht tangieren, wĂŒrde ich es nicht fĂŒr mich bewerten und kommentieren, das wĂ€re eigentlich gleichbedeutend damit, dass es mir egal ist.
Aber 40k, das ich seit der 2. Edition mal mehr, mal weniger verfolge, ist mir nicht egal.
Spiele dauern bei uns Stunden, also interessieren mich die Regeln.
Modelle bauen und bemalen nimmt unzÀhlige Stunden in Anspruch, also ist mir die QualitÀt der Modelle nicht egal.
Die seit Jahrzehnten verfolgte Lore von 40k nimmt Unmengen meines GedÀchtnisses ein, also ist sie mir nicht egal.
Du ernstest dafĂŒr ja auch immer mal Gegenwind, wenn du das auf so eine Ebene zu stellen versuchst, weil sich andere Spieler mit ihren echten Anliegen dann nicht ernst genommen fĂŒhlen.Ich vermute daher das auch die Kritik irgendwie auch ein Aspekt ist der manche dabei bleiben lĂ€sst. đ€
Keine Ahnung, wie ich das jetzt verstehen soll.Erstmal mĂŒsstest du hinnehmen, dass einem fĂŒr ein Spielsystem alles davon wichtig sein kann, alles Teil des Systems. Nicht, weil es vermeintlich Konstanten bei speziell 40k wĂ€ren, sondern weil einem alle drei Aspekte eines Systems wichtig sind. Die Regeln hatten ja frĂŒher, als man sich dafĂŒr entschied, auch wirklich lĂ€nger Bestand. Der Fluff war vielleicht sogar das, weswegen man das System cool genug zum Anfangen fand und ihn in seinen GrundzĂŒgen immer noch schĂ€tzt. Also ich tue es zumindest.
Die Miniaturen sind noch am entbehrlichsten: Was mir nicht ideal gefÀllt, finde ich hÀufig von nem anderen Hersteller, kann mir aus anderen Sets und Greenstuff umbauen, und niemand hat damit ein Problem zu haben.
Mit Regeln geht das nicht, es ist ja kein Solo-Spiel. Es braucht eine kritische Dichte an Spielern desselben Regelsystems, damit sich da etwas Spielniveau mit regelmĂ€Ăigen Spielgelegenheiten und mehr als ein âwir lernen die Regelnâ einstellen kann.
Fluff ist der ĂŒbergeordnete Kontext, in dem das Geschehen stattfindet. Er ist wichtig, um sich fĂŒr die Geschichte zu interessieren, sich mit seiner Armee/Fraktion zu identifizieren, um der Miniaturenwahl, deren Umbauten und Farbgestaltung eine Bedeutung zu geben.
Und nun betrachte Folgendes:
Das alles nimmt im eigenen Kopf und der eigenen Biografie erstmal viel Raum ein.
Plötzlich kommt irgendein Heini daher, der (vielleicht unter Zielvorgaben eines spielfernen Managements) Teile davon zum Schlechteren umschreibt. Nicht irgendwie umschreibt, sondern zum Schlechteren. Könnte es besser machen, macht es stattdessen schlechter. (Das sollte jetzt genug Wiederholung sein, um den Unterschied zu betonen.) Das entwertet das gesamte Gebilde in deinem Kopf und deinem Leben ein StĂŒck.
Wir können diskutieren, wie rational das ist, aber ist erstmal so und erzeugt negative Emotionen.
Was machst du damit?
ReiĂleine ziehen und KlospĂŒlung betĂ€tigen, Armeen verbrennen? Vielleicht hat GW einem ja nur erzĂ€hlt, man könnte ja Machtpunkte statt echter Punkte verwenden oder so nen Quatsch.
Ins Internet gehen und Andere fragen, ob sie das auch doof finden? Sounds more like it.
Wir hatten per PN Austausch ĂŒber die Wichtigkeit eines Zusammenhalts von â durch Austausch in â Gemeinschaften, besonders angesichts einer âObrigkeitâ mit anders gelagertem Interesse. Die Obrigkeit ist in diesem Fall GW, und sie hĂ€lt den Platz, den wir den GW-Spielen in unserem Leben eingerĂ€umt haben, Geisel. Nicht uns selbst. Aber Teile von uns.
In jedem Fall liest du dann Kritik im Internet. Oft naturgemÀà auch mit Erörterungen der Frage, wie man sich den jeweiligen Aspekt besser wĂŒnschen wĂŒrde â ist ja nur konsequent, und so unter Nerds ein interessantes Thema, bei dem man sich zudem abgleichen kann, ob man wirklich dasselbe wĂŒnscht oder nur dasselbe kritisiert. Oder ob das, was man sich zu wĂŒnschen glaubt, ĂŒberhaupt geht.
Aus einer ignoranten Sicht dann als âGemeckerâ verunglimpft.
Kritik kann auch positiv sein, oder mit einer gewissen Hoffnung, wenn GW etwas verbessert. Z.B. jetzt zur 11. scheinen ganz interessante GelÀnderegeln in Aussicht zu sein. Kein Gemecker, aber auch eine Form von Kritik.
Was sie aber nicht ist, ist Selbstzweck, wie du es immer mal anzudeuten versuchst:
Du ernstest dafĂŒr ja auch immer mal Gegenwind, wenn du das auf so eine Ebene zu stellen versuchst, weil sich andere Spieler mit ihren echten Anliegen dann nicht ernst genommen fĂŒhlen.
Es ist kein âwir meckern fröhlich vor uns hin, weil wir gern Ossi-Klischees erfĂŒllenâ.
Es geht schon um die Sache.