Lubrechts Krähen im Jahr des Herren 2512, 13. Pflugzeit
Sein Name ist Luther, und er ist in einem kleinen Dorf am Fuße der Middle Mountains am Rande des Schattenwaldes aufgewachsen. Die Dorfbewohner verdienten ihren Lebensunterhalt mit Schweinzucht und dem Fällen der riesen Bäume aus dem Schattenwald, die er, wie sein Vater zuvor, zu einer Sägemühle nahe Hasselhund transportierte. Bis vor zwei Wochen, als das Unglück Einzug in das Dorf hielt, und die ersten Dorfbewohner verschwanden. Zuerst kehrten einzelne Bewohner nicht mehr aus dem Wald zurück, und letzte Woche verschwanden sogar fünf Holzfäller nur ein paar hundert Yards von ihren Häusern entfernt. Man fanden ihre Sägen und Äxte auf dem Waldboden liegen und konnte Blutspuren in der Umgebung entdecken, aber von den Holzfällern oder den Angreifern fanden man auch nach längerem Suchen keine Spur.
Die verbliebenen Bewohner beratschlagten sich, und der Dorfälteste beschloss zusammen mit dem Taal Priester Luther loszuschicken, um Hilfe zu holen, und so traf er noch am späten Abend in einer Kutschenstation zwischen Hasselhund und Heiligen Holz eine abgerissene Söldnertruppe. Die Kleidung der Söldner war zerrissen und teilweise blutig, fasst alle Söldner trugen blutige Verbände, aber soweit er das beurteilen konnte waren ihre vorhandenen Waffen in einer besseren Qualität als ihre allgemeine Verfassung, und was sollte er tun? Luther hatte keine Zeit nach anderen Kämpfern zu suchen und nahm alle seinen Mut zusammen um die Söldner anzusprechen.
Nach einem kurzen Gespräch, konnte Luther sein Glück kaum fassen, die Söldner wollten ihm wirklich helfen, und sie brachen sofort auf.
Auch wenn die Söldner einen heruntergekommenen Eindruck machten, sah es für Luther so aus, als ob sie ihr Handwerk verstehen würden, nur hatten sie in den letzten Tagen kein Glück, wurden anscheinend nicht bezahlt, und konnten nur ihr Leben und ihre Ausrüstung, die sie am Leib trugen retten.
Auf halben Wege musste die Gruppe eine kurze Pause eingelegt, als plötzlich der Nachthimmel durch mehrere Blitze erhellt wurde. Der Donner blieb aber aus und Luther schien zu glauben, dass dieses ungewöhnliches Wetterphänomen in der Nähe seines Heimatorts passiert sein musste und er flehte die Söldner an, dass sie sich beeilen mussten.
Den Rest des Weges kamen sie gut und schnell voran, und als der Morgen graute erreichten sie endlich Luthers Dorf. Ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken. Sie kamen zu spät Die zentralen Gebäude und der Tempel waren niedergebrannt worden. Aus den verkohlten Ruinen stieg nur noch ein wenig Rauch. Alle übrigen Gebäude waren unbeleuchtet und die Türen standen offen oder waren aus den Angeln gerissen worden. Er glaubte ein leichtes Stöhnen hören zu können, ansonsten umgab sie eine unheimliche Stille. Als Luther plötzlich hinter einer Hütte eine Bewegung sehen konnten und auch jetzt erst konnte er einen anderen penetranten Geruch wahrnehmen, ekelhaft süßlich nach Verwesung.
„Verdammt, der wandelnde Tod…“, hörte er einen Söldner hinter sich flüstern.
Hauptmann Lubrecht zog sein Schwert und eine kunstvoll gearbeitete Pistole: „Vorwärts Männer, zerstören wir diese Dinger!“
Mit diesen Worten übernahm er furchtlos die Spitze und seine Handvoll Söldnern folgten ihm vorsichtig.
Luther hielt sich im Hintergrund, er konnte es nicht glauben, wandelnder Tod? Das war doch Alrich, der Taalpriester. Aber etwas war merkwürdig, der Priester bewegte sich langsam und unbeholfen auf die Söldner zu. Hinter Priester Alrich sah er Eugen, früher hatte sie immer Räuber und Nachtwächter gespielt. Eugen schien aber tot zu sein, seine Augen waren trübe und schwarze Leichenflecken zeichneten sich auf seinem Gesicht ab und das Hemd war verklebt mit getrocknetem Blut.
Jetzt trieb ein Windhauch den Verwesungsgestank zu der Söldnertruppe hinüber. Luthers Kehle schnürte sich zu, er merkte wie Galle in ihm Aufstieg, und ein bitterer Geschmack sich in seinem Mund ausbreitet. Nur mit Mühe gelang es ihm sich nicht übergeben zu müssen.
Er konnte seinen Blick nicht von dem Eugen Ding nehmen, zu unwirklich erschien ihm die Situation, als er merkte wie sich ein stahlharter Griff sich in seine Schulter bohrte.
„Junge, Deine Familie, deine Freunde und alle die, die Du kanntest sind wahrscheinlich tot. Du siehst hier nur ihre Hüllen, wiederbelebt durch die verderbte Magie einer diabolischen Kreatur. Du kannst uns helfen diesem Spuk ein Ende zu bereiten, bevor sich diese Seuche über das ganze Land ausbreitet! Wir müssen diese Kreaturen vom Angesicht dieser Welt tilgen! Wenn wir siegreich waren, kann ich versuchen alle deine quälenden Fragen zu beantworten, und jetzt Luther, kämpfe mit uns!“, es war Maximilian Lubrecht, der versuchte Luther Mut zu zureden.
„Für die Krähen!“, brüllte Maximilian Lubrecht.
„Für Lubrechts Krähen!“, brüllten die Söldner aus vollem Hals.
Luther starrte auf Eugen Ding, und war sich nicht sicher, ob er gegen diese Dinger kämpfen konnte, er war allerdings froh, dass er mit zwei einfachen Hämmern bewaffnet war.
Die Leichen taumelten auf sie zu und plötzlich hörte er einen lauten Knall, gehetzt schaute er sich um, und sah gerade noch wie ein Söldner seine explodierte Donnerbüchse wegschmiss und zwei lange Messer zog. Es kam Luther vor, dass dieser Knall das Zeichen für die Söldner zum Angriff war, und er wurde von den Söldnern mitgerissen, und plötzlich fand er sich in der ersten Kampfreihe wieder. Er sah sich einer Kreatur gegenüber, die, so wie es aussah, aus einzelnen Leichenteilen zusammengesetzt worden war. Er sah Karls verwesenden Kopf auf dem Körper einer Frau und die Armen eines Holzfällers. Dieser widerliche Gestank raubte ihm den Atem. Als er einen weitern lauten Knall hinter sich hörte, der ihn zusammenzucken ließ. In diesem Moment explodierte der Kopf von dem Karl Ding und die Kreatur fiel nach hinten über.
„Siehst Du Junge, man kann die Dinger zerstören!“, es war Maximilian Lubrecht, der geschossen hatte.
Weitere Leichen wankten auf sie zu. Er sah sich einem reanimierten Skelett gegenüber. Es schlug mit einem verrosteten Morgenstern nach ihm und funkelte ihn bösartig mit glühenden roten Augenhöhlen an. Glücklicherweise war das Skelett sehr langsam und er konnte ohne große Schwierigkeiten ausweichen. Er schlug mit seinem Hammer zu. Das Skelett werte mit einem uralten verrotteten Schild ab. Das Holz war so morsch, dass sein Hammer im Holz stecken blieb, und der Griff aus seinen Fingern rutschte, als der Skelettkrieger wieder angriff. Der Morgenstern traf Luther an der Schulter, aber die Distanz war zu nah und der Treffer fast unwirksam. Leicht taumelte Luther zu Seite, und schlug in der Seitwärtsbewegung mit dem zweiten Hammer gegen den behelmten Schädel seines Gegners. Der verrostete Helm verbrach unter dem Treffer und der schwere Hammer zertrümmerten die Schläfe und zerbrach den Stirnknochen. Langsam erlosch das rötliche Glühen in den Augenhöhlen und plötzlich fliehen die Knochen auseinander.
Schwer atmend sah Luther wie eine wandelnde Leiche einen Söldner vor ihm zu Boden gerissen hatte, und ihm die Kehle mit seinen Zähnen herausreißen wollte. Der Söldner versuchte vergeblich den verwesenden Körper von sich wegzuschieben. Geistesgegenwertig trat Luther gegen den Kopf den Toten, dabei hörte das Brechen der Halsknochen, aber der Leichnam rappelte sich wieder auf und wankte weiter auf sie zu. Weitere Tote folgten ihm. Luther zog den Söldner auf die Beine, er hatte eine schwere Versetzung am Knie erhalten, und konnte sich alleine nicht auf den Beinen halten. Als plötzliche die Leichen zusammenbrachen, als ob jemand die Fäden einer Marionette abgeschnitten hatte.
Fragend schaute sich Luther um, vorsichtig ließ er den stöhnenden Söldner zu Boden gleiten.
„Der Meister der Toten scheint geflohen zu sein, dann zerreißt das Band.“
Nachdem die Verwundeten ihrer Truppe versorgt worden waren untersuchten die Söldner die Überreste des Dorfes. Die Dorfbewohner schienen alle durch diese Kreaturen getötet worden zu sein. Luther erkannte unten den Toten fast die gesamte Bevölkerung des Dorfes, auch das gesamte Vieh schien getötet worden zu sein, oder war einfach weggelaufen. Außer ein paar Goldstücken, Dolchen, einem Schwert und einem Alrichs Kriegshorn war nichts von Wert zu finden.
Maximilian Lubrecht konnte auch noch genauer Untersuchung nicht in Erfahrung bringen, was für eine diabolische Kreatur die Toten reanimiert hatte. Er schien zwar eine Vermutung zu haben, behielt diese aber erstmal für sich.
Nach Beratung mit seinem Schildträger kamen die Söldner darüber überein, dass es unmöglich war alle sterblichen Überreste ordentlich zu bestatten. Die einzige praktikable Möglichkeit war, die Toten in einer der Holzhütten den Flammen zu übergeben, auch um zu verhindern, dass die Kreatur zurückkehrte, um die Toten wieder zum Leben zu erwecken.
Die Sonne hatte schon lange ihren Zenit überschritten, als diese grausige Arbeit getan war und die Hütte lichterloh brannte.
Maximilian Lubrecht gab Luther kurz vor ihrem Aufbruch mit den Worten ein paar Münzen in die Hand.
„Du hast dich gut geschlagen, und Hölzer meinte, Du hast ihn vor dem sicheren Tod bewahrt. Nicht schlecht für einen Holzfäller. Leider gibt es dein bisheriges Leben nicht mehr, aber du kannst bei den Krähen anheuern.“
Ohne weiter darüber nachzudenken ließ Luther sein bisheriges Leben hinter sich.
Mission: Morrsteinjagd
Lubrechts Krähen konnten den ruhelosen Tod zurückschlagen und zwei Schätze bergen.
Hauptmann Maximilian Lubrecht schaltete eine Vogelscheuche aus und erlernte die Fähigkeit Blitzschnelle Reflexe.
Schildträger Vincent aus Nuln erlernte die Fähigkeit Widerstandsfähig.
Theodorus Hölzer wurde schwer am Bein verwundet und musste seine Bewegung um einen Punkt reduzieren.
Eleonora erlernte die Fähigkeit Schwertkämpfer.
Luther hat überlebt.
Die Krieger erhielten eine zusätzliche Attacke, der Scharfstütze einen Punkt Moralwert und die Schwertkämpfer erhielten eine Punkt Kampfgeschick.
Kampagne: Lure of Fortune – 3 Punkt