Natürlich, sowas kann ich mir doch nicht ausdenken... ist alles so oder so ähnlich passiert...
Persönliches Dataslate: Scout Thraker
Log: 823/MFW//732.064-Beta
Sublevel: Unbekannt
Sektor: Unbekannt
Bruder Veteran Tancred teilte unseren Trupp auf, damit wir unseren Suchradius maximieren konnten.
Bruder Lazus, Bruder Argos und ich folgten unserem Truppführer, die restlichen Mitglieder unseres Trupps wurden durch Bruder Veteran Armun geführt. Unser Truppführer führte uns vorsichtig in die Richtung, in die die Mutanten verschwunden waren. Nach ungefähr einer Stunde Fußmarsch ließen wir die Schlammwüste hinter uns und hatten wieder festen Boden unter den Füßen. Wir standen in einer unwirklichen Kathedrale. Die Kuppel wurde durch gigantische Pfeiler gehalten. Zwischen den Stützen beleuchteten schwache gelbliche Lumen die Umgebung. Die Temperatur war auf unserem Weg aus 336,35 Calvin angestiegen. Die Luft war heiß und es roch nach uralten Schmiermitteln und tödlichen Chemikalien. Die Halle war mit Trümmern übersäht, alte baufällige Ruinen und uralter Industrieschrott säumten unseren Weg.
Plötzlich hörten wir unseren Anführer leise fluchen. Das Übertragungssignal des Servoschädels war ausgefallen, Bruder Veteran Tancred konnte den Schädel noch steuern aber das Videosignal wurde nicht mehr übertragen. Das machte unseren Auftrag nicht wirklich einfacher. Wir durften uns aber dadurch nicht aufhalten lassen. Unsere Anführer ließ den Servoschädel vorsichtig landen und suchte schnell nach der Ursache.
„Gepriesen sei der Omnissiah! Ich kenne die Litanei für die unbrauchbare Sensorübertragung. Allerdings dauert das Gebet und die Ausführung dieser Litanei mindestens vier Stunden. Zeit, die wir jetzt nicht haben! Novize Thraker, sichere unseren Servoschädel und achte gut auf ihn.“
Ohne Sensorensignal auf unseren Dataslates bewegten wir uns noch vorsichtiger zwischen den Ruinen entlang. Nach ein paar Schritten fiel das Gelände wieder ab, und wir mussten wieder durch den rötlichen toxischen Morast waten.
Der Scharfschütze bewegte sich in eine höhere Ebene, um die Umgebung zu überprüfen, und wir blieben in Deckung.
„Position Eins, erkenne vier Kontakte. Es sind die Mutanten. Bewaffnung, schwere Hiebwaffen und schwere automatische Waffen. Schlage taktischen Rückzug und Kons...“, in diesem Moment hörten wir das Bellen einer schweren Waffe. Wir hörten, wie die Schüsse über uns in die Mauerwerkswand einschlugen, und die Wand förmlich explodierte. Trümmer regneten auf uns herab. Dann war es wieder still.
Wir hörten ein Klappern, es hörte sich an, als ob eine Waffe heruntergefallen wäre.
„Position Eins, melden…“; aber wir wussten, bevor wir ein Stöhne in unserem Vox hörten, dass unser Bruder getroffen wurde.
Wir zogen uns zurück, wussten, wann ein Kampf vor uns stand, den wir nicht gewinnen konnten. Bruder Veteran Tancred, drehte sich zu mir.
„Novize Thraker, Bruder Lazus und ich werden die Stellung halten und so gut wie möglich beobachten, lass den Servoschädel hier, suche Bruder Armun und bringe ihn unverzüglich hierher!“, wir mussten uns beeilen und zuschlagen bevor die Mutanten weiterzogen.
Ich versuchte so schnell wie möglich die Reste unseres Trupps zu finden. Ich versuchte es über die Klopfzeichen des Vox. Ich ging den direkten Weg zurück, den wir auf unserer Patrouille genommen hatten, bewegte mich vorsichtig, versuchte mit dem Hintergrund zu verschmelzen, so wie es mir der Meister der Rekruten beigebracht hatte.
Nach ungefähr zwei Standartstunden hatte ich endlich Kontakt.
Ich teilte Bruder Veteran Armun kurz die Situation über das Vox mit, und es dauerte noch ungefähr eine halbe Stunde bis der Veteran und die Reste unseres Trupps zu meiner Position aufgeschlossen hatte.
„Ah, Novize Thraker! Gepriesen sei der unbekannte Primarch, dass Bruder Tancred das Lager gefunden hat. Leider sind die Umstände, wie du erörtert hast, nicht die Besten!“
Erst jetzt erkannte ich im Hintergrund einen weiteren Scout, der mir vor ein paar Sekunden noch nicht aufgefallen war.
„Darf ich vorstellen, das ist Bruder Orlor, ein ehrenwertes Mitglied der 10. Kompanie des Ordens der Blood Angels.“, ich erkannte das der Scout der Blood Angels einen Raketenwerfer trug.
„Wir haben Bruder Orlor in einer Nachbarhalle gefunden. Er ist der letzte Überlebende seines Scouttrupps, er hat schwerverletzt überlebt, als sein Trupp vor 10 Tagen von Ketzermarines angegriffen wurde, die die verderbten Mächte des Verfalls anbeteten. Die Blood Angels waren auf der Suche nach einem schon sehr lange vermissten Scouttrupp ihres Ordens. Aber wir können nachher über unsere Taten im Namen des Imperators sprechen! Jetzt ruft der Kampf meine Brüder! Novize Thraker zeigt uns den Weg!“
Ich übernahm die Vorhut, überrascht, dass sich ein Veteran der 1. Kompanie von mir führen ließ. Wir bewegten uns jetzt schneller, Heimlichkeit mit einer Terminatorrüstung war schier unmöglich.
Den Rückweg schafften wir in der Hälfte der Zeit. Wir trafen Bruder Veteran Tancred an der verabredeten Stellung. Während meines Fortseins hatte unser Anführer die Litaneien für die Vidsensoren durchgeführt, dass eine Sensorübertragung auf die Dataslates wieder möglich war.
Mittlerweile hatte sich die Mission gravierend geändert, die Mutanten hatten unseren verletzten Bruder gefunden und ihn in ihr Lager verschleppt. Aus einer Vernichtungsmission war eine Rettungsmission geworden.
Die beiden Veteranen besprachen die taktischen Parameter für den bevorstehenden Angriff, es wurden das Für und Wider eines frontalen Angriffs oder eines heimtückischen Angriffs diskutiert, wobei sich Bruder Veteran Armun, nach Auswertung der Bilder des Servoschädels, mit einem schnellen und brutalen frontalen Sturmangriff im Stil der ersten Kompanie durchsetzte.
Wir gingen in Stellung, unsere schweren Waffen und unser Scharfschütze versuchten die Gasse vor der Ruine eine Feuerschneise zu legen, um die restlichen Mutanten von dem Lager fern zu halten, damit die beiden Veteranen mit uns Novizen das Lager stürmen konnten.
Wir stapften durch den toxischen Morast und bewegten uns in unsere Angriffsposition. Der schwere Bolter fing an feuern. Ich hörte eine Explosion einer Rakete. Das war das Zeichen, wir stürmten los, bewegten uns schnell auf das Lager der Mutanten zu. Wahrscheinlich wussten alle Bewohner in der Unterstadt, das wir gerade dieses Mutantenlager angriffen.
Bruder Veteran Tancred, rutschte im Schlamm aus, und schlitterte Richtung Lagertor. Schüsse von unserer linken Flanke, ich konnte spüren wie die Salve knapp über mir vorbeiging. Bruder Veteran Armun griff nach unserem Anführer und zog ihn wieder auf die Beine, um mit einer fließenden Bewegung seinen Energiehammer gegen das Tor zu schlagen. Durch den Energieimpuls flog das Tor aus seinen rostigen Angeln. Wir sahen einen weitere Mutantenwache hinter dem Tor stehen. Der riesige Mutant wich reflexartig den Überresten des Tors aus, was seiner riesigen plumpen Gestalt lügen strafte.
„Für den Imperator und den unbekannten Primachen!“, riefen wir und stürmten in das Lager, mein Truppführer an der Spitze, ich folgte ihm auf dem Fuße, und Bruder Veteran Armun knapp hinter uns. Nur Sekundenbruchteile später hörte ich einen Knall hinter mir, und wurde von den Beinen gerissen, Ich wirbelte durch die Luft, sah Rüstungsteile in Rot unter mir, schlug auf meinem Rücken auf, schlitterte durch den Schlamm und riss meinen Truppführer auf den Boden. Plötzlich war mir klar, dass Bruder Veteran Armun in dem glitschigen Schlamm ausgerutscht war, und uns beide dadurch zu Boden gerissen hatte.
Meine Augen brannten durch den Schlamm, ich sah nach oben, über mir stand ein teuflisch grinsender völlig entstellter Mutant mit einer grob geschliffenen Metallklinge. Vor ihm lagen in einem Knäul aus Körpern wir drei, und das schlachten begann. Schmerzen schossen durch meinen Körper bevor mir schwarz vor Augen wurde. (Anmerkung des Schreibers: Bei Angriff im toxischen Schlamm wurden für alle drei Marines eine 1 geworfen. Missionsende!)
Ich hörte Geräusche, bewegte vorsichtig mein Finger und meine Zehen. Ich lag auf dem Rücken, mein Brustkorb schmerzte, Kopfschmerzen hämmerten unter meiner Schädeldecke.
Plötzlich hörte ich die Stimme meines Bruder Veteran Tancred. Ich schlug die Augen auf, sah meine Umgebung etwas verschwommen.
„Was ist passiert?“, ich merkte das die Haut auf meinem Gesicht sehr spannte. Ich berührte mein Gesicht und spürte eine Schorfkruste, ich spürte eine tiefe Narbe quer über mein Gesicht verlaufen.
„Heute ist ein schwerer Tag für unseren Orden! Zwei Veteranen, Helden vieler Kämpfe und Schlachten sind Heim zu ihrem Vater gegangen und sitzen jetzt an seiner Seite.“
Von Bruder Lazus hörte ich was passiert war. Bruder Veteran Armun war im Schlamm ausgerutscht und riss unseren Truppführer und mich zu Boden. Durch unseren Schwung rutschen wir durch den Schlamm in die Richtung des Mutanten. Bruder Veteran Armun versuchte mit seiner Terminatorrüstung unseren Truppführer und mich gegen die Schläge des Mutanten abzuschirmen. Er hat schwere Treffer einstecken müssen, seine Rüstung und sein Körper wurden durch den Mutanten völlig zerfetzt. Wahrscheinlich hat der Mutant nicht erkannt, dass wir beide überlebt hatten und deswegen von uns abgelassen. Wir dankten unserem verstorbenen Bruder unser Leben, und dass wir den Kampf weiter im Namen unseres Vaters führen können, um die Feinde der Menschheit zu töten, nur darauf kam es an.
Bruder Argos hatte die Gefangenschaft auch nicht überlebt. Meine Brüder fanden seinen kopflosen Leichnam ausgeweidet in einer Ecke des zerfallenen Gebäudes liegen.
Wir verbrachten noch ein paar Stunden in dieser Stellung verbannten die sterblichen Überreste unserer getöteten Brüder. Bruder Veteran Trancred besprach sich leise mit Bruder Orlor der Blood Angels. Jeder hing seinen Gedanken nach und ging das Debakel im Geist durch, um zu lernen was das nächste Mal optimiert werden musste. Bevor wir am nächsten Morgen aufbrachen, rief uns unser Truppführer zu sich.
„Novize Thraker und Novize Davian, Ihr habt Euch würdig erwiesen das Symbol unseres Orden auf der Schulter zu tragen. Jetzt seid Ihr gleiche unter gleichen, Bruder!“, damit reichte mir Bruder Trancred die Hand.