Die kleine Gruppe schritt auf die alten Gewölbe zu in denen die Drachen ruhten. Zwei junge Drachenprinzen hielten Wache am großen Tor welches in die Gewölbe hineinführte.
Als sie erkannten wer auf sie zuschritt neigten sie respektvoll die Köpfe und öffneten dabei das Tor zum Gewölbe.
Am Eingang blieben Kasaldar und seine Begleiter stehen.
„Ferelil schreite du nun voran zu Rembra“
Ferelil schaute von Kasaldar verunsichert zu Eldaron der nickte ihr aufmunternd zu. Langsam schritt sie aus der Reihe heraus auf den schlafenden roten Drachen zu. Ihr Herz pochte mit jedem Schritt, den sie näher an den Drachen heran schritt, heftiger in ihrer Brust.
Als sie vor dem Roten Drachen ankam blieb sie nur eine Armlänge vor seinem Kopf stehen.
„Ehrwürdiger Rembra, ich Ferelil rufe dich um unsere beiden Völker zu Verteidigen vor dem Chaos und der Vernichtung. Ich frage dich erhörst du meinen Ruf?“
Ihre Stimme hallte kraftvoll durch die Gewölbe. Kein laut, außer dem schnaufen der schlafenden Drachen, war zu hören. Alle Anwesenden waren auf eine Reaktion gespannt. Die Minuten vergingen ohne dass eine Antwort kam. Eldaron trat vorsichtig von hinten an die junge Elfe heran. Er hatte sich geirrt. Rembra war wohl nicht am erwachen, oder zumindest hat Ferelil nicht die Macht den alten Drachen zu erwecken.
Doch als er keine zwei Schritte von ihr entfernt war, schlugen die gelben Augen des Alten Drachen auf und schauten fest in die strahlend blauen Augen der Elfe.
„Ferelil ich habe deinen Ruf vernommen. Ich habe ihn schon vernommen als du das erste mal dieses Gewölbe betreten hast. Ja ich werde mit dir in den Krieg ziehen. Ich werde auch mit dir im Frieden sein. Den du allein besitzt die Stärke welche ich suche um mich erwachen zu lassen. Kein Drachenkrieger hier hat die Macht die du dein eigen nennst.“
Die Stimme des alten Drachen hallte durch die Köpfe aller Anwesenden. Die Drachenprinzen kannten diese Art der Verständigung mit den Drachen, doch Ferelil zuckte zusammen und suchte woher diese Stimme in ihrem Kopf kam. Sie war schon im Begriff einen Schutzzauber um ihren Geist zu legen, da sie den Angriff eines Dämons fürchtete als die Stimme erneut sprach.
„Nein Ferelil kein Dämon greift nach deinem Verstand oder deiner Seele. Ich spreche zu dir. Sei ohne Furcht junge Drachenmagierin“
Nun verstand Ferelil woher die stimme kam. Dies war Rembra. Er konnte direkt zu ihren Gedanken sprechen. Sie verspürte keine Furcht mehr vor einem Angriff des Warp.
Eldaron stand nun hinter ihr. „Hast du verstanden wie wir mit den Drachen reden, Schülerin?“ fragte dieser nur ganz ruhig und ohne hast.
„Ja Prinz Eldaron ich habe es verstanden auch wenn es mich erst ein wenig verunsicherte und mich ängstigte, so habe ich in wenigen Augenblicken begriffen das mich ein Freund begrüßt und ich überhaupt keine Angst haben muss.“
Sie drehte sich zu ihm herum. In ihren Augen stand das Feuer der Drachenkrieger. „sagt mir Prinz Eldaron wann beginnt mein Unterricht bei euch?“
„Er hat schon begonnen. Ihr beginnt zu begreifen wie wir Drachenreiter denken und handeln. Doch lasst euch nicht vom Feuer der Begeisterung verzehren. Lernt eure Leidenschaft zu zügeln. Leidenschaft ist ein Faktor von vielen der die Reiter ausmacht. Mut, Stärke, Ehre, Tapferkeit und Demut sind die anderen Eigenschaften die ich euch Lehren werden. Doch das Fliegen“ „das werde ich euch alleine Lehrern Reiterin“ beendete Rembra den Satz für Eldaron. Dieser verneigte sich nur vor dem Drachen.
„Die Zeit des Erwachens ist nun angebrochen. Brüder der Phönixkönig ruft zu den Waffen um unser Volk vor der Vernichtung und der Versklavung zu retten. Ich frage euch nun wird Caledor diesem Ruf erneut Folge leisten und sich zwischen Ulthuan und seine Feinde stellen?“ rief Kasaldar in die Gewölbe hinein. Sein Inbrunst und seine Stärke waren in jedem Wort deutlich zu vernehmen.
„Für Land und Ehre“ schallte die Antwort der Drachenreiter einstimmig ihm entgegen. Auch Ferelil stimmte mit ein.
„Und für Ulthuan unsere Heimat“ rief es ihn den Köpfen aller Reiter. Die Drachen waren erwacht und antworteten dem Ruf zu den Waffen.
Ferelil lag im Schmutz. Ihre Weiße Robe war komplett mit Staub bedeckt. Ihre Arme fingen an zu schmerzen von der langen andauernden Übung mit dem Schwert und Schild.
Und das obwohl mir die Klinge und der Schild am Anfang so leicht vorkamen, dachte sie etwas ironisch.
„Steh auf Ferelil, wir sind noch nicht fertig mit der Übung“ sprach Eldaron ruhig zu ihr. Er stand in seiner Weiß schimmernden Rüstung über ihr. Seine Klinge hielt er locker an der Seite und sein Schild hing ihm leicht über den Rücken.
Ferelil stand unter Protest ihrer Muskeln erneut auf und nahm ihre Kampfhaltung ein. Ihr Schild stand leicht vor ihrem Brustkorb das Schwert lag auf dem oberen Rand des Schildes, bereit zur sofortigen Verteidigung.
„Sprich einen Zauber gegen mich Schülerin“ befahl ihr Meister ihr mit einem ernsten Gesichtsausdruck.
„Aber Meister ihr seid kein Magier ich könnte euch verletzten“ antwortete Ferelil entsetzt.
„Mach was ich dir sage Schülerin, ich weiß was ich verlange.“
Die junge Magierin fing an einen leichten Eiszauber zu weben und murmelte dabei ein paar Worte der Magie, doch bevor sie den Zauber vollenden konnte merkte sie das er ihr nicht gelingen würde.
Das Schild behinderte ihren Arm den sie brauchte um den Zauber zu vollenden.
Geschockt blickte sie zu Eldaron. „Meister ich kann nicht zaubern. Was soll ich tun, ich wurde in der Magie Ausgebildet und nicht zur reinen Kriegerin.“
„Nun junge Schülerin dies hab ich erwartet. Aber noch sind wir nicht soweit damit wir uns darum kümmern können. Erst musst du die Grundkenntnisse des Schwertkampfes beherrschen. Wirk einen dich stärkenden Zauber.“
Wieder fing sie an einen Zauber zu weben. Mit einem leichten Schwung ihres Schwertes vollendete sie den Zauber. Ihr Schwert glühte rot auf. Sie hob das Schwert hoch und betrachtet die Wirkung ihres Zaubers.
Sie fing an einen Stärkungszauber zu wirken. Auch dieser Gelang ihr ohne Probleme. Sie fühlte sofort wie die neue Energie des Zaubers durch ihren Körper strömte, die Müdigkeit von ihren Muskeln nahm, und ihr der Schild und das Schwert nicht mehr so schwer vorkamen wie vor wenigen Momenten.
„Greif an“ befahl ihr Eldaron und nahm eine Verteidigungsposition ein.
Mit ihren wieder erfrischten Kräften ging sie in den Angriff über. Die Flammende Klinge hob sie über ihren Kopf und ließ sie niederfahren. Der schlag zielte auf rechte Schulter des Prinzen. Sein Schild hob sich in die Höhe. Um den Schlag abzufangen. Er wollte gerade mit seiner Klinge zum Gegenangriff ansetzten als er merkte das Ferelil die Richtung ihres Schwertes änderte. Doch es war zu spät als das er noch reagieren konnte. Die Klingen krachten aufeinander, das mit magischen Flammen verstärkte Schwert der jungen Zauberin gegen das Eisschwert des Drachenprinzen. Von dieser Bewegung und der Kraft in diesem Streich überrascht verlor der Prinz den Griff seines Schwertes aus der Hand.
Ferelil hob ihre Klinge in Höhe des Herzes ihres Meisters.
„Nun habe ich euch besiegt“ sprach sie leise, aber vernehmlich.
„Ein wahres Wort von euch. Habt ihr gespürt welche Kraft euer Zauber in dieser einfachen Klinge hatte?“
Ferelil sah kurz auf ihre Klinge, welche noch immer rot glühte von ihrem Zauber.
Eldaron hatte recht, der Zauber den sie in ihre Klinge sprach war viel kraftvoller als sie es in Hoeth jemals zustande gebracht.
Ihre Feststellung teilte sie ihrem Meister mit.
„Das wundert mich nicht. Du bist eine Drachenreiterin geworden. Ein jeder Drachenreiter verfügt über Magische Kräfte welche sich in der Farbe seines Drachen spiegeln. Ich beherrsche einige Eiszauber hervorragend, was daran liegt das Ithil einer der Eisdrachen ist. Du aber bist eine ausgebildete Magierin aller acht Winde und der hohen und reinen Weißen Magie. Deine Herrschaft über die Winde der Feuermagie haben sich seit deiner Vereinigung mit Rembra gesteigert. Deine Feuerzauber haben nun mehr Macht als du es dir vor kurzem noch vorstellen konntest. Nutze diese Macht aber weiße und nicht unüberlegt.“
Eldaron schritt zu seinem Schwert hob es auf und steckte es in seine verzierte Schwertscheide. Ferelil löste ihren Zauber um das Schwert auf und steckte ihre gebogene Klinge auf in die Schwertscheide.
„Ihr habt eure Übung beendet junge Reiterin“ Rembra flog einen Kreis über den beiden Elfen und setzte zur Landung an.
„Das hat sie. Wollt ihr sie nun ihren ersten Flug erleben lassen?“ Eldaron sprach direkt zu Rembra.
„Wenn es euch nicht stört Prinz Eldaron. Wir werden morgen wieder hier sein. Viel Zeit bleibt uns nicht mehr, der Krieg naht unmittelbar.“
Eldaron nickte dem Drachen zu und entließ mit einer Handbewegung seine Schülerin.
Ferelil schritt auf Rembra zu streifte mit ihrer zarten Hand über seinen Kopf und blieb zwei Schritte hinter dem Kopf stehen wo ein prachtvoller sattel umgeschnallt war.
„Steig auf und wir erobern die Lüfte für uns“
Der Flug war für Ferelil unbeschreiblich. Der ruhige gleichmäßige schlag von den Flügeln ließ sie unsicher und verkrampft im Sattel sitzen. Der kalte Wind der sie umfing ließ sie frösteln. Sie schalt sich einen Dummkopf keine wärmende Kleidung angelegt zu haben. Rembra spürte ihren Ärger über sich selbst.
„Wirk einen Zauber der dich vor dem Wind schützt kleine Magierin“ das folgende lachen des Drachen klang grollend, fast beängstigend wenn sie seine reine Freude nicht gespürt hätte. Natürlich das war das einfachste. Sie ist immer noch eine Magierin.
„Verzeih das ich nicht selbst darauf kam, aber dies ist alles so neu für mich.“ Kam es schüchtern von der jungen Zauberin. „Brauchst du eine kurze Pause von dem Flug? Du wirkst sehr verkrampft. Ich möchte mich selbst nicht mit einem Pferd vergleichen aber das reiten unserer beiden Völker ist sich sehr ähnlich. Vielleicht hilft dir das weiter.“ sprach sie der Drache erneut an. Kaum hatte sie seine Worte verstanden begriff sie was der ehrwürdige Drache meinte. Augenblicklich saß sie entspannter im Sattel. Der Flug wurde angenehmer und sie fing an es zu genießen.
Die Landschaft sah einfach umwerfend aus der Höhe aus. Die Berge die ihr so Hoch und unbezwingbar erschienen wirkten nun klein, aber immer noch unbeschreiblich schön mit ihren weißen Krone die sie auf den Spitzen.
Langsam wurden die Berge immer flacher und gingen in Wälder und Felder über. Überall standen die Früchte in voller Blüte und unter der Magierin wechselten sich die verschiedenen Farbenspiele immer mehr ab. Vereinzelt erschienen auch Dörfer der Elfen unter ihr.
„Mein lieber Freund lass uns landen, ich bekomme langsam Hunger und wäre um eine kleine Mahlzeit nicht verlegen“ „Wenn dies der Wunsch des Reiters ist werde ich ihn dir gewähren aber erst an der Küste, den es ist nicht mehr sehr weit“ Sie nickte und wusste das ihr Drache es spürte.
Nach einer kurzen Zeit landet die beiden unter lautem Jubel der versammelten Elfen in einem kleinen Fischerdorf am Meer. Es war ein kleines überschaubares Dorf mit ein paar kleinen Stegen für die Fischerboote und einem großem Steg an dem eines der Adlerschiffe der Königlichen Flotte angelegt hat.
Unter den Bewohnern des Dorfes waren auch die tapferen Seegardisten des Adlerschiffes und bestaunten den Drachen in seinem langsamen Anflug. Jeder Elf auf dem Platz wartete gespannt darauf welcher Drachenreiter von dem roten Drachen steigen würde und welche Kunde er brachte.
Die dünnen Flügel von Rembra ließen das Licht unter ihm rötlich erscheinen. Er tauchte damit viele der Anwesenden in einen roten Schatten. Die Landung war sanft. Seine Hinterbeine setzte er ruhig auf den ebenen, festen Untergrund auf wobei er mit seinem gezackten Schwanz darauf achtete niemanden der versammelten Elfen zu verletzen, den dies hätte schlimme Verletzungen gegeben.
Auf seinen Hinterbeinen stehend legte er langsam seine Flügel an und ließ sich auf die Vorderbeine gleiten. Das Sonnenlicht brach sich auf all seinen roten Schuppen die seinen massigen Körper bedeckte. Langsam erkannten die Menschen auch den Reiter des Drachen. Ein erstauntes Raunen ging durch die Menge.
„Ich werde angestarrt, warum nur?“ flüstere Ferelil in Gedanken Rembra zu. „ Unsere Verbindung hat es seit den Tagen Aenarions nicht mehr gegeben. Seit Ewigkeiten ritt keine Frau mehr einen Drachen, geschweige denn eine Magierin. Sei unbesorgt, es ist nur eine neue Erfahrung für die Elfen.“ Diese Worte beruhigten sie. Langsam glitt sie vom Rücken des mächtigen Drachens hinab.
Ein kleines Elfenkind löste sich aus der staunenden und schweigenden Menge heraus und kam direkt auf sie zugeschritten.
Der junge hatte tief schwarzes Haar und den unbeschwerten Gang eines Kindes. Er reichte ihr kaum bis zur Brust. Als die beiden nur noch zwei Schritte getrennt waren blieb das Kind abrupt stehen und schaute sie aus seinen dunklen Augen aus an.
Es erhob seinen Finger und deutete auf Ferelil. „Ihr seid kein Drachenreiter“ sagte das Kind völlig unbekümmert. Ein leises murmeln des Erstaunens g ging durch die Menge. „Du hast viel Mut im Herzen kleiner Mann, solch eine Behauptung über einen Drachenreiter in der Gegenwart seines Drachen zu offenbaren.“ Die Stimme des Drachen klang ruhig in den Köpfen aller Elfen. Die meisten Elfen zuckten zusammen als sie die Stimme des Drachen in ihrem Kopf hörten.
Eine junge Elfenfrau trat aus dem Kreis in die Mitte, ihr Blick verriet ihren Zorn. „Ruskor was fällt dir ein so frech zu einem solch ehrwürdigen Gast zu sein!“ Den Zorn seiner Mutter schien ihn nicht zu beeindrucken genauso wenig wie der Blick aus den Augen des Drachen.
„Verzeiht meinem Sohn Herrin, er ist noch jung und hat die Regeln der Höflichkeit und den Respekt eurer Person gegenüber vergessen“ die Mutter des Jungen sprach leise ihre Scham über die Frechheit ihres Kindes waren ihr deutlich anzumerken.
„Seid unbesorgt ich fühle mich nicht angegriffen“ kam die ruhige Antwort von Ferelil.
Sie ging in die Hocke um mit Ruskor auf Augenhöhe zu sein.
„Mein Drache hat recht mit seinen Worten. Du bist ein mutiger kleiner Mann. Aber ich kann dir versichern ich bin wirklich eine Drachenreiterin. Zwar die erste seit sehr vielen Jahren, aber eine vollwertige Drachenreiterin.“ „Nein das seit ihr nicht“ sprudelte es dem kleinen Elfen aus dem Mund;“ ihr habt keine Drachenrüstung an. Jeder Drachenreiter hat einen Drachenpanzen und ihr nicht. Aus diesem Grund könnt ihr kein Drachenreiter sein!“
Ferelil musste lächeln. Das Lächeln in ihrem Gesicht wurde immer breiter bis sie in ein Glockenhelles lachen ausartete. Die Elfen um sie herum schauten betrübt zu Boden.
„Eine gute Beobachtung hast du kleiner Mann,“ sie legte dem jungem Elfen die Hand auf den Kopf,“ ich trage keinen Drachenpanzer wie die anderen Ritter, weil ich nicht bin wie die anderen Ritter. Ich bin kein Krieger wie sie aber trotzdem gehöre ich zu ihrem Orden. Ich bin eine Drachenmagerin mein kleiner mutiger Ruskor“
Ferelil erhob sich und schaute in die Menge. Die Elfen schienen noch immer nicht zu wissen wie sie mit der Situation umgehen sollten.
„Könnten wir eine kleine Stärkung haben solange wir hier sind? fragte Rembra die versammelten Elfen.