Eher umgekehrt. Im Falle von Turnierregeln hat man die geringste Spannbreite an möglichen Spielen, die man spielen kann, den wenigsten Spielraum für "abgedrehte Sachen".
Der Sinn dahinter ist es ja gerade, Leuten Grenzen zu setzen, denen die intellektuelle und emotionale Reife für den verantwortungsvollen Umgang mit Freiräumen auch mit Rücksicht auf Mitspieler eben noch fehlt. Enger gezogene Armeebegrenzungen für Matched Play sind da in etwa das Äquivalent von Kinderschutzklappen für Steckdosen und detaillierte Punktkosten das Äquivalent zu Stützrädern am Kinderfahrrad.
Sie helfen Leuten, die noch nicht ohne Können, in der Spur zu bleiben und verhindern deren Zugriff auf potentere, aber auch potentiell (für den Spielspaß) gefährlichere Spielelemente.
Wer dann irgendwann vom Kinderfahrrad mit Stützen des Matched Play auf das Rennrad des Narrative Play oder die 500 PS Kawasaki des Open Play umsteigt hat, natürlich exponentiell mehr Möglichkeiten, Spiele zu spielen, die in den restriktiveren Spielvarianten unmöglich sind.
Gleichzeitig fehlt aber eben auch der "wachsame Papa" des Spieldesigners, der einen mit engen Regelvorgaben davor bewahrt, Blödsinn zu bauen. Wer sich mit der 500 PS Open Play-Variante wie ein Trottel verhält und nur an sich selbst denkt, der kann sich und anderen den Tag sehr viel deutlicher vermiesen, als ein Spieler im engen Korsett des Matched-Play, indem Mitspieler und andere Hobbyisten vor den negativen Ausfällen der eher unverantwortlichen Spieler, die ihren Sieg und Spaß über das gemeinsame Spielerlebnis stellen, sehr viel stärker geschützt werden (wenn auch nie zu 100%)