Beständigkeit von Kunststoff-Miniaturen

Pahuax

Erwählter
23. Februar 2019
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Da mir beim Organisieren der noch originalverpackten Teile meiner Sammlung die entsprechende Frage kam, würde mich interessieren, was ihr (möglicherweise als Chemikerinnen/Chemiker) dazu wisst bzw. welche Erfahrungen ihr gemacht habt: Wie widerstandsfähig sind Kunststoff-Miniaturen denn gegen Verformungen oder Spröde-werden und welche Einflüsse, insbesondere etwa die Temperatur, würden solche Prozesse ggf. begünstigen.

Bei Resin-Miniaturen hatte ich schon Geschichten gehört von Verformungen bei heißen Sommertagen, aber wie sieht es denn bei klassischen "Hartplastik-Gussrahmen"-Miniaturen aus?
 
Kann sich da nicht irgendwie Weichmacher verflüchtigen?
Das kommt drauf an, wie die das herstellen. Wenn GW Energie sparen will und die überhaupt einsetzt, könnte das passieren. Aber Polystyrol ist beispielsweise einfach ein Thermoplast. Den machst du warm und spritzt ihn in die Form (Gussrahmen).
 
Ich meine mich dunkel zu erinnern, dass dieses Thema schon zweimal vorkam:
-Einmal, als es um die "Zinnpest" ging (über Such-Funktion zu finden) und dann
-als irgend jemand mEn "Zersetzungsspuren" an seinen Plastik-Minis im Keller hatte?! KEINE Ahnung, wie man diesen thread finden soll...

Auch der Dachboden, auf dem es im Sommer sicher 35 Grad heiß werden kann, während es im Winter 16 oder 17 Grad sind?
Ne, das ist sicher nicht optimal, aber diese Schwankungen kommen ja nicht innerhalb von einem Tag über die Minis, sondern das geht eher langsam vor sich im Lauf der Jahreszeiten.
Trocken, im Keller, kein UV-Licht, gut verpackt, da bin ich ganz bei @Haakon. Ich wüsste da auch nicht, was die "normalen" Minis und selbst Resin unter diesen Bedingungen verformen könnte.
 
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Na ja, was fällt denn unter "schwankende Temperaturen"? Auch der Dachboden, auf dem es im Sommer sicher 35 Grad heiß werden kann, während es im Winter 16 oder 17 Grad sind? 🤔
Um den würde ich mir weniger sorgen machen. Vielleicht Jahrzehnte im Auto und bisschen Frost.

Beim Rest bin ich Schreibtischtäter. Werkstoffkunde war nicht in meinem Studium drin. Google sagt, die Dinger sind vermutlich aus Polystyrol, wie fast alles coole Zeug.

Polystyrol hat keine funktionellen Gruppen, also läuft die ganze Magie über den Polymerisationsgrad. Also wie lang diese Ketten sind, bzw aus wie vielen Monomeren sie bestehen.

Zusammengehalten werden die durch zwischenmolekulare Wechselwirkungen. Hitze bricht die auf, weil sich die Moleküle schneller bewegen. Kennen wir von anderen langen Molekülen, den Fetten in der Butter in der Pfanne. Theoretisch also warm machen, Gießen, fertig.

Wenn man nun Energie einsparen möchte wären Weichmacher möglich. Die müssen flüchtig sein, damit sie sich erst zwischen die Moleküle schieben und nachher ausdampfen. Wenn ich generell aber weicheres Plastik haben möchte, könnte man auch am Polymerisationsgrad drehen.
 
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Glaub da gibt es kaum Probleme.
Meine ältesten Plastik Citadelmins sind die originalen Hero Quest Minis und die WHFB Skelette+Streitwägen und Reiter aus der 4.Edi.
Einige stehen von Anfang an in der Vitrine (die sich meine Frau ausgesucht hat) und haben auch 6 Jahre Ofenheizung mitgemacht,da bröselt bisher noch nichts beim Saubermachen oder Spielen.🤔🤷
...uups fast die RT Minis vergessen, die leben auch noch.😁
 
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Ich werde später meine Frau fragen die kennt sich damit aus. Meiner Empirie folgend würde ich sagen, da muss man sich keine Sorgen machen. Deine Lebenszeit werden die Dinger locker durchhalten bzw. deutlich überschreiten, sofern Du sie nicht ungeschützt den Umwelteinflüssen aussetzt.

Ne Plastiktüte übersteht entspannt 50+ Jahre im Meer (Salz, mechanische Beanspruchung etc.) da hat ein Gussrahmen in der Box im Keller definitiv die besseren Haltungsbedingungen.

cya
 
Gerade mit meiner Frau gesprochen. Polystyrol gehört zu den hochwertigen Kunststoffen in denen Weichmacher abhänging von der Nutzung enthalten sind. Er wird in Lifetime Anwendungen verwendet. Damit ist nicht die Lifetime des Produkts sondern des Nutzers gemeint.

Unser Minipolystyrol enthält Weichmacher die über die Zeit heraus diffundieren. Hitze begünstigt diesen Prozess. Das macht das Material spröder.

Du kannst davon ausgehen, dass ein Gussrahmen 50 bis 60 Jahre (bei Raumtemperatur) altern kann bevor Du erste Veränderungen bemerkst. Mit merken meine ich jetzt Verfärbungen und evtl. eine mattere Oberfläche als bei Neuware.

Fazit. Unsere Gussrahmen werden uns überleben und vermutlich im Feuer landen, wenn die Hütten nach unserem Tod ausgeräumt werden.

cya
 
Weichmacher geben dem Stoff in dem sie sind Elastizität. Diffundiert der Weichmacher verliert der Stoff seine Elastizität und bricht leichter bei Verformung. Das kann zum abplatzen von Farbe führen wenn die Mini einen Stoß erhält (vom Tisch fällt etc).

Schimmel auf bemalten Minis dürfte eher was mit den Umweltbedingungen zu tun haben. Wenn die Sporen auf den Minis leben können, tun sie das. Aber das ist vermutlich eher ne Frage für die Biologen. Normalerweise sind in Farbe Biozide die das, bei noch zu nutzender Farbe, verhindern sollen.

cya
 
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Ich kann von 40 Jahren alten Revel-Modellbausätzen berichten, dass diese extrem sprödbrüchig werden, sodas das Herauslösen aus den Gussrahmen schon ein Abenteuer sein kann. Diese lassen sich aber immer noch kleben und bemalen. Aber die Gefahr, dass heausstehende Teile abbrechen ist immens. Und die Stücke waren die ganze Zeit im Karton und teils auch noch in der orginalen Folienverpackung.
 
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Revell ist nicht mit unseren Minis vergleichbar. Der Kunststoff von denen war schon damals deutlich härter und spröder als der der Minis die ich vor 25+ Jahren von GW gekauft habe (also weniger Weichmacher drin). Bei den sehr dünnen Wandstärken (im Vergleich) von Revell kann das richtig was ausmachen.

Allerdings hat GW im Laufe der Zeit die Mischung für die Minis verändert, das was die heute nutzen hat nicht mehr viel mit dem zu tun was vor 30 Jahren benutzt wurde. Ich hab unten zwei Serpents von 97 oder 98 liegen. Die sind so wie sie waren als ich sie ausgepackt habe, aber eben deutlich "unflexibler" als die neuen Bausätze. Ich hab auch nen ca. 50 Jahre alten AMT Bausatz hier rumliegen, das Zeug ist super hart aber zum brechen muss man sich schon anstrengen.

cya