The Scouring: Erwartungen, Wünsche, Prognosen

Der_kleine_Schmuseflunken

Aushilfspinsler
09. Juli 2025
40
74
28
Nachdem die BL nun offiziell angekündigt hat, das es mit "The Scouring" quasi nahtlos nach der Horus Heresy weiter geht, ist das doch ein toller Anlass um sich schonmal etwas auszutauschen.

Ich habe mal Informationen zu dieser noch recht unerfortschten Epoche zusammengetragen, ebenso wie meine Einschätzung zu dem ganzen.

The Scouring: Chancen, Potenziale, Fallstricke.

Die Zeit nach der Horus Heresy, auch als "The Scouring", ins Deutsche eventuell passend mit einer Mischung aus Schleifung und Durchsuchung zu übersetzen, beschreibt die Epoche im Anschluss an die Belagerung von Terra. Das völlig zerrüttete Imperium beginnt sich langsam zu konsolidieren, während die überlebenden der Verräterlegionen ins Auge des Schreckens und den Mahlstrom getrieben werden.
Innenpolitisch finde im Imperium derweil massive Umwälzungen statt. Guilliman wird als Regent eingesetzt, der Senat zu Terra beginnt sicht als realer Machtfaktor zu etablieren und die bürokratischen Strukturen des heutigen 40K Universums entstehen und beginnen das Universum in seinen Würgegriff zu nehmen. Der Imperiale Kult beginnt an Einfluss zu gewinnen, die Inquisition entsteht und beginnt die eigene Bevölkerung zu terrorisieren. Die überlebenden Primarchen und die Legionen müssen sich mit dem Misstrauen auseinander setzen, das nun ihnen gegenüber entstanden ist und unter den nun herrschenden Bedingungen nach einem neuen Sinn und Selbstverständnis suchen.
All das, während die einfachen Mensche zutiefst traumatisiert sind, durch die Ereignisse der Heresie.

Für mich bietet das Setting große Chancden, aber auch Fallstricke. Das große Problem das ich sehe ist, dass es sich bei der scouring Epoche, anders als bei der HH, um einen wahnsinnig langen und nicht näher definierten Zeitraum handelt. Es gibt keinen festgelegten Zeitpunkt, ab wann diese Epoche als abgeschlossen gilt. In jedem Fall zog sie sich über Jahrhunderte. Das macht es schwierig kohärente und zusammenhände Geschichten zu erzählen und von Primarche und sehr robusten und glücklichen Marines abgesehen, wird es schwer sein Figuren zu etablieren die einen über die komplette Zeit begleiten können.
Der nächste Punkt ist, das the Scouring eher eine Ansammlung von einzelnen Ereignissen und Konflikten ist, die nicht in einem größeren, organisierten Zusammenhang zueinander stehen. Es fehlt der narrative Bogen, der diese Geschichte vom Startpunkt bis zum Endpunkt begleitet. Es gibt eigentlich auch kein bekanntes Finale oder irgendein klamiaktisches Fanal, auf dass diese Serie zusteuern könnte. Zumindest bisher nicht. Das kann sich GW natürlich alles ausdenken.

Im letztgenannten Punkt sehe ich aber auch eine der Chancen der Serie. Anders als in der HH sind nicht alle Ereignisse und Stationen vorgeschrieben. So toll wie die HH war, wusste man am Ende aber auch immer größtenteils was passieren wird. Die Informationslücken zu dieser Zeit, sind die Leinwände, auf die die BL tolle Geschichten projezieren kann.
Die zweite Chance ist, ähnlich wie bei der HH, das wir die Möglichkeit haben Geheimnisse zu lüften und bei legendären Ereignissen mit dabei sein zu dürfen. Was ist eigentlich wirklich auf Caliban geschehen bei der Rückkehr der Löwen? Wie sah der Kampf im iron cage tatsächlich aus? Welche Entwicklung machen die Primarchen nach der HH durch? Wie ergeht es Figuren die wir vorher schon kennen gelernt haben und die Terra überlebt haben? Das muss alles nicht gut und spannend werden, es hat aber großes Potenzial dazu!

Was wissen wir bisher über The Scouring?

Die Wahrheit ist, bis auf einige Eckdaten und Begriffe nicht allzuviel. Sie beginnt nach der Heresy und endet an einem nicht näher definierten Zeitpunkt. Unglücklicherweise wurden einige der bekannteren Ereignisse jedoch schon in der HH Buchreihe abgehandelt oder in anderen Werken. Ich liste trotzdem mal auf, was uns wahrscheinlich erwarten wird oder erwarten könnte.

1. First and foremost (und scheinbar auch zentraler Bestandteil des ersten Buches) die Inthronisierung von Guilliman und seine Reformen, inklusive die Schaffung des Codex Astartes und das Aufbrechen der Astartes Legionen, inklusive der Auseiandersetzungen mit Rogal Dorn und den anderen Primarchen die darüber nicht sonderlich glücklich waren.
Einhergehend damit, die zweite und dritte Gründung der Space Marine Orden.

2. Die offizielle Gründung der Grey Knights und ihre frühe Entwicklung. In diesem Zusammenhang könnten Geheimnisse gelüftet werden, die mit ihnen und dem Saturn zu tun haben.

3. Grüdung von Eklissiarchie und Inquisition.

3. Jonsons Rückkehr nach Caliban und der Konflikt mit Luthor. Im Anschluss daran die Schlacht um Exyrian und Morox, wo sich fast die beiden vollständigen Legionen der DA und IW gegenüber standen. Dies hatte wohl auch damit zu tun, das eine nicht unerhebliche Zahl der Gefallenen Zuflucht bei den Iron Warriors gesucht hat.

4. Der Iron Cage, die große Racheaktion von Perturabo an Rogal Dorn.

5. Ahrimans Rubrikzauber und die anschließende Auseinandersetzung mit Magnus und seine Verbannung.

6. Das Schicksal der terranischen Legionäre der Raven Guard und die Gründung der Carcharadon Astra.

7. Die Verheerung des Nostramo Systems durch die Ashen Claws.

8. Guilliman erschlägt den zweiten Alpharius/Omegon Zwilling während der Schlacht von Eskrador - eventuell kommt hier dann noch raus, dass das nicht nur Zwillinge waren. Dafür gab es ja schonmal einen Hinweis. Irgendwo hat der Imperator mal die Line gedroppt, das er nicht wüsste warum man glaubt, das eine Hydra nur zwei Köpfe hat.

9. Vulkan und die Salamander jagen Fabius Bile.

10. Das Schicksal von Sevetar.

11. Das Verschwinden/Sterben von Rogal Dorn, Russ, Corax, Khan

12. Die Vernichtung der ehemaligen Heimatwelten der Verräterlegionen und anderer Planeten wie Istvaan 3 und 4 oder Davin.

Einige Ereignisse wurden bereits abgedeckt, es bleibt die Frage ob diese Geschichten nochmal aus einer anderen perspektive oder ganz neu erzählt werden.
Dazu gehören unter anderem:

  • Curze Ermordung durch M´Shen
  • Die Auslöschung von Colchis
  • Die Schlacht zwischen EC und WE auf Skalathrax
  • Guilliman wird von Fulgrim umgebracht

Ich denke es gibt also genug Stoff der verarbeitet werden kann.

Mehr als nur eine Romanreihe?

Zum Abschluss noch ein Gedankenspiel bzw. eine Fage die ich mir stelle:
Wird GW die Scouring Epoche auch auf dem Tabletop abbilden? Ich kann es mir gut vorstellen ehrlich gesagt.
Die Horus Heresy Reihe hat wahnsinnig viele Leute ins Hobby geholt. Am Ende hat GW mit den Büchern viel Umsatz an Miniaturen generiert.
Ich glaube nicht, das eine Firma die wie kaum eine zweite auf low-effort cash grabs steht, sich diese Chance entgehen lässt. Ein weiterer Hinweis ist das neue Horus Heresy Regelwerk. Dort wird die Reihe der bisherigen Astartes Rüstungen vorgestellt. Bei der Mark6 Rüstung fällt die Aussage, das sie von der Mark 7 und 8 abgelöst wurde, direkt im Anschluss an die Heresy "but this is a story for another volume". Wenn man optimist ist, kann man dort hinein lesen, dass es ein Buch geben wird, welches diese Zeit abdeckt.

Was ich mir gut vorstellen könnte, wären Erweiterungsbücher auf Basis der Horus Heresy Regeln. Das würde GW die Möglichkeit geben das an sich begrenzte Setting noch weiter auszudehnen und quasi "im selben Spiel" dauerhaft neue Miniaturen, Bücher und Einheiten anzubieten. Auf der anderen Seite hat die Firma ja noch sämtliche Gußformen und Produktionswege für ihr Firstborn Sortiment, welches langsam aber sicher aus 40K hinaus rotiert. So könnte man die Firstborn range einfach an die HH Community weiter verscherbeln, welche eh zum Großteil aus Veteranenspielern besteht, die kein großes Interesse am neuen 40K haben. Wenn sie ganz dreist sind, legen sie sogar TOW mäßig die alten CSM Modelle neu auf. Aber jetzt gleite ich langsam immer tiefer ins wilde spekulieren.


Was sagt ihr zu dieser ganzen Thematik?
Lasst uns diskutieren!
 
Mich interessiert v.a. das Schicksal der Primarchen und ich wünsche mir spannende, packende Romane zu dem Thema, so im Stil von "Echo der Ewigkeit". Daneben ist auch die Veränderung des Imperiums unter Guillimans Führung interessant, die Aufspaltung der Legionen, der Zwist zwischen den loyalen Primarchen, usw.

Es muss aber keine ewig lange Romanreihe werden. So um die zehn Romane für die wichtigsten Hauptthemen würden mir reichen.
 
  • Like
Reaktionen: Lord Protector
@Der_kleine_Schmuseflunken:

Danke für die ausführliche Zusammenfassung!

Ein paar Anmerkungen:
Es gibt keinen festgelegten Zeitpunkt, ab wann diese Epoche als abgeschlossen gilt. In jedem Fall zog sie sich über Jahrhunderte.
Spätestens um 32K müsste aber ZWINGEND Schluss sein, weil dann der Handlungsstrang mit der Bestie einsetzt. Und dort ist halt NOCH Kanon, dass in der Zeit seit der HH (ca. 1500 Jahre) eher keine großen Kriege mehr stattgefunden hätten. Da gebe ich Dir Recht, dass deswegen eigentlich kein Riesen-Ereignis diese Buchreihe abschließen könnte. Aber wenn GW was ändern will, dann machen die es halt auch...

Was ich mir gut vorstellen könnte, wären Erweiterungsbücher auf Basis der Horus Heresy Regeln.
Klar, Eldar/Orks zB würden passen und man würde das Ganze modelltechnisch nochmal breiter aufstellen, wo dann auch andere Spieler/Sammler abseits vom Imprerium angesprochen werden würden.

Die Wahrheit ist, bis auf einige Eckdaten und Begriffe nicht allzuviel. Sie beginnt nach der Heresy und endet an einem nicht näher definierten Zeitpunkt. Unglücklicherweise wurden einige der bekannteren Ereignisse jedoch schon in der HH Buchreihe abgehandelt oder in anderen Werken. Ich liste trotzdem mal auf, was uns wahrscheinlich erwarten wird oder erwarten könnte.
Das ist thematisch alles richtig; ich würde mir nur wünschen, dass die Verarbeitung des Stoffes eher wie bei der "alten" HH-Reihe abläuft, und nicht wie bei der SoT-Reihe: Also mehr in sich geschlossene Bände mit wenigen Erzählsträngen, und nicht diese ewig breite und ineinander übergehende auf drölfzig gleichzeitig ablaufenden Handlungsebenen wie bei der Siege. Das hat das Lesen nicht gerade angenehm gemacht und insgesamt war mir das zu wenig Handlung zu weit ausgewalzt. Ich würde (natürlich ganz grob) schätzen, dass man die 12 bzw. 16 von Dir genannten Punkte in ca. acht bis zehn Büchern unterbringen könnte und das Ende dann die vermeindliche Tötung von Guilliman wäre.
Bei dem Tempo, wie man die Siege breitgetreten hat, könnten es aber locker 20 oder mehr Bände werden (inklusive "Erzählungssammlungen" usw.).
 
Also ein paar Sachen kann man in der direkten Epoche nach der Heresy schon bringen. The Scouring? Wie wurde das nochmal offiziell übersetzt?

Ich denke aber auch eher an mehrere abgeschlossene Einzelepisoden. Aber Stoff für ein paar Romane gibt es allemal. Als da wären:
  • Der Dark Angels Bürgerkrieg - sicher mit ein paar neuen Erkenntnissen, die zur neuen Lore der Löwen passen sollten
  • Zerstörung der verbliebenen Verräter-Legionen-Heimatwelten
  • Entstehung des Codex Astartes und der daraus resultierende interne Konflikt mit den Imperial Fists
  • Anfänge der Ekklesiarchie, bzw. der diversen imperialen Kulte, deren interne kämpfe und und wie die Kirche des imperialen Heilands daraus hervorgeht
  • Xenos Konflikte, die sich während der Heresy weitgehend zurückgehalten haben (v.a. natürlich Orks und Eldar)
  • und schließlich: das "Verschwinden" der Primarchen

Miniaturentechnisch hätten wir dafür auch die Heresy Range - und der Ära würden dann auch endlich die Mk VI Rüstungen beim Imperium passen.
 
  • Like
Reaktionen: Khraal
Ich würde mir vor allem einen signifikanten Wechsel im Setting wünschen.
Auch wenn der Verlust an Technologie sicherlich ein fortlaufender Prozess war, so scheinen die Horus-Häresie mit all den gewaltigen Schlachten, vernichteten Planeten und dem um sich geworfenen Scrap-Code hier einen Löwenanteil ausgemacht zu haben.

Auch die Imperiale Wahrheit sollte zumindest für einen großen Teil der Bevölkerung in Frage stehen.
Hier würde ich mir wünschen, dass die Anführer merken, wie sich das Gesicht der Bevölkerung verändert hat: von einer relativ aufgeklärten Gesellschaft hin zu einer, die durch den Glauben des Imperialen Kults entflammt wurde.

Im Wesentlichen liegt das Setting der Horus-Häresie hier in der noch glimmenden Asche, während das 40k-Setting gerade geschmiedet wird.

Auch die Einführung der Mk. VII-Rüstung sollte nun unmittelbar bevorstehen.
 
Ja, das Gefühl hatte ich auch dass da während der HH direkt schon eine unglaubliche Menge verloren und kaputt gegagen ist. Auch was du mit der Bevölkerung schreibst hat das Potenzial dass da mal wieder ein paar tiefere Gedanken mit abgehandelt werden können. Es ist ja der shift zu dem was 40k ursprünglich mal ausgemacht hat (was sogar mal von ich glaube Rick Priestley in nem Interview gesagt wurde): was ist wenn man realisiert das man in einer Situation ist die so schlimm ist das wirklich jedes Mittel recht ist?

Die MK VII müsste glaube ich wirklich DIREKT nach der SoT kommen. Im aktuellen Buch steht, das es schon während der Belagerung ein paar Prototypen im Umlauf gab.
 
Ich geb euch mit dem Technologie-Verlust absolut Recht. Allerdings könnte sich so ein Erzähl-Thema schon etwas mit der erwähnten Einführung der Rüstung MK VII "beißen": Da erklärt man dem Leser auf der einen Seite, dass (überspitzt formuliert) nichts mehr funktioniert, und auf der nächsten Seite kommt dann die neue, fancy Rüstung, mit der jetzt alle Loyalisten ausgerüstet werden. 😉

Bei einigen der zuletzt genannten Themen bin ich mir unter den gemischten Eindrücken der SoT nicht so sicher, ob ich mich zB auf einen Band freuen würde, der (fast) nur die Ekklesiarchie behandelt. Die Darstellung des imperialen Glaubens während der Belagerung habe ich in den Büchern bereits immer als eine Art Fremdkörper empfunden, der Tempo aus der Gesamthandlung nimmt. Das könnte dann auf 400 Seiten Emo-Power rauslaufen... 😳

So oder so hab ich im Übrigen weiter die Hoffnung (s.o.), dass die Bände monothematischer mit wenigen, zentralen Handlungssträngen werden, und man auf diesen breiten Mischmasch verzichtet.
 
Auf den ersten Blick scheint sich das zu widersprechen, muss es aber eigentlich nicht.
Technologie ist ja nicht nur Power-Armor, sondern kann auch jede Menge zivile Anwendungen haben.
Es reicht schon, wenn man anmerkt, dass die Ersatzteile klobiger und weniger leistungsfähig sind, Reparaturen ewig dauern oder schlichtweg gar nicht mehr möglich sind.

Gerade die Übergangszeit müsste doch eine Zeit des Mangels und Wiederaufbaus sein, mit dem wenigen das man noch hat.

Zur Religion: Ein Buch, das sich ausschließlich damit beschäftigt, würde mir auch nicht gefallen.
Aber eine gute Kurzgeschichte wie "The Last Church", in der das Ergebnis ein völlig anderes ist, hätte schon was.

Auf jeden Fall denke ich, dass wir hier Reibung erleben sollten – zwischen den Institutionen und Protagonisten, die den alten Idealen folgen, und neu aufkeimenden Organisationen sowie Sichtweisen in der Bevölkerung.
Das wäre der mir tatsächlich wichtigste Aspekt.
 
Auf den ersten Blick scheint sich das zu widersprechen, muss es aber eigentlich nicht.
Technologie ist ja nicht nur Power-Armor, sondern kann auch jede Menge zivile Anwendungen haben.
War jetzt auch nur überspitzt gemeint... 😉

Ich bin da halt skeptisch, ob man in der neuen Serie die Themen besser behandelt als in der SoT.
---

Hier übrigens noch ein paar Infos zum Buch:
-Diese Frage wird in „The Scouring“ beantwortet, eine große Reihe mit mehreren Büchern verschiedener Autoren und Autorinnen von Black Library, die das schreckliche Nachspiel der Belagerung von Terra beleuchtet.

-Wir lernen viele neue Figuren kennen, darunter der bittere Iron Warrior Ortag Theokon, der fanatische Word Bearer Adraharsis und den Scriptor-Magister der Ultramarines, Prayto.

Na super, es gibt ja noch nicht genug handelnde Personen, die man verwenden könnte. Das lässt mich Böses ahnen...😵

-„Ashes of the Imperium“ wird später in diesem Jahr veröffentlicht.*


Wenn man sich auf der Seite mal das Titelbild komplett ansieht, dann dürften mE Dorn und Guilliman auch erzählerisch erstmal im Vordergrund stehen.
 
  • Like
Reaktionen: Khraal
Ach, gegen neue Figuren habe ich nichts, zum einen sind viele der bisherigen ja tot und außerdem kommt es ja eher drauf an wie viele Figuren in die Handlungen gequetscht werden und nicht ob es neue oder alte sind.
Der Blickwinkel dr verbitterten Verräter interessiert mich auch sehr.

Das mit der Kirche kann hit and miss sein. Generell bieten die zivilen Perspektiven viel Potenzial. Das wachsende Misstrauen gegen die Astartes, denen man die Schuld an der Katastrophe gibt, Strömungen in der frühen Kirche die sich durchsetzen wollen, der neue Glaube als copingmechanismus um mit den neuen Schrecken umzugehen etc. pp.

Steht und fällt am Ende alles damit wie gut es umgesetzt wird.
 
  • Like
Reaktionen: Khraal
Die meisten Figuren aus HH/SoT waren ja auch eher so mittelmäßig interessant. Wenn die jetzt durch mittelmäßig interessante neue Figuren ausgetauscht werden, dann ist es mir recht. Ob GW/BL das Thema "Kirche" so richtig hinbekommen wage ich mal zu bezweifeln. Bisher war es ja auch nicht ganz klar, warum nun so viele Leute Euphrati hinterher rennen und warum die den Imperator anbeten. Mir fehlte da einfach eine Art "Führerkult" wie er bei realen Diktatoren, Kaisern und Tyrannen üblich ist. Auch die Phrase "Der-Imperator-beschützt" hat mich nicht überzeugt. Für die meisten Einwohner des Imperiums hat der nämlich gar nichts beschützt. Wenn überhaupt, dann hat ja Guilliman den Karren so halbwegs aus dem Dreck gezogen.

Meiner Meinung nach müssten jetzt erstmal dem Imperator alle Siege zugeschrieben werden, egal ob gerechtfertigt oder nicht, und alle Niederlagen müssten anderen Leuten in die Schuhe geschoben werden (am besten den Toten). Und dann müsste man haufenweise Leute finden, die öffentlichkeitswirksam irgendwelche Wunder (ob real oder nicht) des Imperators bezeugen. Letztens müsste der Imperator beim Wiederaufbau immer irgendwie "anwesend" sein: sei es als Inspirator, sei es als Geist/Projektion, sei es als Stimme im Kopf. Das muss nicht real sein, aber es müsste vehement behauptet werden. Abweichende Meinungen müssten rigoros unterdrückt werden. Zudem werden natürlich überall Statuen, Bilder, Panoramen den siegreichen und helfenden Imperators aufgestellt.

Das alles müsste von Guilliman inszeniert werden, damit er seine eigene Macht festigen kann. Als Sohn eines vermeintlichen Gottes, als Regent eines allmächtigen Imperators, wäre seine eigene Stellung auch unangreifbar.

So, genug geträumt. Realistisch gesehen wirds einfach Bolterporn plus ein paar tiefschürfende Gedanken geben. 😎
 
  • Like
Reaktionen: Lord Protector
es ja eher drauf an wie viele Figuren in die Handlungen gequetscht werden und nicht ob es neue oder alte sind.
Richtig. Meine Abneigung gegen neue Figuren liegt auch nicht in deren Auftauchen per se, sondern ich hab im Hinterkopf, wie das bei der SoT abgelaufen ist, und das muss ich nicht nochmal haben.

Dazu kommt auch, dass man diese vielen neuen Figuren ja auch erstmal wieder neu beim Leser einführen muss, was wieder viel Seitenumfang bedeuten kann. Um es überspitzt zu sagen: Ich brauche keinen neuen Charakter wie zB diesen Word Bearer Adraharsis, der dann vielleicht in Buch 2 und 3 auf je 50 Seiten auftaucht, und dann in fünf Jahren am Ende der Scouring-Reihe kommt er im Epilog-Band nochmal in einer Kurzgeschichte vor und jeder Leser fragt sich: "Wer is dat denn?" 😉

Ob GW/BL das Thema "Kirche" so richtig hinbekommen wage ich mal zu bezweifeln
Ich bin da auch skeptisch und seh das schon vor mir: Ein ganzer Band mit komplett neuen Charakteren (Normalos mit super-duper schweren Schicksalen) und nur Keeler taucht da mal hier und da auf und sonst gibt es viel, viel pseudo-intellektuelles Geschwafel darüber, wie man den Imperator "richtig" verehren soll... 🥳

Ich wiederhol mich, aber ich hoffe, dass man die "Struktur" der Reihe wieder wie in der HH, und nicht der SoT macht.
 
  • Like
Reaktionen: Khraal
Im offenen Handel ist das Buch am 5.12. angekündigt.

Amazon und Thalia stehen immer noch auf Datum 19. Januar, Kutami zeigt den 5.12. an.
Das ist wirklich ätzend, wenn man sich da nicht auf eine Ankündigung verlassen kann, sondern das immer wieder deutlich nach vorne verlegt wird...

Wenn man die Serie wie ich (vermutlich) sammeln wird, ist es ziemlich blöd, wenn man dann eventuell am 19.1. mit Vorfreude in einen Laden reinspaziert und dann wird einem mitgeteilt, dass die Ausgabe schon seit drei oder vier Wochen ausverkauft ist.
 
Das alles müsste von Guilliman inszeniert werden, damit er seine eigene Macht festigen kann. Als Sohn eines vermeintlichen Gottes, als Regent eines allmächtigen Imperators, wäre seine eigene Stellung auch unangreifbar.
Wenn man die Bücher, die seine Wiedererweckung beschreiben bedenkt, kann er den Imperator eigentlich nicht in dieser Art von Propaganda nutzen. Dafür verabscheut er das, was aus dem Imperium geworden ist, viel zu sehr (meine Interpretation). Das weist aber, vorausgesetzt die Autorinnen bleiben da konsistent...darauf hin, dass die Verbreitung und Durchsetzung des imperialen Glaubens in den ersten Jahrzehnten, also mindestens bis G. tödlich verwundet und selbst eingebettet wird (weiss einer da ein unegfähres Datum?), nicht allumfassend gewesen ist. Ich meine, dass es in relativ altem Lore um Sebastian Thor und evtl. im ersten Codex der Sororitas was dazu stand, dass es Jahrhunderte dauerte, bis sich das, was die Eklisiarchie wurde, gegen andere Kulte durchgesetzt hat. SIgismund allerdings könnte dahingehend ja durchaus etwas voranbringen. Wer ständig kreuzzugt, kann auch ständig und an vielen Orten predigen. Und Sigismund hat meine ich nochmal gute 1000 Jahre gewirkt. Oder? 🤔

Wer hier bisher nicht aufgetaucht ist, ist Cawl. Über ihn gibt es ja sogar ne erkleckliche Menge an Seiten aus genau dieser Zeit, als auf Terra diesem einen Genetor begegnet usw.. Ich mag den Charakter prinzipiell und es wäre nett zu sehen, wie er - noch wesentlich weniger mächtig (ich mag auch das Buch in dem er eingeführt wird in die HH-Romane) - sich langsam in diesem sich neu formenden und findenden Imperium zurechtfindet.

Bzgl. des vermientlichen Widerspruchs der EInführung modernerer Power Armor und dem allgemeinen technischen Verfall, böte das aus meiner Sicht gerade großartige Ansätze für Geschichten. Das Mechanicum muss sich selbst erst wieder finden, den Mars wieder reclaimen, die Legionen und später Orden weiter versorgen, interne Schismen unterdrücken (da hatten einige prinzipiell loyale Magi vll ein wenig zu viel Zeit zum freien Denken, während der Mars abgelenkt/besetzt war). Es muss sich neu im Gefüge des Imperiums einordnen. Der ganze Status von Technologie könnte sich als umkämpft herausstellen, mit Leuten wie Land und Cawl die um ein progressiveres VErhältnis ringen gegen konservativere Fraktionen. Das könnte eine der wenigen Niederlagen Cawls sein, die er einstecken musste und sich anschließend gelernt hat noch besser zu verstecken.
 
Der ganze Status von Technologie könnte sich als umkämpft herausstellen, mit Leuten wie Land und Cawl die um ein progressiveres VErhältnis ringen gegen konservativere Fraktionen. Das könnte eine der wenigen Niederlagen Cawls sein, die er einstecken musste und sich anschließend gelernt hat noch besser zu verstecken.
Das schien sich aber nach dem ersten Cawl-Roman, das große Werk, auch sehr schnell erledigt gehabt zu haben, mit dem freieren Denken 😅