TWS über Negativität im Hobby

Ich frage mich gerade, wie toll unsere Leitmedien während der 60er/70er waren, als wir die Starfigther-Affäre hatten.
292 (!) Starfighter stürzten ab und 116 Piloten kamen ums Leben.
Der Spiegel war einer der wenigen Agenturen, die damals kritisch berichteten, konnte damals aber kaum als Teil der Leitmedien angesehen werden.

Die Leitmedien waren damals ganz sicher nicht Linkspolitisch.

Good times..
Stimme ich so zu, damals gab es tatsächlich noch kritische Medien... also Medien die ihren Job gemacht haben und tatsächlich (investigativ) tätig waren. Und wenn man das von der linken Seite (Taz, SZ) sowie der konservativen (Focus, Welt, früher Zeit) und rechten Seite (Junge Freiheit) (jetzt bitte nicht streiten wie die Zeitungen heute einzuordnen sind, das sind nur grobe Beispiele) hat, hat man eigentlich eine ganz gute Abdeckung und keine "Seite" kann so richtig etwas unter den Tisch fallen lassen.

Aber spätestens, seitdem eigentlich hochklassige Chefredakteure (u.a. Giovanni Di Lorenzo) und sogar Meinungsumfrage-Institute (Forsa) öffentlich (!) hingestellt haben und verkündet haben, die AFD müsse man "mit allen Mitteln" bekämpfen, hat der Abgesang auf eine "so gut es eben geht" objektive Berichterstattung begonnen. "Bekämpfung" ist nun mal nicht der Job eines objektiven Journalismus - das untergräbt die Glaubwürdigkeit und führt zu dem, was wir jetzt eben haben. Und der AFD hat das nun auch nicht unbedingt geschadet. Mission gescheitert, eigenes Schiff versenkt.

Warum das eigentlich brillanten Personen passiert ist - da kann ich nur Rätsel raten.

Um den Bogen zurück zum Hobby zu schlagen - das ist wie gewisse Youtuber, die ich mal als "Haider" bezeichnen würde, die GW mit jedem Video bashen und behaupten, das Ende von GW steht vor der Tür. Und das seit gefühlt 10 Jahren. Denen glaubt keiner mehr, jeder weiß dass das maßlos aufgeblasen ist und wenn überhaupt nur ein Körnchen Wahrheit hat. Im Gegensatz zu echten Leaks oder Skandalen bleiben so Youtuber bei einer gewissen Abonenntenzahl stecken, danach erodieren langsam die Klicks. Wie bei den Zeitungen
 
hat man eigentlich eine ganz gute Abdeckung und keine "Seite" kann so richtig etwas unter den Tisch fallen lassen.
Okay, dann frage ich an dieser Stelle wirklich, was an Söders Aussagen, in nahezu jedem Format eine "linke Botschaft" sein soll. Dann frage ich dich, warum in der Tagessschau ein Wolfgang Grupp einen Bericht über die Öffentlichmachung seiner Erkrankung wert ist, aber nicht jene, die Aufgrund von Depressionen den Termin beim Jobcenter verpasst haben. Warum wird jede Rekordzahl mit ihrem Nominalwert benutzt, obwohl es ein Konzept wie Inflation gibt, was allgemein verständlich ist. Wir bezahlen doch auch Rekordpreise für GW-Produkte? Warum wird nicht auf die Quoten verwiesen oder ein Bezug zum BIP präsentiert? Warum gibt es Reallohnverluste, eine ausgesetzte Vermögenssteuer, wenn es doch "so viel linke Politik" gab? Hängt das ganze vielleicht mit der Konsumkrise zusammen? Und das kann ich noch ne Weile so fortsetzen.

Und wenn ich da nun vor allem "neoliberale, konservative und rechte" Botschaften sehe, und du oder @Ghost Writer eher "linke Botschaften" erkennen, dann liegen diese Nachrichten doch irgendwo zwischen meinem Weltbild und, dem von mir anhand dieser Diskussion angenommenen, Weltbild von euch. Und ich fände es wirklich spannend zu verstehen, wie ihr zu dieser Betrachtung kommt. Soviel vorne weg, ich würde "Berichterstattung über das Klima, Klimaziele oder einen unter Merkel beschlossenen Atomausstieg nun auch nicht als "links" werten und nehme vielleicht besonders diesen Aspekt der Medien daher anders war. Ich fände diesen Austausch spannend. Macht da gerne ne Gruppe per PN zu auf, ich höre mir das gerne an. Hier ist das immernoch etwas deplatziert.
 
Das untermauert doch meine Aussage, dass im Gegensatz zur angesprochenen Zeit in den 70ern (und darüber hinaus, ich würde sagen bis ca. Finanzkrise - meine Meinung) - die Neutralität, kritischer Journalismus von allen Richtungen und die selbe freie Meinungsäußerung wir vor 20 Jahren nicht mehr vorhanden ist.

Jedes Thema wird nur noch "dumbed down" präsentiert. Selbst Leitartikel in großen Medien sind maximal noch notdürftig recherchiert und von der Tiefe her im Nichtschwimmer angesiedelt. Und je nachdem welche Medien man konsumiert, ist man da auch schnell in einer Bubble die einem immer wieder die selbe politische Richtung von den Artikeln her präsentiert. Groundnews ist ganz nett für die Einordnung.

Ich würde bei so einer Diskussion auch eher ganz vorne beginnen - was definiert man als links, konservativ, rechts. Von da an kann man sich weiter vorarbeiten in einer Diskussion. Klimaziele werden allgemein als "links" angesehen, weil sie von eher linken Parteien vorangetrieben wurden - vornehmlich den Grünen. Der Atomausstieg etwa wurde von Merkel nur durchgeführt, weil sie Angst vor der Kernschmelze an den Baden-Württembergischen Wahlurnen wegen Fokushima hatte.

Das war das, was die meiste Politik ist - purer Opportunismus und Machterhalt. Merkel hat auch viele "linke" Themen übernommen, weil es Strategiepapiere gab, die vorausgesagt haben, dass sich mit einer Partei rechts der CDU keine stabile Regierung mehr ohne die CDU bilden lässt. Stimmt soweit, nur... die Geister die ich rief usw.

Ich hab keine Ahnung wie man eine PN Gruppe aufmacht 😅
 
Keine Ahnung wie das funktioniert, würde mich aber auch interessieren. Bitte auch einladen 🙂
Nur um die Forenfunktion mit der Allgemeinheit zu teilen - du kannst, wenn du auf die PN gehst natürlich erstmal mehrere Empfänger eingeben. Wenn du dann unten auf "Erlaube weitere Teilnehmer in die Direktnachricht einzuladen" das Häkchen rein machst, darf das jeder tun. Ich habe die Funktion aber nur gesehen, wenn ich das im Browser öffne. Da sind dann rechts die Teilnehmer und darunter die Funktion "weitere Einladen".
 
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