Nun dann - den Auftrakt zur Monatsabgabe machen:
Update Post Armeehintergrund #3 und (kurz) Spielbericht #5
Die Verseuchte Ernte von Pyrrhatis - Teil 3: Die Lebensadern der Fäulnis
Ferrus Magna war nicht länger eine Stadt.
Sie war ein Leib.
Ein gigantischer, sterbender Organismus aus Stahl, Dampf und schreienden Leitungen. Seine Adern – einst geordnete Energienetze, Datenströme und Förderleitungen – pulsierten nun unregelmäßig, infiziert von Scrapcode, Warpseuchen und fremdartiger, kriechender Intelligenz. Bezirke starben ab, nur um in grotesker Mutation erneut zu „leben“. Fabriken atmeten. Türme schwitzten Rost. Straßen zuckten wie Muskeln im Todeskampf.
Imperium, Chaos und Xenos rissen gleichermaßen an diesem Kadaver – keiner gewillt, auch nur einen Schritt zurückzuweichen.
Und über allem lag ein fauliger Segen. Väterchen Nurgle wäre höchst zufrieden gewesen.
Doch für die Bruderschaft der Fäulnisbringer war das nicht genug.
Zerstörung war nur der Anfang. Nun musste der Verfall beschleunigt werden. Lord Malarrus erkannte die Wahrheit: Nicht die Oberfläche bestimmte das Schicksal von Ferrus Magna – sondern seine Lebensadern. Gigantische Leitungsstränge, Energiekonduits, Schmelzkanäle und Noosphärenknoten durchzogen die Makropole wie ein Nervensystem. Wer sie kontrollierte, konnte die Gaben Nurgles nicht nur verbreiten… sondern vervielfältigen. Schneller. Tiefer. Endgültiger. Dieses Mal würde es kein Zögern geben. Keine Umwege. Keine Experimente. Keine Spiele mit den Mächten der anderen Götter. Nur Ziel.
Die Bruderschaft marschierte auf einen zentralen Knotenpunkt zu – ein Nexus aus Reaktoradern, Datenleitungen und uralten Schaltkathedralen.
Das Herz der Makropole.
Doch sie waren nicht die ersten. Dort erwarteten sie bereits die Mächte des anderen Chaos. Vashtorr, der Seelenformer – erneut manifestiert, seine Gestalt noch grotesker, noch komplexer als zuvor. Neben ihm stand Abaddon der Vernichter, Kriegsherr der Black Legion, flankiert von Elitekriegern in pechschwarzer Terminatorrüstung. Hinter ihnen: ein Arsenal des Wahnsinns. Drei Dämonenprinzen, jeder ein wandelndes Manifest einer anderen Verderbnis. Mehrere Forgefiends, deren Geschütze bereits vor ungeduldiger Energie knisterten. Terminatoren, schwer bewaffnet, unbeweglich wie Grabsteine. Ein Aufeinandertreffen war unvermeidlich. Die Bruderschaft formierte sich.
Angeführt wurde der Angriff diesmal von Vermycron, dem Verkrümmten Heilsbringer, dessen gewaltige Gestalt sich gegen den verseuchten Himmel abhob. Neben ihm rückten Seuchenmarines, Poxwalker und brummende Dämonenmaschinen vor. Doch eine Entscheidung wurde getroffen. Ulthor, der Korrosionsfürst, und seine Deathshroud-Terminatoren blieben in Reserve – verborgen in den giftigen Wolken über Ferrus Magna, bereit, im entscheidenden Moment wie eine Sense aus dem Himmel zu fallen.
Ein kalkulierter Schlag.
Ein letzter Trumpf.
Dann begann das Gemetzel. Die Luft selbst wurde zerrissen. Forgefiends eröffneten das Feuer, ihre Geschütze spien Warpenergie in dichten Salven. Der Boden platzte auf, Seuchenmarines wurden zerfetzt, nur um weiterzukriechen. Dämonenprinzen stürzten sich in den Nahkampf, ihre Klauen durchbohrten selbst die widerstandsfähigste Terminatorrüstung. Die Death Guard antwortete. Seuchendrohnen erhoben sich, ihre Heavy Blight Launcher spuckten toxische Projektile, die selbst dämonische Panzerung zersetzen konnten. Unter enormen Verlusten gelang es ihnen, eine Schneise zu schlagen.
Dann kam der Moment.
Aus den Wolken fiel der Tod. Ulthor und die Deathshroud-Terminatoren materialisierten sich mitten im Gefecht, ihre Sensen in weiten, tödlichen Bögen schwingend. Gemeinsam mit den Drohnen konzentrierten sie ihr Feuer auf Vashtorr. Es war ein Akt purer Vernichtung. Rost, Seuche und geballte Gewalt trafen auf infernale Konstruktion. Und selbst Vashtorr – Architekt des Wahnsinns – brach schließlich unter diesem Ansturm zusammen. Seine Form zerriss, seine Essenz wurde in den Warp zurückgeschleudert.
Ein kurzer Triumph.
Ein teurer Triumph.
Nicht alle hatten dieses Glück. Ein Rhino, alt und vernarbt, raste durch das Schlachtfeld – beladen mit einem Trupp Plague Marines, Cyranth, dem Ätherverfaulten, und Varlox, dem Inkubator. Sie erreichten fast den Knotenpunkt. Dann traf das Feuer eines Forgefiends. Der Transporter wurde aufgerissen, seine Hülle barst wie ein überreifes Geschwür. Doch aus dem Wrack ergoss sich kein Tod – sondern Entschlossenheit. Die Überlebenden krochen hervor, taumelnd, brennend… und nahmen die Stellung ein.
Varlox begann sofort, Proben zu entnehmen.
Cyranth flüsterte Litaneien in den Warp.
Der Punkt wurde gehalten.
Um jeden Preis. Im Chaos des Gefechts geschah das Unwahrscheinliche. Abaddon der Vernichter kämpfte im Nahkampf, seine Klinge Drach’nyen ein schreiendes Relikt der Verdammnis. Doch für einen Moment – einen einzigen, verhängnisvollen Moment – ließ er seine Deckung fallen.
Ein Fehler.
Cyranth, der Ätherverfaulte, erkannte ihn.
Ein Strahl aus verdorbener Energie, verstärkt durch Scrapcode und Warpfluch, schoss über das Schlachtfeld und traf den Kriegsherrn. Abaddon fiel. Nicht endgültig. Doch für diesen Augenblick… besiegt. Währenddessen versuchte Vermycron den entscheidenden Schlag zu führen. Ein Ansturm. Ein Durchbruch. Der Sieg. Doch er scheiterte.
Zu weit vorgedrungen.
Zu offen.
Zu sichtbar.
Die Antwort kam sofort. Konzentriertes Feuer. Dämonische Klingen. Warpenergie. Der Verkrümmte Heilsbringer fiel. Seine Gestalt zerbrach, seine Essenz wurde kreischend in den Warp zurückgerissen. Die Schlacht tobte weiter. Und dann… kippte sie. Einer der feindlichen Dämonenprinzen – gezeichnet vom Mal Nurgles selbst – bewegte sich unbehelligt durch das Chaos. Die Seuchendrohnen erkannten ihn nicht als Ziel. Ihre Waffen verweigerten den Zorn gegen einen Gesegneten des gleichen Gottes. Ein blinder Fleck. Ein verhängnisvoller.
Am Ende stand der Sieg. Doch nicht für die Bruderschaft der Fäulnisbringer. Die verbleibenden Streitkräfte des Chaos – unter der Führung von Vashtorrs Anhängern und Abaddons Kriegern – hielten das Feld.
Die Lebensadern blieben umkämpft.
Die Bruderschaft war gebrochen… aber nicht vernichtet. In den Schatten von Ferrus Magna, zwischen rostenden Leitungen und atmenden Fabriken, sammelten sich die Überlebenden erneut.
Calculor Virex erhob seine verzerrte Stimme:
„Achte Formel: Auch Verrat ist Teil des Zyklus.
Neunte Formel: Was nicht verfault… wird gebrochen.“
Ferrus Magna lebte weiter.
Und es wurde kränker.
Mit jedem Augenblick.