Bin ich Alkoholiker?

Dragonbone

Testspieler
17. Oktober 2025
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Der Titel ist etwas überspitzt, aber ich war die Tage doch etwas überrascht. Mein Stiefsohn ist 22 und es kam letzte Woche zu einem "Vorfall".

Schon seid längerem wollte er mit mir mal eine Whiskey Verkostung machen. Auf den Tisch kamen:
  • Redbreast 12 Jahre
  • Ardbeg Uigeadail
  • Jameson
  • Evan Williams
verteilt auf einen Zeitraum von ~4h jeweils ca. 2cl und zwischendurch ein großes Pils.

Sicherlich, war ich dadurch durchaus etwas angetrunken. Aber einen Kater oder ähnliches verspürte ich am nächsten morgen nicht. Meinem Stiefsohn ging es aber wohl ziemlich räudig und er musste sich am morgen danach sogar Übergeben.

Jetzt frage ich mich ob ich "Alkoholiker" bin, und daher entsprechend trinkfest, oder was genau da los war... Vor allem wenn ich mein heutiges Ich mit dem von vor 20 Jahren vergleiche würde ich mich heute definitiv nicht mehr als Trinkfest bezeichnen.

Ich trinken sicherlich nicht täglich und schon gar keine größeren Mengen... eher halt so alle paar Tage/Wochen mal ein Feieerabendbierchen und das kann auch ein Radler sein.

Habt ihr hier schon ähnliche Erfahrungen gemacht? Verträgt die Jugend von heute einfach nichts mehr?
 
Angesehen von vielleicht physischen Eigenschaften (Körpermasse) ist vermutlich eine größere Resilienz gegen Alkohol vorhanden.

Und ja, die Jugend verträgt nix mehr. Alkoholkonsum ist rückläufig. Kann man sich ja auch kaum noch leisten.

ich bin zwar keine Jugend mehr, aber trinke alle halbe Jahr mal eine Halbe.
Am Sonntag hab ich nachm Essen beim Griechen ein Stamperl Ouzo getrunken... Mann Mann... Ich hatte n Schädel bis ich in der Nacht ins Bett bin.

Aber hey. Vollrausch für unter 10 Euro.
 
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Das ist tatsächlich eine Sache von Gewöhnung, wenn dir das zu Denken gibt, leg mal "einfach so" eine Pause ein. Wenn das geht, hast du kein Problem.Trink mal ein halbes Jahr gar nichts und mach dann das selbe Tasting nochmal, dann geht es dir wie dem Stiefsohn.

Ergänzend noch geschmackloser Humor:
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Eines nach dem anderen.

1. Die Jugend trinkt weniger und verträgt deswegen im Durchschnitt wahrscheinlich weniger, weil der Vollrausch größere Folgen hat (wenn man damit groß wird, dass alles gefilmt und ins Netz gestellt wird, vermeidet man Kontrollverluste eher).

Was den Kater betrifft kommt vieles zusammen, was nicht unbedingt mit Gewohnheit zutun hat. Bei mir reicht es Beispielsweise wenn ich durst habe und zwei Bier trinke, damit es mir nicht gut geht.

Es wird jedoch keinen Suchtforscher geben, der ein mehr oder weniger regelmäßiges Feierabendbier nicht bedenklich findet.

Es ist sicherlich eine gute Idee für ein paar Monate auf Alkohol zu verzichten, um zu sehen wie man damit zurecht kommt. Kann aus eigener Erfahrung nur sagen, wie schwer es einen das Umfeld macht (ein Bier geht doch, Sekt zum anstoßen usw.) und der eigene Blick auf viele (Dorf) Veranstaltungen ändert sich sehr.
 
Das ist tatsächlich eine Sache von Gewöhnung, wenn dir das zu Denken gibt, leg mal "einfach so" eine Pause ein. Wenn das geht, hast du kein Problem.Trink mal ein halbes Jahr gar nichts und mach dann das selbe Tasting nochmal, dann geht es dir wie dem Stiefsohn.
Denke auch, wie viel jemand verträgt ist nicht entscheidend ob derjenige Alkoholiker ist.
Lass einfach mal 1-2 Monate Alkohol komplett weg. Wenn das irgendwie schwer fällt, dann würde ich mir anfangen evtl. Gedanken zu machen.
 
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"Vertragen" kann ich noch fast so viel wie früher, nur die Zeit bis zum "..voll einsatzfähig.." ist länger geworden.😉😁
Das hat meiner Meinung nach nichts mit Gewöhnung, sondern eher mit Tagesform, Konstitution und "Vorbereitung" zu tun.
Allerdings brauche ich mich zum Glück nicht mehr auf Manöverabschlüsse/Treffen mit sowjetischen Verbündeten vorbereiten,das nahm damals schon fast Züge von Leistungssport an .🤔🤣🤣
 
4x20cl sind etwa 600ml Bier (40% vol auf 5% umgerechnet) + 500mL Bier.
Das ist also 1 Maß auf 4h. Das ist jetzt wirklich nicht so heftig viel für die Meisten.
Alkoholiker ist man nicht wenn man das verträgt, hängt auch total vom Trinkverhalten ab. Deutlich besser verträgt man Alkohol auch wenn man am Vortag nur kleine Mengen getrunken hat, weil die Alkoholdehydrogenase hochgefahren wird.
Es gibt aber auch Menschen die Alkohol ansich deutlich schlechter vertragen als andere, gerade im Asiatischen Raum, aber nicht nur! Das könnte hier schon der Fall sein.
 
Mal geschaut, was die WHO dazu so meint.

Es gibt keinen festen Zeitpunkt oder eine bestimmte Trinkmenge, ab der jemand automatisch als „Alkoholiker“ gilt. Medizinisch spricht man heute eher von einer Alkoholabhängigkeit oder Alkoholkonsumstörung. Entscheidend sind Kriterien, nicht nur die Menge.

Wichtige Diagnosekriterien​

Nach internationalen Klassifikationen wie der ICD-10 und dem DSM-5 liegt eine Alkoholabhängigkeit vor, wenn mehrere der folgenden Punkte über einen längeren Zeitraum auftreten:

  • Starker Wunsch oder Zwang zu trinken (Craving)
  • Kontrollverlust über Beginn, Menge oder Beendigung
  • Toleranzentwicklung (man braucht mehr Alkohol für die gleiche Wirkung)
  • Entzugserscheinungen (z. B. Zittern, Schwitzen, Unruhe)
  • Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Trinkens
  • Weitertrinken trotz klarer negativer Folgen (gesundheitlich, sozial, beruflich)

Einordnung​

  • Bereits 2–3 erfüllte Kriterien können auf eine problematische Nutzung hinweisen.
  • Mehr Kriterien und stärkere Ausprägung bedeuten eine schwerere Störung.

Sehe selbst das Feierabendbier oder den Feierabend Wein als sehr großes verharmlostes Problem
 
4x20cl sind etwa 600ml Bier (40% vol auf 5% umgerechnet) + 500mL Bier.
Das ist also 1 Maß auf 4h. Das ist jetzt wirklich nicht so heftig viel für die Meisten.
Mh, die Rechnung könnte auch anders aussehen:
Du gehst von 40% bei den Schnäpsen aus, aber alleine der Ardbeg hat schon 54% Fassstärke; keine Ahnung, wie das bei den anderen Marken aussah.
Und wenn man eventuell zwischen JEDER der vier Portionen je ein großes Pils getrunken hat, dann könnten das auch 1,5 Liter Bier gewesen sein.

Das wäre dann schon ne ganz andere Menge, wobei da sicher noch sehr viele andere Dinge zu berücksichtigen wären (Konzentration Fusel-Öle, Körpergewicht, Wasseraufnahme, Essen zwischendurch usw.).

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Ansonsten halte ich persönlich das Thema für dieses Forum für zu "heikel". Zum einen, weil die Ausgangs-"Frage" hier nie "richtig" beantwortet werden kann. Und zum anderen auch, weil man mit der Schilderung seines Trinkverhaltens (man könnte es auch Drogenkonsum nennen) in der Öffentlichkeit mE nichts gewinnen kann. @Dragonbone: Ich will Dir damit nicht persönlich auf den Schlips treten, aber manchmal ist man nicht so annoym, wie man denkt, und dann geht dann so ne Frage auch "rund", verliert den richtigen Kontext usw. und landet dann an völlig falschen/anderen Stellen.
 
Mh, die Rechnung könnte auch anders aussehen:
Du gehst von 40% bei den Schnäpsen aus, aber alleine der Ardbeg hat schon 54% Fassstärke; keine Ahnung, wie das bei den anderen Marken aussah.
Und wenn man eventuell zwischen JEDER der vier Portionen je ein großes Pils getrunken hat, dann könnten das auch 1,5 Liter Bier gewesen sein.
Ein großes Bier zwischen jedem Schnaps? Das hatte ich so nicht verstanden, das sieht dann natürlich anders aus! Ich denke das sind trotzdem nicht unbedingt Mengen eines Alkoholikers.
 
Zuletzt bearbeitet:
welcher sicherlich auch für alle anderen gilt, welche sich zu dem Thema äußern und ihre persönlichen Erfahrungen teilen.
Ja, selbstverständlich! 😉
Den Rat würde ich auch ausweiten auf Themen wie körperliche und geistige Gesundheit. Damit meine ich natürlich nicht so Sachen, wie wenn jemand erzählt, dass er sich ein Bein gebrochen hat.

Das hatte ich so nicht verstanden,
Kann auch sein, dass ich mich mit meiner Interpretation irre...
 
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@Dragonbone habt ihr beide ungefähr die gleichen körperlichen Voraussetzungen, Größe, Gewicht? Das wäre ja schon wichtig zu wissen für die Frage.

Falls Du Dir Sorgen wegen Deines Trinkverhalten machst, schreib mich ruhig mal per PN an, ich hab mit dem Thema Suchttrinken ausreichend Erfahrung, um eine qualifizierte Einschätzung abgeben zu können.
 
Ein großes Bier zwischen jedem Schnaps?
wahrscheinlich liegt es daran was ihr im Vorfeld gegessen habt
habt ihr beide ungefähr die gleichen körperlichen Voraussetzungen

Also um hier ein paar Unklarheiten zu beseitigen. Es gab die ersten 2 Whiskeys, dann Pizza & Bier, dann die anderen 2 Whiskeys. Keine 4 Herrengedecke.

Da er regelmäßig ins Fitness geht hat er einen niedrigeren Körperfett Anteil und aufgrund eines sichtbaren Körpergrößen Unterschieds generell ein paar Kilo weniger, wobei ich mit einem BMI von 25 auch nicht gerade Adipös bin.
 
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Aus meinem privaten Umfeld: "Ein Alkoholiker ist man erst, wenn man ohne anfängt zu zittern."
Oder frei nach Dean Martin: "Du bist nicht betrunken, wenn du dich ohne Festhalten auf den Boden legen kannst."

"Alkoholiker" ist man also erst wenn es eigentlich bereits völlig aus dem Ruder gelaufen ist.
Experten sehen das etwas anders und der Widerstand gegen das Ergebnis obigen Tests sprach hier bei uns definitiv Bände.

Zum "Vertragen" von Alkohol: Ein halber Liter Bier reicht bei mir manchmal bereits für die Volltrunkenheit, ein zweiter für den Filmriss. Ich vertrage wirklich nichts und habe das in meinen 20igern schon "versucht zu trainieren". Ich vertrage halt wirklich überhaupt nichts. Wie bei den Indianern, mir fehlen die Enzyme (das ist bei mir medizinisch nicht belegt).
Aber einen Kater hatte ich noch nie. Da ist auch am Ende jeder Körper anders.

Wichtiger ist da die Frage "Trinken Sie zumindest gelegentlich Alkohol, wenn Sie traurig oder niedergeschlagen sind?". Ich hatte letztens einen Artikel in der Hand, der behauptete, dass diese Frage im Grunde schon ausreicht. Wer das mit Ja beantwortet hat meistens ein Problem. Vielleicht finde ich den nochmal. Da gab es noch eine Kontrollfrage, da bin ich mir aber nicht mehr sicher, welche das war.
Das macht den Test oben nicht obsolet. Wenn man den Rest zum größten Teil mit Ja beantwortet, kommts vermutlich aufs Gleiche raus.

Wer da einen Verdacht hat tut seiner Familie und seinen Freunden aber auf jeden Fall einen großen Gefallen, wenn er das ernst nimmt und sich hinterfragt.

Ein positives Beispiel aus meiner Familie: Mein Vater hatte sich vor rund 30 Jahren hinterfragen lassen und von Heute auf Morgen sowohl mit dem Trinken, als auch dem Rauchen aufgehört. Er hatte noch Jahre später Träume von Zigaretten und Bierflaschen, die ihn verfolgten. Aber er fuhr in keinen Graben mehr, musste seinen Führerschein nicht wieder abgeben und behielt auch seinen letzten Job bis zur Rente. Und er pisste sich an Wochenenden nicht mehr im Schlaf ein ...
Immerhin war er alkoholisiert überaus friedfertig.
Andere rechtfertigen sich, dass sie sich nach dem Trinken ja nicht hinters Steuer setzen oder ihre Blase besser kontrollieren können, werden aber aggressiv bis gewalttätig. Das ist nicht der Punkt, ab dem man Alkoholiker wird. Das ist der Punkt, ab dem vermutlich wichtige Dinge in seinem Leben unrettbar geschädigt wurden, weil man schon lange Alkoholiker ist.

Zur eigentlichen Frage: Ob du Alkoholiker bist, wird hier keiner beantworten können und es hat wenig damit zu tun, wie viel zu verträgst. Wenn du besorgt bist, mach den Test und wenn du es danach immer noch bist, sprich mit einem Experten.
Nach deiner Schilderung wäre ich aber eher unbesorgt. Bereits die Frage spricht da Bände.
 
Vorweg, weil ein einfaches Like nicht ausreicht, vielen Dank für diese ausführliche Antwort und die Zeit die du dafür investiert hast.

Vielleicht finde ich den nochmal. Da gab es noch eine Kontrollfrage, da bin ich mir aber nicht mehr sicher, welche das war.
Das wäre in der Tat sehr interessant. Ist halt auch ein nicht ganz unkompliziertes Thema da Alkohol als Gesellschaftsdroge einen sehr guten Stand hat.

Bei uns hier im Tabletop-Spielerkreis haben wir auch ein Mitglied, welches gerade eine Reha abgeschlossen hat und wir darüber auch relativ offen miteinander kommunizieren. Weshalb hier halt auch eine gewisse Sensibilisierung erfolgt ist.
 
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Reaktionen: Peter
Zur eigentlichen Frage: Ob du Alkoholiker bist, wird hier keiner beantworten können und es hat wenig damit zu tun, wie viel zu verträgst. Wenn du besorgt bist, mach den Test und wenn du es danach immer noch bist, sprich mit einem Experten.
Nach deiner Schilderung wäre ich aber eher unbesorgt. Bereits die Frage spricht da Bände.
Ich wäre hier tatsächlich nicht unbesorgt.
Ja, das Dragonbone fragt spricht stark dafür das kein Alkoholiker ist. Risikomerkmale zur Suchtgefährdung sind aber da. Und ich habe leider schon erlebt wie Leute erst Bewusstsein entwickelt haben das Alkohol ein Problem ist. Dann aus welchen Gründen auch immer das auf die lange Bank geschoben haben. Also hat sich nichts geändert, dann kam ein Schicksalsschlag und der totale Absturz.

Von daher würde ich sagen: Da du (Dragonbone) dir gerade Gedanken machst, nutze das um dich vorzubereiten das ein Schicksalsschlag bei dir nicht zum Absturz führt.