WHFB My Old World: Außerhalb des Imperiums

Hallo,

ich möchte diesen alten Thread noch einmal reaktivieren, weil es etwas hinzuzufügen gibt. Nachdem ich den größten Teil meiner Geländesammlung auflösen musste, habe ich beschlossen, mir doch noch ein einzelnes größeres Bastelprojekt zu leisten, für das der eingesparte Platz definitiv ausreicht. Anlass ist eine Neuerscheinung von GW, nämlich das Großkaiserreich Cathay.

Ursprünglich interessierte mich Cathay nicht besonders. Als jahrelanger Imperiumsspieler dachte ich: Naja, das ist einfach ein zweites Imperium, diesmal mit China-Flair, und spielt sich vermutlich ähnlich (menschliche Massen-Armee mit ein bisschen Schwarzpulver-Unterstützung). Warum also sollte ich mein gutes altes Imperium gegen ein neues eintauschen.

Dann aber erschienen die Miniaturen, und es gab mehr Informationen zum Hintergrund. Mehrere Monate lang rang ich mit mir, aber als schließlich die Box "Verteidiger der Großen Bastion" erschien, knickte ich ein und kaufte mir die gesamte Armee, einschließlich Himmelslaterne, Sentinel und Drache. Ziemlich schnell war dann auch die Idee eines größeren Geländestücks da, und mir wurde klar, dass es sich dabei nur um die Große Bastion handeln konnte.

Falls der Hintergrund nicht allgemein bekannt ist, hier ein Kurzprofil: Die Große Bastion entspricht praktisch eins zu eins der chinesischen Mauer, deren Bau in der Realwelt im 3. vorchristlichen Jahrhundert begonnen wurde, um Invasionen aus den nördlichen Steppengebieten abzuwehren. Bei Warhammer dient sie in ziemlich genauer Entsprechung zum Schutz gegen das Chaos. Cathay wird von Drachen regiert, die sich in Menschen verwandeln können, wobei eine Tochter des Drachenkaisers mit Namen Miao Ying speziell für die Verteidigung und Instandhaltung der Großen Bastion zuständig ist.

Zunächst dachte ich daran, einfach ein Stück chinesische Mauer nachzubauen, wie sie in der Realwelt aussieht. Davon kam ich dann aber ab, weil ich mir die Artworks genauer anschaute und begriff, dass die Große Bastion von Cathay doch etwas ziemlich anderes ist: Viel größer und vor allem höher, durchsetzt mit Artilleriestellungen und gekrönt von vielstöckigen Pagoden. Laut Hintergrund steckte viel Magie im Bau, was natürlich zu ganz anderen Möglichkeiten führte als bloße menschliche Arbeitskraft. Außerdem, naja, ist bei Warhammer ja stets alles ein wenig "over the top" und in den Superlativ gesteigert. Deshalb beschloss ich, relativ großzügig zu disponieren, eine Mauerhöhe von mindestens 30cm und noch einmal 30 für Gebäude zu veranschlagen, um einen ähnlich imposanten Eindruck hervorzurufen.

Das Projekt läuft jetzt schon seit Längerem; deshalb folgen relativ schnell viele Fotos. Das gibt aber nicht das reale Bautempo wieder, denn ich bin schon seit April dabei und kam bloß bisher nicht zum Posten.
 
Meine erste Idee war ein einzelnes Gebäude, das später auf die Mauer aufgesetzt werden sollte. Das hatte zwei Gründe. Zum Einen wollte ich das Gebäude abnehmbar machen, sodass man es auch getrennt von der Großen Bastion als separates Aufsetz-Gelände verwenden könnte. Zum Zweiten ging es mir darum, ein grundlegendes neues Bau-Verfahren zu entwickeln, denn ich hatte noch nie Pagoden gebaut und wollte erst einmal sehen, ob und wie sich das überhaupt mit meinen Mitteln realisieren lässt.

Dabei stellte sich ziemlich schnell heraus, dass Styrodur diesmal nicht das geeignete Material war. Nach einigen Versuchen stellte ich komplett auf Holz um: 2mm-Balsa für die Wände, Kantstäbe für die Säulen, dünne Stäbchen und Streichhölzer für Wandverkleidungen und Geländer.

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Anfangs deckte ich die Dächer mit einer meiner üblichen Methoden: Überlappende Pappstrreifen, geschnitten mit einer Zackenschere.

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Das gefiel mir dann aber nicht mehr, denn das "chinesische" Flair hängt ja sehr stark von dieser speziellen Schindelform mit Röhrenprofil ab. Deshalb kratzte ich den ursprünglichen Schindelbelag wieder runter und probierte verschiedene Alternativen. Eine naheliegende Möglichkeit war natürlich Wellpappe, aber die stellte sich als zu instabil heraus, besonders bei Durchweichung während des Bemalens.

Deshalb kam ich am Ende auf etwas Anderes: Ich klebte leicht gebogene Peddigrohr-Stücke auf die Dächer und legte dann dünne Pappstreifen darüber. Das war sehr aufwändig, aber dafür gefiel mir das Ergebnis wirklich besser.

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Wie gesagt bin ich schon länger mit dem Bau beschäftigt und liefere das jetzt häppchenweise nach, obwohl ich eigentlich schon viel weiter bin. Ein Grund dafür ist schlicht, dass ich immer zu faul bin, die Fotos zu bearbeiten (zumindest runterskaliert müssen sie werden, und oft auch kontrastverstärkt, weil meine Handykamera nicht so gut ist).

Nachdem das erste Gebäude fertig war, musste ich entscheiden, ob die Große Bastion einfach nur eine durchgehende Mauer sein oder ein Tor haben soll. Die echte chinesische Mauer hat meines Wissens überhaupt keine Tore, was ja auch sinnvoll war, denn das wären Schwachstellen gewesen, die Feinde zum Angriff gereizt hätten. Dann aber kaufte ich mir das Arcane Journal "Breaching of the Great Bastion", und da wird beschrieben, dass die Große Bastion von Cathay sogar drei große Tore hat, genannt Schlangentor, Drachentor und Schildkrötentor. Sie werden benutzt, um Ausfälle in die nördliche Chaoswüste zu machen und z.B. Strafexpeditionen gegen besonders hartnäckige Gegner durchzuführen.

Damit war klar, dass mein Mauersegment ein Tor haben würde, und zudem ein ziemlich großes. Ich wollte gern, dass ein Cathayanischer Sentinel aufrecht hindurch passt, also eine von diesen magisch belebten Terrakotta-Statuen. So ein Modell ist mehr als 18 cm hoch, was eine Torhöhe von 20 und eine Mauerhöhe von rund 30cm erforderte... also wird's wieder mal ein ziemlich großes Geländestück.

Immerhin konnte ich nun wieder zu Styrodur als Baumaterial wechseln. Vorbild für die Grundform und die Verzierungen war ein reales historisches Tor aus dem alten China.

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Entschieden hatte ich mich (natürlich...) für das Drachentor. Das gab mir die Gelegenheit, viel Drachen-Symbolik unterzubringen und wiederum reale Vorbilder zu kopieren. Die Drachenfiguren habe ich aus 6mm-Sperrholz ausgesägt, damit sie stabil sind und nicht beim ersten Runterfallen abbrechen.

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Inzwischen war klar geworden, dass die Größe des Baus selbst bei einer Endbreite von 1,20m maximal eine Dreiteilung erlauben würde: In der Mitte das Tor und links und rechts je ein anschließender Turm. Auch diese Türme mussten sehr groß sein, damit Pagoden-Gebäude darauf stehen konnten und trotzdem noch Platz für Wehrgänge und andere Verteidigungsanlagen blieb.

Andererseits wollte ich nicht zu viel langweiliges Mauerwerk, sondern vor allem Verzierungen. Frühzeitig tauchte die Idee auf, einen dieser typisch schlangenförmigen chinesischen Drachen als Flachrelief zu realisieren und ihn sich um die Schießscharten herumwinden zu lassen. Das war schwierig. Am Ende versuchte ich es so:

Erst einmal wurde der Drache komplett ausgeschnitten...

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...dann aber wieder in den Ausschnitt eingesetzt, nur so, dass er 2mm aus der umgebenden Wand herausragt. Damit wollte ich ihn wie ein Flachrelief aussehen lassen.

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Die eckigen Markierungen bedeuten die späteren Schießscharten; der kreisrunde Ausschnitt soll für eine Kanone sein.

Das Ganze wollte ich dann für ein mittleres Stockwerk des Turms verwenden, während auf einer Plattform darüber das Pagoden-Gebäude stehen sollte.

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Rückseite:

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Unten: Die oberste Plattform musste abnehmbar bleiben, damit das mittlere Stockwerk mit den Schießscharten bespielt werden kann. Die vier kleinen Quadrate sind dazu da, das Pagoden-Gebäude auf der Plattform zu fixieren.

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Woah!

Auch wenn ich mit großen Schrecken las, dass du einen Großteil deiner Geländesammlung auflösen / veräußern musstest aus Platzgründen, freut es mich sehr zu lesen und zu sehen, dass der Spaß am Bau ungebrochen scheint!

Absolut beeindruckend, was du da bisher zeigst! Ich hab selbst wenig Bezug zu Cathay, aber das hier haut mich so oder so um!
 
Auch wenn ich mit großen Schrecken las, dass du einen Großteil deiner Geländesammlung auflösen / veräußern musstest aus Platzgründen, freut es mich sehr zu lesen und zu sehen, dass der Spaß am Bau ungebrochen scheint!
Oh vielen Dank, das ist wirklich lieb, so viel Anteilnahme. 🙂 Ja, bauen muss ich einfach, auch wenn es vielleicht das letzte Stück in diesem ausladenden Format ist. Und ich hab auch vieles behalten, vor allem das ganze Imperiumsgelände, also ich gebe nicht alles weg.

Tja, weiter mit der Großen Bastion... Nachdem einer der Türme schon im Rohbau stand, konnte ich das Pagoden-Gebäude draufsetzen und eine erste Stellprobe machen.

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Auch das Bastionsstück auf der anderen Seite des Tors nahm langsam Gestalt an. Es ist nicht symmetrisch zu seinem Gegenstück, sondern deutlich breiter. Das hat den Grund, dass es später ein größeres Gebäude tragen soll.

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Um nicht zu viel langweiliges Mauerwerk zu haben, bemühe ich mich, viel Verzierungen und Symbolik unterzubringen. Teils stammt sie von den offiziellen Modellen (z.b. den Schild-Emblemen), teils von traditionellen chinesischen Mustern, die mir beim Recherchieren begegneten.

Hier kann man jetzt schon ungefähr die Gesamtanlage erkennen.

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...und hier die Rückseite.

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  • Liebe
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