Roman: The Scouring - Asche des Imperiums
Autor: Chris Wraight
Handlung: Nach dem Ende der SoT und HH sammeln sich einerseits auf Terra die Überlebenden, die Retter und diejenigen, die zu spät kommen. Andererseits versuchen die Verräter zu entkommen, was aber nicht so einfach und in den meisten Fällen gar nicht möglich ist. Die Loyalisten beginnen sich in den Ruinen der Thronwelt zu streiten. Vor allem Guilliman und Dorn haben entgegensetzte Ideen, Interessen und Vorstellungen über die Zukunft. Aber auch der Senat meldet seine Ansprüche an und zeigt erstmal seine Macht. Dann wartet da noch die Rückeroberung Lunas.
Meine Meinung: Der Roman liest sich meiner Meinung nach gut. Es wird nicht langweilig, auch wenn eigentlich nicht so viel passiert. Die Zerstörungen und Verheerungen werden gut beschrieben. Sowohl was Terra und Sol betrifft als auch was die geistige Verfassung der beteiligten Parteien angeht. Das Chaos ist erstmal weg, vielleicht tot, und die Verräter müssen mit ihrem Versagen klarkommen. Interessanterweise leiden auch so einige Loyalisten unter der Abwesenheit des Chaos oder besser gesagt jeglicher psionischer Energie. Hass, Wut und Rache der Loyalisten auf und an die Verräter werden auch gut beschrieben. Ebenso die sinnlosen und erfolglosen Fluchtversuche der Verräter.
Neue politische Verbindungen und Mächte werden mal deutlich gezeigt, mal angedeutet. Der Senat formt sich zur Führungsmacht im Imperium und drängt die Primarchen an den Rand. Das geht seltsam geräuschlos und einfach vonstatten. Klar, der Senat hat die heimliche Unterstützung durch Guilliman. Und die anderen Primarchen sind samt ihrer Legionen stark geschwächt. Aber das sie sich so einfach die Butter vom Brot nehmen lassen ist dann doch erstaunlich. Nachträglich sehen die anderen Primarchen im Gegensatz zu Guilliman auch nicht gerade wie große Strategen aus. Es sind die UMs, die Terra ernähren, versorgen und ausrüsten. Ohne UMs geht nix. Schön und gut, aber hätten nicht wenigstens einige andere Primarchen auch mal an Nachschub und Logistik denken können?
Die Actionszenen sind meiner Ansicht nach so okay. Die Rückeroberung Lunas ist Standardkost. Ansonsten passiert auffällig wenig. Bolterporn gibt es hier nicht. Das ist okay, aber interessanter wird der Roman deswegen leider auch nicht. Wer so halbwegs die Wh40k Lore kennt, der weiß auch was in diesem Roman passiert. Auch das die Verräter aufeinander losgehen und Perturabo eine zwielichtige Rolle spielt ist nicht so neu.
Die loyalen Primarchen spielen nur eine Nebenrolle. Dorn ist verbohrt, Guilliman vernünftig, hegt aber geheime Pläne. Und der Imperator ist tot. Oder auch nicht. Der Imperator machte sich schon in der HH und SoT rar, hier ist er quasi fast komplett abwesend. Kann einem gefallen, ich hingegen fand es nicht so toll. Aber gut, auch an dieser Front gibt es nichts Neues.
Einige bekannte Chars spielen mit: Hassan, Sindermann, Amon, Sigismund, usw. Andere, wie Keeler, werden nur erwähnt. Eine echte oder neue oder wichtige Rolle spielt keiner von denen. Nur der Ironwarrior Theokon sticht hier heraus. Er erkennt die Wahrheit, nämlich das man die Finger vom Chaos lassen sollte. Aber er ist einerseits unfähig andere von seiner Meinung zu überzeugen und ebenso unfähig gegen den Willen seines Primarchen zu handeln. Dennoch, Theokon ist ein interessanter Char von dem ich gerne noch mehr lesen würde.
Funfakt: Zumindest mir begegnet hier erstmals eine weibliche Custodes in den Romanen.
Fazit: Ich denke dieser Roman wäre ein ganz guter und passender Abschluss für die HH und SoT gewesen. Als Start einer neuen Romanreihe war mir das ein bisschen zu wenig. Neue Erkenntnisse gibt es in dem Roman eher nicht. Abgesehen von Theokon machen alle Chars genau das, was man von ihnen erwartet. Einen Ausblick auf die Zukunft gibt es nicht. Außer das man den Mars zurückerobern will. Aber ansonsten gibts meiner Meinung nach keinen Grund hier einen Nachfolger zu schreiben. Und wenn die Rückeroberung des Mars so abläuft wie die Lunas, dann brauche ich das auch nicht in Romanform.
Wertung: 6 von 10 Sternen
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