[Archiv] [Storywettbewerb III 2011] [WFantasy] "Der Name des Erfolgs"

SHOKer

Mentor der flinken Federn
03. Februar 2006
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Der Name des Erfolgs

Die Angriffswelle brach mit voller Wucht in die Reihen der Rattenleiber. Körper beider Seiten wurden durch den Druck der nachrückenden Übermacht in die Formation der Skaven gepresst. Metall drang in Fleisch, Holz stieß an Metall, Speerschäfte brachen, Waffen und Schilde wandten sich rückwärtig gegen ihre Träger. Was ehemals eine grobe Schlachtlinie ausgemergelter Klankrieger war, verschmolz in der Düsternis heran rollender Wolkentürme zu einer homogenen Masse organischen und anorganischen Materials. An diesem Punkt übertönte das Quieken sterbender Rattenmenschen das Schlachtgebrüll des Feindes; nur um kurz darauf mangels lebendiger Kehlen wieder darin unterzugehen.

Reglos stand der großgewachsene Skaven mit seiner Leibgarde über der Ebene und betrachtete das Geschehen. Ihn beschlich ein ihm bislang unbekanntes Gefühl.

Im Angesicht des Gemetzels wand sich die Mehrzahl der Klankrieger zum Rückzug. Der vordersten Front blieb allerdings keine Wahl. Ehe sich dort ein Skaven zum Fliehen abwenden konnte - nur um schockiert feststellen zu müssen, dass große Teile der Nachhut schon längst denselben Entschluss gefasst hatten - war er schon überwältigt worden. Mit dem Fall der letzten standhaften Individuen gab es endgültig keine Formation mehr. Stattdessen jagten nun zwei Wellen über das Schlachtfeld hinweg – die eine drohte von der anderen geschluckt zu werden.

Verunsicherung machte sich in seinen Gedanken breit und er zog irritiert die Lefzen hoch.

Schließlich verlor der Angriff an Schwung, während die Skaven immer weiter ihrer Nemesis entflohen. Es bildete sich eine Schneise zwischen den Widersachern. Nur noch vereinzelt fielen arme Teufel ihren Verfolgern zum Opfer, da sie zuvor von ihren Artgenossen zu Boden getrampelt wurden. Für die desorientierten Überlebenden diente die klaneigene Standarte im Rücken der eigenen Streitmacht als markanter Bezugspunkt. Dort thronte das Banner mit dem entstellten Symbol der Gehörnten über dem wogenden Meer gleich großer Leiber. Es zog die Massen an wie ein Magnet. Hastig ihrem Ziel entgegen strebend, distanzierten sie sich immer weiter vom Feind. Die Bannerträger konnten sich ihrer Aufmerksamkeit kaum erwehren und ergriffen ihrerseits die Flucht. Das Standarten-Gerüst allerdings, in das die vier kräftigen Skaven-Sklaven geschnallt waren, wog schwer auf deren Schultern. Sie wurden schnell eingeholt. Jeder Träger wurde im Sekundentakt durch seitlich aufspringende Krieger schwer belastet und ging dabei in die Knie. Die empor kletternden Flüchtigen erkannten nach einem raschen Schulterblick die andauernde Gefahr, versprühten ihr Angst-Sekret und sprangen vornüber wieder ab, um letztendlich in der Ferne ihr Heil zu suchen. Herannahende Artgenossen verstärkten den Duft intuitiv mit der entsprechenden Antwort. Der symbolträchtige Stolz des Klans war nun nicht mehr als ein Nadelöhr, in dem sich die pure Angst stetig konzentrierte – ein Teufelskreis. Die Träger, die sich dem Einfluss nicht entziehen konnten, arbeiteten sich aus purer Verzweiflung immer wieder vergebens hoch, nur um jedes Mal aufs Neue in die Knie gezwungen zu werden. Die Standarte wirbelte dabei wild umher, wie der Mast eines Schiffs in rauer See.

Was passierte hier? Er musste eingreifen…

Ein Ruck ging durch das Gerüst, wobei es so heftig von oben herabgestoßen wurde, dass zwei der Sklaven bei einem erneuten Versuch, es anzuheben, unter der zusätzlichen Belastung zusammenbrachen. Die anderen beiden ergaben sich ihrer Ohnmacht und blieben ebenso schlaff im Zaumzeug hängen. Die Plattform stand nun fest am Boden und wiegte nur leicht im Flüchtlingsansturm. Das schwere lederne Banner flatterte klatschend im Wind. Darunter stand ein für Skaven-Verhältnisse stark gerüsteter, großer, schwarzfelliger Krieger – die Standarte im Rücken, welche er haltsuchend mit dem Schwanz umklammerte. Seine rot-glühenden Augen funkelten vor wolkenbehangenem Himmel wie böse Sterne. Die respekteinflößende Gestalt bedeutete der nachrückenden Masse, sich von der Plattform fernzuhalten, doch sie drängte zusehends an ihm vorbei. Der Skaven beugte sich kurz nach vorn, um tief Luft zu holen. Dann streckte er sein Rückgrat durch, riss das mit spitzen Fängen bewährte Maul gen Himmel und stieß einen ohrenbetäubend-schrillen Fiep-Ton aus. Das Gehör eines jeden Skaven, das einzig schärfere als der Geruchsinn, wurde Opfer einer über viele Herzschläge andauernden Kreischattacke. Verstörte Klankrieger begannen sich vergebens ihre Pfoten an die Ohren zu pressen. Der Krieger malträtierte sie aber solange, bis sich der Flüchtlingsstrom schließlich verlangsamte – ungeachtet der Angstglocke, die über der Standarte lag. Er erreichte immer mehr Skaven, die sich der Qual nicht weiter widersetzen konnten. Währenddessen verlor sich der Duft der Angst mit dem Wind. Der Schrei kam zum Erliegen und der Krieger holte erneut tief Luft. Überall erholten sich Skaven keuchend von den Strapazen. Einem neuen, weitaus angenehmeren Ton horchend, schauten sie auf. Der Krieger hob seinen linken Arm. In den Krallen baumelte das abgetrennte Haupt eines feindlichen Opfers. Die rechte Klaue erhob sich ebenfalls und zeigte mit einem schartigen Krummsäbel gen Front. Die Klankrieger wandten sich dem Feind zu und dieser geriet angesichts der wiedergewonnenen Moral ins Stocken. Der Ton ging in ein Wort über und wurde für alle Rattenmenschen in einem unmissverständlichen Angriffsbefehl seinem Ende entgegen intoniert.

Der Krieger jener Stunde beendete das belebte Schauspiel seiner Heldentat. Starr stand er auf einer wackligen Höhlen-Einrichtung, die imposante Pose seines Triumphes im fahlgrünen Lichtschein von Kristallsphären nachahmend. Ein Raunen ging durch die Zuhörerschar. Einige wenige, meist jüngere Individuen senkten demütig ihr Haupt. Die Mehrzahl zeigte ungläubig die Fänge und zischte missgünstig. Der Erzähler löste sich aus der Haltung, sprang zu Boden und schaute in die Menge. In allen Ecken des Höhlenabschnitts hatten sich wieder Zuhörer eingefunden. Die große, gerüstete Gestalt des Skaven schritt im Kreis umher, der sich um ihn gebildet hatte. Jegliches Zischen kam im Angesicht seines übermächtigen Erscheinungsbildes zum Erliegen. Der Krieger fauchte den Ungläubigen Drohgebärden zu, sodass sie sich feige in der Masse versteckten. Immer mehr Skaven huschten jetzt verängstigt durcheinander und verließen diesen Höhlenabschnitt durch diverse Gänge und Nischen im Boden und in Wänden. Keifend kreischte der Krieger seinen Artgenossen hinterher: „Ihr Narren-Narren…! ICH allein habe gesiegt… Ich sieg immer!“ Er richtete sich zu voller Größe auf und brüllte es heraus, dass es in allen Gängen echote: „ICH… SIEG… VIEL!“

Der Klanchef hatte die Szenerie des Gefechts noch gut in Erinnerung. Auch wenn es am Ende ein Erfolg war, wurde ihm zum ersten Mal bewusst, dass sich etwas Schlimmes anbahnte. Am Ende hatte er Glück – wie immer. Der Erfolg schien ihm in die Wiege gelegt, denn nicht sein Können und Geschick machten ihn so erfolgreich. Egal wie er eine Sache anfasste – auf irgendeine Weise konnte er immer positive Bilanz ziehen. Der Segen der Gehörnten und seine großgewachsene, anderen Artgenossen überlegene Gestalt machten aus ihm keinen Skaven, der aus Erfahrungen lernte, ständig auf der Hut zu sein hatte und wirre Netze aus Intrigen und Geschäftsbeziehungen pflegte. Er lebte einfach in den Tag hinein und nahm alles, wie es kam. Dies machte sich besonders in einer beängstigenden Unbekümmertheit bemerkbar, was seine lang andauernde Herrschaft in diesem Bau begünstigte. Seine Widersacher wurden dadurch auf derartige Weise eingeschüchtert, dass jede Intrige letztendlich zum Scheitern verurteilt war.
Er stammte aus einem der niederen Klans aus dem Norden ab. Die dort ansässigen Rattenmenschen waren mit einem dicken Pelz sowohl an die Kälte als auch ans Wasser angepasst. Ihr nahezu wasserdichtes Fell machte sie zu guten Schwimmern. Wegen dieser Fähigkeit wurden Klanmitglieder von durchreisende Skaven-Führern angeheuert oder bevorzugt einfach entführt. Die Nähe der Klanstadt zur Chaossee bedingte ein konstant hohes Nahrungsangebot, welches aus Fisch und der Besatzung geenterter Handelsschiffe bestand. Nicht selten gerieten Händler von der berüchtigten Norscaroute ab in den Norden. Die Kombination aus regelmäßiger kriegerischer Aktivität – hauptsächlich zu Wasser – und dem guten Futter, brachte wahre Muskelpakete von Skaven hervor. Außerdem trieb der Klan selbst regen Handel mit anderen Klans.
So begab es sich, dass eines Tages ein Kriegsschiff nahe der Klan-Stadt vor Anker lag. Unversehens befand er sich an Bord. Bereits kurz nach Ankerlichtung war er der neue Kapitän. Ohne auch nur einen Gedanken an Navigation verschwendet zu haben, driftete der Kahn unter seiner Herrschaft und der alleinigen Führung von Wetter und Gezeiten eine unbestimmte Zeit durch die Chaossee. Hier und da wurden Schiffe verschiedenster Rassen geentert, die Besatzung gefressen, die Ladung geplündert und später ebenfalls gefressen. Der Nachschub an Nahrung war üppig und das Verlangen nach Meuterei hielt sich in Grenzen. Durch die Fügung des Schicksals erreichten sie wärmere Gefilde.
Eines Nachts wurde dem Kapitän ein fahlgrüner Lichtschein gemeldet. Das unnatürliche Licht hätte jedem Seemann verhießen, sich davon fernzuhalten. Aber an Bord dieses Schiffs bedeutete es Beute. Die Lichtquelle allerdings befand sich auf einem anderen Schiff und ließ sich schwer einholen. Die Verfolgung dauerte die ganze Nacht an und endete am darauffolgenden Morgen in einem unterirdischen Hafen einer Klanstadt der Skaven. Sie waren die ganze Nacht einem Schiff der eigenen Flotte gefolgt, was die Besatzung keinesfalls daran gehindert hätte, die andere auf offener See zu fressen. Stattdessen ging der Kapitän nun wortlos an Land und überließ seine Mannschaft sich selbst. Am Ende wurde ein leerer Kahn voller toter Skaven, welche sich im Machtstreit um die freigewordene Kapitänstelle gegenseitig abgeschlachtet hatten, von einer anderen Mannschaft in Beschlag genommen. Die Zeiten auf See waren vorbei. Der ehemalige Kapitän bemerkte für sich, dass er Wasser nicht ausstehen könne.
Zu diesem Zeitpunkt trug er keinen Namen mehr. Nachdem er jedoch ebenso unversehens, wie auf dem Boot, die Herrschaft über diesen Klan übernommen und sich nach einer Vielzahl gescheiterter Anschläge und Rache-Intrigen letztlich als Klanchef etabliert hatte, wurde ihm einer gegeben. Erst machten Gerüchte die Runde. Der immerwährende Erfolg gab ihm den Ruf, ein ausgefuchster Denker und Taktiker zu sein, der sich seiner Sache so sicher ist, dass er nur so vor herablassendem Selbstvertrauen strotzte. In Anbetracht seines flechsigen, uingewaschenen Markenzeichens, was in diesen Breiten keinesfalls üblich war, munkelte man, er vergeude keine Zeit mit der Hygiene seines Fells, da es ihm genau das Selbige kosten könnte. So gaben ihm die Klanratten den treffenden Namen ‚Filzfell, der Namenlose‘.
Er selbst machte sich nichts aus Namen. Wie man ihn oder andere nannte, war ihm schlichtweg egal. Seine bloße Präsenz genügte völlig, um jegliche Aufmerksamkeit auf IHN zu lenken. Was in seiner Abwesenheit geschah, war nicht Teil seiner Vorstellungskraft und er konnte sich dessen sicher sein, dass sein Auftreten immer einen bleibenden Eindruck hinterließ. Sein Klan hielt sich aus Machtspielchen der Skavenheit heraus. Pläne zur Erlangung der Weltherrschaft gab es keine. Filzfell fehlte dazu die nötige Weitsichtigkeit; bis zu jenem Moment…

Zwei mit Hellebarden bewaffnete Sturmratten flankierten die Front ihres Herrn. Die Gehörnte musste ihn geschickt haben. Unter der Führung seines Vorgängers wurden allzu häufig umher huschende Bedienstete in Paranoia als vermeintliche Intriganten entlarvt oder deren „respektloses“ Verhalten missfiel ihrem Klanchef. Im Grunde war es immer nur reine Willkür. Dies verantwortete auch einen hohen Verschleiß an Gardisten. Alle waren gleich – gleich wenig wert. Nach dem Machtwechsel hatte sich schnell herausgestellt, dass der Namenlose keinen Wert auf derartige Benimmregeln legte. Man musste nun nicht mehr ununterbrochen am Boden, im Siff seiner eigenen Angst-Ausscheidungen, herumkriechen, was in doppelter Hinsicht deutlich angenehmer war. Nicht alle Klanmitglieder wussten davon. Es amüsierte die Sturmratten, wie sich ihre Artgenossen vor ihrem Herrn und somit auch ihnen in den Dreck warfen. Das Leben in der Skaven-Gesellschaft hatte wieder an Wert gewonnen und sie würden ihr Bestes geben, um diesen Zustand beizubehalten.
Weder irgendwelche Regeln noch der Zweck seiner Begleiter waren Filzfell geläufig. Seit er diesem fetten Skaven den Kiefer gebrochen und dessen Zunge dafür herausgerissen hat, dass dieser ihn angebrüllt hatte, verfolgten die Narren ihn auf Schritt und Tritt. So standen sie mit ihm über dem Schlachtfeld und waren sichtlich von dem Geschehen bewegt, was sich darin bemerkbar machte, dass sich ihr Fell aus den Rüstungslücken sträubte, ihre Barthaare zuckten und sie mit den Schwänzen peitschten. Der Rechte wandte sich mit einem nach Bestätigung suchenden Blick seinem Herrn zu und der Anblick ließ ihn urplötzlich in Schockstarre verfallen. Filzfell registrierte unbewusst die fehlende Bewegung des zuckenden Schwanzes zu seiner Rechten und rüttelte sich aus seinen Gedanken. Sich seines Gesichtsausdrucks bewusst werdend und mit dem Gefühl ertappt worden zu sein, ließ er die Lefzen sinken. Er blickte in die weit aufgerissenen Augen des Gardisten und bemerkte sofort, dass dieser nicht auf seine Mimik reagierte. Stattdessen wurde der Unglückliche Zeuge der Verunsicherung seines Herrn; in einem Moment der Schwäche. Er erkannte sie in dessen Augen. Einen Wimpernschlag später befand sich Filzfells rechte Klaue an der Kehle der Sturmratte. Noch bevor der linke Gardist bemerkte, was neben ihm geschah, ereilte ihn dasselbe Schicksal. Zu beiden Seiten sanken die leblosen Körper zu Boden.
Filzfell war mit einer kleinen Zugkolonne unterwegs gewesen auf der Suche nach einer Nahrungsquelle. Bis auf die beiden großgewachsenen Krieger hatten seine mickrigen Artgenossen bei seinem Tempo nicht mithalten können und so wurde er aus der Ferne Zeuge, wie sie von einem ebenso mickrigen Haufen nicht-Skaven-Dinger bedrängt wurden. Er wollte sich eben aufmachen, ihnen eigens den Garaus zu machen. Da entschied er, dass er an dem Spektakel Gefallen fand; allerdings nicht sehr lange. Ihm gingen diverse Szenarien durch den Kopf und eine Eingebung widerfuhr ihm. Was hätte es gebracht, die Feiglinge rings um ihn in Stücke zu reißen, wie er es normalerweise getan hätte, wenn er unter ihnen gewesen wäre – nur um am Ende alleine einer Übermacht gegenüber zu stehen. Er konnte sich nicht mehr auf seine Körperkraft verlassen. Auf einem richtigen Schlachtfeld hätte sie keine Bedeutung. Außerhalb des Baus und abseits der Skaven-Gesellschaft war seine bloße Anwesenheit kein Garant für Erfolg. Erfolg… was war das überhaupt? Im Grunde gibt es so etwas wie Erfolg nicht, wenn man nie Misserfolg hatte. Es war immer der Normalzustand als Resultat seiner Handlungen gewesen. Wo immer er durch einen Streich seiner Pranken alles ins Lot rücken konnte, legte er Hand an. Kein Widerstand war ihm je gewachsen gewesen. Die Zahl der Widersacher hielt sich bisher immer in überschaubare Grenzen. Dass es einmal anders kommen könnte, hatte er nie in Betracht gezogen. Es war der unberechenbare Faktor der Masse; sowohl auf der eigenen als auch auf der gegnerischen Seite. Was er brauchte, war ein Werkzeug, um das Unberechenbare berechenbarer zu machen – und er hatte auch schon eines gefunden.

Der gerüstete Skavenkrieger wetterte seinen flüchtenden Zuhörern Flüche hinterher und zog in Erwägung, sich einem schwächlichen Opfer an die Fersen zu heften. Plötzlich wurde auch er sich der Präsenz hinter seinem Rücken bewusst. Wie ein Geistesblitz schoss es ihm durch den Kopf – sein Publikum war nicht vor seinen Drohungen geflohen. Erst schwenkte er leicht den Kopf, dann drehte er sich hastig in einem Satz seinem Klanchef zu, wobei er sich gleichzeitig etwas von ihm distanzierte. Noch im selben Moment, in dem er sich über dessen tatsächliche Anwesenheit vergewisserte, kauerte er sich unterwürfig auf den Boden; seine Schnauze berührte den Höhlenboden und sein Schwanz lag platt. „Ich habe gesehen, was du getan-getan…“, brummte Filzfell mit einer emotionslosen, für Ratten-untypisch tiefen Stimme. Der Krieger blinzelte mit den Augen, die er in seiner Geste kurz geschlossen hatte, und sein Blick schärfte sich. Es offenbarte sich die Quelle des üblen Gestanks, welcher in seine Nüstern trat. Er hatte sich geradewegs in die Exkremente seiner Zuhörerschar geworfen. Trotzdem hielt er weiter inne und konzentrierte sich.
„Ich bin zufrieden-frieden… feige Narren hören auf dich.“ Die Tonlage Filzfells blieb gleichbleibend demotivierend. Verwirrung machte sich in den Gedanken des Kriegers breit – der große Namenlose war zufrieden? Die Zufriedenheit machte sich für ihn vielleicht nicht in dessen Stimme bemerkbar, die Worte jedoch hatte er so verstanden. „Du bist mein Kriegschef …jetzt-jetzt“, grummelte Filzfell. Er empfand, als würde er gleich den Verstand verlieren – Konnte er seinen Ohren trauen? Nach einer langen Pause, in der nichts geschah, schaute der Krieger langsam verdutzt auf. Einige Fuß vor ihm stand eine großgewachsene zottelige Gestalt. Lediglich einige spärliche Rüstungsteile, welche stellenweise an seinen zu großen Körper geschnallt waren, bedeckten das dichte Fell. Jenes war dafür verantwortlich, dass der bereits muskulöse Körper nochmals voluminöser wirkte. Wäre die monströse Gestalt nicht gewesen, hätte man ihn allein der Rüstung nach für eine lumpige Klanratte halten können. Es herrschte weiter Stille – Was sollte er tun? Er war nun offenbar Kriegsherr und wenn das ein Witz war, würde er höchstwahrscheinlich so oder so bald sterben, also begann er, sich langsam aufzurichten. Dabei hielt er immer wieder unterwürfig Blickkontakt, um dessen Reaktion schnell deuten zu können. Als letztes Zeichen der Demut reckte er sich nicht gänzlich auf, sondern blieb leicht gebeugt. Überrascht bemerkte er, dass er in dieser Haltung seinem Herrn an die Brust reichte. Ein normaler Skaven ging ihm gerade mal bis zur Bauchmitte. „Du brauchst sehr lange-lange!“, grollte Filzfell und der frisch ernannte Kriegsherr zuckte ob der ausgebliebenen Instruktion. „Du, mein Kriegschef“, fuhr der Klanchef ernst fort, „du führst Skaven in Schlacht-Schlacht. Wenn wir im Krieg… wir viele Dinger töten-töten!“, der Ton Filzfells wandelte sich von etwas Prophezeiendem zum Vorwürfigen „Ich habe gesehen… Narren hören auf dich… im Krieg-Krieg… dann KRIEGER hören auf dich!“ Der Kriegsherr zuckte erneut, als er die Beleidigung regelrecht ins Gesicht geschlagen bekam. Er spürte in sich eine Wut auflodern, als sich Filzfell wiederholte: „Du bist kleiner Lügner-Lügner. Damals waren keine Krieger… nur Narren-Narren!“ Den Emotionen nachgebend, wagte der Kritisierte sich etwas weiter aufzurichten und reichte seinem Herrn nun fast ans Kinn – Wie konnte er es wagen, seinen Triumph so herabzuwürdigen! Sie schauten einander tief in die Augen. Beide Seiten erkannten die Entschlossenheit ihres Gegenübers. Er würde die Aufgabe annehmen und ihm zeigen, wozu er als Kriegssherr wirklich fähig sei. „Ich bin dein Kriegschef… Herr-Herr“, erwiderte er erbost, „Krieger hören IMMER auf mich! Wenn Krieg… ich töte alles-alles!“ Es war nichts mehr zu sagen. Der Kriegsherr drehte sich abrupt um und wandte sich aufrechten Schrittes dem nächsten Höhlendurchgang zu. Er war sich durchaus des Sakrilegs bewusst, welches er eben begangen hatte. Es war ein ungeschriebenes Gesetz, dass man seinem Herrn nicht den Rücken zu wandte, da man ihn sonst sehr schnell der Höhlendecke zu wandte. „SIEGVIEL!“, bellte es aus tiefer Kehle und er zuckte ein drittes Mal zusammen. Filzfell strich sich Dreck aus seinem Fell, der vom Schwanz des Kriegsherrn bei dessen Wende auf seine Brust geschleudert wurde. „Sieg… viel… oder stirb!“
 
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Servus,

interessanter Werdegang eines Skaven. Wobei ich teilweise zwischen den beiden Protagonisten nicht mehr so richtig unterscheiden konnte. Es war stellenweise nicht klar, wer genau gemeint ist. Die Mentalität der Skaven wird gut rübergebracht. Allerdings ist die plötzlich eintretende Weitsicht von Filzfell nicht wirklich nachvollziehbar.

Alles in allem würde ich 3 Punkte wählen.

Grüsse

Ludin
 
Der Name des Erfolgs:
Hey, ich mag Geschichten über all die Gestalten, die in der Regel immer zu kurz kommen. Nein, nicht imperiale Soldaten. Aber Skaven zum Beispiel.
Leider muss ich sagen, dass ich weiten Teilen der Geschichte nicht so recht folgen konnte. Wer ist eigentlich nun wer? Und gegen wen? Und wann? Und wie? Die vielen kleinen Details über die Skaven sind nett, können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass irgendwie eine klassische Erzählung fehlt.
Hier und da gibt es einige seltsame Formulierungen („Die Bannerträger konnten sich ihrer Aufmerksamkeit kaum erwehren“).
Derzeit tendiere ich hier zu zwei Punkten.
 
Gute Geschichte, die Atmosphäre und die Perpektive haben mir gut gefallen, obwohl ich mich anschließen muss, was das Verständnis anging; die ein oder andere Stelle musste ich doppelt lesen.

Ein Wort noch zur Rechtschreibung, die jetzt keinen Einfluss auf die Bewertung hat, die mich aber trotzdem etwas stutzig machte: Heißt es nicht "wandte" statt "wendete"?
 
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Ein Wort noch zur Rechtschreibung, die jetzt keinen Einfluss auf die Bewertung hat, die mich aber trotzdem etwas stutzig machte: Heißt es nicht "wandte" statt "wendete"?

Ja, ich glaube, es war schon etwas später, als ich die Geschichte gelesen habe. Und es gab genug andere Formulierungen, die mich eher gestört haben. Ich habs mal korrigiert. Hätte eigentlich in allen Fällen "wandte" heißen müssen. Danke für den Hinweis.
 
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Juhu!!!!

Endlich mal ne Skaven-Story, weil es eins der Völker ist...
die in der Regel immer zu kurz kommen.

Ich schließ mich auch bei folgendem meinen Vorrednern an:

die ein oder andere Stelle musste ich doppelt lesen

dann gabs bei mir den AHA-Effekt und letztendlich

bleiben keine Fragen offen


EDIT:

Punkte gibs erst wenn ich alles durch habe... dann im Bewertungsthread.
 
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Ein Skaven-Fan. Ja, der bin ich in der Tat auch-auch, jaja. ^_^

Aber so sehr ich mich auch freue, hier eine Geschichte über die "knuffigen Nager" zu lesen, so sehr lässt mich dieses Werk doch im Zwiespalt zurück.

Sicherlich ist es nicht einfach, eine Geschichte aus Sicht eines Skaven zu schreiben und ein wenig Verwirrung mag da sogar passend sein. Aber hier ist es einfach zu viel des Guten. Selbst nach mehrmaligem Lesen fehlt mir einfach der Durchblick. Die Grenzen zwischen den beiden Hauptcharakteren Siegviel und Filzfell verschwimmen, da teilweise der Eine die Geschichte des Anderen erzählt. Auch gibt es keinen echten "Twist" im Plot, die Story plätschert eher vor sich hin, ohne einen echten Spannungsbogen aufzubauen. Stellenweise ist auch der Schreibstil problematisch. Der erste Teil der Geschichte scheint eine Erzählung von Siegviel zu sein, passt aufgrund seines Stils und der Formulierungen jedoch nicht zu den Worten eines Skaven. Dies sorgt für zusätzliche Unklarheit.

Skavenbonus hin oder her, von mir werden das eher 3-4 Punkte

Ja, ich glaube, es war schon etwas später, als ich die Geschichte gelesen habe.

Dito - sorry, das haben wir dann wohl beide übersehen.
 
Aus eigener Erfahrung weis ich wie bockschwer es ist einen längeren Text zu verfassen, der den Anforderungen der skavischen Sprache gerecht wird.


Die Absätze über die vergangene Schlacht, oder die Vergangenheit des Klanführers als eine Art Rückblende darzustellen ist eine Lösung, die dank des gehobenen sprachlichen Niveaus elegant wirkt. Letztlich aber als Arbeitsersparnis daherkommt und leider das von meinen Vorpostern angesprochene Problem ergibt, dass die einzelnen Passagen nicht zusammengehörig wirken, da der Stil stark unterschiedlich ist. Filmreif in Szene gesetzte Texte sind gern gelesen, passen aber nicht immer. Leider.
Da ich hier keine Lösung des Problems finde ziehe ich nur ungern Punkte für oben Genanntes ab, kann aber, um weitgehend objektiv zu bleiben, nicht darauf verzichten.

Beim ersten Durchlesen kam ich arg ins Straucheln, denn zu unterscheiden welcher der Protagonisten spricht oder nicht spricht war nicht einfach. Beim zweiten Mal war allerdings alles schnell klar. Also keine leichte Lesekost für Zwischendurch oder abends im Bett. Deshalb aber nicht schlechter. Man kann anführen, dass der Autor es zu weit getrieben hat, muss es aber nicht.

Störender fand ich die Wortkargheit der Beiden im direkten Gespräch. Skaven sind Meister im schmeichlerischen Umgang miteinander und auch wenn die hier beschriebenen Hauptpersonen deutlich mehr durch ihre körperlichen Vorzüge zu führen wissen, ist ein Minimum an Wortgewandtheit evolutionär unabdingbar. Dieser Punkt fällt für mich zwar in die Kategorie „Künstlerische Freiheit“, verstärkt aber noch das besagte Problem, dass ganze Passagen nicht passen wollen.


Nach reiflicher Überlegung bin ich noch zu keinem Schluss gelangt.
 
Auch ich bin bei dieser Geschichte ziemlich durcheinander gekommen. Das verwundert aber auch nicht, da die Charaktere ja nicht so richtig oder zumindest meiner Meinung nach nicht ausreichend vorgestellt werden. Dadurch kann man sie dann natürlich auch schwer auseinander halten ;-) Ein richtiger Spannungsbogen wird auch nicht aufgebaut, weshalb ich die Erzählung als langatmig empfinde. Es könnte auch ein Auszug aus einem historischen Dokument sein. Dabei ist bei den Schlachtszenen zum Besipiel wirklich Atmosphäre vorhanden. Der Schreibstil ist sehr solide, gleichbleibend. Dies unterstreicht meiner Meinung nach die Uniformität der Ratten, verstärkt aber bei mir auch das Gefühl der Langatmigkeit. Daher tendiere ich zu 2 bis 3 Punkten.
 
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So, dann also mal zu dieser Geschichte. Ich muss sagen, dass ich die Skaven nicht unbedingt als ein eher unterrepraesentiertes Volk ansehe, allerdings kann das auch ein sehr persoenlicher Eindruck sein. Ich kenne auf jeden Fall einige Geschichten, die eine sehr hohe Fluktuation in Sachen Qualitaet haben. Ueber und mit Skaven schreiben ist sicher nicht ganz einfach und ich denke hieran scheitert der Autor auch ein bisschen. Wie einer meiner Vorredner schon angemerkt hat, sind die hier beschriebenen Skaven relativ untypische Exemplare ihres Volkes. Lassen sich die koerperlichen Merkmale noch ohne weiteres erklaeren, so missfaellt mir ein bisschen die fehlenden Intrigen und vielleicht auch ein bisschen die Sprachtiraden!

Das, in Kombination mit der Undurchsichtigkeit der Geschichte, macht das Urteil etwas schwer, gerade weil mir einige Abschnitte auch sehr gut gefallen. Vor allem das mit den fliehenden Skaven, es war zwar unuebersichtlich aber die Beschreibungen mit den ganzen Ausduenstungen fand ich sehr gelungen. Allerdings haette ich gerne erfahren, vor wem sie fliehen, oder hab ich da was ueberlesen? Insgesamt ueberwiegt aber der eher mittelmaessige Eindruck, vielleicht etwas schlechter, daher: 2-3 Punkte
 
Nun endlich ein paar Worte zur für mich letzten Geschichte. Sollte die einzige sein, zu der noch eine Kritik fehlt.

Ich habe sie soeben nochmal gelesen und muss sagen, das zweite Lesen und die hier von anderen geschriebenen Kommentare helfen stark beim Verständnis. Dieses Mal konnte ich recht gut nachvollziehen, welcher Skave welcher ist. Das bleibt dennoch ein großer Kritikpunkt bei der Geschichte: Sowas muss gleich beim ersten Lesen erkennbar sein und das ist es hier definitiv nicht.

Sprachlich ist die Geschichte gar nicht mal schlecht, zumindest am Anfang war ich positiv überrascht. Im weiteren Verlauf nimmt das Niveau dann ein wenig ab und es gab einige Stellen, die ich mir nicht so gefallen haben. Wie gesagt fehlen hier auch noch deutlich mehr Beschreibungen der jeweiligen Umgebung. Gerade die Schlacht kommt doch ein wenig unübersichtlich rüber.

Skaven-Charaktere sind natürlich schwer und hier wurde sich sichtlich Mühe gegeben. Der Hintergrund der Clanchefs ist schon interessant, aber vielleicht ein wenig sehr weit hergeholt. Es ist immer gefährlich sich für eine Kurzgeschichte ein Volk auszusuchen und dann Charaktere zu schreiben, die so völlig untypisch sind. Das bietet sich eher für lange Geschichten an. Hier wirkt es teilweise etwas unglaubwürdig. Besonders Filzfells unglaubliches Glück. Dennoch eine gute Idee, ihn am Ende zum Nachdenken zu bringen.

Inhaltlich also eigentlich nicht schlecht. Eine gute Grundidee, die nur leider wie gesagt ein wenig weit hergeholt wird. Man verwendet einen für sein Volk völlig untypischen Charakter, um den dann eine gedankliche Wandlung vollführen zu lassen, die aber dennoch nichts mit dem gewählten Volk zu tun hat. Die Geschichte hätte man auch mit minimalen Änderungen für Menschen schreiben können.

So eine richtige Handlung hat die Geschichte auch nicht. Im Prinzip geht es nur darum, Filzfells Vorgeschichte zu beschreiben und seine Gedankengänge, die schließlich darin resultieren, dass er Siegviel, wenn das tatsächlich der Name des anderen Skaven war, zum Kriegschef zu ernennen. Kaum Spannung oder besondere Überraschungen.
Wie gesagt könnte das eher Teil etwas Größerem sein.

Fazit: Insgesamt finde ich es sehr schwer, diese Geschichte einzuordnen. Sie gefällt mir vom Lesen her ganz gut, hat kaum größere Schwächen und ist zumindest in sich logisch nachvollziehbar (beim zweiten Lesen), allerdings ist das Verständnis beim ersten Mal doch ziemlich schwer, es ist eher eine Charaktervorstellung denn eine wirkliche Geschichte und nicht so recht Skaventypisch.

Vom Gefühl her würde ich sie oberhalb des Durchschnitts einordnen, allerdings muss ich auch mit anderen Geschichten vergleichen und so gut wie 'Auf zu großen Taten', 'Blaues Licht' oder 'Nordwesttribüne 42Delta', die allesamt 4 Punkte bekommen werden, finde ich sie dann doch nicht.

Ich denke, 3 Punkte sind schon in Ordnung.
 
Sorry, dass es solange gedauert hat, aber bei uns war Weihnachten 🙂

.. so oder so ähnlich war der erste satz meines Ellenlangen Statements zu meiner Story. Leider gabs bei mir in der Wohnung einen Spannungsabfall und mein PC ging aus... allles futsch! Im Moment is mir nicht danach nochmal die ganze Puzzelei der Zitate durchzuziehen. Außerdem geht mein PC auch weiterhin hin und wieder aus
(ich beeil mich grad mit tippen)

Ich hoffe, dass morgen wieder alls ok mit dem Strom is... dann mach ich mich nochmal dran.

Jetzt wünsche ich erstmal einen schönen Abend
 
Also hier bin ich und ich versuche die Puzzelei nochmal so hinzubekommen wie gestern...


Ich fange mal bei der Entstehung der Geschichte an...

Die einige Ideen sowie den Großteil der Charaktere (inkl deren Namen) sowie das Ende geisterten mir schon seit ...Jahren im Kopf herum. Sie hätten Teil eines Armeeaufbaus sein sollen, den ich nie begonnen habe. Als der Wettbewerb ohne Themenvorgabe ausgerufen wurde, hab ich die Chance genutzt, um etwas von meiner ewigen To-Do-Liste zu streichen... Interessant wäre es gewesen das Feedack dazu in einem Armeeaufbau zu lesen. Dort wäre es wohl deutlich positiver aufgenommen worde als hier^^
Wobei ich sagen muss, dass ich die Story dort wohl anders präsentiert hätte.


So eine richtige Handlung hat die Geschichte auch nicht. Im Prinzip geht es nur darum, Filzfells Vorgeschichte zu beschreiben und seine Gedankengänge, die schließlich darin resultieren, dass er Siegviel, wenn das tatsächlich der Name des anderen Skaven war, zum Kriegschef zu ernennen. Kaum Spannung oder besondere Überraschungen.

Auch gibt es keinen echten "Twist" im Plot, die Story plätschert eher vor sich hin, ohne einen echten Spannungsbogen aufzubauen.

Genau diesen beiden Kritikpunkten wollte ich eigtl entgegenwirken. Mir war klar, dass ich nicht einfach den Lebenslauf Filzfells heruntererzählen kann, sondern eine Geschichte daraus machen muss. Aus diesem Grund habe ich die Schlachtenszene hinzuerfunden. So wollte ich den Leser erstmal in Fahrt bringen.

Dann wollte ich den Leser mittels Neugier bei der Stange halten...
was hat es mit der Schlacht auf sich?
wer erzählt sie?
es fällt kein Name... und der Titel heißt, der Name des Erfolgs... hat das keinen auf irgendwelche Gedanken gebracht?
(Ich finde es schwer einen treffenden Namen zu finden und den hatte ich auch zuletzt über die Geschichte gesetzt... mMn lässt dieser schon eine Menge Spekulation... besonders im Hinblick auf Filzfells Glcihgültigkeit gegenüber Namen)
... bis es am Ende dem Leser wie Schuppen von den Augen fällt, dass es sich die ganze Zeit um 2 Protagonisten handelt.

Leider fällt mir in Nachhinein auf, dass ich am Ende des Absatzes, in dem die Zuhörer vor Siegviels Schauspielerei fliehen, ich die herannahende Präsenz Filzfells nicht hätte herausnehmen sollen. Das hätte vielen geholfen.

So kann ich die Eintönigkeit bis zum letzten Absatz nachvollziehen.


zur Verwirrung... es handelt sich um eine Geschichte über Skaven...

und ein wenig Verwirrung mag da sogar passend sein.

Genau das war mein Gedanke! Ich wollte die Köpfe zum Rauchen bringen und das ist mir gelungen 😉

Hier gingen die Meinungen auseinander...

Also keine leichte Lesekost für Zwischendurch oder abends im Bett. Deshalb aber nicht schlechter.

auch wenn der Großteil auf SHOker's Seite war...

Das bleibt dennoch ein großer Kritikpunkt bei der Geschichte: Sowas muss gleich beim ersten Lesen erkennbar sein

Ich habe bei zu wenigen anderen Wettbewerben mitgelesen (bisher nur der Vorangegangene), als dass ich hätte ahnen können, dass eine fordernde Story nicht gern gesehen ist, siehe JohnJ's "Das Allerheiligste". Falls ich nochmal mit von der Partie bin, werde ich an die Sache anders herangehen.

Allerdings MUSS ich an der Stelle darauf bestehen, dass sich meine Geschichte in einem mMn wichtigen Punkt von "Das Allerheiligste" unterscheidet. Meine hat - wenn auch mit etwas Nachdruck - einen klaren Kern und lässt eigtl kaum Raum für Interpretation... zumindest wenn man die Story endlich verstanden hat.

Dies spiegelt sich in den Kommentaren bzw. Bewertungen von 1-2 Lesern wieder. Sie haben mir gezeigt, dass ich nicht reinen verwirrenden Müll fabriziert habe. An der Stelle bedanke ich mich bei bruder_rubertus.

Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, wie und ob überhaupt Skaven miteinander reden, aber es liest sich gut! Auch bleiben keine Fragen offen

Schade finde ich es, dass bei mir die verwirrende Story nur an den Pranger gestellt wurde und kaum Diskussion darüber aufkam. Nicht einmal diejenigen, die es wohl verstanden, haben sich zu Wort gemeldet, um die Licht ins Dunkle zu bringen. Schade.

Zwar hätte ich deswegen nicht viel mehr Punkte bekommen, weil ich wohl für den nach wie vor ersten schweren Eindruck abgestraft worden wäre, aber es hat mich frustriert von der Mehrzahl der Leser negativ kritisiert zu werden, wenn man weiß, dass es durchaus möglich war, sie zu verstehen.

Ich hatte leider zu spät bemerkt, dass viele Absätze aus der Word-Datei beim Kopieren nicht übernommen wurden. SHOKer hat für mich in einem Nachtrag die wichtigsten Änderungen vorgenommen und darauf hingewiesen:

Eine kleine Anmerkung:

Auf Wunsch des Autors habe ich in der Geschichte einige Absätze (also Leerzeilen) eingefügt, die beim Kopieren nicht wie vorgesehen übernommen wurden. Diese sollen die emotionale Entwicklung von Filzfell besser vom Rest trennen.

Besonders der Post von Blackorc hat mich erkennen lassen, das viele Leser ohne die Änderungen zu ähnlicher schlussfolgerung gekommen wären...

Die Grenzen zwischen den beiden Hauptcharakteren Siegviel und Filzfell verschwimmen,

...mit voller Absicht...

da teilweise der Eine die Geschichte des Anderen erzählt.

Das war leider überhaupt nicht gewollt. Die einzelnen Sätze, die Filzfells Emotionen parallel zur Schlacht darlegen waren unglücklicherweise in den ersten Tagen Teil der Absätze.

An der Stelle kam keine Reaktion mehr von Blackorc und dass keine Diskussion aufkam, hab ich bereits beschrieben.

Das war dann auch ein Grund für mich die Frage im Diskussions-Thread zu stellen...

Mir scheint als würden einige (nicht alle!) Leser später keinen Deut mehr auf die Meinungen anderer geben [...] und legen sich bereits (teils über) 10 tage vor Ablauf der Frist fest...
[...]
wozu dann noch diskutieren?

Wie ich in "Blaues Licht" gestern gepostet habe, hätte ich mir nie Träumen lassen, dass ich mich die ganze Zeit mit dem anonymen Autoren über dessen Schreibstil streite^^... er hatte also aktiv in seiner eigenen Diskussion eingegriffen. Das finde ich jetzt nicht verwerflich... hätte ich nur gewusst, dass man das darf, hätte ich versucht etwas Leben in die Diskussion zu bringen. Der ein oder andere Leser wäre wohl auch glücklicher darüber gewesen, der Story (im Hinblick auf die Arbeit sie gelesen zu haben) etwas abgewinnen zu können.
Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, dass ich mich selbst durch zwei Zitate anderer Leser "gelobt" habe.


Hier möchte ich einwerfen (bevor es jemand anders tut), dass es sich für den ein oder anderen so anhört, als wären nur die Leser schuld, dass die Story nicht ankam und nicht der Autor. Das meine ich natürlich nicht so.

Ich will zum einen auf das Diskussionsverhalten aufmerksam machen.
... es ist nicht damit getan die Story als verwirrend abzustempeln und fertig. In "Das Allerheiligste" wurde auch diskutiert.

und zum Anderen steckt doch immer ein Gedanke hinter komplexen Geschichten... diese beim ersten Eindruck abzustrafen ist mMn nicht Sinn der Sache.

Tja irgendwie steig ich da nicht so recht durch, das Problem dabei ist, im Gegensatz zu einigen andren Lesern her, fehlt mir die Motiviation die Story erneut zu lesen - für mich gibt sie nicht so viel her, als das ich hier das Forschen anfangen würde.

Immerhin gings bei einigen dann doch...

Beim zweiten Mal war allerdings alles schnell klar.

Ich habe sie soeben nochmal gelesen und muss sagen, das zweite Lesen und die hier von anderen geschriebenen Kommentare helfen stark beim Verständnis.

Wenn die Story dann natürlich noch immer nicht gefällt oder der Frust am zusätzlichen Lesen überwiegt, dann ...mit Blackorcs Worten... Mea Culpa 🙄

An der Stelle möchte ich mich bei SHOKer bedanken, der sich genau so verhalten hat, wie ich es soeben bemängelt habe.


zu einem anderen Punkt der von mind. 2 Lesern kritisiert wurde...

Der erste Teil der Geschichte scheint eine Erzählung von Siegviel zu sein, passt aufgrund seines Stils und der Formulierungen jedoch nicht zu den Worten eines Skaven.

Nungut, der Stil des Schlachtgeschehens passt nicht zu einem Erzählstil eines Skaven... das ist schon klar. Aber wie viele vielleicht nicht erkannt haben, ist diese Schlacht nie so geschehen!
Siegviel mag in der Erzählung seiner Heldentat arg aufgetragen haben, was letztendlich von Flzfell als Lüge entlarvt wird... Allerdings wäre Siegviel nicht so erbost darüber, wenn ihn diese übertriebene Illusion nicht völlig vereinnahmt hätte, dass es für ihn bereits Realtät geworden ist... und genau dabei handelt es sich in den ersten Absätzen: Eine Illusion in Siegviels Kopf.
Und wer will mir vorwerfen, dass eine bildliche Erinnerung (auch im Kopf eines Skaven) sprachlichen Schranken unterliegt...?

Diese Illusion wird natürlich unter ganz anderen Umständen den Zuschauer-Skaven dargeboten, was man aber nur in der letzten Szene erkennen kann.

Starr stand er auf einer wackligen Höhlen-Einrichtung, die imposante Pose seines Triumphes im fahlgrünen Lichtschein von Kristallsphären nachahmend.

Das Ganze als direkte Rede Siegviels in "Skaven-Slang" zu verfassen, würde keinen Sinn machen.

(und ja, ich verwende selbst auch Partizipien 😉 )


Filzfell war übrigens dabei, beim wahren Geschehen. Seine Gedanken spielen sich parallel zum reellen Geschehen, der Basis Filzfells Illusion, ab. Beides geschah damals tatsächlich im selben Moment. Auch wenn die Lage lange nicht so fatal war, wie sie beschrieben wird (das wird später durch Filzfells Beschreibung seiner "kleinen Zugkollone" klar), erkennt er zuerst einmal die drohende Gefahr einer offenen Schlacht.

Allerdings ist die plötzlich eintretende Weitsicht von Filzfell nicht wirklich nachvollziehbar.

Ja, das geht leider etwas schnell, aber ein Schlüsselerlebnis widerfährt einen nunmal einfach so. Im Grunde hatte ich nur darauf abgezielt, Filzfell die erste große Verunsicherung im Angesicht der Niederlage erkennen zu lassen.
Dass er sein neues Werkzeug (=Siegviel) sofort erkannt hat, hatte ich nicht gemeint.
Hier wollte ich Raum für Spekulation lassen. Eine Variante, die mir gefällt, wäre...

Siegviel posaunt seine Heldentat nur so herum, auch schon öfter zuvor bevor er das Treffen mit Filzfell hat. Es ist nicht gesagt, dass die "Schlacht" erst am Vortag war... sonst hätte ich nicht geschrieben:

Der Klanchef hatte die Szenerie des Gefechts noch gut in Erinnerung.
...was andeutet, dass einige Zeit seit dem vergangen sein muss und Filzfell mehr Zeit zum Grübeln hatte. Da in der Vergangenheitsfrom erzählt wird, ist nicht gesagt, dass das "gefundene Werkzeug" im selben Moment gefunden wurde, wie er seine Eingebung hatte.

btw.
In der ersten Fassung mit 3200 Wörtern, hatte ich noch explizit erwähnt, dass Filzfell Siegviel im Bau erstmal finden musste und bis dahin einige Zeit verging. Und Siegviel in dieser Zeit mehrere dieser Aufführungen hatte, die immer übertriebener wurden.
Da ich aber die Überraschung, dass die Schlacht so gar nicht geschehen war, bis zum Ende aufheben wollte, hab ich das wieder rausgenommen.

Auch wenn keine der Klanratten es offen zeigt (Skaven sind missgünstig), so etwas spricht sich herum und letztendlich haftet Siegviel also ein heroisches Image an. Im Falle einer Schlacht würden die Krieger sich daran erinnern und die einstige Illusion Wirklichkeit werden lassen.

Dieses Potential erkennt Filzfell:
"Narren hören auf dich… im Krieg-Krieg… dann KRIEGER hören auf dich!"


Dann will ich noch auf meine Charaktere eingehen...

Das verwundert aber auch nicht, da die Charaktere ja nicht so richtig oder zumindest meiner Meinung nach nicht ausreichend vorgestellt werden. Dadurch kann man sie dann natürlich auch schwer auseinander halten ;-)

wie gesagt, das war gewollt (nur die Rüstung hebt Siegviel anfnags von Filzfell ab)... und dass ich Filzfell nicht eingehender beschreibe, kann mir aber keiner vorwerfen. Bei Siegviel handelt es sich noch um den zweiten Protagonisten, der in einer Fortsetzung mehr Aufmerksamkeit bekommen würde... (wie in etwa einem Armeeaufbau 😉 )

Störender fand ich die Wortkargheit der Beiden im direkten Gespräch.

Tja, hier stoße ich an die Grenzen der Kurzgeschichte. Die erste Fassung hatte über 3200 Wörter. Dann habe ich die Lebensgeschichte Filzfell etwas gekürzt, den Dialog auf das wichtigste beschränkt (Siegviel ist zu erbost, um sich zu weiteren Herabwürdigungen einzulassen und Filzfell ist einfach wortkarg) und ein paar Szenen aus der Schlacht herausgenommen. wie du deine Kritk aber selber entkräftest:

auch wenn die hier beschriebenen Hauptpersonen deutlich mehr durch ihre körperlichen Vorzüge zu führen wissen

Die Erfolgsgeschichte Filzfells, legt dar, dass ein Minimum an Eloquenz eben nicht unabdingbar ist... zumindest nicht in meiner Geschichte 😉

Ich habe mein Leben lang so gut wie nur Skaven gesammelt und vieles über sie gelesen... Skaven faszinieren mich, dennoch war ich es etwas leid immer nur den 0815-Hinterhältigkeits-, Feigheits- und Unterwürfigkeits-Komplex zu beschreiben. mMn sind das Erfindungen eines Autoren, William King, der zum ersten Mal Skaven im Umgang miteinander beschreibt, inkl Dialogen. In den ABs sind es meist Kurzgeschichten über das Wesen der Rattenmenschen, weisen aber meist weniger Dialoge auf. Daher finde ich es etwas übertrieben das Werk eines Autoren, der auch nur Tanquol und ein paar seiner Schergen beschreibt, als Standard aller Dinge festzulegen. Alles was danach kam, Tanquol-Romane, kenne ich noch nicht, bauen aber sicher auf den Gotrek&Felix-Werken auf.
Skaven die Skaven-untypisch sind, nennt man im AB besondere Charaktermodelle und die haben den meisten Charme. Wieso sollte mein Filzfell also im Hinblick auf Fluff unrealistisch sein?

Natürlich gehört ein gewisses Maß Skaven-typischem Verhalten dazu und das ist auch in meiner Geschichte verarbeitet (siehe Klanchef-Vorgänger). Dass mein Versuch mit Skaven mal etwas anderes zu versuchen und trotz einer eingehenden Beschreibung der Entwicklung des Hauptprotagonisten trotzdem als störend empfunden wird, finde ich schade.
Siegviel selber wird zu wenig beschrieben, als dass er als Skaven-untypisch abgestempelt werden kann... oder nur weil er Mut beweist??

Dieser Punkt fällt für mich [...] in die Kategorie „Künstlerische Freiheit“

Du sagst es 🙂
 
Das Ganze als direkte Rede Siegviels in "Skaven-Slang" zu verfassen, würde keinen Sinn machen.

Eben das ist mein größter Kritikpunkt, der der Geschichte meiner Meinung nach am meisten schadet.
Du nutzt hier ein filmisches Mittel, nämlich die Rückblende anstatt einer wörtlichen Rede. Das ist im Text aber problematisch, wenn es nicht entsprechend erklärt wird. Oder aus der Sicht eines der Zuhörer als dessen Erinnerung abgehandelt wird.
Dass Siegviel übertreibt war mir klar als er von einem abgetrennten Kopf eines Feindes sprach, obwohl er selbst wohl noch keinen Feindkontakt hatte. Hätte er nicht übertieben wäre er kein richtiger Skave.😉
Das war für mich so absolut selbstverständlich, dass ich es nicht extra erwähnen wollte. Kann für nicht Skaven-Kenner natürlich übersehen werden, aber auch in anderen Geschichten machten mir die Abstimmenden den Eindruck tiefer blicken zu können. Daher hätte ich nicht gedacht es erwähnen zu sollen.

Ich schätze wir sind hier einfach unterschiedlicher Meinung. Nicht umsonst ist deine Geschichte die, bei der ich mich am schwersten tat eine treffende Bewertung zu vergeben. Und durch mein stillschweigendes Grübeln konnte natürlich auch keine Diskussion durch mich in Gang gesetzt werden. Aber ob sie geholfen hätte?
Ich hatte mir selbst zum Ziel gesetzt jede Geschichte zweimal zu lesen. Sowohl im letzten als auch in diesem Wettbewerb konnte ich dies tun. Aber nachdem ich mich bereits bemüht hatte, dass einige Abstimmende bestimmte Geschichten überhaupt zu Ende gelesen haben, kam es mir vermessen vor, anzumerken man solle deine Geschichte ein zweitesmal lesen. Und eigentlich dachte ich, dass nach SHOKers und meinen Worten Andere die vorliegende Geschichte tatsächlich ein zweitesmal lesen würden. Und damit auch verstünden um was es ging.

Dass die Wortkargheit zum Teil dem Wortlimit zu schulden ist, ist schade.
Wie du Filzfell beschreibst kommt er mir nicht zwingend als Fluffbruch rüber. Quiek Köpfjäger aber schon eher. Mich störte einfach dieser Bruch in Siegviels Redegewandtheit. Die filmische Rückblende einfach so stehen zu lassen war aus meiner Sicht ein unverzeihlicher Fehler. Sie als Arbeitsersparnis zu beschreiben war allerdings übertrieben von mir. Dafür möchte ich mich entschuldigen, da ich nun weis, dass du mit voller Absicht diese Form gewählt hast.

Zum Thema fluffigem Wissen: Ich sehe Romane ungerne als Quellen, da die Qualität zu stark von den Autoren abhängt. Und diese werden meist beauftragt, was bedeutet, wenn Derjenige nicht begeistert ist vom Thema oder komische Vorstellungen hat schwankt die Qualität extrem. So habe ich meinen Eindruck von und über Skaven ausschließlich aus Armeebüchern (auch der anderer Völker) und dem Material aus dem WHF RPG.
Ich wüsste nicht, dass ich jemals etwas von William King gelesen hätte. Und immerhin habe ich die Fluffbrüche ja schon relativiert.

@SHOKer
Jede Geschichte kann mit wenigen Änderungen für ein menschliches Volk stehen, denn alle abweichenden Völker besitzen stereotypische Ausprägungen, die dem menschlichen Repertoir entnommen sind. Die Menschheit bringt sowohl die grausamsten als auch die tugendhaftesten Individuen hervor.
Daher dürfte dieser Punkt keine Abwertung rechtfertigen. Aber das ist mal wieder nur meine Meinung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oh, ein Kommentar^^

Eine Rückblende, in Form einer Erinnerung, ist ein filmisches Mittel?
Darf man in Geschichten keine Erinnerungen mehr verfassen, ohne sie ein Drehbuch nennen zu müssen? Sorry, das versteh ich nicht.

Ich hatte in der Entstehung schon eine Vorahnung, dass die grundverschiedenen Stile und die fehlende skavische Perspektive problematisch sein könnte. Ich dachte mir, dass viele das Problem haben werden, es als nicht reell zu erkennen. Aber jetzt ist das genau dein Kritkpunkt^^
...zur Kenntnis genommen 😉



Ich finds merkwürdig, dass viele Völker - wie du es sagst - stereotypische Ausprägungen besitzen, "die dem menschlichen Repertoir entnommen sind", dann nicht auch ein wenig davon abweichen dürfen; wie es die Menschen in ihrer Vielfalt auch tun... ok, sie sind allle feige Ratten^^... aber müssen alle Ratten redegewandt sein?

In meinen Augen ist die Sprache der Skaven nicht in den Genen verankert, als kein evolutionäres resultat, sondern eine kulturelle Weitergabe, die sich in der Gesellschaft etabliert hat.

Sprache muss wie beim Menschen erst erlernt werden ...und von einem Skaven, der sich zeitlebens (in einem relativ kurzen Leben) nur in Minen, Gruben oder auf Schlachtfelder befindet, wage ich zu behaupten, dass er nicht in der Lage ist, sich mit äußerster Gewandheit auszudrücken... es wird minimal reichen um zu verstehen.

...was man vom Tanquol und seinen Schergen gewohnt ist und was ich davon halte, habe ich bereits dargelegt. Dessen Untergebene ahmen nur das Verhalten ihrer Vorgänger nach, dass sie zuvor beobachten konnten... und so geht das bei jeder Autoritätsperson. Daher der Eindruck, dass ALLE Skaven große Redenschwinger sind.

btw.
hast du mal das PC-Game "Im Schatten der Gehörten Ratte" gespielt? Dort wurde auch Tanquol als langsamer Redner dargestellt. Ähnelt in etwa meinem abgehacktem Stil.

Jetzt bin ich an dem Punkt an dem ich auch mit SHOKer war... wenn ich dich jetzt nciht überzeugen konnte, dann bleiben die Fronten verhärtet und es ist ganz einfach Geschmackssache...
ich wäre nur zufriedener, wenn mein Verständnis der Skaven ein kleinwenig Anerkennung (nochmals besonders im Hinblick auf den besonderen Charakter Filzfells) findet 🙂

was die Kürzung des Dialogs angeht... mit der langen Fassung wärst du nicht glücklicher gewesen^^... hier wollte ich erst einen Streit vom Zaun brechen, den Siegviel wutentbrannt mit letzterer respektlosen Geste beendet... also auch nichts mit Honig ums Maul schmieren 😉