Der Turm des Necrarch: Eine Kampagne nach Mordheim-Regeln in Sylvania

Der Wasserturm ist der Hammer! 🥳
Aber da fehlt doch etwas: Wenn ich nun mit meinem Eimerchen unter dem Wasserhahn stehe, an welchem Hebel soll ich ziehen/drücken/drehen, damit Wasser aus dem Hahn kommt? 😎
... über die Frage, wie viel Wasser da auf einmal herauskommen mag, habe ich mir noch keine Gedanken gemacht ... 😂
 
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Der Wasserturm ist der Hammer! 🥳
Aber da fehlt doch etwas: Wenn ich nun mit meinem Eimerchen unter dem Wasserhahn stehe, an welchem Hebel soll ich ziehen/drücken/drehen, damit Wasser aus dem Hahn kommt? 😎
... über die Frage, wie viel Wasser da auf einmal herauskommen mag, habe ich mir noch keine Gedanken gemacht ... 😂
Hihi, stimmt, das wäre dann wohl eher eine öffentliche Dusche. 😁 Jetzt, wo ich mir das Geländestück noch mal anschaue, frage ich mich, was ich mir damals (vor 16 Jahren) dabei gedacht hatte. Ich glaube, es sollte gar kein Wasserturm sein, sondern ein Getreidespeicher, denn ich meine mich vage an ein Vorbild-Foto zu erinnern. Darauf würde auch die Klappe im oberen Drittel hindeuten. Wahrscheinlich wurden die Getreidesäcke die Treppe hochgeschleppt und dort ausgeleert. Aber es ist so lange her, dass ich das gebaut habe; ich bin mir wirklich nicht sicher.
 
Odo kam von seinem Wachposten zurück, den er im Oberstock eines halb zerstörten Hauses bezogen hatte. Trotz seines vorgerückten Alters war er derjenige mit den schärfsten Augen in der Gruppe, vor allem, was Dinge in der Ferne betraf. Seine Kameraden wandten sich ihm erwartungsvoll zu, als er die Treppe herabgestiegen kam.

„Gibt es etwas Neues?“, fragte Helmuth, der zusammen mit Ivana und Florian gewartet hatte.

„Sie sind noch immer auf dem Marktplatz“, berichtete Odo. „Der Zauberer ist in die Mulde hinabgestiegen, wo das Straßenpflaster eingebrochen ist und die Kanalisation offenliegt. Er hat die Arme erhoben, und etwas wie ein grünlicher Nebel sammelt sich um ihn.“

„Ein Ritual des Chaos“, mutmaßte Ivana. „Wahrscheinlich will er irgendetwas beschwören, das seinen Leuten im Kampf hilft.“

„Das müssen wir unbedingt verhindern, oder?“, fragte Florian. „Wo sind die anderen Chaosanbeter?“

„Sie haben sich ringsherum verteilt, wie um ihren Meister zu beschützen“, sagte Odo.

„Wir müssen angreifen…“ Ivana biss sich auf die Lippen – und blickte zu Dariya hinüber, die in einigem Abstand von den anderen an einem Fenster stand und in die Nacht hinausblickte. Seit dem letzten Kampf hatte sie kaum mehr ein Wort gesprochen und schien jede Kraft und Entscheidungsfähigkeit verloren zu haben. Es schien, dass die Trauer sie lähmte wie ein Fluch.

„Jemand muss mit ihr reden!“, sagte Florian leise. „Wenn wir zu lange warten und der Zauberer seine Beschwörung zu Ende bringt…“

Ivana nickte nachdrücklich und wandte sich an Helmuth. „Du kennst sie am längsten. Mach du das.“

Helmuth zögerte. Offenbar war er nicht begeistert von der unangenehmen Aufgabe. „Ich weiß nicht, ob ich irgendetwas tun kann, um…“

„Irgendjemand muss es tun“, beharrte Ivana, „und zwar schnell! Wenn sie nicht wieder zur Vernunft kommt, wird uns nichts anderes übrig bleiben, als das Kommando jemand anderem zu übertragen.“

„Und wem?“

„Ich wäre bereit, es zu übernehmen“, sagte Ivana grimmig und schwang einen ihrer Hämmer.

„Nein, warte!“, ermannte sich Helmuth. „Ich rede mit ihr.“

Er machte drei Schritte in Dariyas Richtung – und hielt erstaunt inne, als die Inquisitorin sich im gleichen Moment umwandte und zu ihren Gefährten herüberkam. Ihr Anblick war beklemmend, fast unheimlich: Das Gesicht eine wächserne Maske, die Augen dunkel umrandet, der Mund ein fest geschlossener Strich. Selbst Helmuth erkannte sie kaum wieder.

„Dariya?“, fragte er scheu. „Die Chaosanbeter bereiten irgendetwas vor. Odo hat gesehen, dass der Meister eine Beschwörung durchführt.“

Dariya holte tief Luft – und ihre Stimme, wenn auch heiser von Tränen, klang unerwartet entschlossen. „Dann sollten wir sie auslöschen, bevor es dazu kommt.“

Die Gefährten tauschten erleichterte Blicke. Wie es schien, hatte ihre Anführerin sich wieder gefangen.

„Geht es dir besser?“, fragte Helmuth etwas verspätet.

Dariya seufzte. „Reden wir nicht darüber. Sagen wir einfach: Ich habe jetzt noch ein paar Gründe mehr, um diesen blasphemischen Karneval zu vernichten. Diesmal geht es nicht um strategische Vorteile oder um einen zeitweiligen Sieg. Wer von ihnen menschlich ist, muss sterben… und wer mehr Dämon als Mensch ist, wird in den Warp zurück verbannt.“

„Das ist ein Wort!“, sagte Ivana zufrieden. „Wie greifen wir an?“

„In zwei Gruppen“, entschied Dariya und setzte – zum ersten Mal seit dem letzten Kampf – ihren Hut wieder auf. „Du und Helmuth; ihr nehmt die Straße im Osten. Odo, Florian – ihr kommt mit mir.“

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Dariya findet ihren Mut wieder.
 
Spiel 8:
Entscheidung


Die Situation:


Der Meister des Karnevals führt ein Beschwörungsritual durch. Er steht in dem eingebrochenen Krater, wo sich die Kanalisation öffnet, während seine Gefolgsleute sich ringsum aufgestellt haben und ihn beschützen. Die Hexenjäger nähern sich in zwei Trupps von Norden und Osten.

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Die Beschwörung behandeln wie so, wie schon einmal bei der früheren Grabhügel-Kampagne: Der Meister würfelt zu Beginn jedes seiner Spielzüge 2W6 und addiert die Werte. Wenn die kumulierte Summe 66 erreicht, ist die Beschwörung abgeschlossen, und ein mächtiger Verbündeter wird erscheinen. Bis dahin ist der Meister ganz auf das Ritual konzentriert und darf keine anderen Zauber wirken oder in Kämpfe eingreifen. (Dies dient auch dazu, den Mächten des Chaos einen kleinen Nachteil zu verschaffen, da der Karneval inzwischen schon sehr stark geworden ist.)

Da wir andererseits aber wollen, dass das Ritual gelingt, geben wir dem Meister für die Dauer der Beschwörung einen 2+ Rettungswurf. Sagen wir einfach: Er hat einen besonderen, magischen Schutzkreis um sich gezogen. Daher wird er seine Beschwörung mit größter Wahrscheinlichkeit erfolgreich abschließen, sodass wir unseren „Bossfight“ bekommen. Der Rettungswurf erlischt in dem Moment, wenn das Ritual abgeschlossen ist, bzw. wird durch seinen gewöhnlichen 5+ Rettungswurf ersetzt.
 
Eine halbkugelförmige Glocke aus grünlichem Nebel lagerte über dem Marktplatz, als die Hexenjäger sich näherten und hinter einer Hauswand in Deckung gingen. Undeutlich hörten sie die Stimme des Zauberers, der einen misstönenden Beschwörungsgesang krächzte, untermalt vom betäubenden Summen tausender Fliegen. Die anderen Chaosanbeter hatten sich ringsherum aufgereiht wie stumme Schildwachen.

Dariya hob ihre Armbrust. Es war vereinbart worden, dass der erste Schuss das Signal zum Angriff sein sollte. Auf der anderen Seite des Platzes warteten Helmuth, Ivana und mehrere Zeloten auf dieses Zeichen. Dariya peilte eine Schattengestalt an, deren zerlumpte Kutte vermuten ließ, dass es sich um einen der Befleckten handelte. Sie zog ab – und der Bolzen traf den Vermummten auf Bauchhöhe und ließ ihn rückwärts stolpern, sodass er über die Abbruchkante in den Krater stürzte.

„Fido, fass!“, schrie Dariya, und im nächsten Moment stürzte der Kampfhund los, während die Hexenjäger mit gezogenen Waffen nachfolgten. Berthold, der Flagellant, war wie üblich einer der vordersten, und sein Eifer riss den jungen Florian mit. Dariya sah es mit Besorgnis, denn der junge Mann war unerfahren und noch kein geübter Kämpfer. Sie beeilte sich, die beiden einzuholen, und zog im Laufen ihre Pistolen.

Eine Welle aus schwarzen Fliegen kam ihnen entgegen, gefolgt von den abscheulichen Ausgeburten des Karnevals. Mehrere Seuchenzombies wankten heran, zwischen deren nackten Füßen ein kichernder Nurgling tänzelte. Ein berobter Hüne mit einer riesigen Zweihandaxt folgte ihnen, und auch der Befleckte, den Dariyas Schuss erwischt hatte, rappelte sich wieder auf und kletterte auf das Straßenpflaster zurück.

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Der Zusammenprall war jäh und brutal. Berthold schwang seinen Flegel und schickte einen der Seuchenzombies zu Boden, aus vollem Hals eine seiner Hymnen anstimmend. Der Kampfhund fiel einen zweiten Zombie an, fuhr aber jaulend zurück, als der Nurgling ihm an die Kehle sprang und seine winzigen, doch nadelspitzen Zähne in seinem Fell versenkte. Für einen Moment waren sie ein sich windendes Knäuel aus Tier und Dämon; dann aber brach der Hund mit zerfleischter Kehle zusammen, und der Nurgling tollte mit triumphierendem Quietschen davon.

Dariya feuerte beide Pistolen auf den Hünen mit der Axt ab, doch sein aufgeblähter Riesenleib absorbierte die Geschosse wie Steine, die von einer Wasseroberfläche geschluckt wurden. Er hob seine gewaltige Waffe, und sie sah sein zerstörtes, halb skelettiertes Gesicht unter der grell gemusterten Kapuze. Zwar wich sie seinem Schlag erfolgreich aus, konnte ihm aber auch ihrerseits keine Verletzung beibringen.

„Ihr habt mein Dorf zerstört und meine Nachbarn getötet!“, schrie Florian Hirtgruber, dessen Zorn ihm einen erstaunlichen Mut verlieh. Mit wilden Schwerthieben drang er auf die Seuchenzombies ein – doch seine mangelnde Erfahrung wurde ihm zum Verhängnis. Unversehens erschien der Befleckte in seinem Rücken und trieb ihm einen rostigen Dolch mitten zwischen die Schulterblätter. Florian, der gerade erst in die Truppe aufgenommene Neuling, brach auf dem Straßenpflaster in die Knie, ließ Schwert und Schild fallen und kippte vornüber in den Staub. Sofort sammelten sich Schwärme von Fliegen über ihm, um das Blut aufzusaugen, während der Befleckte ein hässliches Hohnlachen ertönen ließ.

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Auf der anderen Seite des Kampfplatzes drangen Ivana und Helmuth vor, unterstützt von einer Gruppe eifriger Zeloten. Auch ihnen kam ein Brute mit Zweihandaxt entgegen, begleitet von einem weiteren Befleckten und einem jener unmenschlichen Unholde, die man Seuchenhüter nannte. Ivana deckte den Zweihandkämpfer mit einem Hagel von Hammerschlägen ein, zerschlug den Schaft seiner Waffe und brachte ihn schließlich zu Fall. Gleichzeitig jedoch wurde Helmuth von dem Seuchenhüter attackiert. Die dämonische Fleischmasse, beseelt vom unheiligen Willen ihres Gottes, fiel mit Klauen und Tentakeln über ihn her, hinderte ihn am Zurückschlagen und schleuderte ihn zu Boden, wo er sich hart den Kopf anschlug und bewusstlos liegenblieb.


[Out-Time: Schon wieder, wie im letzten Spiel, wurde Helmuth bereits in der ersten Kampfrunde ausgeschaltet. Dies schmälerte die Chancen der Hexenjäger erheblich, denn mit seiner Stärke von 6 (gesteigerte Grundstärke von 4 plus Zweihandwaffe) war er der stärkste Nahkämpfer. Um die Chancen auszugleichen, entschieden wir daher, dass Ivana sofort ihren Heilzauber anwenden durfte, was ihr auch gelang. Wir behandelten das Ergebnis so, dass Helmuth noch W6 Spielzüge lang kampfunfähig bleiben würde, dann aber ins Gefecht zurückkehren durfte. Dabei stellten wir uns vor, dass er an Ort und Stelle liegenblieb und sich allmählich erholte, während die anderen weiterkämpften.]


Obwohl Helmuth für den Augenblick kampfunfähig war, gelang Ivana und ihrem Gefolge aus Zeloten der Durchbruch. Ivana verlor einen Lebenspunkt, schlug aber den Brute aus dem Feld, dann auch den Seuchenhüter sowie einen Nurgling.

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Auf der anderen Seite des Platzes allerdings steckte der Angriff fest. Selbst mit vereinten Kräften gelang es Odo und Dariya längere Zeit nicht, den Hünen mit der Zweihandaxt auszuschalten.

Dafür machte Berthold, der Flagellant, seinem Ruf alle Ehre. In den vergangenen Tagen hatte er sich ein wenig mit Florian angefreundet, und als er mitangesehen hatte, wie der Junge von hinten erstochen wurde, war seine fromme Wut zur Raserei angewachsen. Er stürzte sich brüllend auf die Chaosanbeter und besonders auf den Befleckten, Florians Mörder. Umzingelt von drei Gegnern, hielt er sich unverwüstlich auf den Beinen und tötete sie alle, einen nach dem anderen. Selbst als der Befleckte ihn mit seinen Klauenfingern packte und ihn dabei mit der Fäulnis des Nurgle infizierte, schlug er weiter zu und hieb seinen Gegner in den Straßenstaub. Am Ende stand er blutbespritzt allein und hörte nicht auf, aus vollem Hals seine Hymne zu singen, obwohl schon die ersten Beulen auf seiner Haut ausbrachen.

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[Out-Time: Spielzug 10: Der Meister vollendet sein Ritual! Eine Wolke aus Warp-Nebel erhebt sich aus der Kanalisation, und der Verbündete erscheint. Von diesem Zeitpunkt an ist der Meister wieder frei und darf normal agieren.

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Der Verbündete:
Großer Unreiner, Dämon des Nurgle
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Schorfhaut (=4+ Rüstungswurf)
5+ dämonischer Rettungswurf
Eiterschwall
(Fernattacke 6 Zoll mit Stärke 4, ignoriert Rüstung)
Fliegenwolke (-1 auf Trefferwurf des Gegners)
Fäulnis des Nurgle (übertragen bei Verwundungswürfen von 6)
 
Als das haushohe Ungeheuer erschien, lief eine Welle des Entsetzens durch die Reihen der Hexenjäger. Keiner von ihnen hatte je etwas so Schreckliches gesehen oder auch nur davon reden gehört. Der bloße Anblick dieses unförmigen Gebirges aus verrottendem Fleisch, übersät mit Warzen und nässenden Wunden, ließ sie aufschreien und zerrte an ihrem Verstand. Einer der Zeloten wurde ohnmächtig; ein anderer übergab sich. Selbst Helmuth, der sich von seiner Verletzung erholt hatte und eben wieder auf die Beine gekommen war, schwankte vor Grauen und Ekel, als der betäubende Gestank des Wesens über den Platz wehte. Der gehörnte Kopf mit dem riesigen, grinsenden Maul wandte sich den feindlichen Kämpfern zu. Die grünlichen Augen flackerten – mehr schelmisch als bösartig, wie es schien. Ein dumpfes, blubberndes Geräusch stieg aus der monströsen Kehle auf wie ein Lachen. Das dämonische Ding schien sich zu freuen, als es die Menschen erblickte. Es schien keine ernstzunehmenden Gegner in ihnen zu sehen; eher Kundschaft für seine unnatürlichen Geschenke. Diesen Eindruck vermittelten auch die kleinen, madenartigen Parasiten, die sich aus seinen freiliegenden Gedärmen hervorwanden und kichernd über seine ledrige Haut krochen.

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„Habt keine Furcht, bei Sigmar!“, rief Ivana den verängstigten Zeloten zu. „Was immer es ist; wir werden es dorthin zurückschicken, wo es hergekommen ist!“

Sie drang bis zum Rand des Kraters vor und reckte ihre Hämmer gegen das Ding, das sie um vier Menschenlängen überragte. Es blickte auf sie hinab und ließ ein gurgelndes Geräusch hören, aus dem man ebenso Überraschung wie Freude über die unerwartete Zuwendung heraushören mochte: Da war ein Mensch, den es mit seinen dämonischen Gaben beglücken konnte. Es hob eine gewaltige Waffe, die man für ein uraltes, rostiges Schwert halten konnte, übersät von Schimmelflecken und triefend von Bächen gelblichen Eiters.

Als Ivana gerade zuschlagen wollte, stimmte der Meister des Karnevals erneut eine Beschwörung an. Diesmal war es einer seiner gewöhnlichen Zauber – doch verheerend genug [Pestilenz (10+): Sämtliche Gegner in 12 Zoll Umkreis erleiden einen Stärke-3-Treffer, gegen den keine Rüstungswürfe erlaubt sind.] Ivana wurde zurückgeworfen, und auch alle anderen erhielten einen Schlag wie von einer unsichtbaren Kraft. Einer der Zeloten wurde gegen eine Hauswand geschleudert und sank leblos daran herab. Auch Helmuth wurde zu Boden geworfen, blieb aber unverletzt.

Zu Boden ging auch Berthold, der heldenhafte Flagellant, auf der anderen Seite des Platzes. Er war bereits mit der Seuche infiziert, und der nochmalige Treffer durch den verderblichen Zauber raubte ihm den Rest seiner Lebenskraft. Die letzte Zeile seiner Hymne brach ab, und er fiel tot zu Boden.

Umso wütender drangen Odo und Dariya gegen die verbliebenen Karnevalisten vor. Dariya hatte ihre Kraft wiedergefunden und dachte nur noch an eines: Den Zauberer auszuschalten, bevor er weiteres Unheil beschwören konnte. Beinahe besinnungslos hieb sie drauflos, und beide Gegner fielen – endlich war der Weg frei.

„Ich klage dich an!“, rief sie, als sie auf den Zauberer losstürmte. „Ich spreche dir das Urteil! Und ich vollstrecke es!“

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Der Zauberer zog sein Schwert. Er mochte mehr Macht besitzen als jeder gewöhnliche Magier, doch er stand nun allein, und er war kein Kämpfer. Alles, was ihn beschützte, war der Segen seines Dunklen Gottes. Es kam nur zu einem kurzen Schlagabtausch. Noch bevor Odo seiner Anführerin zur Seite eilen konnte, hatte Dariya dem Meister das Schwert aus der Hand geschlagen, die Klinge in seinem Brustkorb versenkt und ihn mit einem Fußtritt über die Kante des Kraters gestoßen. Er stürzte in die Tiefe, und sein letzter Schrei wurde von dem grünlichen Nebel erstickt.

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[Endlich einmal eine gute Wendung! Dariya besiegt Meister Nosselgrun im Nahkampf. Mit ihren mittlerweile 3 Attacken, überlegener Initiative und gesteigerter Stärke von 4 lässt sie dem Zauberer, der letztlich doch nur ein Mensch ist, nicht einmal Gelegenheit zum Rückschlag. Sein dämonischer Rettungswurf absorbierte eine von zwei Verwundungen; die zweite jedoch brachte ihn zu Fall.]
 

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Die Hexenjäger hatten den Karneval des Chaos besiegt: Seine sämtlichen Anhänger waren ausgeschaltet, um den Preis von sechs Toten in den eigenen Reihen. Es standen noch Dariya und Odo, Ivana und Helmuth, zwei Zeloten und der zweite der beiden Flagellanten.

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Nun umringten sie alle den dämonischen Koloss, der sich in einer Wolke aus summenden Fliegen über dem Krater erhob. Die monströse Wesenheit erwies sich als nahezu unverwundbar. Ihre Haut war dick wie Leder, und ihre Widerstandskraft, trotz der zahlreichen aufgeplatzten und entzündeten Stellen, absolut übermenschlich. Ivanas Hämmer glitten ebenso ab wie Helmuths Zweihandaxt und Dariyas Schwert. Nur einzelne, leichte Wunden konnten sie dem Dämon zufügen, die ihm nicht mehr entlockten als ein erstauntes Grunzen. Gleichzeitig schwang er, wenn auch plump und träge, sein riesiges Schwert. Obwohl er sich scheinbar nicht ernsthaft bedroht fühlte, schien er zu erkennen, welche Gegner ihm am härtesten zusetzten, und richtete seine Schläge bevorzugt gegen Ivana und Dariya. Mehr zufällig erwischte er einen der Zeloten und tötete ihn so beiläufig wie ein Mensch, der einen Käfer zertritt. Dariya gelang es mehrfach, der riesigen Waffe auszuweichen, die sich in das Straßenpflaster grub und Fontänen von Steinen und Erde hochspritzen ließ. Einmal wurde sie zu Boden geschleudert, konnte sich aber abfangen und stand wieder auf.

Am wütendsten hieb Ivana auf den Koloss ein – was zur Folge hatte, dass er sich schließlich ihr zuwandte und seine riesige Pranke ausstreckte, um sie zu ergreifen. Die Haut an seinem Arm brach auf, und bläuliche Tentakel ringelten sich hervor, um der Kriegernonne ihre Waffen zu entreißen. Ivana wehrte sich verzweifelt, konnte die grapschenden Finger zurückschlagen, ging aber zu Boden – und als sie sich wieder aufrichtete, starrte sie auf ihre Hände, die von schwärzlichen Beulen bedeckt waren.

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[Der Große Unreine hat Ivana einen weiteren Lebenspunkt genommen und sie mit der ulnis des Nurgle infiziert. Drei seiner fünf Attacken trafen, und beim Verwundungswurf fielen zwei Sechsen. ]

Der Dämon ließ sein blubberndes Lachen ertönen – nicht hämisch, sondern ehrlich erfreut, als begrüßte er eine neue Freundin in den Reihen seiner Anhänger. Die große Riss, der quer über seinen Bauch verlief und die Gedärme hervortreten ließ, blähte sich plötzlich wie ein Eingangstor. Zähne erschienen ringsum an den Wundrändern. Es sah aus, als öffnete sich ein Tunnel in das faulige Innere des Kolosses – ein Maul, um Ivana zu verschlingen.

Die Kriegernonne verzog keine Miene. Selbst im Angesicht der Seuche, die ihren Körper ergriffen hatte, verlor sie nichts von ihrer Entschlossenheit. Sie wich einige Schritte zurück, ließ ihre Hämmer fallen und packte den Speer eines toten Zeloten, der auf dem Straßenpflaster lag.

„Ivana!“, rief Helmuth. „Was tust du?“

Sie sah nur kurz zu ihm hinüber, dann zu Odo, zuletzt zu Dariya.

„Freunde in Sigmar“, sagte sie laut, „es war mir eine Ehre, mit euch zu kämpfen.“
Dann stürmte sie mit vorgestrecktem Speer los – direkt auf das riesige Maul zu, das ihr entgegenkam.

„Nein!“, schrie Helmuth.

Doch es war zu spät. Mit einem Schrei stürmte Ivana mitten in den Leib ihres Feindes, und das groteske Maul voller Zähne und Darmschlingen schloss sich über ihr.

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Wieder gab der Dämon ein seltsames, überraschtes Grunzen von sich. Er starrte auf seinen massigen Wanst hinab, der sich plötzlich ausbeulte – und dann brach eine Speerspitze mitten zwischen seinen Rippen hervor, von innen nach außen durchgestoßen.

„Vorwärts, gebt ihm den Rest!“, rief Dariya.

Die verbliebenen Kämpfer drangen von allen Seiten auf das Ungetüm ein. Sie waren nur noch zu fünft, doch das Opfer ihrer Gefährtin trieb sie zu einer letzten, verzweifelten Anstrengung. Odo stieß seine Hellebarde in die Seite des Dämons. Helmut hieb ihm seine Zweihandaxt in den wulstigen Nacken, und Dariya versenkte ihre Klinge bis zum Heft in seinem aufgequollenen Bauch. Selbst der letzte verbliebene Zelot schaffte es, einen gezielten Stich anzubringen.

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Ooouuuuh?“, blubberte das Monstrum verwirrt und sah an sich hinab. Sein Leib war an mehreren Stellen aufgerissen, und seine Eingeweide begannen auszulaufen wie der Dotter aus einem zerschlagenen Ei. Im Innern des riesigen Körpers schien etwas zu platzen wie eine Blase, und eine Wolke übelkeiterregenden Gestanks quoll hervor. Ein Strom von Eiter und bräunlichem Dämonenblut ließ die Menschen zurückweichen.

Dann sackte der Koloss langsam in sich zusammen, als hätten sich alle Knochen verflüssigt, die er vielleicht besessen hatte. Der unförmige Kopf, grotesk klein auf dem Gebirge aus Hautfalten, sackte immer tiefer und schwamm zuletzt wie eine hässliche Seerose auf schmutzigem Wasser. Schließlich zerging das ganze Geschöpf zu einer brodelnden Brühe, die in dem Krater versank und sich ihren Weg hinab in die Tiefen der Abwasserkanäle bahnte.

Die fünf Gefährten standen rund um den Krater und sahen mit an, wie die dämonische Wesenheit sich auflöste. Seltsamerweise blieb keine Spur zurück: Als der Nebel und die Fliegen sich verzogen hatten, lag das Pflaster trocken da, ohne irgendwelche Reste von Blut oder Gedärm.

Dariya stieß die Luft aus und ließ ihr Schwert sinken. Dann nahm sie ihren Hut ab und senkte den Kopf.

„Teure Freundin“, murmelte sie, „dein Opfer war nicht vergebens. Möge unser Herr Sigmar dich aufnehmen.“
 
Zuletzt bearbeitet:
Ergebnis des Endspiels: Endgültiger Sieg der Hexenjäger, wenn auch unter schwersten Verlusten. Es fielen 5 von 6 Zeloten, Florian, Berthold, der Kampfhund und zuletzt Ivana.

Die Sieger sind nur noch zu fünft: Dariya, Odo, Helmuth, ein Zelot und der zweite der beiden Flagellanten.

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Ivanas Opfer haben wir folgendermaßen behandelt:

Als sie durch den Großen Dämon den zweiten ihrer Lebenspunkte verlor und zugleich mit der tödlichen Fäulnis des Nurgle infiziert wurde, kam es mir angemessen vor, dass sie sich opfern würde. Sie war einfach nicht die Person, die tagelang unter der Seuche leiden und sich langsam zu Tode quälen würde. Stattdessen vereinbarten wir, dass sie in einer letzten verzweifelten Anstrengung drauflosstürmen und dem Dämon W6 automatische („Aufprall-“)Treffer versetzen würde. Das Ergebnis waren vier Treffer mit Stärke 5 (Grundstärke 4 plus Nahkampf-Fertigkeit Schmetterschlag), von denen zwei verwundeten und auch durch den Rettungswurf des Dämons nicht verhindert wurden. Der Dämon besaß zu diesem Zeitpunkt noch 4 seiner 7 Lebenspunkte, danach also noch 2. Diese letzten Lebenspunkte wurden ihm einzeln genommen, je einer durch Dariya und Helmuth, wobei Helmuth den entscheidenden (Ausschalt-) Treffer landete.

* * *

R. I. P. Schwester Ivana

Die Kriegernonne fand ein würdiges Ende für ein Leben, das gänzlich dem Kampf gegen das Böse gewidmet war, im Sieg über einen Großen Dämon des Chaos.


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Dorf Gablitz am Steinbach, sechs Tage später


D
ie Soldaten, die die Brücke bewachten, zogen ihre Schwerter, als ein Fuhrwerk sich näherte. Es war mit sechs Pferden bespannt, und die Seitenwände waren gepanzert wie bei einem Kampfwagen.

„Halt!“, rief der Hauptmann der Soldaten und streckte abwehrend eine Hand aus. „Wer immer Ihr seid, Ihr kommt aus dem Sperrgebiet! Niemand überquert diese Brücke! Anweisung des Großinquisitors.“

„Die Seuche ist besiegt“, rief ein kräftig gebauter Mann zurück, der auf dem Kutschbock saß. „Und Großinquisitor Hutter lebt nicht mehr. Ihr könnt Eure Sperrzone aufheben.“

„Wer behauptet das“, rief der Hauptmann, „und mit wessen Autorität?“

„Mit meiner“, antwortete eine Frauenstimme. „Inquisitorin Dariya von Hornberg.“

Dariya sprang vom Wagen und ging auf die Männer zu, wobei sie das Silbersiegel des Templerordens vorwies. „Erkennt Ihr das hier?“

Die Soldaten tauschten erstaunte Blicke. Der Hauptmann allerdings wirkte noch immer misstrauisch.

„Wo ist der Großinquisitor?“, fragte er.

„Ihr habt es gerade gehört“, erwiderte Dariya. „Er…ließ sein Leben in Erfüllung seiner Pflicht.“ Sie hielt es für besser, sich auf diese Weise auszudrücken und nicht auf die näheren Umstände einzugehen.

Inzwischen hatten auch die übrigen Hexenjäger das Fuhrwerk verlassen, und Helmuth kletterte vom Kutschbock. Der Hauptmann musterte die Truppe, von der nur noch eine Handvoll Kämpfer in zerschlissenen Kleidern und schadhaften Rüstungen übrig waren.

„Ich erinnere mich an Euch“, sagte er schließlich. „Seid Ihr nicht mit einer viel größeren Truppe ausgezogen?“

„Allerdings“, sagte Dariya. „Wir haben viele Leben verloren. Doch es war nicht umsonst. Die Quelle der Seuche wurde gefunden – und zerstört.“

Der Hauptmann schien noch immer nicht recht zu wissen, wie er sich verhalten sollte. Er hüstelte betreten und sagte: „Der Großinquisitor gab Anweisung, dass Ihr sofort verhaftet werden sollt, falls Ihr wieder auftaucht…“

„Und ich gebe Euch die Anweisung, die Sperrzone aufzulösen“, entgegnete Dariya. „Wagt Ihr es, einem Befehl der Inquisition zuwiderzuhandeln?“

Da der Hauptmann stumm blieb, wandte sie sich an die Soldaten ringsum. „Die Gefahr ist gebannt! Ihr werdet hier nicht mehr gebraucht. Wollt Ihr einen Beweis?“ Sie ließ sich von Helmuth einen Leinensack reichen, langte hinein – und zog den Kopf des Karnevalmeisters hervor.

Die Soldaten schrien auf vor Entsetzen, als sie den Kopf auf die Straße warf - direkt vor die Füße des Hauptmanns, der erschrocken zurücksprang. Der Meister war nur ein Mensch gewesen, kein Dämon, und so war sein Körper nach dem letzten Gefecht zurückgeblieben. Dennoch sah man ihm an, dass er vom Chaos berührt worden war: Der Schädel war kahl, das Gesicht scheußlich verzerrt, und aus dem klaffenden Mund bleckte eine tentakelförmige Zunge hervor.

„Keine Angst!“, sagte Dariya ruhig. „Er hat keine Macht mehr. Die Dämonen sind in den Warp zurückgekehrt – und dies ist nichts weiter als der Schädel eines irregeleiteten Sterblichen.“

Der Hauptmann blickte zwischen ihr und dem schrecklichen Kopf hin und her, offenbar unentschlossen. Dann senkte er seine Hellebarde und kickte das Ding mit der äußersten Klingenspitze von der Straße ins Gebüsch.

„Seht uns an!“, fuhr Dariya fort. „Keiner von uns hat die Seuche. Lasst uns durch und geht nach hause, wenn ihr wollt. Besser allerdings wäre es, wenn Ihr den Menschen in der Sperrzone beim Wiederaufbau helft. Bringt Lebensmittel zu den Leuten, kümmert Euch um Verwundete und sichert die zerstörten Dörfer gegen Plünderer.“

Es war erstaunlich, wie sehr sich Dariya verändert hatte. Kein Auftrag hatte solche Spuren an ihr hinterlassen wie dieser; in ihrem Äußeren ebenso wie in ihrem Charakter. Sie wirkte ernster, würdiger, und strahlte eine bislang ungeahnte Autorität aus.

Das spürten auch die Soldaten. Die meisten traten beiseite, und schließlich gab der Hauptmann ein Zeichen, damit auch die Übrigen den Weg freimachten.

Die Hexenjäger bestiegen wieder ihr Fuhrwerk, passierten die Brücke und fuhren die Landstraße hinab, verfolgt von den staunenden Blicken der Wachmannschaft.


* * *


Odo hatte Helmuth auf dem Kutschbock abgelöst, sodass sie zu viert im Wagen saßen: Dariya, Helmuth, der Flagellant und der letzte der Zeloten namens Volkwart. Die beiden Eiferer hatten die Erlebnisse in Thalheim erstaunlich gut bewältigt, und selbst einige Verletzungen hatten ihren Kampfeswillen nicht beeinträchtigt.

„Wohin fahren wir eigentlich, Herrin?“, fragte Volkwart.

„Zunächst einmal zurück nach Wurtbad“, sagte Dariya. „Wir haben dem Kurfürsten eine Menge zu berichten. Außerdem werden wir neue Mitstreiter anheuern müssen.“

„Das heißt, wir kämpfen weiter?“, fragte der Zelot hoffnungsvoll.

„Natürlich. Wir haben eine große Gefahr gebannt, aber es gibt noch genug Bedrohungen in der Welt.“

„Oh ja“, nickte der Flagellant mit finsterem Gesicht. „Sigmar hat mir Träume geschickt. Er hat mir offenbart, dass nur noch dreizehn Jahre ins Land ziehen werden, ehe die Welt in einer letzten Großen Schlacht untergeht. Das Ende ist nahe, sagte er zu mir.“

„Dreizehn Jahre?“ Helmuth hob die Augenbrauen. „Das wäre 2519. Sag ehrlich, wie oft hast du so etwas schon geträumt? Und wie oft ist es eingetroffen?“

„Ihr macht Euch über mich lustig, Herr“, protestierte der Flagellant. „Ihr glaubt wohl nicht, dass unser Herr Sigmar einem unbedeutenden Mann wie mir solche Offenbarungen zuteil werden lässt…“

„Ich gebe zu: Ich bin skeptisch“, gestand Helmuth. „Nimm es mir nicht übel, aber - das Ende der Welt wurde schon so oft vorausgesagt, und nie ist es eingetroffen. Hoffen wir, dass es dabei bleibt.“

Der Flagellant tauschte einen ernsten Blick mit Volkwart. Dann zogen die beiden sich in den hinteren Teil des Wagens zurück und tuschelten miteinander. Volkwart war offenbar nur zu gern bereit, der Unheilsprophezeiung zu glauben, und hing geradezu an den Lippen des Flagellanten.

„Glaubst du es?“, wandte sich Helmuth an Dariya.

Sie seufzte. „Ich weiß es nicht. Eigentlich will ich es auch gar nicht wissen. Es tut uns Sterblichen nicht gut, in die Zukunft zu sehen; einerlei, ob die Visionen von Göttern oder von Dämonen kommen. Aber ich gebe zu, dass ich diese beiden Eiferer ein wenig beneide. Sie rechnen ständig mit dem Schlimmsten, und gerade deshalb kann kein Schrecken ihren Mut brechen. Sie haben keine Hoffnung mehr auf ein normales Leben, und deshalb vermissen sie es auch nicht.“

„Und du?“ Helmuth blickte sie von der Seite an. „Hast du noch Hoffnung?“

„Auf ein normales Leben?“ Dariya schüttelte den Kopf. „Nicht wirklich. Nicht nach Martins Tod.“

„Ich kann verstehen, wie du dich fühlst“, sagte Helmuth überraschend. „Mir geht es nicht anders.“

„Du meinst… wegen Ivana?“

Helmuth nickte. Er sah keinen Anlass, es zu leugnen.

„Aber… es war doch nie etwas zwischen euch, oder?“, vermutete Dariya.

„Nein“, seufzte Helmuth. „Sie lebte nur für den Kampf. Aber solange sie lebte, nun ja…“ Er grinste schief – Helmuth war nicht der Mann, der offen seine Trauer zeigte. „… hatte ich Hoffnung. Ich weiß, das war töricht von mir. Mit Frauen hatte ich noch nie Glück. Ich suche mir immer die Falschen aus.“

„Früher hast du es auch bei mir versucht.“

„Eben! Ich sage ja: Ich habe einfach kein Glück. Und dabei sind wir beide nun die einzigen, die von unserer alten Truppe noch übrig sind.“

„Stimmt…“

Eine Weile schwiegen beide.

„Und wenn tatsächlich die Welt untergeht?“, fragte Helmuth schließlich, wie üblich in einem Ton, der scheinbar scherzhaft klang. „Sollen wir beide als einsame alte Jungfern sterben?“

Nun war es Dariya, die schmunzelte. „Alter Schwerenöter“, neckte sie ihn freundschaftlich. „Es gibt Schlimmeres, als einsam zu sterben. Denk daran, wie Florian gestorben ist… oder Hutter.“ Ihr Lächeln verschwand, und jener neue, strenge Ernst trat auf ihr Gesicht, der für Helmuth noch so ungewohnt war. „Es gibt so viel Böses da draußen. Und Irgendjemand muss sich dem entgegenstellen. Manche müssen eben kämpfen – damit andere das normale Leben führen können, das uns verwehrt bleibt.“

Helmuth seufzte. „Tja… wenn das unser Schicksal ist…“

„Ich glaube, das ist es“, sagte Dariya und blickte zum dunkler werdenden Himmel hinauf. Die Nacht brach herein, und obwohl weder Fliegen summten noch unheimlicher Nebel aufzog, erinnerte die Dämmerung sie daran, dass die Dunkelheit nie endgültig besiegt werden konnte.
 
😢Ich verabschiede mich... so schwer es mir fällt...

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...von den fünf Überlebenden, denen sicher noch manche Abenteuer bevorstehen.

...und von euch. Herzlichen Dank an alle, die dabei waren und mich zum Weitermachen ermutigt haben. Ursprünglich sollte der "Turm des Necrarch" einmal eine einzelne Kampagne aus 5-6 Spielen werden. Nun habt ihr dafür gesorgt, dass eine kleine Novelle daraus geworden ist, und dass mir das Ganze so richtig ans Herz gewachsen ist. Liebe Grüße auch von meinem Mitspieler. Wir wollen jetzt erst einmal zu Feldschlachten zurückkehren, denn wir haben immer noch zu wenig Übung in The Old World. Außerdem gönne ich ihm, dass er dann endlich mal wieder gewinnen darf. 😁

So long!
 
Neuer Mitkämpfer beim Karneval des Chaos: Barnabas der Berobte

Ich gebe zu: Diesen Ausgang der Sache hatten wir bereits geplant. Es war absehbar, dass Hutters Truppe im Spiel unterliegen würde, und wir wollten den Charakter nicht einfach sterben lassen. Also bleibt er am Leben, allerdings in den Diensten eines anderen Gottes als zuvor.

Großinquisitor Hutter hat sich sehr verändert…

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So erhält der Karneval des Chaos nun mit Barnabas dem Berobten seinen sechsten Helden. Er behält alle Steigerungen und seine gesamte Ausrüstung (schwere Rüstung, Schwert und zwei Pistolen). Nurgles Segen hebt seinen Widerstand auf 4 an und verleiht ihm außerdem einen dämonischen 5+ Rettungswurf (während seine Heilige Reliquie wirkungslos wird). Er ist fortan immun gegen die Fäulnis des Nurgle und nicht länger von der entsprechenden Regel betroffen.
Sehr sehr geil. Auch die Kurzgeschichte im Post davor!