Unterhalb des Imperialen Palastes auf Terra – nahe den versiegelten Gewölben der Shadowkeepers.
Die Luft war still um die Wächter der Zellen. Nicht still wie ruhig sondern unterdrückt. Als würde selbst der Raum wissen, dass hier etwas nicht existieren sollte. Die Wächter verharrten reglos, aufmerksam. Sie bemerkten jede Veränderung. In der Zusammensetzung der Luft, der Wände, des Lichtspektrums. Alles wurde beobachtet, analysiert, gespeichert, weitergeleitet.
Die Runensiegel an einer Zellentür flackerten. Ein Fehler. Eine Unmöglichkeit. Shield-Captain Masius trat vor, die gold-schwarze Rüstung reflektierte das matte Licht der Sicherungsfelder. Hinter ihr formierten sich kampfbereit und wartend die Custodians.
„Bestätigung.“ kam der Befehl von Masius.
Ein Servo-Schädel summte leise. „Zelle ϴ-9 kompromittiert. Inhalt: unbekanntes Xenos-Artefakt. Status: aktiv.“
Ein kaum wahrnehmbares Knacken durchzog die Wand. Die Custodians hoben synchron die Speere.
Die Tür verschwand. Sie öffnete sich nicht, sie verschwand einfach. Als hätte etwas auf der anderen Seite gelernt, wie Materie funktioniert und die Tür nun disintegriert. Der nun sichtbare Raum lag in völliger, dichter Dunkelheit. Ein Flüstern begann. Sie nahmen es nicht mit den hörenden Sinnen wahr, es war eher in ihrem Kopf, im Geiste spürbar.
Einer der Custodians machte einen halben Schritt nach vorn, doch auf Masius' Handzeichen stoppte er abrupt.
„Es… erkennt uns.“ sagte er.
Masius reagierte nicht, sondern trat ein. Sofort veränderte sich die Schwerkraft. Der Boden war noch da, aber nicht mehr verlässlich. In der Mitte der Zelle schwebte das Artefakt: eine geometrisch unmögliche Struktur, deren Kanten sich ständig neu berechneten.
„Fixieren.“ sagte Masius ruhig zu den Custodians, die nach ihr eingetreten waren. Sie bildeten einen Halbkreis um das Artefakt, dabei die Tür sichernd und versperrend.
Zwei Custodians aktivierten ihre Grav-Emitter. Das Feld spannte sich – verzerrte sich – hielt. Für einen Moment. Dann brach einer der Wächter zusammen. Keine Explosion. Kein Schrei.
Er war einfach nicht mehr kohärent.
„Anpassung. Phase-II-Bindung.“
Keine Emotion, kein Zögern. Die verbleibenden Custodians wechselten Formation. Neue Felder wurden gebildet, engmaschiger, für bessere Eindämmung. Das Artefakt reagierte umgehend, die Dunkelheit fing an zu pulsieren. Bilder flackerten in den Köpfen der Anwesenden – Sterne, die erloschen, bevor sie geboren wurden, Erinnerungen, die keine waren. Drei Sonnen. Grünes Wabern. Gedämpfte Kampfgeräusche, Lachen, metallenes Schaben über Stein.
„Es versucht… uns umzuschreiben.“ kam die gepresste Stimme eines Custodians ins Vox. Shield-Captain Masius trat näher. Direkt in das Zentrum der Verzerrung. Ihre Stimme war ruhig und absolut: „Du bist bereits definiert.“
Sie aktivierte ein Relikt an ihrem Gürtel. Ein uraltes Siegel, älter als viele Welten. Das Licht brach als Reaktion in ein Kaleidoskop von Farben, Sinneseindrücken. Ihre Gehirne und Geister zuckten unter diesem Ansturm zusammen und sie brachen zusammen, sanken auf die Knie. Das Flüstern des Artefakts verstummte, ersetzt von einem metallenen Klacken. Ein neues Flüstern: "Ich danke euch, Masius, daß ihr es unbeschadet zu mir gebracht habt."
Für einen Augenblick existierte nur Stille. Sie blickten sich um und erhoben sich. Die Zelle war einer offenen Ruine gewichen, ein grau-schwarzer Himmel über ihnen, beleuchtet von drei Sonnen, die sie unnachgiebig und wertend anstrahlten.
Tja, willkommen auf Ferrus Magna, würde ich mal sagen!
😀
Und meine Recken haben auch direkt die erste Schlacht schlagen dürfen:
Der Ruinenbezirk von Ferrus Magna war ein Labyrinth aus zerborstenen Makrotürmen, geschmolzenem Metall und flackernden Bränden. Einst ein pulsierendes Zentrum imperialer Industrie, nun ein Schlachtfeld, auf dem nur noch Wahnsinn und Pflicht existierten.
Aus den Schatten traten die Shadowkeepers hervor – lautlos, makellos, unaufhaltsam. An ihrer Spitze schritt ein Blade Champion, seine Haltung ruhig, seine Klingen bereit, als würde er bereits jede kommende Bewegung kennen.
Ihnen gegenüber standen zwei Splitter des Verrats vor tausenden Jahren. Ein Trupp der Emperor's Children bewegte sich mit verstörender Eleganz durch die Trümmer. Ihre Gesichter verzerrt, ihre Rüstungen verziert, ihre Waffen tödlich präzise. Neben ihnen tobten die World Eaters blutdurstig und kaum zu zügeln nach vorn. Der erste Schuss fiel nicht – er wurde gesungen. Sonic Blasts zerrissen die Luft, ließen Mauerreste vibrieren und sprengen. Gleichzeitig stürmten die World Eaters vor, Kettensägenäxte heulend, getrieben von reiner Raserei.
Die Custodes wichen im Angesicht des wilden Ansturms nicht. Jeder Krieger war eine Bastion mit einem riesigen Speer in der Hand, überragt nur von den mitlaufenden Telemon Dreadnoughts. Sie scannten die Gegner, den Fluss ihrer Bewegungen, berechneten Angriffsvektoren und Schwachstellen. Dann verteilten sie sich.
Hinter einem Makroturm kam eine Abscheulichkeit in Sicht; ein kreischendes Lachen, das auch ein Heulen hätte sein können, erfüllte das Schlachtfeld. Waffen blitzten auf, riesige Staubfontänen schossen in die Luft, Geröll flog umher und zwei der Vertus Praetors waren nicht mehr. Einem war präzise der Kopf verdampft worden, der andere regelrecht zerfetzt von den explosiven Einschlägen unheiliger Waffen.
Ein Caladius erhob sich aus dem Schatten hinter den Kriegern und legte auf den Defiler an. Die Treffer aus der Twin arachnus heavy blaze cannon zerfetzten die Front des Monstrums und es sackte seufzend, stöhnend in sich zusammen, nur um sich kurz darauf aufzubäumen und mit einem wilden Schrei zu explodieren.
Ein Telemon und ein Caladius nahmen Kurs auf den Forgefiend der World Eaters und ließen ihn nach dem Austausch von Beschuss verletzt humpelnd zurück. Der Telemon wechselte das Ziel und krachte in die erwählten Krieger Slaaneshs, ein Trupp Flawless Blades. Ein paar fielen unter dem Ansturm seiner Fäuste, doch der Rest zog sich lachend zurück um sich den ihnen nähernden Allarus Terminatoren zu widmen. Diese waren auf die Krieger Slaaneshs vorbereitet und mähten sie unter gewaltigen Hieben nieder.
Khârn und seine Berzerker stürmten aus einem Rhino, zerrissen es fast beim Ausstieg als jeder der Erste sein wollte, der auf den Feind zuströmte. Die ihnen gegenüber stehenden Aquilon Terminatoren antworteten mit einem Flammeninferno, in dem zwei der Berzerker starben. Kurz darauf hörte man den Aufprall von Keramit auf Auramit und das wütende Aufheulen von Kettenäxten. Zwei der stoischen Krieger fielen dem Ansturm zum Opfer, niemals wieder gut zu machende Löcher in der Verteidigung der Menschheit zurücklassend. Die restlichen zwei Aquilons erwehrten sich den Hieben der World Eaters nach Kräften und erschlugen ihrerseits einige.
Der Telemon rannte von hinten in dieses Getümmel und erledigte die restlichen Berzerker, nur um seinerseits der dämonischen Axt Khârns zum Opfer zu fallen. Dieser fiel kurz darauf unter dem Ansturm der Klingen der Aquilons.
Ein unwirklicher Blitz im Rücken der imperialen Elitekämpfer verriet ihnen sofort, daß Verstärkung angekommen war ... und nicht für sie. Exalted Eightbound, angeführt von einem Slaughterbound, sprangen vorwärts und zerrissen unter gutturalem Geschrei die Panzerung des Caladius.
Ein Dämonenprinz flatterte unschlüssig übers Schlachtfeld, bevor er zielstrebig Kurs auf den Blade Champion nahm. Allein die unheiligen Aufpralltreffer ließen den Recken wanken, doch er konnte sich dem Klingensturm erwehren und den Prinzen erschlagen. Doch dieser erhob sich erneut, geschützt durch einen Segen seines Gottes und stürmte seinem Lieblingsgegner entgegen, den er dieses Mal erledigen konnte, nur um anschließend im Klingenwirbel der Allarus Terminatoren ein zweites Mal zu fallen.
Langsam verebbte der Kampf.
Die letzten Emperor’s Children versuchten sich zurückzuziehen, doch es gab kein Entkommen. Die Shadowkeepers jagten sie unerbittlich durch die Ruinen.
Als die Stille zurückkehrte, standen die Custodes noch. Beschädigt, doch ungebrochen. Die Schuldigen waren gerichtet. Die Splitter zerschlagen. Anthea Constantia Laeta Hersilia Secundus Masius, Shield-Captain der Shadowkeepers, Wächterin der Schrecken der Alten Nacht in den Dunklen Zellen auf Terra, nahm den Helm vom Kopf und atmete tief ein, um die Stadt zu spüren, in sich aufzunehmen. Ferrus Magna schickte ein unruhiges Beben als Begrüßung zurück. Sie spürte die neue Macht in ihren Mauern und war nicht begeistert. Anthea setzte den Helm wieder auf. Die Meinung anderer scherte sie noch nie viel.
Es gab viel zu tun. Zuerst galt es, die Kommunikation zu den anderen Custodes in der Stadt aufzunehmen.