Eine Selbsterfahrung: Kreationismus und Verschwörung

Die 2. Runde!


@Sir Leon: dann wirst du bestimmt noch Diskussionsstoff bekommen, siehe unten 😉

Leider konnte ich seitdem nicht oder nur kurz online kommen, daher brennt es mir umso mehr unter den Fingern darüber zu schreiben. Das Treffen war schon am Freitag.

Ich weiß, dass Thema an sich ist weitestgehend ausgereizt worden und es gibt kaum mehr noch etwas zu sagen, ich hoffe, aber dennoch auf Interesse zu stoßen. Im Grunde ist es nur ein weiterer, tieferer Einblick in die Materie des Kreationismus.
Der Witz an der Sache ist, dass die Theorien alle so simpel und einfach zu merken sind. Ich fühle mich mittlerweile in der Lage gewissen ID-Gedankengänge auch von allein weiter "zu spinnen" (oft hatte ich die Antwort auf meine kritischen Fragen schon erraten, bevor ich sie tatsächlich zu hören bekam). Würde ich mich jetzt vor einem Fremden als Kreationist ausgeben, wäre es kein Problem im gewissen Maße die Rolle allein auf Basis der "Argumente" überzeugend zu spielen
...ganz davon abgesehen, dass ich ein miserabler Schauspieler bin, nicht skrupellos/dreist genug wäre und auch nicht die beiläufige Gleichgültigkeit für jedes Gegenargument an den Tag legen könnte, wie es mein Diskussionspartner immer tut... sprich, ich bin nicht der Typ, der über allem stehen kann; entsprechend auch meine Diskussionsweise = energisch, aber nicht immer von Vorteil 😉


Es war ein gemütliches Treffen in einer Cocktailbar inkl seiner Freundin (eine Deutsche, wegen der er nach D gekommen ist). Wie schonmal geschrieben, wollte ich beim nächsten Treffen nicht mit dem Thema ins Haus fallen, besonders in Anwesenheit der Freundin und eines weiteren Bekannten gabs doch auch anderes zu bereden. Es hat aber nicht lange gedauert, da kamen von ihm und mir die ersten Anspielungen und Sticheleien, erst lustig gemeint, dann aber auch ernster... und so ging es weiter 🙂

Ohne mich iwie sprachlich darauf vorbereitet zu haben (abgesehen von dem Thread hier, hab ich mich seitdem nicht weiter mit dem Thema auseinandergesetzt... und erst Recht kein englisch geübt)
...an dem Abend lief es mit dem Englisch besser. Dank der Hilfe seiner Freundin, die iwas in Richtung Englisch studiert, hatte ich für Notfälle eine Dolmetscherin am Tisch, die nicht nur mir hin und wieder mit dem Vokabular aushalf, sondern auch ihren Freund herunterbremste, wenn dieser sich wieder in einen Wasserfall verwandelt hat und bei einer typischen Kneipen-Geräuschkullisse (Menschen & Hintergundmusik) so laut wurde, dass man am Nachbartisch hätte zuhören können.

An der Stelle sei gesagt, dass die Freundin keine Kreationistin ist! Anfangs war ich mir wegen der Facebook-Bilder nicht sicher, ob er sie nicht bereits in sein Weltbild eingeführt haben mochte (oja, Vorurteile^^)... ohne sie schlecht machen zu wollen, bezeichne ich die Erscheinungsform mal typisches Cocktail-schlürfendes Mode-Chick (gehört bei uns im versnobten Studenten-Würzburg zum Stadtbild und ist ganz davon abgesehen, dass es sich meist um recht hübsche Dinger handelt, überhaupt nicht mein Typ). Nichtsdestotrotz ist sie ein taffes Mädel, das sich gegen die Art ihres Freundes durchaus durchzusetzen vermag und ihm auch einfach mal den Mund verbietet^^ ... sie passen also zusammen 🙂
Als er mal auf Toilette war, hatte sie mir erzählt, dass es wirklich schwer ist mit ihm zu diskutieren und er sich sehr selten überzeugen lässt. Noch am selben Abend war ich Zeuge dessen, als er beim Thema Musik eingestehen musste, dass er sich geirrt hatte... das hatte sie regelrecht gefeiert 🙂
An der folgenden Diskussion war sie aber sonst nicht weiter beteiligt, genauso wenig wie der 4. am Tisch.

Da erkennt man mal wie unterschiedlich die Prioritäten Einzelner sein können... ich kann mir nix interessanteres als das vorstellen und manch einem mag es egal sein; soll doch jeder glauben was er/sie will. Diese Gleichgültigkeit einem so brisanten Thema gegenüber kann ich nicht verstehen und mit "glauben" bin ich auch gleich beim ersten Punkt.

Er: Was ist die Definition von Wissenschaft? ... 3 Punkte: Observation, Objektivität und Reproduktion. Alles was auf eine Zeit vor dem Menschen gedeutet wird, ohne es beobachtet haben zu können, ist weder observiert, noch reproduzierbar... sprich, man muss daran glauben und daher ist Evolution nichts anderes als eine Religion wie jede andere auch!

Bähm, so ein Vorwurf tut weh... das war nicht der Beginn des Ganzen, aber so ziemlich das Heftigste, was ich an diesem Abend uzu hören bekam. Alles andere waren wieder nur banale Theorien, die ich euch nicht vorenthalten will 😉

Ich habe selbst viele Punkte vom letzten Treffen aufgegriffen (siehe 1. Post), zu denen ich es das letzte mal verpasst hatte etwas loszuwerden; u.a. auch Punkte/Argumente aus Posts von euch.

Eins muss man ihm lassen, er hat auf nahezu alles eine Antwort. Abgesehen davon, dass die Sache in sich wiederum schlüssig ist (von kreationistischen Standpunkt gesehen) und sie eben einfach zu merken sind... man muss sich schon intensiv damit beschäftigt haben. Ein kreationistischer Hinterwäldler (Weltanschauung aus Mangel an Bildung) hätte sicerlich nicht soviele Antworten parat.

ich fang einfach mal an... hin und wieder muss ich wiederholen bzgl den 1. Post:

Die Dinosaurier
Die Dinos waren also tatsächlich zeitgleich mit dem Menschen auf der Erde!
Weil 1. vor der Flut die Erde zum Großteil aus Land bestand, das auf dem noch unterirdisch verborgenem Wasser weiter oben lag, war die Atmosphäre verdichtet und die Sauerstoff-Konzentration erhöht. Die erhöhte Konzentration hatte zur Folge, dass Organismen größer werden konnten (teils stimmt das ja auch, aber...). Also sind einfache Eidechsen eben zu monströsen Geschöpfen herangewachsen, wie es auch Riesen-Libellen und -Moskitos gab.

Versteinerungen
Einer Versteinerung bedarf es nur eine von 2 drastischen Ereignissen. Hoher Druck oder Hitze. Die Flut hat alles umgewälzt verschüttet und unter Druck gesetzt... die Dinos sind versteinert. Er meinte man diesen Prozess künstlich innerhalb weniger Jahre reproduzieren. Von daher seien keine Million Jahre dazu nötig.

Ein Indiz/Beweis für Dinos ist außerdem, dass in allen Kulturen und unabhängigen Mythologien Drachen auftauchen. Das sind ganz einfach Überlieferungen der anwesend gewesenen Dinos.

Ich bin dann auf die verschiedenen Erscheinungsformen gekommen... wie und warum es Brachios (Langhälse), Triceratopse und T-rex gab, die alle aus kleinen Eidechsen gewachsen sind. Immerhin gibt es hier keine wirkliche große phänotypische Vielfalt wie es bei den Dinos der Fall war.
Hier hatte ich ihn das erste Mal 🙂
Er konnte mir das nicht ausreichend beantworten. Hatte aber darauf verwiesen, dass viele der ausgestellten Skelette nur theoretische Nachbildungen seien und meist auf Basis nur eines einzelnen(!) Knochens rekonstruiert wurden.
Er glaubte mir nicht, dass man noch heute hin und wieder in China oder auch bei uns in D fast komplette Tiere findet.

Er hat dann schnell das Thema gewechselt und seine Eidechsen verteidigt... denn...
Eidechsen sind Pflanzenfresser, die Dinos waren zum Großteil auch, u.a. der T-Rex.
Ich meinte an der Stelle nur, dass man mittlerweile davon ausgehen kann, das er auch nur Assfresser gewesen sein könnte. Aber er hatte das ganz anders gemeint^^
Die Ärmchen dienten dem Zupfe von Grünzeug um es ans Maul zu führen.
(wirklich in Anbetracht all der "proofed" Fakten, die er gebracht hat, ist das die am meisten an den Haaren herbeigezogene... nichtmal Kreatiniosten können das verhaltnsbiologisch nachweisen, sondern schlussfolgern das genauso wie richtige Wissenschaftler das anhand von Funden auch machen).
Ich meinte nur, dass die Ärmchen womöglich vile zu kurz seien, er sie nicht bräuchte und sie sich deshalb zurückgebildet hätten. Schließlich hatte er sein riesiges Maul.
Daraufhin war er so froh darüber, dass ich endlich das Maul angesprochen habe...
Es gibt Fledermäuse, die sich ausschließlich von Früchten ernähren, aber rasiermesserscharfe Zähne haben. Ergo: großes Maul ist nicht gleich Carnivor... was auch nicht in der Natur kleiner Eidechsen liegt. (wie im Film Herrscher des Feuers als sie durch das Paarungsverhalten von Fischen auf ein einzelnes Drachen-Männchen schließen:lol🙂
Sucht euch die Fehler in diesem Konstrukt heraus... sie strotzt nur so davon.
Letztlich konnte ich aber sagen, was ich wollte... von seiner Meinung ließ er sich nicht abbringen. Ein Beweis, dass er genauso die Augen vor der Wahrheit verschließe wie ich es seiner Meinung nach tue.

Weils grad so passt... es gab auch eine 2. Abfuhr des Abends, in die er sich selbst manövriert hat.
Thema Drachen...
Er: Es gibt eine Eidechse, die sich bei Gefahr mit Feuer verteidigt, indem sie einen Chemie-Cocktail versprüht, der sich bei Luftkontakt entzündet (frei nach Herrscher des Feuers).
Steinigt mich, wenn ich mich irre, aber ich habe noch nie in meinem Leben etwas davon gehört und so ein Tier sollte Bekannt sein. es gibt nicht wenige Dokus über den Mythos Drachen und ihre "Nachfahren". Mindestens eine habe ich gesehen und außer den Komodovaranen kommt nix an Drachen heran, ganz zu schweigen, dass Drachen in vielen Legenden Flügel besitzen und Dinos nicht.
Auf jeden Fall hab ich das vehement abgewiesen und ihm klar gemacht, dass so etwas nicht existiert (von einer Art, die Blut verspucken/versprühen kann, habe ich bewusst nix gesagt... denke es ist eine sog. Hörnerechse). Den Beweis wollte er mir aber nachliefern.

An sich hatte ich im Laufe des Abends um dutzende Beweise gebeten, die er mir bitte noch schicken soll... leider kann ich mich nicht mehr an alle erinnern. Mich würde doch mal interessieren, ob er die Beweise selbst gelesen/gesehen oder gar recherchiert hat oder einfach alle Behauptungen aus dem Netz übernimmt... ich lass das mal so stehen und warte.

Die Flut
ein anderer Beweis, den ich sehen wollte, war, dass der Marianengraben als Quell-Ort für die große Flut identifiziert ist. Die sache lief in etwa so ab...

Er:
Das Ding sieht aus wie ein Riss im Boden
Ich: (ohne zu wissen, ob es wirklich ein offensichtlcher Riss ist...) ja natürlich, durch die Plattentektonik entsteht so etwas, wie auch Gebirge, die aufgeworfen werden oder Vulkane, die ihre Magma an die Oberfläche spucken.
Er: du gibst also zu, dass sich das Land bewegt (er sagt dabei bewusst nicht Kontinente, da er nicht an die einzelnen Kontinental-Platten "zu glauben" scheint, sondern an Land in der Gesamtheit)
Ich: Ja
Er: und worauf bewegen sie sich? ...auf Wasser.
Ich: die Kontinente sind keine Boote die lose auf dem Wasser schwimmen, sondern, die Erdkruste ist abschließend und einzelne Platten reiben/schieben an/einander
Er: und wenn du ein Loch in den Boden gräbst, was findest du? ... Wasser.
Ich: klar, das nennt man Grundwasser und das ist nur wenige/wenn überhaupt hunderte Meter unter der Oberfläche. Das Land kann darauf nicht schwimmen, vielmehr ist das Wasser in den Gesteinsschichten verteilt. Grab weiter und du findest mehr Boden, dann wird es warm, dann wird es irgendwann heiß und flüssig.

...und dann kam wieder die Tour mit der Flut, die Gesteinsschichten durch Sedimentation geschaffen hat. mMn eine schlechter Versuch auszuweichen, aber das Wort war gefallen und darauf kann er herumreiten, denn schließlich ließe das sich so einfach reproduzieren.

Reproduzierbarkeit^^
Meine Frage: Wie können aus Adam und Eva 6-7 Mrd. Menschen werden?
Ich hab ihm alles erstmal dargelegt, welche Probleme auf die beiden zukämen:
Angefangen bei der hohen Geburtenrate, dem Inzest und der auch von kreationistischen Sicht unabstreitbaren Tatsache, dass sie nach der Flut nochmal mit einer begrenzten Zahl an Menschen anfangen müssten...
Antwort: Adam und Eva waren perfekt...perfekte Gene!
Nach dem Kreationismus geht Mutation nur mit einem Verlust an Information einher... seit Jahrtausenden degenerieren wir also. Aber die ersten Menschen haben durch ihre lange Lebensspanne, dem erhöhten Sauerstoffgehalt und den perfekten Genen die Grundlage geschaffen; zugegebenerweise auch durch Inzest.

Ich: und wie sind die verschiedenen Ethnien entstanden, wenn Adam und Eva, sagen wir mal beide aus dem Raum "Naher Osten" stammen?
Er: Ich habe nie gesagt, dass es keine Mikroevolution gäbe. Makroevolution gibt es nur nicht. Die Arten sind gleich und nie ist eine aus der anderen herausgegangen (Konstanz der Arten).

So bin ich dann auch zu der Erklärung gekommen wie alle Tiere der Welt, je gepaart, auf ein Schiff passten... zu dieser Zeit:
Ich hatte das wohl beim ersten Mal etwas falsch verstanden und den Begriff Kind missgedeutet.
Von jeder Art haben 2 Exemplare mit perfekten Genen genügt, daraus kann ich dann aus Mikroevolution vom Pferd auch ein Zebra entwickeln.

Dann waren wir beim Thema Artenvielfalt... kambrische Explosion (Den Begriff hat er zuerst genannt, welch Ironie, wenn man bedenkt, dass es nach denen kein Cambrium gab^^).
Wie bitteschon soll ich mir den plötzlichen Anstieg der Artenvielfalt erklären?
nachdem die Flut vorbei war haben sich alle Tiere ganz einfach schlagartig vermehrt (perfekte Gene).

Einschub: Oh man wird das lang^^ ich kürze das hier auf drei weitere wesentliche Punkte ab...

Radiocarbonmethode
Die Methode ist einfach kein bisschen exakt und kann nicht zur Altersbestimmung dienen.
Er meinte, dass man 2 Proben ein und desselben Mammuts entnommen hat und deren Alter über 10.000 voneinander abwichen. Außerdem schwankte die Konzentration der C-14-Isotpoe in der Atmosphäre in den vergangen Jahrtausenden, wie soll man da bitte einen Bezug zu einem bestimmten Alter herstellen. Woher soll man wissen, wie hoch die Konz. vor 5000 Jahren war.

meine Antwort:
Ich musste zugeben, dass die Konz stark schwankte.
(Btw. Aus diesem Grund kann man den Ötzi auch nicht 100% datieren, da zu 2 Zeitpunkten die gemessene Konz aus Proben auf 2 verschiedene Alter deuten können... in einem anderen Fall hat man Pinguine anhand Proben aus ihrem Magen auf ein Alter von mehren Hundert Jahren datiert, weil die Proben nichts anderes waren als Plankton bzw. Fisch, der sich von Plankton aus niederen Strömusngsschichten, die über Jahrhunderte hinweg tief im Ozean unabhängig von der C-14-konz bewegten bzw getrieben wurden, bis sie durch Aufstrom nach oben kamen und letztlich im Pinguin-Magen landeten)
Ich meinte, die C14-Konz könne man womöglich in den Eisschichten messen und entsprechend auf die Jahre zurückführen.
daraufhin meinte er, dass man in Grönland versucht hat ein gestrandetes Flugzeug aus dem WW hatte bergen wollen und es unter einer über hundert "Feet" dicken Schnee/Eisschicht gefunden, die erst 50 Jahre alt ist. Das kann also kein Anhaltspunkt seriöser Wissenschaft sein.


Die Bibel spricht die Wahrheit
Als ich mal meinte, dass er noch im Mittelalter lebe, meinte er, dass die Menschen im Mittelalter sich natürlich darin geirrt hätten, dass die Erde eine Scheibe sei (nicht aber darin, was die Schöpfungslehre angeht 😉 ).
"Nur weil viele Menschen einer Meinung sind, heißt das nicht, dass sie Recht hätten"... diesen Satz zitierte er viele Male. Das ich diesen genauso gegen ihn verwenden könne, gilt natürlich nicht... und das die Mehrheit auch mal Recht hat logischerweise auch nicht.
Auf jeden fall meinte, er dass alles in der Bibel schon steht... Dass die Erde Rund sei, stünde in Genesis xy und dass es einen Kreislauf des Wassers in Regen, Boden, Quelle, Wolken etc.... die Bibel gibt über vieles Aufschuss wurde nur früher missgedeutet.



Bildung & Regierung
Als ich ihn kennengelernt habe und man bei einfach Smalltalk über Job und Studium redet, hatte ich bereits erfahren, dass er ein "Querdenker" ist. dass es sich so zeigen würde, konnte ich nicht verausahnen^^
damals hatte er Politikwissenschaften studieren wollen, aber wieder abgebrochen, weil die Dozenten nur einem beibringen wollen, was sie denken und nicht selbstständig zu denken. er hatte sich so oft mit ihnen gestritten, dass er gegangen ist. Hier nur mal eine Auswahl an geteilten Links von seiner Facebook-pinnwand (ich hoffe man kanns öffnen)

http://25.media.tumblr.com/tumblr_mdj0zn52FC1qcthrho1_1280.jpg
http://www.facebook.com/photo.php?f...12016.100003226938642&type=1&relevant_count=1
http://www.facebook.com/photo.php?fbid=374727632615123&set=o.205204719564332&type=1&relevant_count=1

Vorweg führt er 2 prägende Beispiele aus seiner Schulzeit (von dem ich erst bei unserem letzten Treffen erfahren habe):
Nach jedem Kapitel in einem Lehrbuch gibt es Fragen, welche auf die Theorie eingehen sollen. Eine davon lautete: Entwickelt sich deiner Meinung nach der Mensch noch weiter oder ist die Entwicklung beendet. (Jetzt mal echt... das ist eine spannende Frage, die in einem Mittelstufe-Biokurs bestimmt nicht so einfach beantwort werden kann).
Er hatte das Problem, dass ein Gedanke inpliziert ist: Evolution gibt oder gab es in jedem Fall... er aber wollte antworten, dass nichts von beiden der Wahrheit enstpricht. Da bekam er Ärger...

Ein anderes Bsp ist die Buchrezension... "Lies ein Buch und schreibe deine Meinung". Die Lehrer waren nie seiner Meinung und er bekam immer schlechte Noten.

Das hat ihn zum Umdenken bewegt.
Auf meine Frage, ob er sich wirklich vorstellt, dass jeder Dozent, Lehrer, Uni-Prof Teil einer Verschwörung sei oder eine Macht direkt von oben an deren Strippen zieht, meinte er nur, dass diese Leute durch solch eine Erziehung und Bildung (=Gehirnwäsche) so werden, und im guten Gewissen handeln.

Die Ironie an der Sache ist erschreckend.

Ich wollte daraufhin wissen, ob er sich wirklich vorstellt, dass all die Menschen und vorallem Wissenschaftler auf der Welt, die sich mit ihrem Leben der modernen Wissenschaft verschrieben haben, daneben liegen.
Er gab mir ohne Worte zu verstehen, dass es sich für ihn um eine rhetorische Frage handelte.

Ich wollte den Hintergrund für die Skepsis gegenüber wissenschaftlicher Erkenntnisse erfahren und er meinte, dass gerade im Fall Wikileaks vieles aufgedeckt wurde, wie Fakten und daten manipuliert wurden um den Treibhauseffekt zu beweisen (btw. daran glaubt er natrülich nicht).

Ich meinte daraufhin, dass man aber aufgrund eines Themenbereichs, ob gefäslcht oder nicht, nicht die ganze Wissenschaftliche Welt ablehnen könne. Das wäre, als würde man mir nie mehr glauben, weil jemand in meiner Familie mal gelogen hat... Dabei verweise ich immer auf meine früheren Arbeitskreise in Würzburg, vernab von den USA. Dort arbeiten Menschen wie du und ich... aber er bleibt dabei. er glaubt keiner von Regierungen gestifteten Studie.


das wars fürs erste 🙂
Ich muss in die uni
Ich hoffe, es liest jemand.

Ich selbst bin in letzter Zeit seltener online, weil ich zu lernen und arbeiten hab. Für eine ausgiebigere Diskussion hier im Forum wäre ich jederzeit wieder bereit, muss mich aber wegen wichtigerem Unikram zurückhalten.

Immerhin muss ich den verlogenen Bockmist ja iwie in mein Hirn bringen 😉
 
Die Dinosaurier
Die Dinos waren also tatsächlich zeitgleich mit dem Menschen auf der Erde!
Weil 1. vor der Flut die Erde zum Großteil aus Land bestand, das auf dem noch unterirdisch verborgenem Wasser weiter oben lag, war die Atmosphäre verdichtet und die Sauerstoff-Konzentration erhöht. Die erhöhte Konzentration hatte zur Folge, dass Organismen größer werden konnten (teils stimmt das ja auch, aber...). Also sind einfache Eidechsen eben zu monströsen Geschöpfen herangewachsen, wie es auch Riesen-Libellen und -Moskitos gab.

Versteinerungen
Einer Versteinerung bedarf es nur eine von 2 drastischen Ereignissen. Hoher Druck oder Hitze. Die Flut hat alles umgewälzt verschüttet und unter Druck gesetzt... die Dinos sind versteinert. Er meinte man diesen Prozess künstlich innerhalb weniger Jahre reproduzieren. Von daher seien keine Million Jahre dazu nötig.

Ein Indiz/Beweis für Dinos ist außerdem, dass in allen Kulturen und unabhängigen Mythologien Drachen auftauchen. Das sind ganz einfach Überlieferungen der anwesend gewesenen Dinos.

Ich bin dann auf die verschiedenen Erscheinungsformen gekommen... wie und warum es Brachios (Langhälse), Triceratopse und T-rex gab, die alle aus kleinen Eidechsen gewachsen sind. Immerhin gibt es hier keine wirkliche große phänotypische Vielfalt wie es bei den Dinos der Fall war.

Dann sind die Dinosaurier also ausgestorben, weil die damaligen RIeseneidechsen zu groß waren um auf die Arche Noa zu passen und sind bereits wärend der Sinnflut versteiner, wobei außerdem so viele Sauerstoffbildende Bäume vernichtet wurden, dass Eidechsen und Libellen nie mehr auf Dinosauriergröße wachsen konnten? Verdammt, jetzt macht alles einen Sinn 😀😀😀

Hier hatte ich ihn das erste Mal 🙂
Er konnte mir das nicht ausreichend beantworten. Hatte aber darauf verwiesen, dass viele der ausgestellten Skelette nur theoretische Nachbildungen seien und meist auf Basis nur eines einzelnen(!) Knochens rekonstruiert wurden.
Er glaubte mir nicht, dass man noch heute hin und wieder in China oder auch bei uns in D fast komplette Tiere findet.
Naja, gerade den Denisova Menschen haben wir auf Basis eines Finger- einen Zehenknochens und eines Backenzahns rekonstruiert. Für eine recht genaue Rekonstruktion ist Schädel und Becken notwendig, Rest ist schön, mehr kann man ergänzen und es gab durchaus fälle, wo von einzelnen Zähnen auf das Sozialverhalten geschlossen wurde!

Ich meinte nur, dass die Ärmchen womöglich vile zu kurz seien, er sie nicht bräuchte und sie sich deshalb zurückgebildet hätten. Schließlich hatte er sein riesiges Maul.
Daraufhin war er so froh darüber, dass ich endlich das Maul angesprochen habe...
Es gibt Fledermäuse, die sich ausschließlich von Früchten ernähren, aber rasiermesserscharfe Zähne haben. Ergo: großes Maul ist nicht gleich Carnivor... was auch nicht in der Natur kleiner Eidechsen liegt. (wie im Film Herrscher des Feuers als sie durch das Paarungsverhalten von Fischen auf ein einzelnes Drachen-Männchen schließen:lol🙂
Sucht euch die Fehler in diesem Konstrukt heraus... sie strotzt nur so davon.
Letztlich konnte ich aber sagen, was ich wollte... von seiner Meinung ließ er sich nicht abbringen. Ein Beweis, dass er genauso die Augen vor der Wahrheit verschließe wie ich es seiner Meinung nach tue.

Weils grad so passt... es gab auch eine 2. Abfuhr des Abends, in die er sich selbst manövriert hat.
Thema Drachen...
Er: Es gibt eine Eidechse, die sich bei Gefahr mit Feuer verteidigt, indem sie einen Chemie-Cocktail versprüht, der sich bei Luftkontakt entzündet (frei nach Herrscher des Feuers).
Steinigt mich, wenn ich mich irre, aber ich habe noch nie in meinem Leben etwas davon gehört und so ein Tier sollte Bekannt sein. es gibt nicht wenige Dokus über den Mythos Drachen und ihre "Nachfahren". Mindestens eine habe ich gesehen und außer den Komodovaranen kommt nix an Drachen heran, ganz zu schweigen, dass Drachen in vielen Legenden Flügel besitzen und Dinos nicht.
Auf jeden Fall hab ich das vehement abgewiesen und ihm klar gemacht, dass so etwas nicht existiert (von einer Art, die Blut verspucken/versprühen kann, habe ich bewusst nix gesagt... denke es ist eine sog. Hörnerechse). Den Beweis wollte er mir aber nachliefern.

Erstens verwechselt er seine Eidechse mit den Bombardierkäfern, die aus Wasserstoffperoxid und anderem unangenehmen Gebräu sowie 2-3 Proteinen eine 100°C heiße, ätzende, stinkende Flüssigkeit herstellen können, die sie ihren Angreifern entgegenspritzen.
Echsen die Blut aus ihren Augen spritzen, tropfen lassen gibt es einige, mir fallen grade keine Namen ein, aber bei den Schlangen macht dies uA. die Hakennatter, wenn sie sich tot stellt. Vermutlich wirkt man wie besonders unatraktives Aas, wenn man aus den Augen blutet, seinen Afterbeutel leert und sich auf den Rücken dreht. Funfact: Wenn du eine sich tot stellende Hakennatter auf den Bauch drehst, legt sie sich sofort wieder auf den Rücken, um zu bewesein, wie tot sie ist.
Fledermäuse sind aus einem gemeinsammen Vorfahren entstanden, der meiner Erinnerung nach Inseken vertilgte. Gattungen wie Carolia verfügen in der tat über extrem lange spitze Zähne um Feigen zu verspeisen und es tut gut aua, sich beißen zu lassen, aber es ist klar ein angepasstes Pflanzenfressergebiss. Verwechslungsgefahr ist auf diesem Gebiet nicht gegeben......
Den Rest habe ich mal noch nicht gelesen, wird aber noch gemacht.....Einfach herrlich!
 
Streng kreationistisch gesehen sind die Dinos nicht ausgestorben, da es sich um normale Eidechsen handelt, die aufgrund der erhöhten sauerstoff-Konz auf diese Größe herangewachsen sind. Auf der Arche hat also mit Sicherheit ein junges/kleines Pärchen dieser Art Platz gefunden 😉

Würde man heute eine Eidechse mit den damaligen besseren Genen in eine Sauerstoff-Druckkammer stecken, würde man sie 100 Jahre lang beim wachsen beobachten können.

...und wie mache ich mich als Verteidiger der Wahrheit 😉

bzgl den Knochen... ja, es wird natürlich rekonstruiert, was auch gängig ist, wenn man Verwadtschaftsbeziehungen in der Physioligie hernazieht... siehe 7 Hals-Wirbelknochen bei Giraffe und Menschen = Säugetier.
Trotzdem werden auch komplettere Skelette gefunden!

Erstens verwechselt er seine Eidechse mit den Bombardierkäfern
...genau das habe ich auch gesagt 🙂

Fledermäuse sind aus einem gemeinsammen Vorfahren entstanden, der meiner Erinnerung nach Inseken vertilgte. Gattungen wie Carolia verfügen in der tat über extrem lange spitze Zähne um Feigen zu verspeisen und es tut gut aua, sich beißen zu lassen, aber es ist klar ein angepasstes Pflanzenfressergebiss. Verwechslungsgefahr ist auf diesem Gebiet nicht gegeben......

ich sagte ja, suchts euch aus 😉
An dem Punkt bin ich auch mal auf die Darwin-Finken gekommen... eine Art, verschiedene Phänetypen, verschiedene ökologische Nischen... Der Beginn einer potentiellen Arten-Spaltung.
Er stöhnte nur auf und meinte, dass egal mit welchem Evolutionsanhänger man diskutiere wir immer die Laier mit den Darwin-Vögeln hervorzaubern... der hat gut reden^^

Was mir aber jetzt noch tagsüber eingefallen ist...

Die Bibel spricht die Wahrheit
Als ich mal meinte, dass er noch im Mittelalter lebe, meinte er, dass die Menschen im Mittelalter sich natürlich darin geirrt hätten, dass die Erde eine Scheibe sei (nicht aber darin, was die Schöpfungslehre angeht
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).
"Nur weil viele Menschen einer Meinung sind, heißt das nicht, dass sie Recht hätten"... diesen Satz zitierte er viele Male. Das ich diesen genauso gegen ihn verwenden könne, gilt natürlich nicht... und das die Mehrheit auch mal Recht hat logischerweise auch nicht.
Auf jeden fall meinte, er dass alles in der Bibel schon steht... Dass die Erde Rund sei, stünde in Genesis xy und dass es einen Kreislauf des Wassers in Regen, Boden, Quelle, Wolken etc.... die Bibel gibt über vieles Aufschuss wurde nur früher missgedeutet.

ich wollte ursprünglich noch etwas dazu schreiben...

Er meinte, dass man, um eine Lüge aufrecht zu erhalten, ein enorm kompliziertes Konstrukt aus weiteren Lüge erreichten muss. U.a. deshalb wäre die Wissenschaft so kompliziert. Die Bibel gibt viele einfache Antworten zu einer einfachen Wahrheit.
(btw. den Begriff "Lügenkonstrukt" hatte ich am selben Abend bereits genutzt, um seinen immer banaleren Gegenargumenten einen ebenso unangenehmen Stempel aufzudrücken, wie er es im Vergleich Evolution=Religion getan hat.)
 
Dann kannst du ihn ja mal mit Antropologen zusammenbringen.

Es gibt den einen oder anderen Beweis, dass wir erst in den letzten 5000 Jahren irgendwann eine deutliche genetische Änderung mitgemacht haben. Ich weiß nicht genau welche, ich glaube es war dass wir weiß geworden sind.
Da wird er noch mitgehen, schließlich ist das ja noch im Bibelzeitraum. Dann hat er aber schon den Fehler gemacht, denn für Antropologen die sich mit dem Fachgebiet beschäftigen, ist die "Erblassung" der Nordeuropäer nur eins der jüngsten Ereignisse. Und so ein Antropologe wird nicht einfach nach 7000 Jahren aufhören. Aus 7000 Jahren zeitlicher Entfernung haben wir übrigens etliche Belege von den Ägyptern, und die waren nicht die ersten Menschen.

Interessant sind die Zeitpunkte wann wir angefangen haben, Rinder zu benutzen und wann wir mit der Feldarbeit angefangen haben.

Die Rinder markieren einen bedeutenden Wendepunkt in der "Makrogeschichte" der Menschen, weil durch sie erst die sinnvolle Benutzung von größeren Wagen und Gerätschaften möglich wurde, mithin ist dies der Startpunkt von Handel in größerem Ausmaß. Sie wurden ungefähr vor 10 000 Jahren eingeführt.

Ackerbau wiederum war ne geile Idee, allerdings ist kein Jäger und Sammler je freiwillig zum Bauern geworden. Irgendwo hat es irgendein Dorf damit angefangen, und weil dieses Dorf hundertmal so viele Bewohner pro Hektar ernähren konnte wie ein reines Jägerdorf, waren sie zahlenmäßig überlegen. So konnten sich die Ackerkultur Landstrich für Landstrich nehmen, ohne dass sich die Jäger jemals über längere Zeit ernsthaft wehren konnten. Man streitet sich ob dieser Zeitpunkt 12000 Jahre oder 24000 Jahre her ist.

Beide Ereignisse sind recht gut belegbar. Da kannst du auch mal gerne 500 oder 1000 Jahre abweichen. Es ist deutlich vor der biblischen Zeitrechnung, aber richtig deutlich.

Auf die Radiocarbonmethode brauchst du dich da nicht einlassen. Ich habe mich neulich in einigen PNs mit Freder ausgetauscht, der ist Archäologe. Die Zeitbestimmung ist deren Hauptbeschäftigung. Das wäre nicht so wenn die Radiocarbonmethode ganz alleine ausreichen würde. Das hängt immer auch von der Umgebung ab in der das Material gelagert hat und in welcher Umgebung das Material entstanden ist und ob es selbst überhaupt genug C hat.

Hast du ihn mal darauf angesprochen, dass immer die anderen Wissenschaftler diejenigen sind, die am schärfsten versuchen eine neue Theorie zu zerlegen, und dass dies auch mit der Darwintheorie versucht wurde, nur dass es einfach nicht geklappt hat, egal wer es mit ernsthaften wissenschaftlichen Methoden probiert hat?

Ach, und hast du ihn darauf angesprochen dass er dir totalen Mist über den Mond erzählt hat? Immerhin ziehen solche falsch-Argumente alles weitere seiner Theorie so richtig mit in den Dreck.
 
@Calidus: Damit bekommst du ihn ja auch nicht, weil er sämtliche Gegenargumente nicht anerkennen wird. Egal was da kommt.
Du müsstest ihn eigentlich schon mit der Bibel schlagen, aber auch da wird es schwierig, da du die Bibel dann falsch lesen würdest, ihren Sinn aufgrund des Fehlen des Heiligen Geistes nicht erkennen kannst und was sonst noch für Argumente kommen werden.
Eigentlich müsste man ihn auf die Widersprüche der Bibel hinweisen: Wieviele Tiere wurden auf die Arche Noah gebracht? 2 von jeder Sorte oder 7 Paare von den reinen Tieren und 2 von den nicht reinen Tieren? Wieso gehen nur zwei von jeder Sorte auf die Noah, wenn Gott doch vorher von 7 Paaren spricht? Wieso kennt Noah die Unterscheidung von rein und unrein, wenn doch erst Mose die Gesetzestafeln bringt. Von der Prophetie gar nicht erst zu reden.
 
Wenn es um Verschwörungstheorien geht, hab ich mir angewöhnt, diesen Leuten immer eine ganz
bestimmte Frage zu stellen, auf die ich bisher noch nie eine Antwort erhalten habe:

"Kann es einen Beweis geben, der so eindeutig für die Evolution spricht, das du ihn anerkennst?"

Man muss natürlich immer den passenden Verschwörungstopic einsetzen 😀
 
"Kann es einen Beweis geben, der so eindeutig für die Evolution spricht, das du ihn anerkennst?"

Da ist doch sowieso Hopfen und Malz verloren. Wie viel eindeutiger als ein Archaeopteryx soll es denn noch sein?

Aber, um der Wahrheit die Ehre zu geben, ich kann mir auch gerade keinen "Beweis" für Intelligent Design vorstellen, mit dem ich mich zufrieden geben würde. Funktioniert also in beide Richtungen.
 
Da ist doch sowieso Hopfen und Malz verloren. Wie viel eindeutiger als ein Archaeopteryx soll es denn noch sein?
Der Witz ist, das er dir nennen muss was er als Beweis anerkennen würde, und nicht du ihm
"Beweise" vorlegst, bei denen er immer sagen kann "Ja klar, den hast du doch selbst gebaut!".

Aber, um der Wahrheit die Ehre zu geben, ich kann mir auch gerade keinen "Beweis" für Intelligent Design vorstellen, mit dem ich mich zufrieden geben würde. Funktioniert also in beide Richtungen.
Zugegeben, das ist bei Kreationismus etwas schwieriger als bei der Apollo-Verschwörung, da man von
deren Seite aus immer mit "Und an dieser Stelle zaubert dann Gott ..." argumentieren kann.

Der Punkt ist, das jeder Beweis den man als IG-Gegner einforden könnte, einem Gottesbeweis nahe
kommen würde, also von den IG'lern schon aus Prinzip abgelehnt werden muss.
 
Und an der Stelle wäre die Diskussion dann für mich beendet, da ihr Ende schon fest steht, egal
wie lange man darüber redet.
Für mich ja auch, mit Menschen die so fest in einer Meinung fest hängen kann man nicht sachlich diskutieren. Es könnte aber auch vielleicht sein, dass er einfach sagt, dass er den entsprechenden Beweis erkennen würde, sobald er vorliegt, aktuell aber noch keinen solchen Beweis bei seinen Recherchen finden konnte. Und dann werden wieder Einzelfälle abgeschmettert wie es hier in den Beispielen aufgeführt wurde.
 
Naja, wie gesagt funktioniert diese Frage bei "weltlichen Verschwörungen" etwas besser, aber der Kern der
Frage bleibt. Wenn es so einen Beweis nicht gibt, dann kann man sich jede Diskussion schenken, weil diese
Person nur ihren Standpunkt anerkennt und anerkennen will, egal was die andere Seite vorbringt.

Wobei es bei den "weltlichen Verschwörern" auch ein paar Kaliber gibt, die den Kreationisten in Sachen
Realitätsferne und Argumentresistenz in nichts nachstehen.
 
Naja, wie gesagt funktioniert diese Frage bei "weltlichen Verschwörungen" etwas besser, aber der Kern der
Frage bleibt. Wenn es so einen Beweis nicht gibt, dann kann man sich jede Diskussion schenken.
Ich gebe dir ja vollkommen Recht, aber die Frage ist trotzdem problematisch. Das wäre ja so, als ob ich dich Frage, welcher Detailbeweis zum Widerlegen einer hochkomplizierten Physikalischen These nötig wäre, darauf könntest du wohl in so einem Kneipengespräch auch nicht antworten (außer du bist jetzt Physiker 😉, dann ersetze physikalisch durch chemisch oder Biologisch oder einem anderen Themengebiet). In den meisten Fällen argumentiert man da sehr laienhaft, was es noch schwieriger macht.

Edit: Ein IDler könnte zum Beispiel eine Datierungsmethode verlangen, die seine IDler Wissenschaftler erforschen (wir haben ja schon festgestellt, dass mittlerweike viele IDler und Kreationisten studieren und in bedeutende Positionen streben - natürlich auf die USA bezogen). Das Problem: die wird es sicher niemals geben!
 
Zuletzt bearbeitet:
Hab im Philosophiestudium mal ein nettes Buch darüber gelesen: Paul A. Boghossian, Fear of Knowledge. Against Relativism and Constructivism, Oxford 2006.

Boghossian geht dabei der Frage nach, ob und welche Art von Wissen relativ sein kann und wo es Probleme gibt.

Wieso der Kreationist sich nicht überzeugen lässt, liegt dann eher daran, dass sein epistemisches System ein anderes ist. Da kann man noch so gut mit empirischen Befunden kommen: Die Bibel sagt was anderes.
 
Naja, in der "normalen Wissenschaft" laufen solche Argumentationen ja anders, was es ja bei den Kreationisten
so schwierig macht, da diese Leute normale wissenschaftliche Argumentationsweisen nicht befolgen bzw. anerkennen.
In der Wissenschaft fragt man nicht "Wie kann ich Theorie X widerlegen?" sondern "Erklärt Theorie X meine Daten?".

In der Wissenschaft gilt eine Theorie so lange als richtig, wie durch sie die Beobachtungen, Daten und Messungen
erklärt und (in Grenzen) vorhergesagt werden können. Hat man neue Erkenntnisse, welche durch die aktuelle Theorie
nicht erklärt werden können, braucht man eine neue.

Dieser Betrachtungsweise hält die ID-Theorie nicht stand, weswegen sie von den ID'lern ignoriert wird.
 
Das Problem ist, das die Methodik/Argumentation der radikalen Kreationisten nicht durchbrochen werden kann:

"Gott (die Bibel) sagt "Das ist so!", also ist das so! Alles was dagegen spricht ist ein Test unseres Glaubens!"

Das ist die einzige Methodik nach der Intelligent Design gegen die Evolutionstheorie gewinnt, und zwar
nicht aufgrund der besseren Argumentation, sondern dadurch das keine alternativen Erklärungen zugelassen
werden. Und damit wären wir beim Dogma.

Die Wissenschaft dagegen hat keinen Wahrheitsanspruch, sie bietet immer nur die "vorläufig besste Erklärung".
 
Dann kannst du ihn ja mal mit Antropologen zusammenbringen.

Es gibt den einen oder anderen Beweis, dass wir erst in den letzten 5000 Jahren irgendwann eine deutliche genetische Änderung mitgemacht haben. Ich weiß nicht genau welche, ich glaube es war dass wir weiß geworden sind.

Wie soll das zeitlich datiert werden ... so dass er das akzeptiert? Kann durchaus ein Teil der Mirkoevolution sein, aber die zeitliche Einordnung wird nicht (so einfach) nachweisbar sein.

Da wird er noch mitgehen, schließlich ist das ja noch im Bibelzeitraum. Dann hat er aber schon den Fehler gemacht, denn für Antropologen die sich mit dem Fachgebiet beschäftigen, ist die "Erblassung" der Nordeuropäer nur eins der jüngsten Ereignisse. Und so ein Antropologe wird nicht einfach nach 7000 Jahren aufhören. Aus 7000 Jahren zeitlicher Entfernung haben wir übrigens etliche Belege von den Ägyptern, und die waren nicht die ersten Menschen.

Er hört aber bei 7000 Jahren auf.
Ich hab ihm mal ne simple Frage gestellt, um ganz sicher zu gehn, wie wir beide stehen:

Schau auf die Uhr... in 5 Minuten sind 5 Minuten vergangen.
Du bist ca. 28 Jahre alt. Es sind also 28 Jahre vergangen.
Geh weiter zurück... vor die Flut... zu dem zeitpunkt an dem Adam und Eva geschaffen wurden...
Das ist deiner meinung nach ca. 7000 Jahre her... und seit einem Jahr zuvor sind 7001 Jahre vergangen, oder nicht?

Er: Nein.
Ich: Es gab keine Zeit, nur weil keine Menschen anwesend waren?
Er: Nein, weil es zuvor keine Materie gab... ohne Materie, keine Zeit.
Ich: Aber es gab Materie
Er: nein, die gab es nicht. Die wurde erst von Gott erschaffen.
Ich: aber es gibt andere Galaxien und Sterne, die wir mit Teloskopen beobachten können, deren Licht durch die große Distanz schon längere Zeit gebraucht hat, um uns überhaupt zu erreichen. Diese für uns sichtbaren Sterne sind viel älter.

Grundsätzlich lehnt er die Lichtgeschwindigkeit nicht ab, auch nicht, dass andere Sterne gibt. Auch das Hintergrundrauschen des Bingbangs hatte er in die Diskussion gebracht, sie allerdings zu seinen Zwecken ausgelegt... ich kann grad beim besten Willen nicht mehr nachvollziehen, wie er mein Argument aufgenommen hat. Ich muss da nochmal nachhaken.


Hast du ihn mal darauf angesprochen, dass immer die anderen Wissenschaftler diejenigen sind, die am schärfsten versuchen eine neue Theorie zu zerlegen, und dass dies auch mit der Darwintheorie versucht wurde, nur dass es einfach nicht geklappt hat, egal wer es mit ernsthaften wissenschaftlichen Methoden probiert hat?

Darauf würde er nur sagen, dass die ID sie schon widerlegt hat.


Ach, und hast du ihn darauf angesprochen dass er dir totalen Mist über den Mond erzählt hat? Immerhin ziehen solche falsch-Argumente alles weitere seiner Theorie so richtig mit in den Dreck.

Ja, das hatte ich vergessen zu erwähnen.
Er meinte daraufhin nur, dass er sich in den Meilen/Jahr geirrt haben könnte... was aber nichts daran ändert, dass sich der Mond entfernt... letztlich beharrte er darauf, dass es ein pro-Kreationistisches Argument sei, egal wie ich ihm versucht habe das auf 'exponentiell' und bzgl der Jahres-Anzahl bis zur Vereinigung von Mond/Erde zu erklären.
 
Grundsätzlich lehnt er die Lichtgeschwindigkeit nicht ab, auch nicht, dass andere Sterne gibt. Auch das Hintergrundrauschen des Bingbangs hatte er in die Diskussion gebracht, sie allerdings zu seinen Zwecken ausgelegt... ich kann grad beim besten Willen nicht mehr nachvollziehen, wie er mein Argument aufgenommen hat. Ich muss da nochmal nachhaken.
Auf dieses Thema geht übrigens das Youtube Video ein, welches du uns vor einigen Tagen geschickt hattest. Vereinfacht gesagt, wird dort in Frage gestellt, dass bei der Schöpfung der Erde die Lichtgeschwindigkeit so war wie heute. Sie könnte vor 7000 Jahren schneller gewesen sein - das konnten Adam und Eva damals nur nicht messen - und dann hat Gott sie auf die "aktuelle" Geschwindigkeit abgebremst, so wie sie heute von unseren Wissenschaftlern gemessen werden kann. So hat das Licht dann insgesamt weniger Zeit vom Stern zu uns gebraucht, als wir es heute von "unserer Lichtgeschwindigkeit" ableiten. Ja, ich habe das Video ganze 11 Minuten ausgehalten 😀.