Fantasy Battles 9th Edition

Gadamon

Aushilfspinsler
Hallo Leute,

bisher hält unsere kleine Spielertruppe treu und hartnäckig an Warhammer 8. Edition fest, aber in unserer Region sind es nur noch wenige und so mancher Fantasy Spieler ist zu Kings of War übergelaufen oder hat aus Ärger über Age of Sigmar das Hobby ganz hingeschmissen.
Doch als ich vor kurzem einen Blick auf T3 warf, fielen mir Fantasy Battles 9th Age Turniere auf. Im August war hier im Forum mal ein post über die Alpha Version - inzwischen Beta - zu lesen und die Regeln, Magielehren und Armeebücher gibt's gratis zum Download in mehreren Sprachen auch gleich hier:

http://www.the-ninth-age.com/index.php?simple-page/&67b298

Mir gefällt daran, dass ich alle meine Miniaturen weiterverwenden kann und dadurch, dass das System nicht mehr direkt an GW gebunden ist, auch noch alternative Minis anderer Firmen, wie es mir passt und dass die Regeln und Armeebücher mich nicht wieder ein paar hundert Euro kosten, das Spiel aber das Warhammer Fantasy Flair beibehält und sich wohl um eine größere Ausgewogenheit der Armeen und Regeln bemüht. Ich kann jedoch noch nicht beurteilen, ob das gelungen ist.

Was meint ihr dazu, wäre das die mögliche Zukunft für Warhammer Fantasy Battles? Spielt schon jemand Fantasy Battles 9th Age? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?
 

Unbekannter Besucher

Grundboxvertreter
Ok, ich grabe das hier noch mal aus, da ich inzwischen Zeit hatte 9th age zumindet mal zu überfliegen. Ich habe den Eindruck, die Grundregeln halten sich ziemlich nah an der 8. Edition mit einigen Detailverbesserungen. Balancing scheint vor allem über die Armeelisten zu erfolgen, die auf mich einen sehr durchdachten, aufgeräumten Eindruck machen, zumindest soweit ich sie mit den Originalen vergleichen kann.

Ich denke, das System hat durchaus das Zeug, den kleinsten gemeinsamen Nenner unter den Warhammerspielern zu treffen. Andere Fan-Regeln gehen z.T. deutlich weiter, was den einen freut den anderen aber abschreckt. Dass es derzeit nur auf Englisch zu haben ist, ist natürlich schade.

Edit: gerade noch mal auf der Seite gewesen und gesehen, dass es inzwischen auch eine deutsche Übersetzung gibt :lol:
 
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Makaku

Eingeweihter
Armeebücher sind zum Teil nur in Engl. verfügbar

Warum zum Geier darf ich nur 2 Speerschleudern aufstellen? Als ob die beschränkt werden müssten.
 

Unbekannter Besucher

Grundboxvertreter
Hochelfen, sry.

Durch die generelle Grundbeschränkung max 2x identische (seltene) Auswahlen.
Bei denen steht die Sperrschleuder in der aktuell online verfügbaren Liste aber unter "Special" (sprich Elite), d.h. du könntest 3 einsetzen.

Natürlich könnte man hier das gleiche Argument anführen: 4 Sperrschleudern würden auch niemandem wehtun. Vermutlich geht es bei der Begrenzung von Duplikaten aber eher darum "realistisch" aussehende Armeen zu forcieren und bei den "echten" Hochelfen kommt einfach nicht auf jedes Speerträgerregiment eine Kriegsmaschine...
 

LeArkarius

Testspieler
Weil seltene Auswahlen nunmal selten sein sollen und manche seltene Auswahlen sind günstig und stark zugleich, das soll einfach für etwas mehr Variation in den Armeen sorgen, damit bei 1500 Punkten keiner mit 5 Speerschleudern kommt. ^^ Ich begrüße das.
 

Unbekannter Besucher

Grundboxvertreter
Wie findet ihr das:
Ohne das jetzt im Detail gelesen zu haben: ich finde den Ansatz sehr gut. Im GK-Armeebuch der 6. Edition wurde ja auch teilweise mit fiktiven Quellen gearbeitet und ich finde das immer interessanter zu lesen als:

Im Jahr 2000 vor Sigmar zog der Gruftkönig mit 100 Sphinxen in den Krieg und vernichtete die Orks. Zehn Jahre später zog er mit 200 Sphinxen los und vernichtete noch mehr Orks. Noch zehn Jahre später... KAUFT EUCH SPHINXEN IHR DUMMEN SPIELER!!!!11elf...

...wie das im Buch der 8. Edition sinngemäß geschrieben stand... ;)
 
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Red Dox

Tabletop-Fanatiker
Wie findet ihr das:

http://www.the-ninth-age.com/pdf/the-ninth-age_Undying_Dynasties_Army_Book-0-11-0_EN0.pdf

Das Armeebuch der Undying Dynasties (einstmals "Khemri") in den Reisebericht einer imperialen Zauberin über ihre Forschungsexpedition einzubauen hat wirklich Charme, finde ich, und erinnert mich an die lesenswerten Stories der Armeebücher aus der 6. Edition.
Die Grundidee des "eigenen" Armeebuchs finde ich gut. Die Umsetzung als Reisebericht, kann man so halt machen. Bin aber kein Fan von den Umbenennungen generell. Einerseits verwirrend alles immer umzumünzen auf das was man seit Jahr und Tag von GW kennt andererseits wahrscheinlich absolut unnötig dies überhaupt zu tun. Gründe mögen jetzt zwar simpel sein A)was eigenes zu haben und B)jeglichen Copyright Klagegrund auszuweichen aber gerade Punkt B ist vielleicht egal.
Solange GW ihr altes System gekillt hat, dürfte es denen theoretisch egal sein. Der Kollege von armiesproject scheint ja auch keine monatlichen Abmahnungen ins Haus zu bekommen und hat ja auch als letztes Bretonen, Skaven & Tiermenschen als 8te Edition Bücher überarbeitet.
http://www.warhammerarmiesproject.blogspot.de/

-----Red Dox
 

TheHoodedMan

Codexleser
Auf jeden Fall ist es sauberer, eigene Namen zu benutzen. Selbst mit eigenen Namen ist schon eine extreme Anlehnung an die 8. Edition problematisch was geistiges Eigentum angeht. Solange GW aber damit zusätzliche Modelle vertickt, werden die nichts dagegen haben. Und eine kommerzielle Nutzung ist auch nicht erkennbar, ist ja alles open source.

Die Regeln sind auf jeden Fall sehr gut gemacht, mit einigen Störfaktoren aus der WHF 8. Edition ausgemerzt. Kann ich nur jedem empfehlen, das mal auszuprobieren. Beispiele: Folgen von Magiepatzern nicht mehr so gravierend und von der Anzahl der eingesetzten Energiewürfel abhängig (maximal 5), Mit Champion in der Einheit ist die Angriffsreichweite mindestens 4 + Bewegung, auch wenn man 2 oder 3 gewürfelt hat, "Always strike first" gibt es in der Form nicht mehr, usw.

Die Armeebücher sind schon recht weit, aber am Balancing vor allem zwischen den einzelnen Völkern wird noch fleissig geschraubt. Da ist noch mit der einen oder anderen Änderung zu rechnen.
 

TheHoodedMan

Codexleser
Nochmal zu den Regeln der Armeeaufstellung. Die Intention ist ganz klar, dass FB 9th Age mit möglichst wenigen (oder keinen) zusätzlichen Beschränkungen ausgewogene Spiele ermöglicht. Die Auswahlen aus den Armeebüchern sollen möglichst alle einsetzbar sein, d.h. keine "Armeebuchleichen". Zusätzlich haben sich die einzelnen Armeebuchdesigner bemüht, interessante Truppen aus alten Editionen wieder mit einzubauen und gleichzeitig absolute Extreme zu verhindern (Zwergenarmeen mit 10 Kanonen, 3 Charaktere auf Drachen + 10 Infanteristen, usw.).
Viele erfahrene Spieler haben in Gruppen an Regeln und Armeen gefeilt und es gibt sehr reges weltweites Feedback auf dem 9th Age Forum, das auch in das Werk einfliesst. So fundierte Regelarbeit hat es an keiner GW-Publikation bisher gegeben, so weit lehne ich mich aus dem Fenster.

Ausser den Siegpunkten für Gegnereinheiten gibt es zusätzlich Siegpunkte für drei verschiedene Missionen, die vor dem Spiel zufällig bestimmt werden (z.B. Feldmittelpunkt besetzen). Dafür werden 20% der gewählten Armeegröße vergeben (also 500 Punkte bei einem 2500 Punkte Spiel). Diese Missionen können nur mit Einheiten mit Standarten erfüllt werden.

Das alles führt zu sehr interessanten Armeelisten und motiviert zu variantenreichen und aktiven Spielen, in der alle Elemente der Armee zum Tragen kommen, und die Regeln gibt's für umme. Was, ausser der Tatsache, dass uns das noch allen lange zur Verfügung steht, will man mehr? (natürlich alles subjektiv ;-)).
 

Unbekannter Besucher

Grundboxvertreter
So fundierte Regelarbeit hat es an keiner GW-Publikation bisher gegeben, so weit lehne ich mich aus dem Fenster.
Damit hast du sicherlich recht. :lol:

Habe mich jetzt intensiver mit dem Regelwerk beschäftigt und mein positiver Ersteindruck hat sich bestätigt. Viele Ecken und Kanten der 8. Edition wurden abgeschliffen, ohne an den Fundamenten zu rütteln. Heißt natürlich auch, wer die 8. grundsätzlich schlecht fand und lieber 6./7. spielen würde, der wird wohl auch 9th Age nicht in sein Herz schließen.

Auf der negativen Seite sei angemerkt, dass sich viele Regeln noch in einem experimentellen Stadium zu befinden scheinen. Z.B. hat sich die Handhabung von Kanonen vor kurzem komplett geändert. Mir sind außerdem ein paar kleine - aus meiner Sicht - Verschlimmbesserungen aufgefallen, aber keine, mit denen ich nicht leben könnte. Demnächst steht jedenfalls ein Testspiel an.
 
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LeArkarius

Testspieler
Ich empfinde die allermeisten Änderungen auch als durchaus gelungen, die Ähnlichkeit zur 8ten Edition sind trotzdem noch riesig muss man sagen. Die Arbeit die dort reinfließt finde ich bewundernswert, da werden teilweise wirklich konstruktiv Ideen ausgetauscht und ausprobiert :D
Ich habe auch schon fest eingeplant bei Gelegenheit ein paar Testspiele zu machen. :)
 

TheHoodedMan

Codexleser
Ich empfinde die allermeisten Änderungen auch als durchaus gelungen, die Ähnlichkeit zur 8ten Edition sind trotzdem noch riesig muss man sagen. Die Arbeit die dort reinfließt finde ich bewundernswert, da werden teilweise wirklich konstruktiv Ideen ausgetauscht und ausprobiert :D
Ich habe auch schon fest eingeplant bei Gelegenheit ein paar Testspiele zu machen. :)
Das Spielgefühl ist auf jeden Fall grundsätzlich wie die 8. Edition WHF. Ich würde 9th Age als Weiterentwicklung/Überarbeitung betrachten.

Wenn ich das richtig erfasst habe ist noch einmal eine grosse Angleichung im Februar geplant, in dem die Armeebücher nivelliert werden, hauptsächlich Punktkosten. Momentan aktuell ist V11. Die Änderungen und Formulierungskorrekturen werden aber zusehends weniger.
 

Unbekannter Besucher

Grundboxvertreter
Habe jetzt ein erstes Testspiel gemacht: 2000P Gruftkönige gegen Orks

Erste positive Überraschung: die Armeeliste. Während Robin Cruddace das Armeebuch der 8. Edition ganz klar mit dem Ziel geschrieben hat, Sphinxen und Nekroritter zu verkaufen, kann ich mich in 9th Age vor sinnvollen, gleichwertigen Optionen kaum retten. Also nehme ich mal alles alles rein, was zuvor nur zweite Wahl gewesen war: Ein Gruftkönig im Grabwächterblock zu Fuß, eine große Einheit Ushabti, sowie ein paar Bogenschützen, Streitwagen und Kriegsmaschinen.

Mein Gegner dachte sich wohl Ähnliches, denn mir gegenüber standen eine Horde Orks mit Handwaffen inklusive Waaghboss und Armeestandarte, eine Horde Goblins mit Speeren, ein Riese, eine große Einheit Trolle und ebenfalls ein paar Streitwagen und Kriegsmaschinen.

In Sachen Magie setzten wir beide auf zwei zweistufige Zauberer - in 9th Age eine mindestens gleichwertige Wahl zum Meistermagier. Hier gab es dann auch die zweite freudige Überraschung: existierten vorher 2-3 nützliche Sprüche in der Khemri-Lehre, waren diesmal alle zu gebrauchen. Ich hätte durchaus noch mit einem dritten Magier daraus ziehen können, wenn ich einen gehabt hätte.

Das Spiel selbst lief eigentlich nicht großartig anders, als aus der 8. gewohnt, außer, dass meine Einheiten in der Nähe des Generals marschieren durften (Gott sei dank!). Um das Spiel nicht zu verkomplizieren, stellen wir klassisch an den langen Seiten auf. Die Orks bekamen den ersten Zug. Mein Gegner hatte am Anfang ziemliches Pech mit Paniktests durch Schädelkatapulte, wodurch zwar niemand vom Spielfeld floh aber sein Vormarsch auf der einen Flanke ziemlich verlangsamt wurde. Ich konzentrierte mich demnach auf die andere Seite, wo meine Ushabti im zweiten Zug mit Hilfe einer angeschlagenen Streitwageneinheit die Trolle aufrieben. Unsere Generäle trafen sich in der Mitte, wo meine Grabwächter zwar starke Verluste erlitten aber aushielten bis die Ushabti seiner Orkhorde in die Flanke fielen und den Sack zumachten. Diese Einheit hatte mein Gegner, wie er zugab, trotz meiner ausdrücklichen Warnung ein wenig unterschätzt.

Da es bereits spät war (wir hatten erst Nachmitttags begonnen und mussten natürlich viel nachschlagen), kapitulierten die Orks nach dem 3. Zug. Der Riese hätte mir zwar noch Ärger bereiten, aber nicht mehr wirklich gefährlich werden können, die Goblins, waren komplett ausmanövriert worden und hätten vor dem 5. Zug wohl keinen Nahkampf mehr gesehen. Die Magie war diesmal nicht entscheidend. Beide Seiten konnten den ein oder anderen Buffzauber anbringen und mein Hierophant verlor einen Lebenspunkt durch einen Kontrollverlust, was aber folgenlos blieb.

Fazit: Ein durchaus gelungenes Update zur 8. Edition, welches das Rad nicht neu erfinden will. Das einzige was ich aus der 8. ein wenig vermisse sind die besonderen Charaktere. Die waren immer ein guter Aufhänger für eine themenbasierte Armee, wenn sie nicht gerade überpowert waren. Ich muss allerdings sagen, dass ich in Zukunft womöglich doch eher Kings of war den Vorzug gebe, das ich vor Kurzem ebenfalls getestet habe. Im direkten Vergleich fällt eben doch auf, wie verdammt umständlich Warhammer (egal welche Version) ist...
 
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