Geschichtenwettbewerb Winter 12/13 — WFantasy — Einsame Schlachten

SHOKer

Mentor der flinken Federn
Moderator
Als er das kühle, feste Metall des Schwertgriffs in der Hand fühlte, war es für ihn, als wäre er wieder dort, wo alles zu Ende gegangen war. Oder begonnen hatte, das hing wohl ganz vom Betrachter ab. Alles um ihn herum verblasste zur Bedeutungslosigkeit, verschwamm zu einem Nebel aus dunklen, kalten Farben und gedämpften, flüsternden Lauten.
Sie waren in der Dämmerung des frühen Morgens gekommen und hatten die Dunkelheit mitgebracht. Feucht und eisig kroch der Nebel über die sanften, grünen Hügel und erhob sich zwischen den Reihen der stolzen Verteidiger Ulthuans. Der sonst so hellen und freundlichen Sonne ihrer Heimat fehlte die Kraft, sich gegen diese Hexerei zu stemmen und ihre Strahlen konnten den tapferen Seelen, die hier standen, keine Wärme spenden. Weder ihren Leibern noch ihren Herzen.
Um sich herum wusste er seine Gefährten, seine Krieger, doch der sonst so stolze Anblick der schimmernden silbernen Rüstungen, der wehenden blauen Umhänge, der knatternden, hoch erhobenen Banner und der makellosen, stolzen Gesichter der Söhne Ulthuans verschwamm im Nebel zu einer Wand aus blaugrauen Konturen. Hinter ihm waren Hunderte, doch er fühlte sich allein.
Als die ersten Laute an sein Ohr drangen, zog er das Schwert aus der Scheide. Der helle Silberton durchdrang schwächlich die feuchtklamme Luft und statt glitzernder Reflexionen liefen nur einige Tropfen über die lange gerade Klinge. Dennoch schenkte ihm das vertraute Gewicht Ruhe und Sicherheit. Vielleicht nur eine Illusion, aber dennoch stärkte er sein Herz mit diesen Gefühlen und dem gerechten Zorn auf jene, die ihn bedrohten, ihn und alles, das ihm etwas bedeutete. Elfenprinz, Erbe seines Hauses, Verteidiger seiner Länder. Heute würde er die kranken Geister vernichten, die es gewagt hatten, das heilige Ulthuan mit ihrer verdorbenen Existenz zu besudeln.
Gerade wollte er die Stimme heben, um seine Entschlossenheit an seine Krieger weiterzugeben, als sich die ersten Bewegungen im finsteren Nebel abzeichneten und sich plötzlich deutliche Konturen aus den Schwaden bildeten. Er sandte ein Gebet zu den Göttern des Lichts, dass sie seine Klinge und seinen Arm segnen und seine Kämpfer beschützen mochten, dann setzte er sich in Bewegung, um dem Feind zu begegnen.
Jetzt hörte er sie auch. Schwere, unbeholfene Schritte, keuchende Atemgeräusche, panisch, verzweifelt, das leise Rascheln von Stoff, das Knirschen von Leder, selten das Klirren von Metall. Und er roch sie. Schmutz, Blut und Tod schienen ihnen anzuhaften und sich wie eine erstickende Wolke den Streitern von Licht und Reinheit entgegen zu werfen. Selbst der Nebel konnte dem Gestank nichts anhaben.
Dann sah er sie. Grobschlächtige, ungewaschene Gestalten, die nackten Oberkörper und Beine bedeckt mit geronnenem Blut und Narben von den Peitschen und Messern ihrer Herren, in den Händen grobe Keulen, Äste, Messer, Beile oder schartige Schwerter. Doch das Schlimmste waren ihre Augen. Tief in den Höhlen liegend sprachen sie von unsäglichem Schmerz und unaussprechlicher Verzweiflung. Gebrochene Seelen. Diese Augen baten nicht um Gnade oder Rettung. Für diese Gequälten war der Tod die einzige Erlösung. Menschen waren es und einige seines Volkes. Verlorene Gestalten, die den Kindern der Nacht in die Hände gefallen waren. Jetzt liefen sie den Verteidigern entgegen, den Tod vor Augen, noch größeren Schrecken im Rücken.
Er spürte tiefe Trauer und gerechten Zorn in sich aufsteigen. Wie von selbst beschleunigten sich seine Schritte und sein Schwert durchschnitt den Nebel, beschrieb einen silbergrauen Bogen und fügte dem ersten der Sklaven einen weiteren feinen Schnitt zu, den letzten, endgültigen. Hinter ihm brach der Mensch zusammen, während sein Blut das unschuldige, lebensfrohe Gras der Elfenreiche beschmutzte.
Der nächste kam heran, die Keule erhoben und einen wilden, fast kreischenden Kriegsruf ausstoßend. Doch seine Bewegungen waren langsam. Der Elf duckte sich, schlug ihm mit der gepanzerten Faust in den Bauch und hieb dem sich zusammenkrümmenden dann mit der Klinge in den Nacken. Der Nebel dämpfte das Geräusch berstender Krochen und verschluckte bald darauf die niedergestreckte Gestalt, doch der Elf würde ihn niemals vergessen. Keinen von ihnen, die hier unter seiner Klinge fielen, bis er diese Schuld ihren grausamen Meistern aufladen konnte.
Um ihn herum wurde gekämpft, die Schlacht im Nebel entfaltete sich. Er hörte Schreie, deren Stimmen er zu kennen glaubte, panische, zornige, blutrünstige und erleichterte. Seine Krieger brachten den Sklaven den erlösenden Tod, auf dass die Götter des Lichts ihren gebrochenen Seelen Frieden schenken mochten. Doch nicht alle fielen, ohne vorher ihren Zweck zu erfüllen. Immer wieder brach eine Stimme, deren Klang sein Herz berührte, für immer ab.
Doch er lief weiter. Sein Schwert hinterließ blutige Schnitte auf nackten, feucht glänzenden Oberkörpern, öffnete Kehlen, zerteilte Kniesehnen und parierte stümperhafte Angriffe. Blut vermischte sich auf seiner Rüstung mit den Tropfen des kondensierenden Nebels und verzerrte die stolzen, meisterlichen Gravuren darauf zu traurigen Karikaturen.
Und plötzlich gab der Nebel ihn frei. Von einem Augenblick auf den anderen blinzelte er in die tief stehende, warme Sonne seiner geliebten Heimat und stand im Antlitz jener, die sie zu erobern trachteten. Die Kinder der Nacht warteten auf ihn. Er fühlte, wie sein Herz einen Moment aussetzte, als ihm die ganze Heimtücke seiner Gegner aufging.
Sie waren nicht, wie erwartet, ihren Sklaven in den Nebel gefolgt, um den Kampf mit den Söhnen Ulthuans zu suchen. Nein, sie warteten hier auf ihren Feind, seelenruhig und so kalt wie die Nacht. Dunkle, blaue und schwarze Rüstungen, glänzende Klingen, finstere Banner. Und Gesichter, makellos und fein gezogen wie die seinesgleichen und doch so kalt und grausam wie der Tod.
Doch was ihn am meisten entsetzte, waren die sechs schweren Speerschleudern und die lange, doppelte Reihe schussbereiter Armbrustschützen. Oh ja, sie hatten nur auf sie gewartet. Auf ihn, genauer gesagt, denn sein Auftauchen gab das Zeichen. Wo er stand, mussten seine Krieger bald hinter ihm sein, verwickelt in Kämpfe mit den bedauernswerten Sklaven, ihre Formation ungeordnet, ihre Sinne abgelenkt.
All das wurde ihm klar, schon warf er sich nach vorn und rollte sich über den taufeuchten Boden ab. Das Klacken der Armbrüste, das Peitschen der Geschütze und das Pfeifen der Geschosse drangen an seine Ohren. Er spürte den Luftzug der Bolzen. Einige fegten dicht über ihn hinweg, doch die meisten verschwanden auf todbringender Mission in den dichten Nebelschwaden. Gellende Schreie und das dumpfe Geräusch, mit dem Fleisch den Flug eines Bolzens beendete, erklangen hinter ihm, eigentümlich fern, als wären es nicht seine Gefährten, die dort ihr Leben ließen. Wieder überkam ihn das Gefühl der Einsamkeit. Für sie konnte er nichts mehr tun, doch seine Schlacht war noch nicht vorbei.
Er rappelte sich auf und stürmte los. Nicht weit von ihm, im Zentrum der feindlichen Linie sah er einen Mann in prächtiger Rüstung, hoch auf einem gepanzerten Streitross. Nackte Schädel baumelten an seinem Sattel und seine Hände steckten in Handschuhen aus der Haut getöteter Feinde. Jetzt hob er sein rubinbesetztes Schwert und brüllte in seiner finsteren Sprache. Augenblicklich wichen die Schützen zwischen ihnen zur Seite.
Der Hochelf verstand und ein kleines Lächeln erschien auf seinem Gesicht. Der Anführer wollte ihn persönlich, vielleicht sogar lebend. Ein weiterer Sklave, bald ebenso gebrochen und willenlos wie jene, die hinter ihm ihr Blut über das Gras der Elfenreiche ergossen.
Er beschleunigte seine Schritte, sein Ziel vor Augen. Sollten die Schützen ruhig leben, solange es ihnen noch vergönnt war. Ihr Tod wäre kein Sieg. Doch noch standen zwei Gegner zwischen ihm und dem Feind. Schwer gerüstet, mit grimmigen Schädelmasken vor ihren Gesichtern. Leibwachen vielleicht. Ruhig und furchtlos kamen sie auf ihn zu, die langen Schwerter bereit.
Er wechselte ein wenig die Richtung, ging den rechten an. Eine dunkle Klinge fegte auf ihn zu. Er deutete eine Parade an, bemerkte, wie sein Gegner mehr Gewicht in den Hieb legte, wich im letzten Augenblick aus. Sein Feind taumelte vorbei und versuchte, sich herumzudrehen. Er war flink, kein Vergleich zu den unbeholfenen Sklaven, doch der Elfenprinz war schneller. Schon fand die silberne Elfenklinge eine Lücke in der Rüstung, glitt anmutig in den Hals des Verdorbenen und ließ dunkles Blut über dunkles Metall strömen.
Ein Schlag traf ihn, streifte ihn, hinterließ einen Schnitt an seinem Arm. Schlecht geführt, aber dennoch beeindruckend. Der zweite Gerüstete ging ihn wieder an, stieß tief zu, schlug gleich darauf von der anderen Seite zu, trieb ihn zurück, landete einen Treffer an seinem Oberschenkel und endete gleich darauf an einer langen Klinge, die sich durch seinen Bauch bohrte.
Er hörte Hufgetrappel hinter sich und warf sich zur Seite. Eine glänzende Klinge strich über seinen Rücken, doch statt seiner Haut nahm seine Rüstung den Schnitt auf sich. Dem nächsten Sturmlauf begegnete er frontal, wich der gepanzerten Pferdebrust um Haaresbreite aus und fügte dem armen Tier einen tiefen Schnitt an der Flanke zu. Das Pferd schrie, seine Hufe kamen aus dem Takt, der Reiter brüllte wütend, seine Rüstung schepperte, als er von seinem hohen Sattel auf den tiefen Boden stürzte. Genau vor die Füße seines Feindes.
„Die Ehre, dort zu sterben, wo Eure Vorfahren das Licht der Welt erblickten, ist mehr, als Ihr verdient, Druchii.“, flüsterte der Sohn Ulthuans und versenkte seine Klinge in der Brust des Liegenden. Seine Waffe befreiend blickte er sich um, bereit, so viele Feinde in diesem einsamen Kampf niederzustrecken, wie ihm vergönnt war, bevor ihn sein unausweichliches Schicksal ereilen mochte.
Doch hinter dem Toten wartete … sie. Tiefe schwarze Augen glitzerten in dem perfekten, kalten Gesicht, die vollen roten Lippen leuchteten darin und verzogen sich zu einem einladenden Lächeln. Ihr hauchdünnes Kleid ließ die Vollkommenheit ihres Leibes erahnen, betonte ihre Reize, lockte mit weiteren Geheimnissen. Er sah die Knospen ihrer Brüste, fast verborgen unter langem, schwarzem Haar, erhaschte Blicke auf lange glatte Schenkel durch kunstvolle Schlitze des seidenen Stoffs.
Damals wie heute konnte er nicht verhindern, dass er ihrem Zauber erlag. Während die Erinnerung allmählich verblasste, ließ er die Klinge sinken, während aller Hass und aller Zorn aus ihm herausflossen und nur noch Verehrung übrig ließen. Der Verlust seiner Gefährten, der Schmerz seiner eigenen Wunden, die Trauer um seine Heimat verblassten zur Bedeutungslosigkeit. Es gab nur noch sie und ihn. Er sank auf die Knie und neigte das Haupt vor ihr, erschauderte unter ihrer Berührung und ihrem hungrigen Blick. Furchtlos nahm sie ihm das Schwert ab und ließ ihn dann aufstehen.
Das saftige grüne Gras war verschwunden, ersetzt durch harten trockenen Sand. Statt der lieblichen Sonne Ulthuans schien die kalte, harte Sonne über Naggaroth auf ihn herab. Es gab keinen Nebel mehr, keine Armbrustschützen, keine Speerschleudern. Das ständige leise Wispern und Zischeln um ihn herum war keine finstere Hexerei, sondern die geflüsterten Gespräche einiger hundert Druchii, die um das Kampffeld herum auf bequemen Rängen saßen, wetteten, sich unterhielten und das Schauspiel genossen. Hinter ihm sickerte das Blut von sechs getöteten Sklaven, eines niederen Hochgeborenen und seiner zwei Leibwächter in den Arenasand. Die Schlacht hatte es nur in seiner Erinnerung gegeben. Heute hatte er allein gekämpft, einsam wie stets seit jenem Tag.
Als sie sich abwandte, folgte er ihr wie von selbst. Er konnte überhaupt nicht anders. Sie war alles, was es in seinem Leben noch gab. Sie hatte ihn gebrochen, ihn den Tod seiner Krieger miterleben lassen, ihn ausgehungert, ihn gefoltert, ihn wieder aufgebaut und wieder gebrochen. Noch bevor ihr Schiff Naggaroth erreicht hatte, hatte er ihr gehört. Vollkommen mit Leib, Seele und Verstand. Er begehrte sie, er liebte sie, er verzehrte sich nach ihr und konnte nicht einmal sagen, ob es dunkle Hexerei war, die ihn trieb, oder nicht.
Und sie zeigte sich dankbar. Er hatte dafür gesorgt, dass ihr Verlobter in der Schlacht fiel, vor genug Zeugen, dass kein Zweifel daran bestand, dass er nicht durch ihre Hand umgekommen war. Sodass sie sein Vermögen erbte und seine Familie keinen Grund für Vergeltung hatte. Er, der wahre Mörder, brauchte keine Rache fürchten. In den Augen der Druchii war er kein Elf. Nicht einmal ein Lebewesen. Er war ein Sklave, ein Ding. Und niemand setzte einen Mörder auf ein Ding an.
Doch für sie war mehr. Niemand, dessen Leben einen Wert hätte, aber ein Sklave mit Fähigkeiten. Seit er ihren Partner getötet hatte, tötete er weiter für sie, kämpfte in der Arena für ihr Ansehen, folgte ihr als Teil ihrer Leibwache und beriet sie in ihren Strategien im Kampf um die Macht. Fünfte Tochter des Kriegsmeisters ihrer Stadt, hochgeboren aber wenig beachtet, vermögend und gelangweilt. Gefährlich ehrgeizig. Sie strebte nach der Macht, war skrupellos genug, sich mit dunklem Wissen zu beschäftigen und seinen klaren Verstand einzusetzen. Er brachte ihr Erfolge und sie zeigte sich dankbar.
So auch an diesem Abend. Als er ihr Schlafgemach betrat, wartete sie bereits auf ihn. Ihr langer, schlanker Leib lag nackt und geschmeidig wie der einer Schlange auf den Decken ihres verschwenderischen Bettes. Mondlicht floss durch die seidenen Vorhänge und ließ ihre makellose Haut wie Silber glänzen. Dunkle Schatten lagen zwischen ihren Beinen und lockten mit unergründeten Geheimnissen.
Ihre dunklen Augen musterten ihn hungrig, während er seine Rüstung ablegte und sich entkleidete. Als er auf sie zu kam, lächelte sie verheißungsvoll. „Komm, mein tapferer Elfenprinz.“, flüsterte sie ihm mit kalter, perfekter Stimme ins Ohr, während ihre Finger über die Narben auf seinen Armen und Beinen fuhren und eisige Schauder durch seinen Körper jagten. Narben, die sie ihm zugefügt hatte in Nächten, in denen sie weniger zufrieden gewesen war. Heute würde es keine Messer geben und ein Teil von ihm verspürte Bedauern. Sie hatte ihn gelehrt, Lust und Schmerz zu verbinden.
Ihre Fingernägel kratzten über die frischen Wunden des heutigen Tages und entlockten ihm ein leises Zischen, als sanfte Pein durch seinen Körper schoss. Sie lachte und leckte ihren blutigen Finger ab. „Ich gehöre ganz dir.“, raunte sie und ließ sich zurücksinken. Er spürte, wie seine Erregung aufloderte und schob sich langsam über sie, auch wenn er es besser wusste. Sie ließ sich von ihm nehmen, statt ihn zu dominieren, aber sollte ihr nicht gefallen, was er mit ihr tat … Nun, er zog es vor, nicht darüber nachzudenken.
Entschlossen drang er in sie ein und bewegte sich kräftig auf ihr. Sie stöhnte und er hörte sich selbst keuchen. Unwillkürlich dachte er an seine Heimat, seine Frau und andere Nächte, bevor er die Erinnerung verbannte. Dies hier war anders. Wilder, primitiver, aber er konnte nicht anders, als es zu genießen. Was sie ihm bot, was sie von ihm verlangte, war so viel … erfüllender. Mit ihr gab es keine Hemmungen, keine Grenzen, keine Verbote. Solange er sie zufrieden stellte, ließ sie ihm Freiheiten.
Und er konnte nicht anders, als alles für sie zu tun. Er dachte nicht an seine Frau, wenn er mit ihr schlief. Seine Vergangenheit hatte sie ihm genommen. Unwiderruflich ausgelöscht. Sie hatte ihm erlaubt, einen Abschiedsbrief zu schreiben, in den all seine Gefühle und seine Liebe zu seiner Gefährtin geflossen waren. Sie hatte ihn gelesen, gelacht und das Papier vor seinen Augen verbrannt.
Nein, wenn er mit ihr schlief, dachte er nur an sie. Sie war alles in seinem Leben. Es gab keine Alternative. Ihr Tod wäre sein Untergang, denn ohne Herrin war er nichts in der Gesellschaft der Druchii. Also schützte er sie, liebte sie, stärkte sie. Sie war klug und mächtig und mit jedem Tag wuchs ihr Einfluss.
Doch irgendwo ganz tief in seinem Innern gab es einen Teil, der nicht ihr gehörte. Der letzte Rest des Elfs, der einst über die lieblichen grünen Wiesen seiner Heimat geritten war, für den es nichts Größeres gegeben hatte, als das Wachsen und Gedeihen der Natur und seines Volkes zu beobachten, der sich nach Licht und Wärme sehnte, wie man sie hier im kalten Naggaroth nicht zu finden vermochte.
Und dieser Teil hatte größere Pläne. Er unterstützte sie, ja, er verteidigte sie, kämpfte für sie, tötete für sie, beobachtete ihre Feinde, beriet sie, förderte ihre Macht, doch nicht um des Überlebens willen allein. Dieser Teil in ihm hatte vor, eines Tages zu sterben. Dann, wenn seine Mission erfüllt war. Dann, wenn er sie und ihre Macht weit genug gestärkt hatte, um sie in die Schlacht zu führen. Er würde die sechs großen Städte gegeneinander in den Krieg treiben und sie sich vielleicht sogar gegen den Hexenkönig selbst auflehnen lassen.
Sie hatte das Potential dazu und mit ihrer Hilfe würde er die Druchii an ihrer eigenen Kaltblütigkeit ersticken lassen. Er machte sich keine Illusionen, dass sie all diese Schlachten gewinnen und sich zur neuen Herrscherin aufschwingen würde. Es ging ihm nicht um den Sieg. Es ging ihm allein um den Tod. Tausende, zehntausende, vielleicht hundertausende Kinder der Nacht würden sterben, sich in sinnlosem Ehrgeiz gegenseitig zerfleischen, wenn seine Pläne sich erfüllten. Das Volk von Naggaroth wäre geschwächt und seine Heimat sicher. Das war alles, was er für sein Volk tun konnte und es wäre das größte Opfer wert.
Deshalb kämpfte er seit jenem Tag seine einsamen Schlachten. Seit jenem Tag kämpfte er allein, aber niemals würde er aufgeben. Die Regeln hatten sich verändert, nur die Einsamkeit war geblieben. Ihr Bett war jetzt sein Schlachtfeld und ihre Lust seine Waffe. Nicht mehr die Vernichtung seiner Feinde war sein Ziel, sondern die Erringung ihrer Gunst. Seine Schlachten wurden zwischen ihren Schenkeln entschieden und niemand würde jemals Lieder über seine Tapferkeit singen. Für die seinen war er von der Dunkelheit verschlungen und auf immer verloren.
Und doch hielt er stand, ein kleines Licht im Herzen der Finsternis, das nur allzu leicht verlöschen mochte. Sein Tod würde kommen, doch noch lag es in seiner Hand, dessen Umstände zu bestimmen. Noch hatte er die Waffen, um seine Schlachten weiterzuführen. Also kämpfte er.
 

Nightpaw

Eingeweihter
Oh, Dunkelelfen-Softporno. Hm. Nein. Gefällt mir nicht wirklich. Die Sprache ist ordentlich, die Grundidee ist auch schön, aber der Umsetzung fehlt irgendwie der gewisse Biss. Den Kampfszenen mangelt es an Elan, für mich entsteht kein wirkliches Bild der Schlacht und der Elfenprinz bleibt, trotz vieler Adjektive, die ihm zugeordnet werden, irgendwie fahl. Das Manöver der Dunkelelfen ist unglaubwürdig; wenn ein großes Heer auf eine Elfenstadt zuwalzt, wird es ja wohl Aufklärer geben, und die allesamt in Magie bewanderten Hochelfen dürften mit ein wenig Dunkelelfennebel eigentlich keine so heftigen Probleme haben, dass sie kalt erwischt und ausmanövriert werden. Okay, vielleicht ist das mit der farblosen Schlacht ja sogar Absicht. Schließlich ist es ja nur eine verblassende Erinnerung. Aber das für meinen Geschmack irgendwie unappetitliche Gerammel mit der Sklavenhalterin ist auch nicht viel imposanter. Den Charakteren fehlt Fleisch auf den Rippen und die Geschichte dümpelt nur schwach motiviert vor sich hin. Da fiebere ich nirgendwo mit. Liegt irgendwo im Mittelfeld.
 

Scaevola

Codexleser
Dann gebe ich einmal Contra.
die Geschichte gefällt mir. Gute Beschreibungen. Es gibt keine großen Wendungen, dafür eine Kontinuität und das Ende zeigt, dass ein Wille nicht vollständig gebrochen werden kann (mir gefallen solche aufmunternden Botschaften).
Noch dazu sieht man, dass der Autor sich mit dem Hintergrund auskennt und ihn subtil einfließen lässt, ohne dass es zu aufgesetzt wirkt. Als Leser lernt man tatsächlich noch etwas von der Geschichte. :D
 

yinx

Erwählter
Ich hätte die Geschichte anders sortiert, so dass der große Twist eher gegen Ende kommt und nicht mittig, aber sie gefällt mir trotzdem ziemlich gut. Die erste Hälfte ist aus Hochelfensicht sehr gut und stimmig beschrieben, mit nur kleineren stilistischen Mängeln und einigen deplatzierten Wörtern und hat mir gut gefallen. Generell werden Hoch- und Waldelfen ja immer etwas vernachlässigt, insofern hab ich mich gefreut, als das Wort Ulthuan fiel. Leider kamen dann doch wieder die etwas ausgelutschten Druchii auf den Plan, aber insgesamt tat das der Sache keinen Abbruch, da mal ein anderes Umfeld beleuchtet wurde. Auch wie die Dunkelelfen aus der Sicht des namenlosen Helden beschrieben wurden, war ziemlich cool.
Den Charakteren fehlt Fleisch auf den Rippen
In dem Punkt muss ich Nightpaw aber zustimmen, unser Hauptheld war irgendwie sehr grau, was aber denke ich auch, an seinem fast gänzlich gebrochenen Willen lag. Dennoch hätte man hier sein Schicksal etwas tragischer Gestalten können, immerhin ist ein HOCHELF + PRINZ, ein Wesen der Sonne und des Lichts, das ewig lange lebt, erniedrigt zu einem Sklaven der Dunkelelfen, gefoltert, gebrochen, Diener der Lust einer gefühlskalten Druchii. Das ist schon ziemlich krass und das kam nicht so gut rüber. Auch der Twist war sehr plötzlich, den hätte man etwas feinfühliger gestalten und dem Leser etwas unterschwelliger implizieren können, dann wäre der AHA-Effekt des plötzlichen, beinahe mitleidigen Erkennens größer gewesen.
Die Sexszene fand ich auch nicht so toll (mag sowas in Büchern aber generell nicht), aber meinem Empfinden nach irgendwie notwendig, um das Ende stimmungsvoll (entschuldigt!) einzuführen (entschuldigt nochmal :D) . Keine Ahnung, ob man hier eine Alternative hätte finden können.
Seine Ambitionen sind dann für meinen Geschmack etwas seeeehr hochgestochen und hoffnungsvoll, aber okay - er ist ja einst ein mächtiger Prinz gewesen und hat eventuell das Geschick dazu, alles so einzufädeln, dass die Druchii sich gegenseitig angehen. Ebenso wie Scaevola gefällt mir die Botschaft am Ende. Definitiv auch ein Thema, das man sehr gut weiter ausbauen könnte.
Die Sprache war stabil und auch wenn der Stil am Anfang etwas ungelenk war hat er über die Geschichte hinweg seinen Rhythmus gefunden. Sprachmalerisch bisher eine der besten Geschichten. Sie war sehr trist und grau, aber für mich musste sie das auch genau sein, um die Stimmung einer gebrochenen Seele zu transportieren.
Für mich auf jeden Fall ziemlich weit vorne mit dabei! Denke sichere fünf Punkte!
 
Zuletzt bearbeitet:

Nakago

Grundboxvertreter
Hm, sehr Wendungsreich und Interessant. Ein erfrischend neues Thema. Aber wirklich rein kam ich nie in die Geschichte.
 

Men Aquiles

Codexleser
Die Motivation des Elfenprinzen ausgesprochen gut. Widerstand aus dem System heraus. Man ist für die Seinen verloren, wird es nie gedankt bekommen, keine Hoffnung auf Rettung, aber ungebrochen bleiben, für etwas Größeres kämpfen, dort einen Unterschied machen, wo man noch kann. Ich glaube, das ist wahres Heldentum (in Fantasy) und solch ein Opfer verdammt schwer zu bringen. Eine brillante Idee, die diese Geschichte trägt.
 

Gwordin

Aushilfspinsler
Ui! Mein erster Eindruck, muss ich sagen, ist knapp in einem Wort zu fassen: Gut.
Ich habe geringe Ahnung von Hochelfen und Dunkelelfen, aber ich habe mich gut unterhalten gefühlt, bzw. mein Halbwissen etwas erweitern können.

Die Charaktere passen zur Geschichte. Das alles namenlos bleibt, finde ich eine gute Wahl vom Autor - mag sicherlich nicht jeder. Die Anfangsszene auf Ulthuans ist sehr plastisch beschrieben. Die Sätze sind zwar teils sehr lang, weil sehr viel Beschreibendes hineingedrückt wird. Aber da sich das ganzheitlich als Stilelement durch die Geschichte zieht, will ich da jetzt mal keine Stil-Keule rausholen. Der Autor mochte das eben so.
Die Wechsel in der Story finde ich nicht zu plötzlich. Es wirkt alles sehr fließend, muss ich sagen. Ich finde nicht, dass man abrupt von eine Ecke in die andere geschleudert wird, sondern von der Schlacht, über die Arena, zur Bettstatt und dann schließlich in die aufwieglerischen Gedanken des Protagonisten gut hinübergeleitet wird.

Was wirklich Negatives habe ich an der Stelle nicht anzumerken. Zum Fluff kann ich wenig sagen, für mich als Elfen-"Außenstehender" wirkte das aber alles stimmig. Meinen Geschmack hat die Geschichte getroffen.

PS: da ich jetzt die anderen Kommentare gelesen habe; die Sexszene empfand ich nicht als störend. Wenn ich an Ken Follet und "Die Säulen der Erde" denke - sowas gehört nun einmal zur Literatur dazu, weil Prosa halt das menschliche Leben schildert (oder das erdachter menschenähnlicher Wesen, bzw. das Leben nun einmal an sich). Und dazu gehört halt auch das.
 

yinx

Erwählter
So ich habe abgestimmt und diese Geschichte hier als einzige mit 5 Punkten bewertet, ist demnach also mein Favorit im Wettbewerb. Das liegt an der schönen Sprache, an dem Storykonzept und an der Beschreibung allgemein.
6 Punkte
- 1 Fehlende, durchgehende Spannung
bleibt
+ 1 schöne, saubere Sprache
+ 1 gelungene Darstellung der Gefühlswelten des Protagonisten und vorallem der Druchii, die erfrischend "böser" als sonst war
+ 1 tragische Geschichte mit interessantem Konzept
+ 1 Unerwartete "Auflösung" am Ende, dass da doch noch Widerstand in ihm ist
+ 1 Hochelfen (tja, sehr subjektiv, ich weiß ;) ) ... alternativ: schöner Twist im Mittelteil

Also, wie gesagt, meiner Meinung nach die beste Geschichte in diesem Wettbewerb, für die sechs Punkte reicht es aber dennoch nicht. Dafür fehlt mir hier entweder ein wenig Innovation (alternative Erzählstruktur, unerwarteter Storytwist u.ä) oder aber eine, noch einen Ticken schönere Sprache.
 

Sarash

Hüter des Zinns
Keine größeren sprachlichen oder stilistischen Mängel, aber leider auch nichts, was mich sonderlich interessiert hätte. Am Anfang dachte ich "nicht schon wieder so eine Heimatverteidigungsplörre mit Extraportion Pathos" und am Ende dachte ich "nicht schon wieder dieser pseudo- klassische metaebenen Widerstandsquatsch".
Außerdem mag ich Druchii mehr als die hellen Spitzohren:p.

Mich hat die Geschichte großteils gelangweilt, daher wird von mir nur die objektive Qualität gewürdigt.
3 Punkte.
 

SHOKer

Mentor der flinken Federn
Moderator
Passend zur Eldar-Geschichte haben wir also auch eine Elfen-Geschichte in diesem Wettbewerb. In der Tat sehr interessant und schwierig zu bewerten. Was bei anderen Geschichten als Kritikpunkt gelten würde, scheint mir hier zum Teil bewusstes Stilmittel zu sein. Nun, schauen wir mal.

Sprache: Bis auf die letzten Absätze sehr glatt. Eine bessere Beschreibung fällt mir dazu nicht ein. Die Sprache ist makellos, fließt so vor sich hin und zieht den Leser sanft durch das Geschehen. Zum Ende hin erschien es mir ein wenig schlechter, aber das kann auch am Inhalt gelegen haben, als die Dimensionen plötzlich rasant anstiegen.
Was hier auffällt: Nicht nur die Sprache ist sehr glatt, auch die Handlung ist es. Ebenso wie die Wörter vor sich hinfließen, gleitet der Charakter durch die Handlung, anmutig, schwerelos und leicht unwirklich. Das macht es schwer für den Leser, wirklich an diesen Charakter heranzukommen, ist aber gerade für die Darstellung eines Elfen und die Wiedergabe einer Erinnerung wunderbar passend. Ich bin hier nicht sicher, ob ich das kritisieren oder als Stilmittel loben soll.

Charaktere: Die Detaillosigkeit der Charaktere stört mich ehrlich gesagt überhaupt nicht. Mir ist erst gar nicht aufgefallen, dass hier keine einzige Figur einen Namen trägt, aber es ist auch nicht nötig. Über die beiden wichtigen Charaktere erfahren wir so gut wie nichts, aber dennoch gerade so viel, wie notwendig ist, um ihre Rolle darzustellen und ihre Handlungen glaubhaft zu machen. Beide handeln zumindest nachvollziehbar und schlüssig. Wenn man ein wenig Magie akzeptiert ^^

Atmosphäre:
Etwas, was ich sonst weniger direkt analysiere, hier aber meiner Meinung nach der wichtigste Bereich der Geschichte ist. Die Beschreibungen hier erzeugen wahnsinnig viel Atmoshäre und malen wunderbare Bilder. Ich konnte mir die silberblauen Reihen der Elfen, leicht verschwommen im Nebel, wunderbar vorstellen, konnte das Gefühl der Einsamkeit und Kälte teilen, das den Protagonisten erfasst hat, seine Trauer um die todgeweihten Skalven. Umso härter dann der Übergang ins raue Naggaroth, wo aus dem taufeuchten Gras plötzlich harter Arenasand wird. Fand ich sehr gelungen.
Ich denke, der Autor hat hier bewusst die Details der Handlung und der Charaktere in den Hintergrund gerückt, um die Atmosphäre der Beschreibungen wirken zu lassen. Der Protagonist lässt uns zwar kaum in seinen Kopf gucken, dafür aber sehr in sein Herz. Außer am Ende, da wird das gerade vertauscht.

Botschaft: Endlich mal eine Geschichte mit konkreter Aussage. Ist natürlich nicht Bedingung beim Wettbewerb, aber für mich immer ein Pluspunkt. Eben das "warum wird diese Geschichte erzählt?" Hier auf jeden Fall klar erkennbar, wenn auch vielleicht etwas zu deutlich eingeflochten. Aber dennoch eine schöne Botschaft. Erinnert mich an den Film "Sucker Punch", der da auch mit den Worten endete "Du hast alle Waffen, die du brauchst. Also kämpfe!" Fiel mir gerade so ein.

So, genug des Lobes. ^^ Kritik gibts auch.

Ich kann mich yinx leider anschließen: Die Spannung fehlt. Was bei der Sprache als Lob gilt, ist hier Kritik: Das Schicksal des Elfen ist zu glatt. Er gleitet durch seine Feinde wie ein heißes Messer durch Butter und selbst in der Gefangenschaft der Druchii gehts ihm eigentlich ziemlich gut. Er liegt im Bett einer hübschen, jungen und mächtigen Frau, arbeitet als ihr Leibwächter und hat sogar die Chance, seinem Volk zu dienen. Nunja, die Geschichte sagt uns zwar, dass er sich das irgendwie verdient hat und dass sein Leben natürlich immer noch am nächsten Tag enden könnte, aber hier fehlt die richtige Stimmung dazu. Die Bedrohung der Druchii-Gesellschaft. Die Dunkelheit, in der er da gelandet ist. Da hat der Autor leider viel Potential verschenkt und es nicht geschafft, die passende Atmosphäre zu erzeugen. Die wird im letzten Drittel leider insgesamt etwas blass.

Thema Sexszene: Stört mich nicht. Ähnlich wie andere Autoren finde ich, dass Sexualität in Geschichten ebenso ihren Platz hat wie sie ihn nunmal in der Wirklichkeit hat. Und das hier ist - tut mir leid, falls ich da jemanden schockiere - gar nichts. Sie wird als nackt beschrieben, er zieht sich aus, legt sich auf sie, dringt in sie ein und schiebt sich ein bisschen auf ihr rum, schon wird abgeblendet. Also das sollte wohl jeder über 14 verkraften. Tatsächlich finde ich es hier sehr gut vom Autor, dass er die Thematik entsprechend vorsichtig eingesetzt hat. Die Szene ist in der Geschichte offensichtlich notwendig, aber sie wird hier bewusst detailarm - wenn auch eindeutig - gehalten und gleitet entsprechend auch nicht ins Lächerliche ab. So bleibt die bisherige, distanzierte Atmosphäre erhalten. Ich denke, die Umsetzung hier ist dem Wettbewerbsumfeld angemessen gewählt.

Was mich stört, sind die Gedanken am Ende. Nicht inhaltlich, wie oben schon beschrieben, sondern einfach von der Klarheit her. Während die Geschichten bis dahin so leicht nebelig vor sich hinfließt, wird man hier plötzlich in die Gedanken des Elfs gezogen, wo man es schon gar nicht mehr erwartet, und mit recht utopischen Vorhaben und Ideen konfrontiert. Gut, er scheint die Möglichkeiten zu haben, aber vielleicht hätte man die Dimensionen doch etwas einfacher wählen können. Zumindest für den Anfang. Dennoch gefällt mir der böse Seitenhieb auf die Gesellschaft der Druchii hier, die Ulthuan schon längst hätten zurückerobern können, wenn sie sich nicht ständig gegenseitig umbringen würden. Vielleicht gerade wegen tapferer Seelen wie diesem Mann hier. Gefällt mir von der Idee her und macht die Anonymität der Charaktere auch wunderbar passend.

So, lange Rede, kurzer Sinn: Ich denke, hier kann man 5 Punkte geben. Für 6 hätte die Geschichte etwas mehr Spannung gebrauchen können und vielleicht etwas weniger Distanz zum Geschehen. Dennoch sehr schön zu lesen.
 
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SHOKer

Mentor der flinken Federn
Moderator
Achja, das ist jetzt ärgerlich. Sah erst eine Zeitlang nach Platz 1 aus, reichte am Ende aber nur für den ungeliebten 4. Platz. Nun gut, die Leser haben entschieden.

Tatsächlich war mir von vornherein klar, dass ich mit dieser Geschichte höchstwahrscheinlich auf eher geteilte Meinungen stoßen würde. Ich bin an sich einigermaßen zufrieden mit der Geschichte, fand "Tränen" und "Blaues Licht" aber selbst auch besser. Insofern ist die Platzierung akzeptabel.

Dennoch ein paar Worte zu diesem Werk.
Wie der Titel vermuten lässt, kam mir die Idee zum Thema des letzten Wettbewerbs, allerdings sind damals nur die ersten 2 Drittel fertig geworden, der Rest wollte einfach nicht (konkret die "Sex"-Szene). Ich habe sie dann erstmal weggelegt und sie anlässlich dieses Wettbewerbs wieder hervorgeholt und beendet. Das erklärt natürlich den atmosphärischen Sprung zwischen den ersten zwei Dritteln und dem letzten Teil, mit dem ich auch wirklich nicht zufrieden bin. Weder atmosphärisch noch inhaltlich. Eigentlich sollten die Gedanken des Elfen wesentlich tragischer/epischer wirken, aber irgendwie ... nunja, am Wortlimit lags zumindest nicht ^^

Wie gesagt, die ersten beiden Teile gefallen mir sehr gut. Sowohl der Kampf auf Ulthuan als auch das "Erwachen" in Naggaroth sind genauso geworden wie gewollt (eigentlich sogar besser). Mir gefällt die distanzierte Sichtweise und die eingeengte Atmosphäre, die gut zum Nebel passen. Meine eigene Rezension entstand nach mehrmaligem Lesen und spiegelt den Eindruck wieder, den ich selbst beim Lesen hatte. Insofern bin ich mit diesen Teilen wirklich zufrieden.

Zwischendurch habe ich wirklich überlegt, die Sex-Szene rauszulassen, aber sie erschien mir einfach nötig und mir fiel nichts ein, mit dem man sie ebenso gut hätte ersetzen können. Außerdem dachte ich, es wäre auch mal gut, so etwas im Wettbewerb zu wagen. Wie schon oben geschrieben, ist das hier natürlich ein sehr vorsichtiger Ansatz. Ich hatte da noch ganz andere Ideen, aber ich dachte mir, es ist sinnvoller, die Handlung auch hier in den Hintergrund zu rücken und sich dann ganz auf die Gedanken des Elfen zu konzentrieren.

Nun, das zu den Gedanken hinter der Geschichte. Wie bereits angesprochen, habe ich hier mit durchmischten Eindrücken seitens der Leser gerechnet und kann mit dem Ergebnis leben. Auch wenn ich persönlich keine der anderen Geschichten besser fand. (Wie gesagt, die Story hier ist vor einem halben Jahr entstanden und ich habe sie auch selbst mehrmals gelesen, kann sie also einigermaßen einschätzen) Aber gut, dass mir mein Stil am ehesten zusagt, sollte auch nicht überraschen :D

Ich denke, es war die Mühe wert, sie fertig zu stellen und einzureichen, statt sie unveröffentlicht und unvollendet vermodern zu lassen.

Also vielen Dank an alle für die Kritik, die Anmerkungen und das Lob. Ich fand alle Kommentare fair und alle Bewertungen angemessen.

Das einzige, was ich etwas seltsam fand:

wenn ein großes Heer auf eine Elfenstadt zuwalzt, wird es ja wohl Aufklärer geben, und die allesamt in Magie bewanderten Hochelfen dürften mit ein wenig Dunkelelfennebel eigentlich keine so heftigen Probleme haben, dass sie kalt erwischt und ausmanövriert werden.
1. von einem großen Heer war nie die Rede. 2 Reihen Armbrustschützen, ein paar Schwerbewaffnete und ein Haufen Sklaven machen doch noch kein Heer?! Ich dachte hier eher an die Besatzung von 1-3 Schiffen, die auf Plünderfahrt unterwegs sind. Das ist definitiv keine Invasion, sonst wäre die Schlacht definitiv anders verlaufen. Insofern ergibt es auch Sinn, dass der Haufen von einem eher unbedeutenden Hochgeborenen angeführt wird.
2. Von einer Stadt ist hier auch keine Rede. Ganz im Gegenteil, wollte ich mit "seiner Länder" eher an "Ländereien" denken lassen. Ich dachte beim Schreiben eher an dünn besiedeltes Gebiet, das unter dem Schutz dieses Elfenprinzen steht, wo die Elfen vielleicht in weniger großen Orten wohnen. Der Schlacht kann ja schon ein Plünderzug der Druchii vorausgegangen sein, bevor sich die Elfen zusammengeschlossen und sich ihnen entgegen gestellt haben.
Aus 1. folgt ja auch, dass die Druchii gar nicht zahlreich genug waren, um eine richtige Stadt anzugreifen. Eben ein Plünderzug, der ein paar Landstriche überfällt, ein paar Häuser niederbrennt, ein paar Elfen abschlachtet oder entführt und sich dann wieder verzieht.
3. Das wäre dann auch meine Erklärung dafür, weshalb sie mit der Hexerei nicht klarkamen. Eben weil es in dieser Gegend keine Hochelfenmagier gab. Wäre einer an der Schlacht beteiligt gewesen, hätte ich ihn, wenigstens indirekt, erwähnt. Gerade weil sie es ja mit feindlicher Magie zu tun hatten. Dann hätte der Protagonist ganz sicher wenigstens einen Gedanken an seinen unfähigen Magier verschwendet. ;) (Ich gebe dir allerdings recht, wenn einer dabei gewesen wäre, hätte er damit fertig werden sollen)
Die Aussage, das alle Elfen magiebewandert sind, deckt sich so nicht mit meinen Kenntnissen. Begabt vielleicht, aber auch zwangsläufig bewandert?
 

yinx

Erwählter
Ich glaube vom Fluff her können die alle zaubern, aber egal, tat der Geschichte (mir zumindest) keinen Abbruch!
Ich wusste, dass sie von dir ist!^^ Bzw. wirklich wissen konnte ich es ja nicht, ich habs mir also gedacht. Ab dem dritten Satz oder so wars mir klar.
Schade, dass die Geschichte nicht den ersten Platz gemacht hat, ich hätte es ihr gegönnt, war auch überrascht, dass sie im Endeffekt nur den vierten bekommen hat, war am Anfang ja ein regelrechtes Kopf an Kopf rennen. War insgesamt schon die beste Geschichte, meinem Empfinden nach. Tut mir leid für dich! :(

LG
yinx
 

Sarash

Hüter des Zinns
Obwohl ich eigentlich von deinen Geschichten immer sehr angetan bin und ich auch hier zumindest den Verdacht hatte, sie könnte von dir sein (wohl aber nicht so deutlich wie yinx), hat sie mich leider gelangweilt. Wie bereits geschrieben musste ich die objektive Qualität anerkennen, aber ansonsten leider nicht.

Im Nachhinein hätte ich natürlich dich gerne auf dem Treppchen gesehen, aber dafür ist eben die Anonymitätsregel entstanden.
 

SHOKer

Mentor der flinken Federn
Moderator
Obwohl ich eigentlich von deinen Geschichten immer sehr angetan bin und ich auch hier zumindest den Verdacht hatte, sie könnte von dir sein (wohl aber nicht so deutlich wie yinx), hat sie mich leider gelangweilt. Wie bereits geschrieben musste ich die objektive Qualität anerkennen, aber ansonsten leider nicht.

Im Nachhinein hätte ich natürlich dich gerne auf dem Treppchen gesehen, aber dafür ist eben die Anonymitätsregel entstanden.
Und das ist auch gut so. Wenn die Geschichte dich nicht anspricht, sollte sie auch entsprechend bewertet werden.
Wie gesagt, habe ich hier mit geteilten Meinungen gerechnet und bin froh, solange wenigstens die handwerkliche Qualität als gut bewertet wird.
 
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